[0001] Die Erfindung betrifft einen Integrator aus einem Transkonduktanzverstärker, dessen
Ausgang über eine Integrationskapazität auf seinen invertierenden Eingang rückgekoppelt
ist, und einer ersten Stromquelle mit einer parasitären Parallelkapazität.
[0002] Derartige Integratoren können beispielsweise in einem Analog-Digital-Umsetzer eingesetzt
werden. In den Fig. 4 und 5 sind bekannte Analog-Digital-Umsetzer gezeigt, die im
folgenden bebeschrieben und erläutert werden.
[0003] Der in der Fig. 4 abgebildete Integrator ist aus einem Transkonduktanzverstärker
V aufgebaut, dessen Ausgang über eine Integrationskapazität Ci auf seinen invertierenden
Eingang rückgekoppelt ist und an dessen nichtinvertierendem Eingang eine Referenzspannung
V2 anliegt. An einer Reihenschaltung aus einem verstellbaren Widerstand R1 und einer
Stromquelle Q1 mit einer parasitären Parallelkapazität Cp liegt eine Referenzspannung
V1. Der gemeinsame Verbindungspunkt des einsteilbaren Widerstandes R1 und der Stromquelle
Q1 ist mit dem invertierenden Eingang des Transkonduktanzverstärkers V verbunden.
[0004] In der Fig. 5 ist ein Integrator gezeigt, bel dem der einstellbare Widerstand als
geschaltete Kapazität C1 realisiert ist. Dieser Integrator ist daher platzsparend
integrierbar.
[0005] Die in den Fig. 4 und 5 dargestellten Integratoren werden beispielsweise als Analog-Digital-Umsetzer
eingesetzt. Der einstellbare Widerstand R1 bzw. die geschaltete Kapazität C1 werden
in Abhängigkeit der Spannung Vo am Ausgang des Transkonduktanzverstärkers so eingestellt,
daß der den einstellbaren Widerstand durchfließende Strom den Eingangsstrom aus der
Stromquelle aufnimmt.
[0006] Wenn der Analog-Digital-Umsetzer zum Beispiel den analogen Strom einer integrierten
Fotodiode PD in digitale Werte umsetzen soll, so tritt der ungünstige Fall auf, daß
sich in Folge der großen parasitären Parallelkapazität Cp der Fotodiode und in Folge
des niederen Eingangsstromes ein ungünstiges Verhältnis von parasitärer Parallelkapazität
Cp zu Integrationskapazität Ci von Cp/Ci von etwa 100 ergibt, wodurch das Verstärkungsbandbreitenprodukt
um etwa diesen Faktor - also um etwa zwei Zehner-Potenzen - vermindert wird. Jedoch
sollte insbesondere bei Einsatz einer geschalteten Kapazität als steuerbarer Widerstand
die Bandbreite groß genug sein, während gleichzeitig die Gleichstromverstärkung ebenfalls
groß sein sollte, um die Integratorfunktion auch bei kleinen Frequenzen zu gewährleisten.
Weil diese beiden Forderungen aber gegenläufig sind, ist ein Kompromiß zwischen den
beiden Forderungen nötig, um sowohl eine akzeptable Bandbreite als auch eine tolerable
Gleichstromverstärkung zu erzielen.
[0007] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, einen Integrator mit einem Transkonduktanzverstärker
und einer Integrationskapazität so zu gestalten, daß die Forderungen nach großer Bandbreite
und hoher Gleichstromverstärkung gleichzeitig möglichst optimal erfüllt werden.
[0008] Die Erfindung löst diese Aufgabe gemäß Anspruch 1 dadurch, daß an einem Spannungsteiler
aus einem ersten und einem zweiten Widerstand und der Stromquelle mit der parasitären
Parallelkapazität eine zweite Referenzspannung liegt und daß der Verbindungspunkt
des ersten und des zweiten Widerstandes mit dem invertierenden Eingang des Transkonduktanzverstärkers
verbunden ist.
[0009] Der zweite nicht beim Stand der Technik vorgesehene Widerstand ist so dimensioniert,
daß die Verhältnisse des Rückkoppelnetzwerkes

) so geändert sind, daß ein wesentlich höheres Verstärkungsbandbreiteprodukt erzielt
wird. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 3
- den Einsatz der Erfindung in einem Meßumsetzer,
- Fig. 4
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines bekannten Integrators, und
- Fig. 5
- ein zweites Ausführungsbeispiels eines bekannten Integrators.
