[0001] Die Erfindung betrifft eine pneumatische Bogenführung gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1.
[Stand der Technik]
[0002] Bei Bogendruckmaschinen finden an einer Vielzahl von Stellen pneumatische Bogenführungseinrichtungen
Verwendung. Durch diese mit Blas- und/oder Saugluft betriebenen Einrichtungen werden
Bogen durch die Maschine geleitet und insbesondere im Ausleger abgelegt. Eine Bogenführungseinrichtung
besteht aus einem als Strömungskammer ausgebildeten Luftleitkörper, der an der dem
Bogen zugewandten Seite Luftaustrittslöcher aufweist. Mit dem Luftleitkörper steht
ein Lufterzeuger in Wirkverbindung, so dass die Kammer des Luftleitkörpers mit Unter-
bzw. Überdruck beaufschlagbar ist.
[0003] Da auf Bogenoffsetdruckmaschinen eine Vielzahl von Bedruckstoffformaten sowie Grammaturen
(Dünndruckpapier - Karton) verarbeitbar sein sollen, müssen die Bogenführungseinrichtungen
auf die individuellen Verhältnisse des Bedruckstoffes einstellbar sein. Eine Einstellung
auf das Bedruckstoffformat (Breite, Länge Bogen) erfolgt beispielsweise durch das
zu- bzw. abschalten einzelner Luftdüsen. Bei einem als Kammer ausgebildeten Luftleitkörper
(Blaskasten) kann dies durch Schieber erfolgen, vermittels denen die Luftbeaufschlagung
lediglich im Bereich des Bedruckstoffformates erfolgt. Eine Anpassung auf die Grammatur
des Bedruckstoffes (insbesondere bei zum Flattern neigenden Bedruckstoffen) erfolgt
insbesondere durch die Einstellung des Lufterzeugers, d.h. durch die Stärke der Blas-
bzw. Saugluft.
[0004] Aus der DE 197 47 040 A1 ist eine Luftpolsterführung für bogen- oder bahnförmige
Materialien bekannt, bei der der aus den Düsen austretende Luftvolumenstrom und/oder
die Strömungsgeschwindigkeit zwischen Leitkörper und Material unabhängig voneinander
einstellbar ist, derart, dass die Proportionalität zwischen diesen Größen aufgehoben
ist. Eine Ausführungsform dieses Standes der Technik zeigt hierbei einen als Kammer
ausgebildeten Luftleitkörper, bei dem das Kammervolumen durch motorisch angetriebene
Schieber entsprechend dem Bedruckstoffformat (Länge, Breite) einstellbar ist. So werden
lediglich die zwischen den Schiebern liegenden Luftaustrittsöffnungen mit Blasluft
beaufschlagt.
[0005] Bei diesem Stand der Technik ist dem als Gebläse ausgebildeten Lufterzeuger eine
Steuerung vorgeordnet, so dass die in den Luftleitkörper eingebrachte Luftmenge pro
Zeiteinheit veränderbar ist. Dadurch erfolgt eine Anpassung des Luftvolumenstroms
/ der Strömungsgeschwindigkeit an die Eigenarten des Bedruckstoffes.
[0006] Aus der DE 196 04 562 A1 ist eine formatvariable Bogenführungsenrichtung in Form
eines flexiblen Bogenleitelementes zwischen einer feststehenden Bogenleitfläche und
einer formatvariabel einstellbaren Bogenbremseinrichtung bekannt. Auch hier erfolgt
eine Anpassung des Luftleitkörpers an das Bedruckstoffformat, insbesondere die Bogenlänge.
Eine Anpassung an die unterschiedlichen Bedruckstoffstärken ist wie in der zuvor genannten
Schrift durch einen über eine Steuerung einstellbaren Lufterzeuger möglich.
[0007] Mittels derartiger Bogenführungseinrichtungen ist es möglich, sehr differenzierte
Einstellungen auf das jeweilige Bogenformat in Verbindung mit der Bedruckstoffart
(Grammatur) vorzunehmen. Optimale Einstellungen der Luft werden für Wiederholaufträge
auch abgespeichert, um später bei gleichem / ähnlichem Bedruckstoff schnell die nötige
Einstellung zu finden (DE 34 12 179 C2). Liegt für eine bestimmte Bedruckstoffsorte
(Grammatur) eine optimale Einstellung des Lufterzeugers vor, so bewirkt eine Veränderung
im Bedruckstoffformat (durch Formatwechsel oder Wiederholauftrag im anderen Format
bedingt) eine Veränderung der Wirkung der strömenden Luft auf den Bedruckstoff. Dies
hat seinen Grund darin, dass eine bei einem Bedruckstoffformat vorgenommene Einstellung
des Lufterzeugers (Stärke der Luftförderleistung) bei einer Veränderung der effektiven
Luftaustrittsfläche (Zahl der Düsen) eine Veränderung der austretenden Luft bewirkt.
