[0001] Die Erfindung betrifft eine Schussfadenbremse für Webmaschinen nach dem Oberbegriff
von Patentanspruch 1.
[0002] Die DE 34 46 567 C1 offenbart eine Schussfadenbremse mit steuerbarer Bremswirkung,
die aus zwei federnd gegeneinander liegenden, den Schussfaden zwischen sich aufnehmenden
lamellenartigen Teilen besteht, wobei jeweils am Eingang und am Ausgang der Schussfadenbremse
Fadenführungsösen angeordnet sind, die auch bei geöffneter Bremse eine dauernde Belastung
für den Schussfaden durch Reibung und Umlenkung darstellen. Es sind eine Vielzahl
anderer Arten von Fadenbremsen bekannt, z.B. mit einem Bremsband und einem steuerbaren
Bremskörper, zwischen welchem der Schussfaden geführt wird, oder sogenannte Umschlingungsbremsen,
bei denen die Bremskraft durch Änderung des Umschlingungswinkel einstellbar ist.
[0003] Derartige Schussfadenbremsen sind Teil einer Anordnung auf der Eintragsseite für
den Schussfaden, die im wesentlichen aus Vorspulgerät, Schussfadenbremse, Schussfadenwächter
und Schussfadenhinreichung besteht, wobei der Schussfaden diese Einrichtungen vor
dem Eintrag durch ein entsprechendes Eintragsorgan in das Webfach durchläuft. Beim
wechselweisen Eintrag verschiedener Schussfäden ist diese Anordnung mehrfach vorhanden.
Die Schussfadenbremse, der Schussfadenwächter und die Schussfadenhinreichung besitzen
zusammen in der Regel mehrere Umlenkpunkte in Form von Fadenführungsösen, die der
Schussfaden, wenn auch unter kleinen Ablenkwinkeln, durchläuft. Bei den heute gebräuchlichen
hohen Tourenzahlen der Webmaschinen bedeutet das für den Schussfaden an jedem Umlenkpunkt
vermehrte Reibung und damit höhere Garnbelastung.
[0004] Zur Reduzierung der Garnbelastung ist aus der DE 195 35 895 C1 eine Einrichtung bekannt
geworden, die für eine Vielzahl von einzutragenden Schussfadentypen lediglich einen
gemeinsamen Schussfadenwächter vorsieht, der nur für eine gewisse Zeitdauer während
des Schusseintrags mit dem einzutragenden Schussfaden in Kontakt gebracht wird. Die
beschriebene Einrichtung verringert somit zwar die Kontaktdauer zwischen Schussfaden
und Schussfadenwächter, sie ist jedoch konstruktiv aufwendig und führt insgesamt nicht
zu einer Verringerung der benötigten Umlenkpunkte.
[0005] Die EP 0 634 509 A1 offenbart eine Schussfadenbremse, der ein Fadenspannungssensor
nachgeschaltet ist, dessen Messwerte zur Regelung der Bremskraft der Schussfadenbremse
herangezogen werden. Dadurch kann die Bremskraft bei jedem Schusseintrag optimal eingestellt
werden, was unter anderem die Garnbelastung des Schussfadens verringert. Bei dieser
Einrichtung besteht ebenfalls der Nachteil, dass insgesamt mindestens drei Fadenführungsösen
benötigt werden und der Fadenspannungssensor zusätzliche Umlenkpunkte zur mechanischen
Kraftmessung aufweist, wodurch die Gesamtbelastung des Schussfadens sich wieder erhöht.
[0006] Aus der EP 0 333 302 A1 ist bekannt, in einem Schussfadeneintragsystem einer Greiferwebmaschine
den Schussfadenbremsen (Tandembremsen) einen separaten Schussfadenwächter in Richtung
des Schusseintrags nachzuordnen. Für die Mehrzahl der Schussfäden, die den Schusswächter
durchlaufen, stellt der betreffende Schusswächter eine Umlenkstelle dar, wenn auch
unter kleinem Winkel. Diese Umlenkung führt zu Reibungen und damit zu einer unerwünschten
Garnbelastung.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Schussfadenbremse mit ausgangseitiger
Fadenführungsöse derart weiterzubilden, dass die Gambelastung für den Schussfaden
reduziert werden kann.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch die im Patentanspruch 1 angegebenen
Merkmale.
[0009] Die Erfindung beruht darauf, dass die ausgangsseitige Fadenführungsöse der Schussfadenbremse
als Schussfadenwächter ausgebildet ist.
[0010] Damit ergibt sich der wesentliche Vorteil, dass ein zusätzlicher, der Schussfadenbremse
nachgeschalteter Schussfadenwächter entfallen kann, wodurch mindestens ein Umlenkpunkt
entfällt. Die Verringerung der Gesamtanzahl der Umlenkpunkte ergibt eine geringere
Garnbelastung.
