(19)
(11) EP 1 066 963 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.01.2001  Patentblatt  2001/02

(21) Anmeldenummer: 99113287.9

(22) Anmeldetag:  09.07.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B41F 13/00, B41F 13/36, B41F 13/20
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(71) Anmelder: GALLUS FERD. RÜESCH AG
9016 St. Gallen (CH)

(72) Erfinder:
  • Kuhn, Federico
    9000 St. Gallen (CH)

(74) Vertreter: Troesch Scheidegger Werner AG 
Patentanwälte, Siewerdtstrasse 95, Postfach
8050 Zürich
8050 Zürich (CH)

   


(54) Abstandeinstelleinrichtung für die Werkzeuge von Druckwerken


(57) Die Abstandeinstelleinrichtung weist an der Werkzeughalterung (2') des einen bzw. mittleren Werkzeuges in Führungen ohne Beeinträchtigung der Werkzeuge verschiebbare Gleitelemente (4, 5) auf, deren eine Enden als Gegenanschlagflächen zu Anschlagflächen (1", 3") an den benachbarten Werkzeughalterungen ausgebildet sind, während ein Verstellantrieb (13) auf deren andere Enden einwirkt. Der Abstand zwischen benachbarten Werkzeugen lässt sich damit auf optimale Werte einstellen.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Einstellen des Abstandes zwischen an einem gemeinsamen Grundgestell einer Druckeinheit angeordneten, benachbarten Werkzeugen, deren Achsen parallel verlaufen, insbesondere des Abstandes zwischen einem Formzylinder und einem Gegendruckzylinder und/oder einem Farbwerk, bei welcher die Werkzeuge über eine Gleitführung relativ zueinander verschiebbar sind.

[0002] Bei Druckwerken der neuesten Generation werden die rotierenden Werkzeuge individuell mittels Servomotoren angetrieben, was ein im Vergleich zum Stand der Technik wesentlich schnelleres Auswechseln der Werkzeuge (z.B. Formzylinder, Gegendruckzylinder, Farbwerke) an wechselnde Aufgaben ermöglicht.

[0003] Insbesondere bei Etikettendruckwerken werden höchste Anforderungen an die Einstellgenauigkeit der einzelnen Komponenten gestellt.

[0004] Eine der erforderlichen Einstellungen ist der Abstand zwischen den Werkzeugen einer Druckeinheit. Bei Werkzeugantrieben mittels Servomotoren kann dies nicht mehr über die üblichen Distanzringe erfolgen.

[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war somit die Schaffung einer Abstandeinstelleinrichtung, welche sich insbesondere für servomotorgetriebene Werkzeuge bei Druckeinheiten eignet.

[0006] Diese Aufgabe wurde bei einer Einrichtung der eingangs definierten Art erfindungsgemäss durch die Merkmale gemäss dem kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 gelöst.

[0007] Besondere Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.

[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung noch etwas näher beschrieben.

[0009] Es zeigt die einzige Figur:
  • rein schematisch eine Druckeinheit, welche mit einer erfindungsgemässen Abstandeinstelleinrichtung ausgerüstet ist.


[0010] Die einzige Figur der Zeichnung zeigt rein schematisch ein Grundgestell G einer Druckeinheit, z.B. für ein Etikettendruckwerk, auf welchem drei Werkzeuge, z.B. ein Farbwerk A, ein Formzylinder B und ein Gegendruckzylinder C, mit vorbestimmten gegenseitigen Abständen angeordnet werden können. Aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit sind die Werkzeuge selbst nicht gezeigt, sondern nur deren seitliche Halterungen (motorseitig) mit dahinterliegenden, zugehörigen Servomotoren (nicht dargestellt), nämlich ein Motor für das Farbwerk, ein Motor für den Formzylinder und ein Motor für den Gegendruckzylinder.

[0011] Die Werkzeuggestelle mit den Werkzeughalterungen des Farbwerkes und des Formzylinders sind relativ zueinander und bezüglich der Halterung für den Gegendruckzylinder verschiebbar, um die gegenseitigen Abstände auf die genauen Werte einzustellen.

[0012] An den beiden äusseren Halterungen 1' und 3' sind beiseitig seitliche Anschlagflächen 1" und 3" vorgesehen. Diese Anschlagflächen 1" und 3" weisen einen vorbestimmten Abstand zur zugehörigen Werkzeugachse auf. Die Halterungen 1' und 3' sind feinverstellbar, um z.B. auch im Betrieb Korrektureinstellungen vorzunehmen.

[0013] An der Halterung 2' des mittleren Werkzeuges ist eine Einrichtung zum Einstellen beliebiger gegenseitiger Abstände zum benachbarten Werkzeug vorgesehen.

[0014] Diese Einrichtung besteht aus Gleitelementen 4, 5, welche in Führungen (Ausnehmungen) der Halterung 2' verschiebbar geführt sind, wobei Abdeckscheiben 6 - 10 ein seitliches Herausfallen der Gleitelemente verhindern.

[0015] Die oberen Enden der Gleitelemente weisen Gegenanschlagflächen 1"' bzw. 3"' zu den Anschlagflächen 1" und 3" auf und bestimmen den wirksamen Abstand. Die Gleitelemente 4, 5 werden gemeinsam oder individuell durch jeweils einen Antriebsstössel 13 in die gewünschte Lage gebracht. Bei eingestellten gewünschten Abständen müssen nur noch die Untergestelle der beiden linksseitigen Werkzeuge gegeneinander und gegen jenes des Werkzeuges ganz rechts geschoben und arretiert werden.

[0016] Die Abstandeinstelleinrichtung mit den Schiebern bzw. Gleitelementen ist vorzugsweise beidseitig (paarweise) an beiden Wangen angeordnet, wobei der Verstellantrieb jedes Paares synchron erfolgt.

[0017] Mit der erfindungsgemässen Abstandeinstelleinrichtung lässt sich jeder Abstand einstellen, wobei die Verstellung automatisch durch eine passende Elektronik erfolgen kann.


Ansprüche

1. Einrichtung zum Einstellen des Abstandes zwischen an einem gemeinsamen Grundgestell einer Druckeinheit angeordneten, benachbarten Werkzeugen, deren Achsen parallel verlaufen, insbesondere des Abstandes zwischen einem Formzylinder und einem Gegendruckzylinder und/oder einem Farbwerk, bei welcher die Werkzeuge über eine Gleitführung relativ zueinander verschiebbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass an der Halterung des einen Werkzeuges auf wenigstens einer Seite eine seitliche Anschlagfläche mit zur Werkzeugachse vorbestimmtem, ggf. feineinstellbarem Abstand vorgesehen ist, während an der entsprechenden Halterung des benachbarten Werkzeuges ein ohne Beeinträchtigung des Werkzeuges in einer Führung der Halterung verstellbares Gleitelement vorgesehen ist, an dessen einem Ende eine Gegenanschlagfläche vorgesehen ist, deren Abstand zur Werkzeugachse auf beliebige Werte einstellbar ist, wobei die Einstellung bzw. Verstellung durch einen auf das andere Ende des Gleitelementes wirkenden Verstellantrieb erfolgt.
 
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an beiden seitlichen Werkzeughalterungen eine Einstelleinrichtung vorgesehen ist, wobei beide synchron miteinander verstellt werden.
 
3. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung für drei nebeneinander angeordnete Werkzeuge vorgesehen ist, wobei die beliebig verstellbaren Gleitelemente an beiden Seiten der Halterung des mittleren Werkzeuges vorgesehen sind und jedes Gleitelement zum benachbarten Werkzeug hin verstellbar ist.
 
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitelemente zum Einstellen eines beliebigen Abstandes zum benachbarten Werkzeug auf jeder Seite individuell verstellbar sind.
 
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitelemente an jeder Werkzeughalterung V-förmig angeordnet sind und der Verstellantrieb auf die unteren Enden der Gleitelemente wirkt.
 
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitelemente in Ausnehmungen der Werkzeughalterung geführt sind.
 




Zeichnung







Recherchenbericht