[0001] Die Erfindung betrifft eine Ausziehführung nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Solche Ausziehführungen bzw. Teleskopauszüge werden für ausziehbare Möbelteile, z.B.
Möbelschubladen oder Arbeitsplatten, eingesetzt, wobei eine Führungsschiene der Ausziehführung
an einem feststehenden Teil, wie dem Möbelkorpus befestigt ist und eine weitere Führungsschiene
an dem ausziehbaren Möbelteil selbst befestigt ist. Je nach Größe und Gewicht des
auszuziehenden Möbelteils muß die Ausziehführung dabei vor allem durch die Schwerkraft
bedingte Vertikalkräfte aufnehmen, aber auch eine sichere seitliche Führung gewährleisten.
[0002] Es sind Ausziehführungen bekannt, z.B. durch die DE 44 43 063 C1. Bei der dort gezeigten
Ausziehführung sind ein erstes und drittes Führungsprofil nahezu U-förmig ausgeführt
und weisen mit den offenen Seiten des "U" horizontal in die gleiche Richtung. Eine
zweite Führungsschiene ist ebenfalls U-förmig gestaltet und weist mit ihren U-Schenkeln
in die entgegengesetzte Richtung, greift zwischen die U-Schenkel der ersten und dritten
Führungsschiene, wobei zu beiden Seiten jedes U-Schenkels der zweiten Führungsschiene
Kugeln angeordnet sind, mittels denen die Schienen verschiebbar geführt werden.
[0003] Die Verwendung von Kugeln läßt nur eine begrenzte Belastung zu, da durch die Geometrie
der Kugeln nur punktuelle Kontakte mit den Laufbahnen bestehen. Ein flächiges Anliegen
der Kugeln scheidet wegen dem unterschiedlichen Kugelradius im Verhältnis zur Drehachse
aus. Ferner können wegen des geringen zur Verfügung stehenden Bauraumes für derartige
Ausziehführungen die Kugeln zur Erreichung einer günstigen Flächenbelastung nicht
beliebig groß gewählt werden. Dieses wird besonders bei dem durch die DE 3127701 A1
gegebenen Stand der Technik deutlich. Hier wird ein dreieckförmiges Außenprofil vorgeschlagen,
dessen Innenecken dem Durchmesser von Kugeln angepaßte Laufbahnen aufweisen. Die die
Innenekke, bildenden Wandungsbereiche des gleichseitigen Dreiecks schließen einen
Winkel von 60° ein, was bedeutet, daß das Innenprofil ebenfalls spitzwinklig ausgebildet
sein muß, was an dem Innenprofil zwangsläufig nur sehr schmale Laufbahnen für die
Kugeln zuläßt.
[0004] Zur Beseitigung dieses Mangels wurde durch die gattungsbildende DE 36 23 743 C2 eine
Ausziehführung mit zwei Schienen vorgeschlagen, die mit zylindrischen Wälzkörpern
ausgestattet ist, deren über ihre Stirnseiten hinaus verlängerte Mittenachsen ein
Dreieck bilden. Im Gegensatz zu der Verwendung von Kugeln, von deren Umfang nur geringe
Bereiche der Kraftabtragung dienen können, steht die gesamte Länge des zylindrischen
Wälzkörpers zur Kraftabtragung an den gegenüberliegenden Wandungen zur Verfügung.
Bei der vorgeschlagenen Konstruktion weist die äußere, ein Hohlprofil bildende Schiene,
einen nach unten gerichteten Schlitz auf, der den Durchlaß für die zweite Schiene
bildet. Der Innenraum des Hohlprofiles verjüngt sich in Richtung des Schlitzes derart,
daß zwei spitzwinklig zur vertikalen verlaufende Rollbahnen für die Wälzkörper gebildet
werden.
