(19)
(11) EP 1 050 405 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.11.2000  Patentblatt  2000/45

(21) Anmeldenummer: 00107640.5

(22) Anmeldetag:  08.04.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B41F 27/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 07.05.1999 DE 19921272

(71) Anmelder: Heidelberger Druckmaschinen Aktiengesellschaft
69115 Heidelberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Wolf, Thomas, Dr.
    76135 Karlsruhe (DE)

   


(54) Piezokieramische Einspannüberwachung Vorrichtung zur Erfassung einer Druckplattenlage


(57) Bei einer Vorrichtung zur Erfassung einer Druckplattenlage auf dem Zylinder (11;12) einer Rotationsdruckmaschine ist es vorgesehen in unmittelbarer Nähe der zum Ausrichten von Druckplatten (16) vorgesehenen Anschläge (21;22), mechanische Spannungssensoren (27;28;29) anzuordnen, die bei einer Belastung der Anschläge ein entsprechendes Signal an den Steuerrechner (36) der Druckmaschine liefern.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erfassung einer Druckplattenlage auf dem Zylinder einer Rotationsdruckmaschine.

[0002] Es ist allgemein bekannt, zur Überprüfung der registergenauen Anlage von Druckplatten einen schließbaren Stromkreis zu verwenden, der durch das Eingreifen von Registerbolzen der Spannschiene in Maßkerben der Druckplatte erfolgt.

[0003] Durch die EP 0 551 976 B1 ist es beispielsweise bekannt, elektrisch leitende Anschläge für eine Druckplatte vorzusehen, wobei bei genauer Anlage der Druckplatte an den Anschlägen mittels der elektrisch leitenden Druckplatte ein Stromkreis geschlossen wird und auf diese Weise eine genaue Positionierung der Druckplatte angezeigt wird.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Erfassung einer Druckplattenlage zu schaffen, die ohne elektrisch leitende Anschläge arbeitet.

[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

[0006] In vorteilhafter Weise werden als Druckplattenerfassungsmittel mechanische Spannungssensoren eingesetzt.

[0007] Jedem Registermittel, welches mit einer Kante der Druckplatte korrespondiert, ist mindestens ein mechanischer Spannnungssensor zugeordnet. Die mechanischen Spannungssensoren sind im Bereich von Kraftwirkungslinien angeordnet, die entstehen, wenn ein Registermittel eine mechanische Verformung, bzw. Auslenkung erfährt. Vorzugsweise werden die mechanischen Spannungssensoren in der Nähe der Registermittel, z. B. Anschläge, angeordnet, da dort die eingebrachten Spannungen am größten sind und somit am genauesten erfaßbar sind.

[0008] Besonders vorteilhaft ist eine Anordnung der mechanischen Spannungssensoren im Grund der Klemmleiste, in welcher die Registermittel angeordnet sind.

[0009] In vorteilhafter Weiterbildung ist es vorgesehen den Bereich um die Registermittel herum durch Durchbrüche oder Ausnehmungen zu schwächen, damit die Registermittel schon bei Einwirkung kleinster Kräfte ausgelenkt werden. Die mechanischen Spannungssensoren können hierbei auf Stegen angeordnet werden, die zwischen den Durchbrüchen vorgesehen sind.

[0010] In erfindungsgemäßer Ausführung bestehen die mechanische Spannungssensoren aus piezokeramischen Körperschallsensoren. Piezokeramische Körperschallsensoren haben den Vorteil, daß sie in erster Linie auf dynamische Veränderungen oder Zustände wie Platteneinführung reagieren. Langsame Spannungsänderungen wie Maschinenalterung, Verspannung mechanischer Bauteile usw. werden dabei nicht erfaßt.

[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 eine Bogenrotationsdruckmaschine im Schnitt in schematischer Darstellung,

Fig. 2 einen Plattenzylinder in Zuführstellung für eine Druckplatte in schematischer Darstellung,

Fig. 3 einen Aufnahmebereich einer Klemmschiene auf dem Plattenzylinder im Schnitt in schematischer Darstellung,

Fig. 4 eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Anordnung der mechanischen Spannungssensoren,

Fig. 5 ein zweites Ausführungsbeispiel für die Anordnung der mechanischen Spannungssensoren.

Fig. 6 ein Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 oder 5, bei dem die Anzeigemittel und Energieversorgung an einer Spannschiene angeordnet sind.



