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(11) |
EP 1 068 385 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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23.10.2002 Patentblatt 2002/43 |
| (22) |
Anmeldetag: 20.03.1999 |
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE9900/797 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9905/0492 (07.10.1999 Gazette 1999/40) |
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| (54) |
VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR HERSTELLUNG VON NÄHNÄHTEN
METHOD AND DEVICE FOR PRODUCING SEAMS
PROCEDE ET DISPOSITIF PERMETTANT DE REALISER DES COUTURES
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Benannte Vertragsstaaten: |
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BE CH DE ES FR GB IT LI NL |
| (30) |
Priorität: |
28.03.1998 DE 19813887
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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17.01.2001 Patentblatt 2001/03 |
| (73) |
Patentinhaber: Moll, Klaus-Uwe |
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52072 Aachen (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- MOLL, Klaus-Uwe
D-52072 Aachen (DE)
- WULFHORST, Burkhard
D-52062 Aachen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Jostarndt, Hans-Dieter |
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Jostarndt - Thul
Brüsseler Ring 51 52074 Aachen 52074 Aachen (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-95/27096 DE-A- 2 921 026 US-A- 1 714 928 US-A- 5 095 833
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DE-A- 1 685 043 DE-B- 1 069 457 US-A- 2 637 290
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Nähnähten und umfaßt eine
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Die Nähnaht besteht aus zwei oder mehr
Fäden, und sie wird gebildet, indem die Schlinge eines Fadens durch die Schlinge eines
anderen Fadens geführt wird.
[0002] Die Erfindung umfaßt weiterhin eine Nähmaschine mit wenigstens zwei Nadeln, wobei
alle beweglichen Teile der Nähmaschine auf nur einer Seite des Nähgutes angebracht
sind, sowie einen speziellen Nähguthalter. Neben der Nähmaschine und dem Nähguthalter
umfaßt die Erfindung eine Steuerung.
[0003] Handelsübliche Nähmaschinen stellen Nähnähte her, in denen ein Nähfaden oder mehrere
Nähfäden mit sich selbst oder untereinander verschlungen werden. Die bekannten Nähstichtypen
sind in DIN 61 400 klassifiziert und beschrieben. Allen Vorrichtungen zur Herstellung
der dort beschriebenen, eine vollständige Penetration des Nähgutes bedingenden Nähstichtypen
ist gemeinsam, daß mechanisch miteinander gekoppelte Maschinenelemente oberhalb und
unterhalb der Nähgutebene angeordnet sind. Die mechanischen Kopplungselemente sind
durch einen Maschinenständer geführt. Typische Maschinengestelle haben eine C-Form.
Die Verarbeitung von ebenen Nähgütern, die nicht gefaltet werden können oder dürfen,
ist damit kaum möglich. Ebene Nähgüter großer Abmessungen oder solche Nähgüter, die
schlauch- oder hüllenförmig sind, können nicht verarbeitet werden. Handelsübliche
Verfahren, die eine mechanische Entkopplung und eine elektronische Kopplung der Maschinenelemente
oberhalb und unterhalb der Nähgutebene verwenden, setzen eine linienförmige Bewegung
der Nähmaschine und eine ebene Bewegung des Nähgutes voraus. Dies macht es erforderlich,
daß der Raum für die Nähmaschine immer mindestens die zweifache, in vielen Fällen
sogar die vierfache Größe des Nähgutes haben muß, wenn alle Bereiche des Nähgutes
mit Nähnähten versehen werden sollen.
[0004] Das Vernähen räumlich gekrümmter Nähgüter oder solcher Nähgüter, die vor dem Vernähen
räumlich fixiert werden müssen, ist mit den bekannten Maschinen nicht möglich. Ein
Verfahren, das irrtümlicherweise in der Öffentlichkeit als Nähverfahren bezeichnet
wird, führt zu einer Einbringung einer Fadenschlinge in das Textil mittels einer Hohlnadel.
