[0001] Die Erfindung betrifft ein Kühlgerät mit einer Kälteerzeugungseinrichtung, einem
Innenraum und einer Sammeleinrichtung für im Innenraum entstehendes Kondensat. Außerdem
betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Verkeimungsindikation in einem derartigen
Kühlgerät.
[0002] Kühlgeräte sind für eine kurzzeitige Lagerung von verschiedenen Speisen und Lebensmittel
bei unterschiedlich niedrigen Temperaturen geeignet. Bauart und Anordnung eines Verdampfers
(z.B. plattenförmig, mit oder ohne Verdampferfach, in Rückwand integriert) sowie eine
zweckmäßige Unterteilung des Innenraumes ermöglichen es, die Lebensmittel auf den
entsprechenden Ebenen in den für sie optimalen Temperaturbereichen zu lagern.
[0003] Im Gegensatz zum statischen Kühlen, bei dem kühlzonenabhängig gekühlt wird und der
Verdampfer an der Rückwand oder im oberen Bereich des Gerätes angeordnet ist, erobert
in den letzten Jahren dynamisches Kühlen den Markt der Kühlgeräte. Hierbei wird die
kalte Luft durch einen Ventilator im Kühlraum verteilt. Die Lebensmittel können im
Kühlgerät unabhängig vom Standort bei gleichmäßiger Temperatur eingelagert werden.
Besonders vorteilhaft ist hierbei neben der gleichmäßigen Kälte- und Luftfeuchtigkeitsverteilung
das schnelle Abkühlen der eingebrachten Lebensmittel, allerdings werden so vorhandene
oder entstehende Keime, Pilze und Sporen schneller verbreitet.
[0004] Feuchtigkeit, die von den eingelagerten Lebensmitteln abgegeben wird oder durch warme
Luft beim Öffnen der Tür in das Kühlgerät gelangt, kondensiert am Verdampfer. Um die
dort entstehende Reifschicht möglichst gering zu halten und außerdem die Lebensmittel
vor einem Austrocknen sowie vor Geschmacksübertragungen untereinander zu bewahren,
sollten nicht nur geruchsintensive Lebensmittel in verschlossenen Gefäßen aufbewahrt
werden. Obwohl das allgemein bekannt ist, werden trotzdem viele Lebensmittel auch
unverpackt im Kühlgerät abgestellt. An den Lebensmitteln oder Behältnissen anhaftende
Keime, Pilze bzw. Sporen werden sowohl durch natürliche als auch durch dynamische
Luftzirkulation im Innenraum und auf den Lebensmitteln bzw. auf den diese aufnehmenden
Behältnissen verteilt. Da bei einer dickeren Reifschicht sowohl der Wärmeübergang
an das Kältemittel im Verdampfer schlechter und auch die Temperaturregelung ungenauer
werden, sollte ein regelmäßig abgetaut werden. Unabhängig, ob von Hand oder teilautomatisch
abgetaut wird, das unvermeidbar mit Keimen und Sporen belastete Tauwasser wird in
einem unterhalb des Verdampfers angeordneten Auffangbehälter gesammelt. Bei einem
automatischen Abtauvorgang ist ein großflächiger Rückwandverdampfer vorhanden. Das
Tauwasser läuft über eine unterhalb des Verdampfers angeordnete Auffangrinne durch
ein kleines Rohr an der Rückwand des Kühlgerätes in einen Kondensatauffangbehälter,
der auf dem Verdichter oder am Verflüssiger angeordnet ist. Das Tauwasser verdunstet
durch die dort vorhandene Wärme.
[0005] Die DE 23 44 261 A1 beschreibt ein Kühlgerät mit Umluftsystem im Innenraum, wobei
die Luft über eine Filtervorrichtung zwangsgeführt wird. Dadurch sollen die im Innenbereich
auftretenden Gerüche wirksam beseitigt werden. Mit einem derartigen Aufbau lässt sich
zwar der Geruch innerhalb des Kühlgerätes verbessern, jedoch werden durch die Luftbewegung
die unvermeidlich vorhandenen Keime, Pilzsporen o.ä. unvermindert über den gesamten
Innenraum verteilt. In der Filtervorrichtung erfolgt keine Abtötung dieser Keime und/oder
Sporen. Das Kühlgerät wird zumeist aber erfahrungsgemäß erst gereinigt, wenn sichtbare
Verschmutzungen auftreten. Bevor Keimen und/oder Sporen für das menschliche Auge sichtbar
werden, ist der Innenraum aber bereits mit diesen belastet.
[0006] EP 312 060 B1 beschreibt ebenfalls ein automatisches Kühlgerät mit einer Einrichtung
zur Luftumwälzung. Allerdings ist in diesem Kühlgerät ein gesondertes Lagerfach enthalten,
das von Kunststoffmaterial eingegrenzt ist. Die Einrichtung zur Luftumwälzung erzeugt
in diesem Fach eine Zwangsventilation über eine Keimtötungseinrichtung. Die Keimtötung
erfolgt durch ultraviolette Strahlen, ohne dass das Fach selbst den ultravioletten
Strahlen ausgesetzt ist. Bei einem derartigen Gerät ist zwar ein abgeschlossenes Fach
vorhanden, in dem eine Keimtötung erfolgt, jedoch ist eine derartige Vorrichtung zur
Keimabtötung nicht direkt auf den gesamten Aufbewahrungsraum übertragbar. Ultraviolette
Strahlen sind in Schattenbereichen sowie in Biofilmen und Anschmutzungen auf den Lebensmitteln
bzw. Aufbewahrungsgefäßen hinein nicht wirksam. Biofilme sind in der Regel aber nicht
sichtbar. Der Benutzer muss daher davon ausgehen, dass im Kühlinnenraum außerhalb
des abgeschlossenen Faches unerwünschte Bakterien bzw. Keime vorhanden sein können.
Ein Zeitpunkt für eine notwendige Reinigung kann davon nicht abgeleitet werden. Auch
hier wird der Benutzer bei sichtbaren Verschmutzungen eine gründliche Reinigung der
Innenwände vornehmen. Dann ist eine Verteilung/Vermehrung der Keime häufig schon weit
fortgeschritten.
[0007] Der Erfindung stellt sich somit das Problem ein Kühlgerät zu schaffen, bei welchem
selbst bei einem optisch vermeintlich sauberen Innenraum ein Hinweis auf eine empfehlenswerte
Innenraumreinigung erfolgt, weil die tatsächlich vorhandene Keimanzahl erhöht ist.
[0008] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch ein Kühlgerät mit den im Patentanspruch
1 angegebenen Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der
Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
[0009] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass der
Benutzer bereits auf eine sinnvolle Reinigung bzw. eine desinfizierende Sanierung
des Innenraumes hingewiesen wird, wenn bereits eine erhebliche Anzahl von Keimen und/oder
Sporen o.ä. vorhanden sind, aber noch keine sichtbare Verschmutzung feststellbar ist.
Dazu ist in dem Kühlgerät mindestens eine Messeinrichtung zur frühzeitigen Indikation
von Keimen und/oder Sporen angeordnet. Diese Messeinrichtung setzt sich vorteilhaft
aus mindestens einem Sensor zur Erfassung von Bakterien, Hefen, Schimmelpilzen und/oder
von deren Stoffwechselprodukten, einer Auswerteelektronik und/oder einem Anzeigeelement
zusammen. Der geeignete Zeitpunkt zur Reinigung wird insbesondere durch Vergleich
mit in der Auswerteelektronik abgelegten Grenzwerten ermittelt und signalisiert. Überschreitet
der aktuelle Messwert vorhandener Bakterien, Hefen, Schimmelpilze und/oder deren Stoffwechselprodukte,
z.B. Nitritkonzentration, den Vergleichs- bzw. Grenzwert, wird in einer weiteren vorteilhaften
Ausgestaltung in wiederkehrenden Abständen eine Warnung über ein Anzeigeelement vorgenommen.
Diese Warnung erfolgt entweder optisch und/oder akustisch. In einer vorteilhaften
Ausgestaltung ist der Sensor zur Messung der vorherrschenden Verkeimung an einem Ort
angeordnet, welcher von Kondensat aus dem Innenraum des Kühlgerätes durchspült ist.
Besonders vorteilhaft ist dabei eine Anordnung des Sensors in oder an einer Kondensatauffangrinne
oder an dem Rückwandverdampfer, weil dort garantiert eine Benetzung des Sensors mit
Kondensat erfolgt. In einer anderen vorteilhaften Ausgestaltung ist zwischen der Kondensatauffangrinne
und dem Rückwandverdampfer eine Abtropfleiste angeordnet, welche mit dem Sensor in
Kontakt steht. Da bekannt ist, dass eine Vielzahl von Bakterien Nitrit als Stoffwechselprodukt
erzeugen, ist der Sensor vorteilhaft als Nitritsensor ausgestattet. Dieser erfasst
entweder direkt das im Kondensat vorhandene Nitrit oder es wird die Oxidation als
Messverfahren angewendet und dabei Nitrit zu Nitrat oxidiert.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- Kühlgerät ohne Tür
- Figur 2
- Kühlgerät mit geöffneter Tür
[0011] Die Figur 1 zeigt ein Kühlgerät (1) in Form eines Kühlschrankes, bei dem zur besseren
Übersicht die Tür (10) weggelassen wurde. Der Kühlschrank (1) weist in einem wärmeisolierten
Gehäuse einen Innenraum (2) mit glatten Seitenwänden auf. Die Einteilung des Innenraumes
(2) kann unterschiedlich ausgestaltet sein. Üblicherweise befinden sich dort mindestens
eine, hier nicht dargestellte, Gemüseschale und in mehreren Ebenen Abstellflächen
für Kühlgut. Natürlich kann der Innenraum (2) auch derart aufgeteilt sein, dass mehrteilige
Schalen nebeneinander eingeschoben werden und/oder im oberen Bereich zusätzlich ein
Gefrierfach angeordnet ist. Der Kühlschrank (1) kann als Mehrtemperaturen - Kühlschrank
ausgestattet sein. Gleichfalls ist es möglich, das Kühlgerät (1) in mindestens zwei
übereinander getrennte Innenräume (2) mit jeweils separat zugeordneten Türen aufzuteilen.
Ein besonders gutes Innenraumklima lässt sich mit einer dynamischen Kühlung erreichen.
Hier sorgt ein im oberen Innenraumbereich angeordneter Ventilator (9) für einen guten
Luftdurchsatz und damit für gleichmäßige Temperaturen im gesamten Innenraum (2). Außerdem
wird das eingelagerte Kühlgut viel schneller durchgekühlt.
[0012] Unabhängig von der Innenraumgestaltung ist es bei ständigem Gebrauch eines Kühlschrankes
(1) unvermeidbar, dass an Lebensmitteln bzw. deren Verpackungen anhaftende Bakterien,
Hefen, Pilzen o.ä. sich im Innenraum (2) des Kühlschrankes (1) schnell ausbreiten.
Daher ist in das Kühlgerät (1) eine Messeinrichtung (3, 4, 5) integriert, welche in
der Lage ist, eine direkte oder indirekte Quantifizierung von im Innenraum (2) vorhandenen
Keimen und Sporen vorzunehmen. Diese Messeinrichtung (3, 4, 5) beinhaltet neben einem
Sensor (3), der beispielsweise als elektrochemischer oder biochemischer Sensor ausgebildet
ist, mindestens eine Auswerteelektronik (4) und vorteilhafterweise auch ein Anzeigeelement
(5). Es wird die Gesamtkeimzahl direkt oder indirekt ermittelt und mit einem in der
Auswerteelektronik (4) abgelegten Basisgrenzwert verglichen. Als Gesamtkeimzahl wird
die Keim- und Sporenbelastung im Kühlschrank (1) bezeichnet, wobei dafür insbesondere
hohe Werte für Bakterien, Schimmel und Hefen ausschlaggebend sind. Es ist allgemein
bekannt, dass eine Vielzahl von Pilzen und Bakterien Nitrit ausscheidet. Dieses Wissen
erlaubt, aus einer ermittelten Nitritkonzentration einen Schluss auf den Verkeimungsgrad
des Innenraumes (2) des Kühlschrankes (1) abzuleiten. Nicht immer sind Pilze, Schimmel
o.ä. auch optisch erkennbar, aber durch biochemische Sensoren trotzdem schon direkt
oder indirekt zu erfassen. Wenn die Messung beispielsweise hohe Nitritkonzentrationen
aufweist, z.B. > 1mg/l, kann gleichzeitig von einer hohen Keimbelastung des Innenraums
(2) ausgegangen werden. Der Sensor (3) dient bei indirekter Keimermittlung vorzugsweise
einer Erfassung der Stoffwechselprodukte von Bakterien, Hefen und/oder Schimmelpilzen,
wie z.B. Nitritkonzentrationen. Dabei wird Nitrit entweder direkt gemessen oder es
wird die Oxidation als Messverfahren angewendet und Nitrit zu Nitrat oxidiert, um
daraus auf den Verkeimungsgrad des Innenraumes (2) rückzuschließen.
[0013] Um rechtzeitig auf eine notwendige Reinigung hinweisen zu können, ist der Sensor
(3) an mindestens einer von Kondensat umspülten Stelle des Innenraums (2) angeordnet.
Beispielsweise sichert eine Anordnung des Sensors (3) an einem Verdampfer (7), welcher
an Rück-, Seitenwand, Decken- oder Bodenfläche angeordnet sein kann, gute Messergebnisse.
Ebenso ist aber auch eine Anordnung des Sensors (3) in oder an einem Kondensatauffangbehälter
(8) oder in der Verdampferschale ein sinnvoller Ort zur Anordnung des Sensors. Eine
kleine Veränderung im Innenraum, wobei zwischen Kondensatauffangbehälter (8) und dem
Rückwandverdampfer (7) eine Abtropfleiste (6) angeordnet ist, schafft einen Ort für
eine besonders sichere Meßwerterfassung des Sensors (3). Dabei bietet es sich an,
den Sensor (3) am unteren Ende dieser Abtropfleiste (6) anzuordnen. Von einem besonderen
Vorteil ist es, wenn der Sensor (3) auswechselbar ist. Insbesondere biochemische Sensoren
sollten auswechselbar sein, da sie sich nach einer bestimmten Einsatzzeit, je nach
Ausgestaltung, sich von selbst erschöpfen. Ein Beispiel für einen auswechselbaren
Sensor ist eine Ausbildung in Form eines Chips. Auch eine automatische oder manuell
einstellbare Reinigung eines Sensors ist sinnvoll und beispielsweise durch eine kurzzeitige
Potentialumkehr oder Potentialerhöhung erreichbar.
[0014] Die Auswerteelektronik (4) ist vorzugsweise in die bereits im Kühlgerät (1) vorhandene
Elektronik integriert oder in deren Nähe angeordnet. Sie (4) kann aber auch an einer
anderen Stelle separat untergebracht sein. Das Anzeigeelement (5) ist vorzugsweise
an der Bedienblende, wie sie für Kühl- und/oder Gefriergeräte bekannt ist, angeordnet
oder in den Frontbereich der Tür (10) integriert. An der Bedienblende kann auch ein
Bedienelement (11) angeordnet sein, über welches ein manuelles Aus- und Einschalten
der Messeinrichtung (3, 4, 5) vorgenommen werden kann. Ein Ausschalten sollte insbesondere
direkt nach einer Innenreinigung des Kühlgerätes (1) für einen definierten Zeitraum
erfolgen, damit Interferenzen mit Putzmittelresten vermieden werden. Danach wird die
Messeinrichtung (3, 4, 5) entweder automatisch oder manuell wieder eingeschaltet.
[0015] Umfangreiche Versuche bestätigen, dass eine aktuell ermittelte Nitritkonzentration
durch eine Reinigung des Innenraumes (2) auf mindestens die Hälfte gesenkt wird. Die
Messung der aktuellen Nitritkonzentration erfolgt am besten durch den Sensor (3) während
des Durchspülens mit im Innenraum anfallendem Kondensat, wobei in regelmäßigen oder
unregelmäßigen Abständen die Messung vorgenommen wird. Die Messabstände zur aktuellen
Messwerterfassung sind entweder vom Hersteller oder vom Benutzer bestimmbar und über
die Elektronik (4) abrufbar. In der Auswerteelektronik (4) ist ein Bezugsgrenzwert
für einen sauberen Innenraum (2) des Kühlschrankes (1) abgelegt, mit dem jeder aktuell
erfasste Wert verglichen wird. Wird dieser Bezugsgrenzwert überschritten, wird ein
Warnsignal ausgelöst, welches z.B. an einem Anzeigeelement optisch und/oder akustisch
angezeigt wird. Das Warnsignal wird nach einer vorbestimmten Zeit, die ebenfalls in
der Elektronik (4) ablegbar ist, unterbrochen und periodisch wieder aktiviert. Diese
Warnung wird solange fortgesetzt, bis eine Reinigung des Innenraumes vorgenommen wird
oder eine manuelles Abstellen des Warnsignals erfolgt ist. Die Zeitunterbrechung zum
Warnen kann auch eine erneute, aktuelle Messwerterfassung so lange unterbrechen bis
tatsächlich die Reinigung des Innenraumes erfolgt ist. Außerdem ist aber auch möglich,
dass die Zeitspanne zwischen den Warnungen kürzer ist, als die Abstände der einzelnen
aktuellen Messwerterfassungen. Da die Keimbelastung nach fortgeschrittener Zeit überwiegend
größer wird, d.h. auch immer höhere Konzentrationen der Stoffwechselprodukte, wie
z.B. Nitrit erfasst werden, kann auch eine maximal mögliche Konzentration als Bezugsgrenzwert
in der Auswerteelektronik (4) abgelegt werden. Beim Erreichen dieses Grenzwertes sollte
das Warnsignal nicht mehr ausgesetzt werden. Eine ununterbrochene Anzeige soll die
fortgeschrittene Verkeimung verdeutlichen, um einer Gesundheitsgefährdung beim Verzehr
der eingelagerten Nahrungsmittel möglichst auszuschließen.
[0016] Allerdings sollte dem Benutzer auch die Möglichkeit gegeben werden, dass er die Messwerterfassung
und/oder eine Warnung ausschalten kann, wenn er nicht an einer derartigen Information
interessiert ist bzw. sich dadurch evtl. sogar belästigt fühlt.
[0017] Das Vorhandensein von Keimen lässt sich neben einer Messung eines der Stoffwechselprodukte
von Bakterien, Hefen und/oder Schimmelpilze (wie z.B. Nitritkonzentration) auch direkt
durch eine biochemische Sensierung von Bakterien, Hefen und/oder Schimmelpilzen o.ä.
ermitteln. Daher sind je nach Ziel unterschiedlich ausgebildete Sensoren (3) einsetzbar,
z.B. elektrochemische oder biochemische Sensoren.
[0018] Auch andere Verfahren, beispielsweise ein Abklatsch mit einem anschließenden Bebrüten
kann zur Keimermittlung führen. Den meisten Benutzern eines Haushalt-Kühlschrankes
(1) fehlen allerdings die Kenntnisse und Voraussetzungen für eine Durchführung derartiger
Verfahren und ein derartiger Aufwand findet sicherlich auch nur wenig Akzeptanz beim
Kunden. Ein Abklatsch muss sporadisch per Hand durchgeführt werden und die anschließenden
Messungen erfordern Erfahrungen im Umgang mit biochemischen Verfahren. Eine solche
Möglichkeit scheidet für einen im Haushalt genutzten Kühlschrank (1) aus, weil eine
Warnung vor einer zu hohen Verkeimung im Innenraum (2) nicht rechtzeitig erfolgen
kann. Die Anordnung eines Sensors (3) zur automatischen und gebrauchsbegleitenden
Erfassung der Verkeimung stellt also eine einfache und bequeme Möglichkeit dar, um
indirekt über den hygienischen Zustand seines Kühlschrankes (1) eine schnelle und
orientierende Aussage zu erhalten. Ein kontinuierlich arbeitender Sensor (3) gewährleistet
eine zuverlässige Warnung bei vorhandener Verkeimung.
[0019] In der Figur 2 ist ein Kühlschrank (1) dargestellt, dessen seitlich angeschlagene
Tür (10) geöffnet dargestellt ist. Die Tür (10) enthält auf ihrer Innenseite Abstellmöglichkeiten,
insbesondere für schmales bzw. hohes Kühlgut. Auch an der Innenseite der Tür kann
zusätzlich zum Innenraum (2) ein weiterer Sensor (3) zur Messung der Verkeimung angeordnet
sein. Der Innenraum (2) ist entsprechend dem in Figur 1 beschriebenen Kühlgerät ausgestaltet.
Grundsätzlich sammelt sich im Innenraum (2) die Feuchtigkeit am Verdampfer, kondensiert
dort, vereist und schmilzt wieder. Daher ist eine ideale Stelle für die Anordnung
eines Sensors (3) in der Ablaufrinne (8) oder in der Verdampferschale.
1. Kühlgerät mit einer Kälteerzeugungseinrichtung, einem Innenraum und einer Sammeleinrichtung
für im Innenraum entstehendes Kondensat,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Kühlgerät (1) im Innenraum (2) eine Messeinrichtung (3, 4, 5) zur Indikation
von Keimen und/oder Sporen aufweist.
2. Kühlgerät nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messeinrichtung (3, 4, 5) mindestens einen Sensor (3) und eine Auswerteelektronik
(4) umfasst.
3. Kühlgerät nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (3) an einem von Kondensat aus dem Innenraum (2) durchspülten Ort
angeordnet ist.
4. Kühlgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (3) mit der Auswerteelektronik (4) und/oder einem Anzeigeelement (5)
verbunden ist.
5. Kühlgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (3) als biochemischer Sensor zur selektiven Erfassung von Bakterien,
Hefen und/oder Schimmelpilzen ausgebildet ist.
6. Kühlgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (3) als biochemischer oder elektrochemischer Sensor zur Erfassung
von Stoffwechselprodukten der Bakterien, Hefen und/oder Schimmelpilze ausgebildet
ist.
7. Kühlgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (3) zur Nitrit- oder Nitrat-Erfassung ausgebildet ist.
8. Kühlgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (3) entnehmbar im Kühlgerät (1) angeordnet ist.
9. Kühlgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (3) im Innenraum (2) und die Auswerteelektronik (4) und/oder das Anzeigeelement
(5) außerhalb des Innenraumes (2) angeordnet sind.
10. Kühlgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (3) in oder an einem Kondensatauffangbehälter (8) angeordnet ist.
11. Kühlgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (3) an einem Rückwandverdampfer (7) oder in einer Verdampferschale
angeordnet ist.
12. Kühlgerät nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Kondensatauffangbehälter (8) und dem Rückwandverdampfer (7) eine
Abtropfleiste (6) angeordnet ist, an welcher der Sensor (3) angeordnet ist.
13. Kühlgerät nach Anspruch 12
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Bedienelement (11) zur Unterbrechung der Messwerterfassung durch die Messeinrichtung
(3, 4, 5) am Kühlgerät (1) angeordnet ist.
14. Verfahren zur Verkeimungsindikation in einem Kühlgerät nach mindestens einem der Ansprüche
1 bis 13
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Messeinrichtung (3, 4, 5) selektiv Messwerte von Bakterien, Hefen und/oder
Schimmelpilzen oder von mindestens einem derer Stoffwechselprodukte erfasst und auswertet
wobei über den Sensor (3) die Messwerte in definierbaren Zeitabständen erfasst und
diese Messwerte in der Auswerteelektronik (4) mit dort abgelegten maximal zulässigen
Verkeimungsgrenzwerten verglichen werden und
dass beim Überschreiten der Verkeimungsgrenzwerte durch mindestens einen aktuell erfassten
Messwert ein Signal an das Anzeigeelement (5) weitergegeben wird.
15. Verfahren zur Verkeimungsindikation in einem Kühlgerät nach Anspruch 14
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sensor (3) die aktuelle Messwerterfassung während eines Durchspülens mit
Kondensat vornimmt.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 oder 15
dadurch gekennzeichnet,
dass aus der Höhe der Konzentration der Stoffwechselprodukte von Bakterien, Hefen
und/oder Schimmelpilzen die Belastung mit Keimen und/oder Sporen herleitbar ist.
17. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 14 bis 16
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messwerte vorn Sensor (3) direkt gemessen werden.
18. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 14 bis 16
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ermittlung einer Nitritkonzentration indirekt durch eine elektrochemische
Reaktion vorgenommen wird, bei welcher Nitrit zu Nitrat oxidiert wird.
19. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 14 bis 18
dadurch gekennzeichnet,
dass das Anzeigeelement (5) ein optisches und/oder akustisches Warnsignal darstellt.
20. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 14 bis 19
dadurch gekennzeichnet,
dass das Warnsignal nach einer Zeitspanne unterbrochen wird, welche kleiner als die
Zeitspanne zwischen den aktuellen Messungen ist, und
dass nach einer danach folgenden Meßwerterfassung durch den Sensor (3) erneut ein
Warnsignal angezeigt wird.
21. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 14 bis 19
dadurch gekennzeichnet,
dass das Warnsignal beim Überschreiten mindestens eines in der Auswerteelektronik
(4) abgelegten maximal zulässigen Verkeimungsgrenzwertes dauerhaft angezeigt wird.
22. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 16 bis 21
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messeinrichtung (3, 4, 5) nach einer Reinigung des Kühlgerätes (1) automatisch
oder manuell ausgeschaltet und nach einem definierten Zeitraum wieder eingeschaltet
wird.
23. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 16 bis 22
dadurch gekennzeichnet,
dass nach einer Reinigung des Kühlgerätes (1) eine Reinigung des Sensors (3) vorgenommen
wird.
24. Verfahren nach Anspruch 23
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Reinigung des Sensors elektrochemisch durch Potentialumkehr oder Potentialerhöhung
vorgenommen wird.