Hintergrund der Erfindung
[0001] im Straßenverkehr, insbesondere auf den Autobahnen und Schnellstraßen, können sich
die Verkehrszustände sehr schnell ändem. Infolge des hohen Verkehrsflusses und der
individuellen Fahrweise der Verkehrsteilnehmer entsteht eine Dynamik im Verkehr, die
kaum vorausschauend erkannt werden kann. Hinzu kommen Störungseinflüsse wie Geschwindigkeitsbegrenzungen,
Änderung der Anzahl der Fahrspuren, Baustellen und Unfälle, welche plötzlich eine
Fahrspur oder die ganze Autobahn blockieren. Die Störungen breiten sich dann wellenartig
aus und führen auch in größeren Entfernungen zur Beeinträchtigung des Verkehrs. Auch
die Gegenfahrbahnen sind in der Regel betroffen, weil auch dort die Verkehrsteilnehmer
angesichts des Geschehens ihre Geschwindigkeit aus verschiedenen Beweggründen drosseln.
Durch diese Verkehrsdynamik kommt es häufig zu einzelnen oder Serien-Auffahrunfällen,
weil der Sicherheitsabstand nicht eingehalten worden war oder die Fahrer diese kritische
Verkehrsdynamik einfach nicht mehr beherrschen.
[0002] Es besteht deshalb ein dringender Bedarf an rechtzeitigen und aktuellen Informationen
über die Verkehrszustände in örtlich möglichst genau bezeichneten Streckenabschnitten.
Dabei ist nicht nur das Stauereignis wichtig, sondern auch die streckenbezogene Angabe
von Verkehrszuständen, welche einem Verkehrsstau in der Regel voraus gehen, zum Beispiel
stockender oder dichter Verkehr. Es ist also eine differenzierte Erkennung der Verkehrszustände
erwünscht und notwendig, und zwar trotz häufigem Fehlen von Zusatzinformationen über
den aktuellen Stand der Strecken, z.B. über Baustellen, Zahl der Fahrspuren oder deren
topologischen Verlauf: Steigungen, Gefällstrecken u.ä.
Die Verkehrsdomänen mit in einer Verkehrsdomäne jeweils überall gleichen oder ähnlichen
Verkehrszuständen breiten sich aus, sie wachsen, teilen sich auf, wandern, und die
Verkehrszustände gehen ineinander über, bis sie sich schließlich auflösen, das heißt
wieder freie Fahrt besteht. Diese Domänen müssen also gefunden, klassifiziert, lokalisiert
und dynamisch verfolgt werden.
[0003] Daran schließt sich das Meldungsmanagement für Verkehrsmeldungen an, das letztlich
die Ergebnisse in einer für die Autofahrer geeigneten Form aufbereitet.
[0004] Bei der Realisierung dieser Zielsetzung bestehen folgende Probleme:
[0005] Aus den einzelnen Verkehrsmeßwerten ist die Verkehrslage nicht erkennbar. Dazu müssen
die Größen und Änderungen der Verkehrsmeßwerte über ein bestimmtes Zeitintervall betrachtet
werden. Durch diese "Integration" darf der so ermittelte Verlauf der Verkehrsmeßwerte
jedoch nicht seine Aktualität verlieren.
[0006] Es ist ferner notwendig, Verkehrsmeßwerte von unterschiedlichen Sensoren zu verarbeiten,
die ortsfest oder mobil sein können, synchrone, asynchrone oder ereignisinduzierte
Meßwerte liefern und deren Meßwerte auch lückenhaft und sehr verrauscht sein können.
[0007] Es ist außerdem wünschenswert, daß das Verfahren nicht an eine vorgegebene Streckeneinteilung
gebunden ist, also streckenunabhängig arbeitet und auch Streckenkenntnisse über Spurzahl,
Baustellen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, Topologie der Streckenabschnitte usw. nicht
erforderlich sind.
[0008] Aus den Verkehrsmeßdaten kann nicht eindeutig auf die Verkehrslage an den jeweiligen
Meßpunkten geschlossen werden. Dazu ist es notwendig, den Verlauf der Meßwerte über
Ort und Zeit zu kennen. Die spezifischen Eigenschaften des Verkehrs sind in den Meßwerten
nur zusammen mit ihrem Orts-Zeitverlauf enthalten. Ziel ist deshalb die Zusammenfassung
von Verkehrsdaten verschiedenen physikalischen Inhalts zu resultierenden Merkmalsvektoren,
welche die Verkehrslage eindeutig charakterisieren. Zusätzlich ist auch eine Unterscheidung
zwischen den Zuständen "kein Verkehr" und "Totalstau", welche die gleichen Meßwerte
ergeben, erforderlich.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren gemäß Anspruch 1 löst diese Probleme konsistent.
[0010] Die Erstellung von Verkehrsinformationen gemäß Anspruch 1 kann unmittelbar oder nach
Zwischenschritten erfolgen. So können vor der Erstellung von Verkehrsinformationen
im Anspruch 1 Zwischenschritte nach Merkmalen der Unteransprüche erfolgen.
[0011] Bei der weiteren Verarbeitung von die Verkehrssituation beschreibenden Merkmalsvektoren
ergeben sich folgende weitere Probleme:
[0012] Die differenzierten Verkehrszustände, z.B. gestreut, stockend, dicht und frei, sind
nicht eindeutig definierbar und abgrenzbar bezüglich der Eingangsdaten. Binäre Grenzübergänge
zwischen diesen Verkehrszuständen entsprechen auch nicht dem subjektiven Empfinden
der Verkehrsteilnehmer. Es ist deshalb eine graduelle Beschreibung der Verkehrszustände
und ein gleitender Übergang von Zustand zu Zustand notwendig.
[0013] Die Beschreibung der Verkehrszustände an einem Ort muß vergleichbar sein Es ist auch
eine einheitliche Skalierung für nachfolgende Berechnungen und die Zusammenfassung
aller Merkmale an einem Ort erforderlich.
[0014] Gegenstand des Anspruchs 2 ist ein Verfahren, das diese Aufgaben konsistent löst.
[0015] Bei der Weiterverarbeitung einer solchen Verkehrszustandsbeschreibung ergeben sich
folgende Probleme:
[0016] Die Verkehrsmeßwerte, die mit verschiedenen Sensoren erfaßt werden und als Quellinformationen
für die Verkehrszustandsbeschreibungen dienen, sind sowohl örtlich als auch zeittich
lückenhaft. Lücken können auch dadurch entstehen, daß an einem Ort keine oder zu wenig
Meßwerte vorhanden sind. In diesen Fällen können die Verkehrszustände an diesen Orten
nicht direkt ermittelt werden.
[0017] Die Verkehrszustände können direkt nur an den Meßpunkten ermittelt werden. Da nicht
beliebig viele Sensoren im Straßenverkehrsnetz angebracht werden können, liegen auch
zwischen den Meßpunkten keine Verkehrsmeßwerte vor.
[0018] Ziel ist aber eine kontinuierliche Beschreibung der Verkehrszustände über die ganze
Strecke und letztlich für das ganze Straßenverkehrsnetz.
[0019] Diese Zielsetzung kann durch eine Extrapolation der Meßwerte selbst nicht erreicht
werden. Eine Interpolation der Werte zwischen zwei Meßpunkten stattdessen ist aufwendig
und die Interpolationsweite muß begrenzt werden. Man kann die Lücken auch mit gemittelten
historischen Daten füllen. Dies führt aber zu Verfälschungen. Ersatzwerte aus Modellrechnungen
zur Schließung der Meßwertlücken auf Basis der verfügbaren Meßwerte sind aufwendig
und setzen eine hohe Qualität dieser verfügbaren Meßwerte voraus.
[0020] Der Gegenstand des Anspruchs 3 löst diese Probleme konsistent.
[0021] Zur Bildung von Verkehrsdomänen jeweils einheitlichen Verkehrszustandes sowie deren
Verfolgung über Ort und Zeit müssen Zustandsvektoren miteinander verglichen werden.
Dabei treten folgende Probleme auf:
[0022] Die ermittelten Verkehrslagen an den verschiedenen Orten des Straßenverkehrsnetzes
müssen einem der differenzierten Verkehrszustände (gestaut, stockend, dicht oder frei)
zugeordnet werden. Zu diesem Zweck müssen die Beschreibungen der örtlichen Verkehrslagen
miteinander verglichen werden.
[0023] Ebenso müssen die zu Domänen zusammengefaßten Orte gleicher Verkehrszustände miteinander
verglichen werden, um Änderungen und Dynamik dieser Domänen bezüglich Ort und Zeit
festellen zu können.
[0024] Diese Vergleiche können jedoch nicht als Identitätsvergleich auf der Basis identisch
gleicher Verkehrsmeßwerte oder der charakteristischen Merkmalsvektoren, welche die
lokale Verkehrssituation in anderer Form beschreiben, vorgenommen werden, weil diese
stochastischen Werte nie vollständig gleich sind, aus unterschiedlichen physikalischen
Meßwerten hervorgehen und damit verschiedene Maßeinheiten haben und unterschiedlich
skaliert sind.
[0025] Ziel ist deshalb, auf der Basis der Ortszustandsvektoren, welche in ihren Komponenten
die Wahrscheinlichkeiten für die differenzierten Verkehrszustände enthalten, mit Hilfe
eines Ähnlichkeitsmaßes sowohl die Ortszustandsvektoren als auch die Domänen jeweils
miteinander zu vergleichen.
[0026] Gegenstand des Anspruchs 4 ist ein Verfahren, das diese Aufgaben konsistent löst.
[0027] Bei der Segmentierung von Verkehrsdomänen in Straßenverkehrsnetzen müssen die folgenden
Probleme gelöst werden:
[0028] Orte mit gleichen oder ähnlichen Verkehrszuständen müssen zu Domänen gleicher Verkehrszustände
zusammengefaßt werden bzw. die Domänen ähnlicher Verkehrszustände müssen voneinander
segmentiert werden.
[0029] Die Domänen sollen nicht an feste Streckenabschnitte gebunden sein, sondern deren
Anfang und Ende sollen sich, entsprechend den tatsächlichen Verkehrstagen und deren
Dynamik, stetig an den richtigen Stellen festlegen lassen.
[0030] Die Domänen sollen eine Zustendsbeschreibung enthalten, die aus den Zustandsbeschreibungen
der in ihnen zusammengefaßten Orten resultiert.
[0031] Der Gegenstand des Anspruchs 1 ist ebenfalls ein Verfahren, das diese Aufgaben konsistent
löst.
[0032] Bei der Verfolgung der Domänen und deren Zuordnung zu durch frühere Vehrsmeldungen
ausgewiesene Domänen bestehen folgende Probleme:
[0033] Die Domänensegmentation des Straßenverkehrsnetzes muß in zeitlichen Intervallen wiederholt
werden. Diese Aktualisierungsschritte müssen sicherstellen, daß die Segmentation immer
dem aktuellen Verkehrszustand entspricht.
[0034] Die aktuell gefundenen neuen Verkehrsdomänen müssen den bereits bestehenden, im vorhergehenden
Aktualisierungsschritt gefundenen Domänen zugeordnet werden.
[0035] Das Meldungsmanagement muß daraus Neu-, Anderungs- und Löschmeldungen erzeugen.
[0036] Das erfindungsgemäße Verkehrslage-Klassifikations- und Meldungsverfahren ist auf
allen Autobahnen und Schnellstraßen zur Verringerung der Unfallgefahr einsetzbar.
Kritische Verkehrssituationen können teilweise sogar vermieden werden. Das System
ist aber nicht nur aus Sicherheitsgründen notwendig. Es ist auch die Grundlage für
Routenplanungen, Reisezeitprognosen, Stauverlaufsprognosen, Umleitungsempfehlungen,
Signal-und Verkehrsbeeinflussung sowie gegebenenfalls direkte Fahrzeugbeeinflussung
und Verkehrslenkung und zahlreiche andere Dienste.
Stand der Technik
[0037] Bisher bekannte dynamische Verkehrsbilanzierungsverfahren wurden weiter modifiziert,
um typische Schwächen zu vermeiden, z.B. beschrieben in der Schrift von Siemens WO9525321A1:
"Method of sensing traffic and detecting traffic situations on roads, preferably freeways",
1995 und 1997. Bei diesem modifizierten Verfahren zur Verkehrssituationserkennung
ist die Grundlage eine Meßstrecke zwischen zwei Meßpunkten und die Differenzbildung,
in diesem Fall jedoch nicht der Verkehrsflüsse, sondern der Geschwindigkeits-Verkehrsdichte-Werte,
welche aus den lokalen Daten berechnet werden. Zusätzlich wird ein Trendfaktor aus
dem Verhältnis der Verkehrsflüsse zwischen den beiden Meßpunkten über eine vorgegebene
Zeitperiode von z.Bsp. 30 Minuten und die erste Ableitung, das heißt die Steigung
der Tangente, berechnet. Aus diesen drei Verkehrsparametern wird mit Hilfe einer Fuzzy-Logik
ein Indikator für eine kritische Verkehrssituation in der Meßstrecke detektiert
Eine Weiterentwicklung des gleichen Verfahrens verwendet eine dynamische Kalibrierung
der genannten Verkehrsparameter, abhängig von ihren Vergangenheitswerten, zur Korrektur
der Differenzbildungen (Siemens/WO9525321A1: "Method of Detecting Traffic and Traffic
Situations on Roads, Preferably Motorways"). Der Kalibrierungsfaktor für die Geschwindigkeits-Dichte-Differenz
wird außerdem als Schwellwert benutzt, dessen Überschreitung eine kritische Verkehrssituation
anzeigt. Mit diesen Maßnahmen wird die Abhängigkeit der Differenzbildungen von vielen
Einflußgrößen wie der Distanz zwischen den Meßpunkten, den Meßfehlem und -toleranzen,
der Geometrie bzw. Topologie der Meßstrecke, dem Straßenzustand, der unterschiedlichen
Fahrweise bei Tag und Nacht usw. korrigiert.
