[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Prägevorrichtung für flächenhaft ausgedehntes
Material gemäss Oberbegriff des Anspruchs 1. Bevorzugt sind als solches Material Bänder
oder Bahnen zu verstehen, die einseitig mit Aluminium beschichtet sind und deren Träger
aus Papier oder allgemein einem faserhaltigen Material bestehen, oder Folien, z. B.
aus Kunststoff, Metall oder Compound-Materialien.
[0002] Derartige Prägevorrichtungen werden u. a. in der Verpackungsindustrie zum Satinieren
von Verpackungsmaterial eingesetzt, wobei bevorzugt gleichzeitig auch Signete, Schriftzüge
usw. eingeprägt werden. Unter Satinieren wird dabei verstanden, die Oberfläche mit
einem feinen Raster im Millimeter- und Submillimeterbereich zu versehen. Derartiges,
blattförmiges Verpackungsmaterial wird z. B. für die Verpackung von Tabakwaren (Zigaretten),
Nahrungsmittel, Schokolade, Kaugummi etc. verwendet. Eine Prägevorrichtung für diesen
Zweck wurde in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 686 782 der Anmelderin beschrieben.
[0003] Die Anforderungen an derartige Prägevorrichtungen, wie hohe Laufgeschwindigkeit (z.
B. 1,8 m/s), ein feines, absolut gleichmässiges Raster und eine ansonsten fehlerfreie
Prägung während langer, ununterbrochener Betriebszeiten, verlangen eine hohe Präzision
in der Konstruktion und Einrichtung derartiger Prägevorrichtungen. In den bekannten
Ausführungen wird daher der gesamte sogenannte Prägekopf, also ein Gestell mit darin
gelagerten Prägewalzen und u. a. einer Justiervorrichtung, an den Prägemaschinen als
externe Einrichtung angebracht. Diese Prägeköpfe wiegen teilweise mehr als 50 kg.
[0004] Da die Walzen doch einem berechenbaren Verschleiss unterworfen sind, ist regelmässig
eine Wartung der Prägeköpfe vorzunehmen, insbesondere müssen von Zeit zu Zeit die
Walzen ausgetauscht werden. Aber auch der Wechsel u. a. zu einer anderen Oberflächenstruktur,
einem anderen Signet oder einem anderen Format bedingt einen Walzenwechsel. Bei den
bekannten Prägeköpfen ist es dazu nötig, den ganzen Prägekopf abzunehmen, in eine
Werkstatt zu bringen, dort die nötigen Arbeiten durchzuführen, den Prägekopf wieder
zu montieren und wegen des dabei auftretenden, unvermeidlichen Verlusts der Justierung
möglicherweise zusätzlich eine zeitaufwendige Neujustierung vorzunehmen. Ein solcher
Vorgang kann mehrere Stunden dauern, und beim Abnehmen und Anbringen des Prägekopfes
an der Verpackungsmaschine sind in der Regel mindestens zwei Personen oder zusätzliches
Hebewerkzeug wegen des hohen Gewichtes nötig.
[0005] Für einen schnelleren Wechsel bietet es sich an, einen zweiten Prägekopf vorrätig
zu halten. Diese Lösung ist jedoch zum einen finanziell sehr aufwendig und vermeidet
andererseits nicht die Notwendigkeit, den neu angebrachten Prägekopf auf den Materiallauf
der Verpackungsmaschine exakt einzustellen.
[0006] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine Prägevorrichtung
der genannten Art anzugeben, die einen erleichterten Zugriff auf die Prägewalzen gestattet.
[0007] Eine derartige Vorrichtung ist im Anspruch 1 angegeben. Die weiteren Ansprüche geben
bevorzugte Ausführungsformen an.
[0008] Grundlage der Erfindung ist der überraschende Befund, dass es nicht unbedingt nötig
ist, insbesondere die angetriebene Prägewalze direkt im Gestell der Prägevorrichtung
zu halten. Diese angetriebene Prägewalze wird zum einen mit dem Antrieb der Verpackungsmaschine
gekoppelt und ist zum anderen exakt auf die Laufrichtung des zu prägenden Materials
einzurichten.
