(19)
(11) EP 1 061 002 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
20.12.2000  Patentblatt  2000/51

(21) Anmeldenummer: 00109593.4

(22) Anmeldetag:  05.05.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B65D 51/24
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 18.06.1999 DE 19927980

(71) Anmelder: Kunststoffwerk Kutterer GmbH & Co. KG
76189 Karlsruhe (DE)

(72) Erfinder:
  • Schorner, Horst
    75210 Keltern-Weiler (DE)

(74) Vertreter: Wallinger, Michael, Dr.-Ing. 
Wallinger & Partner, Patentanwälte, Zweibrückenstrasse 2
80331 München
80331 München (DE)

   


(54) Verschlussvorrichtung für ein Behältnis


(57) Die Erfindung betrifft eine Verschlußvorrichtung (10) für ein Behältnis, ein Verfahren zum Herstellen einer Verschlußvorrichtung sowie ein Verfahren zum Befüllen eines Behältnisses.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Verschlußvorrichtung für ein Behältnis, welches insbesondere pharmazeutische Produkte aufnehmen kann, ein Verfahren zum Herstellen einer solchen, ein Behältnis mit einer derartigen Verschlußvorrichtung sowie ein Verfahren zum Befüllen eines Behältnisses mit einer Verschlußvorrichtung.

[0002] So sollen insbesondere Behältnisse zur Aufnahme zu trocknender Substanzen die Möglichkeit bieten, daß nach dem Befüllen des Behältnisses Feuchtigkeit oder Gase oder dergleichen aus dem Behältnis entweichen können, wobei die in das Behältnis eingefüllte Substanz trocknet bzw. kristallisiert und in entsprechender Form im Behältnis verbleibt. Nach dem Entweichen der Feuchtigkeit muß das Behältnis verschlossen werden können, so daß keine Feuchtigkeit eindringen kann.

[0003] Es sind bereits Behältnisse zur Aufnahme derartiger Substanzen bekannt, welche eine mehrteilige Verschlußvorrichtung aufweisen, die u. a. einen sogenannten Pharmagummi aufweisen. Diese Verschlußvorrichtungen mit Pharmagummi werden in einer Vielzahl von Verfahrensschritten hergestellt. So werden zur Herstellung der Pharmagummis in der Regel zunächst Platten gegossen, aus denen Stanzteile ausgestanzt werden, die anschließend einer umfangreichen Nachbearbeitung unterzogen werden müssen, damit die Funktionsfähigkeit dieser Pharmagummis gesichert ist.

[0004] Pharmagummis, die in einem derartigen oder ähnlichen Herstellungsprozeß mit intensiver Nachbearbeitung hergestellt wurden, haben sich in der Praxis bewährt und eine gute Funktionsfähigkeit gezeigt.

[0005] Allerdings ist das Aufsetzen einer derartigen Verschlußvorrichtung mit Pharmagummis auf ein Behältnis relativ zeitintensiv und nicht immer unkompliziert.

[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Verschlußvorrichtung, ein Behältnis mit einer Verschlußvorrichtung, ein Verfahren zum Befüllen eines derartigen Behältnisses sowie ein Verfahren zum Herstellen einer Verschlußvorrichtung zu schaffen, welche auf baulich einfachere Weise und mit weniger Verfahrensschritten hergestellt werden kann als bekannte Verschlußvorrichtungen bzw. Behältnisse, welche zum Verschließen bzw. zur Aufnahme von pharmazeutischen Produkten, wie zu trocknenden und/oder gefriergetrockneten Substanzen oder dergleichen, geeignet ist und welche eine Verminderung des Aufwands beim Befüllen von Behältnissen mit pharmazeutischen Produkten, insbesondere zu trocknenden und/oder gefriergetrockneten Substanzen, ermöglicht.

[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Verschlußvorrichtung gemäß Anspruch 1 oder Anspruch 2.

