[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Auslagern eines Schuppenstroms aus Druckprodukten,
mit einem Wickelbock, einem Wickelkern und wenigstens zwei von einem Bandmagazin abziehbaren
Wickelbändern.
[0002] Einrichtungen dieser Art sind bekannt und haben sich an sich bewährt. Sie dienen
dazu, Druckprodukte und insbesondere Vorprodukte für Zeitungen zur Zwischenlagerung,
zum Transport und/oder zur Weiterverarbeitung in geschuppter Anordnung auf einen Wikkelkern
aufzuwickeln.
[0003] Um einen Wickel zu bilden, werden die Wickelkerne bzw. Wickelböcke mit einem Fahrzeug
angedockt. Zum Abdocken der Wickel werden ebenfalls Fahrzeuge verwendet. Nach dem
Andocken werden die Druckprodukte durch Abwickeln wieder ausgelagert und zur Weiterverarbeitung
beispielsweise einer Einsteckmaschine oder Schneidanlage übergeben. Eine Einrichtung
dieser Art zeigt beispielsweise die EP 0 826 616 A1 des Anmelders.
[0004] Beim Auslagern der Druckprodukte kann die Schwierigkeit auftreten, dass die Druckprodukte
am Wickel kleben oder haften bleiben und sich nicht oder zu spät lösen. Diese Druckprodukte
werden um den Wickel herum transportiert, was schwere Störungen und längere Unterbrüche
zur Folge hat. Verursacht wird dieses Kleben der Druckprodukte insbesondere durch
Feuchtigkeit, haftende Farbe oder elektrostatische Aufladung. Die Schwierigkeiten
sind abhängig von der Art der Druckprodukte, aber auch von der Umgebung, und die Erfahrung
hat gezeigt, dass diese Umstände im Sommer bei feuchter Luft weniger häufig auftreten
als im Winter. Es wurden bereits zahlreiche Massnahmen ergriffen, um diese Schwierigkeiten
zu vermeiden, also das Ablösen der Druckprodukte beim Auslagern bei ungünstigen Bedingungen
zu erleichtern. Nachfolgend werden die bekannten Massnahmen kurz erläutert.
[0005] Es wurde versucht, durch Verkleinern des Schuppenabstandes das Ablösen der Druckprodukte
zu unterstützen. Der Verkleinung der Schuppenabstandes sind jedoch Grenzen gesetzt.
[0006] Schon vielfach wurde versucht, beim Auslagern das Ablösen der Druckprodukte mittels
Blasluft zu unterstützen. Diese Massnahme hat sich als lediglich teilweise erfolgreich
erwiesen.
[0007] Erfolglos war ein Versuch, die Druckprodukte vor dem Auslagern auf der Wippe beispielsweise
durch Vibration oder Knutschen zu verformen und damit das Ablösen der Druckprodukte
beim Auslagern zu unterstützen.
[0008] Ebenfalls wurde versucht, mittels eines Schwertes die Druckprodukte zum Auslagern
mechanisch abzustreifen. Auch wenn das Schwert sehr scharf ist, wird immer wieder
ein Druckprodukt verfehlt, was zu Störungen und Unterbrüchen führte.
[0009] Obwohl die genannten Schwierigkeiten seit längerem bekannt sind, wurde bisher keine
wirklich befriedigende Lösung gefunden.
[0010] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, die genannten Störungen beim Auslagern
eines Schuppenstromes wirksam zu vermeiden.
[0011] Die Aufgabe ist mit einer Einrichtung gemäss Anspruch 1 gelöst.
[0012] Die Erfindung betrifft ebenfalls ein Verfahren zum Auslagern eines Schuppenstromes.
Zur Lösung der genannten Aufgabe ist bei diesem Verfahren vorgesehen, dass ein Wickelband
radial soweit vom Wickel weggezogen wird, dass der weggezogene Bereich des Wickelbandes
die auslagernden Druckprodukte vom Wickel abstreift.
[0013] Erfindungsgemäss wird somit ein Wickelband dazu verwendet, die auszulagernden Druckprodukte
abzustreifen. Ein Wickelband übernimmt somit eine Abstreiffunktion. Zusätzliche Abstreifmittel
wie beispielsweise ein Schwert, sind nicht erforderlich. Es hat sich auch gezeigt,
dass mit einem Wickelband die Abstreiffunktion sehr zuverlässig erfolgen kann.