[0010] Der Ausgang eines Transkonduktanzverstärkers V, an dem eine Ausgangsspannung Vo abnehmbar
ist, ist gemäß dem Ausführungsbeispiel von Fig. 1 über eine Integrationskapazität
Ci mit seinem invertierenden Eingang verbunden. Der gemeinsame Verbindungspunkt zweier
Widerstände R1 und R2, die zusammen mit einer in Reihe geschalteten Stromquelle Q1
mit einer parasitären Parallelkapazität Cp einen Spannungsteiler bilden, ist ebenfalls
mit dem invertierenden Eingang des Transkonduktanzverstärkers V verbunden. An den
Enden des als Reihenschaltung aus den Widerständen R1 und R2 sowie der Stromquelle
Q1 gebildeten Spannungsteilers liegt eine Referenzspannung V1. Am nichtinvertierenden
Eingang des Transkonduktanzverstärkers V liegt eine Referenzspannung V2. Wie bereits
erwähnt, ist es durch den zusätzlichen Widerstand R2 möglich, ein wesentlich höheres
Verstärkungsbandbreiteprodukt zu erzielen, wenn der Widerstand R2 entsprechend dimensioniert
wird. Der zusätzliche Widerstand R2 wirkt als Entkopplungswiderstand.
[0011] Der Widerstand R2 wird mindestens so groß dimensioniert, wie das Verstärkungsbandbreitenprodukt
multipliziert mit dem Kapazitätswert des Integrationskondensators Ci ist. Die Formel
hierfür lautet:

wobei
Ci = Kapazitätswert der Integrationskapazität,
f = Bandbreite (z.B. 10 MHz).
[0012] Bei einem Kapazitätswert des Integrationskondensators Ci von etwa 30.10
-15 F ergibt sich für den Widerstand R2 ein Wert von etwa 450 KΩ, wenn 10 MHz Bandbreite
angenommen wird. Zweckmäßigerweise wird R2 etwas größer dimensioniert.
[0013] In Fig. 2 ist ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt, das sich vom
ersten in der Fig. 1 abgebildeten Ausführungbeispiel dadurch unterscheidet, daß der
zusätzliche Widerstand R2 durch einen MOS-Transistor ersetzt ist, der im Bereich schwacher
Inversion arbeitet. Hierzu wird eine Spannung an die Gate-Elektrode des MOS-Transistors
T1 gelegt, die niedriger als die Referenzspannung V2 gemäß

gewählt ist, wobei V
G. die Gatespannung an dem Tranwssitor T1 und V
TH die Schwellspannung des Transsitors T1 ist.
[0014] Sowohl bei dem ersten in der Fig. 1 gezeigten als auch bei dem zweiten in der Fig.
2 abgebildeten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann der Widerstand R1 durch eine
schaltbare Kapazität ersetzt sein.
[0015] Bei dem in Fig. 3 gezeigten Beispiel handelt es sich um einen Sigma-Delta-Analog-DigitalUmsetzer
erster Ordnung, der als MeßUmsetzer mit einem Fotodiodeneingang analoge optische Signale
in digitale elektrische Signale umsetzt.
[0016] Der Ausgang des Transkonduktanzverstärkers V, an dem die Ausgangsspannung Vo abgreifbar
ist, ist über die Integrationskapazität Ci mit seinem invertierenden Eingang verbunden.
Am nichtinvertierenden Eingang des Transkonduktanzverstärkers V liegt eine Referenzspannung
V2. An den beiden Enden eines Spannungsteilers, der als Reihenschaltung aus einer
geschalteten Kapazität C1, der Source-Drain-Strecke eines MOS-Transistors T1 und einer
Fotodiode PD aufgebaut ist, liegt eine Referenzspannung V1. Die Source des MOS-Transistors
T1 ist mit dem invertierenden Eingang des Transkonduktanzverstärkes V verbunden, dessen
Ausgang mit dem Eingang eines Schwellwertdetektors D verbunden ist. Die Gate-Elektrode
des MOS-Transistors T1 ist mit der Gate-Elektrode und der Drain-Elektrode eines MOS-Transistors
T2 verbunden. An der Source des MOS-Transistors T2 liegt die Referenzspannung V2,
während der Kollektor des MOS-Transistors T2 über eine Stromquelle Q2 an ein Bezugspotential
angeschlossen ist. Der Ausgang des Schwellwertdetektors D ist mit dem Eingang einer
Steuerschaltung S verbunden, deren erster Ausgang mit dem Eingang eines Zählers Z
und deren zweiter Ausgang mit dem Schalteingang der geschalteten Kapazität C1 verbunden
ist. Die Fotodiode PD ist durch ihr Ersatzschaltbild dargestellt, das als Stromquelle
Q1 mit einer parasitären Parallelkapazität Cp gezeichnet ist, deren Kapazitätswert
in der Großenordnung von 3.10
-12 F liegt. Des weiteren ist es zweckmässig, für die Integrationskapazität CI einen
Wert von beipielsweise etwa 30.10
-15 F zu wählen. Dieser Wert hängt vom Kapazitätswert des Kondensators C1 und dieser
wiederum vom Photostrom und der Auflösung des A/D-Umsetzers ab.
[0017] Die Steuerschaltung S steuert in Abhängigkeit von der Spannung Vo am Ausgang des
Transkonduktanzverstärkers V die geschaltete Kapazität C1 sowie den Zählerstand des
Zählers Z.
