(19)
(11) EP 1 048 600 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.11.2000  Patentblatt  2000/44

(21) Anmeldenummer: 00105353.7

(22) Anmeldetag:  17.03.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B65H 29/24
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 29.03.1999 DE 19914302

(71) Anmelder: Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft
69115 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Berlingen, Detlev
    69121 Heidelberg (DE)
  • Heller, Bernd
    69151 Neckargemünd (DE)

   


(54) Ausleger für eine Bogen verarbeitende Druckmaschine


(57) Ein Ausleger für eine Bogen verarbeitende Druckmaschine mit einem Auslegergehäuse (1.1), einem von diesem im wesentlichen umschlossenen Bogenförderer (4), einer an einer Unterseite des Auslegergehäuses (1.1) vorgesehenen Öffnung (1.2), durch welche die Bogen (3) betriebsmäßig das Auslegergehäuse (1.1) zur Bildung eines Stapels (14) verlassen, mit einer betriebsmäßig mit Puder belasteten Atmosphäre im Auslegergehäuse (1.1) und mit einer mit dem Innenraum (1.6) des Auslegergehäuses (1.1) in Verbindung stehenden Absaugleitung (25), in welcher betriebsmäßig ein Unterdruck herrscht, ist mit motorisch angetriebenen Strömungsmaschinen (26) ausgestattet, welche betriebsmäßig aus der Öffnung (1.2) austretende Luftströme (31.1, 31.2, 31.3) erfassen und in das Auslegergehäuse (1.1) zurückströmende Luftströme (29.1, 29.2, 29.3) erzeugen. Mit einer hiermit erzielten Umwälzung des Puders wird einem Austritt desselben in die Umgebung entgegengewirkt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Ausleger für eine Bogen verarbeitende Druckmaschine, mit einem Auslegergehäuse, einem vom Auslegergehäuse im wesentlichen umschlossenen Bogenförderer, einer an einer Unterseite des Auslegergehäuses vorgesehenen Öffnung, durch welche die Bogen betriebsmäßig das Auslegergehäuse zur Bildung eines Stapels verlassen, und mit einer mit dem Innenraum des Auslegergehäuses in Verbindung stehenden Absaugleitung, in welcher betriebsmäßig ein Unterdruck herrscht, sowie eine den Ausleger umfassende Bogen verarbeitende Druckmaschine.

[0002] Ein Ausleger der genannten Art ist beispielsweise aus der Druckschrift DE 195 01 874 A1 bekannt. Im Auslegergehäuse des bekannten Auslegers herrschen Luftströmungen, die auf mehreren Ursachen beruhen. Üblicherweise umfaßt der Bogenförderer je eine in der Nachbarschaft einer jeweiligen Seitenwand des Auslegergehäuses umlaufende endlose Förderkette und von diesen Förderketten getragene Greifersysteme, die einen jeweiligen Bogen von einer Verarbeitungsstation in den Bereich der an der Unterseite des Auslegergehäuses vorgesehenen Öffnung transportieren und hier zur Bildung eines Stapels freigeben, worauf die Greifersysteme wieder zur Verarbeitungsstation zurücklaufen. Die Greifersysteme erzeugen dabei entlang der von diesen durchlaufenen Bahn eine Schleppströmung, die insbesondere in den Bereich der genannten Öffnung gelangt.

[0003] Die Greifersysteme führen die Bogen üblicherweise über ein zwischen diesen und einer Bogenleitfläche ausgebildetes Luftpolster, welches insbesondere mittels in das Auslegergehäuse eingeblasener Luft erzeugt wird. Diese Luft bedingt ebenfalls eine in den Bereich der genannten Öffnung des Auslegergehäuses gelangende Luftströmung.

[0004] Zur Vermeidung gegenseitiger Kollisionen der zur Bildung eines Stapels freigegebenen Bogen sind üblicherweise über der genannten Öffnung des Auslegergehäuses Blasvorrichtungen vorgesehen, mittels welcher das Absinken eines jeweils zur Stapelbildung freigegebenen Bogens beschleunigt wird. Die hierbei anfallende Blasluft ist unmittelbar auf die genannte Öffnung gerichtet.