[0009] Gemäss der Erfindung kann jedoch, im Gegensatz zum Stand der Technik, diese Walze
mit geeigneten Haltemitteln auf eine Art im Gestell der Prägevorrichtung angebracht
werden, dass sie auch mit geringem Aufwand wieder abnehmbar oder austauschbar ist,
praktisch ohne dass dabei jeweils eine Neujustierung nötig wird. Diese Haltemittel
sind bevorzugt an beiden Enden der Prägewalze angebracht und nehmen die Lager für
die Achsen der Prägewalze auf. In ihrer äusseren Form sind sie komplementär mit hoher
Präzision zu entsprechenden Aufnahmen im Gestell der Prägevorrichtung ausgebildet,
so dass die Prägewalze vorzugsweise unter Mitnahme der Haltemittel aus den Aufnahmen
herausgenommen bzw. in diese eingesetzt werden kann, wobei gleichzeitig eine exakte
Positionierung erfolgt. Bevorzugt sind zusätzlich Feststellmittel und/oder Sicherungsmittel
vorhanden, wie Stellschrauben oder Klemmvorrichtungen, um einerseits den exakten Sitz,
gegebenenfalls auch hinsichtlich einer Ausrichtung in eine bestimmte Drehstellung,
wenigstens der Haltemittel sicherzustellen und andererseits auch ein Verrücken der
Prägewalze durch z. B. Vibrationen im Betrieb sicher zu verhindern.
[0010] Es hat sich gezeigt, dass es auch möglich ist, als Haltemittel solche vorzusehen,
die die Prägewalze im ausgebauten Zustand stützen, und das Lager fest im Gestell vorzusehen.
[0011] Die Gegenwalze wurde im Stand der Technik durch relativ einfach zugängliche Schrauben
mit der entsprechenden Justier- und/oder Andruckvorrichtung verbunden und konnte daher
schon in den bekannten Prägeköpfen für sich mit geringerem Aufwand ausgetauscht werden.
Der Nutzen daraus war jedoch beschränkt, da z. B. beim Wechsel eines einzuprägenden
Schriftzuges beide Walzen ausgewechselt werden müssen, da sich die Prägewalzen im
Betrieb aneinander anpassen und das Auswechseln nur einer der beiden Walzen zu Störungen
und höherem Verschleiss führen kann. Aus diesem Grund liegt eine vorteilhafte Weiterbildung
der Erfindung darin, auch die Gegenwalze mit analogen Haltemitteln auszustatten und
sie damit auf einfache Art auswechseln zu können. Zugleich ist es damit möglich, für
verschiedene Prägevorgaben jeweils ein Prägewalzenpaar vorrätig zu haben, ohne dass
hierdurch unerträglich hohe Investitionen nötig sind.
[0012] Auch allein die Ausstattung der Gegenwalzen mit Haltemitteln bei gleichzeitig auf
konventionelle Art im Gestell gehaltenen angetriebenen Prägewalzen bedeutet einen
Fortschritt in der Wartungsfreundlichkeit, da das Wechseln einer konventionell gehaltenen
Gegenwalze zwar im Vergleich zu angetriebenen Prägewalzen einfacher, aber doch mit
einem Zeitaufwand verbunden ist, der mit vorliegender Erfindung signifikant verringert
wird. Bedeutung gewinnt die Erfindung in diesem Bereich zusätzlich dadurch, dass ein
Trend zu mehreren Gegenwalzen besteht und es möglich erscheint, den Verschleiss insbesondere
der mit dem Prägemuster versehenen Oberfläche im wesentlichen auf die Gegenwalze(n)
zu beschränken.
[0013] Insgesamt bietet die Erfindung mit den in den Ansprüchen definierten Ausführungen
noch einen oder mehreren der folgenden Vorteile:
1) Ein mit dem erfindungsgemässen Schnellwechselsystem ausgestatteter Prägekopf kann
an einer Verpackungsmaschine fest montiert sein, bildet also einen festen Bestandteil
derselben.
2) Eine Bedienung durch eine Person ist möglich, da die Erfindung eine wesentliche
Gewichtsreduktion der Teile herbeiführt, die bei einer Umstellung oder Wartung gehandhabt
werden müssen, insbesondere im wesentlichen nur die Prägewalzen selbst. In Konsequenz
ergeben sich auch niedrigere Produktionskosten.