[0005] Nachteilig bei der in der DE 36 23 743 C2 gezeigten Ausziehführung ist, daß die beiden
winklig zueinander verlaufenden Rollbahnen unter Lasteinwirkung im elastischen Bereich
keilartig spreizen. Die Ausziehführung wird im ausgezogenen Zustand im Frontbereich
des ausgezogenen Möbelteiles durch die Schwerkraft nach unten beansprucht, während
sie durch die Hebelwirkung im hinteren Bereich eher nach oben beansprucht wird. In
diesem Bereich erfolgt daher eine Spreizung der beiden Schenkel, die sich einerseits
über den Käfig der Wälzkörper auf den horizontalen Wälzkörper auswirkt und andererseits
wird die äußere Schiene derart verformt, daß die Lauffläche gegenüber dem horizontalen
Wälzkörper gekrümmt wird. Diese beiden Auswirkungen der Spreizung führen zwangsläufig
zu schlechteren Laufeigenschaften und größerem Verschleiß des horizontalen Wälzkörpers.
[0006] Basierend auf der obigen Erkenntnis liegt der Erfindung daher die Aufgabe zugrunde,
die Ausziehführung der zuvor beschriebenen Art so zu gestalten und weiterzubilden,
daß eine Verformung der Führungsschienen bei Belastung vermieden wird und die guten
Laufeigenschaften der Führungsschienen auch bei größeren Belastungen beibehalten werden.
[0007] Diese Aufgabe wird mit einer Ausziehführung mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0008] Wenn bei einer Lagereinheit mehrere ein Dreieck bildende Wälzkörper zwischen zwei
Führungsschienen angeordnet sind, und jeweils eine Führungsschiene über einen Tragsteg
zwischen dem im wesentlichen horizontal angeordneten Wälzkörper und einem geneigt
angeordneten Wälzkörper in das durch die Wälzkörperachsen gebildete Dreieck eingreift,
verläuft der Schlitz in der äußeren Führungsschiene zur Durchführung der inneren Führungsschiene
nicht zwischen den beiden geneigt angeordneten Wälzkörpern sondern etwa seitlich horizontal
in einem geringer belasteten Bereich. Somit wird bei einer Belastung dieser Wälzkörper
eine formsteife Führung aller Wälzkörper gewährleistet. Die im wesentlichen horizontale
Anordnung des Wälzkörpers umfaßt dabei geringere Neigungswinkel von bis zu 15°, die
für spezielle Anwendungsfälle sinnvoll sein kann. Auch die Neigungswinkel des durch
die Wälzkörper gebildeten Dreieckes sind gestaltbar, da z.B. bei starker Vertikalbelastung
und relativ viel Platz geringe Neigungswinkel vorzuziehen sind.
[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Führungsschiene mit
dem Tragsteg dreieckförmig angeordnete Laufflächen auf, an denen jeweils ein Wälzkörper
anliegt. Dies ermöglicht eine einfache und kostengünstige Herstellung der entsprechenden
Führungsschiene, beispielsweise durch Abkanten eines Metallteiles.
[0010] Vorzugsweise umgreift eine Führungsschiene die Wälzkörper und die Führungsschiene
mit dem Tragsteg und weist dementsprechend einen seitlich angeordneten Schlitz zur
Durchführung des Tragsteges auf. Die integrale Ausbildung der äußeren Führungsschiene
bringt dabei eine besonders große Formsteife mit sich.
[0011] Eine kompakte Baugröße der Ausziehführung erhält man, wenn die umgreifende Führungsschiene
im Querschnitt fünfkantig ausgebildet ist, wobei drei Kanten als Laufflächen dienen
und zwei Kanten jeweils zwei Laufflächen miteinander verbinden. Zwar könnte die Führungsschiene
auch dreieckig ausgebildet sein, sie würde dann jedoch im Querschnitt mehr Raum benötigen.
[0012] Eine größere Stabilität der Ausziehführung erhält man, wenn eine Lagereinheit mehrere
in Verschieberichtung hintereinander angeordnete Wälzkörper aufweist, so daß die Belastung
gleichzeitig auf mehrere Wälzkörper verteilt werden kann. Vorzugsweise sind dabei
jeweils zwei Lagereinheiten zwischen zwei Führungsschienen vorgesehen, so daß eine
in Ausziehrichtung vordere Lagereinheit eher vertikal nach unten gerichtet beansprucht
wird und die hintere Lagereinheit durch die Hebelwirkung im ausgezogenen Zustand stärker
vertikal nach oben beansprucht wird.
