[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Mehrschichtlackierung von Substraten unter
Verwendung strahlungshärtbarer Beschichtungsmittel. Das Verfahren kann vorteilhaft
Anwendung finden in der Fahrzeug- und Industrielackierung, bevorzugt in der Fahrzeugreparaturlackierung.
[0002] Insbesondere in der Holzbeschichtungsindustrie ist die UV-Technologie bei der Beschichtung
und Härtung seit längerem Stand der Technik. Aber auch in anderen Anwendungsgebieten,
so auch in der Fahrzeuglackierung, ist es bekannt geworden, mittels energiereicher
Strahlung härtbare Beschichtungsmittel einzusetzen. Man nutzt auch hier die Vorteile
strahlungshärtbarer Beschichtungsmittel, wie z.B. die sehr kurzen Härtungszeiten,
die geringe Lösemittelemission der Beschichtungsmittel sowie die sehr gute Härte der
daraus erhaltenen Beschichtungen.
[0003] Neben geeigneten strahlungshärtbaren Bindemitteln und Photoinitiatoren sind auch
verschiedene Arten von Strahlungsquellen sowie mögliche Verfahrensabläufe für die
Härtung mittels energiereicher Strahlung bekannt worden.
[0004] So kann beispielsweise bei der UV-Beschichtung von industriellen Gütern in einer
kontinuierlichen Bandanlage beim Einsatz von strahlungshärtbaren Bindemitteln bzw.
Beschichtungsmitteln die UV-Bestrahlung mit einer thermischen Behandlung kombiniert
werden. Das heißt, dem eigentlichen Härtungsvorgang mittels UV-Strahlung kann beispielsweise
eine Erwärmungsphase nachgeschaltet werden. Die Erwärmung bzw. thermische Behandlung
kann dabei z.B. mittels Heißluft, Heizplatte oder Infrarotstrahlung (IR-Strahlung)
realisiert werden. Die Erfinder der vorliegenden Anmeldung haben gefunden und in der
deutschen Patentanmeldung DE-A-19 857 941 der gleichen Anmelderin vom gleichen Anmeldetag
mit dem Titel "Verfahren zur Mehrschichtlackierung" beschrieben, daß beispielsweise
vor der UV-Bestrahlung eine Trocknung der Beschichtung mit IR-Strahlung erfolgen kann
und damit verschiedene Eigenschaften, wie z.B. die Zwischenschichthaftung, Witterungsbeständigkeit
und Optik verbessert werden können. Auf diese Weise können auch nach Applikation des
strahlungshärtbaren Lackes erforderliche Ablüftzeiten reduziert werden. Insbesondere
beim Einsatz von strahlungshärtbaren Wasserlacken erreicht man so eine erhebliche
Verkürzung der Abtüftphase. Eine nachgeschaltete IR-Bestrahlung ist beispielsweise
dann von Vorteil, wenn im Lack neben den strahlungshärtbaren Bindemitteln weitere
Bindemittel enthalten sind, die über einen zusätzlichen Mechanismus vernetzen. In
einem solchen Fall kann mit der nachgeschalteten IR-Bestrahlung die vollständige Aushärtung
rasch erzielt werden.
[0005] Eine Kombination von UV- und IR-Bestrahlung während des Härtungsvorganges im weiteren
Sinne kann beispielsweise realisiert werden, indem UV-Strahlungsquelle bzw. IR-Strahlungsquelle
und/oder das zu bestrahlende Objekt kontinuierlich aneinander vorbeigeführt werden
oder indem diskontinuierlich UV-Strahlungsquelle und IR-Strahlungsquelle wechselseitig
vor dem zu bestrahlenden Objekt plaziert werden. Nachteilig an den geschilderten Verfahrensweisen
ist, daß einerseits beim kontinuierlichen Prozeß mindestens zwei zu durchlaufende
Trocknungs- bzw. Härtungszonen (UV-Zone und IR-Zone) vorhanden sein und UV- und IR-Zone
beispielsweise durch Blendschutz voneinander getrennt sein müssen, und daß andererseits
bei der diskontinuierlichen Arbeitsweise UV- und IR-Strahlungsquelle in Abhängigkeit
von der Anzahl der gewünschten Bestrahlungsintervalle vor dem zu bestrahlenden Objekt
wechselseitig ausgetauscht werden müssen, wobei der UV-Strahler während der IR-Trocknungsphase
im allgemeinen nicht betrieben wird. Letzgenannte diskontinuierliche Arbeitsweise
sowie jeweils erforderliche Einbrennzeiten der Strahlungsquellen, insbesondere der
UV-Strahler, wirken sich im allgemeinen zeitverzögernd auf den gesamten Lackiervorgang
aus. Insbesondere bei Anwendung der diskontinuierlichen Arbeitsweise z.B. in Lackierwerkstätten
können so der Fahrzeugdurchsatz und damit letztendlich die Rentabilität der Werkstatt
beeinfrächtigt werden.