[0008] Eine erfindungsgemäße Verwendung einer solchen ist Gegenstand des Anspruchs 23.

[0009] Ein erfindungsgemäßes Behältnis ist Gegenstand des Anspruchs 25.

[0010] Ein erfindungsgemäßes Verfahren ist Gegenstand des Anspruchs 26 oder des Anspruchs 27.

[0011] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

[0012] Erfindungsgemäß wird eine Verschlußvorrichtung für ein Behältnis vorgeschlagen, welche einen ersten Bereich bzw. ein erstes Teil aufweist, welcher bzw. welches aus einem Hartkunststoff hergestellt ist, und welche einen zweiten Bereich oder ein zweites Teil aufweist, welcher bzw. welches aus einem Weichkunststoff hergestellt ist.

[0013] Ein Weichkunststoff ist im Sinne der vorliegenden Erfindung insbesondere ein Kunststoff mit gummielastischem Verhalten. Bevorzugt ist ein Weichkunststoff ein Elastomer, besonders bevorzugt ein thermoplastisches Elastomer (TPE).

[0014] Ein Hartkunststoff ist im Sinne der vorliegenden Erfindung insbesondere ein Kunststoff, welcher eine größere Härte aufweist, als der Weichkunststoff. Insbesondere ist ein Hartkunststoff im Sinne der vorlegenden Erfindung ein vollsynthetisches Plast, wie Polyethylen(PE), Polypropylen (PP) oder dergleichen.

[0015] Die Aufgabe wird ferner gelöst durch eine Verschlußvorrichtung nach Anspruch 2.

[0016] Erfindungsgemäß ist eine Verschlußvorrichtung für ein Behältnis vorgesehen, welche einstückig ausgebildet ist. Von dem Behältnis können zu trocknende Substanzen und/oder gefriergetrocknete Analysesubstanzen aufgenommen werden. Die Verschlußvorrichtung ermöglicht, insbesondere zusammen mit dem Behältnis, daß von dem Behältnis aufgenommene Analysesubstanzen in diesem Behältnis trocknen bzw. kristallisieren können. Insbesondere ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß die Verschlußvorrichtung in einer ersten Verschlußstellung positioniert werden kann, in welcher aus dem Behältnis Feuchtigkeit oder dergleichen entweichen kann. Der kristallisierte Teil der Analysesubstanz kann in dem Behältnis verbleiben. Nach einer vorbestimmten. Zeitperiode kann das Behältnis vollständig verschlossen werden, wobei die Verschlußvorrichtung in einer zweiten Verschlußstellung positioniert wird.

[0017] Die Erfindung ist insofern vorteilhaft, als sie ermöglicht, daß auf die in bekannten Anordnungen verwendeten sogenannten Pharmagummis verzichtet werden kann. Hierdurch kann sowohl der Herstellungsprozeß für derartige Verschlußvorrichtungen vereinfacht werden als auch das Befüllen, Trocknen bzw. Kristallisieren und Verschließen derartiger Behältnisse mit erfindungsgemäßer Verschlußvorrichtung vereinfacht werden kann.

[0018] Bevorzugt sind der Hartkunststoff und der Weichkunststoff miteinander verbunden. Insbesondere sind der Hartkunststoff und der Weichkunststoff nicht-lösbar miteinander verbunden.

[0019] Der Bereich bzw. das erste Teil, welches aus Hartkunststoff hergestellt ist, und der zweite Bereich bzw. das zweite Teil, welches aus Weichkunststoff hergestellt ist, kann jeweils separat hergestellt und dann miteinander verbunden sein oder in einem Arbeitsschritt hergestellt sein, so daß unmittelbar ein Teil aus Hartkunststoff und Weichkunststoff entsteht. Das erste Teil bzw. der erste Bereich und das zweite Teil bzw. der zweite Bereich können direkt ohne Verbindungsmittel miteinander verbunden sein oder mit einem Verbindungsmittel, wie mit einem Klebstoff, miteinander verbunden sein. Bevorzugt wird eines dieser Teile, also das erste Teil oder das zweite Teil, zunächst wenigstens teilweise hergestellt, wobei das andere Teil in einem vorbestimmten Positionsbereich an dieses Teil angeformt wird.