Die Fadenschlinge wird von der Oberseite eingeführt. Sie penetriert jedoch das Textil
nicht vollständig und wird auf der Unterseite nicht mit sich selbst oder einem weiteren
Faden verschlungen. Die hergestellte Naht stellt daher keine echte Verbindung dar,
da die einzelnen Lagen des Textils durch die hergestellte Schlingenreihe nicht gegen
ein Trennen gesichert werden.
[0005] Aus der Deutschen Auslegeschrift AS 1 069 457 ist eine von Hand geführte, transportable
Kettenstichmaschine mit einer bogenförmigen Nadel bekannt.
[0006] Aus der US-Patentschrift 4 503 788 ist eine Nähmaschine zum Nähen komplexer Flugzeugstrukturen
aus bereits ausgehärteten Faserverbundwerkstoffen bekannt. Diese Nähmaschine erfordert
einen Gegenhalt während des Nähvorganges.
[0007] In der Deutschen Offenlegungsschrift DE-OS 195 29 084 A1 ist eine Nähmaschine beschrieben,
mit der dreidimensionale Hüllen hergestellt werden können. Hierbei handelt es sich
um eine Nähmaschine, die mit einem Gegenhalt arbeitet.
[0008] In der US-Patentschrift 5 458 075 ist eine Nähmaschine mit einer mechanischen Entkopplung
und einer elektronischen Kopplung der Funktionselemente beschrieben. Sie arbeitet
mit einem zweiseitigen Nähgutzugriff wie konventionelle Nähmaschinen.
[0009] Aus der Deutschen Offenlegungsschrift DE-OS 33 38 405 A1 sind verschiedene Nähmaschinen
bekannt. Eine der dargestellten Nähmaschinen, die von zwei Seiten auf das Nähgut zugreift,
bildet einen bekannten Steppstich. Ferner ist in diesem Dokument eine einseitig arbeitende
Nähmaschine dargestellt, die einen Kettenstich bildet.
[0010] Eine Nähvorrichtung mit robotergesteuerten Nähmaschinenober- und unterteilen ist
aus der Deutschen Patentschrift DE-PS 44 31 318 C2 bekannt.
[0011] Bekannt ist das in der Offenlegungsschrift DE 29 21 026 beschriebene Verfahren, das
zur Bildung eines ähnlichen Stichbildes wie das hier beschriebene unter der Verwendung
von zwei Nadeln führt. Dieses Verfahren beruht allerdings darauf, daß auf der Gegenseite
des Nähgutes ein zusätzliches, mit den Nadeltrieben mechanisch gekoppeltes Maschinenelement,
nämlich ein Umlauf- oder ein Kettenstichgreifer, betrieben wird. Die Vorrichtung greift
damit auf die bestehenden Nähverfahren zurück und bedingt die Anordnung von Maschinenelementen
auf beiden Seiten des Nähgutes. Weiterhin sind die Nadeln dort in einer Ebene angeordnet,
und die Nadeln bewegen sich in dieser Ebene auf sich innerhalb des Nähgutes schneidenden
Geraden.
[0012] Ebenfalls bekannt ist das in der deutschen Offenlegungsschrift OS 1 685 043 beschriebene
Verfahren sowie die dort beschriebene Vorrichtung. In diesem Fall bewegen sich die
für die Stichbildung erforderlichen Nadeln in zwei Ebenen, die parallel zueinander
angeordnet sind. Weiterhin setzt die dort beschriebene Vorrichtung voraus, daß eine
der beiden Nadeln eine ausgeprägte Rastphase besitzt. Derartige Rastphasen sind außerordentlich
schwer zu kontrollieren und zu steuern, da Maschinenschwingungen auftreten und ein
schnell bewegtes Maschinenteil nicht, wie es dort erforderlich ist, für eine extrem
kurze Zeit schwingungsfrei ruhig gelagert werden kann.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der
eingangs beschriebenen Art zu schaffen, die die genannten Nachteile vermeiden, die
insbesondere das Vernähen großer Nähgutebenen unter minimalem Raumeinsatz ermöglichen
und das räumliche Vernähen erlauben.
[0014] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1.