[0014] Das Wegziehen des einen Wickelbandes erfolgt gemäss einer Weiterbildung der Erfindung
mittels einer Umlenkrolle, auf welcher das radial weggezogene Wickelband umgelenkt
wird. Treten die genannten Schwierigkeiten auf, so wird das abzuziehende Wickelband
um die Umlenkrolle gelegt und diese radial vom Wickel wegbewegt, bis der abgezogene
Bereich die auszulagernden Druckprodukte vom Wickel abstreift.
[0015] Das Aufbringen des einen Wickelbandes auf die Umlenkrolle kann nach einer Weiterbildung
der Erfindung dann besonders zuverlässig erfolgen, wenn die Umlenkrolle an einem beweglichen
Arm angeordnet ist.
[0016] Vorzugsweise ist dieser Arm ähnlich einem Uhrzeiger drehbar am Wickelkern gelagert.
Durch Drehen des Armes wird die Umlenkrolle zwischen das abzuziehende Wickelband und
den Wickel gebracht. Das Drehen des Armes erfolgt vorzugsweise mittels eines Getriebemotors,
mit dem ein Zahnrad gedreht wird, auf welchem der genannte Arm befestigt ist. Die
Drehrichtung des Armes beim Einbringen der Umlenkrolle ist die Gegenrichtung zu derjenigen,
in welcher der Wickel zum Auslagern gedreht wird.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen
- Figur 1
- schematisch eine Ansicht einer erfindungsgemässen Einrichtung,
- Figur 2
- eine weitere Ansicht der erfindungsgemässen Einrichtung, und
- Figuren 3 bis 6
- schematisch die einzelnen Schritte beim Abziehen des einen Wickelbandes mittels eines
drehbaren Arms und einer Umlenkrolle.
[0018] Die Figur 1 zeigt einen Wickelbock 19, auf dem ein Wickelkern 4 gelagert ist. Auf
dem Wickelkern 4 sind in Schuppenformation Druckprodukte 3 so angeordnet, dass sie
einen Wickel 1 bilden. Die Druckprodukte 3 sind beispielsweise Vorprodukte für Zeitungen
oder Zeitschriften. Der Wickel 1 wird in an sich bekannter Weise mit zwei Wickelbändern
5 und 6 zusammengehalten. Diese Wickelbänder 5 und 6 sind jeweils an einem Ende am
Wickelkern 4 befestigt und mit dem anderen Ende auf einem Bandmagazin 11 aufgerollt.
[0019] Zum Auslagern wird der Wickel 1 in Richtung des Pfeiles 13 um die Achse A gedreht.
Um den Wickel 1 zu drehen, ist eine sogenannte Wippe 8 vorgesehen, die mit einem endlosen
Band 9 wie in Figur 1 gezeigt an der Unterseite gegen den Wickel 1 angepresst ist.
Das endlose Band 9 ist auf zwei im Abstand zueinander angeordneten Rollen 10 gelagert
und ist in Figur 1 im Gegenuhrzeigersinn angetrieben.
[0020] Die Figur 1 zeigt den Wickel 1 beim Auslagern der Druckprodukte 3. Der Wickel 1 wird
hier somit in Richtung des Pfeils 13 um die Achse A gedreht. Etwa mittig der Wippe
8 beginnen die Druckprodukte 3 der äusseren Schicht des Schuppenstromes 2 den Wickel
1 zu verlassen. Der Schuppenstrom 2 bewegt sich nun auf der Wippe 8 tangential in
Richtung des Pfeils 14 vom Wickel weg und gelangt beispielsweise auf ein Transportband
12, das hier lediglich angedeutet ist. Das Transportband fördert die Druckprodukte
3 im Schuppenstrom beispielsweise zu einer Einsteckmaschine, wo die Druckprodukte
3 weiterverarbeitet werden.