[0006] Aufgabe der Erfindung war es daher, ein Verfahren zur Mehrschichtlackierung unter
Verwendung zumindest teilweise strahlungshärtbarer Beschichtungsmittel bereitzustellen,
welches es in einfacher, ökonomischer und zeitsparender Weise ermöglicht, beim Härten
der strahlungshärtbaren Beschichtungen UV-Bestrahlung und IR-Bestrahlung zu kombinieren,
ohne einen unerwünscht hohen apparativen und damit kostenintensiven Aufwand betreiben
zu müssen.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch das einen Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren
zur Mehrschichtlackierung durch Auftrag einer oder mehrerer Füller und/oder weiterer
Überzugsmitttelschichten auf ein gegebenenfalls vorbeschichtetes Substrat und anschließend
von einer Decklackschicht aus einem Basislack/Klarlackaufbau oder aus einem pigmentierten
Einschichtdecklack, wobei mindestens eine der Schichten des Mehrschichtaufbaus aus
einem mittels energiereicher Strahlung zumindest teilweise härtbaren Beschichtungsmittels
erstellt wird und diese Schicht(en) mit UV-Strahlung und IR-Strahlung bestrahlt werden,
das dadurch gekennzeichnet ist, daß zur Bestrahlung mit UV- und IR-Strahlung eine
UV-Strahlungsquelle verwendet wird, die in ihrem Emissionsspektrum einen IR-Strahlungsanteil
aufweist und daß durch abwechselndes Vorschalten eines UV-Filters und eines IR-Filters
und/oder abwechselndes Vorschalten und Weglassen eines UV-Filters oder eines IR-Filters
vor die UV-Strahlungsquelle mindestens zwei Bestrahlungsintervalle ausgebildet werden,
während derer unterschiedlich mit UV-Strahlung, IR-Strahlung oder gleichzeitig mit
UV-Strahlung und IR-Strahlung bestrahlt wird.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Arbeitsweise ist es möglich UV-Filter und IR-Filter abwechselnd
einzusetzen. Es ist auch möglich entweder mit einem UV-Filter oder einem IR-Filter
zu arbeiten und dieses abwechselnd wegzulassen, so daß mit UV- und IR-Strahlung gleichzeitig
bestrahlt wird. Beide Arbeitsweisen können miteinander kombiniert werden, so daß abwechselnd
Bestrahlungsintervalle mit UV-Strahlung, IR-Strahlung oder gemeinsam UVund IR-Strahlung
ausgebildet werden.
[0009] Die im erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbaren mit einem vorschaltbaren Filter modifizierten
UV-Strahlungsquellen können somit rasch und in einfacher Weise als reine IR-Strahler
verwendet werden.
[0010] Im erfindungsgemäßen Verfahren können als UV-Strahlungsquelle übliche UV-Strahlungsquellen
eingesetzt werden, sofern sie in ihrem Emissionsspektrum einen IR-Strahlungsanteil
aufweisen. Derartige UV-Strahlungsquellen sind dem Fachmann bekannt und allgemein
zugänglich. Bei dem im Emissionsspektrum der UV-Strahlungsquelle erforderlichen IR-Strahlungsanteil
handelt es sich bevorzugt um einen Strahlungsanteil im Bereich der kurzwelligen IR-Strahlung.
Es handelt sich hierbei um den Wellenlängenbereich von etwa 700 bis etwa 2500 nm.
Dieser Bereich entspricht im wesentlichen den Emissionsspektren üblicher in der Lacktrocknung
einsetzbarer IR-Strahler, die im Bereich von 500 bis 2500 nm, bevorzugt von 800 bis
2000 nm liegen. Erfindungsgemäß einsetzbare UV-Strahlungsquellen weisen somit beispielsweise
ein Emissionsspektrum, einschließlich UV- und IR-Emissionsanteil, im Bereich von 180
bis 2500 nm, bevorzugt von 200 bis 2500 nm, besonders bevorzugt von 200 bis 2000 nm
auf.
[0011] Die in der Praxis gebräuchlichen und dem Fachmann bekannten UV-Strahlungsquellen
weisen im allgemeinen einen UV-Strahlungsanteil im Emissionsspektrum von etwa 25 %
auf. Daneben liegt jeweils ein beträchtlicher IR-Strahlungsanteil im Emissionsspektrum
vor. Der IR-Strahlungsanteil kann beispielsweise bis etwa 60 % betragen.
[0012] Im erfindungsgemäßen Verfahren gut einsetzbare UV-Strahlungsquellen sind z.B. Quecksilberhochdruck-,
mitteldruck- und -niederdruckstrahler. Gebräuchlich sind dabei Lampen zwischen 5 und
200 cm Lampenlänge. In Abhängigkeit vom speziellen Anwendungsfall und von der benötigten
Strahlungsenergie sind Lampen- und Reflektorgeometrie in üblicher Weise aufeinander
abgestimmt. Die jeweilige Lampenleistung kann beispielsweise zwischen 20 und 250 W/cm
(Watt pro cm Lampenlänge) varüeren. Bevorzugt werden Lampen mit Leistungen zwischen
80 und 120 W/cm eingesetzt. Gegebenenfalls können die Quecksilberlampen durch Einbringen
von Metallhalogeniden auch dotiert sein. Beispiele dotierter Strahler sind Eisen-
oder Galliumquecksilberlampen.
[0013] Weitere Beispiele für UV-Strahlungsquellen sind Gasentladungsröhren, wie z.B. Xenonniederdrucklampen.
Neben diesen kontinuierlich arbeitenden UV-Strahlungsquellen können jedoch auch diskontinuierliche
UV-Strahlungsquellen eingesetzt werden. Bevorzugt handelt es sich hierbei um sogenannte
Hochenergieblitzeinrichtungen (kurz: UV-Blitzlampen). Die UV-Blitzlampen können eine
Mehrzahl von Blitzröhren, beispielsweise mit inertem Gas, wie Xenon, gefüllte Quarzröhren,
enthalten. Die UV-Blitzlampen weisen beispielsweise eine Beleuchtungsstärke von mindestens
10 Megalux, bevorzugt von 10 bis 80 Megalux pro Blitzentladung auf. Die Energie pro
Blitzentladung kann beispielsweise 1 bis 10 kJoule betragen.
[0014] Die im erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbaren UV-Strahlungsquellen werden durch
Vorschalten eines UV- oder IR-Filters vor die UV-Strahlungsquelle modifiziert. Unter
einem UV-Filter soll ein Filter verstanden werden, der im wesentlichen keine Strahlung
im Wellenlängenbereich der UV-Strahlung, d.h. insbesondere im Bereich von etwa 180
bis 380 nm, hindurchiäßt, jedoch durchlässig ist für IR-Strahlung. Unter einem IR-Filter
soll ein Filter verstanden werden, der im wesentlichen keine Strahlung im Wellenlängenbereich
der IR-Strahlung, insbesondere im Bereich von etwa 700 bis 2500 nm, hindurchläßt,
jedoch durchlässig ist für UV-Strahlung. Der Wellenlängenanteil des sichtbaren Lichtes
kann dabei je nach Wahl des entsprechenden Filters ganz oder teilweise herausgefiltert
oder durchgelassen werden.