[0038] Bei diesen bilanzierenden Verfahren erfolgt die Klassifizierung der Verkehrszustände
direkt anhand der Meßwerte durch Einleitung der Meßwerte in Bereiche. Bei dem zuletzt
genannten Verfahren wird auf den Verkehrsfluß, die Geschwindigkeit und die integrierte
Flußbilanz eine Fuzzy-Logik angewendet zur Klassifizierung der Verkehrszustände, die
damit bereits endgültig festgelegt werden. Eine Zusammenfassung von verschiedenen
Merkmalen erfolgt nicht. Die so ermittelten Verkehrszustände für die jeweiligen Meßstrecken
sind nicht kontinuierlich, gleitende Übergänge sind nicht adäquat beschreibbar. Die
real vorhandene Verkehrsdynamik wird damit bei der Erfassung der Verkehrszustände
weitgehend unterdrückt.
[0039] Da alle diese Verfahren nur mit einer festen Stresckeneinteilung des ganzen betrachteten
Verkehrsnetzes arbeiten, kann die Entscheidung für einen bestimmten Verkehrszustand
aufgrund der Meßwerte am Anfang und Ende einer Meßstrecke deshalb immer nur für die
jeweilige Strecke getroffen werden. Mit diesen Verfahren kann prinzipiell der graduelle
Verlauf der Zustandsinfonnation über die betrachtete Strecke nicht ermittelt werden.
[0040] Entsprechend gibt es bei diesen Verfahren auch keine graduelle Zustandsbeschreibung.
Deshalb können sie auch kein auf einer solchen Zustandsbeschreibung basierendes Ähnlichkeitsmaß
für die Zuordnung der Verkehrslagen an den verschiedenen Orten zu den differenzierten
Verkehrszuständen verwenden.
[0041] Nachfolgend können deshalb auch nur die Streckenabschnitte zusammengefaßt werden,
bei denen anhand der Meßwerte auf den vorgegebenen Strecken die Entscheidung für den
gleichen Verkehrszustand getroffen wurde. Diese Systeme können Anfang und Ende der
Verkehrsdomänen, in denen die gleichen Verkehrszustände herrschen, nicht ausweisen,
sondern nur im Rahmen der funktionsbedingten Streckeneinteilung. Eine dynamische Domänenbildung
ist bei den bekannten Verfahren prinzipiell nicht möglich.
[0042] Damit ist folglich auch keine dynamische Domänenverfolgung möglich. Auch das Meldungsmanagement
unterliegt diesen Einschränkungen.
[0043] Die bekannten Verfahren lösen die dargestellten Probleme nicht und sie bieten auch
keinen Lösungsansatz:
- Nur synchrone Meßdaten von stationären Sensoren können verarbeitet werden.
- Die Verfahren sind alle streckengebunden, wodurch die örtliche Auflösung eingeschränkt
ist.
- Als Merkmal wird nur die über die Zeit integrierte Flußdifferenz berechnet.
- Der Verlauf der Meßwerte über Ort und Zeit wird nur integriert über die festgelegte
Meßstrecke, das heißt an zwei Meßpunkten, ermittelt.
- Es gibt keine graduelle Beschreibung des Verkehrszustandes über den Ort, der auch
gleitende Übergänge adäquat erfassen kann.
- Eine Ähntichkeitszuotdnung auf Basis einer kontinuierlichen Zustandsbeschreibung ist
daher weder für einzelne Orte noch für ausgewiesene Verkehrsdomänen möglich.
- Eine dynamische Bestimmung und Verfolgung der Verkehrsdomänen Ober den Ort und die
Zeit ist damit nicht möglich. Das Meldungsmanagement unterliegt den gleichen Einschränkungen
[0044] Die bekannten Verfahren sind deshalb für die Praxis zur Erfassung des Verkehrszustandes
an einzelnen Orten sowie der Verkehrstage im Straßenverkehrsnetz nur eingeschränkt
brauchbar.
[0045] Besondere Vorteile und weitere Merkmale eines erfindungsgemäßen Verfahrens und Systems
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand
der Zeichnung. Dabei zeigt
- Fig. 1:
- Zeitfunktionen der Meßwerte von Induktionsschleifen für ein Stauereignis,
- Fig. 2:
- Mediangefilterte Zeitfunktionen aus Fig. 1,
- Fig. 3:
- Dilatierte Tophat-Funktion der Breite 15 Minuten angewendet auf die Geschwindigkeitsmeßwerte
bei stockendem Verkehrszustand,
- Fig. 4:
- Schematische Darstellung der Verarbeitungskette:
Eingehende Verkehrsmeßwerte:
Eintrag in Speichereinheiten für die Speicherung von erfassten Verkehrsmesswerten
je betrachteter Straße in Abhängigkeit von Ort und Zeit ihrer Erfassung, im folgenden
Historienfenster genannt, über Ort x und Zeit t, Bildung von Merkmalsvektoren je Ort
nach den orts-zeitlichen Filterungen der Meßwerte,
- Fig. 5:
- Skizze eines Merkmalsraumes mit Klasseneinteilung.
- Fig. 6:
- Fuzzy-Klassifikations- bzw. Disknminanzfunktionen für die örtlich und zeitlich gefilterten
Meßgrößen (oder die Merkmale),
- Fig. 7:
- Bestimmung des normierten Ortszustandsvektors an einem Ort x aus den Zustandsvektoren
je Merkmal, die sich aus den Merkmalen durch Fuzzy-Klassifikation ergeben,
- Fig. 8:
- Zustandsextrapolation der Zustandsvektorkomponenten über den Ort mit z.B. einem lokalen
Gaußfilter,
- Fig. 9:
- Skizze zur Visualisierung der Ergebnisse des Domänenwachstumsverfahrens auf Basis
der Ortszustandsvektoren,
- Fig. 10:
- Skizze zur Visualisierung der Ergebnisse und die zeitliche Zuordnungen der durch die
Meldungen
ausgewiesenen Verkehrsdomänen zu aufeinanderfolgenden Zeitpunkten,
- Fig. 11:
- Erzeugte Verkehrsmeldungen des realisierten Prototyps am Beispiel eines Stauereignisses.
- Fig. 12:
- Erzeugte Verkehrsmeldungen des realisierten Prototyps am Beispiel eines Stauereignisses
bei gleichzeitiger Darstellung der Geschwindigkeitsmeßwerte im Hintergrund.
[0046] Im folgenden werden beispielhaft die Eigenschaften eines erfindungsgemäßen effizienten
Verkehrstage-Ktassifikations- und -Meidungssystems präzisiert.
Die Verkehrszustände gestaut, stockend, dicht und frei werden mittels Merkmalen klassifiziert.
Weitere Zustände können bei Bedarf durch Einbindung weiterer Merkmale ergänzt werden.
Ähnliche Verkehrszustände, weiche durch örtliche Zustandsindikatoren festgestellt
wurden, werden zu Verkehrsdomänen zusammengefaßt. Wachstum, Wanderung, gegebenenfalls
Teilung sowie Übergänge dieser Domänen in die anderen klassifizierten Verkehrszustände
bis zu ihrer Auflösung in der Klasse ''frei'' wenden dynamisch verfolgt.
Die Domänenbildung ist nicht an ein streckenabhängiges oder stabilitätsbedingtes Raster
gebunden. Die Feinheit der örtlichen Auflösung ist wählbar.
Die "Wahrscheinlichkeiten" für die angezeigten Verkehrszustände bzw. deren Signifikanz
werden festgestellt.
Das Meldungsmanagement stützt sich auf die ermittelte Dynamik der Domänen und ist
nicht an feste Orte gebunden.
Neu ermittelte Domänen können bereits gemeldeten Domänen über ein Ähnlichkeitsmaß
zugeordnet werden. Da die Zustände der Domänen kontinuierlich beschrieben werden,
läßt das Verfahren auch Zustandsübergänge im Lebenslauf einer Domäne zu.
Der Algorithmus bietet Freiheitsgrade, um über Parameter die gewünschte Sensibilität
des Systems bzgl.
- der zeitlichen Reaktion auf eingehende Daten,
- der Auflösung bei der Sicht des Systems auf die Verkehrsdomänen und
- der Häufigkeit von Meldungen ohne Beeinflussung der Domänenbildung anzupassen.
Es sind keine Streckenkenntnisse erforderlich. Es sind auch keine weiteren Modellbildungen
notwendig. Falls solche Zusatzinformationen jedoch vorhanden sind, können sie zur
weiteren Verbesserung der Systemergebnisse durch ergänzende Verwendung von Verkehrsmodellen
leicht genutzt werden.
Die Qualität der Meldungen wird realisiert durch eine hohe örtliche und zeitliche
Auflösung und einer damit hohen Aktualität, durch die Konsistenz der Meldungen, unabhängig
von der Herkunft der Daten und vom jeweiligen Detektortyp, und durch eine hohe Stabilität.
Es erfolgt eine frühzeitige Warnung vor staugefährdeten Streckenabschnitten durch
die Meldung der Zustände dicht und stockend.
Das System basiert auf einer kontinuierlichen Beschreibung der Verkehrszustände. Sein
Algorithmus kann synchrone, asynchrone und ereignisinduzierte Verkehrsdaten auch unterschiedlichen
physikalischen Inhalts verarbeiten und nutzen. Die Meßstellen können ortsfest sein,
es kann aber auch an variablen Orten gemessen werden.
Das System benötigt keine aufwendige Interpolation der Meßwerte entlang der betrachteten
Straßen.
Die Meldungen des Systems werden zum Funktionstest mit realen historischen Verkehrsdaten
und zur Überwachung im Betrieb in Kongruenz mit den Verkehrsmeßwerten visualisiert.
Die Visualisierung zeigt auch die Dynamik der Verkehrslage.
Das System ermöglicht auch die Unterscheidung zwischen einem Totalstau und völlig
freiem Verkehr, obwohl in diesen beiden Extremfällen jeweils keine sinnvollen Verkehrsmeßwerte
vorliegen.
Nach jedem Verarbeitungszyklus liegt für jede betrachtete Straße eine Liste gemeldeter
Verkehrsdomänen vor, die eine lückenlose dynamische Darstellung der Verkehrssituation
des betrachteten Straßennetzes darstellt.
Grundlage eines solchen Systems sind die folgenden, auch einzeln sinnvoll verwendbaren
Verfahren zur Verarbeitung und Aufbereitung von Verkehrsinformationen.
Verkehrsdaten-Vorverarbeitung und Merkmalsbildung
[0047] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Verkehrslageerfassung mit Historienfenster, mehrdimensionaler
morphologischer Datenfilterung und Merkmalsvektorbildung erhält Verkehrsdaten von
verschiedenen Sensoren als Quellinformationen und setzt diese über orts-zeitliche
Filterungen in Merkmale je Meßort um, welche die örtliche Verkehrssituation beschreiben.
Induktionsschleifen sind stationär in unterschiedlichen Abständen an der Autobahn
installiert und liefern synchron, gemittelt über die Taktzeit, die Meßwerte für die
Geschwindigkeit, den Verkehrsfluß, den Zeitpunkt und den Ort der Messung. Geschwindigkeits-
und Flußwerte können auch getrennt für PKWs und LKWs vorliegen.
Infrarot- oder Radarsensoren sind ebenfalls ortsfest und liefern ereignisinduziert
asynchrone Meßwerte.
"Floating-Cars" messen nur die Geschwindigkeit jeweils eines Fahrzeuges in diesem
Fahrzeug, also an variablen Orten und asynchron. Die Meßwerte sind also Geschwindigkeit,
Zeitpunkt und Ortskoordinate der Messung.
Aus diesen Quelldaten wird die lokale Verkehrsdichte berechnet und die Meßvektoren
über Ort x und Zeit t gebildet. Die Meßwerte können zeitweise ausfallen, so daß örtliche
und zeitliche Lücken entstehen, zusätzlich zu den Orten, die nicht durch Detektoren
abgedeckt sind. Diese Daten unterschiedlicher Herkunft und Qualität werden nun zu
konsistenten und stabilen Aussagen über die Verkehrssituation verarbeitet.
Zunächst werden fehlerhafte Daten eliminiert. Konnte der über die Taktzeit gleitende
Mittelwert der Geschwindigkeit mangels Verkehr nicht bestimmt werden, so wird ein
speziell definierter Wert angezeigt. Die Meßwerte fehlen aber auch dann, wenn eine
Vollsperrung des Verkehrs vorliegt. In beiden Fällen ist der Fluß null. Für die Entscheidung,
welche Situation wirklich vorliegt, dient ein Gedächtnis über den vorgängigen Verlauf
der Geschwindigkeit und des Flusses. Da innerhalb eines Staus in kleinen Bereichen
sehr kleine Fluß- und Geschwindigkeitswerte auftreten können, werden Werte unterhalb
einer Mindestgröße nicht zur Dichteberechnung herangezogen.