[0012] Eine Rotationsdruckmaschine, z. B. Bogen verarbeitende Druckmaschine 1, weist einen Anleger 2, mindestens ein Druckwerk 3 bzw. 4 und einen Ausleger 6 auf. Die Bogen werden von einem Bogenstapel 8 entnommen und vereinzelt oder schuppenförmig über einen Zuführtisch 9 den Druckwerken 3 und 4 zugeführt. Diese enthalten in bekannter Weise jeweils einen Plattenzylinder 11; 12. Die Plattenzylinder 11, 12 weisen jeweils eine Vorrichtung 13, 14 zum Befestigen flexibler Druckplatten 16 auf. Darüber hinaus ist jedem Plattenzylinder 11; 12 eine Vorrichtung 15; 17 für den halb- oder vollautomatischen Druckplattenwechsel zugeordnet.

[0013] Im gezeigten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3, besteht die Vorrichtung 13; 14 u. a. jeweils aus einer Klemmschiene 18. Diese weist eine feststehende obere Klemmleiste 19 und eine bewegbare untere Klemmleiste 20 auf. Im durch die Klemmleisten 19, 20 gebildete Aufnahmebereich für die Druckplatte 16 sind gemäß Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 Anschläge 21, 22 vorgesehen, die mit der Druckplattenvorderkante oder mit Ausstanzungen 23, 24 an der Druckplattenvorderkante zusammenwirken. Die Anschläge 21, 22 können gegenüber der unteren Klemmleiste 20 axial oder in Umfangsrichtung verstellbar angeordnet sein.

[0014] Die Anschläge 21; 22 sind in einer in der unteren Klemmleiste 20 vorgesehenen Ausnehmung 25; 26 angebracht. Ebenfalls in den Ausnehmungen 25, 26 sind mechanische Spannungssensoren 27, 28; 29, vorzugsweise piezoelektrische Kraftsensoren zur Messung von Kräften und mechanischen Spannungen, angeordnet. Piezoelektrische Kraftsensoren sind besonders gut geeignet, da diese dynamisch messen, das heißt, das Meßsignal wird nach dem Meßvorgang wieder abgebaut. Die Sensoren 27, 28; 29 werden vorzugsweise so angebracht, daß diese vom Registermittel (Anschlag) 21, 22 aus gesehen, auf der der Druckplatte 16 gegenüberliegenden Seite angeordnet sind.

[0015] Um das Maß einer Schieflage der Druckplatte 16 an den Anschlägen 21, 22 detektieren zu können, sind die Sensoren 27, 28 des Anschlags 21 mit kreisförmigem Querschnitt in einem Winkel α (z. B. α = 30° bis 150°), vorzugsweise 45° bezogen auf den Anschlag 21 zueinander angeordnet. Mit dieser Anordnung kann eine ungleiche Druckverteilung und somit ein Verkanten der Druckplatte 16 registriert werden. Der dritte Sensor 29 ist dem Anschlag 22 mit rechteckförmigem Querschnitt zugeordnet.

[0016] Die Sensoren 27, 28, 29 sind mittels elektrischer Leitungen mit einer ersten Elektronik 31 verbunden, die am Plattenzylinder 11, insbesondere, an der Klemmleiste 20 angeordnet ist.

[0017] Zur Übertragung der mittels der Sensoren 27, 28, 29 aufgenommenen Daten ist an der Stirnseite des Plattenzylinders 11 ein erster Induktivübertrager 32 vorgesehen, der während der Zuführung und während des Klemmvorgangs der Druckplattenvorderkante einem gestellfest angeordneten zweiten Induktivübertrager 33 gegenübersteht. Der zweite Induktivübertrager 33 leitet die vom ersten Induktivübertrager 32 erhaltenen Daten einer zweiten Elektronik 34 zu, die zur Auswertung der Daten mit einem Steuerrechner 36 der Druckmaschine verbunden ist.

[0018] Bei einer Alternative (Fig. 6) im Gegensatz zur induktiven Übertragung von Daten und Energie ist es vorgesehen, eine Energieversorgungsquelle 42 direkt an der Spannschiene 20 anzuordnen und diese mit der Elektronik 31 zu verbinden. Die Energieversorgungsquelle 42 kann hierbei beispielsweise eine Batterie, ein Akku oder ein Dynamo in Verbindung mit einem aufladbaren Akku sein, bei dem eine Energiespeisung aus der Rotation des Plattenzylinders 11; 12 erfolgt. Hierbei sind den Registermitteln 21, 22 jeweils ein Anzeigemittel 43, 44, vorzugsweise eine LED-Anzeige, zugeordnet.

