[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine wäßrige Zusammensetzung zur Ausrüstung von Fasermaterial
für ein Thermotransferdruckverfahren, die Verwendung der Zusammensetzung dafür und
ein Thermotransferdruckverfahren.
[0002] Es ist allgemein bekannt, Kunstfasern, z.B. Polyesterfasern, mit Dispersionsfarbstoffen
zu färben. Allerdings sind Dispersionsfarbstoffe in Wasser nur schwer löslich. Zum
Färben werden die gemahlenen Dispersionsfarbstoffe in Wasser dispergiert. Durch Diffusion
dringen sie in die Kunstfasern ein und bilden eine "feste Lösung", die aufgrund der
Schwerlöslichkeit der Dispersionsfarbstoffe in Wasser gut waschbeständig gefärbte
Fasern liefert.
[0003] Bei einem Thermotransferdruckverfahren wird der Dispersionsfarbstoff mittels einer
Druckpaste zunächst auf einem Träger, z. B. Papier mit einer speziellen Beschichtung,
aufgebracht. Durch Zusammenpressen mit dem zu bedruckenden Textilmaterial und Erhitzen
wird der auf dem Träger vorhandene Dispersionsfarbstoff von diesem absublimiert und
auf das Textilmaterial aufgebracht. Die dabei angewendete hohe Temperatur begünstigt
ein Eindiffundieren des Farbstoffs in die Fasern des Textilmaterials. Üblicherweise
wird diese Übertragung des Farbstoffs auf das Textilmaterial bei 200 - 250 °C in wenigen
Sekunden durchgeführt.
[0004] Das Thermotransferdruckverfahren setzt jedoch voraus, daß der Dispersionsfarbstoff
in die Faser diffundieren kann. Dies ist allerdings bei Naturfasern, wie Baumwolle
oder Wolle, und bei regenerierten Cellulosefasern nicht der Fall. Diese müssen zuerst
in geeigneter Weise ausgerüstet werden.
[0005] Es wurden deshalb eine Vielzahl von Versuchen unternommen, geeignete Ausrüstungen
für Fasern bereitzustellen, die diesen Nachteil überwinden.
[0006] So ist beispielsweise aus der deutschen Patentschrift 41 26 096 ein Verfahren zum
Bedrucken von Substraten mittels Transferdruckverfahren bekannt, bei dem ein von Harzen
freier transparenter Lack auf die zu bedruckenden Naturfasern aufgebracht und angetrocknet
wird, der sublimierbare Farbstoffe beim anschließenden Thermotransferdruckverfahren
aufnehmen und fixieren kann. Nach der Definition im Römpp Chemie-Lexikon, 1990, Seite
2424, sind Lecke flüssige oder pulverförmigfeste Substanzen, die in dünner Schicht
auf Gegenstände appliziert werden und die durch chemische Reaktion und/oder physikalische
Veränderung einen auf den Objekten haftenden festen Film bilden. Durch die Bildung
eines Films kommt es jedoch zu einer unerwünschten Verminderung der Luftdurchlässigkeit
und reduzierten Atmungsaktivität sowie zu einem verhältnismäßig harten Griff des textilen
Materials.