[0005] Wie beispielsweise aus der Druckschrift US 5,265,536 bekannt, werden die zu einer Stapelstation transportierten Bogen auf deren Weg dorthin mit Puder bestäubt, um ein Zusammenkleben frisch bedruckter Bogen zu verhindern. Bekanntermaßen haftet jedoch nicht die gesamte Menge des hierzu aus Bestäubungsvorrichtungen abgegebenen Puders an den Bogen; es bildet sich vielmehr eine Wolke aus vagabundierendem Puder aus, der sodann aufgrund der oben erläuterten Luftströmungen in Richtung auf die genannte Öffnung des Auslegergehäuses getragen wird.

[0006] Um insbesondere den vagabundierenden Puder aus dem Auslegergehäuse abzusaugen, ist bei den genannten bekannten Auslegern eine mit dem Innenraum des Auslegergehäuses in Verbindung stehende Absaugleitung vorgesehen, in welcher betriebsmäßig ein Unterdruck herrscht. Die Absaugleitung kommuniziert auf unterschiedliche Weise mit dem Innenraum des Auslegergehäuses. Bei den bereits genannten bekannten Auslegern ist beispielsweise eine Absaugöffnung in einer oberen Gehäusewand des Auslegergehäuses vorgesehen, während bei einem aus der Druckschrift DE 298 05 248 U1 bekannten Ausleger im wesentlichen seitlich der von den Bogen durchlaufenen Bahn angeordnete Absaugöffnungen mit einer Absaugleitung in Verbindung stehen.

[0007] Den genannten bekannten Auslegern ist gemeinsam, daß insbesondere ein Austritt derjenigen mit Puder belasteten Luftströme aus der Öffnung nicht verhinderbar ist, die von den Blasvorrichtungen erzeugt werden, mittels welcher das Absinken eines jeweils zur Stapelbildung freigegebenen Bogens beschleunigt wird. Des weiteren ist eine enorme Saugleistung erforderlich, um die restlichen im Auslegergehäuse herrschenden Luftströme an einem Austritt aus der Öffnung desselben zu hindern.

[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Umgebung des eingangs genannten Auslegers weitgehend von Puder freizuhalten.

[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe sind motorisch angetriebene Strömungsmaschinen vorgesehen, welche betriebsmäßig aus der Öffnung austretende Luftströme erfassen und in das Auslegergehäuse zurückströmende Luftströme erzeugen.

[0010] Mit der erfindungsgemäßen Lösung wird in Abkehr von dem insoweit genannten Stand der Technik einem Austritt von mit Puder belasteter Luft aus der Öffnung nicht entgegengewirkt, sondern im Gegenteil ein entsprechender Austritt zugelassen, und zwar auf die Weise, daß aus der Öffnung austretende Luftströme an einer Ausbreitung in der Umgebung des Auslegers gehindert werden. Prinzipiell auf ähnliche Weise wird auch bei einem aus der Druckschrift DE-GM 91 15 032 bekannten Ausleger verfahren. Bei diesem sind Saugstutzen in einem oberen Bereich des von den Bogen gebildeten Stapels gruppiert und mit einem Saugaggregat verbunden, so daß jedoch auch diese Konstellation eine enorme Saugleistung des Saugaggregates erfordert. Ein hiermit hinsichtlich der Reinhaltung der Umgebung des Auslegers erzielbares Ergebnis läßt sich bei einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung mit deutlich verringertem Leistungsaufwand erreichen.

[0011] Auf weitere bevorzugte Ausgestaltungen ist im Verlauf der nachfolgenden näheren Erläuterung der Erfindung eingegangen. Hierbei ist Bezug genommen auf die beigefügten Zeichnungen, deren Details insbesondere für die Erfindung wesentliche Merkmale wiedergeben.