3) Die Beschaffungskosten sind geringer, da zu einem vorhandenen Prägekopf für neue
Prägeanforderungen nur die entsprechenden Prägewalzen im Schnellwechselsystem erworben
werden müssen.
4) Die Wartung und die Montage/Demontage der Prägewalzen ist wesentlich vereinfacht.
5) Die Produktionstechnik ist umweltfreundlicher, da weniger mechanische Teile benötigt
werden.
[0014] Die Erfindung soll weiter an Ausführungsbeispielen mit Figuren erläutert werden:
- Figur 1:
- Räumliche Ansicht einer ersten Ausführungsform;
- Figur 2:
- Draufsicht auf die erste Ausführungsform mit Teilschnitt durch eine entnehmbare Prägewalze;
- Figuren 3 - 7:
- Räumliche Ansichten der Ausführungsformen zwei bis sechs;
- Figur 8:
- Räumliche Ansicht einer siebten Ausführungsform mit nicht verbundenen Haltemitteln
für die Prägewalze;
- Figur 9:
- Darstellung analog Fig. 2 einer siebten Ausführungsform;
- Figur 10:
- Räumliche Ansicht einer achten Ausführungsform mit einem im Gestell angeordneten Lager
für die Prägewalze;
- Figur 11:
- Draufsicht analog Fig. 2 auf die achte Ausführungsform;
- Figur 12:
- Räumliche Ansicht einer neunten Ausführungsform mit Synchronisierung der Prägewalzen
in der Wechseleinheit;
- Figur 13:
- Draufsicht analog Fig. 2 auf die neunte Ausführungsform;
- Figur 14:
- Räumliche Ansicht einer zehnten Ausführungsform mit Drehknopf zum Drehen einer Prägewalze;
- Figur 15:
- Draufsicht analog Fig. 2 auf die zehnte Ausführungsform.
[0015] In verschiedenen Figuren übereinstimmende Teile sind mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0016] Die Fig. 1 und 2 zeigen eine erste Ausführungsform der Erfindung, bei der die angetriebene
Prägewalze 1 in einer allgemein zylindrischen Hülse 2 drehbar gelagert ist. Die Hülse
2 weist über die Arbeitslänge der Prägewalze 1 einen Ausschnitt 3 auf, so dass die
Gegenwalze 4 an die Prägewalze 1 angelegt werden kann (siehe Fig. 2).
[0017] Die angetriebene, erste Prägewalze 1 ist mit Wälzlagern 6 präzise in der Hülse 2
drehbar gelagert. Die Hülse weist an den beiden Enden jeweils eine Passfläche 8 bzw.
9 auf, die exakt an die Öffnungen 11 bzw. 12 im Gestell 13 der Prägevorrichtung 14
angepasst sind. Die Hülse 2 kann somit in Richtung des Pfeils 15 in das Gestell 13
eingeführt werden, bis die Endscheibe 16 am Gestell 13 anschlägt, und erzeugt gleichzeitig
eine exakte radiale Positionierung der angetriebenen Prägewalze 1 im Gestell 13 mittels
des Antriebs 21. Durch Hineindrehen von Feststellschrauben 18 in die Hülse 2 wird
diese in einer vorgegebenen, optimalen Drehstellung fixiert und auch z. B. gegen Herausrütteln
gesichert. Vom in Fig. 1 angedeuteten, externen Antrieb 20 ragt eine Welle 21 in die
Öffnung 11 hinein. Das Antriebsende 22 wird beim Einschieben der Hülse 2 an das Antriebsende
23 der Prägewalze 1 angekoppelt. Diese Kopplung kann auf verschiedene Arten erfolgen,
die in der Technik bekannt sind und von den örtlichen Gegebenheiten abhängen, z.B.
Mitnehmer oder Verzahnungen. Für den Kupplungsvorgang kann es nötig sein, die Prägewalze
1 in eine bestimmte Position zu verdrehen, was einerseits durch Angreifen an die Prägewalze
1 im Ausschnitt 3 oder auch durch Verdrehen der zweiten Welle 24 der angetriebenen
Prägewalze 1 erfolgen kann, die dann z. B. durch die Endscheibe 16 hindurch zugänglich
ausgeführt ist.