[0007] Es ist ferner bekannt, durch Behandlung von Naturfasermaterialien mit synthetischen
Harzen in diesen einen waschfest fixierten Duroplasten zu erzeugen, der die Dispersionsfarbstoffe
aufnehmen kann. So wird beispielsweise in der Schweizer Patentschrift 564 637 ein
Verfahren zur gleichzeitigen Erzeugung von waschfest fixierten Färbungen oder Drucken
nach der Sublimationstransfer-Methode und von Hochveredelungsausrüstungen auf ganz
oder teilweise aus Cellulosefasern bestehenden textilen Flächengebilden beschrieben,
bei dem zunächst das Textilgut mit einer wäßrigen Lösung eines Vernetzungsmittels
für die Cellulose behandelt und nach einer Vortrocknung nach der Transferdruck-Methode
gefärbt oder bedruckt wird. Dabei werden die Cellulosefasern während des Umdrucks
und/oder danach in Gegenwart eines Katalysators durch Hitzeeinwirkung vernetzt und
damit die Farbstoffe waschecht in der Faser fixiert. Diese Behandlung erreicht zwar
den Zweck der Anfärbbarkeit, führt jedoch zu einer nicht erwünschten Versteifung und
Griffverhärtung des Textilmaterials, wenn eine ausreichende Menge des Vernetzungsmittels
für den Transferdruck aufgebracht wird.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Mittel zur Ausrüstung
von Fasermaterial für ein Thermotransferdruckverfahren bereitzustellen, das die Luftdurchlässigkeit
und die Atmungsaktivität des Fasermaterials nach dem Druck nicht unerwünscht vermindert
und dem Fasermaterial einen angenehmen weichen Griff verleiht.
[0009] Erfindungsgemäß wird dies durch eine wäßrige Zusammensetzung zur Ausrüstung von Fasermaterial
für ein Thermotransferdruckverfahren erreicht, umfassend
a) 0,5 bis 2,5 Gew.-% eines Kunstharzvorkondensates,
b) 10 - 30 Gew.-% eines thermoplastischen Kunststoffes mit reaktiven Gruppen,
c) 0,1 - 1 Gew.-% eines sauer reagierenden anorganischen Salzes,
d) 0,2 bis 2,0 Gew.-% eines Weichmachungsmittels und
e) 0,05 - 0,15 Gew.-% eines Emulgators,
wobei sich die Mengenangaben auf die Zusammensetzung beziehen.
[0010] Der Ausdruck

wäßrige Zusammensetzung" weist darauf hin, daß sie neben den vorstehend angegebenen
Komponenten a) bis e) und gegebenenfalls weiteren üblichen Bestandteilen zum Ausgleich
auf 100 Gew.-% Wasser enthält, d. h. der Rest ist Wasser. Diese Bestandteile können
in einer Menge bis zu 5 Gew.-%, bezogen auf die Zusammensetzung vorliegen.
[0011] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung weist als Komponente a) ein Kunsthatzvorkondensat
in der vorstehend angegebenen Menge auf. Die Behandlung von Cellulosefasern mit Kunstharzvorkondensaten
(Vernetzern) ist auf dem Textilgebiet ein allgemein bekanntes Verfahren und in der
textiltechnischen Literatur ausführlich beschrieben, wozu z. B. auf H. Tovey, Textile
Research Journal
31, Seiten 185 bis 237 (1961), H. Rath, Zeitschrift für die gesamte Textilindustrie
69, Seiten 542 bis 548 und Selten 631 bis 635 (1967) und vorstehend genannte Schwelzer
Patentschrift verwiesen wird.
[0012] Bei den Kunstharzvorkondensaten kann es sich um monomere Verbindungen handeln, die
zwei oder mehr reaktive Gruppen enthalten können, wobei diese reaktiven Gruppen zum
einen mit Cellulose, insbesondere den OH-Gruppen der Cellulose, und zum anderen mit
den reaktiven Gruppen weiter Kunstharzvorkondensatmoleküle unter Ausbildung einer
kovalenten Bindung reagieren können. Es können somit die Moleküle des Kunstharzvodondensates
miteinander reagieren und mit der Cellulose vernetzt werden. Beispiele der reaktiven
Gruppen sind Carbonyl-, Carboxyl- und Methylol-Gruppen.
[0013] Beispiele der Kunstharzvorkondensate sind Acetale, z. B. Reaktionsprodukte aus Formaldehyd
und Diethylenglykol, Dimethylolmonocarbamate, z. B. Dimethylolmethylcarbamat, Dimethylolharnstoff,
Dihydroxyethylenharnstoff, Propylenharnstoff und dessen Derivate, Triazone wie Dimethylol-5-methoxyethyl-1,3,5-triazinon-2,
Methylol-Melaminverbindungen wie Tetramethylolmelamin oder wasserlösliche veretherte
Methylolmelaminverbindungen, Hexamethylendiethylenharnstoff sowie Glyoxal und seine
Derivate.