[0015] Unter der Voraussetzung des nur einseitigen Zugriffs auf das Nähgut und unter Vermeidung
weiterer stich- oder schlingenbildender Funktionselemente gelingt es, mit zwei oder
mehr Nähnadeln eine Nähnaht herzustellen, bei der die Schlinge eines Nähfadens durch
die Schlinge eines anderen Nähfadens geführt wird. Durch die Erfindung wird das Vernähen
großer Nähgutebenen unter minimalem Raumeinsatz ermöglicht und das Verfahren für das
räumliche Vernähen einsetzbar.
[0016] Die Erfindung erlaubt ein Nähen von verschiedenen Materialien. Ein bevorzugtes Anwendungsbeispiel
für ein einseitiges Nähen ist das Vernähen von Verstärkungstextilien für Faserverbundwerkstoffe.
Diese Textilien dürfen, um sie nicht zu schädigen, nicht geknickt werden. Durch das
Vernähen einzelner Textilien miteinander und die anschließende Imprägnierung dieser
Textilien mit einem Kunststoff kann der so entstehende Faserverbundwerkstoff deutlich
höhere Lasten aufnehmen als im unvernähten Zustand. Das Vernähen großer Strukturen
aus Verstärkungstextilien für Faserverbundwerkstoffe, z.B. für Flugzeugteile, führt
unter Verwendung der konventionellen Nähtechnik zu einem großen Raumbedarf, da das
Nähgut aus unterschiedlichen Richtungen zu der Nähmaschine bewegt werden muß. Nur
durch die Möglichkeit, alle Positionen des Nähgutes mit einer beweglichen Nähmaschine
anzufahren, kann der Raumbedarf auf ein Minimum reduziert werden.
[0017] Faserverbundwerkstoffe sind laminar aufgebaut und werden aus Verstärkungstextilien
und einem Matrixmaterial hergestellt. Erst durch die Aushärtung des Matrixmaterials
entsteht der eigentliche Faserverbundwerkstoff. Werden die Verstärkungstextilien mit
dem Matrixmaterial mit einem festigkeitserhöhenden Fadenmaterial vernäht ehe das Matrixmaterial
mit dem Härtungsmittel getränkt wird, so können Nachteile bisheriger Fertigungsverfahren
vermieden werden. Ferner gestattet das Vernähen die Konfektionierung und Kombination
unterschiedlicher Verstärkungstextilien, was mit den bisher bekannten textilen Fertigungsverfahren
nicht möglich ist.
[0018] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Patentansprüche
2 bis 7.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert.
[0020] Es zeigt:
- Fig. 1
- Bildung eines einzelnen Nähstiches nach dem erfindungsgemäßen Verfahren,
- Fig. 2
- Seitenansicht der erfindungsgemaßen Vorrichtung und
- Fig. 3
- Draufsicht auf einen Kurbelmechanismus.
[0021] Wie in Fig. 1 ersichtlich, wird in diesem Beispiel die Nähnaht gebildet, indem eine
Nähnadel 1 mit einem Nähfaden 2 in das Nähgut 3 einsticht und nach der Überschreitung
ihres unteren Totpunktes eine Nahfadenschlinge 4 bildet. In die Nähfadenschlinge 4
sticht eine weitere Nähnadel 5 mit einem Nähfaden 6 ein. Die beiden Nähnadeln 1 und
5 bewegen sich in zwei unterschiedlichen, einander schneidenden Ebenen. Sie bewegen
sich in diesen Ebenen nicht linienförmig, sondern sie beschreiben Koppelkurven. Hierdurch
wird ermöglicht, daß die Nähnadel 5 und die von der Nähnadel 1 in dem Nähfaden 2 gebildete
Nähfadenschlinge 4 eintaucht. Während der Aufwärtsbewegung der Nähnadel 2 taucht die