Demzufolge sind umfangreiche Nachjustierungen nötig, welche zeitaufwendig sind und
unter Umständen auch - bis die optimale Einstellung gefunden ist - Makulatur verursachen.
[Aufgabe der Erfindung]
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine pneumatische Bogenführung gemäß
dem Oberbegriff von Anspruch 1 derartig zu erweitern, so dass sich eine einfache und
bei gegebener Bedrucksorte leicht an unterschiedliche Formate anpaßbare Einstellmöglichkeit
ergibt.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1. Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[Beispiele]
[0010] Gemäß der Erfindung ist vorgesehen, dass durch die dem Lufterzeuger vorgeordnete
Steuerung eine Anpassung der Förderleistung des Lufterzeugers in Abhängigkeit der
auf das Format bezogenen Einstellung des Luftleitkörpers erfolgt. Gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung ist vorgesehen, dass die Förderleistung des Lufterzeugers gemäß einer
gespeicherten Kennlinie in Abhängigkeit der auf das Bedruckstoffformat vorgenommenen
Einstellung des Luftleitkörpers nachgeführt wird.
[0011] Die Förderleistung des Lufterzeugers (für Blas- und/oder Saugluft) ist auf das maximal
verarbeitbare Bedruckstoffformat ausgelegt. Wird nun für eine bestimmte Grammatur
beim maximalen Bogenformat eine optimale Einstellung der Blas- und/oder Saugluft gefunden,
so wird durch die Steuerung entsprechend der gespeicherten Kennlinie die Förderleistung
des Lufterzeugers bei Veränderung zu kleineren Formaten hin automatisch nachgeregelt.
Wird der Luftleitkörper der Bogenführungseinrichtung beispielsweise durch motorisch
verstellbare Elemente an das Bedruckstoffformat angepaßt, so wird aus den Signalen
der dies bewirkenden Verstellmotore der Steuerung eine Information über das eingestellte
Format zugeführt. Entsprechend der Kennlinie kann dann der zu diesem Format gehörige
Wert der Förderleistung des Lufterzeugers ermittelt werden. Erfolgt die Anpassung
des Luftleitkörpers auf unterschiedliche Bogenformate manuell, so sind entsprechende
Stellungsgeber anzuordnen, vermittels den die aktuelle Einstellung des Luftleitkörpers
(Größe) erfaßbar und der erfindungsgemäßen Steuerung zuführbar ist.
[0012] Soll beispielsweise die optimale Einstellung der Bogenführungseinrichtung mittels
Vorlaufmakulatur anderen Formates vorgenommen werden, braucht die Bedienperson lediglich
den optimalen Wert für die Stärke des Luftstromes (Blas- und/oder Saugluft) einzustellen.
Nachdem der optimale Wert für die Förderleistung des Sauglufterzeugers gefunden wurde,
wird die Druckmaschine auf das eigentliche Produktionsformat umgestellt, woraufhin
dann ein selbsttätiges Umrechnen entsprechend dem neuen Format der Förderleistung
des Sauglufterzeugers erfolgt. Eine bei einem anderen Bogenformat gefundene optimale
Einstellung ist somit auf alle Bogenformate zwischen minimalen und maximalen Bogenformat
übertragbar. Die sonst nötigen langwierigen und auch Makulatur verursachenden Nachführungen
bei einem Formatwechsel entfallen.
[0013] Gemäß einer einfachen Ausführungsform der Erfindung besteht die Kennlinie aus einer
die Förderleistung des Sauglufterzeugers - vom maximalen Kammervolumen des Luftleitkörpers
ausgehend - absenkenden Kennlinie. Diese Kennlinie kann linear, nach einem theoretisch
ermittelten Zusammenhang oder auch empirisch durch Versuche ermittelt worden sein.