[0020] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Verschlußvorrichtung und insbesondere das erste und/oder das zweite Teil in einem Gieß- oder spritz- oder Spritzgußverfahren oder dergleichen hergestellt. Bevorzugt wird das erste Teil und das zweite Teil bzw. der erste Bereich und der zweite Bereich in der gleichen Form hergestellt. Insbesondere wird eines dieser Teile, also das erste Teil oder das zweite Teil, zumindest teilweise in einem Gießverfahren oder Spritzverfahren oder Spritzgußverfahren in einer Form hergestellt, wobei anschließend in dieser gleichen Form das jeweils andere Teil in einem Gießverfahren oder Spritzverfahren oder Spritzgußverfahren oder dergleichen an das zunächst zumindest teilweise hergestellte Teil angeformt wird.

[0021] Bevorzugt ist die Verschlußvorrichtung einstückig ausgebildet, wobei sie besonders bevorzugt nur aus Hartkunststoff und Weichkunststoff besteht. Bevorzugt ist der Bereich der Verschlußvorrichtung, welcher aus Weichkunststoff hergestellt ist, und der Bereich der Verschlußvorrichtung, welcher aus Hartkunststoff hergestellt ist, jeweils aus genau einem Material hergestellt.

[0022] Bevorzugt ist der Hartkunststoff und der Weichkunststoff bei Raumtemperatur im wesentlichen elastisch, wobei besonders bevorzugt der Weichkunststoff elastischer als der Hartkunststoff ausgebildet ist.

[0023] Bevorzugt sind das erste Teil und das zweite Teil bzw. der erste Bereich und der zweite Bereich kraftschlüssig und/oder formschlüssig miteinander verbunden.

[0024] Insbesondere weist einer dieser Bereiche, also der erste Bereich oder der zweite Bereich, in einem Teilbereich, eine Profilierung oder Stege oder dergleichen auf, an bzw. in welcher der jeweils andere Bereich angeformt ist.

[0025] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann eine erfindungsgemäße Verschlußvorrichtung gegenüber einem Behältnis in wenigstens einer Verschlußstellung positioniert werden, wobei in dieser ersten Verschlußstellung eine von dem Behältnis aufgenommene Substanz trocknen bzw. kristallisieren kann, wobei Feuchtigkeit aus dem Behältnis entweichen kann und wobei ein Rückstand im Behältnis verbleibt. Insbesondere kann Pulver im Behältnis verbleiben.

[0026] Das Entweichen der Flüssigkeit bzw. Feuchtigkeit bzw. eines Gases oder von feuchter Luft oder dergleichen wird insbesondere durch die Form der Verschlußvorrichtung oder durch das Zusammenwirken der Form der Verschlußvorrichtung mit der Form des Behältnishalses oder durch die Form des Behältnishalses ermöglicht.

[0027] In einer zweiten Verschlußstellung ist das Behältnis im wesentlichen vollständig verschlossen, so daß die Substanz oder Feuchtigkeit oder dergleichen nicht aus dem Behältnis entweichen oder in das Behältnis eindringen kann.

[0028] Bevorzugt kann in der ersten Verschlußstellung nur die Feuchtigkeit und ein Gas aus dem Behältnis entweichen, wobei ein anderer Teil der Substanz das Behältnis nicht verlassen kann.

[0029] Bevorzugt ist ein Behältnis, für welches eine erfindungsgemäße Verschlußvorrichtung bestimmmt ist, eine Flasche.

[0030] Die Verschlußvorrichtung kann gegenüber dem Behältnis verschraubt werden oder nicht verschraubt werden.