Nähnadel 5 tiefer in das Nähgut 3 ein. Auch sie bildet nach dem Überschreiten ihres
unteren Totpunktes mit dem Nähfaden 6 eine Nähfadenschlinge 7, in die wiederum die
Nähnadel 1 mit dem Nähfaden 2 eintaucht. Da die Nähfadenschlinge 7 erst zu einem späteren
Zeitpunkt gebildet wird, ist sie in Fig. 1 nicht dargestellt. Während der weiteren
Aufwärtsbewegung der Nähnadel 5 wird die um diese Nähnadel liegende Nähfadenschlinge
4 durch das Nähgut 3 abgestreift. Zur Realisierung dieses Verfahrens beschreiben die
Nähnadeln 1 und 5 achtförmige, einander durchdringende Koppelkurven 23. Die Koppelkurven
23 sind so ausgelegt, daß der Schnittpunkt der einzelnen Koppelkurven 23 unterhalb
des Nähgutes 3 liegt. Dieser Schnittpunkt ist in Fig. 1 nicht zu sehen, weil dort
bereits die Horizontalbewegung der Vorrichtung überlagert ist. Der Schnittpunkt der
beiden Bewegungsebenen liegt ebenfalls unterhalb der Nähgutebene. Während der Penetrationsbewegung
bewegen sich die Nähnadeln 1 und 5 näherungsweise auf einer Geraden, die räumlich
schräg auf das Nähgut 3 gerichtet ist. Nach dieser nahezu geradlinigen Nähnadelbewegung
durchschreiten die Nähnadeln 1 und 5 den unteren bogenförmigen Teil der Koppelkurve
23. In diesem Zeitraum wird die Vorrichtung über das Nähgut 3 bewegt, so daß sich
der innerhalb der Nähgutebene befindliche Bereich der jeweiligen Nähnadel 1 oder 5
um eine senkrecht zur Nähnadel 1 oder 5 stehende, gedachte Achse 8 dreht. Hierdurch
wird gleichzeitig der Fortschritt der Nahtbildung bewirkt. Dies bedeutet, daß sich
die Nähnadeln 1 und 5 kontinuierlich in unterschiedlichen Phasen bewegen, wobei ein
ständiger Wechsel zwischen einer vornehmlich linearen und einer vornehmlich rotatorischen
Bewegung erfolgt.
[0022] Die beschriebene Bewegung der Nähnadeln wird durch den in Fig. 2 gezeigten Getriebemechanismus
bewirkt. Dieser Mechanismus wird wegen seiner konstruktiven Einfachheit beschrieben,
kann aber durch mindestens zwei Ersatzgetriebe, die nach den Regeln von Roberts konstruiert
werden können, substituiert werden.
[0023] Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht der Vorrichtung. Die Vorrichtung kann in zwei Hälften
betrachtet werden. Die rechte Hälfte besteht aus dem Antrieb 9 mit einer Antriebswelle
10. Die Drehbewegung dieser Welle wird auf die Welle 11 und von dort wiederum auf
die Welle 12 übertragen. Die Wellen 11 und 12 sind an einem Wellenende mit je einer
Kurbel 13 und 14 versehen. Auf der Kurbel 13 befindet sich eine drehbar gelagerte
Linearführung 15, auf der Kurbel 14 befindet sich ein drehbar gelagertes Auflager
16, das die Nadelstange 17 in ihrer axialen Richtung fixiert. Durch die Linearführung
15 und das Auflager 16 wird die Nadelstange 17 mit der Nadel 18 geführt (Fig. 3).
Durch die Drehbewegung der Antriebswelle 10 beschreibt die Nadel 18 die bereits zuvor
beschriebene Koppelkurve 23 (Fig. 1). Gleichzeitig wird die Drehbewegung der Antriebswelle
10 auf die Welle 19 der linken Vorrichtungshälfte übertragen. Diese zweite Vorrichtungshälfte
ist wie die rechte Vorrichtungshälfte aufgebaut, die Kurbeln der linken Vorrichtungshälfte
sind so ausgerichtet, daß sie gegenüber den Kurbeln 13 und 14 phasenversetzt umlaufen.