[0013] In einer Ausführungsform einer Ausziehführung, bei der ein Teil des herausziehbaren
Möbelteiles in dem Möbelkorpus verbleibt, sind nur zwei Führungsschienen vorgesehen.
Damit ist zwar der maximale Laufweg der Ausziehführung relativ stark eingeschränkt,
aber die Baukosten sind besonders gering.
[0014] Alternativ können bei der Ausziehführung drei Führungsschienen vorgesehen sein, wobei
eine erste Führungsschiene mit dem feststehenden Teil verbunden ist, eine dritte Führungsschiene
mit dem herausziehbaren Möbelteil verbunden ist und eine zweite Führungsschiene sowohl
zur ersten Führungsschiene als auch zur dritten Führungsschiene verschiebbar gelagert
ist. Diese Ausführungsform ermöglicht ein Herausziehen des Möbelteiles bis über den
Möbelkorpus hinaus. Es ist auch möglich, vier oder mehr Führungsschienen zu verwenden,
so daß die maximale Laufstrecke des Auszuges vergrößert wird.
[0015] Eine kompakte Bauweise der Ausführungsform mit drei Führungsschienen wird erhalten,
wenn die zweite Führungsschiene C-förmig ausgebildet ist und ihren beiden freien Schenkeln
jeweils mit einer Abwinklung versehen ist, an denen die Laufflächen für die geneigten
Wälzkörper ausgebildet sind. Dabei bilden vorzugsweise die beiden freien Schenkel
der zweiten Führungsschiene jeweils eine Lauffläche für einen horizontal angeordneten
Wälzkörper aus und sind über einen Verbindungssteg miteinander verbunden, so daß nur
eine minimale Zahl an Einzelbauteilen für die Ausziehführung notwendig ist.
[0016] Wenn an dem genannten Verbindungssteg eine Rolle gelagert ist, die an ihrem Umfang
in Kontakt mit der ersten Führungsschiene und der dritten Führungsschiene ist, wird
auf einfache Weise eine gleichmäßige Bewegung der zweiten und dritten Führungsschiene
relativ zur ersten Führungsschiene erhalten.
[0017] Bei den Ausführungsformen mit drei oder mehr Führungsschienen kann die Form der Führungsschienen
je nach dem Raumangebot und der zu erwartenden Belastung variiert werden, wobei die
zweite Führungsschiene oder die mittleren Führungsschienen je nach Raumangebot und
Belastungsfall vorzugsweise Z-förmig, X-förmig, E-förmig oder S-förmig ausgebildet
sind.
[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele mit Bezug auf
die beigefügten Zeichnugen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Querschnittsansicht durch ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Ausziehführung;
- Fig. 2
- eine Abwandlung des ersten Ausführungsbeispieles, bei dem nur die zweite Führungsschiene
gezeigt ist;
- Fig. 3
- eine Abwandlung des ersten Ausführungsbeispieles, bei dem nur die zweite Führungsschiene
gezeigt ist;
- Fig. 4
- eine Ansicht einer Abwinklung eines Schenkel einer Führungsschiene;
- Fig. 5
- eine Ansicht einer Abwinklung eines Schenkels einer Führungsschiene als massiv ausgebildetes
Profil;
- Fig. 6
- ein zweites Ausführungsbeispiel mit S-förmiger zweiter Führungsschiene;
- Fig. 7
- ein drittes Ausführungsbeispiel mit E-förmiger zweiter Führungsschiene;
- Fig. 8
- eine Ansicht eines viertens Ausführungsbeispieles;
- Fig. 9
- eine Ansicht eines fünften Ausführungsbeispieles;
- Fig. 10
- eine Ansicht eines sechsten Ausführungsbeispieles;
- Fig. 11
- eine Ansicht eines siebten Ausführungsbeispieles;
- Fig. 12
- ein achtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Ausziehführung, bei der nur
zwei Führungsschienen vorgesehen sind;
- Fig. 13
- eine Abwandlung des in Fig. 12 gezeigten Ausführungsbeispieles;
- Fig. 14
- eine Abwandlung des in Fig. 12 gezeigten Ausführungsbeispieles, und
- Fig. 15
- eine Abwandlung des in Fig. 12 gezeigten Ausführungsbeispieles.