[0014] Das Kunstharzvorkondensat kann auch voneinander verschiedene reaktive Gruppen aufweisen.
[0015] Vorzugsweise handelt es sich bei dem Kunstharzvorkondensat um eine Verbindung, bei
der mindestens zwei Methylol-Gruppen (-CH
2-OH) vorliegen, die günstigerweise an N-Atome gebunden sind, wobei es sich um unterschiedliche
N-Atome oder das gleiche N-Atom handeln kann. Dabei ist es günstig, daß das N-Atom
zu einer Carbonyl-Gruppe benachbart ist. Beispiele solcher N-Methylolverbindungen
sind Dimethylolethylenharnstoff und davon abgeleitete Verbindungen. Das H-Atom der
OH-Gruppe der Methylol-Gruppe kann durch einen Alkyl-Rest, z. B. einen C
1-C
4-Alkyl-Rest, substituiert sein. Falls es gewünscht wird, kennen die H-Atome aller
oder nur von einem Teil OH-Gruppen der Methylol-Gruppen durch Alkyl-Reste ersetzt
sein.
[0016] Beispiele der von Dimethylolethylenharnstoff abgeleiteten Verbindungen sind solche
der Formel

wobei R' und R'' gleich oder verschieden voneinander sind und für H und OH stehen
und R
1 und R
2 gleich oder verschieden voneinander sind und für H und C
1- C
4-Alkyl stehen. Ein Beispiel einer von Dimethylolethylenharnstoff abgeleiteten Verbindung
der vorstehenden Formel ist Dimethyloldihydroxyethylenharnstoff.
[0017] Diese Verbindungen weisen den Vorteil auf, daß beim Aufbringen auf das Fasermaterial
und der nachfolgenden Reaktion der Kunstharzvorkondensatmoleküle miteinander, mit
dem thermoplastischen Kunststoff und mit Cellulose nur eine sehr geringe Formaldehydemission
festgestellt wurde. Dies ist aufgrund der toxikologischen Nachteile des Formaldehydes
günstig. Die einen vorstehenden Alkyl-Rest aufweisenden Verbindungen weisen ferner
eine sehr gute Lagerstabilität auf, so daß die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
über eine lange Zeit gelagert werden können.
[0018] Von den Kunstharzvorkondensaten können in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung auch
mehrere vorliegen, z. B. zwei oder drei, die voneinander verschieden sind.
[0019] Als Komponente b) liegt in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung ein thermoplastischer
Kunststoff mit reaktiven Gruppen vor. Unter dem Ausdruck

thermoplastischer Kunststoff" im Sinne der vorliegenden Erfindung werden Thermoplaste
jeglicher Art verstanden. Hierbei kann es sich um Homopolymere oder um Copolymere
handeln. Die Copolymere können Block- oder Random-Copolymere sein. Beispiele für Monomere,
die zur Herstellung des thermoplastischen Kunststoffs geeignet sind, sind Olefine,
wie Ethylen, Vinylacetat, (Meth)acrylsäure und deren Ester, wie Acrylsäurebutylester.
[0020] Bei den im thermoplastischen Kunststoff vorliegenden reaktiven Gruppen handelt es
sich günstigerweise um solche, die mit den in Zusammenhang mit dem Kunstharzvorkondensat
beschriebenen reaktiven Gruppen und/oder den OH-Gruppen der Cellulose reagieren können,
wodurch eine Vernetzung des thermoplastischen Kunststoffs mit der Cellulose und/oder
dem Kunstharzvorkondensat erreicht werden kann. Beispiele solcher sind die Carboxyl-Gruppe
und die Methylol-Gruppe, insbesondere die an ein N-Atom gebundene Methylol-Gruppen,
wobei es günstig ist, wenn das N-Atom zu einer Carbonyl-Gruppe benachbart ist. Solche
liegen z. B. in (Meth)acrylsäure bzw. in N-Methylolacrylamid vor.