Alle Meßvektoren werden über gleitende "Historienfenster" je Meßwertkategorie - Geschwindigkeit
v, Verkehrsfluß f und Dichte d - von z.Bsp. 20 min weitergegeben. Die weiter zurückliegenden
Werte werden gelöscht. Der Ort ist in diesen Historienfenstern in kleinen Intervallen
von z.Bsp. 200m diskretisieret, die Zeit in Intervallen von z.Bsp. 1 Minute. Die Historienfenster
werden im Takt der synchronen Detektordaten von z.Bsp. 1 min weitergeführt. So erhält
man die Meßwerte als gleitende Zeitfunktionen unter Erhaltung des Orts-Zeit-Bezugs
und mit großer Aktualität (Fig. 4).
Da die Meßwerte stark verrauscht sind (Fig. 1), wird eine örtliche und zeitliche Filterung
der Geschwindigkeits- und Dichte-Werte durchgeführt, um die Schwankungen zu senken,
ohne jedoch signifikante Zustandsübergänge zu unterdrücken. Die Analyse der Zeitfunktionen
der Meßvektoren zeigt, daß dazu ein Medianfilter geeignet ist (Fig. 2).
Als Merkmal für den stockenden Verkehr wird die Standardabweichung der Flußwerte aus
dem Historienfenster und die dilatierte Tophat-Funktion der Geschwindigkeiten mit
z.Bsp. 15 Minuten Breite herangezogen (Fig. 3), um Maße für die zeitliche Schwankung
des Verkehrs zu erhalten. Je größer diese beiden Merkmale sind, desto eher liegt stockender
Verkehr vor.
Für die Tophat-Funktion, ein morphologisches Filter, gilt (siehe Serra, J., "Image
Analysis and Mathematical Morphology", 1982, Academic Press):

Dilation und Erosion sind ebenfalls morphologische Filter.
Die Filter müssen dabei auch mit Meßwertlücken, d.h. bei fehlenden Meßwerten an manchen
Orts- und Zeitkoordinaten innerhalb der Historienfenster, funktionieren. Bei den morphologischen
Rangfolgeoperationen, Median, Erosion und Dilatation, aus denen auch die Tophat-Filterung
besteht, ist diese Notwendigkeit aber leicht zu berücksichtigen: nicht vorhandene
Meßwerte werden weggelassen. Zur Berechnung der Standardabweichung der Flußwerte werden
ebenfalls nur vorhandene Werte verwendet.
Nach dieser Vorverarbeitung (Fig. 4) liegt für jeden Ort x der resultierende Merkmalsvektor
vor:

Dabei bedeuten:
- v.med20 = Geschwindigkeitsmeßwerte mediangefiltert mit Fensterbreite 20 min;
- d.med20 = Dichtewerte median-gefiltert, Fensterbreite 20 min;
- f.sigma20 = Standardabweichung der Flußwerte innerhalb 20 min;
- v.tophat15 = Geschwindigkeitswerte tophat-gefiltert mit Fensterbreite 15 min.
Diese Merkmale sind Größen, die beispielsweise Meßwerte mit gemindertem Rauschanteil
wiedergeben, oder die den Grad der Geschwindigkeits- und Flußschwankungen in Abhängigkeit
vom Ort quantifizieren.
[0048] Diese Merkmalsbeschreibung ist die notwendige Voraussetzung für darauf aufsetzende
höherwertige Verfahren zur orts- und zeitaufgelösten Zustandsklassifikation des Verkehrs.
[0049] Das erfindungsgemäße Verfahren ist also charakterisiert durch die folgenden Verarbeitungsschritte:
- Detektordaten empfangen
- synchron, asynchron, ereignisinduziert, ortsfest, variabler Ort
- Detektordaten verarbeiten
- Lokale Verkehrsdichte berechnen
- Meßvektor bilden: (v, f, d)T (t, x)
- Plausibilitätskontrolle, fehlerhafte Daten eliminieren
- "Historienfenster"
- Gleitende Orts- und Zeitfunktionen der Meßwerte
- Filterung über Ort und Zeit
- Medianfilter für Geschwindigkeits- und Dichte-Daten
- Standardabweichung der Flußwerte
- Dilatierte Tophat-Funktion der Geschwindigkeiten
- Resultierender Merkmalsvektor an jedem Ort x zur Beschreibung der örtlichen Verkehrssituation:
(v.med20, d.med20, f.sigma20, v.tophat15)T (x)
Klassifikation der Verkehrszustände auf Basis von Verkehrssituationsbeschreibungen
[0050] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Erfassung des Verkehrszustandes eines Straßenverkehrsnetzes
mittels Fuzzy-Klassifikation und die Bildung von wertekontinuierlichen Ortszustandsvektoren
benutzt Merkmalsvektoren, welche durch eine Vorverarbeitung der Meßwerte gewonnen
werden und die Verkehrssituation an jedem Meßort (x) beschreiben. Es können aber auch
direkt Meßwerte oder andere berechnete Werte, z.Bsp. Reisezeiten, verarbeitet werden.
Das Verfahren setzt diese Merkmalsvektoren über eine Fuzzy-Klassifikation in eine
geeignete Beschreibung der Verkehrszustände in Form von Ortszustandsvektoren um.
Zur Unterscheidung der Verkehrszustände: gestaut, stockend, dicht und frei wird jedem
Verkehrsmuster ein Vektor aus Merkmalen zugeordnet, der im Merkmalsraum einen Punkt
darstellt. Der n-dimensionale Merkmalsraum wird dabei durch die Merkmalsachsen aufgespannt
(Fig. 5).
[0051] Die Klassifikation der Muster entspricht nun einer räumlichen Aufteilung des Merkmalsraumes.
Das kann durch Trennfunktionen geschehen, die exakte Grenzen festlegen. Hier wird
jedoch ein Ansatz gewählt, der Diskriminanzfunktionen für jede Klasse verwendet. Ein
Muster wird danach derjenigen Klasse zugeordnet, deren Diskriminanzfunktion für die
Merkmale dieses Musters größer ist als die übrigen Diskriminanzfunktionen (Duda, R.O.
and Hart, P.E.: "Pattern Classification and Scene Analysis", New York 1972). Jede
Klasse steht dabei für einen der zu unterscheidenden Verkehrszustände.
Um die Diskriminanzfunktionen festzulegen ist eine Definition der genannten Verkehrszustände
nötig. Bereits bei einer verbalen Beschreibung zeigt sich jedoch, daß die Beschreibungen
subjektiv gefärbt und diffus sind und die Grenzen zwischen den Verkehrszuständen nicht
eindeutig sind, sondern qualitativer Art über jeweilige Vergleiche mit den anderen
Verkehrszuständen. Diesem Problem, daß die Definition der Verkehrszustände nur "unscharf'
möglich ist, wird durch eine Fuzzy-Klassifikation Rechnung getragen. Die Fuzzy-Klassifikationsfunktionen
werden an jedem Ort auf die vorliegenden Merkmalsvektoren angewendet (Fig. 6).
Über die komponentenweise Fuzzy-Klassifikation wird jedem Verkehrszustand eine Wahrscheinlichkeit
zugeordnet. Diese Komponenten-Zustandsvektoren werden sodann durch vektorielle Addition
mit anschließender Normierung zu einem einzigen Zustandsvektor für jeden Ort zusammengeführt
(Fig. 7).
Anstelle einer Summation kann auch eine komponentenweise Multiplikation der Zustandswahrscheinlichkeiten
erfolgen. Statt die Vektoren auf die Summe der Komponenten gleich 1 zu normieren,
kommt auch eine Normierung auf den Vektorbetrag gleich 1 in Betracht.
Aus anderen Quellen, z.Bsp. aus modellgestützten Verfahren, ermittelte örtliche Zustandsvektoren
werden in gleicher Weise bei der Kombination der merkmalsbasierten Zustandsvektoren
zu den Ortszustandsvektoren einbezogen, ggf. unter Berücksichtigung von zusätzlichen
Gewichtungsfaktoren.
Es liegen nun an allen Orten, an denen genügend Meßwerte vorhanden waren und daraus
Merkmalsvektoren berechnet werden konnten, lokale Zustandsvektoren vor, welche die
Wahrscheinlichkeiten für die verschiedenen Verkehrszustände enthalten. Das erfindungsgemäße
Verfahren zur Erfassung des Verkehrszustandes mittels Fuzzy-Klassifikation und Ortszustandsvektoren
ist also charakterisiert durch die folgenden Verarbeitungsschritte:
- Klassifikation der Verkehrszustände
- Merkmale der Verkehrszustände: gestaut ... frei
- Aufteilung des Merkmalraumes durch Fuzzy-Diskriminanzfunktionen
- Fuzzy-Klassifikation der Komponenten der vorhandenen Merkmalsvektoren an jedem Ort:
Wahrscheinlichkeit der Verkehrszustände je Merkmal
- Vektorielle Addition und Normierung zu einem Zustandsvektor für jeden Ort: Ortszustandvektor
Extrapolation zur Erstellung einer lückenlosen Verkehrszustandsbeschreibung
[0052] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Erstellung einer die Verkehrslage eines Straßenverkehrsnetzes
repräsentierenden lückenlosen Verkehrszustandsbeschreibung geht von Ortszustandsvektoren
aus. Die Komponenten dieser normierten Ortzustandsvektoren stellen die Wahrscheinlichkeiten
für das Vorliegen eines Verkehrszustandes an dem betreffenden Ort dar.
Um diese Lücken zu überbrücken, wird erfindungsgemäß eine Extrapolation der lokal
vorhandenen Ortszustandsvektoren mittels z.Bsp. eines lokalen Gaußfilters über den
Ort vorgenommen (Faltung mit einer Gaußkurve oder einer der Gaußkurve ähnlichen Glockenkurve,
z.Bsp. f(x) = 1/(1+x
2n), n eine natürliche Zahl), und zwar für jede Komponente des Ortszustandsvektors getrennt.
Die Extrapolationsweite wird durch die Parameter des Gaußfilters festgelegt. Durch
diese Ortsfilterung sind nun praktisch an allen Orten Ortszustandsvektoren vorhanden
(Fig. 8). Diese Extrapolation darf jedoch nur bis zu einer gewissen Entfernung von
den lokal vorliegenden Ortszustandsvektoren vorgenommen werden, damit die Extrapolationswerte
die realen Verhältnisse auch noch richtig beschreiben. Über eine Schwelle für den
Betrag der extrapolierten Zustandsvektoren wird die maximale Extrapolationsweite dynamisch
begrenzt, d.h. nicht starr, sondern in Abhängigkeit vom Extrapolationsergebnis. Mit
zunehmender Extrapolationsweite muß außerdem die Gewichtung der vorliegenden Ortszustandsvektoren
abnehmen. Das leistet z.Bsp. das Gaußfilter.
Um die Stabilität der Erkennung der differenzierten Verkehrszustände noch weitergehender
zu sichern, wird zusätzlich an jedem Ort eine komponentenweise Mittelung der Zustandsvektoren
jeweils mit den Werten des vorhergehenden Aktualisierungslaufes durchgeführt. Diese
gleitende zeitliche Glättung auf der Basis der kontinuierlichen Zustandsbeschreibung
an jedem Ort ist wesentlich wirksamer als eine künstlich über die Zeit erzwungene
Stabilität in nachfolgenden Verarbeitungsschritten. Eine solche gleitende Glättung
ist eine Ausprägung eines autoregressiven Filters (AR) (Papoulis, A.: "Probability,
Random Variables, and Stochastic Processes", McGraw-Hill Series, in: Systems Science,
McGraw-Hill 1991).
Um diese gleitende zeitliche Glättung zusätzlich näherungsweise unabhängig von den
gewählten Zeitintervallen zwischen den Aktualisierungen der einzelnen Straßen zu halten,
wird der Filterparameter a
tstep auf ein festes Intervall von z.Bsp. 10 Minuten bezogen:

[0053] Dabei stehen z
neu bzw. z
alt für die neu ermittelten bzw. in einem vorhergehenden Berechnungszyklus ermittelten
Ortszustandsvektorkomponenten einer Straße, und tstep und t10min stehen für das gewählte
Zeitintervall in Sekunden zwischen 2 Aktualisierungsläufen der betreffenden Straße
und für 600 Sekunden respektive. Das so berechnete z wird dann im nächsten Aktualisierungslauf
für diese Straße zu z
alt.
Es werden also zwei Verarbeitungsschritte durchgeführt:
- Extrapolation jeder Komponente der Ortszustandsvektoren über den Ort durch Filterung
mit z.Bsp. einem lokalen Gaußfilter.
- Gleitende (autoregressive) Mittelwertbildung der Ortszustandvektoren über die Zeit.
Vergleich von Verkehrszustandsbeschreibungen durch probabilistische Ähnlichkeitsmaße
[0054] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Vergleich von Verkehrszustandsbeschreibungen und
Verkehrsdomänen durch probabilistische Ähnlichkeitsmaße geht von Ortszustandsvektoren
aus, welche z.Bsp. aus Merkmalsvektoren für jeden Meßort über eine Fuzzy-Klassifikation
und eine nachfolgende gewichtete Extrapolation für jede wählbare Diskretisierung der
Strecke zwischen den Meßpunkten, z.Bsp. alle 200m, ermittelt werden. Die Komponenten
dieser Ortszustandsvektoren sind die Wahrscheinlichkeiten für das Vorliegen der differenzierten
Verkehrszustände an jedem Ort. Die Ortszustandsvektoren sind also eine kontinuierliche
Beschreibung der Verkehrszustände an jedem betrachteten Ort und das für jeden Ort
des jeweiligen Streckenabschnitts und damit für das ganze Straßenverkehrsnetz.