[0015] Beim erfindungsgemäßen Verfahren können übliche UV- und/oder IR-Filter zur Modifizierung
der UV-Strahlungsquelle eingesetzt werden. Sie sind dem Fachmann bekannt und im Handel
erhältlich. Bei den Filtern kann es sich beispielsweise um Folien, z.B. IR-Durchlaßfolien,
oder um Glasfilter mit unterschiedlichen Transmissionskurven handeln. Die Filter sind
in unterschiedlichen Größen, Formen und verschiedenen Dicken erhältlich. Beispielsweise
können im erfindungsgemäßen Verfahren als UV-Filter die Glasfiltertypen GG, z.B. GG
474 der Firma Schott eingesetzt werden. Ebenso können sogenannte IR-Durchlaßfolien
eingesetzt werden. Als IR-Filter können im erfindungsgemäßen Verfahren beispielsweise
die Glasfiltertypen FG, z.B. FG 3, oder BG, z.B. BG 26, BG 3, der Firma Schott eingesetzt
werden.
[0016] Gerätetechnisch kann die Ausrüstung der im erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbaren
UV-Strahlungsquellen mit dem jeweiligen Filter in beliebiger Weise ausgeführt werden.
So ist es beispielsweise möglich, den Filter über geeignete Verbindungselemente oder
Halterungen so anzubringen, daß er wegklappbar, aufsteckbar oder vorschiebbar ist.
Ebenso ist es möglich, den Filter in einer von der UV-Strahlungsquelle getrennten
separaten Vorrichtung bzw. Halterung direkt vor der UV-Strahlungsquelle zu positionieren.
[0017] Die UV-Strahlungsquellen sind im allgemeinen in eine UV-Anlage integriert, die normalerweise
aus den UV-Strahlungsquellen, dem Reflektorsystem, der Stromversorgung, elektrischen
Steuerungen, der Abschirmung, dem Kühlsystem und der Ozonabsaugung besteht. Andere
Anordnungen sind natürlich auch möglich, ebenso ist es möglich, nur Teile der hier
genannten Bestandteile einer UV-Anlage zu verwenden.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Mehrschichtlackierung kann unter Verwendung der
vorstehend beschriebenen mit einem Filter modifizierbaren UV-Strahlungsquellen verschiedenartig
durchgeführt werden. Es können Bestrahlungsintervalle mit UV-Strahlung, IR-Strahlung
oder UV- und IR-Strahlung beliebig miteinander kombiniert werden. Dabei können sowohl
Anzahl und Reihenfolge der jeweiligen Bestrahlungsintervalle sowie die Bestrahlungsdauer
pro Bestrahlungsintervall und die Gesamtbestrahlungsdauer variiert werden.
[0019] Beispielhaft näher erläutert seien hier das Vorschalten eines IR-Bestrahlungsschrittes
vor die UV-Bestrahlung und das Nachschalten eines IR-Bestrahlungsschrittes an die
erfolgte UV-Bestrahlung.
[0020] Zunächst soll der Härtungsprozess mit Bestrahlungsintervallen IR-Bestrahlung und
anschließende UV-Bestrahlung erläutert werden. Im ersten Schritt wird das mittels
energiereicher Strahlung zumindest teilweise härtbare Beschichtungsmittel appliziert.
Die Applikation erfolgt auf übliche Art und Weise, beispielsweise mittels Spritzapplikation.
Nach der Applikation schließt sich nach einer gegebenenfalls gewährten Ablüftphase
eine Trocknungsphase bzw. Erwärmungsphase mit IR-Strahlung an. Die Trocknungsphase
soll das Ablüften beschleunigen, das heißt, durch die Wärmeeinwirkung soll das Abdunsten
der in der Beschichtung noch vorhandenen organischen Lösemittel und/oder im Falle
von Wasserlacken des Wassers in relativ kurzer Zeit erfolgen. Weiterhin wirkt sich
die mit der IR-Bestrahlung erzielte Erwärmung der Substratoberfläche auch positiv
auf den Härtungsprozess mittels UV-Strahlung aus, da bei mittels UV-Strahlung härtbaren
Bindemittelsystemen eine höhere Vernetzungsdichte erreicht werden kann, wenn die Vernetzung
in der Wärme gestartet wird.
[0021] Die IR-Bestrahlung wird realisiert, indem, wie vorstehend bereits beschrieben, der
verwendeten UV-Strahlungsquelle ein UV-Filter vorgeschaltet und entsprechend bestrahlt
wird. In diesem Bestrahlungsintervall erfolgt somit nur eine Erwärmung der Substratoberfläche,
jedoch keine Vernetzung mittels UV-Strahlung. Die Bestrahlungsdauer mit IR-Strahlung
kann beispielsweise 1 bis 20 min betragen. Im Fall der Verwendung einer UV-Blitzlampe
als UV-Strahlungsquelle kann die IR-Bestrahlung auch durch Auslösen mehrerer Blitzentladungen
erfolgen. Die Bestrahlungsdauer hängt beispielsweise ab von Art und Menge der nach
Applikation noch in der Beschichtung vorhandenen Lösemittel. In Abhängigkeit von Bestrahlungsdauer
und Leistung der Strahlungsquelle können dabei an der Substratoberfläche Temperaturen
von beispielsweise 40 bis 200 °C erreicht werden. Bevorzugt sollten die Einstellungen
so vorgenommen werden, daß Temperaturen von beispielsweise von 40 bis 100°C an der
Substratoberfläche erreicht werden. Wenn die gewünschte Temperatur der Substratoberfläche
erreicht bzw. die vorgesehene Bestrahlungsdauer abgelaufen ist, wird der UV-Filter
entfernt. Nach Entfernung des UV-Filters beginnt im Falle von kontinuierlich arbeitenden
Strahlungsquellen augenblicklich die UV-Vernetzung. Im Fall von diskontinuierlich
zu betreibenden UV-Blitzlampen werden nach Entfernung des UV-Filters die gewünschten
UV-Blitze ausgelöst.