[0021] Solche reaktiven Gruppen können in den thermoplastischen Kunststoff dadurch eingebracht
werden, daß bei dessen Herstellung (Polymerisation von Monomeren) Monomere eingesetzt
werden, die diese reaktionsfähigen Gruppen aufweisen, z. B. das vorstehend erwähnt
N-Methylolacrylamid und/oder (Meth)acrylsäure. Die Menge der reaktionsfähige Gruppen
tragenden Monomere im thermoplastischen Kunststoff beträgt 1 bis 10 Gew.-%, insbesondere
etwa 5 Gew.-%, bezogen auf den thermoplastischen Kunststoff. Ein Beispiel eines thermoplastischen
Kunststoffes ist ein Copolymer aus Ethylen und Vinylacetat (20:80 Gewichtsteile),
enthaltend 5 Gew.-% Methylolacrylamid. Ein weiteres Beispiel dafür ist ein Copolymer
aus Vinylacetat mit Acylsäurebutylesther (1:1), enthalten 2,5 Gew.-% Aaylsäure, bezogen
auf den thermoplastischen Kunststoff.
[0022] Der thermoplastische Kunststoff kann mehrere, voneinander verschiedene reaktive Gruppen
aufweisen. Ferner können in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung mehrere, z. B. zwei,
voneinander verschiedene thermoplastische Kunststoffe vorliegen, die, falls es gewünscht
wird, unterschiedliche reaktive Gruppen tragen können. Werden zwei voneinander verschiedene
thermoplastische Kunststoffe in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung eingesetzt,
kann deren Verhältnis etwa 1:1 betragen.
[0023] Als Komponente c) liegt in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung ein sauer reagierendes
anorganisches Salz vor. Dieses dient als Katalysator für die Vernetzung der Komponenten
a) und b) miteinander und mit der Cellulose. Beispiele solcher Salze sind Diammoniumsulfat,
Zinknitrat, Zinkchlorid, Magnesiumnitrat und insbesondere Magnesiumchlorid. Letzteres
Salz stellt ein besonders schonendes System dar und es werden geringere Verluste der
Reißfestigkeit des Fasermaterials erhalten.
[0024] Es wurde überraschenderweise gefunden, daß auf dem Fasermatenal, das mit der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung behandelt und einem Thermotransferdruck-Verfahren unterzogen wurde,
keine Filmbildung zu beobachten war und somit die Luftdurchlässigkelt und die Atmungsaktivität
des behandelten Fasermaterials hervorragend war. Es wird angenommen - ohne jedoch
daran gebunden zu sein -, daß die Kunstharzvorkondensate in das Innere der Fasern
eindringen. Diese Vorkondensate reagieren unter Kondensationsbedingungen, beispielsweise
140 °C - 160 °C während 2 - 5 Minuten, unter anderem mit den Hydroxylgruppen der Cellulose
unter Quervernetzung. Es wird also kein Film gebildet, der den Luftdurchtritt durch
das Textilmaterial negativ beeinflussen kann. Die mit Kunstharzvorkondensaten erreichte
Cellulosevernetzung reduziert ferner die Knitterneigung des Fasermaterials. Durch
die in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung vorliegenden thermoplastischen Kunststoffe
mit reaktiven Gruppen wird die Versprödung der Naturfasern niedrig gehalten, ein guter
Knitterfesteffekt beobachtet und die Quellung der Cellulose gering gehalten werden.