[0019] Eine dem Plattenzylinder 11 mittels der Druckplattenzuführeinrichtung 15; 17 zugeführte Druckplatte 16 liegt im wesentlichen unter ihrem Eigengewicht auf den Anschlägen 21, 22 auf und bewirkt dadurch eine kleine Verformung an der Einspannstelle der Anschläge 21, 22 im Grund der Ausnehmungen 25, 26. Auf den hierbei durch mechanische Spannungen hervorgerufenen Kraftwirkungslinien sind die mechanischen Spannungssensoren 27, 28, 29 angebracht.

[0020] Um die Kraftwirkungslinien zu verstärken, ist es vorgesehen, den Bereich um die Anschläge 21, 22 mit Durchbrüchen 37, 38 zu versehen, und die Sensoren 27, 28, 29 auf Stegen 39 bis 41 anzuordnen. Hierdurch ergeben sich bei Belastung der Anschläge 21, 22 durch die Druckplatte 16 größere mechanische Spannungen in den Stegen 39, 41 und somit ein stärkeres auswertbares Signal an der Elektronik 31.

BEZUGSZEICHENLISTE



[0021] 
1
Druckmaschine
2
Anleger
3
Druckwerk
4
Druckwerk
5
6
Ausleger
7
Bogen
8
Bogenstapel
9
Zuführtisch
11
Plattenzylinder
12
Plattenzylinder
13
Klemmeinrichtung
14
Klemmeinrichtung
15
automatische oder halbautomatische Plattenzuführvorrichtung
16
Druckplatte
17
automatische oder halbautomatische Plattenzuführvorrichtung
18
Klemmschiene
19
Klemmleiste
20
Klemmleiste
21
Anschlag
22
Anschlag
23
Ausstanzung (16)
24
Ausstanzung (16)
25
Ausnehmung (20)
26
Ausnehmung (20)
27
Spannungssensor
28
Spannungssensor
29
Spannungssensor
30
31
Elektronik
32
Induktivübertrager
33
Induktivübertrager
34
Elektronik
35
36
Steuerrechner
37
Durchbruch
38
Durchbruch
39
Steg
40
41
Steg
42
Energiequelle
43
Anzeigemittel
44
Anzeigemittel
α
Winkel (27, 28)



Ansprüche

1. Vorrichtung zur Erfassung der Lage einer Druckplatte auf dem Plattenzylinder einer Druckmaschine, bei der Registermittel vorgesehen sind, die mit einer Kante der Druckplatte (16) korrespondieren,
dadurch gekennzeichnet,
daß jedem Registermittel (21, 22) mindestens ein mechanischer Spannungssensor (27, 28; 29) zugeordnet ist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Registermittel Anschläge (21, 22) in Form von Stiften oder Bolzen sind.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannungssensoren (27, 28; 29) in unmittelbarer Nähe der Anschläge (21; 22) angeordnet sind.
 
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannungssensoren (27, 28, 29) und die Anschläge (21, 22) an einer Klemmleiste (20) angebracht sind.
 
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Anschlag (21) einen kreisförmigen Querschnitt aufweist und daß diesem Anschlag (21) die zwei Spannungssensoren (27, 28) zugeordnet sind.
 
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannungssensoren (27, 28) in einem Winkel α zueinander angeordnet sind.
 
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Anschlag (22) einen rechteckförmigen Querschnitt aufweist und daß diesem der Spannungssensor (29) zugeordnet ist.
 
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Bereich um die Registermittel (21, 22) herum Durchbrüche (39) und Stege (41) aufweist.
 
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mechanischen Spannungssensoren (27, 28; 29) auf den Stegen (39; 41) angeordnet sind.
 
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß am Plattenzylinder 11 ein erster Induktivübertrager (31) vorgesehen ist, der einem zweiten gestellfest angeordneten Induktivübertrager (32) bei der Druckplattenzufuhr zu Datenübertragung gegenübersteht.
 
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spannungssensoren (27, 28, 29) piezoelektrische Kraftsensoren sind.
 
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Anzeigemittel (43 ,44) vorgesehen ist, welches an den Klemmleisten (20) angeordnet ist.
 
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Energiequelle (42) an der Klemmleiste (20) angeordnet ist.
 




Zeichnung



















Recherchenbericht