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EP 1 067 291 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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07.07.2004 Patentblatt 2004/28 |
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Anmeldetag: 05.07.1999 |
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Getriebe-Turboverdichter
Transmission and centrifugal compressor
Transmission et compresseur centrifuge
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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10.01.2001 Patentblatt 2001/02 |
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Patentinhaber: BHS Getriebe GmbH |
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87527 Sonthofen (DE) |
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Erfinder: |
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- BHS Getriebe GmbH
87527 Sonthofen (DE)
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Vertreter: Herzog, Markus, Dipl.-Phys. Dr. et al |
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Weickmann & Weickmann
Patentanwälte
Postfach 86 08 20 81635 München 81635 München (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 440 902 DE-C- 974 418
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DE-A- 2 115 331 DE-U- 9 201 858
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen mehrstufigen über einstufiges Doppelgetriebe angetriebenen
Turboverdichter, einen sogenannten Getriebe-Turboverdichter mit den Merkmalen des
Oberbegriffes des Patentanspruches 1.
[0002] Ein bekannter Turboverdichter der gattungsgemäßen Art (DE-PS 9 74 418, DE-OS 21 15
331, Dubbel Taschenbuch für den Maschinenbau 14. Auflage, 1981, Seiten 920 - 921)
weist vier Verdichterstufen auf, deren Laufräder paarweise auf zwei Ritzelwellen angeordnet
und über ein zentrales Antriebszahnrad eines einstufigen Getriebes angetrieben sind.
[0003] Aus der DE-OS 37 07 992 ist ein Getriebe-Turboverdichter bekannt, bei dem zwischen
der Antriebswelle und der die Verdichterlaufräder tragenden Ritzelwelle ein Zwischenzahnrad
angeordnet ist. Dieses Zwischenzahnrad dient der Überbrückung eines großen Achsabstandes
zwischen der Antriebswelle und der Ritzelwelle, so daß bei kleinen Schwungmassen eine
niedrige Drehzahl in eine sehr hohe Drehzahl übersetzt werden kann. Die US-PS 23 13
205 zeigt ein Getriebe für einen Turboverdichter, das zwei auf einer Welle angeordnete
Zahnräder unterschiedlichen Durchmessers enthält, über die die Antriebswelle mit der
Verdichterwelle verbunden ist.
[0004] Die DE 40 03 482 C2 und die EP 0 440 902 B1 zeigen einen Getriebeturboverdichter
mit einem zweistufigen Getriebe, der ein Doppelzwischenzahnrad enthält, wobei ein
kleineres Zahnrad und ein etwas größeres Zahnrad gemeinsam auf eine Welle aufgeschrumpft
und dadurch zu einer Einheit verbunden werden, wobei das kleinere Zahnrad den größeren
Zahnmodul aufweist und mit dem Hauptantriebszahnrad in Eingriff steht und das größere
Zahnrad einen wesentlich kleineren Zahnmodul aufweist und die Ritzelwellen 3, 4 und
5 antreibt. Die Ritzelwellen 1 und 2 stehen mit dem Hauptantriebszahnrad in Eingriff
und werden von diesem angetrieben.
[0005] Die Höhe des erreichbaren Wirkungsgrades eines Turboverdichters hängt davon ab, ob
die dimensionslose "Spezifische Drehzahl" σ jeder einzelnen Verdichterstufe im Optimalbereich
gehalten werden kann trotz starker Volumenstromänderungen infolge der Verdichtung
von Verdichterstufe zu Verdichterstufe.


[0006] Die spezifische Drehzahl jeder einzelnen Verdichterstufe ist gemäß der angeschriebenen
Beziehung von der sekundlichen Drehzahl, dem Eintrittsvolumenstrom und der Größe Y
abhängig, wobei Y aus den Gasdaten, der Eintrittstemperatur und vor allem aus dem
Druckverhältnis der Verdichterstufe berechnet wird. In der Regel verändert sich das
Stufendruckverhältnis nur wenig oder kann konstant sein, der Eintrittsvolumenstrom
verändert sich durch die Verdichtung von Stufe zu Stufe stark. Um die spezifische
Drehzahl und damit den Stufenwirkungsgrad im Optimalbereich zu halten, muß die Drehzahl
von Stufe zu Stufe oder spätestens nach zwei Stufen erhöht werden.
[0007] Steigende Stufendruckverhältnisse sind untrennbar mit steigenden Strömungsgeschwindigkeiten
gekoppelt Bei Annäherung an die Schallgeschwindigkeit nehmen die Srömungsverluste
stark zu und somit der Wirkungsgrad ab, die Stufendruckverhältnisse sind daher begrenzt.
[0008] Turboverdichter für hohe Druckverhältnisse erfordern entsprechend viele Verdichterstufen.
Für ein Druckverhältnis von Pa/Pe = 60 sind z.B. sechs bis sieben Verdichterstufen,
für Pa/Pe =90 mindestens acht Verdichterstufen und Druckverhältnisse Pa/Pe = 180-200
mindestens zehn Verdichterstufen erforderlich.
[0009] In Turboverdichtern dieser Gattung haben die ersten Stufen mäßige Drehzahlen, während
die letzten Stufen sehr hohe Drehzahlen erfordern.
[0010] Es ist also zwangsläufig, daß neben normalen Übersetzungsverhältnissen sehr große
Übersetzungsverhältnisse in einem Getriebe realisiert werden müssen. Ähnliche Verhältnisse
liegen vor, wenn zwei oder gar drei Turboverdichter zu einer Einheit zu sogenannten
Kombiverdichtem zusammengefaßt werden. Da alle in der Regel verschieden große Volumenströme
verdichten, welche möglicherweise erheblich voneinander abweichen, ergibt sich auch
hier die Notwendigkeit neben normalen Überstzungsverhältnissen große Übersetzungen
in ein und demselben Getriebe technisch zu realisieren.
[0011] In DE 40 03 482 C2 und EP 0 440 902 B1 werden Getriebe-Turboverdichter beschrieben,
welche erfindungsgemäß das geschilderte Problem durch Einbau eines Doppel-Zwischenzahnrades
lösen, wobei die beiden zu einer Einheit zusammengefaßten Zahnräder stark verschiedene
Zahnmodule aufweisen. Das Getriebe ist dadurch zwangsweise zweistufig.
[0012] Diese Lösung enthält folgende Nachteile:
[0013] Das Zwischenzahnrad erfordert eine separate Lagerung (axial u. radial), wobei die
Lagerzapfen mit etwa der doppelten Antriebsdrehzahl (oder mehr) umlaufen. Außerdem
addieren sich bei einem Zwischenrad die An- und Abtriebszahnkräfte und verstärken
die Lagerbelastung. Die relativ hohen Umfangsgeschwindigkeiten erzeugen erhebliche
mechanische Zusatzverluste. Das mit dem Hauptantriebszahnrad in Eingriff stehende
Zahnrad des Doppelzwischenrades hat die gleiche Umfangsgeschwindigkeit wie das Hauptantriebszahnrad.
Das zweite mit dem kleineren Zahnmodul hat eine höhere Umfangsgeschwindigkeit und
erzeugt wie die Lagerung zusätzliche mechanische Verluste. Der Bauaufwand für das
Getriebegehäuse, inklusive der Ölzuführung für das Zwischenzahnrad, ist erheblich
höher.
[0014] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Getriebe-Turboverdichter für hohe
Druckverhältnisse mit optimalen Wirkungsgraden oder Kombi-Turboverdichter mit stark
differierenden Volumenströmen mit optimalen Wirkungsgraden zu bauen ohne die Verwendung
eines Doppel-Zwischenzahnrades gemäß DE 40 03 482 C2 und EP 0 440 902 B1.
[0015] Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Turboverdichter erfindungsgemäß durch
die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0016] Durch Aufschrumpfen eines Sekundärzahnkranzes (3) auf eine seitlich angeordnete zylindrische
Fläche des Hauptantriebszahnrades (2), wobei der Sekundärzahnkranz einen wesentlich
kleineren Zahnmodul aufweist als das Hauptantriebszahnrad, wodurch dessen Zähnezahl
erhöht wird, wird ein integrales Getriebe für Turboverdichter geschaffen, welches
neben mäßigen Drehzahlen für die ersten Verdichterstufen gleichzeitig sehr hohe Drehzahlen
für die kleineren Verdichterstufen realisiert.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen FIG.1 bis FIG.5 dargestellt
und wird im folgenden näher erläutert:
[0018] Die Zeichnungen stellen ein integrales Geriebe für einen mehrstufigen Turboverdichter
oder für eine Kombi-Turboverdichter dar. Ober die Antriebswelle (1) werden ein Hauptantriebszahnrad
(2) und ein aufgeschrumpftes Sekundärzahnrad (3) angetrieben. Der Fußkreis des Sekundärzahnrades
(3) ist größer als der Kopfkreis des Hauptantriebszahnrades (2).
[0019] Der Zahnmodul des Sekundärzahnrades (3) ist wesentlich kleiner als der Zahnmodul
des Hauptantriebszahnrades (2), dementsprechend ist die Zähnezahl von (3) wesentlich
größer als die Zähnezahl von (2). Die Ritzelwellen (4) und (5) stehen mit dem Hauptantriebszahnrad
(2) im Eingriff, die Ritzelwellen (6) und (7) kämmen mit dem Sekundärzahnkranz (3).
[0020] Dadurch ist es möglich, die Ritzelwellen (6) und (7) mit sehr viel höheren Drehzahlen
anzutreiben als die Ritzelwellen (4) und (5). Die freien Enden der Ritzelwellen (4)
bis (7) können z.B. mit den Laufrädem eines sieben- oder achtstufigen Getriebeturboverdichters
bestückt werden, wobei alle Lauräder im optimalen Bereich ihrer spezifischen Drehzahl
arbeiten. Ein solcher Turboverdichter weist einen optimalen Wirkungsgrad auf.
[0021] Ebenso können die Ritzelwellen (4) und (5) mit den Laufrädern eines drei- oder vierstufigen
Basisverdichters besetzt sein, während die Ritzelwellen (6) und (7) die Laufräder
eines zweiten unabhängigen Verdichters tragen, wobei der Volumenstrom des zweiten
Verdichters kleiner ist als der des Basisverdichters.
[0022] Es ergeben sich logischerweise weitere Kombinationen, z.B. Basisverdichter dreioder
vierstufig, erster Zusatzverdichter zweistufig, zweiter Zusatzverdichter zweistufig.
[0023] Basisverdichter zweistufig, erster Zusatzverdichter zweistufig, zweiter Zusatzverdichter
drei- oder vierstufig.
[0024] Alle denkbaren Kombinationen sind zulässig, sofern die spezifischen Drehzahlen der
Verdichterstufen im Optimalbereich gehalten werden können. Kompromisse sind denbkbar,
da die Herstellkosten für einen Kombiverdichter geringer sind als für Einzelverdichter.
1. Mehrstufiger Turboverdichter mit integriertem, ein zentrales Antriebsdoppelzahnrad
aufweisenden Getriebe, bei dem die Laufräder der Verdichterstufen auf den Enden von
Ritzelwellen (4, 5, 6, 7) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebe zwei durch eine Antriebswelle (1) zu einer Einheit verbundene Antriebszahnräder
aufweist, einem Hauptantriebszahnrad (2) und einem Sekundärzahnkranz (3), wobei der
Sekundärzahnkranz (3) einen kleineren Zahnmodul als das Hauptantriebszahnrad (2) aufweist,
und der Fußkreis des Sekundärzahnkranzes (3) gleich oder größer als der Kopfkreis
des Hauptantriebszahnrades ist, und daß die ersten Ritzelwellen (4, 5) durch das Hauptantriebszahnrad
angetrieben sind und den gleichen Zahnmodul wie dieses aufweisen, die weiteren Ritzelwellen
(6, 7) mit dem Sekundärzahnkranz (3) in Eingriff stehen, den gleichen kleineren Zahnmodul
wie der Sekundärzahnkranz (3) aufweisen und von diesem angetrieben sind.
2. Turboverdichter nach Anspruch 1., dadurch gekennzeichnet, daß mehr als zwei Ritzelwellen mit dem Hauptantriebszahnrad (2) in Eingriff stehen und
von diesem angetrieben sind.
3. Turboverdichter nach Anspruch 1., dadurch gekennzeichnet, daß mehr als zwei Ritzelwellen mit dem Sekundärzahnkranz (3) in Eingriff stehen und von
diesem angetrieben sind.
4. Turboverdichter nach Anspruch 1., dadurch gekennzeichnt, daß das Antriebsdoppelzahnrad
(1, 2, 3) symmetrisch als Tripelzahnrad ausgebildet ist, wobei der Sekundärzahnkranz
(3) zweiteilig ausgeführt ist und auf beiden Seiten des Hauptantriebszahnrades aufgeschrumpft
ist.
1. Multistage turbocompressor with integrated gear unit comprising a central double driving
gear wheel, in which the impellers of the compressor stages are disposed on the ends
of pinion shafts (4, 5, 6, 7),
characterised in that the gear unit comprises two driving gear wheels, which are connected together by
a drive shaft (1) to form a unit, a main driving gear wheel (2) and a secondary ring
gear (3), wherein the secondary ring gear (3) has a smaller module than the main driving
gear wheel (2), and the dedendum circle of the secondary ring gear (3) is equal to
or greater than the addendum circle of the main driving gear wheel, and that the first
pinion shafts (4, 5) are driven by the main driving gear wheel and have the same module
as this, the other pinion shafts (6, 7) are in mesh with the secondary ring gear (3),
have the same smaller module as the secondary ring gear (3) and are driven by this.
2. Turbocompressor according to Claim 1, characterised in that more than two pinion shafts are in mesh with the main driving gear wheel (2) and
are driven by this.
3. Turbocompressor according to Claim 1, characterised in that more than two pinion shafts are in mesh with the secondary ring gear (3) and are
driven by this.
4. Turbocompressor according to Claim 1, characterised in that the double driving gear wheel (1, 2, 3) is formed symmetrically as a triple gear
wheel, wherein the secondary ring gear (3) is of two-part construction and shrunk-on
on both sides of the main driving gear wheel.
1. Turbocompresseur à plusieurs étages avec engrenage intégré présentant une double roue
dentée d'entraînement centrale, pour lequel les roues mobiles des étages du compresseur
sont disposées aux extrémités des arbres de pignon (4, 5, 6, 7), caractérisé en ce que l'engrenage présente deux roues dentées d'entraînement reliées à une unité via un
arbre moteur (1), une roue d'entraînement principale (2) et une couronne dentée secondaire
(3), la couronne dentée secondaire (3) présentant un module dentée plus petit que
la roue d'entraînement principale (2), et le cercle de pied de la couronne dentée
secondaire (3) étant identique ou plus grand que le cercle de tête de la roue d'entraînement
principale, et en ce que les premiers arbres de pignon (4, 5) sont entraînés par la roue d'entraînement principale
et présentent le même module denté que celle-ci, les autres arbres de pignon (6, 7)
étant engrenés avec la couronne dentée secondaire (3), présentant le même module denté
plus petit que la couronne dentée secondaire (3) et étant entraîné par cette dernière.
2. Turbocompresseur selon la revendication 1, caractérisé en ce que plus de deux arbres de pignon sont engrenés avec la roue d'entraînement principale
(2) et sont entraînés par cette dernière.
3. Turbocompresseur selon la revendication 1, caractérisé en ce que plus de deux arbres de pignon sont engrenés avec la couronne dentée secondaire (3)
et sont entraînés par cette dernière.
4. Turbocompresseur selon la revendication 1, caractérisé en ce que la double roue dentée d'entraînement (1, 2, 3) est configurée symétriquement sous
forme de triple roue dentée d'entraînement, la couronne dentée secondaire (3) étant
réalisée en deux parties et étant serrée à chaud sur les deux côtés de la roue d'entraînement
principale.