(19)
(11) EP 1 052 727 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.11.2000  Patentblatt  2000/46

(21) Anmeldenummer: 00109735.1

(22) Anmeldetag:  08.05.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7H01R 4/24, H01R 13/03
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 11.05.1999 DE 19921768

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Herrmann, Johann, Dipl.-Ing. (FH)
    84066 Mallersdorf-Pfaffenberg (DE)
  • Weissberger, Günther, Dipl.-Ing. (FH)
    93309 Kelheim (DE)

   


(54) Schneidklemmkontakt und Verbindungsklemme


(57) Schneidklemmkontakt, beispielsweise für Reihenklemmen, der an einem Verbindungsbügel einen geschlitzten, federnden Kontaktbereich als Kontaktierungsschlitz (2,3) aufweist. Es ist vorgesehen, daß der Verbindungsbügel (1) zumindest im Bereich des Kontaktierungsschlitzes (2;3) geschichtet ausgebildet ist, wobei die Schichten (4,5) unterschiedlich auf elektrische Leitfähigkeit, mechanische Schneidenfestigkeit und Federungseigenschaften abgestimmt sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich zunächst auf einen Schneidklemmkontakt, beispielsweise für Reihenklemmen, der an einem Verbindungsbügel einen geschlitzten, federnden Kontaktbereich als Kontaktierungsschlitz aufweist. Derartige Schneidklemmkontakte sind bekannt (EP-B1-0 459 144) . Hierbei ist es bekannt, messerartig ausgeformte Bereiche zum Aufschneiden der Isolierung einer anzuschließenden Leitung vorzusehen. In einem nachfolgenden Schlitzbereich erfolgt dann die Kontaktierung der Leitungsseele. Um die Federungseigenschaften zu verstärken, ist es auch bekannt, einen Kontaktierungsschlitz durch einen äußeren Federbügel zu umfassen und zu verstärken (DE-C1-197 32 182, entsprechend EP-A2-0 893 845).

[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schneidklemmkontakt der geschilderten Art so zu verbessern, daß er in seiner Einbauebene besonders schmal ausgeführt werden kann.

[0003] Die Lösung der geschilderten Aufgabe erfolgt durch einen Schneidklemmkontakt nach Anspruch 1. Hierbei ist der Verbindungsbügel zumindest im Bereich des Kontaktierungsschlitzes geschichtet ausgebildet. Die Schichten lassen sich unterschiedlich ausführen und auf elektrische Leitfähigkeit, mechanische Schneidenfestigkeit und Federungseigenschaften günstig abstimmen. Ein derartiger Schneidklemmkontakt benötigt keine außenliegenden Federn, so daß er in seiner Einbauebene besonders schmal ausgeführt werden kann. Die einzelnen Schichten können nach Anzahl und Spezialisierung auf jeweilige Anforderungen optimal abgestimmt werden.

[0004] Die Schichten des Verbindungsbügels können aus Einzelelementen bestehen, die mechanisch miteinander verbunden sind. Dies kann durch Umbördeln, Verkleben oder Vernieten oder durch andere geeignete Techniken erfolgen.

[0005] Der Schneidklemmkontakt kann in seinem geschichteten Verbindungsbügel einen KontaktierungsschlitZ bilden, der eingangsseitig zu zwei benachbarten Messern ausgestaltet ist. Nach einer Weiterbildung können die Schenkel des Kontaktierungsschlitzes aufeinander zu gewölbt sein, um ein Auseinandertreiben der Schenkelenden beim Einführen einer dickeren Leitung entgegenzuwirken.

[0006] Eine Verbindungsklemme läßt sich mit zumindest einem Schneidklemmkontakt in einer der geschilderten Ausführungen aufbauen. Die Verbindungsklemme kann auch als Reihenklemme ausgeführt sein.