[0024] Die gesamte Vorrichtung wird in dem Beispiel durch eine x-y-z-Verfahreinheit 20 über
das Nähgut bewegt. Die x-y-z-Verfahreinheit 20 ist in Fig. 2 nicht dargestellt. Das
Nähgut liegt auf einer Unterlage 21, die das Penetrieren der Nähnadel gestattet. Die
Vorrichtung ist in ihrem unteren Bereich mit einer Stichplatte 22 versehen, die gleichzeitig
zur Fixierung des Nähgutes gegenüber der Unterlage dient. Die Fixierung geschieht
durch ein entsprechendes Andrücken der Vorrichtung auf das Nähgut 3 mit der darunterliegenden
Nähgutunterlage 21. Zusätzlich kann die Vorrichtung rotatorisch um diese drei Achsen
bewegt werden, um das räumliche Vernähen zu gestatten.
1. Verfahren zur Herstellung von Nähnähten, bei dem sich alle nähstich- und nähnahtbildenden
Elemente ausschließlich auf einer Seite des Nähgutes befinden, wobei diese nähstich-
und nähnahtbildenden Elemente sich auf Ebenen bewegen, die schräg auf das Nähgut gerichtet
sind und das Nähgut auf einem Nähguthalter liegt, der die Penetration der nähstich-
und nähnahtbildenden Elemente zuläßt, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Nähfadenschlingen einander durchdringen und daß sich alle nähstich-
und nähnahtbildenden Elemente der Vorrichtung ausschließlich auf einer Seite des Nähgutes
befinden, diese nähstich- und nähnahtbildenden Elemente sich auf Ebenen bewegen, die
schräg auf das Nähgut gerichtet sind und sich schneiden und die nähstich- und nähnahtbildenden
Elemente innerhalb dieser Ebenen Koppelkurven beschreiben, die einen stetigen Wechsel
zwischen vornehmlich linearen und vornehmlich rotatorischen Bewegungen der Nähnadeln
beschreiben, wobei die einzelnen Koppelkurven eine ausreichende Annäherung auf der
Gegenseite des Nähgutes besitzen, um eine Nähfadenschlinge von einem nähstich- oder
nähnahtbildenden Element zu dem nächsten nähstich- oder nähnahtbildenden Element zu
übergeben, und außerdem das Nähgut auf einem Nähguthalter liegt, der die Penetration
der nähstich- und nähnahtbildenden Elemente zuläßt und zu dem das Nähgut durch einen
mit der Vorrichtung verbundenen Gegenhalter fixiert wird, wobei die Vorrichtung während
der Schwenkbewegung der nähstich- und nähnahtbildenden Elemente mittels einer getaktet
verfahrbaren, durch die Hauptwelle der Vorrichtung elektronisch oder mechanisch angesteuerten
Vorschubeinrichtung schrittweise über das Nähgut geführt wird, so daß sich die nähnaht-
und nähstichbildenden Elemente um eine gedachte Achse innerhalb des Nähgutes drehen
und die Vorrichtung bei dem Prozeßbeginn so auf das Nähgut aufgesetzt wird, daß die
nähstich- und nähnahtbildenden Elemente senkrecht das Nähgut penetrieren.