Orte mit ähnlichen Verkehrszuständen, das heißt ähnlichen Ortszustandsvektoren, werden
zu Verkehrsdomänen zusammengefaßt, um die Verkehrslage des ganzen Straßenverkehrsnetzes
darstellen zu können. Für jede dieser Verkehrsdomänen ergibt sich deren Zustandsvektor
durch vektorielle Addition und anschließende Normierung der Ortszustandsvektoren aller
Orte, die in dieser Domäne zusammengefaßt sind.
Die definitive Festlegung des Verkehrszustandes an dem jeweils betrachteten Ort, die
Zusammenfassung der Orte gleichen Verkehrszustandes zu Domänen und die Wertung der
Domänen untereinander setzt voraus, daß ein objektiver Vergleich der Ortszustandsvektoren
untereinander und der Domänenzustandsvektoren untereinander möglich ist. Erfindungsgemäß
werden dazu probabilistische Ähnlichkeitsmaße verwendet.
Der Vergleich der Ortszustandsvektoren erfolgt komponentenweise auf der Basis der
in den Vektorkomponenten enthaltenen Wahrscheinlichkeiten für das Vorhandensein der
differenzierten Verkehrszustände an dem jeweils betrachteten Ort.
Vergleichsgrundlage ist ein Ähnlichkeitsmaß, wofür eine Metrik, das heißt ein Abstandsmaß
verwendet wird. Auch für den Vergleich der Domänen untereinander wird erfindungsgemäß
ein Ähnlichkeitsmaß benutzt. Das Ähnlichkeitsmaß für die Verkehrsdomänen ist ebenfalls
eine Metrik, welche eine Zustandsvektormetrik auf den Domänenzustandsvektor verwendet
und zusätzlich auch die örtliche Lage und Länge der betrachteten Domäne berücksichtigt.
Als Ähnlichkeitsmaß kann für beide Zustandsvektoren, den Ortszustandsvektor oder den
Domänenzustandsvektor, der Zustand maximaler Wahrscheinlichkeit verwendet werden,
insbesondere der Index der maximalen Komponente eines Zustandvektors relativ zu den
anderen Komponenten.
Ais Metrik für die Zustandsvektoren kann auch die euklidische Vektornorm verwendet
werden: Summe((vek1- vek2)
2).
Die Lage der Verkehrsdomänen, welche in die Metrik als Ähnlichkeitsmaß einbezogen
wird, kann wie folgt berücksichtigt werden:
Betrag(mitte.domäne1 - mitte.domäne2) / (laenge.domäne1 + laenge.domäne2) *2. Als
Metrik für die Länge der Verkehrsdomäne kann benutzt werden:
Betrag(laenge.domäne1 - laenge.domäne2) / max(laenge.domäne1, laenge.domäne2).
Dynamische Domänenbildung gleicher Verkehrszustände
[0055] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Ermittlung von Domänen gleicher Verkehrszustände
geht von Ortszustandsvektoren aus, welche z.Bsp. aus Merkmalsvektoren für jeden Meßort
über eine Fuzzy-Klassifikation und eine nachfolgende gewichtete Extrapolation für
jede wählbare Diskretisierung der Strecke zwischen den Meßpunkten, z.Bsp. alle 200m,
ermittelt werden. Die Komponenten dieser Ortszustandsvektoren sind die Wahrscheinlichkeiten
für das Vorliegen der differenzierten Verkehrszustände an jedem Ort. Die Ortszustandsvektoren
sind also eine kontinuierliche Beschreibung der Verkehrszustände an jedem betrachteten
Ort und das für jeden Ort des jeweiligen Streckenabschnitts und damit für das ganze
Straßenverkehrsnetz (Fig. 9 links).
Orte mit ähnlichen Verkehrszuständen, das heißt ähnlichen Ortszustandsvektoren, werden
zu Verkehrsdomänen zusammengefaßt, um die Verkehrslage des ganzen Straßenverkehrsnetzes
darstellen zu können. Der Vergleich der Verkehrszustandsbeschreibungen durch die Ortszustandsvektoren
erfolgt komponentenweise durch ein probabilistisches Ähnlichkeitsmaß, wofür eine Metrik,
das heißt ein Abstandsmaß, verwendet wird.
Für jede dieser Verkehrsdomänen ergibt sich deren Domänenzustandsvektor durch vektorielle
Addition und anschließender Normierung der Ortszustandsvektoren aller Orte, die in
dieser Domäne zusammengefaßt sind.
Die Abgrenzung der Domänen untereinander erfolgt so, daß eine stabile Domänenverfolgung
möglich ist. Dieses Segmentationsproblem wird wie folgt gelöst:
Für jeden Ort wird der mit der maximalen Wahrscheinlichkeit vorliegende Verkehrszustand
aus dessen Zustandsvektor bestimmt.
Beginnend mit dem Ort, dessen Zustandsvektor z.Bsp. "Stau" anzeigt, wird in beiden
Richtungen gesucht, ob die Komponenten der Zustandsvektoren der Nachbarorte mit der
größten Wahrscheinlichkeit den gleichen Verkehrszustand ausweisen oder die Komponente
mit dem zu vergleichenden Verkehrszustand höchstens um den Hysteresewert unter der
Maximalkomponente liegt. Durch diese Hysterese werden Orte, deren Zustandsvektoren
für sich alleine gesehen eher für einen anderen Verkehrszustand sprechen, aber nur
wenig vom Zustand des Ausgangsortes abweichen, auch zur "Staudomäne" gezählt. Der
Zustandsvektor der so gefundenen Verkehrsdomäne ist die normierte Summe der Zustandsvektoren
der Orte der Domäne. Als Norm wird beispielsweise die Summe der Komponenten gleich
1 gewählt. Der Schwerpunkt der Domäne ist die Summe der Ortskoordinaten der Domäne,
die mit dem Betrag der entsprechenden lokalen Ortszustandsvektoren gewichtet sind.
[0056] In gleicher Weise werden die Domänen für die Klassen der Verkehrszustände stockend,
dicht und frei gebildet.
Alternativ kann die Domänenbildung auch mittels einer Clusteranalyse mit anschließendem
Relaxationsprozeß über den Ort gefunden werden. Als Ähnlichkeitsmaß für die Clustersuche
können die Abstände der Zustandvektoren und deren Ortsabstand dienen. Resultat bei
dieser Methode sind örtliche Ballungen mit jeweils ähnlichem Verkehrszustand innerhalb
der Ballungen. Dieses Vorgehen ist jedoch wesentlich rechenaufwendiger.
Die Domänenliste kann aufgrund des Verfahrens für ihre Bildung benachbarte Domänen
enthalten, die einander sehr ähnlich bezüglich ihres Domänenzustandsvektors sind.
Diese werden zusammengefaßt. Die Domänenliste wird dazu je Straße nach den Ortsschwerpunkten
der Domänen sortiert. Domänen werden dann zusammengefaßt, wenn sie nur durch eine
Lücke bis zu einer maximalen Länge getrennt sind und ihre Zustandswahrscheinlichkeiten
gleich sind oder höchstens um den festgelegten Hysteresebetrag gemäß obiger Darstellung
abweichen.
Das Resultat ist eine aktuelle Liste von Verkehrsdomänen für eine Straße oder das
Straßenverkehrsnetz. Das ganze Straßenverkehrsnetz wird in die Strecken der Domänen
zerlegt. Die Domänen enthalten u.a. wieder eine kontinuierliche Zustandbeschreibung.
Die Domäneneinteilung des Straßennetzes wird in zeitlichen Intervallen wiederholt
bestimmt und aktualisiert (Fig. 9 rechts).
Das erfindungsgemäße Verfahren zur dynamischen Domänenbildung gleicher Verkehrszustände
ist also charakterisiert durch die folgenden Verarbeitungsschritte:
- Domänenbildung
- Zusammenfassung der Orte mit ähnlichen Zustandsvektoren mit "Hysterese" zu Domänen
- Domänenzustandsvektoren: vektorielle Addition und Normierung der Zustandsvektoren
der Orte der Domänen
- Ermittlung: Domänenschwerpunkt, Domänenlänge
- Resultat: Domäneneinteilung des Straßenverkehrsnetzes.
- Permanente Aktualisierung in zeitlichen Intervallen
Dynamische Domänenverfolgung und Meldungsmanagement
[0057] Das erfindungsgemäße Verfahren zur dynamischen Verfolgung von Domänen gleicher Verkehrszustände
geht von Ortszustandsvektoren aus, welche aus den Merkmalsvektoren für jeden Meßort
und durch eine gewichtete Extrapolation für jede wählbare Diskretisierung der Strecke
zwischen den Meßpunkten, z.Bsp. alle 200m, ermittelt werden. Die Komponenten dieser
Ortszustandsvektoren sind die Wahrscheinlichkeiten für das Vorliegen der differenzierten
Verkehrszustände an jedem Ort. Die Ortszustandsvektoren sind also eine kontinuierliche
Beschreibung der Verkehrszustände an jedem betrachteten Ort und das für jeden Ort
des jeweiligen Streckenabschnitts und damit für das ganze Straßenverkehrsnetz.
Orte mit ähnlichen Verkehrszuständen, das heißt ähnlichen Ortszustandsvektoren, werden
zu Verkehrsdomänen zusammengefaßt, um die Verkehrslage des ganzen Straßenverkehrsnetzes
darstellen zu können. Der Vergleich der Verkehrszustandsbeschreibungen durch die Ortszustandsvektoren
erfolgt komponentenweise durch ein probabilistisches Ähnlichkeitsmaß, wofür eine Metrik,
das heißt ein Abstandsmaß verwendet wird.
Für jede dieser Verkehrsdomänen ergibt sich deren Domänenzustandsvektor durch vektorielle
Addition der Ortszustandsvektoren aller Orte, die in dieser Domäne zusammengefaßt
sind.
Das Resultat ist eine aktuelle Liste von Verkehrsdomänen für eine Straße oder das
Straßenverkehrsnetz. Das ganze Straßenverkehrsnetz wird in die Strecken der Domänen
zerlegt. Die Domänenzustandsvektoren enthalten u.a. wieder eine kontinuierliche. Zustandbeschreibung.
Die Domäneneinteilung des Straßennetzes wird in zeitlichen Intervallen wiederholt
bestimmt und aktualisiert.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur dynamischen Verfolgung dieser Domänen funktioniert
wie folgt:
Die in einem Aktualisierungslauf ermittelten aktuellen Domänen werden mit den im vorausgegangenen
Aktualisierungslauf festgestellten Domänen, die jeweils in einer Meldeliste gespeichert
worden sind, verglichen. Dabei werden die neu gefundenen Domänen den bereits vorhandenen
Domänen über ein Ähnlichkeitsmaß zugeordnet. Basis des Ähnlichkeitsmaßes sind die
kontinuierlichen Domänenzustandsvektoren sowie Lage und Länge der Strecken, die von
den Domänen eingenommen werden. Ist eine Mindestähnlichkeit festgestellt, erfolgt
die Zuordnung der betrachteten Domänenstrecke zu der entsprechenden Meldung bzw. der
bereits vorhandenen Domäne. Dies wird für alle neu ermittelten Domänen und bereits
vorhandenen Meldungen ausgeführt.
[0058] Diese Zuordnung basierend auf einem kontinuierlichen Ähnlichkeitsmaß für die kontinuierlichen
Domänenzustandsvektoren läßt auch einen zeitlich graduellen Übergang des Verkehrszustandes
im Lebenslauf einer Meldung zu.
Nach diesen Zuordnungen zwischen Domänen und Meldungen wird jeweils geprüft. welche
bisherigen Meldungen in der Meldungliste bestehen bleiben, ob es Änderungsmeidungen
gibt, weil sich die Lage und/oder die Länge der bisherigen Domänen durch die Zuordnung
neu gefundener Domänen verändert haben, und welche nicht zuordenbaren Domänen neu
gemeldet werden müssen. Für neue Domänen wird gegebenenfalls eine Neumeldung erzeugt,
für zu bestehenden Meldungen zugeordnete Domänen werden die Meldungsattribute aktualisiert
und gegebenenfalls Änderungsmeldungen erzeugt, und Meldungen, die keiner Domäne oder
nur einer Domäne mit dem Verkehrszustand "frei" zugeordnet werden konnten, werden
gelöscht.
Dabei kann über einen Hystereseparameter gesteuert werden, wann Neu- und Änderungsmeldungen
als signifikant betrachtet und tatsächlich ausgeführt werden. Damit kann die Meldungszahl
reduziert werden, ohne die interne Information für die Domänenbildung und -verfolgung
des Verfahrens zu beschneiden.
Das Resultat des erfindungsgemäßen Verfahrens ist eine mit jedem Aktualisierungsschritt
dynamische Verfolgung der Domänen mit ähnlichen Verkehrszuständen und eine ständig
aktualisierte Meldungsliste.