[0018] Die Gegenwalze 4 ist, wie in Fig. 1 schematisch angedeutet, nach Lösen ihrer Befestigung
an einer üblichen Halteeinrichtung, die bevorzugt auch ein Auseinanderfahren der Prägewalzen
erlaubt, z. B. gemäss der genannten europäischen Patentanmeldung der Anmelderin, nach
oben (Pfeil 26) herausnehmbar. Die Ausführung der Halterung der Gegenwalze 4 ist daher
in den Figuren nicht weiter ausgeführt und braucht auch nicht weiter erläutert zu
werden.
[0019] Wie Fig. 2 gegenüber der schematischen Darstellung in Fig. 1 deutlich zeigt, ist
die Passfläche 8 mit einem geringeren Durchmesser als die Prägewalze 1 ausgestattet,
so dass es genügt, die Gegenwalze 4 durch Lösen der Vorspanneinrichtung von der Prägewalze
1 abzuheben, um letztere aus dem Gestell 13 herausziehen zu können. Wie an diesem
Ausführungsbeispiel erkennbar, ist es damit möglich, nur die Prägewalzen auszuwechseln,
ohne das Gestell mit allen daran angebrachten Zusatzeinrichtungen wie Antriebsvorkehrungen
ebenfalls entfernen zu müssen. Es ist damit auch möglich, das Gestell als festen Bestandteil
einer Verpackungsmaschine auszuführen. Mit der einfachen Auswechselbarkeit der vorwiegend
dem Verschleiss unterworfenen Teile (Prägewalzen, Lager) ist nun auch die Wartung
mit geringerem Aufwand an Teilen und damit umweltfreundlicher möglich.
[0020] Durch die Einfachheit des Wechselvorganges ist es auch denkbar, nach entsprechender
Anpassung, z. B. Ersatz der Feststellschrauben durch Stifte oder ähnliches, das Wechseln
der Prägewalzen halb- oder vollautomatisch durchzuführen. In diesem Zusammenhang kann
auch vorgesehen sein, den Verschleiss der Prägewalzen über entsprechende Sensoren,
sei es am Produkt oder direkt an den Prägewalzen, zu kontrollieren. Die Sensoren oder
beliebige andere Messanordnungen könnten auch in der Lage sein, einen an den Prägewalzen
vorhandenen Code zu lesen und damit eine automatische Erkennung der eingesetzten Prägewalzen
zu realisieren. Eine Möglichkeit einer automatischen Abnutzungskontrolle besteht darin,
an einem Ende eine polierte, glatte, die Walze umgebende Zone vorzusehen. Die Position
der Oberfläche dieser Messzone kann hochgenau mittels z. B. eines optischen Sensors
relativ zum Gestell erfasst werden. Die hierfür nötigen Sensoranordnungen sind an
sich bekannt. Bei Abnutzung der mit dem Prägemuster versehenen Oberfläche der Prägewalzen,
die z. B. aus Pyramiden im Bereich von Mikrometern bis wenigen Millimetern aufweisen
kann, bewegen sich die Prägewalzen relativ zum Gestell und erzeugen damit an den Sensoren
ein entsprechenden Signal. Bei üblichen Prägewalzen beträgt die Wegstrecke einer Walze
bis zur totalen Abnützung der Oberfläche z. B. 150 µm. Überschreitet das Signal eine
bestimmte Schwelle, d. h. hat die Abnutzung einen gewissen Grenzwert erreicht, kann
ein Wechsel der Prägewalzen angefordert werden, sei es durch ein entsprechendes Signal
für die Bedienungspersonen, sei es durch Aktivierung eines halb- oder vollautomatischen
Wechselsystems.
[0021] Durch eine Abwandlung der Hülse 2 derart, dass sie neben der angetriebenen Prägewalze
auch die Gegenwalze aufnimmt, ist es möglich, die beiden Prägewalzen auch in ihrer
Drehstellung relativ zueinander exakt zu synchronisieren. Dieser Rahmen muss dabei
nicht unbedingt einteilig sein, sondern kann auch mehrere an sich lose Teile umfassen,
wovon eines die angetriebene Prägewalze in der Art der Hülle trägt und ein zweites
Teil die Gegenwalze aufnimmt. Dieser Rahmen wird dann bevorzugt erst durch Einsetzen
der Teile in die entsprechenden Aufnahmen im Gestell 13 zusammengefügt und relativ
zueinander fixiert. Ein Beispiel hierfür ist nachstehend als neuntes Ausführungsbeispiel
(Figg. 12, 13) genannt.