2. Verfahren nach Anspruch 1. dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebswelle der Vorrichtung elektronisch mit der Steuerung der Vorschubeinrichtung
gekoppelt ist, so daß die Vorschubeinrichtung abhängig von der Drehzahl der Antriebswelle
der Vorrichtung betrieben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß aus einem Konstruktionsprogramm die Geometrie der Nähnaht an die Vorschubeinrichtung
weitergegeben wird, in Verbindung mit einer Steuerroutine, die einen Nahtrichtungswechsel
ermöglicht.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurbeln, der Kurbelabstand und die Nadelstangenlänge variabel einstellbar sind
und dadurch die Stichlänge der Nähnaht variiert werden kann.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie nähstich- und nähnahtbildende Elemente enthält, wobei diese nähstich- und nähnahtbildenden
Elemente so gelagert sind, dass sie sich auf Ebenen bewegen können, die schräg auf
ein in die Vorrichtung anbringbares Nähgut gerichtet sind, dass die Vorrichtung eine
drehbare, exzentrisch gelagerte Linearführung (14) enthält, so dass hierdurch eine
zu sätzliche Phasenverschiebung von Bewegungen der einzelnen nähstich- und näh nahtbildenden
Elemente erfolgen kann, um die Position der einzelnen nahstich- und nähnahtbildenden
Elemente zueinander bei der Nähfadenschlingenbildung und einem Ergreifen von Nähfadenschlingen
(4, 7) einzustellen.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß für ein räumliches Vernähen die Nähgutunterlage 21 derart flexibel gestaltet ist,
daß mit ihr räumliche Geometrien abbildbar sind, die Stichplatte 22 der Vorrichtung
sich dieser räumlichen Geometrie anzupassen vermag und durch die Vorrichtung zusätzlich
zu den linearen Bewegungen Schwenkbewegungen um die drei Raumachsen ausführbar sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Bewegungsmechanismus für die Vorschubbewegung in die Vorrichtung derart integrierbar
ist, daß sich Vorschubelemente auf der Nähgutebene bzw. dem Nähgut 3 abstützen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Bewegungsmechanismus für die Vorschubbewegung in die Vorrichtung derart integrierbar
ist, daß eine Führung der Vorrichtung von Hand und/ oder ein Vernähen von schlauch-
oder hüllenförmigen Nähgütern möglich sind.
1. Method for the production of sewed seams for which all stitch and seam generating
functional parts of the device are situated on only one side of the textile, said
stitch and seam generating functional parts are moving on planes which are directed
obliquely towards the textile and the textile is laid on a support unit which allows
the penetration of the stitch and seam generating functional parts, characterized in, that at least two loops of threads are penetrating each other and that all stitch and
seam generating functional parts of the device are situated on only one side of the
textile, said stitch and seam generating functional parts are moving on planes which
are directed obliquely towards the textile and intersecting each other and the stitch
and seam generating functional parts are describing on this planes coupling curves
which describe a permanent change between a principally linear and a principally rotatory
movement of the needles whereby the single coupling curves possess on the other side
of the textile a sufficient approach towards each other to transmit a loop of a thread
from one stitch and seam generating functional part to the next stitch and seam generating
functional part, whereby furthermore said textile is situated on a support unit which
allows the penetration of the stitch and seam generating functional parts and on which
the textile is fixed by a counter-holder which is connected with the device, whereby
said device is moved over the textile in steps making use of a step-moving transport-unit
which is switched electronically or mechanically by the drive shaft during the rotatory
movements of the stitch and seam generating functional parts so that the stitch and
seam generating functional parts are rotating around an imagined axis which lies in
the textile and at the beginning of the process the device is positioned on the textile
in a way that the stitch and seam generating functional parts are penetrating the
textile in a perpendicular way.
2. Method according to claim 1, characterized in, that the drive shaft of the device is coupled electronically with the control unit of
the transport unit so that the transport unit is operated in dependence of the turning
speed of the drive shaft of the device.
3. Method according to claim 1 or 2, characterized in, that the geometry of the sewed seam is given from a design program to the control unit
of the transport unit in combination with a control routine which allows to change
the direction of the seam.
4. Method according to one of the claims 1 to 3, characterized in, that the settings of the cranks, the distances between the cranks and the length of the
needle stick and thereby the length of the stitches can be varied.
5. Device to perform the method according to one of the claims 1 to 4, characterized in, that it contains stitch and seam generating functional parts, said stitch and seam generating
functional parts being beared in a way that they are movable on planes which are directed
obliquely towards a textile which is brought into the device, that the device contains
a rotatable and eccentrically beared linear guideway (14), so that an additional phase
displacement of the movements of the stitch and seam generating functional parts can
result in order to fix the position of the stitch and seam generating functional parts
to each other in the phase of the loop generation of the thread and in the phase of
catching the loops of the threads (4 and 7)
6. Device according to one of the claims 1 to 5, characterized in, that for a spherical sewing the support unit (21) for the textile is flexible in a way
that spherical geometries can be generated with it, and the counter-holder (22) of
the device can be adapted to the shape of the support unit and the device can be rotated
around the three axes additionally to the linear movements.