Die Meldungsliste mit den in jeder Meldung enthaltenen Domäneneigenschaften ist die
Basis für die Information über die Verkehrszustände auf dem Straßenverkehrsnetz. Diese
Informationen werden bis zum nächsten Aktualisierungsschritt gespeichert und in geeigneter
Weise den Fahrzeuglenkern zur Kenntnis gebracht, z.Bsp. über Mobilfunk oder Signalanlagen.
oder sie werden für Steuerungseingriffe in den Verkehr bzw. die direkte Beeinflussung
der Fahrzeuge genutzt. Auch können die Informationen, die an die Verkehrsteilnehmer
weitergegeben werden, individuell in Abhängigkeit von deren jeweiligen Positionen
und Zielen im Straßenverkehrsnetz abgegeben werden.
Visualisierung
[0059] Für den Funktionstest der Verfahren mit realen historischen Verkehrsdaten und zur
optischen Überwachung der Verfahren während des Betriebs sowie für die bildhafte Darstellung
der Verkehrszustände auf Straßenabschnitten werden die Meldungsergebnisse der Verfahren
erfindungsgemäß visualisiert und mit den ermittelten Verkehrsmeßwerten verglichen.
Dazu werden die Verkehrsmeßwerte in dem betrachteten Straßenabschnitt durch unterschiedliche
Grauwerte über der Zeit dargestellt. In diesem Koordinatensystem werden auch die Meldungen
der Verkehrszustände bzw. die Domänen dargestellt. Mit der über das Bild wandernden
Zeitachse kann man die Verkehrslage und ihre Dynamik und aus der Kongruenz zwischen
Messung und Meldung die Güte der Verfahrensergebnisse erkennen (Fig. 10).
Beispiele dazu; die ein realisierter Prototyp erzeugt, sind in Fig. 11 und Fig. 12
gezeigt.
[0060] Über den gesamten Ort wird der Algorithmus wiederholt über die Zeit ausgeführt. In
den Figuren wandert der Aktualisierungsabschnitt also von links nach rechts. Dazu
werden die gespeicherten Werte links des aktuellen Auswertezeitpunkts betrachtet.
Die Ortsbereiche von gefundenen Domänen werden durch senkrechte Linien dargestellt.
Sind für diese Domänen Meldungen aktiviert, so wird dies durch einen weißen Fleck
im Domänenschwerpunkt gekennzeichnet. Ebenfalls wird dann eine Verbindungslinie zwischen
den Domänenschwerpunkten gezeichnet, welche die zeitliche Zuordnung durch das Verfahren
zur dynamischen Verfolgung der Domänen visualisieren. Die verschiedenen Grauwerte
der Linien entsprechen unterschiedlichen Farben, mit denen die Zustände gestaut, stockend,
dicht und frei wiedergegeben werden.
Ebenfalls zu sehen sind kleine Rauten, welche die lokalen Verkehrszustände an den
Orten anzeigen, an denen direkt Verkehrsmeßwerte vorliegen.
Im Hintergrund sind grau die Verkehrsmeßwerte angezeigt. In den Figuren sind z.Bsp.
die Geschwindigkeitswerte zu sehen, wobei dunkle Grauwerte niedrige Geschwindigkeiten
wiedergeben, und entsprechend helle Grauwerte für hohe Geschwindigkeiten stehen. Man
sieht sofort, wie die erzeugten Meldungen im Verhältnis zu den Verkehrsmeßwerten in
Ort und Zeit liegen.
In der Verkehrssituation, die in Fig. 11 dargestellt ist, wird die Domäne links unten
beispielsweise als dicht gemeldet. Diese Meldung ändert sich kurz danach in gestaut
(unterste quer verlaufende Linie). Diese Domänen können bis zum Ende des betrachteten
Zeitabschnitts über einen längeren Bereich in x und t stabil verfolgt werden.
Oberhalb, bei größeren x-Werten, wird etwas später eine Domäne stockenden Verkehrs
erkannt (mittlere Linie), die sich ebenfalls sehr stabil über die Zeit verfolgen läßt.
Noch darüber wird etwas später eine kleinere Domäne dichten Verkehrs erkannt.
[0061] In Fig. 12 werden die erzeugten Meldungen in Überlagerung mit den gemessenen Geschwindigkeitswerten
im Hintergrund zusammen dargestellt.
Diese Darstellungsart gibt einen optischen Eindruck über die Verkehrsdynamik und einen
Überblick über die gesamte Verkehrslage des Straßenverkehrsnetzes.
Ein Prototyp des Verfahrens zur Visualisierung wurde realisiert und im praktischen
Betrieb erprobt.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur dynamischen Verfolgung und Zuordnung von Domänen
gleicher Verkehrszustände und das Meldungsmanagement ist also charakterisiert durch
die folgenden Verarbeitungsschritte:
- Dynamische Verfolgung der Domänen
- Meldungsmanagement
- Meldungsliste: Informationen über Verkehrszustände und Verkehrslage
- Aktualisierung der Meldungsliste bei jedem Aktualisierungslauf Falls Zuordnung neuer
Domänen in der Meldungsliste möglich:
- bisherige Meldung bleibt bestehen oder Änderungsmeldung bezüglich Lage, Länge und
Verkehrszustand
- Falls Zuordnung in der Meldungsliste nicht möglich:
- Visualisierung
- Optische Darstellung der Kongruenz zwischen Verkehrsmeßwerten und Meldungungen
- Dynamik der Domänen bzw. der Verkehrszustände
- Überblick über die gesamte Verkehrslage
Wesentliche Details
[0062] Gegenstand der Erfindung sind Verfahren, die sich unabhängig voneinander einsetzen
lassen , aber auch zu einem Verkehrslage-Klassifikations-und Meldungssystem für den
Straßenverkehr, vorzugsweise für Autobahnen und Schnellstraßen, kombinieren lassen.
Es besteht ein dringender Bedarf an rechtzeitigen und aktuellen Informationen über
die differenzierten Verkehrszustände in örtlich möglichst genau bezeichneten Streckenabschnitten
aus Sicherheitsgründen, aber auch für zahlreiche andere Dienste und gegebenenfalls
für die direkte Fahrzeugbeeinflussung und Verkehrslenkung. Kernprobleme, welche dazu
gelöst werden müssen, sind:
- Die Verarbeitung der Verkehrsmeßdaten von unterschiedlichen Sensoren, die ortsfest
und mobil sind, synchrone, asynchrone und ereignisinduzierte Meßwerte liefern, lückenhaft
und sehr verrauscht sind.
- Die Klassifizierung der verschiedenen Verkehrszustände: gestaut, stockend, dicht und
frei, die nicht eindeutig definierbar sind, und die dynamische Bildung und Verfolgung
von Domänen gleicher Verkehrszustände, mit hoher örtlicher und zeitlicher Auflösung,
auch ohne Streckenkenntnisse und ohne Bindung an ein systembedingtes, streckenabhängiges
Raster.
- Ein Meldungsmanagement, das stabil und konsistent die Verkehrszustände bzw. Verkehrsdomänen
anzeigt, permanent aktualisiert wird und auch das Wachstum der Domänen, ihre Wanderung
und Teilung sowie ihre Übergänge in die anderen klassifizierten Verkehrszustände bis
zu ihrer Auflösung in der Klasse "frei" darstellt.
Die Betrachtung des Standes der Technik und die kritische Analyse der bekannten Verfahren
zeigen, daß es für diese Problemstellung noch keine befriedigende Lösung gibt.
Das erfindungsgemäßen Verfahren lösen diese Aufgabenstellungen, die durch die folgenden
wesentlichen Verarbeitungsschritte charakterisiert sind:
- Aus den Quelldaten der Sensoren wird die lokale Verkehrsdichte ermittelt und für jeden
Meßort und Meßzeitpunkt ein Meßvektor gebildet.
- Die Komponenten der Meßvektoren werden über mit den Aktualisierungsschritten gleitende
Historienfenster als gleitende Orts-Zeitfunktionen dargestellt.
- Es folgt eine komponentenweise orts-zeitliche Filterung der Meßvektoren, aufgrund
der Analyse der Zeitfunktionen hier bevorzugt mittels Medianfilter, Bildung der Standardabweichung
und der dilatierten Tophat-Funktion. Es ergibt sich an jedem Ort ein resultierender
Merkmalsvektor, der die lokalen Verkehrssituationen beschreibt.
- Den orts-zeitlich gefilterten Meßgrößen werden nun über eine Fuzzy-Klassifikation
Wahrscheinlichkeiten für die Verkehrszustände zugeordnet. Damit ist es möglich, diese
Komponenten der Zustände zu summieren und normiert zu einem einzigen Zustandsvektor
für jeden Ort konsistent zusammenzuführen.
- Sind an einem Ort zu wenig Meßwerte vorhanden, gibt es dort auch keinen Zustandsvektor,
es sind Lücken vorhanden. Zur Überbrückung wird eine Extrapolation mit z.Bsp. einem
lokalen Gaußfilter vorgenommen. Die Stabilität wird weiter erhöht durch eine gleitende,
komponentenweise Mittelung der Zustandsvektoren von jeweils zwei zeitlichen Aktualisierungsschritten
(Autoregressives-Filter).
- Orte mit ähnlichen Zustandsvektoren werden zu Domänen zusammengefaßt. Durch vektorielle
Addition der lokalen Zustandsvektoren und anschließender Normierung wird der Domänenzustandsvektor
ermittelt. Es resultiert eine aktuelle Liste von Domänen mit kontinuierlicher Verkehrszustandsinformation
für jede betrachtete Straße.
- Bei jedem weiteren Aktualisierungsschritt werden die identifizierten Domänen den bereits
vorhandenen Domänen der Meldungsliste über ein kontinuierliches Ähnlichkeitsmaß zugeordnet.
Die Domänen werden also über die Zeit dynamisch verfolgt, wobei auch eine graduelle
Zustandsänderung über die Zeit möglich und erlaubt ist.
- Nach dieser Zuordnung wird die Meldungsliste für die betrachtete Straße aktualisiert,
und es werden je nach Signifikanz Neu-, Änderungs- und Löschmeldungen ausgeführt.
Die Signifikanz wird über einen Parameter gesteuert, womit die Meldungszahl ohne Beeinträchtigung
des Verfahrens reduziert werden kann. Es resultiert eine aktuelle Meldungsliste je
Straße.
- Die Meldungslisten sind die Basis für das Meldungsmanagement. In ihnen werden die
Informationen über die Verkehrszustände gespeichert und stehen für die genannten Anwendungen
zur Verfügung.
- Die Ergebnisse werden visualisiert. Die Darstellung kann der Überwachung dienen und
gibt einen optischen Eindruck über die Verkehrsdynamik und einen Überblick über die
gesamte Verkehrslage.
Die Verfahren wurden erprobt.