Wesentlich ist hierbei, dass die beim maximalen Kammervolumen des Luftleitkörpers
vorliegenden Strömungsgegebenheiten an den dem Bedruckstoff zugewandten Düsen (Blas-
und/oder Saugdüsen) auch bei Veränderung des Volumens des Luftleitkörpers (unterschiedliches
Bogenformat) gleichbleiben. Wird beispielsweise die Breite eines Luftaustrittsdüsen
aufweisenden Bogenleitbleches mittels Schieber oder anderen Einrichtungen an unterschiedliche
Formate angepaßt, so weisen die beaufschlagten Düsen (innerhalb des Formates) stets
die gleiche Strömungseigensschaft und somit auch die Wirkung auf den Bedruckstoff
auf.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass ein Korrekturfaktor
vorgesehen ist, vermittels dem die Absenkung der Kennlinie (vom maximalen Bedruckstoffformat
ausgehend) veränderbar ist. Ausgehend vom maximalen Bedruckstoffformat wird bei einer
Veränderung der Formateinstellung die Förderleistung des Lufterzeugers entsprechend
der Kennlinie abgesenkt. Durch den zusätzlichen Korrekturfaktor, der beispielsweise
über den Leitstand der Druckmaschine vorgegeben werden kann, erfolgt eine zusätzliche
Veränderung des Leistungswertes, mit dem der Lufterzeuger betrieben wird.
[0015] Des weiteren erfolgt die Erläuterung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand
der Zeichnungen.
[0016] Es zeigt:
- Fig. 1
- ein Luftleitkörper mit Lufterzeuger sowie zugeordneter Steuerung, und
- Fig. 2
- eine Kennlinie zur Erläuterung der formatabhängigen Einstellung des Lufterzeugers.
[0017] Ein als Kasten ausgebildeter Luftleitkörper 1 weist an der einem nicht dargestellten
Bogen zugewandten Seite eine Anzahl Luftaustrittsöffnungen 2 auf. Das Innere des Luftleitkörpers
1 bildet so eine Kammer 3, die im gezeigten Ausführungsbeispiel (Fig. 1) durch einen
bewegbaren Schieber 4 entsprechend dem Format des nicht dargestellten Bedruckstoffes
verschlossen wird. Entsprechend dem Format des Bedruckstoffes wird der Schieber 4
plaziert, so dass die außerhalb des Formatbereiches gelegenen Luftaustrittsöffnungen
2 nicht mit der Luftbeaufschlagung der Kammer 3 in Verbindung sind. Erkennbar verändert
eine Stellung des Schiebers 4 das Volumen der Kammer 3 des Luftleitkörpers 1. Zur
Beaufschlagung des Luftleitkörpers 1 (Kammer 3) steht dieser mit einem steuerbaren
Lufterzeuger (Erzeugung von Druckluft bzw. Luft mit Unterdruck) 6 in Verbindung. Der
Lufterzeuger 6 kann hierbei ein in der Förderleistung einstellbares Gebläse, ein Kompressor
bzw. eine Pumpe sein.
[0018] Der Schieber 4 in der Kammer 3 des Luftleitkörpers 1 ist über ein Stellmittel 5 fernverstellbar.
Bei dem Stellmittel 5 kann es sich beispielsweise um einen Stellmotor handeln, so
dass der Schieber 4 innerhalb der Kammer 3 des Luftleitkörpers 1 über Spindeltrieb
oder ein sonst geeignetes Getriebeelement in die für das aktuelle Bogenformat entsprechende
Stellung verbringbar ist.
[0019] Der beispielsweise als steuerbares Gebläse ausgebildete Lufterzeuger 6 steht wie
das Stellmittel 5 mit einer Steuerung 7 in Signalverbindung. Ist der Lufterzeuger
6 als steuerbares Gebläse ausgebildet, umfaßt die Steuerung 7 insbesondere die elektronischen
Bauteile zum Betreiben des Motors des Gebläses des Lufterzeugers 6 mit vorgegebener
Drehzahl. Die Steuerung 7 umfaßt ferner Rechnermittel sowie einen Speicher in dem
die noch weiter unten stehend erläuterte Kennlinie abgelegt ist. Dem Rechner der Steuerung
7 werden ebenfalls die Signale des Stellmittels 5 des Schiebers 4 zugeführt. Dadurch
liegt der Steuerung 7 für den Lufterzeuger 6 eine Information über die formatabhängige
Einstellung des Luftleitkörpers 1 vor.
[0020] In einem Speicher der Steuerung 7 ist eine Kennlinie abgelegt, in welcher der Zusammenhang
: Leistung Lufterzeuger 6 - Bogenformat (Einstellung Schieber 4 - Luftleitkörper 1)
abgelegt ist. Die Kennlinie K wurde durch theoretische Modellbildung errechnet oder
in Versuchen ermittelt.