[0011] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemässen Kombination von Schussfadenbremse und
Schussfadenwächter besteht in der kompakten Konstruktion und vereinfachten Montage
und Justage der Anordnung an der Webmaschine. Die Art der verwendeten Bremsvorrichtung
spielt keine erfindungswesentliche Rolle. Erfindungsgemäss können alle Arten der eingangs
genannten Schussfadenbremsen, oder auch andere Arten, mit einem integrierten Schussfadenwächter
ausgerüstet werden.
[0012] Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0013] Vorzugsweise ist der Schussfadenwächter als piezo-elektrischer Sensor ausgebildet,
der in der ausgangsseitigen Führungsöse der Schussfadenbremse integriert ist. Jedoch
kann der Schussfadenwächter in bekannter Weise auch einen elektro-mechanischen Sensor,
einen elektro-optischen Sensor, einen kapazitiven oder induktiven Sensor beinhalten.
[0014] Vorteilhaft kann der integrierte Schussfadenwächter als Fadenspannungssensor ausgebildet
sein, dessen Ausgangssignal zur Regelung der Bremskraft an die Schussfadenbremse zurückgeführt
wird.
[0015] Jeweils einem verwendeten Schussfadentyp bzw. einer verwendeten Schussfadenfarbe
ist eine erfindungsgemässe Schussfadenbremse zugeordnet.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnungsfigur näher erläutert.
[0017] Die Zeichnungsfigur zeigt die erfindungsgemässe Schussfadenbremse 1 in Seitenansicht.
Die Bremseinrichtung besteht aus zwei federnd gegeneinander liegenden lamellenartigen
Federblechen 4, 5, die den durchlaufenden Schussfaden 13 zwischen sich aufnehmen.
Beide Federbleche 4, 5 sind mittels einer Federblechbefestigung 10 einseitig an einer
Grundplatte 2 befestigt, die ihrerseits mittels einer Halterung 3 am Webmaschinenkörper
befestigt ist. Je stärker die Federbleche 4 ,5 aneinandergepresst werden, desto größer
ist die auf den Schussfaden 13 ausgeübte Bremskraft. In der gezeigten Ausführungsform
ist das hintere Federblech 4 fest an der Grundplatte 2 befestigt, während das vordere
Federblech 5 durch einen Exzenter 8 beaufschlagt wird, wobei je nach Drehstellung
des Exzenters 8 das vordere Federblech 5 stärker oder weniger stark gegen das hinter
Federblech 4 gepresst wird. Der Exzenter 8 wird durch einen an der Grundplatte 2 befestigten
Exzenterantrieb 9 betätigt, der durch eine Steuerelektronik 11 angesteuert wird. Die
Elektronik 11 ist ebenfalls auf der Grundplatte 2 angeordnet und wird über einen Anschluss
12 mit der Webmaschinensteuerung verbunden.
[0018] Eingangsseitig weist die Schussfadenbremse 1 eine Einlass-Fadenführung 6 auf, welche
den Schussfaden 13 zwischen die Federbleche 4, 5 führt. Am ausgangsseitigen Ende der
Federbleche 4, 5 ist eine Ausgangs-Fadenführung angeordnet, die erfindungsgemäß als
Schussfadenwächter 7 ausgebildet ist. Der Schussfadenwächter 7 besteht aus einer Fadenführungsöse,
die einen geeigneten Sensor beinhaltet, der das Vorhandensein des Schussfadens detektiert
und/oder zur Messung der Fadenzugkräfte dient. Durch die erfindungsgemässe Integration
des Schussfadenwächters 7 in der Schussfadenbremse 1 kann auf einen separaten nachgeordneten
Schussfadenwächter verzichtet werden. Dadurch wird die Garnbelastung des Schussfadens
insgesamt verringert.
Zeichnungslegende
[0019]
- 1
- Schussfadenbremse
- 2
- Grundplatte
- 3
- Halterung
- 4
- Federblech
- 5
- Federblech
- 6
- Einlass-Fadenführung
- 7
- Schussfadenwächter (Ausgangs-Fadenführung)
- 8
- Exzenter
- 9
- Exzenterantrieb
- 10
- Federblechbefestigung
- 11
- Elektronik
- 12
- Anschluss
- 13
- Schussfaden
1. Schussfadenbremse für Webmaschinen, bestehend aus einer steuerbaren auf den Schussfaden
einwirkenden Bremseinrichtung, die zumindest ausgangsseitig eine Fadenführungsöse
aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenführungsöse als Schussfadenwächter
(7) ausgebildet ist.
2. Schussfadenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfadenwächter
(7) als Fadenspannungssensor ausgebildet ist.
3. Schussfadenbremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfadenwächter
(7) einen piezo-elektrischen Sensor beinhaltet.
4. Schussfadenbremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfadenwächter
(7) einen elektro-mechanischen Sensor beinhaltet.
5. Schussfadenbremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfadenwächter
(7) einen elektro-optischen Sensor beinhaltet.
6. Schussfadenbremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfadenwächter
(7) einen kapazitiven oder induktiven Sensor beinhaltet.
7. Webmaschine mit einer Schussfadenbremse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, dass die Schussfadenbremse (1) je nach Anzahl der Schussfadenarten
oder -farben mehrfach vorhanden ist.