[0021] Die frei werdenden Abschnitte der Wickelbänder 5 und 6 werden auf dem Magazin 11
aufgerollt. Die beiden Wickelbänder 5 und 6 liegen gemäss Figur 2 im Abstand zueinander
auf der Aussenseite la des Schuppenstromes 2 an diesem unter vergleichsweise hoher
Spannung an. Die beiden Wickelbänder 5 und 6 halten den Wickel 1 zusammen. Beim hier
gezeigten Ausführungsbeispiel sind zwei Wikkelbänder 5 und 6 vorgesehen. Denkbar ist
auch eine Ausführung mit mehr als zwei Wickelbändern. Die Wickelbänder 5 und 6 sind
vorzugsweise elastisch. Sie können aber auch im wesentlichen unelastisch sein.
[0022] Das Wickelband 5 als auch das Wickelband 6 verlassen den Schuppenstrom 2 nach einer
Umlenkrolle 20. Vor dieser Umlenkrolle 20 liegt das Wickelband 5 immer straff am Schuppenstrom
2 an. Das Wickelband 6 hingegen ist bereichsweise mittels einer Umlenkrolle 7 vom
Wickel 1 weggezogen. Der Bereich, in dem das Wickelband 6 vom Wickel 1 weggezogen
ist befindet sich dort, wo der Schuppenstrom 2 tangential den Winkel 1 verlässt. Gemäss
Figur 1 verläuft der eine weggezogene Bereich 6a des Wickelbandes 6 etwa tangential
und im wesentlichen parallel zu den ausgelagerten Druckprodukten 3. Ein anderer Bereich
6b verläuft ebenfalls im wesentlichen tangential aber im wesentlichen rechtwinklig
zum Bereich 6a. Wesentlich ist nun, dass der Bereich 6a des Wickelbandes 6 so verläuft,
dass die auszulagernden Druckprodukte 3 zwangsweise vom Wickel 1 abgestreift werden.
Die Druckprodukte 3 werden somit beim Auslagern auf der Wippe 8 zwangsweise horizontal
und tangential zum Wickel 1 wegbefördert. Kleben die Druckprodukte 3 an einer unteren
Schicht des gewickelten Schuppenstromes 2, so werden sie somit vom Wickelband 6 abgestreift
und können nicht in die mit 3a gestrichelt angezeigte Position gelangen.
[0023] Die Umlenkrolle 7 ist an einem Arm 15 gelagert, welcher an einem inneren Ende an
einen Zahnrad 16 befestigt ist. Die Drehachse des Zahnrades 16 befindet sich auf der
Achse A des Wickelkerns 4. Die Umlenkrolle 7 erstreckt sich parallel zur Achse A und
befindet sich gemäss Figur 4 im Abstand zur Mantelfläche la des Wickels 1. Zur Anpassung
an den Durchmesser des Wickels 1 kann der Arm 15 verstellbar, beispielsweise teleskopisch
verstellbar sein.
[0024] Das Zahnrad 16 und damit der Arm 15 mit der Umlenkrolle 7 können mittels eines gestellfesten
Getriebemotors 18 um die Achse A gedreht werden. Dazu ist der Getriebemotor 18 mit
einem Ritzel 17 versehen, das mit dem Zahnrad 16 kämmt. Die Figuren 3 bis 6 zeigen,
wie die Umlenkrolle 7 bewegt wird, um das Wickelband 6 bereichsweise vom Wickel 1
radial wegzuziehen. Die Umlenkrolle 7 mit dem Arm 15 und dem Getriebemotor 18 bilden
somit Mittel 21, mit denen ein Wickelband 6 vom Wickel 1 wegziehbar ist.
[0025] Die Figur 3 zeigt die Umlenkrolle 7 in der Ausgangsposition, der Arm 15 befindet
sich etwa in Achtuhr-Position. Die Umlenkrolle 7 ist hier nicht in Eingriff mit dem
Wickelband 6. Bestehen keine Schwierigkeiten mit dem Auslagern der Druckprodukte 3,
so verbleibt die Umlenkrolle 7 in der in Figur 3 gezeigten Position. Das Wickelband
6 liegt somit wie das Wickelband 5 vor der Umlenkrolle 20 am Schuppenstrom 2 an. Kleben
hingegen die Druckprodukte 3 beim Auslagern am Wickel 1 und verlassen diesen somit
nicht tangential, so wird die Umlenkrolle 7 mit dem Arm 15 in Richtung des Pfeils
22 gedreht. Die Wippe 8 ist hierbei gemäss Figur 3 in eine vertikale Position weggeschwenkt.
