(19)
(11) EP 1 048 354 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.11.2000  Patentblatt  2000/44

(21) Anmeldenummer: 00108535.6

(22) Anmeldetag:  19.04.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B02C 18/14
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 28.04.1999 DE 29907396 U
11.11.1999 DE 29919890 U

(71) Anmelder: MASCHINENFABRIK LINDNER GESELLSCHAFT m.b.H.
A-9800 Spittal/Drau (AT)

(72) Erfinder:
  • Lindner Manfred
    A-9800 Spittal/Drau (AT)

(74) Vertreter: Ratzel, Gerhard, Dr. 
Römerweg 54
67434 Neustadt/Weinstr.
67434 Neustadt/Weinstr. (DE)

   


(54) Zerkleinerungsvorrichtung für durch Messereinwirkung zu zerkleinerndes Material, mit einem in einem Gehäuse angeordneten Rotor


(57) Die Erfindung betrifft eine Zerkleinerungsvorrichtung für durch Messereinwirkung zu zerkleinerndes Material mit einem in einem Gehäuse angeordneten Rotor,wobei erfindungsgemäss der Rotormantel (9) mindestens eine Tasche (10) aufweist,in der der Messerhalter (1) angeordnet ist.


Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zerkleinerungsvorrichtung, die nach dem Prinzip der Rotorzerkleinerung arbeitet, wobei in neuer und fortschrittlicher Weise im Rotormantel Taschen angeordnet sind.

[0002] Zerkleinerungsvorrichtung, auch

Shredder" genannt, wobei durch Messereinwirkung Holzmaterialien, Kunststoffmaterialien oder zellstoffhaltige Materialien zerkleinert werden, wobei die Messer auf dem Mantel eines in einem Gehäuse befindlichen Rotors angeordnet sind, sind dem Stand der Technik bekannt.

[0003] Dabei sind bei den meisten bisherigen bekannten Ausführungen die Messerhalter am Rotor aufgeschweißt und das Schneidmesser mit einer oder mehreren Schrauben am Messerhalter befestigt.

[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, die Wechselbarkeit des Messerhalters fortschrittlicherweise dadurch zu erhöhen, dass eine schnellere Wechselzeit, eine bessere Verfügbarkeit, eine Verwendbarkeit von hochfesten Werkstoffen, die am Rotormantel nicht mehr aufgeschweißt werden können, die Möglichkeit der Verwendung nur einer einzigen Schraube beim Wechseln des Messers zur Klemmung bzw. Lösung eines Klemmteils bzw. des Messers und eine Umrüstbarkeit in kurzer Zeit auf verschiedene Messerformen, je nach den zu verarbeitenden Materialien, was bei aufgeschweißten Messerhaltern nicht möglich ist, zu erreichen.

[0005] Dieses Bündel von Aufgaben wird mit dem Gegenstand vorliegender Erfindung überraschenderweise gelöst.

[0006] Die erfindungsgemäße Zerkleinerungsvorrichtung ist nämlich dadurch gekennzeichnet, dass der Rotormantel mindestens eine Tasche aufweist, in der der Messerhalter angeordnet ist,

[0007] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist der Messerhalter in der Tasche festgeschraubt. Weitere bevorzugte Ausführungsformen sind in weiteren Unteransprüchen festgehalten.

[0008] Das Wesen vorliegender Erfindung wird nun an Hand der beiliegenden Figuren 1 und 2, die bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung darstellen, weiterhin erläutert.

Figur 1 zeigt einen Längsschnitt (abgebrochen) durch Rotormantel mit eingepasstem Messerhalter.

Figur 2 zeigt einen Querschnitt (abgebrochen) durch Rotormantel mit eingepasstem Messerhalter.



[0009] Mit der Bezugsziffer 1 ist der Messerhalter bezeichnet, der in der im Rotormantel 9 angeordneten Tasche sich befindet und mit der Befestigungsschraube 6, die durch den Messerhalter bis in den Rotormantel hineinreicht, fixiert ist.

[0010] Mit der Bezugsziffer 2 ist das Messer bezeichnet, das auf einem Unterlageteil 5 ruht.

[0011] Zur Fixierung ist nach einer bevorzugten Ausführungsform ein Klemmteil 3 mit Futterteil 4 vorgesehen, wobei das Klemmteil 3 mit einer Klemm- und Abdrückschraube 7 und einer Kontermutter 8 für den Abdrückvorgang zusammen arbeitet.