[0022] Denkbar ist es schliesslich auch, die erfindungsgemässe Konstruktion für Mehrwalzensysteme
einzusetzen. Als Mehrwalzensysteme sind Vorrichtungen aufzufassen, bei denen mehrere,
insbesondere mehr als zwei, Walzen am Präge- und/oder Transportvorgang beteiligt sind.
[0023] Die im folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiele verdeutlichen einige der angedeuteten
Varianten:
[0024] In Fig. 3 weist das Gestell 13 im wesentlichen rechteckige Aufnahmen 30 auf, in welche
die nun entsprechende, rechteckige Passflächen 31 aufweisende Hülse 2 von oben eingesetzt
bzw. wieder nach oben herausgenommen werden kann.
[0025] Fig. 4 zeigt eine Variante, bei der sowohl die angetriebene Prägewalze 1 wie auch
die Gegenwalze 4 in Hülsen 2 bzw. 35 enthalten sind. Dabei ist vorgesehen, dass die
Gegenwalze 4 derart exzentrisch in der Hülse 35 angeordnet ist, dass sie nach vorne
aus dem Ausschnitt 36 genügend weit hervorragt, dass sie an die Oberfläche der angetriebenen
Prägewalze 1 eingedrückt werden kann. Diese Bewegung auf die angetriebene Prägewalze
1 hin wird durch in Schlitzen 38 beweglich angeordnete Aufnahmestücke 39 gewährleistet.
Die Aufnahmestücke 39 stehen mit einer nicht dargestellten Justier- und Andruckvorrichtung
gemäss Stand der Technik in Verbindung.
[0026] Die nötige Ausrichtung bezüglich Drehstellung der Hülsen 2 und 35 erfolgt durch die
Endscheiben 16 bzw. 40, die nur in der zulässigen Stellung die für den Betrieb nötige
Annäherung der Prägewalzen 1 und 4 erlauben. Im Beispiel erfolgt dies dadurch, dass
sie jeweils einen geraden Abschnitt 41 aufweisen.
[0027] Fig. 5 zeigt eine Ausführung, die bezüglich der angetriebenen Prägewalze 1 im wesentlichen
der Fig. 3 entspricht. Hier ist jedoch auch die Gegenwalze 4 in einem U-förmigen Halter
42 gelagert. Der Halter 42 wird in die Ausnehmungen 43 eingesetzt, die am Boden jeweils
eine Führungsschiene 44 aufweisen, die beim Einsetzen des Halters von nicht sichtbaren
Nuten aufgenommen werden, die unten in den Endteilen 46 vorhanden sind. Die Nuten
sind exakt an die Schienen 44 angepasst, wodurch eine präzise axiale Positionierung
der Gegenwalze resultiert. Auf die angetriebene Prägewalze 1 kann der Halter 42 mit
der Gegenwalze 4 längs der Schienen 44 verschoben werden. Diese Bewegung sowie das
Bereitstellen eines definierten Anpressdruckes an die erste Prägewalze 1 kann wieder
durch eine Justier- und Andrückvorrichtung gemäss Stand der Technik vorgenommen werden.
Auf eine Darstellung wird daher verzichtet.
[0028] Fig. 6 zeigt eine Ausführung, bei der sich angetriebene Walze 1 und Gegenwalze 4
in einem Wechselrahmen 48 befinden. Der Wechselrahmen 48 weist am Boden T-förmige
Nuten 49 auf, mittels der er von der Seite passgenau auf den Schienen 50 in Richtung
des Pfeiles 51 in das Gestell 13 eingeschoben werden kann. Während des Einschubvorgangs
sind die beispielsweise angegebenen Druckstempel 52 der Justier- und Andrückvorrichtung
für die Gegenwalze 4 zurückgezogen und werden nach Einsetzen des Wechselrahmens 48
in die Arbeitsstellung vorgeschoben, um die zweite Prägewalze 4 an die erste Prägewalze
1 definiert anzudrücken. Da die Arbeitsstellung der Stempel 52 definiert ist, ist
auch hierbei keine Neujustierung nötig, sondern es genügt, die Justiervorrichtung
aus der Ruhestellung, die das Einschieben ermöglicht, in die voreingestellte Arbeitsstellung
zu bringen.