[0022] Die Betrahlungsdauer mit UV-Strahlung kann beim Einsatz von UV-Blitzlampen als UV-Strahlungsquelle
beispielsweise im Bereich von 1 Millisekunde bis 400 Sekunden, bevorzugt von 4 bis
160 Sekunden, je nach Anzahl der gewählten Blitzentladungen, liegen. Die Blitze können
beispielsweise etwa alle 4 Sekunden ausgelöst werden. Die Härtung kann beispielsweise
durch 1 bis 40 aufeinanderfolgende Blitzentladungen erfolgen.
[0023] Beim Einsatz kontinuierlicher UV-Strahlungsquellen kann die Bestrahlungsdauer beispielsweise
im Bereich von einigen Sekunden bis etwa 5 Minuten, bevorzugt unter 5 Minuten liegen.
[0024] Der Abstand der UV-Strahlungsquellen zur zu bestrahlenden Substratoberfläche kann
beispielsweise 5 bis 60 cm betragen. Die Abschirmung der UV-Strahlungsquellen zur
Vermeidung von Strahlungsaustritt kann z.B. durch Verwendung eines entsprechend ausgekleideten
Schutzgehäuses um eine transportable Lampeneinheit oder mit Hilfe anderer, dem Fachmann
bekannter Sicherheitsmaßnahmen, erfolgen.
[0025] Die Kopplung einer IR-Bestrahlungsphase mit einer sich anschließenden UV-Bestrahlungsphase
unter Verwendung der im erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbaren UV-Strahlungsquellen
mit vorgeschaltetem UV-Filter bietet unter anderem den Vorteil, daß die Einbrennphase
einer kontinuierlichen UV-Strahlungsquelle zur Vortrocknung bzw. Erwärmung der Substratoberfläche
genutzt werden kann. Sind neben den mittels UV-Strahlung härtbaren Bindemitteln noch
Bindemittel im Beschichtungsmittel enthalten, die nach einem zusätzlichen Mechanismus
vernetzen bzw. härten, dann ergibt sich noch der Vorteil, daß durch die IR-Bestrahlung
schon eine gewisse Anvernetzung stattfindet, was beispielsweise zu einer verbesserter
Standfestigkeit führt.
[0026] Im folgenden soll der Härtungsprozess mit Bestrahlungsintervallen UV-Bestrahlung
und anschließende IR-Bestrahlung erläutert werden. Im ersten Schritt wird das mittels
energiereicher Strahlung zumindest teilweise härtbare Beschichtungsmittel appliziert.
Die Applikation kann auf übliche Art und Weise, beispielsweise mittels Spritzapplikation,
erfolgen. Nach der Applikation schließt sich die Bestrahlungsphase mit UV-Strahlung
an. Die Durchführung der UV-Bestrahlung entspricht dabei den vorstehend bereits gernachten
Ausführungen. Nach Beendigung der UV-Bestrahlungsphase schließt sich die Bestrahlungsphase
mit IR-Strahlung an. Die IR-Bestrahlung wird realisiert, indem, wie vorstehend bereits
beschrieben, der verwendeten UV-Strahlungsquelle ein UV-Filter vorgeschaltet und entsprechend
bestrahlt wird. Die nachgeschaltete IR-Bestrahlungsphase kann beispielsweise 0,5 bis
30 Minuten betragen. Ansonsten gelten die vorstehend bereits gemachten Aussagen bezüglich
der IR-Bestrahlung.
[0027] Die Kopplung einer UV-Bestrahlungsphase mit einer nachgeschalteten IR-Bestrahlungsphase
kann insbesondere dann vorteilhaft sein, wenn im applizierten Beschichtungsmittel
neben den strahlungshärtbaren Bindemitteln noch weitere Bindemittel enthalten sind,
die über einen zusätzlichen Mechanismus vernetzen und/oder physikalisch trocknend
sind. Die abschließende IR-Trocknungsphase führt in diesen Fällen rasch zur vollständigen
Aushärtung der applizierten Beschichtung.
[0028] Neben diesen beiden nur beispielhaft erläuterten Kombinationen verschiedener Bestrahlungsintervalle
sind natürlich beliebige weitere Kombinationen von UV-, IR- oder UVund IR-Bestrahlung
möglich. Weitere denkbare Beispiele für Kombinationen sind: IR-Bestrahlung-UV-Bestrahlung-IR-Bestrahlung;
UV-Bestrahlung-IR-Bestrahlung-UV-Bestrahlung-IR-Bestrahlung. Desweiteren ist es auch
möglich, verschiedene Bestrahlungsintervalle im Zusammenhang mit der Durchführung
mehrerer Spritzgänge oder Arbeitsgänge oder im Zusammenhang mit der Strahlungshärtung
mehrerer aufeinananderfolgender Schichten des Mehrschichtaufbaues anzuwenden.
[0029] Beispielsweise kann nach Applikation des zumindest teilweise strahlungshärtbaren
Beschichtungsmittels in einem Spritzgang eine IR-Bestrahlung und eine anschließende
UV-Bestrahlung erfolgen, nachfolgend wird das Beschichtungsmittel in einem oder mehreren
weiteren Spritzgängen aufgebracht und es erfolgt wiederum zunächst eine IR- und anschließend
eine UV-Bestrahlung.