Etwa in Fünfuhrstellung ergreift die Umlenkrolle 7 das Wickelband 6 und beginnt dieses
vom Wickel 1 wegzuziehen. Die Figur 3 zeigt strichpunktiert die Position, in welcher
die Umlenkrolle 7 das hier strichpunktiert gezeigte Band 6' bereits etwas vom Wickel
1 weggezogen hat. Der Arm 15 wird nun weiter im Gegenuhrzeiger gedreht bis die Umlenkrolle
die in Figur 5 mit 7'' gezeigte Stellung erreicht hat. Der Arm 15 befindet sich hier
somit etwa in Halbachtuhrstellung. Das Wickelband 6 ist hier somit bereichsweise radial
vom Wickel 1 abgezogen und bildet einen Bereich 6a, welcher tangential zum Aussenfläche
des Wickels 1 verläuft und beim Auslagern der Druckprodukte 3 wie oben erläutert diese
vom Wickel 1 abstreift. Selbstverständlich könnte anstelle des Wikkelbandes das Band
5 abgezogen werden. Ist die Umlenkrolle in der in Figur 5 gezeigten Position 7'',
so ist der Wickel zum Auslagern bereit. Die Wippe 8 ist hierbei wieder in die Position
verschwenkt, in welcher mit dieser der Wickel 1 im Uhrzeigersinn gedreht werden kann.
Ist die Abstreichfunktion des Wickelbandes 6 nicht erforderlich, so wird der Arm 15
durch Drehen im Gegenuhrzeigersinn in die in Figur 3 gezeigte Ausgangsposition gedreht.
[0026] Die Mittel 21 bilden die bevorzugten Mittel, mit welchen die Umlenkrolle 7 in eine
Position gebracht werden kann, in welcher das Wickelband 6 bereichsweise vom Wickel
1 weggezogen ist. Hier sind jedoch auch andere Mittel möglich, mit welchen das Band
6 weggezogen werden könnte. Beispielsweise könnte mittels eines Roboterarmes das Wickelband
6 gefasst und weggezogen und anschliessend die Umlenkrolle 7 eingeführt werden. Die
Mittel 21 sind hier somit lediglich ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel.
1. Einrichtung zum Auslagern eines Schuppenstroms (2) aus Druckprodukten (3), mit einem
Wickelbock (19), einem Wickelkern (4) und wenigstens zwei auf ein Bandmagazin (11)
aufwickelbare Wickelbänder (5, 6), gekennzeichnet durch Mittel (21), mit denen eines
der beiden Wickelbänder (5, 6) so weit vom Wickel (1) radial wegziehbar ist, dass
dieses Wickelband (6) auslagernde Druckprodukte (3) vom Wickel (2) abstreift.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die genannten Mittel (21)
eine Umlenkrolle (7) aufweisen, auf welcher das radial weggezogene Wickelband (6)
umgelenkt wird.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Wickelband (6)
etwa zwischen Sieben- und Achtuhr abgezogen wird.
4. Einrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkrolle (7)
an einem beweglichen Arm (15) angeordnet ist, derart, dass bei Bedarf die Umlenkrolle
(7) aus einer unwirksamen Ausgangsposition (Figur 3) in eine wirksame Position (Figur
5) bringbar ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Arm (15) ähnlich einem
Uhrzeiger drehbar auf der Wickelachse (A) gelagert ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkrolle (7) in die
umlenkende Stellung gebracht wird, indem der Arm (15) gegen die Abwickelrichtung gedreht
wird.
7. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkrolle (7) etwa
achsparallel zur Achse (A) des Wikkelkerns (4) verläuft.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch eine wegschwenkbare
Wippe (8), mit welcher der Wickel (1) zum Auslagern gedreht werden kann.
9. Verfahren zum Auslagern eines Schuppenstromes (2), der als Wickel (1) auf einem Wickelkern
(4) gelagert und mit wenigstens zwei Wickelbändern (5, 6) gehalten ist, dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein Wickelband (6) radial soweit vom Wickel (1) weggezogen wird, dass
ein weggezogener Bereich (6a) des Wickelbandes (6) die auslagernden Druckprodukte
(2) vom Wickel (1) abstreift.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Wickelband (6) so vom
Wickel (1) abgezogen wird, dass ein abgezogener Bereich (6a) etwa horizontal und radial
zum Wikkel (1) verläuft.