1. Verfahren zur Erstellung von die Verkehrslage eines Straßenverkehrsnetzes repräsentierenden
Verkehrsinformationen, bei dem die Verkehrsinformationen durch von zu mehreren Zeitpunkten
erfassten Verkehrsmeßwerten bearbeitet werden und die erfassten Verkehrsmeßwerte je
betrachteter Straße über den Ort (x) und die Zeit (t) ihrer Erfassung je Meßwertkategorie
in wiederholt aktualisierten Histonenfenstem eingetragen und abgespeichert werden,
gekennzeichnet dadurch,
a) daß die Historienfenster eine bestimmte Zeitspanne vom aktuellen Zeitpunkt der
Erstellung der Verkehrsinformationen in die Vergangenheit reichen und Ort und Zeit
in Intervallen diskretisieren, wobei die erfassten Verkehrsmeßwerte in den jeweils
aktuell betrachteten einzelnen Historienfenstern über ihren Zeit- und Ortsverlauf
mit verschiedenen Filtern gefiltert werden, wobei je Filter ein Merkmal gebildet wird,
woraus sich zu jeweils einem Ort des Verkehrsnetzes ein sich auf diesen Ort beziehender,
die Verkehrssituation lückenlos beschreibender Ortszustandsvektor durch Zusammenfassen
der einzelnen Merkmale ergibt,
b) dass die Verkehrsmeßwerte zur Verkehrslage des Straßenverkehrsnetzes durch stationär
an Straßen des Verkehrsnetzes angeordnete Sensoren erfasst und/oder durch mobile Sensoren
in im Straßenverkehrsnetz fahrenden Fahrzeugen gemessen werden,
c) dass in den Historienfenstern für die einzelnen Meßwertkategorien ein- und zweidimensionale
morphologische Filter über Ort und Zeit auf bezüglich Ort und/oder Zeit lückenhaft
vorliegende Verkehrsmeßwerte angewendet werden und
d) dass es auf den die lokale Verkehrssituation beschreibenden Ortszustandsvektoren
basierende, ausgebbare Verkehrsinformationen erstellt,
e) des weiteren, dass Orte mit ähnlichen Ortszustandsvektoren und somit ähnlichen
Verkehrszuständen zu Verkehrsdomänen mit frei definierbaren Enden zusammengefaßt werden,
f) dass eine Zuordung der aus jedem weiteren Aktualisierungsschritt entstehenden Domänen
zu bereits vorhandenen Domänen über ein kontinuierliches Ähnlichkeitsmaß zum Zweck
der dynamischen Verfolgung, insbesondere in Übergangssituationen, und damit der möglichen
graduellen Zustandsänderung über die Zeit vorgenommen wird,
g) dass die Domäneneinteitung des Straßenverkehrsnetzes in zeitlichen Abständen wiederholt
bestimmt wird,
h) dass auf den Domäneneinteilungen basierende Verkehrsmeldungen erstellt werden
i) und dass die Verkehrsinformationen mittels eines Senders oder eines Zugangs zu
einem Sender zum Aussenden von Verkehrsinforrnationen insbesondere per Mobilfunk an
Verkehrsteilnehmer oder einen Service provider ausgegeben werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
zur Erfassung des Verkehrszustandes eines Straßenverkehrsnetzes durch Bildung von
Ortszustandsvektoren aus die Verkehrssituation an jedem Meßort beschreibenden Merkmalsvektoren
oder direkt aus Verkehrsmeßwerten an den Meßorten
- wobei für jeden Ort die Merkmale, welche die Verkehrssituation an diesem Orten beschreiben,
durch eine Fuzzy-Diskriminanzfunktion je Merkmal für jeden möglichen zu klassifizierenden
Verkehrszustand (Fig. 6: gestaut, stockend, dicht, frei) bewertet werden, worauf sich
ein wertekontinuierlicher Zustandsvektor je Ort und je Merkmal ergibt (Fig. 7 rechts),
dessen Komponenten die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Verkehrszustandes
quantifizieren,
- worauf vorhandene Zustandsvektoren je Ort zu einem einzigen Zustandsvektor je Ort
zusammengefaßt werden und der daraus resultierende Zustandsvektor je Ort als Ortszustandsvektor
normiert wird (Fig. 7),
- wobei auf den Ortszustandsvektoren basierende, ausgebbare Verkehrsinformationen
erstellt werden.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, zur Erstellung einer die Verkehrslage
eines Straßenverkehrsnetzes repräsentierenden lückenlosen Verkehrszustandsbeschreibung
in Form von Ortszustandsvektoren. deren Komponenten die Wahrscheinlichkeit für das
Vorliegen eines Verkehrszustandes quantifizieren,
- wobei Lücken in der Ortszustandsbeschreibung von Orten aufgrund von an diesen Orten
fehlenden Verkehrsmeßwerten durch eine Extrapolation der vorhandenen Ortszustandsvektoren
durch eine Filterung in Form einer Faltung über die vorhandenen Ortszustandsvektoren
überbrückt werden (Fig. 8),
- wobei aus der nun lückenlosen Beschreibung der Verkehrszustände über den Ort durch
Ortszustandsvektoren ausgebbare Verkehrsinformationen erstellt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
zum Vergleich von Verkehrsinformationen in Form von Zustandsvektoren, deren Komponenten
die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Verkehrszustandes quantifizieren,
- wobei die Zustandsvektoren die Verkehrslage eines Straßenverkehrsnetzes beschreiben,
durch die Ähnlichkeit von Verkehrszuständen repräsentierende Ähnlichkeitsmaße,
- wobei als Ähnlichkeitsmaß zwischen zwei Zustandsvektoren eine Metrik verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1-4,
zur stetigen dynamischen Verfolgung von durch innerhalb einer Domäne gleiche Verkehrszustände
charakterisierten Domänen und Zuordnung von Domänen zu bereits durch frühere Verkehrsmeldungen
ausgewiesene Domänen in einem Straßenverkehrsnetz,
- wobei die Domäneneinteitung des Straßennetzes in zeitlichen Abständen wiederholt
bestimmt wird, die zum aktuellen Zeitpunkt gefundenen Domänen je betrachteter Straße
über ein die zu den Domänen gehörenden Strecken- und Zustandsinformationen kontinuierlich
bewertendes Ähnlichkeitsmaß mit den im vorherigen Auswertungszyklus ermittelten Domänen
der jeweiligen Straßen verglichen werden (Fig. 10),
- worauf gegenüber dem vorherigen Auswertezyklus durch ein Meldungsmanagement für
neu hinzugekommene Domänen Neumeldungen, für verschwundene Domänen Löschmeldungen
und für
alle Domänen, die einer bereits gemeldeten Strecke zugeordnet werden konnten, Änderungsmeldungen
an die Verkehrsteilnehmer oder Telematikdienstleister versendet werden, wobei hierauf
erstellte Streckeninformationen bestehend aus Lage, Zustand und Länge der Verkehrsdomänen
auf jeweils einer gesamten betrachteten Straße zur Generierung der ausgegebenen Verkehrsinformationen
in den Neu-, Änderungs- und Löschmeldungen verwendet werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1-5,
dadurch gekennzeichnet,
daß aus den Ortszustandsvektoren der zusammengefaßten Orte ein die Verkehrstage dieser
Domänen repräsentierender Domänenzustandsvektor berechnet und einer Domäne zugewiesen
wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1-6,
dadurch gekennzeichnet,
daß für die Berechnung des jeweiligen Domänenzustandsvektors der Mittelwert der Ortszustandsvektoren
der in dieser Domäne zusammengefaßten Orte verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1-7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verkehrsinformationen zur direkten Übermittlung an Verkehrsteilnehmer in Form
von Neu-, Änderungs- und Löschmeldungen erstellt werden.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1-8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Domäneneinteilung des Straßennetzes in zeitlichen Abständen wiederholt bestimmt
wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verkehrsinformartionen in Form von Neu-, Änderungs- und Löschmetdungen in einer
ohne weitere Verarbeitung tauglichen Form erstellt werden zur indirekten Verkehrsbeeinflussung
und/oder zur direkten Verkehrslenkung.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß dadurch gekennzeichnet, daß
die Verkehrsinformationen verwendet werden zur Erstellung von Meldungen an Verkehrsteilnehmer
im Straßenverkehrsnetz betreffend den aktuellen Verkehrszustand und/oder einen prognostizierten
Verkehrszustand und/oder Navigationsanweisungen unter Berücksichtigung des aktuellen
und/oder prognostizierten Verkehrszustandes und/oder Geschwindigkeitsanweisungen.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verkehrsmeßwerte von zumindest einigen Sensoren zueinander zeitlich synchron
in regulären Zeitintervallen gemessen werden.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß Verkehrsmeßwerte zumindest von einigen Sensoren ereignisinduziert nur bei Eintritt
vorgegebener Ereignisse zur Verfügung stehen oder gemessen werden.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
dadurch gekennzeichnet,
daß zeitlich asynchrone Verkehrsmeßwerte von zumindest einigen Sensoren vorliegen.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
dadurch gekennzeichnet,
daß Merkmale aus Verkehrsdaten verschiedenen physikalischen Inhalts (Fluß f, Dichte d,
Geschwindigkeit v in Fig. 4)) gebildet und konsistent über wertekontinuierliche Wahrscheinlichkeften
als Klassifikationsergebnis zusammengeführt werden.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das zu klassifizierendes Merkmal Geschwindigkeit durch abgeleitete Werte berechnet
wird, insbesondere durch Reisegeschwindigkeiten.
17. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Filterfunktion zur Berechnung eines Merkmals für stockenden Verkehr eine morphologische
Tophat-Filterung der Verkehrsmeßwerte in der Meßwertkategorie Geschwindigkeit verwendet
wird.
18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
dadurch gekennzeichnet,
daß als Filterfunktion zur Glättung der Verkehrsmeßwerte in den Meßwertkategorien Geschwindigkeit
und Dichte eine morphologische Medianfilterung verwendet wird.
19. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die örtliche Auflösung über die Ortsdiskretisterung der Historienfenster und der
nachfolgenden Verarbeitung frei wählbar ist.
20. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Zustandsvektoren aller Merkmale je Ort zum Ortszustandsvektor je Ort zusammengefaßt
werden (Fig. 7).
21. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß auch aus anderen Quellen verfügbare Zustandsvektoren je Ort bei der Zusammenfassung
zum Ortszustandsvektor je Ort unter Berücksichtigung von Gewichtungsfaktoren eingehen,
22. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
- die Zusammenfassung der merkmalsbasierten Zustandsvektoren je Ort durch Summation
dieser Vektoren je Ort erfolgt und dann eine Normierung auf Summe = 1 vorgenommen
wird, oder
- die Zusammenfassung der merkmalsbasierten Zustandsvektoren je Ort durch ein komponentenweises
Produkt dieser Vektoren je Ort erfogt und dann eine Normierung auf Betrag = 1 vorgenommen
wird,
23. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fuzzy-Diskriminanzfunktion auf Orte angewendet wird, welche unabhängig von einer
festen Streckeneinteilung von Straßenverkehrsnetz-Segmenten einer digitalen Karte
sind.
24. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß über eine Schwelle für den Betrag der extrapolierten Zustandsvektoren die maximale
Extrapotationsweite begrenzt wird.
25. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Filterung durch einen Gaußfilter (Faltung mit einer Gaußkurve) erfolgt.
26. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß je betrachteter Straße eine gleitende zeitliche Glättung der aktuell ermittelten
extrapolierten Zustandsvektoren je Ort mit den im vorangegangenen Aktualisierungsschritt
für diese Straße je Ort ermittelten extrapolierten Ortszustandsvektoren vorgenommen
wird.
27. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß für diese Glättung ein Autoregressives Filter (AR) eingesetzt wird.
28. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Filterparameter des AR-Fitters in Abhängigkeit von der Länge der Aktualisierungsintervalle
so umgerechnet wird, daß die Filterung unabhängig von den gewählten Aktualisierungsintervallen
ist.
29. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Ähnlichkeitsmaß für die Ortszustandsvektoren der Zustand maximaler Wahrsheinlichkeit
verwendet wird, insbesondere der Index der maximalen Komponente eines Zustandsvektors
relativ zu den anderen Komponenten.
30. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Metrik für die Ortszustandsvektoren die euklidische Vektomorm verwendet wird.
31. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Ähnlichkeitsmaß für Verkehrsdomänen eine Metrik verwendet wird, weiche eine Metrik
für Zustandsvektoren auf die Domänenzustandsvektoren anwendet und auch zumindest die
örtliche Lage und/oder Länge der Domänen berücksichtigt.
32. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
dadurch gekennzeichnet,
daß das Domänenwachstumsverfahren direkt auf die wertekontinuiertichen extrapolierten
Zustandsvektoren der Orte einer betrachteten Strecke angewandt wird.
33. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verkehrssituation durch eine Verkehrsdomäne angegeben wird, welche die Lage im
Streckennetz, die Länge sowie den Verkehrszustand in insbesondere vier Stufen (gestaut,
stockend, dicht, frei) als Wahrscheinlichkeiten in Form des Domänenzustandsvektors
enthält.
34. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Domänenbildung auch Orte, deren Zustandsvektor für sich alleine gesehen einen
anderen Zustand als den der hinsichtlich der Domänenbildung betrachteten Domäne signalisiert,
dieser Domäne zuordnen kann.
35. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Komponenten der Ortszustandsvektoren als kontinuierliche Wahrscheinlichkeitswerte
anstatt diskreten Werten (0/1) für die an diesen Orten herrschenden Verkehrszustände
interpretiert werden,
36. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch einen die Zustandsvektorkomponenten betreffenden zu addierenden Hysteresewert
der Grad der Zusammenfassung von Orten mit einer anderen maximalen Zustandskomponente
als der, die für die Domänenbildung gerade betrachtet wird, gesteuert wird.
37. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß über einen Rückgriff auf zurückliegende Verkehrsmeßwerte über ein örtliches Gedächtnis
für die eingegangenen Verkehrsmeßwerte zwischen "kein Verkehr" und "Totalstau" unterschieden
wird.
38. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß für die Zuordnung von neu ermittelten Domäneninformationen zu bereits vorliegenden
Domäneninformationen ein Ähnlichkeitsmaß verwendet wird, das kontinuierlich die Lange,
den Ort und den Zustandsvektor dieser Domänen berücksichtigt.
39. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sensitivität des Verfahrens hinsichttich der Berücksichtigung schneller Änderungen
im Verkehrsgeschehen bei der Erstellung von Verkehrsinförmationen in Form der Merkmalsvektoren
über die Filterparameter der Meßwerthiter als auch des autoregressiven Filters einstellbar ist.
40. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sensitivität des Verfahrens hinsichtlich der Ortsauflösung der extraporierten
Ortszustandsbeschreibung über die Filterparameter des Extrapolationsfilters einstellbar
ist.
41. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sensitivität des Verfahrens hinsichtlich der Tendenz. Domänen zusammenzufassen
und so die Meldungszahl zu reduzieren. Ober die Filterparameter des Extrapolationsfilters
einstellbar ist.
42. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß Zustandsübergänge während des Lebenslaufes einer Meidung zugelassen werden.
43. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß über Signifikanzkntenen von Änderungen bzgl. Lage. Länge und Verkehrszustand der
Metdungsinformationen die Zahl der erzeugten Meldungen bei Bedarf reduziert wird.
44. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausgabe von Verkehrsinformationen ereignisinduziert im Falle bestimmter vorgegebener
Ereignisse erfolgt.
45. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Visuarisierung der Verkehrslage sowie deren Dynamik und zur Betriebsüberwachung
in einem Orts-/Zeit-Koordinatensystem die Meldungsergebnisse in Kongruenz mit den
Meßdaten wiedergegeben werden (Fig. 10, Fig. 11, Fig. 12).