[0030] Ebenso ist es möglich, im Mehrschichtaufbau zunächst einen zumindest teilweise strahlungshärtbaren
Basislack zu applizieren und zunächst einer IR- und nachfolgend einer UV-Bestrahlung
zu unterwerfen. Danach wird ein zumindest teilweise strahlungshärtbarer Klarlack appliziert
und wieder zunächst einer JR- und nachfolgend einer UV-Bestrahlung unterworfen. Gegebenenfalls
kann sich in beiden Fällen eine weitere IR-Bestrahlung anschließen. Die Strahlungshärtung
der einzelnen Schichten des Mehrschichtaufbaues sowie der mittels mehrerer Spritzgänge
aufgetragenen Schichten kann dabei jeweils mit gleicher oder unterschiedlicher Strahlungsintensität
und unterschiedlicher Bestrahlungsdauer für jede Schicht einzeln oder für zwei oder
mehr Schichten gemeinsam erfolgen.
[0031] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können ein oder mehrere Schichten eines üblichen
Mehrschichtaufbaus in der Fahrzeuglackierung gehärtet werden. Dabei kann es sich beispielsweise
um einen Mehrschichtaufbau aus Grundierung, Füller, Basislack, Klarlack oder aus Grundierung,
Füller, Einschichtdecklack handeln. Es können dabei ein oder mehrere Schichten des
Mehrschichtaufbaus aus zumindest teilweise strahlungshärtbaren Beschichtungsmitteln
erstellt werden.
[0032] Die im erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten mittels energiereicher Strahlung zumindest
teilweise aushärtbaren Beschichtungsmittel unterliegen keiner Beschränkung, sie können
wäßrig, mit Lösemitteln verdünnt oder frei von Lösemitteln und Wasser sein. Es kann
sich um mittels energiereicher Strahlung, bevorzugt mittels UV-Strahlung, vollständig
oder nur teilweise aushärtbare Beschichtungsmittel handeln. Bei mittels energiereicher
Strahlung aushärtbaren Beschichtungsmitteln handelt es sich insbesondere um dem Fachmann
bekannte kationisch und/oder radikalisch härtende Beschichtungsmittel. Bevorzugt sind
radikalisch härtende Beschichtungsmittel. Bei Einwirkung energiereicher Strahlung
auf diese Beschichtungsmitteln entstehen im Beschichtungsmittel Radikale, die eine
Vernetzung durch radikalische Polymerisation olefinischer Doppelbindungen auslösen.
[0033] Die bevorzugt einsetzbaren radikalisch härtenden Beschichtungsmittel enthalten übliche
Prepolymere, wie Poly- oder Oligomere, die radikalisch polymerisierbare olefinische
Doppelbindungen, insbesondere in Form von (Meth)acryloylgruppen im Molekül aufweisen.
[0034] Die Prepolymeren können in Kombination mit üblichen Reaktivverdünnern, d.h. reaktiven
flüssigen Monomeren, vorliegen.
[0035] Beispiele für Prepolymere oder Oligomere sind (meth)acrylfunktionelle (Meth)acrylcopolymere,
Epoxidharz(meth)acrylate, Polyester(meth)acrylate, Polyether(meth)acrylate, Polyurethan(meth)acrylate,
ungesättigte Polyester, ungesättigte Polyurethane oder Silikon(meth)acrylate mit zahlenmittleren
Molekularmassen (Mn) bevorzugt im Bereich von 200 bis 10000, besonders bevorzugt von
500 bis 3000 und mit durchschnittlich 2 bis 20, bevorzugt 3 bis 10 radikalisch polymerisierbaren,
olefinischen Doppelbindungen pro Molekül. Unter (Meth)acryl ist hier Acryl und/oder
Methacryl zu verstehen.
[0036] Werden Reaktivverdünner verwendet, so werden sie beispielsweise in Mengen von 1 bis
50 Gew.-%, bevorzugt von 5 bis 30 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht von Prepolymeren
und Reaktivverdünnern, eingesetzt. Es handelt sich um niedermolekulare definierte
Verbindungen, die mono-, di- oder polyungesättigt sein können. Beispiele für solche
Reaktivverdünner sind: (Meth)acrylsäure und deren Ester, Maleinsäure und deren Halbester,
Vinylacetat, Vinylether, substituierte Vinylharnstoffe, Ethylen- und Propylenglykoldi(meth)acrylat,
1,3- und 1,4-Butandioldi(meth)acrylat, Vinyl(meth)acrylat, Allyl(meth)acrylat, Glycerintri-,
-di- und -mono(meth)acrylat, Trimethylolpropantri-, -di- und -mono(meth)acrylat, Styrol,
Vinyltoluol, Divinylbenzol, Pentaerythrittri- und -tetra(meth)acrylat, Di- und Tripropylenglykoldi(meth)acrylat,
Hexandioldi(meth)acrylat. Die Reaktivverdünner können einzeln oder im Gemisch eingesetzt
werden. Bevorzugt werden als Reaktivverdünner Diacrylate wie z.B. Dipropylenglykoldiacrylat,
Tripropylenglykoldiacrylat und/oder Hexandioldiacrylat eingesetzt.
[0037] Die radikalisch härtenden Beschichtungsmittel enthalten Photoinitiatoren, z.B. in
Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-%, bevorzugt von 0,5 bis 3 Gew.-%, bezogen auf die Summe
von radikalisch polymerisierbaren Prepolymeren, Reaktivverdünnern und Photoinitiatoren.
Geeignet sind die üblichen Photoinitiatoren, wie beispielsweise Benzoin und -derivate,
Acetophenon und -derivate, z.B. 2,2-Diacetoxyacetophenon, Benzophenon und -derivate,
Thioxanthon und -derivate, Anthrachinon, 1-Benzoylcyclohexanol, phosphororganische
Verbindungen, wie z.B. Acylphospinoxide. Die Photoinitiatoren können allein oder in
Kombination eingesetzt werden. Außerdem können weitere synergistische Komponenten,
z.B. tertiäre Amine, eingesetzt werden.
[0038] Die im erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbaren mittels energiereicher Strahlung
zumindest teilweise härtbaren Beschichtungsmittel können neben dem mittels energiereicher
Strahlung härtbaren Bindemittelsystem ein oder mehrere weitere Bindemittel enthalten.
