[0001] Die Erfindung betrifft eine knetbare, austenitische Nickellegierung für Gegenstände
mit hoher Beständigkeit gegenüber isothermer und zyklischer Hochtemperaturoxidation,
hoher Warmfestigkeit und Zeitstandfestigkeit bis zu 1 200 °C, insbesondere aber im
Temperaturbereich von 700 bis 900 °C.
[0002] So werden z.B. Bauteile in fliegenden und stationären Gasturbinen, wie Brennkammerauskleidungen,
Leitschaufeln, Honey combs, Hitzeschilder und -platten sowie die rotierenden Scheiben
und Laufschaufeln gerade in diesem Temperaturbereich mechanisch besonders beansprucht.
Eine gute Oxidationsbeständigkeit und Heißgaskorrosionsbeständigkeit schützt den Werkstoff,
ohne daß aufwendige Beschichtungssysteme aufgebracht werden müssen.
[0003] Gegenstände wie Ofenbauteile, Brenngestelle, Strahlrohre, Ofenrollen, Ofenmuffeln,
Retorten, Stütz- und Befestigungselemente in Brennöfen für keramische Erzeugnisse,
Katalysatorfolien, Heizleiter und Dieselglühkerzen werden dagegen häufig bei deutlich
höheren, bis zu 1 200 °C erreichende Temperaturen belastet. Sie müssen sich hier durch
gute Zunderbeständigkeit nicht nur bei isothermer, sondern auch bei zyklischer Oxidation,
sowie durch ausreichende Warm- und Zeitstandfestigkeit auszeichnen.
[0004] Aus der US-A 3,607,243 ist erstrnals eine austenitische Legierung bekannt geworden
mit Gehalten in Masse-% bis 0,1 % Kohlenstoff, 58 - 63 % Nickel, 21 - 25 % Chrom,
1 - 1,7 % Aluminium sowie wahlweise bis 0,5 % Silizium, bis 1,0 % Mangan, bis 0,6
% Titan, bis 0,006 % Bor, bis 0,1 % Magnesium, bis 0,05 % Calcium, Rest Eisen, wobei
der Phosphorgehalt unter 0,030 %, der Schwefelgehalt unter 0,015 % liegen soll, die
eine gute Beständigkeit insbesondere gegen zyklische Oxidation bei Temperaturen bis
1 093 °C aufweist.
[0005] Die Warmfestigkeitswerte werden wie folgt angegeben: 80 MPa für 982 °C, 45 MPa für
1 093 °C und 43 MPa für 1 149 °C. Die Zeitstandfestigkeit beträgt nach 1 000 Stunden
32 MPa für 871 °C, 16 MPa für 982 °C und 7 MPa für 1 093 °C.
[0006] Davon ausgehend konnte der innerhalb dieser Legierungsgrenzen liegende Werkstoff
NiCr23Fe mit der deutschen Werkstoff-Nr. 2.4851 und der UNS-Bezeichnung N 06601 in
die industrielle Anwendung eingeführt werden.
[0007] Dieser Werkstoff bewährt sich vor allem bei der Anwendung im Temperaturbereich oberhalb
von 1 000 °C. Dies beruht auf der Bildung einer schützenden Chromoxid-Aluminiumoxidschicht
und insbesondere auf der geringen Neigung der Oxidschicht zum Abplatzen bei Temperaturwechselbelastung.