[0029] Fig. 7 zeigt eine Ausführung ähnlich derjenigen der Fig. 6, bei der jedoch der Wechselrahmen
48 und die Schienen 50 so ausgeführt sind, dass der Wechselrahmen 48 mit den Prägewalzen
1, 4 von oben gemäss Pfeil 53 in das Gestell 13 eingesetzt werden kann.
[0030] Die Fig. 8 und 9 zeigen schliesslich eine Variante, bei der das Mittelstück der Hülse
2 weggelassen wurde, d. h. die Prägewalze 1 ist in ihrem ganzen Umfang zugänglich.
An den beiden Enden der Prägewalze 1 sind Passstücke 55 (Antriebsseite) bzw. 56, welche
die Lager 6 für die Prägewalze 1 aufnehmen und peripher mit den Passflächen 8 bzw.
9 ausgestattet sind. In der Anwendung gleicht sie ansonsten derjenigen der Fig. 1
und 2, insbesondere hinsichtlich des Einsetzvorganges. Die Sicherung erfolgt hier
jedoch vorzugsweise über Schrauben 57, die in axialer Richtung zur Prägewalze 1 durch
die Krempe 58 der Endscheibe 16 in das Gestell 13 eingedreht sind.
[0031] Die Figuren 10 und 11 zeigen eine Ausführungsform, bei der das antriebsseitige Lager
60 im Gestell 13 angeordnet ist und den Lagerzapfen 62 aufnimmt.
[0032] Das Ende 61 weist nur noch einen ringförmigen Auflagesteg 65 für die Prägewalze 1
auf, um diese während des Wechsels und beim Lagern in einer Position (bevorzugt etwa
mittig) zu halten, in der das Ende 22 der Prägewalze 1, das einen Innenkonus aufweist,
auf den komplementär dazu ebenfalls konisch ausgebildeten Antriebszapfen 62 aufgeschoben
und damit gekuppelt werden kann. Das Prägewalzenende 22 kann u. a. wie dargestellt
als Achse ausgebildet oder in den Walzenkörper integriert sein.
[0033] Figuren 12 und 13 zeigen eine Ausführung ähnlich Figuren 1 und 2, jedoch weisen die
beiden Prägewalzen 1 und 4 jeweils einen Zahnkranz 70, 71 auf. Im betriebsbereiten
Zustand (Fig. 13) sind die Zahnkränze im Eingriff und die Prägewalzen 1, 4 zwangssynchronisiert.
[0034] Figuren 14 und 15 zeigen eine Ausführung ähnlich Figuren 1 und 2 mit einem Drehknopf
24, mittels dem die Prägewalze 1 z. B. zum Kuppeln an das Wellenende 22 über eine
grobe Verzahnung, in eine einkuppelbare Position verdrehbar ist. Der Drehknopf ist
über einen Freilauf oder eine Schleppkupplung 75 mit dem Wellenende 76 der Prägewalze
1 verbunden, so dass sich der Knopf 24 während des Betriebs nicht zwangsweise mitdreht.
[0035] Aus der vorangehenden Darstellung sind dem Fachmann Änderungen der dargestellten
Ausführungsformen zugänglich, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen. Insbesondere
kann die Prägevorrichtung in jeder Raumlage angeordnet und ausgerichtet sein. Auch
sind die angegebenen Varianten, insbesondere zur Kupplung der Prägewalzen und zum
manuellen Verdrehen per Drehknopf, untereinander kombinierbar.