[0012] In den Zeichnungen zeigt:
Fig. 1
einen einen Ausleger umfassenden Abschnitt einer Bogen verarbeitenden Rotationsdruckmaschine in schematischer Darstellung,
Fig. 2
eine vereinfachte Darstellung einer der Strömungsmaschinen,
Fig. 3
einen Schnitt entlang der Linie II in Fig. 1.


[0013] Wie aus Figur 1 ersichtlich, folgt ein Ausleger 1 auf eine letzte Verarbeitungsstation der Druckmaschine. Eine solche Verarbeitungsstation kann ein Druckwerk oder ein Nachbehandlungswerk sein, wie beispielsweise ein Lackwerk. Im vorliegenden Beispiel handelt es sich bei der letzten Verarbeitungsstation um ein im Offsetverfahren arbeitendes Druckwerk 2 mit einem Druckzylinder 2.1. Dieser führt einen jeweiligen Bogen 3 in einer mittels des Drehrichtungspfeiles 5 angedeuteten Verarbeitungsrichtung durch einen Druckspalt zwischen dem Druckzylinder 2.1 und einem damit zusammenarbeitenden Gummituchzylinder 2.2 und übergibt ihn anschließend an einen Bogenförderer 4, hier einen Kettenförderer, und zwar unter Öffnen von am Druckzylinder 2.1 angeordneten, zum Erfassen des Bogens 3 an einem Greiferrand am vorauseilenden Ende des Bogens vorgesehenen Greifern. Der Bogenförderer 4 umfaßt zwei Förderketten 6, von welchen eine jeweilige entlang einer jeweiligen Seitenwand des Kettenauslegers 1 betriebsmäßig umläuft. Eine jeweilige Förderkette 6 umschlingt je eines von zwei synchron angetriebenen Antriebskettenrädern 7, deren Drehachsen miteinander fluchten und ist im vorliegenden Beispiel über je ein gegenüber den Antriebskettenrädern 7 stromabwärts bezüglich der Verarbeitungsrichtung befindliches Umlenkkettenrad 8 geführt. Zwischen den beiden Förderketten 6 erstrecken sich von diesen getragene Greifersysteme 9 mit Greifern 9.1, welche Lücken zwischen den am Druckzylinder 2.1 angeordneten Greifern durchfahren und dabei einen jeweiligen Bogen 3 unter Erfassen des genannten Greiferrandes am vorauseilenden Ende des Bogens 3 unmittelbar vor dem Öffnen der am Druckzylinder 2.1 angeordneten Greifer übernehmen, ihn mittels des unteren Trumes des als Kettenförderers ausgebildeten Bogenförderers 4 in einer mittels des Pfeiles 3.1 angegebenen Bogentransportrichtung über eine Bogenleitvorrichtung 10 hinweg zu einer Bogenbremse 11 transportieren und sich dort zur Übergabe des Bogens 3 an die Bogenbremse 11 öffnen. Diese vermittelt den Bogen eine gegenüber der Verarbeitungsgeschwindigkeit verringerte Ablagegeschwindigkeit und gibt sie nach Erreichen derselben ihrerseits frei, so daß ein jeweiliger nunmehr verlangsamter Bogen 3 schließlich auf Vorderkantenanschläge 12 auftrifft und unter Ausrichtung an diesen und an diesen gegenüberliegenden Hinterkantenanschlägen 13 gemeinsam mit vorausgegangenen und/oder nachfolgenden Bogen 3 einen Stapel 14 bildet, der mittels eines Hubwerkes in dem Maße absenkbar ist, wie der Stapel 14 anwächst. Von dem Hubwerk sind in Fig. 1 lediglich eine den Stapel 14 tragende Plattform 15 und diese tragende, strichpunktiert angedeutete Hubketten 16 wiedergegeben.