Der Werkstoff hat sich so zu einer wichtigen Legierung für den industriellen Ofenbau
entwickeit. Typische Anwendungen sind Strahlrohre für gas- und ölbeheizte Öfen und
Transportrollen in Rollenherdöfen für das Brennen von keramischen Erzeugnissen. Darüber
hinaus ist der Werkstoff auch für Teile in Abgasentgiftungsanlagen und petrochemischen
Anlagen geeignet
[0008] Um die für die Anwendung dieses Werkstoffes maßgebenden Eigenschaften noch weiter
- für Anwendungstemperaturen oberhalb von 1 100 °C bis 1 200 °C - zu steigern, wird
gemäß der US-A 4,784,830 dem aus der US-A 3,607,243 bekannten Werkstoff Stickstoff
in Mengen von 0,04 bis 0,1 % zugesetzt und gleichzeitig zwingend ein Titangehalt von
0,2 bis 1,0 % gefordert Vorteilhafterweise soll auch der Siliziumgehalt oberhalb von
0,25 % liegen und mit dem Titangehalt so korreliert sein, daß sich ein Verhältnis
Si : Ti = 0,85 bis 3,0 ergibt. Die Chromgehalte betragen 19 - 28 % und die Aluminiumgehalte
0,75 - 2,0 % bei Nickelgehalten von 55 - 65 %. Der Kohlenstoffgehalt soll, ebenso
wie in der US-A 3,607,243 beschrieben, 0,1 % nicht überschreiten, um eine Ausbildung
von Karbiden, insbesondere vom Typ M
23C
6 zu vermeiden, da diese sich nachteilig auf die Mikrostruktur des Gefüges und auf
die Eigenschaften der Legierung bei sehr hohen Temperaturen auswirken.
[0009] Mit diesen Maßnahmen wird eine Verbesserung der Oxidationsbeständigkeit bei Anwendungstemperaturen
bis 1 200 °C erzielt. Dadurch konnte die Lebensdauer von z.B. Ofenrollen auf 12 Monate
und mehr gegenüber 2 Monaten bei Ofenrollen gefertigt aus dem Werkstoff gemäß US-A
3,607,243 gesteigert werden. Diese Verbesserung der Lebensdauer von Ofenbauteilen
beruht vor allem auf einer Stabilisierung des Mikrogefüges durch Titannitride bei
Temperaturen von 1 200 °C.
[0010] Für die Lebensdauer von hochhitzebeständigen Gegenständen ist jedoch nicht allein
die Oxidationsbeständigkeit, ausgedrückt durch die sogenannte spezifische Massenänderung
in g/m
2 · h in Luft bei hohen Prüftemperaturen, z.B. 1 093 °C, wie in der US-A 4,784,830
beschrieben, maßgebend, sondern auch die Warmfestigkeit und die Zeitstandfestigkeit
bei den jeweiligen Anwendungstemperaturen.
[0011] Zur Erzielung verbesserter Warm- und Zeitstandfestigkeiten, insbesondere bei Temperaturen
bis zu 1 200 °C, offenbart die EP-A 0 508 058 das Zulegieren von Kohlenstoffgehalten
von 0,12 bis 0,30 % in Verbindung mit den stabilen Karbidbildnem Titan (0,01 bis 1,0
%), Niob (0,01 bis 1,0 %) und Zirkonium (0,01 bis 0,20 %) zu einer Nickellegierung
mit 23 bis 30 % Chrom, 8 bis 11 % Eisen, 1,8 bis 2,4 % Aluminium, 0,01 bis 0,15 %
Yttrium, 0,001 bis 0,015 % Magnesium, 0,001 bis 0,010 % Calcium, bei maximalen Gehalten
von 0,030 % für Stickstoff, 0,50 % für Silizium, 0,25 % für Mangan, 0,020 % für Phosphor
und 0,010 % für Schwefel. Zur Sicherstellung einer ausreichenden Oxidationsbeständigkeit
bei Temperaturen oberhalb von 1 100 °C werden Chromgehalte von mindestens 23 % vorgeschrieben.
[0012] Die mit diesem Werkstoff erzielten Warm- und Zeitstandfestigkeiten übertreffen die
bisher erzielten 1 %-Zeitdehngrenzen (R
p1,0/104) und Zeitstandfestigkeiten (R
m/104) als auch die Warmfestigkeiten (Rm) und 1 %-Streckgrenze (R
p1,0) im Temperaturbereich von 850 bis 1 200 °C.
[0013] Dennoch gibt es Anwendungen, bei denen diese erzielten Festigkeiten noch nicht ausreichend
sind. Insbesondere sind dies Kassetten und Brenngestelle, bei denen aus wirtschaftlichen
Gründen der Materialquerschnitt sehr dünn ausgelegt werden muß; auch Auskleidungen
von Brennkammern von Gasturbinen, bei denen eine signifikante Wirkungsgradverbesserung
nur bei deutlich höheren Wand- bzw. Betriebstemperaturen erreicht werden kann.