[0019] In Fig. 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel einer Ausziehführung 10 dargestellt,
die eine erste mit dem feststehenden Möbelteil 12 verbundene Führungsschiene 14 aufweist,
wobei in diesem Ausführungsbeispiel die Befestigung mit dem Möbelteil 12 über einen
Befestigungswinkel 16 erfolgt. Eine dritte Führungsschiene 18 ist mit einem Schubkasten
20 verbunden. Die Art der Befestigungen ist an sich bekannt und kann z.B. als Klemm-,
Kleb- Schraub- oder Nietverbindung ausgebildet sein. Die dritte Führungsschiene 18
kann dabei durch die Befestigungsmittel verstärkt werden, so daß die Steifigkeit der
Führungsschiene 18 vergrößert wird.
[0020] Die Führungsschiene 14 ist als Hohlprofil ausgebildet und weist einen zum Möbelteil
12 weisenden horizontal/seitlichen Schlitz 22 auf. Durch diesen Schlitz 22 der Führungsschienen
14 greift der parallel angeordnete Schenkel 24 einer zweiten C-förmigen Führungsschiene
26 ein, wobei die Innenfläche des C-Schenkels eine erste Lauffläche 28 bildet und
durch Abkanten/Umbiegen hergestellte Kanten eine zweite Lauffläche 32 und dritte Lauffläche
34 bilden. Die einzelnen Laufflächen 28, 30 und 32 bilden so ein dreieckförmiges Führungsprofil
aus.
[0021] Auf den Laufflächen 28, 30 und 32 rollen zylindrische Wälzkörper 55, 56, 57 ab, die
aus Metall oder Kunststoff hergestellt sind. Gegenüber zu den Laufflächen 28, 30 und
32 sind entsprechende Laufflächen an der ersten Führungsschiene 14 ausgebildet.
[0022] In ähnlicher Weise bildet die zweite Führungsschiene 26 im oberen Bereich Laufflächen
33, 34, 35 aus, an denen Wälzkörper 52, 53, 54 angeordnet sind, die an der gegenüberliegenden
Seite auf entsprechenden Laufflächen 40, 42 und 44 der dritten Führungsschiene 18
anliegen. Die zylindrischen Wälzkörper 52, 53, 54, 55, 56, 57 sind in Käfigen 66 auf
Abstand gehalten angeordnet. Es ist aber auch möglich, die Führungsschienen 14, 18
und 26 so auszubilden, daß sie die Wälzkörper 52, 53, 54, 55, 56, 57 ohne Käfig in
Position halten.
[0023] Durch diese Anordnung lassen sich sowohl die erste Führungsschiene 14 relativ zu
der zweiten Führungsschiene 26 als auch die zweite Führungsschiene 26 relativ zu der
dritten Führungsschiene 18 bewegen. Dabei kann eine mit der zweiten Führungsschiene
26 an einem Verbindungssteg 25 mittels eines Lagerzapfens 65 verbundene Laufrolle
67 an Laufflächen 60, 62 der ersten und dritten Führungsschiene 14, 18 abrollen. Diese
Laufrolle 67 kann sowohl der Erhöhung der Belastung der gesamten Ausziehführung 10
dienen, als auch der Unterstützung des synchronen Ablaufes der drei Führungsprofile
14, 18, 26 in dem Sinne, daß die zweite Führungsschiene 26 die Hälfte der Ausziehbewegung
der dritten Schiene 18 zurücklegt.