[0021] Fig. 2 zeigt prinzipiell die Kennlinie K, welche die Funktion der vom Lufterzeuger
6 aufzubringenden Leistung P in Abhängigkeit der Formateinstellung F (Stellung Schieber
4 in Luftleitkörper 1) angibt. Beim maximalen Bedruckstoffformat (Schieber 4 gibt
die maximale Anzahl der Luftaustrittsöffnungen 2 des Luftleitkörpers 1 frei) ist vom
Lufterzeuger 6 (Gebläse) die maximale Leistung aufzubringen. Somit wird die Kammer
3 des Luftleitkörpers 1 mit Luft derartig beaufschlagt, so dass sich an den Luftaustrittsöffnungen
2 ein bestimmter Strömungszustand ergibt. Wird über das Stellmittel 5 der Schieber
4 in eine dem Bedruckstoffformat abhängige Position verfahren, so verkleinert sich
die Kammer 3, es werden also formatabhängig weniger Luftaustrittsöffnungen 2 mit Luft
beaufschlagt. Um wiederum den gleichen Strömungszustand an den Luftaustrittsöffnungen
2 zu erzielen, ist der Lufterzeuger 6 mit einer gegenüber dem Maximalformat geringeren
Leistung P zu betreiben. Diese Abhängigkeit gibt die Kennlinie K (Figur 2) wieder.
[0022] Neben der durch die in einem Speicher der Steuerung 7 abgelegten Kennlinie K bedingte
Abhängigkeit der Leistung P des Lufterzeugers 6 als Funktion des Formates F ist die
Leistung P des Lufterzeugers 6 zusätzlich auch über einen Korrekturfaktor KF modifizierbar.
In Figur 2 ist angedeutet, dass die zu einer bestimmten Formateinstellung F gehörende
Leistung P des Lufterzeugers 6 entsprechend einem manuell einstellbaren Korrekturfaktor
KF modifizierbar ist. Die zuvorstehend angesprochenen Einstellungen der Leistungen
des Lufterzeugers 6 als Funktion der Formateinstellung F (Stellung Schieber 4) sind
allesamt in einem Speicher des Leitstandes der Druckmaschine abspeicherbar und bei
Wiederholaufträgen entsprechend aufrufbar.
[Bezugszeichenliste]
[0023]
- 1
- Luftleitkörper (pneumatische Bogenführung)
- 2
- Luftaustrittsöffnung
- 3
- Kammer
- 4
- Schieber
- 5
- Stellmittel (Stellmotor)
- 6
- Lufterzeuger (Gebläse, Pumpe, Kompressor)
- 7
- Steuerung
- K
- Kennlinie
- F
- Formateinstellung
- P
- Leistung (Lufterzeuger 6)
- KF
- Korrekturfaktor (Kennlinie K)
1. Pneumatische Bogenführung in einer Druckmaschine, insbesondere Bogenoffsetdruckmaschine,
mit einem entsprechend dem Bedruckstoffformat einstellbaren Luftleitkörper sowie einem
mit dem Luftleitkörper in Verbindung stehenden Lufterzeuger, wobei der Lufterzeuger
durch eine vorgeordnete Steuerung einstellbar ist,
dadurch kennzeichnet,
dass der Steuerung (7) ein der formatabhängigen Einstellung des Luftleitkörpers (1)
entsprechendes Signal zuführbar ist, wobei durch die Steuerung (7) entsprechend diesen
Signalen die Einstellung der Förderleistung des Lufterzeugers (6) erfolgt.
2. Pneumatische Bogenführung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerung (7) als ein Rechner ausgebildet ist.
3. Pneumatische Bogenführung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerung (7) einen Speicher mit einer Kennlinie (K) aufweist, wobei die
Kennlinie (K) die vom Lufterzeuger (6) aufzubringende Förderleistung (P) als Funktion
des Bedruckstoffformates (F) wiedergibt.
4. Pneumatische Bogenführung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kennlinie (K) der Steuerung (7) über einen manuell eingebbaren Korrekturfaktor
(KF) modifizierbar ist.
5. Pneumatische Bogenführung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur formatabhängigen Einstellung des Luftleitkörpers (1) ein Stellmittel (5)
vorgesehen ist, dessen Signale der Steuerung (7) zuführbar sind.