[0014] Die europäische Patentanmeldung EP-A 0 752 481 versucht diese Aufgabenstellung durch
eine austenitische karbidverfestigte Nickel-Chrom-Eisen-Knetlegierung zu lösen. Die
Nickellegierung sollte aus Gründen einer guten Oxidationsbeständigkeit, insbesondere
unter zyklischen Bedingungen, 2,3 bis 3,0 % Aluminium und 0,01 bis 0,15 % Yttrium
enthalten, Zusätze von Titan (0,01 bis 0,20 %), Niob (0,01 bis 0,20 %) und Zirkonium
(0,01 bis 0,10 %) dienen der primären Ausscheidung von Karbonitriden. Hohe Chromgehalte
von 25,0 bis 30,0 % in Verbindung mit für Nickellegierungen außergewöhnlich hohen
Kohlenstoffgehalten von 0,20 bis 0,40 % führen zur Steigerung der Warm- und Zeitstandfestigkeit
durch die Ausscheidung von primärem Chromkarbid, wobei in der EP-A 0 752 481 besonders
darauf hingewiesen wird, daß nicht die Spanne der o.g. Kohlenstoffgehalte ausschlaggebend
ist, sondern die Menge an ausscheidungsfähigem Kohlenstoff. Dieser wird definiert
als

und mit größer gleich 0,083 % festgelegt. Hierdurch kommt es nicht mehr zu der bei
niedrigeren Kohlenstoffgehalten beobachteten Bildung von M
23C
6, sondern zu primär ausgeschiedenen M
7C
3-Karbiden, deren Menge mit steigendem C
+-Gehalt zunimmt Desweiteren begrenzt die EP-A 0 752 481 den Magnesiumgehalt auf 0,001
bis 0,015 % und den Calciumgehalt auf 0,001 bis 0,010 %, während für die Elemente
Stickstoff mit max. 0,020 % und Schwefel mit max. 0,010 % die Obergrenzen angegeben
werden.
[0015] Die in der EP-A 0 752 481 beschriebenen Festigkeitszuwächse beziehen sich ausschließlich
auf den Temperaturbereich 850 - 1 200 °C, während im Temperaturbereich von 700 - 900
°C keine Festigkeitssteigerung erzielt werden konnte. Gerade dieser Temperaturbereich
ist es jedoch, dem Werkstoffe insbesondere in stationären und fliegenden Gasturbinen
ausgesetzt sind.
[0016] Eine signifikante Wirkungsgradverbesserung dieser Komponenten ist durch höhere zulässige
Betriebs- bzw. Werkstofftemperaturen möglich, dabei ist jedoch zu beachten, daß bei
höheren Einsatztemperaturen stets die zumindest gleiche Festigkeit, die bisher für
die konstruktive, mechanische Auslegung zugrunde gelegt wurde, erreicht wird. So sind
z.B. Werkstoffe mit Festigkeitserhöhungen bei 1000 - 1200°C, auch wenn sie eine Verdopplung
der Zeitstandfestigkeit ausmachen, nicht für Betriebs- bzw. Werkstofftemperaturen
von 700 - 900 °C einsetzbar, da sie das für diese Temperaturen erforderliche Festigkeitsniveau
nicht erreichen.