[0014] Die Förderketten 6 sind entlang ihrer Wege zwischen den Antriebskettenrädern 7 einerseits und den Umlenkkettenrädern 8 andererseits mittels Kettenführungsschienen geführt, welche somit die Kettenbahnen der Kettentrume bestimmen. Im vorliegenden Beispiel werden die Bogen 3 von dem in Fig. 1 unteren Kettentrum transportiert. Dem von diesem durchlaufenen Abschnitt der Kettenbahn folgt eine diesem zugewandte, an der Bogenleitvorrichtung 10 ausgebildete Bogenleitfläche 17. Zwischen diese und dem jeweils darüber hinweggeführten Bogen 3 ist bevorzugt betriebsmäßig ein Tragluftpolster ausgebildet. Hierzu ist die Bogenleitvorrichtung 10 mit in die Bogenleitfläche 17 mündenden Blasluftdüsen ausgestattet, von welchen in Fig. 1 lediglich eine repräsentativ für deren Gesamtheit, und in symbolischer Darstellung in Form des Stutzens 18 wiedergegeben ist.

[0015] Um ein gegenseitiges Verkleben der bedruckten Bogen 3 im Stapel 14 zu verhindern, sind auf dem Weg der Bogen 3 von den Antriebskettenrädern 7 zur Bogenbremse 11 ein Trockner 19 und eine Bestäubungsvorrichtung 20 vorgesehen.

[0016] Zur Vermeidung einer übermäßigen Erwärmung der Bogenleitfläche 17 durch den Trockner 19 ist in die Bogenleitvorrichtung 10 ein Kühlmittelkreislauf integriert, der in Fig. 1 symbolisch durch einen Einlaßstutzen 21 und einen Auslaßstutzen 22 an einer der Bogenleitfläche 17 zugeordneten Kühlmittelwanne 23 angedeutet ist.

[0017] Zur Beschleunigung des Absinkens der freigegebenen Bogen 3 auf den Stapel 14 werden diese von oben mit Blasluft beaufschlagt. Diese wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel betriebsmäßig von einer Mehrzahl von Lüftern 24 erzeugt, die im wesentlichen oberhalb des Stapels 14 angeordnet sind, wobei ein gegenüber dem Stapel 14 bezüglich der Förderrichtung der Bogen 3 stromaufwärts gelegener Teil der Lüfter 24 dazu beiträgt, die Bogen 3 an die Bogenbremse 11 anzulegen.

[0018] Der Ausleger umfaßt ein Auslegergehäuse 1.1, welches an einer Unterseite desselben eine Öffnung 1.2 aufweist, durch welche die betriebsmäßig zur Bildung des Stapels 14 freigegebenen Bogen 3 das Auslegergehäuse 1.1 verlassen.

[0019] Innerhalb des Auslegergehäuses 1.1 herrscht betriebsmäßig eine mit Puder belastete Atmosphäre, für die vagabundierender Puder des von der Bestäubungsvorrichtung 20 ausgetragenen Puders verantwortlich ist.

[0020] Der Innenraum des Auslegergehäuses 1.1 steht mit einer Absaugleitung 25 in Verbindung, in welcher betriebsmäßig ein Unterdruck herrscht. Die Absaugleitung 25 ist hierzu einerseits an einen nicht dargestellten Unterdruckerzeuger und andererseits an einen im Auslegergehäuse 1.1 angeordneten Saugschacht 25.1 angeschlossen, der wenigstens eine Saugöffnung 25.2 aufweist.

[0021] Der Öffnung 1.2 sind in den Figuren 1 und 3 lediglich stilisiert dargestellte motorisch angetriebene Strömungsmaschinen 26 zugeordnet. Dies sind bevorzugt als Axialgebläse mit einem integrierten Antriebsmotor 26.1 ausgebildet und, wie für eine der Strömungsmaschinen 26 in Fig. 2 schematisch und lediglich beispielhaft dargestellt, an einer Rahmenkonstruktion 27 montiert. Die Strömungsmaschinen 26 sind bezüglich der Öffnung 1.2 des Auslegergehäuses 1.1 so plaziert, daß sie betriebsmäßig aus der Öffnung 1.2 austretende Luftströme erfassen.