Bei den gegebenenfalls zusätzlich vorliegenden weiteren Bindemitteln kann es sich
beispielsweise um übliche mittels Additions- und/oder Kondensationsreaktionen aushärtbare
Bindemittelsysteme und/oder um übliche physikalisch trocknende Bindemittelsysteme
handeln. Es ist auch möglich, daß das an sich mittels energiereicher Strahlung härtbare
Bindemittelsystem zusätzlich zu den radikalisch polymerisierbaren Doppelbindungen
zur Vernetzung durch Additions- und/oder Kondensationsreaktionen fähige Gruppen aufweist.
[0039] Bei den Additions- und/oder Kondensationsreaktionen im vorstehend genannten Sinne
handelt es sich um dem Fachmann bekannte lackchemische Vernetzungsreaktionen wie beispielsweise
die ringöffnende Addition einer Epoxidgruppe an eine Carboxylgruppe unter Bildung
einer Ester- und einer Hydroxylgruppe, die Addition einer Hydroxylgruppe an eine Isocyanatgruppe
unter Bildung einer Urethangruppe, die Reaktion einer Hydroxylgruppe mit einer blockierten
Isocyanatgruppe unter Ausbildung einer Urethangruppe und Abspaltung des Blockierungsmittels,
die Reaktion einer Hydroxylgruppe mit einer N-Methylolgruppe unter Wasserabspaltung,
die Reaktion einer Hydroxylgruppe mit einer N-Methylolethergruppe unter Abspaltung
des Veretherungsalkohols, die Umesterungsreaktion einer Hydroxylgruppe mit einer Estergruppe
unter Abspaltung des Veresterungsalkohols, die Umurethanisierungsreaktion einer Hydroxylgruppe
mit einer Carbamatgruppe unter Alkoholabspaltung, die Reaktion einer Carbamatgruppe
mit einer N-Methylolethergruppe unter Abspaltung des Veretherungsalkohols. Bevorzugt
sind funktionelle Gruppen enthalten, die eine Vernetzung bei niedrigen Temperaturen,
beipielsweise bei 20 bis 80°C ermöglichen. Besonders bevorzugt kann es sich um Hydroxyl-
und Isocyanatgruppen handeln.
[0040] Die im erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbaren mittels energiereicher Strahlung
zumindest teilweise härtbaren Beschichtungsmittel können zusätzliche, für die Lackformulierung
übliche Komponenten enthalten. Sie können z.B. lackübliche Additive enthalten. Bei
den Additiven handelt es sich um die üblichen auf dem Lacksektor einsetzbaren Additive.
Beispiele für solche Additive sind Verlaufsmittel, Antikratermittel, Antischaummittel,
Katalysatoren, Haftvermittler, rheologiebeeinflussende Additive, Verdicker, Lichtschutzmittel
und Emulgatoren. Die Additive werden in üblichen, dem Fachmann geläufigen Mengen eingesetzt.
[0041] Die im erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbaren Beschichtungsmittel können geringe
Mengen an organischen Lösemitteln und/oder Wasser enthalten. Bei den Lösemitteln handelt
es sich um übliche lacktechnische Lösemittel. Diese können aus der Herstellung der
Bindemittel stammen oder werden separat zugegeben. Beispiele für solche Lösemittel
sind einoder mehrwertige Alkohole, z.B. Propanol, Butanol, Hexanol; Glykolether oder
-ester, z.B. Diethylenglykoldialkylether, Dipropylenglykoldialkylether, jeweils mit
Cl- bis C6-Alkyl, Ethoxypropanol, Butylglykol; Glykole, z.B. Ethylenglykol, Propylenglykol
und deren Oligomere, Ester, wie z.B. Butylacetat und Amylacetat, N-Methylpyrrolidon
sowie Ketone, z.B. Methylethylketon, Aceton, Cyclohexanon; aromatische oder aliphatische
Kohlenwasserstoffe, z.B. Toluol, Xylol oder lineare oder verzweigte aliphatische C6-C12-Kohlenwasserstoffe.
[0042] Die im erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbaren Beschichtungsmittel können Pigmente
und/oder Füllstoffe enthalten. Es handelt sich dabei um die üblichen in der Lackindustrie
einsetzbaren Füllstoffe und organischen oder anorganischen farb- und/oder effektgebenden
Pigmente und Korrosionsschutzpigmente. Beispiele für anorganische oder organische
Farbpigmente sind Titandioxid, mikronisiertes Titandioxid, Eisenoxidpigmente, Ruß,
Azopigmente, Phthalocyaninpigmente, Chinacridon- und Pyrrolopyrrolpigmente. Beispiele
für Effektpigmente sind: Metallpigmente, z.B. aus Aluminium, Kupfer oder anderen Metallen;
Interferenzpigmente, wie z.B. metalloxidbeschichtete Metallpigmente, z.B. titandioxidbeschichtetes
oder mischoxidbeschichtetes Aluminium, beschichteter Glimmer, wie z.B. titandioxidbeschichteter
Glimmer und Graphiteffektpigmente. Beispiele für Füllstoffe sind Siliciumdioxid, Aluminiumsilikat,
Bariumsulfat und Talkum.
[0043] Die generelle Zusammensetzung der einsetzbaren Beschichtungsmittel, beispielsweise
die Art der Pigmentierung, richtet sich danach, welche Schicht des Mehrschichtaufbaus
mit den Beschichtungsmitteln erstellt werden soll.
[0044] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können in einfacher Weise ohne großen apparativen
und kostenintensiven Aufwand die Vorzüge einer kombinierten UV/IR-Härtung ausgenutzt
werden. Rasch und ohne größere zeitliche Verzögerung können mehrere Bestrahlungsintervalle
mit IR- oder mit UV-Strahlung abwechselnd aufeinanderfolgen. Es ist nicht erforderlich
mehrere Strahlungsquellen zu positionieren, was insbesondere bei der Ausbesserung
von kleineren Schadstellen uneffektiv wäre. Insgesamt ermöglicht das erfindungsgemäße
Verfahren insbesondere in einer Lackierwerkstatt, beispielsweise zur Reparaturlackierung,
ein wirtschaftlicheres Arbeiten.