[0017] Schließlich ist durch die EP-A 456119 eine Superlegierung auf Nickelbasis bekannt
geworden, die (in Gew.-%) folgende Zusammensetzung aufweist:
12 - 25, vorzugsweise 17 - 22 % Cr
3 - 8, vorzugsweise 4,5 - 7 % Al
0 - 0,1, vorzugsweise 0,005 - 0,05 % B
0,01 - 0,1, vorzugsweise 0,02 - 0,07 % C
0 - 2, vorzugsweise 0,5 - 1,5 % Y2O3
0 - 3, vorzugsweise 0,2 - 2 % Hf
0 - 7, vorzugsweise 0,5 - 5 % Nb
0 - 10, vorzugsweise 1 - 6,5 % Ta
0 - 5, vorzugsweise 0,5 - 3,5 % Ti
0 - 1, vorzugsweise 0,02 - 0,3 % Zr
0 - 10, vorzugsweise 2 - 6 % Mo
0 - 7, vorzugsweise 1,5 - 5 % W
Rest Nickel
[0018] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine knetbare Nickellegierung
so auszugestalten, daß bei ausreichender Oxidationsbeständigkeit die Zeitstandfestigkeit
und die Zeitdehngrenzen, insbesondere im Temperaturbereich von 700 - 900 °C, nachhaltig
verbessert werden, wodurch entweder die Lebensdauer von aus solchen Legierungen gefertigten
Gegenständen bedeutend erhöht wird oder bei gleicher Lebensdauer durch die höhere
Temperaturbelastbarkeit eine deutlich verbesserte Wirtschaftlichkeit erreicht wird.
[0019] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine knetbare, austenitische Nickellegierung für
Gegenstände mit hoher Beständigkeit gegenüber isothermer und zyklischer Hochtemperaturoxidation,
hoher Warmfestigkeit und Zeitstandfestigkeit bis zu 1 200 °C, insbesondere aber im
Temperaturbereich zwischen 700 und 900 °C, bestehend aus (in Gewichts-%)
| 0,20 bis |
0,40 % Kohlenstoff |
| 25 bis |
30 % Chrom |
| 7,5 bis |
8,5 % Tantal |
| 2,3 bis |
3,0 % Aluminium |
| 0,01 bis |
0,15 % Yttrium |
| 0,01 bis |
0,20 % Titan |
| 0,01 bis |
0,20 % Niob |
| 0,01 bis |
0,15 % Zirkonium |
| 0,001 bis |
0,015 % Magnesium |
| 0,001 bis |
0,010 % Calcium |
| max. |
0,030 % Stickstoff |
| max. |
0,50 % Silizium |
| max. |
0,25 % Mangan |
| max. |
0,020 % Phosphor |
| max. |
0,010 % Schwefel |
| max. |
1% Eisen |
Rest Nickel, einschließlich unvermeidbarer erschmelzungsbedingter Verunreinigungen.
[0020] Die erfindungsgemäße Tantalkarbid-verfestigte Nickel-Chrom-Knetlegierung weist entgegen
dem bisherigen Stand der Technik, repräsentiert durch die EP-A 0 752 481 den Zusatz
von 7,5 bis 8,5 % Tantal auf. Hierdurch kommt es überraschenderweise zur Ausscheidung
von primären Tantalkarbiden des Typs TaC, die sich ebenfalls zwischen Liquidus- und
Solidustemperatur bereits während der Erstarrung der Schmelze ausscheiden, aber im
Vergleich zu den primär ausgeschiedenen Chromkarbiden des Typs Cr
7C
3 eine deutlich höhere Festigkeitssteigerung bewirken, da sie kleiner und gleichmäßiger
verteilt sind und eine höhere thermische Stabilität aufweisen, was sich darin äußert,
daß für den Einsatztemperaturbereich des neuen Werkstoffes bis 1 200 °C keine Reaktion
mit der Matrix beobachtet werden konnte.
[0021] Gleichzeitig bewirkt das gelöste, d.h. nicht als Karbid abgebundene Tantal eine deutliche
Steigerung der Mischkristallverfestigung, die aufgrund des im Vergleich zu Chrom deutlich
größeren Atomradius des Ta-Atoms viel höher ausfällt als der durch Chrom hervorgerufene
Mischkristallverfestigungsanteil. Die Untergrenze des beanspruchten Ta-Gehaltes ist
bestimmt durch den Übergang von Chromkarbid zu Tantalkarbid. So liegt in der Matrix
bis 7,5 % Tantal ausschließlich Chromkarbid vor, das sich bei höheren Tantalgehalten
zugunsten von Tantalkarbid nicht mehr ausscheidet. Tantalgehalte über 8,5 % lassen
dagegen keine Warmformgebung mehr zu.