[0024] In den Fig. 2 bis 10 sind Abwandlungen des in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispieles
dargestellt, wobei bei den Abwandlungen die Führungsschienen 14, 18 und 26 nur noch
schematisch gezeigt sind, da die sonstigen Bauteile den in Fig. 1 gezeigten Bauteilen
entsprechen können.
[0025] Während nach Fig. 1 die mehrfachen Abkantungen/Abbiegungen der zweiten Führungsschiene
26 voneinander weg gerichtet sind, weisen sie nach Fig. 2 bei der Führungsschiene
26' in eine Richtung. Dadurch muß die Form der Führungsschiene 14 an die Form der
Führungsschiene 26' angepaßt werden. Ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen, könnten
die die Laufflächen bildenden Abkantungen/Abbiegungen gemäß Fig. 3 auch zwischen den
Schenkeln der zweiten Führungsschiene 26'' aufeinander zu gerichtet sein, so daß die
erste und dritte Führungsschiene sich an dieses Profil mit den Wälzkörpern dazwischen
anpassen müßten.
[0026] Fig. 4 zeigt eine weitere Abwandlung eines Schenkels einer Führungsschiene, wobei
dem durch ein erstes Abbiegen/Abkanten zuerst die Lauffläche 32' gebildet wird und
danach erst die Laufflächen 30' und 32'. Die Funktion des gezeigten Endes entspricht
ansonsten dem unteren Schenkel der zweiten Führungsschiene 26 nach Fig. 1.
[0027] Wie in Fig. 5 gezeigt ist, liegt es im Rahmen der Erfindung, die Lauffläche anstatt
durch ein abgewinkeltes Hohlprofil aus Metall durch ein mit dem Schenkel einer Führungsschiene
verbundenes Vollprofil 38'' zu erzeugen. Es kann z.B. auch ein extrudiertes einstückiges
Profil vorgesehen werden.
[0028] Es liegt auch in Rahmen der Erfindung, statt eines C-Profiles als zweite Führungsschiene
ein etwa S-förmiges Profil als zweite Führungsschiene 126 zu verwenden, wie dies in
Fig. 6 gezeigt ist. Anstelle des Schubkastens ist bei diesem Ausführungsbeispiel eine
Arbeitsplatte 20' mit der dritten Führungsschiene 18' verbunden. Die zweite Führungsschiene
126' umgreift dabei die dritte Führungsschiene 18' und die erste Führungsschiene 14',
wobei zwischen den Führungsschienen die zylindrischen Wälzkörper gehalten sind.
[0029] In Fig. 7 weisen die durch die erste Führungsschiene 218 und dritte Führungsschiene
214 gebildeten Innendreiecke beide nach unten und sind zur rechten Seite mir ihren
Tragstegen aus der zweiten Führungsschiene 226 herausgeführt, so daß die zweite Führungsschiene
226 eine E-Form erhält.
[0030] In Fig. 8 sind die beiden Innendreiecke der ersten und dritten Führungsschiene 218',
214' aufeinander zu gerichtet und die zweite Führungsschiene 226' ist aus zwei Einzelprofilen
gebildet, die miteinander dauerhaft durch löten, schweißen, kleben oder auf andere
Weise verbunden sind.
[0031] Bei dem in Fig. 9 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die dritte Führungsschiene 218''
zur anderen Seite aus der zweiten Führungsschiene 226'' herausgeführt als bei dem
vorangegangenen Ausführungsbeispiel. Die Fig. 10 zeigt lediglich die zweite Führungsschiene
226''' in einstückiger Form, wie sie bei der in Fig. 9 gezeigten Ausziehführung verwendet
werden kann.
[0032] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 11 sind die Innendreiecke der ersten Führungsschiene
314 und der dritten Führungsschiene 318 seitlich versetzt zueinander angeordnet, so
daß die zwischen den beiden Innendreiecken angeordneten Wälzkörper an gegenüberliegenden
Seiten desselben Abschnittes der zweiten Führungsschiene 326 anliegen.