[0045] Die Erfindung soll an Hand des folgenden Beispiels näher erläutert werden.
Beispiel
[0046] Zunächst wurde ein mittels UV-Strahlung härtbarer Klarlack hergestellt. Dazu wurden
folgende Komponenten miteinander vermischt und mittels Schnellrührer einige Minuten
homogenisiert:
55 g Jägalux 5154 (OH- und acryloylfunktionelles Bindemittel)
10 g eines handelsüblichen Polyisocyanates (Desmodur N 75)
3,8 g eines handelsüblichen Photoinitiators auf Basis Arylphosphinoxid (Lucirin TPO)
0,5 g eines handelsüblichen Verlaufsmittels (Byketol OK)
2,5 g Butylacetat
Erstellung eines Mehrschichtaufbaus
[0047] Auf füllerbeschichtetes KTL-Blech wurde ein Wasserbasislack (hergestellt entsprechend
DE-A-196 43 802, Herstellungsbeispiel 4 ) in einer resultierenden Trockenfilmschichtdicke
von etwa 15 µm appliziert. Anschließend erfolgte eine IR-Bestrahlung. Zur Bestrahlung
wurde eine mit einem aufsteckbaren UV-Filter (Glasfilter GG 475 der Firma Schott,
Größe:50 x 50 mm
2, Dicke: 2 mm) versehene UV-Blitzlampe (Leistung 3500 Ws, ca. 50 % IR-Strahlungsanteil
im Emissionsspektrum) eingesetzt. Die Bestrahlung erfolgte mit 30 Blitzen, die im
Abstand von etwa 4 s ausgelöst wurden, bei einem Objektabstand von etwa 20 cm.
[0048] Anschließend wurde der wie vorstehend beschrieben hergestellte mittels UV-Strahlung
härtbare Klarlack in einer resultierenden Trockenfilmschichtdicke von etwa 50 µm appliziert.
[0049] Nach einer Ablüftphase von 5 Minuten bei Raumtemperatur erfolgte eine IR-Bestrahlung
des applizierten Klarlackes. Dazu wurde die vorstehend genannte mit dem UV-Filter
modifizierte UV-Blitzlampe eingesetzt. Die Bestrahlung erfolgte mit 20 Blitzen, die
im Abstand von ca. 4 s ausgelöst wurden, bei einem Objektabstand von etwa 20 cm. Anschließend
erfolgte die UV-Bestrahlung. Dazu wurde der UV-Filter von der UV-Blitzlampe entfernt
und ein IR-Filter (Glasfilter FG 3 der Firma Schott, Größe: 50 x 50 mm
2, Dicke: 2 mm) aufgesteckt. Die Bestrahlung erfolgte mit 20 Blitzen, die im Abstand
von ca. 4 s ausgelöst wurden, bei einem Objektabstand von etwa 20 cm.
1. Verfahren zur Mehrschichtlackierung durch Auftrag einer oder mehrerer Füllerund/oder
weiterer Überzugsmittelschichten auf ein gegebenenfalls vorbeschichtetes Substrat
und anschließend einer Decklackschicht aus einem Basislack/Klarlackaufbau oder aus
einem pigmentierten Einschichtdecklack, wobei mindestens eine der Schichten des Mehrschichtaufbaus
aus einem mittels energiereicher Strahlung zumindest teilweise härtbaren Beschichtungsmittel
erstellt wird und diese Schicht(en) mit UV-Strahlung und IR-Strahlung bestrahlt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Bestrahlung mit UVund IR-Strahlung eine UV-Strahlungsquelle verwendet wird, die
in ihrem Emissionsspektrum einen IR-Strahlungsanteil aufweist und daß durch abwechselndes
Vorschalten eines UV-Filters und eines IR-Filters und/oder abwechselndes Vorschalten
und Weglassen eines UV-Filters oder eines IR-Filters vor die Strahlungsquelle mindestens
zwei Bestrahlungsintervalle ausgebildet werden, während derer unterschiedlich mit
UV-Strahlung, IR-Strahlung oder gleichzeitig mit UV-Strahlung und IR-Strahlung bestrahlt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß abwechselnd UV-Filter und IR-Filter vorgeschaltet und damit Bestrahlungsintervalle
von IR-Strahlung und UV-Strahlung ausgebildet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß abwechselnd ein UV-Filter vorgeschaltet und weggelassen wird, wodurch abwechselnde
Bestrahlungsintervalle mit IR-Strahlung und gleichzeitig UV-Strahlung und IR-Strahlung
erfolgen.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß abwechselnd ein IR-Filter vorgeschaltet und weggelassen wird, wodurch Bestrahlungsintervalle
mit UV-Strahlung und gleichzeitig IR- und UV-Strahlung ausgebildet werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Bestrhlungsintervall unter Vorschalten eines UV-Filters mit IR-Strahlung
durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Bestrahlungsintervall unter Vorschalten eines UV-Filters mit IR-Strahlung
durchgeführt wird, und das zweite Bestrahlungsintervall unter Vorschalten eines IR-Filters
mit UV-Strahlung durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß anschließend ein drittes Bestrahlungsintervall unter Vorschaltung eines UV-Filters
mit IR-Strahlung durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß man eine UV-Strahlungsquelle verwendet, die in ihrem Emissionsspektrum einen IR-Strahlungsanteil
im Wellenlängenbereich von 700 bis 2500 nm aufweist.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Bestrahlungsintervalle mit IR-Strahlung allein oder IR-Strahlung zusammen mit UV-Strahlung
im Bereich von 0,5 bis 30 Minuten verwendet werden.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, das Bestrahlungsintervalle für die Bestrahlung mit UV-Strahlung in der Größenordnung
von einer Millisekunde bis 5 Minuten verwendet werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als UV-Strahlungsquelle UV-Blitzlampen verwendet werden.