[0022] Zur Sicherstellung einer ausreichenden Oxidationsbeständigkeit, insbesondere bei
Temperaturen oberhalb von 1 100 °C sind Gehalte von Chrom von mindestens 25 % erforderlich.
Die obere Grenze sollte 30 % nicht überschreiten, um Probleme bei der Warm- und Kaltformgebung
der Legierung zu vermeiden.
[0023] Durch das Zulegieren von Yttrium in den Grenzen von 0,01 bis 0,15 % wird insbesondere
die zyklische Oxidationsbeständigkeit nachhaltig verbessert. Gehalte unter 0,01 %
üben dabei keinen signifikanten Einfluß auf die Haftfestigkeit der Oxidschichten aus.
Andererseits können Yttriumgehalte oberhalb von 0,15 % aufgrund von lokalen Anschmelzungen
zu eingeschränkter Warmformgebung führen.
[0024] Aluminium bewirkt, insbesondere im Temperaturbereich von 600 bis 800 °C, den der
Werkstoff im Einsatz sowohl beim Aufheizen als auch beim Abkühlen durchläuft, eine
Steigerung der Warmfestigkeit durch die Ausscheidung der Phase Ni
3Al (γ'-Phase). Da die Ausscheidung dieser Phase gleichzeitig mit einem Abfall der
Zähigkeit verbunden ist, ist es notwendig, die Gehalte an Aluminium zu begrenzen.
Die Ermittlung der Bruchdehnung im Temperaturbereich von Raumtemperatur bis 1 200
°C ließ nur eine geringe Erniedrigung der Bruchdehnung im Temperaturbereich um 800
°C erkennen, so daß der Aluminiumgehalt auf 2,3 bis 3,0 % festgelegt werden konnte.
[0025] Der Gehalt an Silizium sollte möglichst niedrig gehalten werden, um die Bildung von
niedrig schmelzenden Phasen zu vermeiden. So sollte der Siliziumgehalt kleiner gleich
0,50 % sein, was heute technisch ohne Probleme beherrschbar ist.
[0026] Der Gehalt an Mangan sollte 0,25 % nicht überschreiten, um negative Auswirkungen
auf die Oxidationsbeständigkeit des Werkstoffes zu vermeiden.
[0027] Zusätze von Magnesium und Calcium dienen der Verbesserung der Warmumformbarkeit und
wirken sich auch verbessernd auf die Oxidationsbeständigkeit aus. Hierbei sollten
die Obergrenzen von 0,015 % für Magnesium und 0,010 % für Calcium jedoch nicht überschritten
werden, da oberhalb dieser Grenzwerte liegende Gehalte an Magnesium und Calcium das
Auftreten niedrig schmelzender Phasen begünstigen und so wiederum die Warmverformbarkeit
verschlechtern.
[0028] Die erfindungsgemäße Nickellegierung ist weitestgehend frei von Eisen, das bis maximal
1 % vertreten sein darf.
[0029] Im folgenden werden die mit der erfindungsgemäßen Legierung erzielten Vorteile näher
erläutert.
[0030] Tabelle 1 enthält Analysen von vier dem Stand der Technik entsprechenden Legierungen
A, B, C, D und drei unter die Erfindung fallenden Legierungen E, F und G.
[0031] Die Werkstoffeigenschaften dieser Legierungen gehen aus den Figuren 1 bis 8 sowie
der Tabelle 2 hervor.