[0018] Wenngleich im Zusammenhang mit dem Ausführungsbeispiel von Fig. 3 der als ohmscher
Widerstand R2 wirkende Transistor T1 in Reihe zu einer geschalteten Kapazität C1 geschaltet
gezeigt ist, so ist die Erfindung hierauf nicht beschränkt. Vielmehr kann die geschaltete
Kapazität C1 auch durch eine geschaltete Stromquelle, einen geschalteten Widerstand
oder einen Widerstand selbst realisiert sein. Mit "ohmscher Einrichtung" ist im Sinne
der oben beschriebenen Erfindung immer die Reihenschaltung eines ohmschen Widerstandes
(R2 oder T1) mit einem weiteren Schaltungsteil gemeint, wobei der Schaltungsteil ein
ohmscher Widerstand R2, eine geschaltete Kapazität C1 oder eine geschaltete Stromquelle
sein kann.
[0019] Die Erfindung ist für Integratoren geeignet, die ihr Eingangssignal von einer analogen
Signalquelle mit einer verhältnismässig hohen parasitären Parallelkapazität erhalten.
Sie ist daher insbesondere für Sigma-Delta-Analog-Digital-Umsetzer geeignet, die häufig
auch als Delta-Sigma-Analog-Digital-Umsetzer bezeichnet werden und deren Eingangssignale
von einer Fotodiode geliefert werden.
[0020] Sigma-Delta-Analog-Digital-Umsetzer sind beispielsweise in Herbert Bernstein, Analoge
Schaltungstechnik mit diskreten und integrierten Bauelementen, Hüthig Verlag, Heidelberg
1997 (ISBN 3-7785-2296-5) auf Seite 480 bis 485 und in David A. Jons, Ken Martin,
Analog Integrated Circuit Design, John Wiley and Sons, New York, Toronto 1997 (ISBN
0-471-14448-7) auf Seite 531 bis 551 beschrieben. Zum Zwecke der Offenbarung wird
auf diese Veröffentlichung vollinhaltlich Bezug genommen.
Bezugszeichenliste
[0021]
- R1
- Widerstand
- R2
- Widerstand
- Ci
- Integrationskapazität
- C1
- geschaltete Kapazität
- Cp
- parasitäre Parallelkapazität
- V
- Transkonduktanzverstärker
- V1
- Referenzspannung
- V2
- Referenzspannung
- Vo
- Ausgangsspannung
- Q1
- Stromquelle
- Q2
- Stromquelle
- PD
- Fotodiode
- D
- Schwellwertdetektor
- S
- Steuerschaltung
- Z
- Zähler
- T1
- Transistor
- T2
- Transistor
1. Integrator mit einem Transkonduktanzverstärker (V), dessen Ausgang über eine Integrationskapazität
(Ci) auf seinen invertierenden Eingang rückgekoppelt ist und an dessen nichtinvertierendem
Eingang eine erste Referenzspannung (V2) anlegbar ist, und mit einer eine parasitäre
Parallelkapazität (Cp) aufweisenden ersten Stromquelle (Q1), die mit einer Klemme
an Bezugspotential und mit einer anderen Klemme über eine ohmsche Einrichtung an eine
zweite Referenzspannung (V1) geschaltet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ohmsche Einrichtung ein Spannungsteiler mit einem Widerstand (R2) und einem
weiteren Schaltungsteil (R1) ist, und daß der Verbindungspunkt des Widerstandes (R2)
und des Schaltungsteils (R1) mit dem invertierenden Eingang des Transkonduktanzverstärkers
(V) verbunden ist.
2. Integrator nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Stromquelle (Q1) mit der parasitären Parallelkapazität (Cp) eine Fotodiode
(PD) ist.
3. Integrator nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß für der Widerstand (R2) ein erster MOS-Transistor (T1) vorgesehen ist, der im
Bereich schwacher Inversion betrieben wird.
4. Integrator nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schaltungsteil (R1) als geschaltete Kapazität (C1), als geschaltete Stromquelle
oder als steuerbarer Widerstand ausgeführt ist.
5. Integrator nach Anspruch 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gate-Elektrode des ersten MOS-Transistors (T1) mit der Gate-Elektrode und
der Drain-Elektrode eines zweiten MOS-Transistors (T2) verbunden ist, an dessen Source
die erste Referenzspannung (V2) liegt und dessen Drain über eine zweite Stromquelle
(Q2) an ein Bezugspotential angeschlossen ist,
daß der Ausgang des Transkonduktanzverstärkers (V) mit dem Eingang eines Schwellwertdetektors
(D) verbunden ist, dessen Ausgang mit dem Eingang einer Steuerschaltung (S) verbunden
ist, deren erster Ausgang mit dem Eingang eines Zählers (Z) und deren zweiter Ausgang
mit dem Steuereingang der geschalteten Kapazität (C1) oder dem steuerbaren Widerstand
verbunden ist.
6. Integrator nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der zweite Widerstand (R2) mindestens annähernd so groß dimensioniert wird, wie
das 2π-fache des Verstärkungsbandbreiten-produkt multipliziert mit dem Kapazitätswert
der Integrationskapazität (Ci) ist.