7. Device according to one of the claims 1 to 6, characterized in, that the transport unit for the movement may be integrated in the device in a way that
the elements of the transport unit are supported by the plane of the textile or the
textile (3).
8. Device according to claim 7, characterized in, that the transport unit for the movement may be integrated in the device in a way that
a manual guiding of the device and/or a sewing of tube-shaped or sleeve-shaped textiles
is possible.
1. Procédé pour réaliser des coutures selon lequel tous les éléments qui forment les
points et les coutures se trouvent exclusivement d'un côté du produit à coudre,
les éléments formant les points et les coutures se déplacent dans des plans inclinés
par rapport au produit à coudre et celui-ci est appuyé sur un support permettant la
pénétration des éléments formant les points et la couture,
caractérisé en ce qu'
au moins deux boucles de fil à coudre s'interpénètrent, et
tous les éléments formant les points du dispositif se trouvent exclusivement d'un
côté du produit à coudre, ces éléments se déplacent dans des plans inclinés par rapport
au produit à coudre et se coupant et les éléments décrivent des mouvements qui alternent
en permanence entre principalement des mouvements linéaires et principalement des
mouvements de rotation,
les différentes courbes de couplage étant suffisamment rapprochées du côté opposé
du produit à coudre pour transférer une boucle de fil à coudre d'un élément de formation
de point au suivant et de plus le produit à coudre repose sur un support qui permet
la pénétration des éléments formant les points et bloque le produit à coudre par un
contre-appui relié au dispositif,
et pendant le mouvement de basculement des éléments de formation de points, le dispositif
est conduit pas à pas au-dessus du produit à coudre par une installation de déplacement
commandée électroniquement ou mécaniquement par l'arbre principal du dispositif, de
façon que les éléments formant les points tournent autour d'un axe géométrique dans
le produit à coudre et au début du procédé, le dispositif vient sur le produit à coudre
de façon que les éléments formant les points pénètrent perpendiculairement dans le
produit à coudre.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'arbre d'entraînement du dispositif est couplé électroniquement à la commande du
dispositif de déplacement de façon que le dispositif de déplacement soit entraîné
en fonction de la vitesse de rotation de l'arbre d'entraînement du dispositif.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2,
caractérisé en ce qu'
un programme de construction transmet la géométrie du cordon de couture au dispositif
de déplacement permettant le changement de direction de couture en liaison avec un
programme de commande.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
les manivelles, la distance des manivelles et la longueur des tiges des aiguilles
se règlent de manière variable et permettent de modifier la longueur des points de
la couture.
5. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une quelconque des revendications
1 à 4,
caractérisé en ce qu'
il comporte des éléments formant les points et la couture,
ces éléments étant montés de façon à se déplacer dans des plans inclinés par rapport
au produit à coudre placé dans le dispositif,
le dispositif comportant un guidage linéaire (14) rotatif, monté de manière excentrée
de façon à permettre un déphasage supplémentaire des mouvements des différents éléments
formant les points et pour pouvoir régler la position des éléments les uns par rapport
aux autres pour former les boucles de fil à coudre et pour saisir ces boucles (4,
7).
6. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
pour réaliser une couture en trois dimensions, le support (21) du produit à coudre
est souple pour lui permettre de copier les formes géométriques tridimensionnelles,
la platine (22) du dispositif s'adaptant à cette forme géométrique tridimensionnelle
et le dispositif pouvant exécuter en plus des mouvements linéaires, également des
mouvements de basculement autour des trois axes dans l'espace.
7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
le mécanisme de mouvement pour créer le mouvement de déplacement est intégré dans
le dispositif de façon que les éléments de déplacement s'appuient sur le plan du produit
à coudre ou sur le produit à coudre (3).
8. Dispositif selon la revendication 7,
caractérisé en ce que
le mécanisme de déplacement pour le mouvement de déplacement est intégré dans le dispositif
pour permettre de guider le dispositif à la main et/ou coudre des produits en forme
de tube ou de gaine.