[0032] Im einzelnen zeigen
- Fig. 1
- die Zugfestigkeiten für den Temperaturbereich von Raumtemperatur bis 1 000 °C für
die Legierungen A - D sowie für die erfindungsgemäßen Legierungen E - G
- Fig. 2
- die Rp0,1-Dehngrenzen für den Temperaturbereich von Raumtemperatur bis 1 000 °C für die Legierungen
A - D sowie für die erfindungsgemäßen Legierungen E - G
- Fig. 3
- die Rp0,1-Zeitdehngrenzen für 700 °C für die Legierungen B - D sowie für die erfindungsgemäßen
Legierungen E - G
- Fig. 4
- die Rp0,1-Zeitdehngrenzen für 800 °C für die Legierungen B - D sowie für die erfindungsgemäßen
Legierungen E - G
- Fig. 5
- die Rp0,1-Zeitdehngrenzen für 900 °C für die Legierungen B - D sowie für die erfindungsgemäßen
Legierungen E - G
- Tabelle 2
- Standzeiten in den bei 815 °C und 165 MPa Belastung, 870 °C und 90 MPa Belastung sowie
bei 927 °C und 75,8 MPa Belastung an den Legierungen A - D und den erfindungsgemäßen
Legierungen E - G durchgeführten Stress-Rupture-Versuchen
- Fig. 6
- die spezifische Massenänderung in g/m2 in zyklischen Oxidationsversuchen in Luft bei 1 000 °C für die Legierungen B und
C sowie für die erfindungsgemäße Legierung F
- Fig. 7
- die spezifische Massenänderung in g/m2 in zyklischen Oxidationsversuchen in Luft bei 1 100 °C für die Legierungen B und
C sowie für die erfindungsgemäße Legierung F
- Fig. 8
- die spezifische Massenänderung in g/m2 in zyklischen Oxidationsversuchen in Luft bei 1 200 °C für die Legierungen B und
C sowie für die erfindungsgemäße Legierung F.
[0033] Fig. 1 zeigt die Zugfestigkeiten für den Temperaturbereich von Raumtemperatur bis
1 000 °C für die dem Stand der Technik entsprechenden Legierungen A - D sowie für
die erfindungsgemäßen Legierungen E - G. Hiernach weisen die erfindungsgemäßen Legierungen
E - G über den gesamten untersuchten Temperaturbereich deutlich höhere Zugfestigkeiten
auf.
[0034] In Fig. 2 sind die R
p0,1-Dehngrenzen der o.g. Werkstoffe für den gleichen Temperaturbereich vergleichend dargestellt.
Auch hier zeigen die erfindungsgemäßen Legierungen E - G gegenüber dem Stand der Technik
signifikant höhere 0,1 %-Dehngrenzen über den gesamten untersuchten Temperaturbereich
bis zu 1 000 °C.
[0035] Die Figuren 3 bis 5 zeigen die 0,1 %-Zeitdehngrenzen für die Legierungen B - D sowie
für die erfindungsgemäßen Legierungen E - G für 700 °C, 800 °C und 900 °C für Prüfzeiten
bis zu 1 000 Stunden. Bei allen Prüftemperaturen erwiesen sich die erfindungsgemäßen
Legierungen E - G den den Stand der Technik repräsentierenden Legierungen B - D deutlich
überlegen.
[0036] Die in Tabelle 2 aufgeführten Standzeiten in den Stress-Rupture-Prüfungen bei 815
°C und 165 MPa Belastung, 870 °C und 90 MPa Belastung und 927 °C mit 75,8 MPa Belastung
ergeben für die erfindungsgemäßen Legierungen E - G unter allen Prüfbedingungen die
mit Abstand längsten Standzeiten, und damit die höchsten Zeitstandfestigkeiten.
[0037] Die Figuren 6 bis 8 zeigen die zeitliche Entwicklung der spezifischen Massenänderung
in zyklischen Oxidationsversuchen in Luft bei 1 000 °C, 1 100 °C und 1 200 °C bis
zu Prüfzeiten von ca. 1 100 Stunden. Bei den Prüftemperaturen 1 100 °C und 1 200 °C
weist die erfindungsgemäße Legierung F die geringste Massenänderung bei Prüfende auf
und ist damit als am oxidationsbeständigsten einzustufen. Bei 1 000 °C liegt die spezifische
Massenänderung der erfindungsgemäßen Legierung F auf sehr niedrigem Niveau, jedoch
höher als die der Vergleichslegierungen B und C, zeigt aber das gewünschte parabolische
Verhalten der Massenänderung über der Zeit. Da die höheren Prüftemperaturen von 1
100 °C und 1 200 °C die höchsten Beanspruchungsbedingungen darstellen, kann man sagen,
daß die erfindungsgemäße Legierung F über den gesamten Temperaturbereich bis 1 200
°C das beste Oxidationsverhalten aufweist.