[0007] Die Erfindung soll nun anhand eines in der Zeichnung wiedergegebenen Ausführungsbeispiels näher erläutert werden:

[0008] In der Zeichnung ist ein Schneidklemmkontakt wiedergegeben, an dessen Verbindungsbügel 1 zwei geschlitzte, federnde Kontaktbereiche als Kontaktierungsschlitze 2,3 ausgebildet sind. Der Verbindungsbügel 1 ist zumindest im Bereich eines Kontaktierungsschlitzes 2 bzw. 3 geschichtet ausgebildet. Die Schichten 4,5 sind unterschiedlich auf elektrische Leitfähigkeit, mechanische Schneidenfestigkeit und Federungseigenschaften abgestimmt. So ist im Ausführungsbeispiel die Schicht 4 auf Schneidenfestigkeit abgestimmt sowie auf Federungseigenschaften. Die Schicht 5 ist auf gute elektrisch leitende Eigenschaft abgestimmt. Die Schicht 4 bildet einen Messerbereich 6 aus hartem Material, durch den die Isolierung einer einzuführenden Leitung leicht aufgeschnitten werden kann. In einem nachfolgenden Messerbereich 7 der elektrisch gut leitenden Schicht 5 kann die Isolation einer einzuführenden Leitung auseinandergedrückt werden und Kontakt zur Seele der Leitung hergestellt werden. Der nachfolgende Schlitzbereich kann stumpf ausgeführt sein und zur Leitungsseele damit breiten und guten Kontakt geben. Der Messerbereich 6 der Schicht 4 kann, wie im Ausführungsbeispiel, vorteilhaft gegen den Messerbereich 7 der Schicht 5 im Schlitz zurückgesetzt sein, so daß die Leitungsseele vor den scharfen Messern 6 der Schicht 4 geschützt ist. Verständlicherweise können auch mehrere Schichten verwendet werden.

[0009] Die Schichten 4,5 des Verbindungsbügels 1 können aus Einzelelementen bestehen, die mechanisch miteinander verbunden sind. Im Ausführungsbeispiel sind hierzu Verbindungsklammern 8 vorgesehen. Die Einzelelemente können allgemein durch Umbördeln verbunden werden. Die Einzelelemente können auch in anderen Verbindungstechniken, beispielsweise durch Verkleben oder Vernieten, verbunden sein. Im Ausführungsbeispiel bildet der geschichtete Verbindungsbügel 1 einen Kontaktierungsschlitz 2 bzw. 3 mit jeweils eingangsseitig ausgebildetem Messerschlitz zwischen einander gegenüberstehenden Messerbereichen 6 bzw. 7.

[0010] Im Ausführungsbeispiel sind die Schenkel des Kontaktierungsschlitzes 2 bzw. 3 aufeinander zu gewölbt veranschaulicht. Durch diese Ausführung wird dem Auseinandertreiben der Schenkelenden bei dicken einzuführenden Leitungen entgegengewirkt.

[0011] Eine Verbindungsklemme läßt sich mit zumindest einem Schneidklemmkontakt nach einer der geschilderten Ausführungen leicht aufbauen. Insbesondere kann die Verbindungsklemme als Reihenklemme ausgestaltet sein.


Ansprüche

1. Schneidklemmkontakt, beispielsweise für Reihenklemmen, der an einem Verbindungsbügel einen geschlitzten, federnden Kontaktbereich als Kontaktierungsschlitz (2,3) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungsbügel (1) zumindest im Bereich des Kontaktierungsschlitzes (2;3) geschichtet ausgebildet ist, wobei die Schichten (4,5) unterschiedlich auf elektrische Leitfähigkeit, mechanische Schneidenfestigkeit und Federungseigenschaften abgestimmt sind.
 
2. Schneidklemmkontakt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schichten (4,5) des Verbindungsbügels (1) aus Einzelelementen besteht, die mechanisch miteinander verbunden sind.
 
3. Schneidklemmkontakt nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelelemente (4,5) durch Umbördeln verbunden sind.
 
4. Schneidklemmkontakt nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelelemente (4,5) durch Kleben verbunden sind.
 
5. Schneidklemmkontakt nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelelemente (4,5) vernietet sind.
 
6. Schneidklemmkontakt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungsbügel (1) einen geschichteten Bereich beim Kontaktierungsschlitz (2;3) mit eingangsseitig ausgebildetem Messerschlitz (6;7) bildet.
 
7. Schneidklemmkontakt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schenkel des Kontaktierungsschlitzes (2;3) aufeinander zu gewölbt sind.
 
8. Verbindungsklemme mit zumindest einem Schneidklemmkontakt nach einem dervorhergehenden Ansprüche.
 
9. Reihenklemme mit zumindest einem Schneidklemmkontakt nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
 




Zeichnung







Recherchenbericht