[0031] Bevorzugt kann die Verschlußvorrichtung in einer Verschlußstellung positioniert werden oder aus einer Verschlußstellung in eine geöffnete Stellung bewegt werden, indem die Verschlußvorrichtung gegenüber dem Gehäuse in Achsrichtung der Verschlußvorrichtung bewegt wird oder geschraubt wird. Besonders bevorzugt wird die Verschlußvorrichtung in einer Verschlußstellung positioniert oder aus einer Verschlußstellung in eine geöffnete Stellung positioniert, wobei eine Deformationskraft auf die Verschlußvorrichtung aufgebracht wird, welche senkrecht zur Längsachse der Verschlußvorrichtung gerichtet ist. Bevorzugt wird dieser Deformationskraft beim Öffnen und/oder Schließen der Verschlußvorrichtung eine Kraft in Richtung der Längsachse der Verschlußvorrichtung verlagert. Besonders bevorzugt kann die Verschlußvorrichtung aus einer Verschlußstellung bewegt werden, indem die Verschlußvorrichtung in Achsrichtung der Verschlußvorrichtung von einem Behältnis weg gezogen wird, wobei insbesondere die Verschlußvorrichtung zusätzlich um die Längsachse der Verschlußvorrichtung gedreht wird und wobei insbesondere die Verschlußvorrichtung nicht über ein Gewinde gegenüber dem Behältnis verschraubt ist.

[0032] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Verschlußvorrichtung in einer ersten Verschlußstellung weiter vom Mittelpunkt des Behältnisses entfernt als in der zweiten Verschlußstellung, wobei der Mittelpunkt des Behältnisses insbesondere auf einer Längsachse des Behältnisses positioniert ist. Insbesondere ist der Mittelpunkt der Volumenschwerpunkt des Behältnisinneren.

[0033] Bevorzugt sind das erste, aus Hartkunststoff hergestellte Teil und das zweite aus Weichkunststoff hergestellte Teil im wesentlichen konzentrisch zueinander angeordnet, wobei besonders bevorzugt das erste Teil wenigstens teilweise radial außen liegend gegenüber dem zweiten Teil angeordnet ist.

[0034] Bevorzugt ist in radialer Richtung zwischen dem ersten und dem zweiten Teil ein Zwischenraum, in welchem in einer Verschlußstellung ein Hals eines Behältnis, welcher eine zu verschließende Öffnung aufweist, aufgenommen werden kann. Bevorzugt wird der erste Bereich oder der zweite Bereich in radialer Richtung verformt, wenn die Verschlußvorrichtung in einer ersten Verschlußstellung gegenüber dem Behältnis positioniert ist oder in eine erste Verschlußstellung gegenüber dem Behältnis bewegt wird oder wenn die Verschlußvorrichtung in einer zweiten Verschlußstellung positioniert ist oder in eine zweite Verschlußstellung gegenüber dem Behältnis bewegt wird.

[0035] Bevorzugt weist das zweite Teil bzw. der zweite Bereich, also der aus Weichkunststoff hergestellte Bereich, auf seiner Außenoberfläche, insbesondere seiner zylinderartigen Außenoberfläche, Profilierungserhöhungen und Profilierungsvertiefungen auf. Diese Profilierungserhöhungen und Profilierungsvertiefungen wechseln sich vorzugsweise in Umfangsrichtung ab. Bevorzugt überdeckt eine Profilierungserhöhung im wesentlichen den gleichen Winkelbereich wie eine Profilierungsvertiefung. Insbesondere sind vier Profilierungsvertiefungen und vier Profilierungserhöhungen vorgesehen, wobei besonders bevorzugt jede dieser Profilierungserhöhungen bzw. jede dieser Profilierungsvertiefungen einen Winkelbereich von ca. 45° überdeckt.

[0036] Bevorzugt weist das erste Teil bzw. der erste Bereich, also der Bereich, welcher aus Hartkunststoff hergestellt ist, auf seiner in radialer Richtung außen liegenden Oberfläche eine Profilierung auf. Diese Profilierung bildet insbesondere einen Griffbereich, welcher die Rutschfestigkeit beim Öffnen oder Verschließen des Behältnisses erhöhen soll.