[0025] Als Komponente d) liegen 0,2 bis 2,0 Gew.-% eines Weichmachungsmittels oder ein Gemisch
mehrerer Weichmachungsmittel in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung vor. Unter dem
Begriff

Weichmachungsmittel" werden Verbindungen jeglicher Art verstanden, die dem Fasermaterial
einen weichen Griff verleihen. Beispiele solcher sind hydrophobe Verbindungen, vorzugsweise
Wachse, insbesondere. Polyethylenwachse, und Siliconöle, insbesondere auf der Basis
von Polydimethylsiloxan, oder Gemische dieser. Liegt in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung
ein Gemisch von Wachs und Siliconöl vor, so kann die Menge des Wachses 0,1 bis 1,0
Gew.-% und die des Siliconöls ebenfalls 0,1 bis 1,0 Gew.-%, jeweils bezogen auf die
Zusammensetzung, betragen. Mit der Kombination von Wachs und Siliconöl wird dem Fasermaterial
in besonders vorteilhafter Weise ein hervorragender Griff verliehen, gleichzeitig
aber die Echthelten von Drucken nicht negativ beeinflußt. Auch unter dem Aspekt der
filmbildenden Eigenschaften der thermoplastischen Kunststoffe wirkt sich die genannte
Kombination positiv aus.
[0026] In der erfindungsgemäßen Zusammensetzung liegt in einer Menge von 0,05 bis 0,5 Gew.-%
ein Emulgator vor. Hierbei kann es sich um einen oder mehrere nichtionogene(n) Emulgator(en)
handeln, z. B. Verbindungen auf der Basis ethoxylierter Fettalkohole, ethoxylierter
Fettamine und Gemische dieser. Durch den Emulgator wird die erfindungsgemäße Zusammensetzung
stabil gehalten und die Applikation der Zusammensetzung auf das Fasermaterial, insbesondere
durch Fouldarapplikation, verbessert.
[0027] Überraschenderweise wurde ferner festgestellt, daß durch Zusatz von in Wasser emulgierten
Weichmachungsmittel nicht nur ein weicher, angenehmer Griff des ausgerüsteten Fasermaterials
erreicht wird, sondern auch durch diese hydrophoben Bestandteile die Waschbeständigkeit
der Kunststoffeinlagerung und damit die Verankerung des Dispersionsfarbstoffes gefördert
wird.
[0028] Durch den Zusatz des Weichmachungsmittels und die überwiegende Verwendung von weichen,
reaktionsfähigen Thermoplasten erhält das für den Thermotransferdruck vorbereitete
Fasermaterial einen angenehm weichen Griff, den es auch nach dem Thermotransferdruck
beibehält. Allerdings ist die bei der Hochveredelung mit Kunstharzvorkondensaten übliche
Versprödung verbunden mit einem relativ harten Griff nicht beobachtbar. Weiterhin
ist es durch diese Kombination möglich, die Menge des eingesetzten Kunstharzvorkondensates
niedrig zu halten und durch die überwiegende Verwendung welcher Kunststoffdispersionen
genügend Substanz mit Affinität zum Dispersionsfarbstoff aufzubringen, um einen Thermotransferdruck
möglich zu machen. Trotzdem wird ein ausreichender Knitterfesteffekt erreicht. Durch
die Vernetzung mit dem Kunsharzvorkondensat wird eine gute Waschfestigkeit des aufgebrachten
Druckes erreicht. Diese Waschfestigkeit wird durch den Zusatz der vollkommen hydrophoben
Faserweichmacher noch verbessert.
[0029] Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann zur Ausrüstung von Fasermaterial für ein
Thermotransferdruckverfahren verwendet werden. Dem Fachmann sind Verfahren zum Aufbringen
der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen auf Fasermaterial sowie hierzu benötigte Vorrichtungen
bekannt. Beispielsweise kann die wäßrige Zusammensetzung mittels Foulardapplikation
auf das Fasermaterial aufgebracht werden. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung mit
den vorstehenden Komponenten a) bis e) kann in einem Schritt, d. h. auf einmal, auf
das Fasermaterial appliziert werden, wodurch eine einfache, schnelle und kostengünstige
Aufbringung der Komponenten a) bis e) auf das Fasermaterial möglich ist.