[0033] Das in Fig. 12 gezeigte Ausführungsbeispiel einer Ausziehführung 80 ist nur mit zwei
Führungsschienen ausgestattet. Eine erste Führungsschiene 84 ist über einen Befestigungsflansch
78 an einer Möbelwand 82 befestigt. Eine zweite Führungsschiene 88 ist über nicht
dargestellte Befestigungsmittel mit einem Schubkasten 86 verbunden. Zwischen dem ersten
Führungsschiene 84 und der zweiten Führungsschiene 88 sind drei Wälzkörper 90, 91
und 92 angeordnet, die auf entsprechenden Laufflächen an den Führungsschienen abrollen.
Die Wälzkörper 90, 91 und 92 sind dabei über einen Käfig 96 miteinander verbunden.
Die erste Führungsschiene 84 und die zweite Führungsschiene 88 sind so verschiebbar
gelagert, wobei die maximale Ausziehstrecke im Vergleich zu Ausführungsbeispielen
mit mehr Führungsschienen verringert ist.
[0034] Das in Fig. 13 dargestellte Ausführungsbeispiel stellt eine Abwandlung des vorangegangenen
Ausführungsbeispiels dar, bei dem die erste Führungsschiene 84' mit einem nach unten
weisenden Dreiecksprofil versehen ist. Die zweite Führungsschiene 88' ist dementsprechend
oben horizontal flach ausgebildet, was für die Befestigung des Schubkastens 86 von
Vorteil sein kann.
[0035] Bei der Ausziehführung nach Fig. 14 ist die erste Führungsschiene 84'' über einen
getrennt ausgebildeten Befestigungsflansch 78'' mit der Möbelwand 82 verbunden. Anders
als bei den vorangegangenen Ausführungsbeispielen umgreift hier die erste Führungsschiene
84'' die zweite Führungsschiene 88''.
[0036] Gemäß Fig. 15 ist der Befestigungsflansch 78''' zusätzlich mit einer geneigten Führungsfläche
zur Ausrichtung der ersten Führungsschiene 84''' versehen. Dies erleichtert die Montage
der ersten und zweiten Führungsschiene 84''' und 88''' an der Möbelwand 82.
[0037] Die dargestellten Ausführungsbeispiele sind jeweils nur in der Querschnittsansicht
durch eine Lagereinheit dargestellt. Die vollständige Ausziehführung umfaßt in Ausziehrichtung
mindestens zwei Lagereinheiten mit mehreren hintereinander angeordneten Wälzkörpern,
wobei das ausziehbare Möbelteil zumindest an beiden Seiten mit einer erfindungsgemäßen
Ausziehführung ausgestattet ist.
Bezugszeichenliste
[0038]
10 Ausziehführung
12 Möbelteil
14, 114, 214, 314 erste Führungsschiene
16 Befestigungswinkel
18, 118, 218, 318 dritte Führungsschiene
20 Schubkasten
22 Schlitz
24 Schenkel
25 Verbindungssteg
26, 126, 226, 326 zweite Führungsschiene
27 Tragsteg
28 Lauffläche
30 zweite Lauffläche
32 dritte Lauffläche
33, 34, 35 Laufflächen
38 Abkantung
40, 42, 44 Laufflächen
41, 43 Verbindungsstege
52, 53, 54, 55, 56, 57 Wälzkörper
60,62 Laufflächen
65 Lagerzapfen
66 Käfig
67 Laufrolle
78 Befestigungsflansch
80 Ausziehführung
82 Möbelwand
84 erste Führungsschiene
85 Tragsteg
86 Schubkasten
88 zweite Führungsschiene
90, 91, 92 Wälzkörper
96 Käfig
1. Ausziehführung für Schubladen, Arbeitsplatten und andere ausziehbare Möbelteile (16)
mit mindestens zwei Führungsschienen (14, 18, 26, 84, 88), die in Längsrichtung durch
Lagereinheiten verschiebbar zueinander gehalten sind, wobei eine Führungsschiene an
einem feststehenden Teil (12, 82), wie einem Möbelkorpus, befestigbar ist und eine
weitere Führungsschiene an dem ausziehbaren Möbelteil (20, 86) befestigbar ist, eine
Lagereinheit mehrere zwisehen zwei Führungsschienen gehaltene zylindrische Wälzkörper
(52, 53, 54; 55, 56, 57; 90, 91, 92) aufweist, deren Wälzkörperachsen senkrecht zur
Verschieberichtung angeordnet sind, wobei mindestens ein Wälzkörper (52, 57, 90) einer
Lagereinheit im eingebauten Zustand im wesentlichen horizontal zwischen zwei Führungsschienen
angeordnet ist und zwei Wälzkörper (53, 54; 55, 56; 91, 92) mit der Wälzkörperachse
zur Horizontalen geneigt zwischen den zwei Führungsschienen angeordnet sind, derart,
daß die Wälzkörperachsen der Wälzkörper einer Lagereinheit in Verschieberichtung gesehen
ein Dreieck bilden,
dadurch gekennzeichnet, daß
jeweils eine Führungsschiene über einen Tragsteg (27, 85) zwischen dem im wesentlichen
horizontal angeordneten Wälzkörper (52, 57, 90) und einem geneigt angeordneten Wälzkörper
(53, 54, 55, 56, 91, 92) in das durch die Wälzkörperachsen gebildete Dreieck eingreift.
2. Ausziehführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsschiene mit dem Tragsteg (27, 85) dreieckförmig angeordnete Laufflächen
(28, 30, 32; 33, 34, 35) aufweist, an denen jeweils ein Wälzkörper anliegt.
3. Ausziehführung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Führungsschiene (14, 18, 88) die Wälzkörper und die Führungsschiene (26, 84)
mit dem Tragsteg (27, 85) umgreift und einen Schlitz zur Durchführung des Tragsteges
aufweist.
4. Ausziehführung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die umgreifende Führungsschiene (14, 18, 88) im Querschnitt fünfkantig ausgebildet
ist, wobei drei Kanten als Laufflächen (42, 44, 46) dienen und zwei Kanten (41, 43)
jeweils zwei Laufflächen miteinander verbinden.
5. Ausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine Lagereinheit mehrere in Verschieberichtung hintereinander angeordnete Wälzkörper
aufweist.
6. Ausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils zwei Lagereinheiten zwischen zwei Führungsschienen vorgesehen sind.
7. Ausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Führungschienen (84, 88) vorgesehen sind, wobei die eine Führungsschiene (88)
die andere Führungsschiene (84) und die Wälzkörper (90, 91, 92) umgreift.
8. Ausziehführung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß drei Führungsschienen (14, 18, 26) vorgesehen sind, wobei eine erste Führungsschiene
(14) mit dem feststehenden Teil (12) verbunden ist, eine dritte Führungsschiene (18)
mit dem herausziehbaren Möbelteil (20) verbunden ist und eine zweite Führungsschiene
(26) sowohl zur ersten Führungsschiene (14) als auch zur dritten Führungschiene (18)
verschiebbar gelagert ist.
9. Ausziehführung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Führungsschiene (26) C-förmig ausgebildet ist und an ihren beiden freien
Schenkeln jeweils mit einer Abwinklung (38) versehen ist, an denen die Laufflächen
(30, 32; 34, 35) für die geneigten Wälzkörper (53, 54; 55, 56) ausgebildet sind.
10. Ausziehführung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden freien Schenkel (24) der zweiten Führungsschiene (26) jeweils eine Lauffläche
(28) für einen horizontal angeordneten Wälzkörper (52, 57) ausbilden und über einen
Verbindungssteg (25) miteinander verbunden sind.
11. Ausziehführung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Verbindungssteg (25) eine Rolle (56) gelagert ist, die an ihrem Umfang in
Kontakt mit der ersten Führungsschiene (14) und der dritten Führungsschiene (18) ist.
12. Ausziehführung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Führungsschiene (226) Z-förmig ausgebildet ist.
13. Ausziehführung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Führungsschiene (126) S-förmig ausgebildet ist.