[0036] In den Seiten bzw. Endscheiben der Kassettenteile, des Gestells 13 oder der Passstücke
55, 56 können z. B. Synchronisierungsmittel wie Zahnrad- oder Riemengetriebe vorhanden
sein, um die Drehung der Prägewalzen zu synchronisieren. Es ist also möglich, einige
oder alle Prägewalzen 1, 4 über entsprechende Getriebe zu synchronisieren, wobei die
Kupplung der Getriebeteile auch erst im Zuge des Einsetzens der Walzen 1, 4 in das
Gestell 13 geschehen kann.
[0037] Denkbar sind auch eine oder mehrere der folgenden Abwandlungen:
- Die rotationssymmetrischen Wechseleinheiten werden, also die Hülse 2 oder die Passstücke
55, 56 sowie die entsprechenden Aufnahmen im Gestell (13) mit Dreharretierungselementen
ausgestattet, wie Nut/Federpaaren, um das Einsetzen nur in einer bestimmten Drehstellung
zu erlauben, oder auch diesen Wechseleinheiten eine von der Radialsymmetrie abweichende
Form zu geben, wie z. B. elliptisch.
- Haltemittel werde vorgesehen, die direkt an einem Ende der Prägewalzen angreifen,
so dass diese Enden der Prägewalze als Achse dienen und auf eigentliche Achsen verzichtet
werden kann.
- Die Prägewalzen sind allgemein angetrieben, bevorzugt durch einen Motor oder anderen
Antrieb, z. B. auch anstelle einer Kupplung mit dem Antrieb der Verpackungsmaschine
mit einem eigenen Motor, der jedoch bevorzugt mit demjenigen der angeschlossenen Maschine,
insbesondere der Verpackungsmaschine, synchronisiert sein muss.
- Magnetische Feststellmittel für die Wechseleinheit.
- Einsetzen der Wechseleinheit durch Kombination von radialer und axialer Bewegung der
Wechseleinheit, z. B. Einsetzen von oben, bis die Prägewalze mit Antriebszapfen fluchtet,
dann axiales Aufschieben auf den Zapfen.
- Anordnen nur von Gegenwalzen (4) in einer oder mehreren Wechseleinheiten.
1. Vorrichtung (14) zum Prägen von flächenhaft ausgedehntem Material, insbesondere in
Form von Bahnen oder Bändern, mit mindestens zwei Prägewalzen (1, 4), nämlich einer
ersten, angetriebenen Walze (1) und einer Gegenwalze (4), die in einem Gestell (13)
parallel zueinander und aneinander definiert anliegend ausrichtbar angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der Prägewalzen (1, 4) in einer Wechseleinheit (2; 2, 35; 42;
48; 55, 56) enthalten ist, die Wechseleinheit Haltemittel (8, 9; 31; 49) aufweist,
und das Gestell im wesentlichen komplementär zu den Haltemitteln geformte Aufnahmen
(11, 12; 30; 50) aufweist, so dass die Wechseleinheit unter Einfügen der Haltemittel
in die zugehörigen Aufnahmen in einer vorgegebenen Position in das Gestell einsetzbar
ist.
2. Vorrichtung (14) gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der
in einer Wechseleinheit (2; 2, 35; 42; 48; 55, 56) enthaltenen Prägewalzen (1, 4)
eine erste Walze (1) ist, die zu einer Drehbewegung angetrieben ist.
3. Vorrichtung (14) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eine Gegenwalze (4) in einer Wechseleinheit (35; 42; 48) angeordnet ist,
insbesondere eine solche zweite Walze (4), deren zugehörige erste Walze (1) in einer
eigenen Wechseleinheit oder zusammen mit der zweiten Walze in einer gemeinsamen Wechseleinheit
(48) angeordnet ist.
4. Vorrichtung (14) gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
an mindestens einer der in einer Wechseleinheit (2; 2, 35; 42; 48; 55, 56) angeordneten
Walzen (1, 4) Handbedienungsmittel (24) vorhanden sind, so dass die Walze in eine
bestimme Drehstellung drehbar ist, insbesondere in eine solche, in der die Kupplung
mit dem Antrieb (20) beim Einsetzen in das Gestell (13) möglich ist.
5. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Feststellmittel
(18; 57) vorhanden sind, vorzugsweise Klemmen, Feststellschrauben und/oder andere
nichtmechanische Feststellmittel, durch deren Betätigung die Haltemittel (8, 9; 31;
49) im Gestell (13) in einer vorgegebenen Position arretierbar sind, so dass Entnahme
und Wiedereinsetzen ohne Verlust der Justierung in betriebsbereitem Zustand durchführbar
ist.
6. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Teile
der Wechseleinheit miteinander verbunden sind, um eine einteilige Umhüllung, insbesondere
einen Wechselrahmen (48; 2, 42) oder eine Hülse (2; 35), zu bilden, die eine einzelne
Walze (1; 4), oder eine Mehrzahl Walzen (1, 4) enthält.
7. Vorrichtung gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Wechselrahmen (48)
eine erste Walze (1) und eine Gegenwalze (4) umgibt, so dass das Walzenpaar als Einheit
entnehmbar und wiedereinsetzbar ist.
8. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Walze
(1) und Gegenwalze (4) miteinander über in der Wechseleinheit angeordnete Synchronisierungsmittel
(70, 71) in Wirkverbindung stehen, so dass die Drehstellung der beiden Walzen in betriebsbereitem
Zustand, bevorzugt auch im aus dem Gestell entnommenen Zustand, zueinander definiert
ist.
9. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell
(13) Aufnahmen für die Haltemittel (8, 9; 31; 49) mit axial oder radial zur Walze
(1, 4) im eingesetzten Zustand angeordneten Wänden (11, 12) und/oder Führungen (50)
aufweist und die Haltemittel der entsprechenden Wechseleinheit (2; 2, 35; 48; 55,
56) im wesentlichen komplementär dazu ausgebildet ist, so dass das Entnehmen und Wiedereinsetzen
der Wechseleinheit in das Gestell (13) im wesentlichen parallel oder senkrecht zur
Drehachse der Walze oder durch eine Abfolge derartiger Bewegungen durchführbar ist.
10. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltemittel
(8, 9) Dreharretierungsmittel und die Aufnahmen für die Haltemittel im Gestell (13)
komplementär dazu ausgebildete Arretierungsmittel aufweisen, so dass die Haltemittel
nur in vorgegebenen Drehstellungen zum Gestell in die Aufnahmen einführbar sind.
11. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass Messmittel
zur Messung der Abnutzung mindestens einer Prägewalze vorhanden sind, insbesondere
Sensoren zur Bestimmung der Position einer Gegenwalze (4), um ein Signal bei Überschreiten
einer vorgegebenen Abnutzungsschwelle erzeugen zu können, bevorzugt in Verbindung
mit einer Einrichtung zum Wechseln von Prägewalzen (1,4), so dass ein automatischer
Wechsel durch die Sensoren veranlassbar ist.
12. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens
eines der Haltemittel (8, 9; 55, 56) für eine Prägewalze (1, 4), bevorzugt alle Haltemittel
für alle in Wechseleinheiten (2; 2, 35; 42; 48; 55, 56) angeordneten Prägewalzen (1,
4), ein Lager (6) für drehbewegliche Lagerung der Prägewalze aufweist.
13. Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens
eines der Haltemittel (61) für eine Prägewalze (1, 4), insbesondere dasjenige an der
Kupplungsstelle einer ersten, angetriebenen Prägewalze (1) zum Antrieb (21), als eine
Auflage (65) für die Prägewalze (1) ausgebildet ist und die drehbewegliche Lagerung
(60) für den Betrieb im Gestell (13) angeordnet ist.
14. Verpackungsmaschine mit einer Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 13.
15. Verpackungsmaschine gemäss Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell (13)
der Prägevorrichtung (14) unlösbar mit der Verpackungsmaschine verbunden ist.
16. Verwendung einer Vorrichtung gemäss einem der Ansprüche 1 bis 13 oder einer Verpackungsmaschine
gemäss einem der Ansprüche 14 bis 15 zum Einprägen oberflächlicher Strukturen in flächenhaft
ausgedehntes Material, insbesondere in Form von Bahnen oder Bändern, das zwischen
mindestens einer ersten Walze (1) und einer zweiten Walze (4) hindurchgeführt ist,
wobei das Material bevorzugt einseitig mit einem Metall, insbesondere Aluminium, beschichtet
ist und weiter bevorzugt als Träger ein faserhaltiges Material, insbesondere Papier,
aufweist.