[0030] Unter dem Ausdruck

Fasermaterial" werden Fasern und faseraufweisende Materialien jeglicher Art verstanden.
Bei letzteren kann es sich um aus Fasern hergestellte textile Flächengebilde handeln.
Das Material, aus dem die Fasern bzw. die textilen Flächengebilde hergestellt sind,
kann aus Cellulose bestehen oder Cellulose umfassen, wobei unter

Cellulose" auch chemisch und/oder physikalisch veränderte Cellulose verstanden wird.
Beispiele der Fasern sind Naturfasern, z. B. Baumwolle oder Wolle, und regenerierte
Cellulosefasern.
[0031] Wie bereits vorstehend ausgeführt wurde, wird die erfindungsgemäße Zusammensetzung
auf Fasermaterial aufgebracht Günstigerweise wird dabei die Menge der erfindungsgemäßen
Zusammensetzung so gewählt, daß es vollständig vom Fasermaterial aufgenommen werden
kann, d. h. die Aufnahme 100 % beträgt.
[0032] Nach dem Aufbringen der erfindungsgemäßen Zusammensetzung auf das Fasermaterial kann
eine Trocknung erfolgen, wobei das Wasser im wesentlichen vollständig entfernt werden
kann. Dabei bedeutet

im wesentlichen", daß noch etwas Wasser vorhanden sein kann. Diese wird üblicherweise
bei Temperaturen von 100°C oder mehr (bei Normaldruck) durchgeführt. Die Trocknungstemperatur
sollte jedoch 140 °C nicht überschreiten, da bei diesen Temperaturen bereits eine
Kondensation des Kunstharzvorkondensates, ggf. mit dem thermoplastischen Kunststoff,
erfolgen kann. Beispielsweise beträgt die Trocknungstemperatur etwa 110°C. Die Trocknungsdauer
hängt davon ab, wieviel Restwasser nach dem Trocknen im Fasermaterial verbleiben soll.
Soll das Restwasser gering sein, wird der Trocknungsvorgang länger durchgeführt.
[0033] Bei diesem Trocknungsschritt erfolgt noch keine Kondensation des Kunstharzes, hierzu
ist eine Behandlung von 140°C während mindestens 2 Minuten erforderlich.
[0034] Das so behandelte Fasermaterial kann dann in einem üblichen Thermotransferdruckverfahren
eingesetzt werden. Bei diesem wird beispielsweise ein Dispersionsfarbstoff, insbesondere
ein sublimierbarer Dispersionsfarbstoff, mittels einer Druckpaste auf einen Träger,
z. B. ein Papier mit spezieller Beschichtung, aufgebracht. Durch Zusammenpressen und
Erhitzen mit dem zu bedruckenden und mit der erfindungsgernäßen Zusammensetzung behandelten
Fasermaterial wird der auf dem Träger vorhandene Dispersionsfarbstoff von diesem auf
das Fasermaterial übertragen. Liegt dabei der Dispersionsfarbstoff bzw. die Dispersionsfarbstoffe
in Form eines Musters auf dem Träger vor, wird dieses Muster auf das Fasermaterial
übertragen. Die Übertragung kann bei Temperaturen von 200 bis 250°C in wenigen Sekunden
bis wenigen Minuten, z. B. 10 Sekunden bis 2 Minuten erfolgen. Dabei wird eine Vernetzung
des Kunstharzvorkondensates, des thermoplastischen Kunststoffes und der Cellulose
erreicht.
[0035] Das folgende Beispiel erläutert die vorliegende Erfindung:
Beispiel: Thermotransferdruckverfahren unter Verwendung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung
Flottenansatz:
[0036]
200 g einer wäßrigen Dispersion eines Copolymeren aus Ethylen und Polyvinylacetat
(20 : 80 Gewichtsteilen), enthaltend 5 Gew.-% Methylolacrylamid, bezogen auf den Feststoff,
52%ig.