1. Process for multi-layer lacquering by the application to an optionally pre-coated
substrate of one or more filler layers and/or additional coating agent layers and
subsequently of a top coat consisting of a base coat/clear lacquer build or consisting
of a pigmented one-coat finish, wherein at least one of the layers of the multi-layer
structure is produced with a coating agent which is at least partially curable by
means of high-energy radiation, and this layer or these layers is or are irradiated
with UV radiation and IR radiation, characterised in that for the irradiation with UV and IR radiation a UV radiation source is used which
has an IR radiation component in its emission spectrum and that by alternately switching
a UV filter and an IR filter, and/or alternately switching and omitting a UV filter
or an IR filter, in front of the UV radiation source at least two irradiation intervals
are constituted during which irradiation is variously with UV radiation, IR radiation
or with UV radiation and IR radiation simultaneously.
2. Process according to Claim 1, characterised in that the UV filter and IR filter are alternately switched in front and irradiation intervals
of IR radiation and UV radiation are thus constituted.
3. Process according to Claim 1, characterised in that a UV filter is alternately switched in front and omitted, as a result of which alternate
irradiation intervals with IR radiation and with UV radiation and IR radiation simultaneously
result.
4. Process according to Claim 1, characterised in that an IR filter is alternately switched in front and omitted, as a result of which irradiation
intervals with UV radiation and with IR and UV radiation simultaneously are constituted.
5. Process according to one of Claims 1 to 3, characterised in that the first irradiation interval is carried out with IR radiation, with a UV filter
switched in front.
6. Process according to Claim 5, characterised in that the first irradiation interval is carried out with IR radiation, with a UV filter
switched in front, and the second irradiation interval is carried out with UV radiation,
with an IR filter switched in front.
7. Process according to Claim 5, characterised in that a third irradiation interval is carried out with IR radiation, with a UV filter switched
in front.
8. Process according to one of the preceding claims, characterised in that a UV radiation source is used which has an IR radiation component within the wavelength
range 700 to 2500 nm in its emission spectrum.
9. Process according to one of the preceding claims, characterised in that irradiation intervals with IR radiation alone or IR radiation together with UV radiation
within the range 0.5 to 30 minutes are employed.
10. Process according to one of the preceding claims, characterised in that irradiation intervals for the irradiation with UV radiation are employed which are
of the order of from one millisecond to 5 minutes.
11. Process according to one of the preceding claims, characterised in that UV flash lamps are employed as a UV radiation source.
1. Procédé d'application multicouche d'une peinture, par l'application d'une ou de plusieurs
couches de charge et/ou d'autres couches de revêtement sur un substrat, le cas échéant
prélaqué, et ensuite, d'une couche de peinture de finition se composant d'une peinture
de base et d'un vernis clair ou d'une peinture de finition monocouche pigmentée, où
au moins une des couches de la structure multicouche est obtenue à partir d'un agent
de revêtement durcissable au moins partiellement, au moyen d'un rayonnement riche
en énergie, et cette couche ou ces couches est ou sont irradiée(s) en utilisant un
rayonnement ultraviolet et un rayonnement infrarouge, caractérisé en ce que l'on utilise, pour l'irradiation avec un rayonnement ultraviolet et avec un rayonnement
infrarouge, une source de rayonnement ultraviolet qui comprend, dans son spectre d'émission,
une partie de rayonnement infrarouge, et en ce qu'au moins deux intervalles d'irradiation sont formés devant la source de rayonnement,
par la mise en place alternée, en amont, d'un filtre ultraviolet et d'un filtre infrarouge
et/ou par la mise en place alternée, en amont, et par la suppression d'un filtre ultraviolet
ou d'un filtre infrarouge, intervalles d'irradiation au cours desquels on irradie
de façon variable avec un rayonnement ultraviolet, avec un rayonnement infrarouge
ou, en même temps, avec un rayonnement ultraviolet et avec un rayonnement infrarouge.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le filtre ultraviolet et le filtre infrarouge sont disposés en amont, de façon alternée
et, par conséquent, des. intervalles d'irradiation sont formés par un rayonnement
infrarouge et par un rayonnement ultraviolet.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, de façon alternée, un filtre ultraviolet est disposé en amont et supprimé, grâce
à quoi des intervalles d'irradiation alternés se produisent avec un rayonnement infrarouge
et se produisent, en même temps, avec un rayonnement ultraviolet et avec un rayonnement
infrarouge.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, de façon alternée, un filtre infrarouge est disposé en amont et supprimé, grâce
à quoi des intervalles d'irradiation sont formés avec un rayonnement ultraviolet et,
sont formés, en même temps, avec un rayonnement infrarouge et avec un rayonnement
ultraviolet.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le premier intervalle d'irradiation est obtenu avec un rayonnement infrarouge, par
la mise en place, en amont, d'un filtre ultraviolet.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que le premier intervalle d'irradiation est obtenu avec un rayonnement infrarouge, par
la mise en place, en amont, d'un filtre ultraviolet, et en ce que le deuxième intervalle d'irradiation est obtenu avec un rayonnement ultraviolet,
par la mise en place, en amont, d'un filtre infrarouge.
7. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'un troisième intervalle d'irradiation est obtenu ensuite avec un rayonnement infrarouge,
par la mise en place, en amont, d'un filtre ultraviolet.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on peut utiliser une source de rayonnement ultraviolet qui comprend, dans son spectre
d'émission, une partie de rayonnement infrarouge dans la plage de longueur d'ondes
comprise entre 700 nm et 2500 nm.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que des intervalles d'irradiation sont utilisés avec un rayonnement infrarouge seul,
ou avec un rayonnement infrarouge associé à un rayonnement ultraviolet, dans la plage
comprise entre 0,5 minute et 30 minutes.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, pour l'irradiation avec un rayonnement ultraviolet, on utilise des intervalles d'irradiation
suivant un ordre de grandeur compris entre une milliseconde et 5 minutes.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on utilise, comme source de rayonnement ultraviolet, des lampes éclairs à rayons
ultraviolets.