[0012] In Figur 2 sind die jeweiligen Elemente mit der gleichen Bezugsziffer gekennzeichnet wie in Figur 1.

[0013] Eine bevorzugte Ausführungsform des Gegenstands vorliegender Erfindung betrifft die neue und überraschend fortschrittliche Anordnung einer Messerbefestigung am Rotor solcher Zerkleinerungsmaschinen, die die Verwendung der gleichen Schneidplatte in 4-facher Weise ermöglicht, wodurch der Betrieb der Zerkleinerungsmaschinen sprunghaft verbessert und ökonomischer gestaltet wird.

[0014] Derartige Zerkleinerungsvorrichtungen, die insbesondere zum Zerkleinern und gegebenenfalls Recyclisieren von Abfällen, insbesondere von Holzabfällen, Restholzstücken, Kunststoffen und zellulosehaltigem Material, Textilien, Teppichen und auch Kautschuk-Reifen geeignet sind, sind dem Stand der Technik bekannt.

[0015] Das Wesen dieser bevorzugten Ausführungsform vorliegender Erfindung ist nun in den beiliegenden Figuren 1a und 2a weiterhin erläutert.

[0016] Figur 1a zeigt eine Seitenansicht, Figur 2a eine zur Seitenansicht um 90 Grad gedrehte Frontansicht.

[0017] Mit der Bezugsziffer 1a ist der Rotor, mit 2a ein blockförmiger Messerhalter, mit 3a eine vierseitig verwendbare Schneidplatte (= Messer) mit 4a ein Abdeck- und Klemmteil, mit 5a eine Befestigungsschraube und mit 6a eine Sicherheitszentrierschraube bezeichnet.

[0018] Bei der erfindungsgemäßen Anordnung der Messerbefestigung am Rotor für Zerkleinerungsmaschinen ist der blockförmige Messerhalter 2a mittels einer schräg angeordneten Klemmschraube in eine gefräste Rotortasche eingesetzt. Die 4-seitig verwendbare Schneidplatte 3a (= Messer) wird in das untere gefräste Prisma des Messerhalters 2a eingesetzt und zusätzlich mit einer konischen Sicherheitszentrierschraube 6a fixiert. Durch den Abdeck- und Klemmteil 4a wird der Messerhalter 2a und die Schneidplatte 3a mit der Schraube 5a eingeschraubt, so dass sich eine formschlüssige und sicherere Befestigung des Messerhalters 2a sowie der Schneidplatte 3a ergibt.

[0019] Sind die vorstehenden Schneidkanten abgenützt, so kann die große Befestigungsschraube 5a leicht gelöst und die Schneidplatte 3a um 180 Grad gedreht werden, so dass die neuen Schneidkanten wiederum eine formschlüssige Befestigung der Elemente aufweisen.


Ansprüche

1. Zerkleinerungsvorrichtung für durch Messereinwirkung zu zerkleinerndes Material mit einem in einem Gehäuse angeordneten Rotor,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Rotormantel (9) mindestens 1 Tasche (10) aufweist, in der der Messerhalter (1) angeordnet ist.
 
2. Zerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Messerhalter (1) in der Tasche (10) festgeschraubt ist.
 
3. Zerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Befestigungsschraube (6) vorgesehen ist, die den Messerhalter (1) im Rotormantel (9) fixiert.
 
4. Zerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 1 - 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Unterlageteil (5) für das Messer (2) vorgesehen ist.
 
5. Zerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 1 - 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Futterteil (4) sowie ein Klemmteil (3) mit durchgehender Klemm- und Abdrückschraube (7), die mit einer Kontermutter (8) für den Abdrückvorgang zusammen arbeitet, angeordnet ist.
 
6. Zerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 1 - 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messer (2) als Schneidmesser eine runde Form und/oder quadratische Form und/oder rechteckige Form und/oder spitze Form aufweisen.
 
7. Zerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 1 - 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein blockförmiger Messerhalter (2a) in einer Rotortasche angeordnet ist, die eine 4-seitig verwendbare Schneidplatte (= Messer) (3a) trägt, wobei diese in das untere Prisma des Messerhalters eingesetzt und mit einer Sicherheitszentrierschraube (6a) fixiert ist, wobei im Bereich der Rotoroberfläche ein Abdeck- und Klemmteil (4a) angeordnet ist, der den Messerhalter (2a) und die Schneidplatte (3a) mittels einer Befestigungsschraube (5a) fixiert.
 
8. Zerkleinerungsvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zentrierschraube (6a) konisch ausgebildet ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht