[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erfassung einer Druckplattenlage auf
dem Zylinder einer Rotationsdruckmaschine.
[0002] Es ist allgemein bekannt, zur Überprüfung der registergenauen Anlage von Druckplatten
einen schließbaren Stromkreis zu verwenden, der durch das Eingreifen von Registerbolzen
der Spannschiene in Maßkerben der Druckplatte erfolgt.
[0003] Durch die EP 0 551 976 B1 ist es beispielsweise bekannt, elektrisch leitende Anschläge
für eine Druckplatte vorzusehen, wobei bei genauer Anlage der Druckplatte an den Anschlägen
mittels der elektrisch leitenden Druckplatte ein Stromkreis geschlossen wird und auf
diese Weise eine genaue Positionierung der Druckplatte angezeigt wird.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Erfassung einer Druckplattenlage
zu schaffen, die ohne elektrisch leitende Anschläge arbeitet.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] In vorteilhafter Weise werden als Druckplattenerfassungsmittel mechanische Spannungssensoren
eingesetzt.
[0007] Jedem Registermittel, welches mit einer Kante der Druckplatte korrespondiert, ist
mindestens ein mechanischer Spannnungssensor zugeordnet. Die mechanischen Spannungssensoren
sind im Bereich von Kraftwirkungslinien angeordnet, die entstehen, wenn ein Registermittel
eine mechanische Verformung, bzw. Auslenkung erfährt. Vorzugsweise werden die mechanischen
Spannungssensoren in der Nähe der Registermittel, z. B. Anschläge, angeordnet, da
dort die eingebrachten Spannungen am größten sind und somit am genauesten erfaßbar
sind.
[0008] Besonders vorteilhaft ist eine Anordnung der mechanischen Spannungssensoren im Grund
der Klemmleiste, in welcher die Registermittel angeordnet sind.
[0009] In vorteilhafter Weiterbildung ist es vorgesehen den Bereich um die Registermittel
herum durch Durchbrüche oder Ausnehmungen zu schwächen, damit die Registermittel schon
bei Einwirkung kleinster Kräfte ausgelenkt werden. Die mechanischen Spannungssensoren
können hierbei auf Stegen angeordnet werden, die zwischen den Durchbrüchen vorgesehen
sind.
[0010] In erfindungsgemäßer Ausführung bestehen die mechanische Spannungssensoren aus piezokeramischen
Körperschallsensoren. Piezokeramische Körperschallsensoren haben den Vorteil, daß
sie in erster Linie auf dynamische Veränderungen oder Zustände wie Platteneinführung
reagieren. Langsame Spannungsänderungen wie Maschinenalterung, Verspannung mechanischer
Bauteile usw. werden dabei nicht erfaßt.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
im folgenden beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Bogenrotationsdruckmaschine im Schnitt in schematischer Darstellung,
Fig. 2 einen Plattenzylinder in Zuführstellung für eine Druckplatte in schematischer
Darstellung,
Fig. 3 einen Aufnahmebereich einer Klemmschiene auf dem Plattenzylinder im Schnitt
in schematischer Darstellung,
Fig. 4 eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Anordnung der mechanischen Spannungssensoren,
Fig. 5 ein zweites Ausführungsbeispiel für die Anordnung der mechanischen Spannungssensoren.
Fig. 6 ein Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 oder 5, bei dem die Anzeigemittel und Energieversorgung
an einer Spannschiene angeordnet sind.
[0012] Eine Rotationsdruckmaschine, z. B. Bogen verarbeitende Druckmaschine 1, weist einen
Anleger 2, mindestens ein Druckwerk 3 bzw. 4 und einen Ausleger 6 auf. Die Bogen werden
von einem Bogenstapel 8 entnommen und vereinzelt oder schuppenförmig über einen Zuführtisch
9 den Druckwerken 3 und 4 zugeführt. Diese enthalten in bekannter Weise jeweils einen
Plattenzylinder 11; 12. Die Plattenzylinder 11, 12 weisen jeweils eine Vorrichtung
13, 14 zum Befestigen flexibler Druckplatten 16 auf. Darüber hinaus ist jedem Plattenzylinder
11; 12 eine Vorrichtung 15; 17 für den halb- oder vollautomatischen Druckplattenwechsel
zugeordnet.
[0013] Im gezeigten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3, besteht die Vorrichtung 13; 14 u.
a. jeweils aus einer Klemmschiene 18. Diese weist eine feststehende obere Klemmleiste
19 und eine bewegbare untere Klemmleiste 20 auf. Im durch die Klemmleisten 19, 20
gebildete Aufnahmebereich für die Druckplatte 16 sind gemäß Ausführungsbeispiel nach
Fig. 4 Anschläge 21, 22 vorgesehen, die mit der Druckplattenvorderkante oder mit Ausstanzungen
23, 24 an der Druckplattenvorderkante zusammenwirken. Die Anschläge 21, 22 können
gegenüber der unteren Klemmleiste 20 axial oder in Umfangsrichtung verstellbar angeordnet
sein.
[0014] Die Anschläge 21; 22 sind in einer in der unteren Klemmleiste 20 vorgesehenen Ausnehmung
25; 26 angebracht. Ebenfalls in den Ausnehmungen 25, 26 sind mechanische Spannungssensoren
27, 28; 29, vorzugsweise piezoelektrische Kraftsensoren zur Messung von Kräften und
mechanischen Spannungen, angeordnet. Piezoelektrische Kraftsensoren sind besonders
gut geeignet, da diese dynamisch messen, das heißt, das Meßsignal wird nach dem Meßvorgang
wieder abgebaut. Die Sensoren 27, 28; 29 werden vorzugsweise so angebracht, daß diese
vom Registermittel (Anschlag) 21, 22 aus gesehen, auf der der Druckplatte 16 gegenüberliegenden
Seite angeordnet sind.
[0015] Um das Maß einer Schieflage der Druckplatte 16 an den Anschlägen 21, 22 detektieren
zu können, sind die Sensoren 27, 28 des Anschlags 21 mit kreisförmigem Querschnitt
in einem Winkel α (z. B. α = 30° bis 150°), vorzugsweise 45° bezogen auf den Anschlag
21 zueinander angeordnet. Mit dieser Anordnung kann eine ungleiche Druckverteilung
und somit ein Verkanten der Druckplatte 16 registriert werden. Der dritte Sensor 29
ist dem Anschlag 22 mit rechteckförmigem Querschnitt zugeordnet.
[0016] Die Sensoren 27, 28, 29 sind mittels elektrischer Leitungen mit einer ersten Elektronik
31 verbunden, die am Plattenzylinder 11, insbesondere, an der Klemmleiste 20 angeordnet
ist.
[0017] Zur Übertragung der mittels der Sensoren 27, 28, 29 aufgenommenen Daten ist an der
Stirnseite des Plattenzylinders 11 ein erster Induktivübertrager 32 vorgesehen, der
während der Zuführung und während des Klemmvorgangs der Druckplattenvorderkante einem
gestellfest angeordneten zweiten Induktivübertrager 33 gegenübersteht. Der zweite
Induktivübertrager 33 leitet die vom ersten Induktivübertrager 32 erhaltenen Daten
einer zweiten Elektronik 34 zu, die zur Auswertung der Daten mit einem Steuerrechner
36 der Druckmaschine verbunden ist.
[0018] Bei einer Alternative (Fig. 6) im Gegensatz zur induktiven Übertragung von Daten
und Energie ist es vorgesehen, eine Energieversorgungsquelle 42 direkt an der Spannschiene
20 anzuordnen und diese mit der Elektronik 31 zu verbinden. Die Energieversorgungsquelle
42 kann hierbei beispielsweise eine Batterie, ein Akku oder ein Dynamo in Verbindung
mit einem aufladbaren Akku sein, bei dem eine Energiespeisung aus der Rotation des
Plattenzylinders 11; 12 erfolgt. Hierbei sind den Registermitteln 21, 22 jeweils ein
Anzeigemittel 43, 44, vorzugsweise eine LED-Anzeige, zugeordnet.
[0019] Eine dem Plattenzylinder 11 mittels der Druckplattenzuführeinrichtung 15; 17 zugeführte
Druckplatte 16 liegt im wesentlichen unter ihrem Eigengewicht auf den Anschlägen 21,
22 auf und bewirkt dadurch eine kleine Verformung an der Einspannstelle der Anschläge
21, 22 im Grund der Ausnehmungen 25, 26. Auf den hierbei durch mechanische Spannungen
hervorgerufenen Kraftwirkungslinien sind die mechanischen Spannungssensoren 27, 28,
29 angebracht.
[0020] Um die Kraftwirkungslinien zu verstärken, ist es vorgesehen, den Bereich um die Anschläge
21, 22 mit Durchbrüchen 37, 38 zu versehen, und die Sensoren 27, 28, 29 auf Stegen
39 bis 41 anzuordnen. Hierdurch ergeben sich bei Belastung der Anschläge 21, 22 durch
die Druckplatte 16 größere mechanische Spannungen in den Stegen 39, 41 und somit ein
stärkeres auswertbares Signal an der Elektronik 31.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0021]
- 1
- Druckmaschine
- 2
- Anleger
- 3
- Druckwerk
- 4
- Druckwerk
- 5
- 6
- Ausleger
- 7
- Bogen
- 8
- Bogenstapel
- 9
- Zuführtisch
- 11
- Plattenzylinder
- 12
- Plattenzylinder
- 13
- Klemmeinrichtung
- 14
- Klemmeinrichtung
- 15
- automatische oder halbautomatische Plattenzuführvorrichtung
- 16
- Druckplatte
- 17
- automatische oder halbautomatische Plattenzuführvorrichtung
- 18
- Klemmschiene
- 19
- Klemmleiste
- 20
- Klemmleiste
- 21
- Anschlag
- 22
- Anschlag
- 23
- Ausstanzung (16)
- 24
- Ausstanzung (16)
- 25
- Ausnehmung (20)
- 26
- Ausnehmung (20)
- 27
- Spannungssensor
- 28
- Spannungssensor
- 29
- Spannungssensor
- 30
- 31
- Elektronik
- 32
- Induktivübertrager
- 33
- Induktivübertrager
- 34
- Elektronik
- 35
- 36
- Steuerrechner
- 37
- Durchbruch
- 38
- Durchbruch
- 39
- Steg
- 40
- 41
- Steg
- 42
- Energiequelle
- 43
- Anzeigemittel
- 44
- Anzeigemittel
- α
- Winkel (27, 28)
1. Vorrichtung zur Erfassung der Lage einer Druckplatte auf dem Plattenzylinder einer
Druckmaschine, bei der Registermittel vorgesehen sind, die mit einer Kante der Druckplatte
(16) korrespondieren,
dadurch gekennzeichnet,
daß jedem Registermittel (21, 22) mindestens ein mechanischer Spannungssensor (27,
28; 29) zugeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Registermittel Anschläge (21, 22) in Form von Stiften oder Bolzen sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannungssensoren (27, 28; 29) in unmittelbarer Nähe der Anschläge (21; 22)
angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannungssensoren (27, 28, 29) und die Anschläge (21, 22) an einer Klemmleiste
(20) angebracht sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Anschlag (21) einen kreisförmigen Querschnitt aufweist und daß diesem Anschlag
(21) die zwei Spannungssensoren (27, 28) zugeordnet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannungssensoren (27, 28) in einem Winkel α zueinander angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Anschlag (22) einen rechteckförmigen Querschnitt aufweist und daß diesem der
Spannungssensor (29) zugeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Bereich um die Registermittel (21, 22) herum Durchbrüche (39) und Stege (41)
aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mechanischen Spannungssensoren (27, 28; 29) auf den Stegen (39; 41) angeordnet
sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß am Plattenzylinder 11 ein erster Induktivübertrager (31) vorgesehen ist, der einem
zweiten gestellfest angeordneten Induktivübertrager (32) bei der Druckplattenzufuhr
zu Datenübertragung gegenübersteht.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannungssensoren (27, 28, 29) piezoelektrische Kraftsensoren sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Anzeigemittel (43 ,44) vorgesehen ist, welches an den Klemmleisten
(20) angeordnet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Energiequelle (42) an der Klemmleiste (20) angeordnet ist.