[0022] Insbesondere in einem Falle, in dem die bereits genannten Lüfter 24 oder vergleichbare Blaslufterzeuger vorgesehen sind, um das Absinken der Bogen 3 auf den Stapel 14 zu beschleunigen, ist eine aus der Öffnung 1.2 austretende Luftströme hervorrufende Strömung zunächst im wesentlichen abwärts gerichtet. Im weiteren Verlauf dieser Strömung erfährt diese eine Ablenkung an den fallenden Bogen 3, so daß sich seitlich abströmende Luftströme ergeben. Dabei ist unter seitlich zu verstehen, daß die abströmenden Luftströme im wesentlichen quer zur Bogentransportrichtung 3.1 und in und entgegen der Bogentransportrichtung 3.1 ausgerichtet sind.

[0023] Die Strömungsmaschinen 26 sind bevorzugt so bezüglich der Öffnung 1.2 angeordnet, daß die das Auslegergehäuse 1.1 verlassenden Luftströme auf möglichst kurzem Wege in den Einflußbereich der Saugseiten der Strömungsmaschinen 26 gelangen. Bei der vorliegenden Ausgestaltung ist dies wie folgt realisiert.

[0024] Eine Teilmenge der Strömungsmaschinen 26 bildet eine erste Reihe 26' von nebeneinander angeordneten Axialgebläsen mit vertikal ausgerichteten Rotationsachsen. Diese erste Reihe 26' erstreckt sich quer zur Bogentransportrichtung 3.1 (in Fig. 1 senkrecht zur Figurenebene) zumindest im wesentlichen über die entsprechende Erstreckung der Öffnung 1.2 und ist am bezüglich der Bogentransportrichtung 3.1 stromabwärts gelegenen Ende der Öffnung 1.2 in diese so eingesetzt, daß der Grundriß dieser ersten Reihe 26' von Axialgebläsen in enger Nachbarschaft zum Grundriß des Stapels 14 liegt. Eine Restmenge der Strömungsmaschinen 26 bildet eine zweite Reihe 26'' und eine dritte Reihe 26''' von nebeneinander angeordneten Axialgebläsen mit ebenfalls vertikal ausgerichteten Rotationsachsen.

[0025] Wie aus Fig. 3 erkennbar, ist die Öffnung 1.2 seitlich durch je eine Seitenwand 1.3 und 1.4 des Auslegers begrenzt, welche insbesondere den in Fig. 3 nicht wiedergegebenen Bogenförderer tragen. Auf den der Öffnung 1.2 abgewandten Seiten einer jeweiligen der Seitenwänden 1.3 und 1.4 und oberhalb dieser Seitenwände ist unter Belassung eines jeweiligen Abstandes zu den Seitenflächen und den oberen Stirnflächen der Seitenwände 1.3 und 1.4 eine einen Innenraum 16 des Auslegergehäuses 1.1 bildende Gehäusewandung 1.5 angeordnet, die sich im wesentlichen bis auf ein unteres Niveau erstreckt, auf dem die unteren Stirnflächen der Seitenwände 1.3 und 1.4 liegen. Im wesentlichen auf diesem Niveau ist zwischen der Seitenwand 1.3 und der Gehäusewandung 1.5 die zweite Reihe 26'' von Strömungsmaschinen 26 und zwischen der Seitenwand 1.4 und der Gehäusewandung 1.5 die dritte Reihe 26''' von Strömungsmaschinen 26 angeordnet.

[0026] Die Saugseiten der Strömungsmaschinen 26 sind den die Öffnung 1.2 verlassenden Luftströmen zumindest im wesentlichen zugewandt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel weisen diese Saugseiten nach unten.