[0037] Bevorzugt ist diese Profilierung derart ausgebildet, daß die Manteloberfläche des ersten Teils Rippen aufweist, welche mit einer Beabstandung und parallel zur Längsachse der Verschlußvorrichtung angeordnet sind.

[0038] Die Aufgabe wird ferner gelöst durch eine Verwendung gemäß Anspruch 23 einer erfindungsgemäßen Verschlußvorrichtung.

[0039] Die Aufgabe wird ferner gelöst für ein Verfahren gemäß Anspruch 26.

[0040] Die Aufgabe wird ferner gelöst durch ein Verfahren gemäß Anspruch 27.

[0041] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß eine Substanz in ein Behältnis gefüllt wird. Anschließend wird eine einstückige Verschlußvorrichtung, wie eine einstückige Verschlußkappe, auf die Öffnung bzw. einen Hals mit Öffnung des Behältnisses aufgesetzt und in einer ersten Verschlußstellung positioniert. In dieser Verschlußstellung kann Feuchtigkeit an der Verschlußkappe bzw. Verschlußvorrichtung vorbei aus dem Behältnis entweichen. Hierbei trocknet bzw. kristallisiert die Substanz, so daß sich insbesondere ein trockenes bzw. pulvriges Medium als Rückstand im Behältnis bildet. Anschließend wird die Verschlußkappe bzw. die Verschlußvorrichtung in einer zweiten Verschlußstellung positioniert, bei der das Behältnis im wesentlichen vollständig verschlossen ist, so daß insbesondere Feuchtigkeit nicht ins Behältnis eindringen kann.

[0042] Bevorzugt wird die Verschlußvorrichtung in der ersten Verschlußstellung für eine vorbestimmte Zeitperiode positioniert, bevor sie in die zweite Verschlußstellung bewegt wird. Diese Zeitperiode dauert insbesondere mehrere Stunden.

[0043] Wenn die zu trocknende bzw. die gefriergetrocknete Substanz zu einem späteren Zeitpunkt aus dem Behältnis entnommen werden soll, ist insbesondere vorgesehen, daß das Behältnis durch eine Bewegung der Verschlußvorrichtung geöffnet wird, bei der diese Verschlußvorrichtung vom Behältnis in Richtung der Längsachse der Verschlußvorrichtung weg gezogen und gleichzeitig um diese Längsachse gedreht wird. Die im Behältnis befindliche Substanz kann anschließend mit einer Flüssigkeit, wie Wasser oder dergleichen, zusammengeführt werden, wobei insbesondere ein vorbestimmtes Mischungsverhältnis vorgesehen ist.

[0044] Eine Verschlußvorrichtung im Sinne der vorliegenden Erfindung ist insbesondere eine Verschlußkappe.

[0045] Für den Fachmann ist ersichtlich, daß die Erfindung über die hier dargestellten bevorzugten Ausführungsformen eine Vielzahl weiterer Ausführungsformen umfaßt.

[0046] Im folgenden werden nun beispielhaft Ausführungsformen der Erfindung anhand der Figuren näher erläutert, durch welche die Erfindung nicht beschränkt werden soll.

[0047] Dabei zeigt:
Fig. 1
eine erste, beispielhafte Ausführungsform der Erfindung in schematischer Darstellung;
Fig. 2
eine zweite, beispielhafte Ausführungsform der Erfindung in schematischer Darstellung; und
Fig. 3
eine Schnittansicht entlang der Linie 3 - 3 aus Fig. 2.


[0048] Fig. 1 zeigt eine beispielhafte, erfindungsgemäße Verschlußvorrichtung, welche einen ersten Bereich bzw. ein erstes Teil 12 sowie einen zweiten Bereich bzw. ein zweites Teil 14 aufweist. Das erste Teil 12 ist aus Hartkunststoff hergestellt; das zweite Teil 14 ist aus Weichkunststoff hergestellt.