200 g einer wäßrigen Dispersion eines Copolymeren von Vinylacetat mit Acrylsäurebutylester
(1:1), enthaltend 2,5 Gew.-% Acrylsäure, bezogen auf den Feststoff, 50%ig
20 g einer 75%igen wäßrigen Lösung eines Kunstharzvorkondensates auf Basis Dimethyloldihydroxyethylenharnstoff
6 g Magnesiumchlorid
20 g eines Textilweichmachers, welcher in wäßriger Emulsion 11,5 % Polydimethylsiloxan,
8,8 % Polyethylenwachs und 4 % nichtiogene Emulgatoren auf der Basis von ethoxilierten
Fettalkoholen und ethoxilierten Fettaminen enthält.
[0037] Beim Flottenansatz werden die angegebenen Mengen mit entmineralisiertem, kaltem Wasser
auf 1 l aufgefüllt und mit einem Foulard auf das Baumwollgewebe aufgebracht. Die Flottenaufnahme
beträgt 100%.
[0038] Nach der Foulardapplikation wird eine Trocknung bei 110°C vorgenommen. Dabei verdampft
das Wasser, das Kunstharzvorkondensat reagiert aber noch nicht aus. Für die Kondensation
eines Kunstharzes sind mindestens 2 Minuten bei 140°C notwendig.
[0039] Der Thermoumdruck wurde bei 210°C mit einer Kontaktzeit von 30 Sekunden unter Verwendung
eines Fasermaterials aus 100% Baumwolle und eines handelsüblichen Papierträgers mit
Dispersionsfarbstoffen (von der Fa. Transfertex GmbH & Co. Thermodruck KG) vorgenommen.
Die vollständige Vernetzung des Kunstharzvorkondensates wurde bei dieser thermischen
Behandlung ebenfalls erreicht.
[0040] Der erhaltene Druck war gut waschbeständig. Das Baumwollgewebe zeigte die üblichen
Pflegeleichteffekte, d. h. Verbesserung der Krumpfeigenschaften und der Knitterneigung.
Es hatte einen angenehm welchen Griff.
1. Wäßrige Zusammensetzung zur Ausrüstung von Fasermaterial für ein Thermotransferdruckverfahren,
umfassend
a) 0,5 bis 2,5 Gew.-% eines Kunstharzvorkondensates,
b) 10 - 30 Gew.-% eines thermoplastischen Kunststoffes mit reaktiven Gruppen,
c) 0,1 - 1 Gew.-% eines sauer reagierenden anorganischen Salzes,
d) 0,2 bis 2,0 Gew.-% mindestens eines Weichmachungsmittels und
e) 0,05 - 0,5 Gew.-% eines Emulgators.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das Kunstharzvorkondensat mindestens zwei Methylol-Gruppen
aufweist.
3. Zusammensetzung nach Anspruch 2, wobei die Methylol-Gruppe an ein N-Atom gebunden
ist.
4. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 2 und 3, wobei die H-Atome der OH-Gruppe
der Methylol-Gruppe durch C1-C4-Alkyl-Reste substituiert sind.
5. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die reaktiven Gruppen des
thermoplastischen Kunststoffes Methylol- und Carboxyl-Gruppen sind.
6. Zusammensetzung nach Anspruch 5, wobei die Methylol-Gruppe an ein N-Atom gebunden
ist.
7. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das sauer reagierende anorganische
Salz Magnesiumchlorid ist.
8. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Weichmachungsmittel ein
Siliconöl, ein Wachs oder eine Kombination dieser ist.
9. Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der Emulgator ein nichtionogener
Emulgator ist.
10. Verwendung der Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 9 zur Ausrüstung von
Fasermaterial für ein Thermotransferdruckverfahren.
11. Verfahren zum Thermotransferdruck von Fasermaterial, wobei das zu bedruckende Fasermaterial
mit der Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ausgerüstet wird und das
Bedrucken des Fasermaterials unter gleichzeitigem Vernetzen von in der Zusammensetzung
enthaltenen vernetzbaren Komponenten erfolgt.