[0027] Die zweite und die dritte Reihe 26'' und 26''' der Strömungsmaschinen 26 erstrecken sich jeweils zumindest im wesentlichen entlang der Erstreckung der Öffnung 1.2 in der Bogentransportrichtung 3.1. Von den zu diesen Reihen 26'' und 26''' zusammengefaßten Strömungsmaschinen 26 betriebsmäßig erzeugte Luftströme 29.1 und 29.2 strömen von außerhalb des Auslegergehäuses 1.1 in dieses zurück und sind dabei mittels Strömungsschächten 30.1 und 30.2 geführt, die jeweils zwischen der Seitenwand 1.3 und 1.4 einerseits und der Gehäusewandung 1.5 andererseits gebildet sind. Die Strömungsschächte 30.1 und 30.2 schaffen innerhalb des Auslegergehäuses 1.1 eine Trennung der in dieses zurückströmende Luftströme 29.1 und 29.2 einerseits und von aus der Öffnung 1.2 austretenden Luftströme 31.1 und 31.2 andererseits, so daß gezielt zirkulierende Strömungen erhalten werden, die nach ihrem Austritt aus der Öffnung 1.2 wieder in das Auslegergehäuse 1.1 eintreten. Der jeweilige Drehsinn dieser zirkulierenden Strömungen ist in Fig. 3 durch Pfeile angedeutet.

[0028] Wie in Fig. 1 mittels entsprechender Pfeile angedeutet, erzeugt auch die erste Reihe 26' der Strömungsmaschinen 26 eine zirkulierende Strömung, welche in das Auslegergehäuse 1.1 zurückströmende Luftströme 29.3 und aus der Öffnung 1.2 austretende Luftströme 31.3 umfaßt. Die genannten zirkulierenden Strömungen sind in den Figuren 1 und 3 jeweils voneinander getrennt dargestellt, obwohl diese aufgrund des Zusammenwirkens der beiden Strömungen einen von deren Darstellungsweise abweichenden Verlauf aufweisen. Die Darstellungsweise verdeutlicht lediglich den Einfluß einer jeweiligen der zirkulierenden Strömungen auf die von diesen erzeugte Gesamtströmung.

[0029] Diese Gesamtströmung unterliegt dem Einfluß der wenigsten einen Saugöffnung 25.2. Diese ist so plaziert, daß sie der genannten Gesamtströmung betriebsmäßig Teilströme 32.1, 32.2 (gemäß Fig. 3) und 32.3 (gemäß Fig. 1) entzieht.

[0030] Insgesamt ist somit oberhalb des Stapels 14 eine betriebsmäßig fortwährende Umwälzung von mit vagabundierendem Puder beladener Luft realisierbar, aus der über die in die wenigstens eine Saugöffnung 25.2 gelangenden Teilströme 32.1, 32.2 und 32.3 stetig Puder abgesaugt wird. Die Absaugung des Puders gelingt dabei, ohne daß ein Saugaggregat mit beträchtlicher Leistung erforderlich ist, welches ohne die genannte Umwälzung eingesetzt werden müßte, um der wenigsten einen Saugöffnung 25.2 eine derartige Fernwirkung zu verleihen, daß sie unter Ansaugung eines beträchtlichen Volumenstromes den vagabundierenden Puder an einer Verbreitung in der Umgebung des Auslegers 1 hindert.

[0031] Mit der genannten Umwälzung ist insofern ein weiterer Vorteil verbunden, als der Puderaustrag aus der Bestäubungsvorrichtung 20 verringert werden kann, da ein zunächst nicht auf die Bogen gelangter Teil des Puderstromes im Schlepp der zirkulierenden Luftströme auf die Bogen gelangt und ein dabei nicht daran haftender Teil wiederholt von der zirkulierenden Gesamtströmung mitgerissen und in Richtung auf die Bogen umgelenkt wird.

[0032] Wie aus Fig. 1 erkennbar, wird der genannten Gesamtströmung ein weiterer Teilstrom 32.4 entzogen, und zwar mittels einer Absaugvorrichtung mit einem im Bereich der Bogenbremse 11 gelegenen und auf diese ausgerichteten Absaugschacht 33, der an einen nicht dargestellten Unterdruckerzeuger angeschlossen ist. Die insoweit erläuterte Ausgestaltung stellt lediglich eine von bevorzugten Ausführungsformen dar.

[0033] In anderer Ausgestaltung ist bevorzugt auch für die erste Reihe 26' der Strömungsmaschinen 26 ein Strömungsschacht vorgesehen, der den zurückströmenden Luftstrom 29.3 von dem aus der Öffnung austretenden Luftstrom 31.3 trennt.