[0049] Der erste Bereich bzw. das erste Teil 12, welches insbesondere rotationssymmetrisch ausgebildet ist, weist eine Seitenwand 16 sowie einen Boden 18 auf. Auf seiner von der Längsachse 20 abgewandten Außenoberfläche der Seitenwand 16 weist die Verschlußvorrichtung 10 Profilierungserhöhungen 22 und Profilierungsvertiefungen 24 auf. Diese erstrecken sich insbesondere parallel zur Längsachse 20 der Verschlußvorrichtung 10.

[0050] An der Bodeninnenoberfläche 26 ist das erste Teil 12 mit dem zweiten Teil 14 mit oder ohne zusätzlichem Verbindungsmittel, wie Klebstoff, fest verbunden.

[0051] Das zweite Teil 14 weist auf seiner von der Längsachse 20 abgewandten Außenoberfläche Profilierungserhöhungen 28 und Profilierungsvertiefungen 30 auf. Zwischen dem ersten Teil 12 und dem zweiten Teil 14 bzw. zwischen der Seitenwand 16 des ersten Teils 12 und dem zweiten Teil 14 ist ein Zwischenraum 32, in welchem sich insbesondere der Hals eines Behältnisses, welches sich mit der erfindungsgemäßen Verschlußvorrichtung verschließen läßt, in einer Verschlußstellung erstrecken kann.

[0052] Bevorzugt weist das zweite Teil ferner einen Schnappwulst oder Umfangswulst 34 auf. Bevorzugt wird ein Hals eines Behältnisses, welches durch die erfindungsgemäße Verschlußvorrichtung verschlossen werden kann, in Richtung des Bodens 18 bewegt, um das Behältnis mit einer erfindungsgemäßen Verschlußvorrichtung 10 zu verschließen. Die Verschlußvorrichtung ist dabei vorzugsweise in einer Verschlußstellung, in welcher das Behältnis vollständig verschlossen ist, positioniert, wenn der Behältnishals oberhalb des Umfangswulstes 34, auf der Seite des Umfangwulstes, der dem Boden 18 zugewandt ist, eingeschnappt oder eingerastet ist.

[0053] Fig. 2 zeigt eine zweite, beispielhafte Ausführungsform der Erfindung in schematischer Darstellung. Insbesondere ist eine Draufsicht einer erfindungsgemäßen Verschlußvorrichtung 10 dargestellt. Fig. 2 zeigt insbesondere Profilierungserhöhung 22 und Profilierungsvertiefungen 24 des ersten Teils 12 sowie Profilierungserhöhung 28 und Profilierungsvertiefungen 30 des zweiten Teils 14.

[0054] Bevorzugt weist das erste Teil vier Profilierungserhöhungen 28 und vier Profilierungsvertiefungen 30 auf. Diese Profilierungserhöhungen und Profilierungsvertiefungen überdecken jeweils im wesentlichen 45° des Umfangs.

[0055] Fig. 3 zeigt eine Schnittdarstellung entlang der Linie 3 - 3 aus Fig. 2.

[0056] Die Verschlußvorrichtung 10 gemäß Fig. 3 unterscheidet sich von der Verschlußvorrichtung 10 gemäß Fig. 1 insbesondere dadurch, daß sich vom Boden 18 im wesentlichen parallel zur Längsachse 20 ein Umfangsflansch 50 des ersten Teils 12 erstreckt, welcher mit dem zweiten Teil 14 fest verbunden ist.

[0057] Der Umfangsflansch weist laschenförmige Bereiche 52 auf, welche in Umfangsrichtung durch Zwischenräume 54 unterbrochen sind.