46. Verkehrstageerfassungszentrate. insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der vorhergehenden Ansprüche, mit
- einer Eingabeeinrichtung zur Eingabe von Verkehrsmeßwerten in die Verkehrslageerfassungszentrale,
- einem Speicher für eingegebene Verkehrsmeßwerte,
- einer Ausgabeeinrichtung zur Ausgabe von Verkehrsinformationen an Verkehrsteilnehmer,
- einer Verkehrsmeßdaten-Bearbeitungs-Vorhchtung. die so ausgebildet ist, daß sie
nach einem der Ansprüche 1 bis 45 arbeitet.
47. Verkehrslageerfassungszentrate nach Anspruch 46,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Eingabeeinrichtung ein Empfänger oder Zugang zu einem Empfänger zum Empfang von
von den Sensoren insbesondere per Mobilfunk gesendeten Verkehrsmeßwerten ist.
48. Verkehrslageerfassungszentrale nach Anspruch 46 oder 47,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausgabeeinrichtung ein Sender oder ein Zugang zu einem Sender zum Aussenden von
Verkehrsinformationen insbesondere per Mobilfunk an Verkehrsteilnehmer oder einen
Serviceprovider ist.
1. Method of producing traffic information representing the traffic situation in a road
traffic network, in which the traffic information is processed by measured traffic
values detected at several different times, and the detected measured traffic values
for each road observed are entered and stored - in terms of the place (x) and time
(t) of their detection for each measured value category - in repeatedly updated history
windows,
characterised
a) in that the history windows extend for a specific period into the past from the
current time of the production of the traffic information, and discretise the time
and place at intervals, whereby the detected measured traffic values in the individual
history windows which are currently being viewed are filtered, using a variety of
filters, in terms of their time and location progressions, a characteristic being
formed for each filter from which, for a single location in the road network in each
case, there is produced - by combining the individual characteristics - a location
status vector which relates to this location and describes the traffic situation comprehensively,
b) in that the measured traffic values of the traffic situation of the road traffic
network are recorded by fixed sensors positioned along roads in the road network,
and/or measured by mobile sensors within vehicles travelling on the road traffic network,
c) in that, in the history windows for the individual measurement categories, one-
and two-dimensional morphological filters for place and time are applied to the measured
traffic values relating to place and/or time which are present in incomplete form,
d) in that it produces traffic information which is capable of being issued, based
on the location status vectors which describe the local traffic situation,
e) furthermore in that locations with similar location status vectors, and thus similar
traffic statuses, are combined into traffic domains with freely definable ends,
f) in that an allocation to existing domains is carried out on the domains arising
from each further update stage, by means of a continuous similarity measure, for the
purpose of dynamic tracking - in particular in transitional situations - and so that
a possible gradual change in status can take place over time,
g) in that the domain partitioning of the road traffic network is specified repeatedly
at intervals of time,
h) in that traffic reports are produced on the basis of the domain partitioning
i) and in that the traffic information is issued, by means of a transmitter or by
access to a transmitter for broadcasting traffic information, in particular by mobile
phone, to road users or to a service provider.
2. Method as in Claim 1
for detecting the traffic status of a road traffic network by forming location status
vectors from the characteristics vectors that describe the traffic situation at each
measuring location, or directly from measured traffic values at the measuring locations,
- whereby, for each location, the characteristics that describe the traffic situation
at this location are evaluated by means of a fuzzy discrimination function per characteristic
for each possible classifiable traffic status (Fig. 6: jammed, stop-start, heavy,
free-moving), the result being a value-continuous status vector for each location
and each characteristic (Fig. 7, right), the components of which quantify the probability
of the presence of a traffic status,
- after which, existing status vectors for each location are combined into a single
status vector for each location, and the resulting status vector for each location
is standardised as the location status vector (Fig. 7),
- whereby traffic information which is capable of being issued is produced on the
basis of the location status vectors.
3. Method as in one of the preceding Claims
for producing a comprehensive traffic status description representing the traffic
situation in a road traffic network, in the form of location status vectors, the components
of which quantify the probability of the presence of a traffic status,
- whereby gaps in the location status descriptions of locations (caused by the absence
of measured traffic values at these locations) are covered by extrapolating the existing
location status vectors by means of a filtering process in the form of a convolution
over the existing location status vectors (Fig. 8),
- whereby traffic information which is capable of being issued can be produced by
means of traffic status vectors from the now complete description of traffic conditions
across the location.
4. Method as in Claim 1
for comparing traffic information in the form of status vectors, the components of
which quantify the probability of the presence of a traffic status,
- whereby the status vectors describe the traffic situation of a road traffic network
by means of similarity measures which represent the similarity of traffic statuses,
- whereby metrics are used as the similarity measure between two status vectors.
5. Method as in one of the preceding Claims 1-4,
for the constant dynamic tracking of domains
characterised by the same traffic statuses within a domain, and the allocation of domains to domains,
already identified by earlier traffic messages, in a road traffic network,
- whereby the division into domains of the road network is established repeatedly
at intervals of time, the domains found at the current time for each road under observation
being compared, by means of a similarity measure which continuously evaluates the
section and status information belonging to the domains, with the domains established
in the previous evaluation cycle of the roads concerned (Fig. 10),
- after which new messages are sent, using a message management system, for domains
which have been newly added compared with the previous evaluation cycle, cancel messages
are sent for domains which have disappeared, and
change messages are sent for all domains which it has been possible to allocate to
a section which has already been reported, the messages being sent to the road users
or telematics service providers, section information produced on this basis - consisting
of situation, status and length of the traffic domains of an entire observed road
in each case - being used to generate the traffic information which is issued in the
new, change and cancel messages.
6. Method as in one of the preceding Claims 1-5,
characterised in that
a domain status vector, representing the traffic situation in these domains, is calculated
from the location status vectors of the combined locations and is assigned to a domain.
7. Method as in one of the preceding Claims 1-6,
characterised in that
the average value of the location status vectors of the locations combined in this
domain is used to calculate the relevant domain status vector.
8. Method as in one of the preceding Claims 1-7,
characterised in that
the traffic information is produced for direct transmission to road users in the form
of new, change and cancel messages.
9. Method as in one of the preceding Claims 1-8,
characterised in that
the division into domains of the road network is established repeatedly at intervals
of time.
10. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the traffic information is produced - in the form of new, change and cancel messages
- in a form which is suitable, without any further processing, to indirectly influence
traffic and/or to directly manage the traffic.
11. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the traffic information is used to produce messages to road users in the road network
relating to the current traffic status and/or a predicted traffic status and/or instructions
for navigation, taking into account the current and/or predicted traffic status and/or
speed instructions.
12. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the measured traffic values from at least some of the sensors are measured, chronologically
synchronised with each other, at regular intervals of time.
13. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
measured traffic values, at least from some of the sensors, are induced by events
and are available or measured only when predetermined events occur.
14. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
chronologically asynchronous measured traffic values are present from at least some
of the sensors.
15. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
characteristics from traffic data with different physical contents (flow f, density
d, speed v in Fig. 4) are formed and brought together as a classification event consistently
over value-continuous probabilities.
16. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the speed characteristic which is to be classified is calculated by derived values,
in particular by travel speeds.
17. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that,
as a filtering function for calculating a characteristic for stop-start traffic, a
morphological top-hat filtering of measured traffic values is used in the speed measured
value category.
18. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that,
as a filtering function for smoothing out the measured traffic values in the speed
and density measured value categories, a morphological median filtering process is
used.
19. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
local resolution can be selected at will for the local discretising of the history
windows and subsequent processing.
20. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
status vectors of all characteristics for each location are combined to form the location
status vector for each location (Fig. 7).
21. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
status vectors available also from other sources for each location are included in
the process of combination into location status vectors, taking weighting factors
into account.
22. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
- the combining of the characteristics-based status vectors for each location is effected
by adding these vectors for each location, and then a standardisation on to total
= 1 is carried out, or
- the combining of the characteristics-based status vectors for each location is effected
by a component-wise product of these vectors for each location, and then a standardisation
on to value = 1 is carried out.
23. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the fuzzy discrimination function is applied to locations which are independent of
the fixed sectional division of the road traffic network segments of a digital map.
24. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that,
above a threshold for the amount of the extrapolated status vectors, the maximum extrapolation
breadth is restricted.
25. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the filtering process is carried out by means of a Gaussian filter (convolution with
a Gaussian curve).
26. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that,
for each road under observation, a sliding chronological smoothing of the currently
established status vectors for each location is carried out with the extrapolated
location status vectors established for each location for that road at the previous
updating stage.
27. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
an autoregressive (AR) filter is used for this smoothing process.
28. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the filter parameters of the AR filter are converted in dependence on the length of
the update intervals in such a way that the filtering process is independent of the
update intervals selected.
29. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the status of maximum probability is used as the similarity measure for the location
status vectors, in particular the index of the maximum components of a status vector
relative to the other components.
30. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the euclidian vector norm is used as the metrics for the location status vectors.
31. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the metrics used as the similarity measure for traffic domains apply metrics for status
vectors to the domain status vectors, and also take into account at least the local
situation and/or the length of the domains.
32. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the domain growth process is applied directly to the value-continuous extrapolated
status vectors of the locations of a road which is being observed.
33. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the traffic situation is indicated by a traffic domain which contains the position
in the section network, the length, and the traffic status in - in particular - four
stages (jammed, stop-start, heavy, free-moving) as probabilities in the form of the
domain status vector.
34. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
where there are locations whose status vector in itself indicates a different status
from that of the domains observed for the purpose of domain formation, the domain
formation is able to allocate these locations to these domains.
35. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the components of the location status vectors are interpreted as continuous probability
values instead of discrete values (0/1) for traffic statuses prevailing at these locations.
36. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that,
by means of a hysteresis value - relating to the status vector components - which
is to be added, the level of combination of locations is controlled with a different
maximum status component from that which is currently being considered for domain
formation.
37. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that,
by referring to earlier measured traffic values, a distinction is made, using a local
memory for the measured traffic values already received, between "no traffic" and
"complete blockage".
38. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that,
for the allocation of newly established domain information to existing domain information,
a similarity measure is used which continuously takes into account the length, location
and status vector of these domains.
39. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the sensitivity of the method with regard to the consideration of rapid changes in
traffic events when producing traffic information in the form of characteristics vectors
can be adjusted by means of the filter parameters of the measured value filters and
of the autoregressive filter.
40. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the sensitivity of the method with regard to the local resolution of the extrapolated
location status description can be adjusted by means of the filter parameters of the
extrapolation filter.
41. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the sensitivity of the method with regard to the tendency to combine domains, and
thus to reduce the number of messages, can be adjusted by means of the filter parameters
of the extrapolation filter.
42. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
status transitions during the life of a message are permitted.
43. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the number of messages generated can be reduced if necessary by means of the significance
criteria of changes relating to position, length and traffic status of the message
information.
44. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
the issue of traffic information is effected on an event-induced basis in the case
of certain predetermined events.
45. Method as in one of the preceding Claims,
characterised in that
a visualisation is provided of the traffic situation and of its dynamics, and the
message results are provided in congruence with the measured data for the purpose
of monitoring operations in a place-time coordinate system (Fig. 10, Fig. 11, Fig.
12).
46. Central unit for detecting traffic situations, in particular for implementing the
method as in one of the preceding Claims, having
- an input device for entering measured traffic values into the traffic situation
detection centre,
- a memory for measured traffic values entered,
- an output device for issuing traffic information to road users,
- a device for processing measured traffic data, designed in such a way that it operates
in accordance with one of Claims 1 to 45.
47. Central unit for detecting traffic situations as in Claim 46,
characterised in that
the input device is a receiver, or access to a receiver, for receiving measured traffic
values transmitted by the sensors, in particular by means of mobile telephony.
48. Central unit for detecting traffic situations as in Claim 46 or 47,
characterised in that
the output device is a transmitter, or access to a transmitter, for transmitting traffic
information, in particular by means of mobile telephony, to road users or to a service
provider.
1. Procédé pour produire des informations de circulation représentant la situation du
trafic d'un réseau de circulation routière, dans lequel les informations de circulation
provenant de valeurs de mesure de trafic obtenues à plusieurs instants sont traitées
et les valeurs de mesure de trafic mesurées sont inscrites et mises en mémoire, par
route considérée, en fonction du lieu (x) et du temps (t) de leur mesure, par catégorie
de valeur de mesure, dans des fenêtres historiques actualisées de manière répétée,
caractérisé en ce que
a) les fenêtres historiques couvrent un certain laps de temps à partir de l'instant
actuel de l'établissement des informations de circulation jusque dans le passé et
discrétisent le lieu et le temps en intervalles, les valeurs de mesure de trafic obtenues
étant filtrées avec différents filtres dans les différentes fenêtres historiques actuellement
considérées sur leur tracé de temps et de lieu, une caractéristique étant formée par
filtre, d'où il résulte, en un lieu du réseau routier, un vecteur d'état de lieu se
rapportant à ce lieu, décrivant sans lacune la situation du trafic par la réunion
des différentes caractéristiques,
b) les valeurs de mesure de trafic relatives à la situation du trafic du réseau de
circulation routière sont déterminées par des capteurs disposés de manière fixe sur
des routes du réseau routier et/ou mesurées par des capteurs mobiles à bord de véhicules
circulant dans le réseau de circulation routière,
c) des filtres morphologiques à une et deux dimensions dans les fenêtres historiques
pour les différentes catégories de valeurs de mesure en fonction du lieu et du temps
sont appliqués à des valeurs de mesure de trafic existantes présentant des lacunes
en ce qui concerne le lieu et/ou le temps, et
d) il produit des informations de circulation basées sur les vecteurs d'état de lieu
décrivant la situation locale du trafic et pouvant être sorties,
e) en outre, des lieux ayant des vecteurs d'état de lieu identiques et, par conséquent,
des états de circulation identiques, sont réunis en domaines de circulation ayant
des extrémités librement définissables,
f) une association des domaines résultant de chaque opération d'actualisation ultérieure
à des domaines déjà existants est effectuée par l'intermédiaire d'une mesure de similitude
continue à des fins de suivi dynamique, en particulier dans des situations de transition
et, par conséquent, de modification d'état graduelle éventuelle dans le temps,
g) la répartition en domaines du réseau de circulation routière est déterminée de
manière répétée à intervalles de temps donnés,
h) des messages de circulation basés sur les répartitions en domaines sont produits,
i) et les informations de circulation sont émises au moyen d'un émetteur ou d'un-accès
à un émetteur pour l'émission d'informations de circulation, en particulier par radiotéléphonie
mobile, à des usagers de la route ou à un prestataire de services.