[0038] Die erfindungsgemäße, austenitische, Tantalkarbid-verfestigte Nickel-Chrom-Legierung
eignet sich daher wegen ihrer überlegenen mechanischen Eigenschaften bei Temperaturen
bis zu 900 °C und ihrer guten zyklischen Oxidationsbeständigkeit bis 1 200 °C besonders
für:
- Kassetten und Tragegestelle für stationäre Glühungen
- Gasturbinengehäuse und -ringe
- Leit- und Laufschaufeln von fliegenden und stationären Gasturbinen
- Honey combs
- Abgasführungssysteme in fliegenden und stationären Gasturbinen
- Hitzeschilder
- Schubumkehrklappen in fliegenden Gasturbinen.
[0039] Die genannten Gegenstände lassen sich aus dem erfindungsgemäßen Werkstoff leicht
fertigen, da er nicht nur gut warmverformbar ist, sondern auch für Kaltverformungsvorgänge,
wie z.B. Kaltwalzen an dünne Abmessungen, Abkanten, Tiefziehen, Bördeln und Streckziehen,
das nötige Umformvermögen besitzt.
[0040] Der Werkstoff ist ebenfalls ohne Probleme mit den heute zur Verfügung stehenden Techniken
schweißbar.
Tabelle 1
| Legierungen |
| Elemente in % |
A |
B |
C |
D |
E |
F |
G |
| Ni |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
Rest |
| Cr |
25,2 |
22,0 |
21,0 |
20,5 |
25,01 |
25,0 |
27,5 |
| Mn |
0,09 |
0,10 |
0,2 |
0,2 |
0,01 |
0,01 |
0,08 |
| Si |
0,03 |
0,10 |
0,35 |
0,2 |
0,07 |
0,08 |
0,09 |
| Ti |
0,16 |
0,40 |
0,09 |
2,2 |
0,04 |
0,04 |
0,10 |
| Nb |
0,01 |
0,01 |
0,01 |
0,10 |
0,01 |
0,01 |
0,01 |
| Cu |
0,01 |
0,01 |
0,01 |
0,10 |
0,008 |
0,011 |
0,005 |
| Fe |
9,60 |
0,10 |
0,9 |
0,6 |
0,16 |
0,14 |
0,11 |
| S |
0,002 |
0,003 |
0,004 |
0,005 |
0,003 |
0,003 |
0,002 |
| P |
0,007 |
0,007 |
0,005 |
0,010 |
0,002 |
0,003 |
0,005 |
| Al |
2,78 |
1,0 |
0,40 |
0,40 |
2,8 |
2,97 |
2,40 |
| Mg |
0,008 |
0,01 |
0,009 |
0,009 |
0,005 |
0,006 |
0,005 |
| C |
0,225 |
0,06 |
0,09 |
0,05 |
0,247 |
0,244 |
0,315 |
| N |
0,029 |
- |
0,005 |
0,01 |
0,007 |
0,006 |
0,020 |
| Ca |
0,002 |
0,01 |
0,002 |
0,008 |
0,001 |
0,001 |
0,002 |
| Zr |
0,070 |
- |
0,01 |
0,015 |
0,13 |
0,09 |
0,10 |
| Y |
0,080 |
- |
- |
- |
0,04 |
0,07 |
0,11 |
| Ta |
- |
- |
- |
- |
8,05 |
8,01 |
8,45 |
| Mo |
- |
8,8 |
2,1 |
5,8 |
- |
- |
- |
| W |
- |
- |
14,1 |
- |
- |
- |
- |
| Co |
- |
11,7 |
0,9 |
19,8 |
- |
- |
- |
| La |
- |
- |
0,045 |
- |
- |
- |
- |
Tabelle 2
| Standzeit in Stunden |
| Legierung |
815 °C, 165 MPa |
870 °C, 90 MPa |
927 °C, 75,8 MPa |
| A |
29 |
40 |
19 |
| B |
61 |
47 |
16 |
| C |
32 |
157 |
43 |
| D |
70 |
99 |
39 |
| |
| E |
135 |
229 |
254 |
| F |
122 |
201 |
213 |
| G |
127 |
217 |
241 |