Bezugszeichenliste



[0058] 
10
Verschlußvorrichtung
12
erstes Teil, erster Bereich
14
zweites Teil, zweiter Bereich
16
Seitenwand
18
Boden
20
Längsachse von 10
22
Profilierungserhöhungen
24
Profilierungsvertiefungen
26
Bodeninnenoberfläche
28
Profilierungserhöhungen
30
Profilierungsvertiefungen
32
Zwischenraum
34
Umfangswulst
50
Umfangsflansch
52
laschenförmige Bereiche
54
Zwischenraum



Ansprüche

1. Verschlußvorrichtung für ein Behältnis, wobei dieses Behältnis insbesondere pharmazeutische Produkte, wie zu trocknende oder gefriergetrocknete Substanzen oder dergleichen, aufnehmen kann, dadurch gekennzeichnet, daß diese Verschlußvorrichtung (10) einen ersten Bereich und/oder ein erstes Teil (12) aufweist, welcher aus einem Hartkunststoff hergestellt ist, und einen zweiten Bereich und/oder ein zweites Teil (14) aufweist, welcher aus einem Weichkunststoff hergestellt ist.
 
2. Verschlußvorrichtung für ein Behältnis, welches Substanzen, wie zu trocknenden Substanzen oder gefriergetrocknete Analysesubstanzen, aufnehmen kann, wobei diese Verschlußvorrichtung (10) einstückig ausgebildet ist ermöglicht, daß die Substanz in dem Behältnis trocknen und/oder kristallisieren kann.
 
3. Verschlußvorrichtung nach Anspruch 1 und Anspruch 2,
 
4. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Hartkunststoff und der Weichkunststoff miteinander verbunden sind, insbesondere nicht-lösbar miteinander verbunden sind.
 
5. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Hartkunststoff und der Weichkunststoff elastisch ausgebildet sind.
 
6. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Weichkunststoff elastischer ist als der Hartkunststoff.
 
7. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Weichkunststoff ein thermoplastisches Elastomer (TPE) aufweist.
 
8. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Hartkunststoff Polypropylen und/oder Polyethylen oder dergleichen aufweist.
 
9. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Teil (12) und das zweite Teil (14) im wesentlichen kraftschlüssig und/oder formschlüssig miteinander verbunden sind.
 
10. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Teil (12) und das zweite Teil (14) im wesentlichen über ein Verbindungsmittel miteinander verbunden sind.
 
11. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Teil (12) und das zweite Teil (14) im wesentlichen direkt ohne Verbindungsmittel miteinander verbunden sind.
 
12. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußvorrichtung (10) einstückig ist.
 
13. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorange.henden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußvorrichtung (10) gegenüber einem Behältnis

- in einer ersten Verschlußstellung positioniert werden kann, in welcher ein vorbestimmtes Fluid aus dem Behältnis entweichen kann, wobei die Substanz kristallisieren kann und/oder wobei ein Pulver im Behältnis verbleiben kann; und

- in einer zweiter Verschlußstellung positioniert werden kann, in welcher das Behältnis im wesentlichen vollständig verschlossen ist und in welcher im wesentlichen die Substanz nicht aus dem Behältnis entweichen kann.


 
14. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußvorrichtung (10) in der ersten Verschlußstellung weiter vorn Mittelpunkt des Behältnisses entfernt ist als in der zweiten Verschlußstellung, wobei der Mittelpunkt im wesentlichen in der Mitte des Behältnisses auf der Längsachse des Behältnisses positioniert ist.
 
15. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußvorrichtung (10) von einem Behältnis entfernt werden kann, indem die Verschlußvorrichtung (10) um die Achse (20) der Verschlußvorrichtung (10) gedreht und in Richtung der Achse (20) der Verschlußvorrichtung (10) gezogen wird.
 
16. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußvorrichtung (10) in eine Verschlußstellung bewegt werden kann, in welcher die Verschlußvorrichtung (10) das Behältnis verschließt, indem die Verschlußvorrichtung (10) an und/oder in der Nähe einer Öffnung des Behältnisses in Richtung ihrer Längsachse (20) und in Richtung des Behältnisses bewegt wird.
 
17. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Teil (12) und das zweite Teil (14) im wesentlichen konzentrisch zueinander angeordnet sind, wobei insbesondere das erste Teil (12) wenigstens teilweise radial außenliegend gegenüber dem zweiten Teil (14) angeordnet ist.
 
18. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in radialer Richtung zwischen dem ersten (12) und dem zweiten Teil (14) ein Behältnishals mit einer Öffnung, welche durch die Verschlußvorrichtung (10) verschlossen werden kann, in einer Verschlußstellung wenigstens teilweise angeordnet werden kann.
 
19. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Teil (14) auf seiner radial zur Längsachse (20) der Verschlußvorrichtung (10) außen liegenden Oberfläche eine Profilierung mit Profilierungserhöhungen (28) und Profilierungsvertiefungen (30) aufweist.
 
20. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Teil (12) auf seiner radial zur Längsachse (20) der Verschlußvorrichtung (10) außen liegenden Oberfläche eine Profilierung mit Profilierungserhöhungen (22) und Profilierungsvertiefungen (24) aufweist, wobei sich die Profilierungserhöhungen (22) insbesondere parallel zu dieser Längsachse (20) erstrecken.
 
21. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußvorrichtung (10) in einem Gieß- oder Spritzverfahren hergestellt ist.
 
22. Verschlußvorrichtung, insbesondere nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußvorrichtung (10), insbesondere der erste (12) und der zweite Bereich (14), in einer einzigen Form hergestellt ist.
 
23. Verwendung einer Verschlußvorrichtung (10) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche für ein Behältnis, welches zu trocknende Substanzen und/oder gefriergetrocknete Analysesubstanzen aufnehmen kann.
 
24. Verwendung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlußvorrichtung (10) in einer ersten Stellung das Behältnis teilweise verschließen kann, so daß Feuchtigkeit aus dem Behältnis entweichen kann, und in einer zweiten Stellung das Behältnis im wesentlichen vollständig verschließen kann.
 
25. Behältnis zur Aufnahme von zu trocknenden oder gefriergetrockneten Substanzen oder dergleichen mit einer Verschlußvorrichtung (10) gemäß wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 22.
 
26. Verfahren zum Herstellen einer Verschlußvorrichtung (10) für ein Behältnis, welches der Aufnahme pharmazeutischer Analysesubstanzen dient, insbesondere zum Herstellen eines Verschlußstopfens für ein Behältnis, welches der Aufnahme von zu trocknenden Substanzen und/oder gefriergetrockneten Analysesubstanzen dient, mit dem Schritt: Herstellen einer einstückigen Verschlußvorrichtung (10), welche das Behältnis verschließen kann und welche ermöglicht, daß eine von dem Behältnis aufgenommene Substanz in diesem Behältnis trocknen und/oder kristallisieren kann, und wobei Feuchtigkeit aus dem Behältnis entweichen kann, wobei diese Verschlußvorrichtung (10) in einer einzigen Form hergestellt wird.
 
27. Verfahren zum Befüllen eines Behältnisses mit einer zu trocknenden und/oder gefriergetrockneten Substanz mit dem Schritt:

- Einfüllen der Substanz in das Behältnis;

- Aufsetzen einer einstückigen Verschlußkappe, so daß diese Verschlußkappe in einer ersten Verschlußstellung positioniert ist, in welcher Feuchtigkeit und/oder Gase durch die Behältnisöffnung aus dem Behältnis entweichen kann, wobei insbesondere die Substanz kristallisiert, so daß im Behältnis insbesondere ein pulvriges Medium im Behältnis verbleibt;

- Positionieren der Verschlußkappe in einer zweiten Verschlußstellung nach einer vorbestimmten Zeitperiode, in welcher das Behältnis im wesentlichen vollständig verschlossen ist.


 




Zeichnung










Recherchenbericht