[0034] In weiterer Ausgestaltung sind die als Axialgebläse ausgebildeten Strömungsmaschinen 26 unter horizontaler Ausrichtung ihrer Rotationsachsen bei entsprechend angepaßter Ausgestaltung von Strömungsschächten für die zurückströmenden Luftströme so angeordnet, daß die Saugseiten der Axialgebläse der Öffnung 1.2 zugewandt sind.

BEZUGSZEICHENLISTE



[0035] 
1
Ausleger
1.1
Auslegergehäuse
1.2
Öffnung des Auslegergehäuses 1.1
1.3
Seitenwand des Auslegergehäuses 1.1
1.4
Seitenwand des Auslegergehäuses 1.1
1.5
Gehäusewandung des Auslegergehäuses 1.1
1.6
Innenraum des Auslegergehäuses 1.1
2
Druckwerk
2.1
Druckzylinder
2.2
Gummituchzylinder
3
Bogen
3.1
Bogentansportrichtung
4
Bogenförderer
5
Drehrichtungspfeil
6
Förderkette
7
Antriebskettenrad
8
Umlenkkettenrad
9
Greifersystem
9.1
Greifer
10
Bogenleitvorrichtung
11
Bogenbremse
12
Vorderkantenanschlag
13
Hinterkantenanschlag
14
Stapel
15
Plattform
16
Hubkette
17
Bogenleitfläche
18
Stutzen
19
Trockner
20
Bestäubungsvorrichtung
21
Einlaßstutzen
22
Auslaßstutzen
23
Kühlmittelwanne
24
Lüfter
25
Absaugleitung
25.1
Saugschacht
25.2
Saugöffnung
26
Strömungsmaschine
26'
erste Reihe von Strömungsmaschinen 2
26''
zweite Reihe von Strömungsmaschinen 2
26'''
dritte Reihe von Strömungsmaschinen 2
26.1
Antriebsmotor der Strömungsmaschine 26
27
Rahmenkonstruktion
28.1
Seitenwand
28.2
Seitenwand
29.1
Luftstrom
29.2
Luftstrom
29.3
Luftstrom
30.1
Strömungsschacht
30.2
Strömungsschacht
31.1
Luftstrom
31.2
Luftstrom
32.1
Teilstrom
32.2
Teilstrom
32.3
Teilstrom
32.4
Teilstrom
33
Absaugschacht



Ansprüche

1. Ausleger für eine Bogen verarbeitende Druckmaschine, mit einem Auslegergehäuse, einem vom Auslegergehäuse im wesentlichen umschlossenen Bogenförderer, einer an einer Unterseite des Auslegergehäuses vorgesehenen Öffnung, durch welche die Bogen betriebsmäßig das Auslegergehäuse zur Bildung eines Stapels verlassen, und mit einer mit dem Innenraum des Auslegergehäuses in Verbindung stehenden Absaugleitung, in welcher betriebsmäßig ein Unterdruck herrscht,
dadurch gekennzeichnet,

daß motorisch angetriebene Strömungsmaschinen (26) vorgesehen sind, welche betriebsmäßig aus der Öffnung(1.2) austretende Luftströme (31.1, 31.2, 31.3) erfassen und in das Auslegergehäuse (1.1) zurückströmende Luftströme (29.1, 29.2, 29.3) erzeugen.


 
2. Ausleger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,

daß Strömungsmaschinen (26) von Axialgebläsen dargestellt werden.


 
3. Ausleger nach wenigstens einem der Ansprüche 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,

daß Strömungsschächte (30.1 , 30.2) vorgesehen sind, welche aus der Öffnung (1.2) austretende Luftströme (31.1, 31.2) und in das Auslegergehäuse (1.1) zurückströmende Luftströme (29.1, 29.2) voneinander trennen.


 
4. Bogen verarbeitende Druckmaschine
gekennzeichnet durch
einen Ausleger nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3.
 




Zeichnung