2. Procédé selon la revendication 1 pour déterminer l'état de la circulation d'un réseau
de circulation routière par formation de vecteurs d'état de lieu à partir de vecteurs
de caractéristiques décrivant la situation du trafic en chaque lieu de mesure ou directement
à partir de valeurs de mesure de trafic sur les lieux de mesure,
- les caractéristiques pour chaque lieu, lesquelles décrivent la situation du trafic
en ce lieu, étant évaluées par une fonction discriminante floue par caractéristique,
pour chaque état de trafic possible à classifier (fig. 6 : bouchon, ralentissement,
dense, fluide), d'où il résulte un vecteur d'état continu en valeurs par lieu et par
caractéristique (fig. 7, à droite), dont les composantes quantifient la probabilité
de l'existence d'un état de circulation,
- après quoi les vecteurs d'état existants par lieu sont réunis en un seul vecteur
d'état par lieu et le vecteur d'état en résultant par lieu est normalisé en tant que
vecteur d'état local (fig. 7),
- des informations de circulation, basées sur les vecteurs d'état de lieu et pouvant
être sorties, étant produites.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes pour produire une description
d'état de circulation sans lacune représentant la situation du trafic d'un réseau
de circulation routière sous la forme de vecteurs d'état de lieu, dont les composantes
quantifient la probabilité de l'existence d'un état de la circulation,
- des lacunes dans la description d'état de lieux dues à l'absence de valeurs de mesure
de trafic en ces lieux étant comblées par une extrapolation des vecteurs d'état de
lieu existants par un filtrage sous la forme d'une convolution sur les vecteurs d'état
de lieu existants (fig. 8),
- des informations de circulation étant produites, à partir de la description désormais
sans lacune des états de circulation, lesquelles peuvent être émises en fonction du
lieu par des vecteurs d'état local.
4. Procédé selon la revendication 1 pour comparer des informations de circulation sous
la forme de vecteurs d'état, dont les composantes quantifient la probabilité de l'existence
d'un état de circulation,
- les vecteurs d'état décrivant la situation du trafic d'un réseau de circulation
routière par des mesures de similitude représentant la similitude d'états du trafic,
- une métrique étant utilisée comme mesure de similitude entre deux vecteurs d'état.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4 précédentes pour le suivi
dynamique constant de domaines
caractérisés par des états de trafic identiques à l'intérieur d'un domaine et pour l'association de
domaines à des domaines déjà indiqués par des messages antérieurs relatifs à la circulation
dans un réseau de circulation routière,
- la répartition en domaines du réseau routier étant déterminée de manière répétée
à intervalles de temps donnés, les domaines trouvés au moment actuel par route considérée
étant comparés avec les domaines des routes concernées obtenus au cours du cycle d'évaluation
précédent (Fig. 10), par l'intermédiaire d'une mesure de similitude évaluant en continu
les informations de section et d'état associées aux domaines,
- après quoi, par rapport au cycle d'évaluation précédent, par une gestion des messages,
des messages nouveaux pour des domaines nouvellement ajoutés, des messages d'annulation
pour des domaines disparus, et des messages de modification pour tous les domaines
qui ont pu être associés à une section déjà signalée, sont envoyés aux usagers de
la route ou aux prestataires de services de télématique, les informations de section
ainsi produites et comprenant la situation, l'état et la longueur des domaines de
circulation, étant appliquées à toute une route considérée dans les messages nouveaux,
de modification et d'annulation pour générer les informations de circulation émises.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5 précédentes,
caractérisé en ce qu'à partir des vecteurs d'état de lieu des lieux réunis un vecteur d'état de domaine
représentant la situation du trafic de ces domaines est calculé et affecté à un domaine.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6 précédentes,
caractérisé en ce qu'on utilise, pour le calcul de chaque vecteur d'état de domaine, la moyenne des vecteurs
d'état de lieu des lieux réunis dans ce domaine.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7 précédentes, caractérisé en ce que les informations de circulation sont produites pour être directement transmises à
des usagers de la route sous la forme de messages nouveaux, de messages de modification
et de messages d'annulation.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8 précédentes,
caractérisé en ce que la répartition en domaines du réseau routier est déterminée de manière répétée à
intervalles de temps donnés.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les informations de circulation sont produites sous la forme de messages nouveaux,
de messages de modification et de messages d'annulation sous une forme fonctionnelle
sans autre traitement afin d'influer indirectement sur la circulation et/ou de guider
directement le trafic.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les informations de circulation sont utilisées pour produire des messages destinés
à des usagers de la route dans le réseau de circulation routière concernant l'état
actuel de la circulation et/ou un état de la circulation pronostiqué et/ou des instructions
de navigation tenant compte de l'état de la circulation actuel et/ou pronostiqué et/ou
des consignes de vitesse.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les valeurs de mesure de trafic sont mesurées par au moins quelques capteurs à des
intervalles de temps réguliers de manière synchrone dans le temps.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que des valeurs de mesure de trafic d'au moins quelques capteurs sont disponibles ou
sont mesurées de manière induite par l'événement seulement lors de la survenue d'événements
prédéterminés.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'on dispose de valeurs de mesure de trafic asynchrones dans le temps d'au moins quelques
capteurs.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que des caractéristiques sont formées à partir de données de circulation de contenu physique
différent (flux f, densité d, vitesse. v sur la figure 4) et sont réunies de manière
stable par l'intermédiaire de probabilités continues en valeurs en tant que résultat
de classification.
16. Procédé selon. l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la caractéristique à classifier vitesse est calculée par des valeurs dérivées, en
particulier par des vitesses de déplacement.
17. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'on utilise, comme fonction de filtrage, pour le calcul d'une caractéristique pour
une circulation bloquée, un filtrage morphologique tophat des valeurs de mesure de
trafic dans la catégorie de valeur de mesure vitesse.
18. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'on utilise, comme fonction de filtrage, un filtrage médian morphologique pour lisser
les valeurs de mesure de trafic dans les catégories de valeurs de mesure vitesse et
densité.
19. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la résolution locale par l'intermédiaire de la discrétisation locale des fenêtres
historiques et du traitement qui suit peut être choisie librement.
20. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que des vecteurs d'état de toutes les caractéristiques par lieu sont réunis par lieu
pour former le vecteur d'état de lieu (fig. 7).
21. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que des vecteurs d'état par lieu disponibles également à partir d'autres sources interviennent
lors de la réunion en un vecteur d'état de lieu par lieu en tenant compte de facteurs
de pondération.
22. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
- la réunion des vecteurs d'état par lieu basés sur les caractéristiques est effectuée
par addition de ces vecteurs par lieu et en ce qu'une normalisation à la somme = 1 est ensuite effectuée, ou bien
- la réunion des vecteurs d'état par lieu basés sur les caractéristiques est effectuée
par un produit de ces vecteurs par lieu à la manière de composantes et en ce qu'une normalisation au montant = 1 est ensuite effectuée.
23. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la fonction discriminante floue est appliquée à des lieux qui sont indépendants d'une
répartition fixe par section des segments de réseau de circulation routière d'une
carte numérique.
24. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la largeur d'extrapolation maximale est limitée par un seuil pour le montant des
vecteurs d'état extrapolés.
25. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le filtrage est effectué par un filtre de Gauss (convolution avec une courbe de Gauss).
26. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que, par route considérée, un lissage glissant dans le temps des vecteurs d'état par
lieu extrapolés obtenus actuellement est effectué avec les vecteurs d'état de lieu
extrapolés obtenus par lieu dans l'opération d'actualisation précédente pour cette
route.
27. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'un filtre autorégressif (AR) est utilisé pour ce lissage.
28. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le paramètre de filtrage du filtre AR est recalculé en fonction de la longueur des
intervalles d'actualisation, de telle sorte que le filtrage est indépendant des intervalles
d'actualisation choisis.
29. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'on utilise, comme mesure de similitude pour les vecteurs d'état de lieu, l'état de
probabilité maximale, en particulier l'indice de la composante maximale d'un vecteur
d'état relativement aux autres composantes.
30. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'on utilise, comme métrique pour les vecteurs d'état de lieu, la norme vectorielle
euclidienne.
31. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'on utilise, comme mesure de similitude pour des domaines de circulation, une métrique
qui applique une métrique pour vecteurs d'état aux vecteurs d'état de domaines et
prend en compte aussi au moins la situation locale et/ou la longueur des domaines.
32. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le procédé de croissance des domaines est appliqué directement aux vecteurs d'état
extrapolés, continus en valeurs, des lieux d'une section considérée.
33. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la situation du trafic est indiquée par un domaine de circulation, lequel contient,
comme probabilités sous la forme du vecteur d'état de domaine, la situation dans le
réseau routier, la longueur, ainsi que l'état du trafic en particulier en quatre niveaux
(bouchon, ralentissement, dense, fluide).
34. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la formation de domaine peut associer à ce domaine aussi des lieux dont le vecteur
d'état, considéré pour lui seul, signalise un autre état que celui du domaine considéré
du point de vue de la formation de domaine.
35. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les composantes des vecteurs d'état de lieu sont interprétées comme des valeurs de
probabilité continues au lieu de valeurs discrètes (0/1) pour les états de circulation
régnant en ces lieux.
36. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que, par une valeur d'hystérésis à ajouter concernant les composantes de vecteur d'état,
on peut commander le degré de réunion de lieux avec une autre composante d'état maximale
que celle qui est justement considérée pour la formation de domaine.
37. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la distinction est faite entre « absence de circulation » et « bouchon », par un
retour à des valeurs de mesure de trafic précédentes par l'intermédiaire d'une mémoire
locale pour les valeurs de mesure de trafic entrées.
38. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que, pour associer des informations de domaine nouvellement obtenues à des informations
de domaine déjà existantes, on utilise une mesure de similitude qui tient compte en
continu de la longueur, du lieu et du vecteur d'état de ces domaines.
39. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la sensibilité du procédé en ce qui concerne la prise en compte de modifications
rapides dans le trafic lors de la production d'informations de circulation peut être
réglée sous la forme des vecteurs de caractéristiques par l'intermédiaire des paramètres
de filtrage des filtres de valeurs de mesure ainsi que du filtre autorégressif.
40. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la sensibilité du procédé en ce qui concerne la résolution de lieu de la description
de l'état de lieu extrapolée peut être réglée par l'intermédiaire des paramètres de
filtrage du filtre d'extrapolation.
41. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la sensibilité du procédé en ce qui concerne la tendance à réunir des domaines et
donc à réduire le nombre de messages, peut être réglée par l'intermédiaire des paramètres
de filtrage du filtre d'extrapolation.
42. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que des transitions d'état sont admises pendant la durée de vie d'un message.
43. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le nombre des messages produits est réduit, en cas de besoin, par l'intermédiaire
de critères de différence significative de modifications concernant la situation,
la longueur et l'état de circulation des informations annoncées.
44. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'émission d'informations de circulation s'effectue de manière induite par l'événement
dans le cas de certains événements prédéterminés.
45. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que pour visualiser la situation du trafic, ainsi que sa dynamique, et pour surveiller
le fonctionnement, les résultats de messages sont reproduits en concordance avec les
données de mesure dans un système de coordonnées lieu/temps (fig. 10, fig. 11, fig.
12).
46. Centrale de détermination de la situation de la circulation, en particulier pour mettre
en oeuvre le procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant
- un dispositif d'entrée de données pour entrer des valeurs de mesure de trafic dans
la centrale de détermination de la situation de la circulation,
- une mémoire pour les valeurs de mesure de trafic entrées,
- un dispositif de sortie pour fournir des informations de circulation à des usagers
de la route,
- un dispositif de traitement des données de mesure de trafic qui est conçu de manière
à fonctionner selon l'une quelconque des revendications 1 à 45.
47. Centrale de détermination de la situation de la circulation selon la revendication
46,
caractérisée en ce que le dispositif d'entrée de données est un récepteur ou un accès à un récepteur pour
recevoir des valeurs de mesure de trafic envoyées par les capteurs, en particulier
par radiotéléphonie mobile.
48. Centrale de détermination de la situation de la circulation selon la revendication
46 ou 47,
caractérisée en ce que le dispositif de sortie de données est un émetteur ou un accès à un émetteur pour
fournir des informations de circulation, en particulier par radiotéléphonie mobile,
à des usagers de la route ou à un prestataire de services.