(19)
(11) EP 1 068 415 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
08.06.2005  Patentblatt  2005/23

(21) Anmeldenummer: 99911510.8

(22) Anmeldetag:  01.04.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E05B 19/00
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/AT1999/000088
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 1999/051837 (14.10.1999 Gazette  1999/41)

(54)

Zylinderschloss mit Flachschlüssel

Cylinder lock with flat key

Serrure à barillet avec clef plate


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
SI

(30) Priorität: 04.04.1998 DE 19815212
04.04.1998 DE 29806241 U
14.05.1998 AT 83898
11.07.1998 DE 19831198

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
17.01.2001  Patentblatt  2001/03

(73) Patentinhaber: EVVA-Werk Spezialerzeugung von Zylinder- und Sicherheitsschlössern Gesellschaft m.b.H. & Co. Kommanditgesellschaft
1120 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • PRUNBAUER, Kurt
    A-3130 Herzogenburg (AT)

(74) Vertreter: Puchberger, Peter, Dipl.-Ing. et al
Puchberger, Berger & Partner Reichsratsstrasse 13
1010 Wien
1010 Wien (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 3 129 577
DE-A- 3 817 494
US-A- 5 088 306
DE-A- 3 225 952
US-A- 4 127 996
US-A- 5 136 869
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Zylinderschloss mit Flachschlüssel. Das Zylinderschloss weist ein Gehäuse, einen in diesem im verdrehbaren Zylinderkern und zumindest zwei schlüsselgesteuerte Stiftzuhaltungen auf. Der Flachschlüssel besitzt einen an beiden Flachseiten ein Längsprofil mit Längsnuten und/oder Längsrippen aufweisenden Schaft, bei dem zumindest eine der für die Steuerung eines Zuhaltungsstiftes vorgesehenen Schlüsselkerben des Schlüsselbartes in einem gegenüber dem Schaft schlanker ausgebildeten Spitzenabschnitt angeordnet ist, bei dem ein Spitzenprofil dem Schaftprofil übergeordnet ist und die Kontur des Spitzenprofils innerhalb der Kontur des Schaftprofils liegt.

    [0002] Aus der US 5 088 306 A ist ein solches Zylinderschloss bekannt, bei dem der Schlüsselkanal auf verschiedene Flachschlüssel einstellbar ist, die sich nur hinsichtlich der seitlichen Profilierung ihrer, dem Schlüsselrücken benachbarten, oberen Schafthälfte von einander unterscheiden. Am Rand des verdrehbaren Zylinderkerns sind zu beiden Seiten des Schlüsselkanals langgestreckte Profilleisten eingelassen, deren Profil der oberen Schafthälfte eines bestimmten Flachschlüssels entspricht. Zum Umstellen des Zylinderschlosses auf einen anderen Flachschlüssel werden diese Profilleisten ausgetauscht. Zum Anpassen des Zylinderschlosses an einen Flachschlüssel, bei dem die obere Schafthälfte einen vorderen, schlankeren Spitzenabschnitt besitzt, sind zweiteilige Profilleisten vorgesehen, bei denen der hintere Abschnitt an das Schaftprofil und der vordere Abschnitt an das innerhalb der Kontur des Schaftprofils liegende Spitzenprofil angepasst sind.

    [0003] Das Dokument DE-A-31 29 577 offenbart ein Zylinderschloss und Flachschlüssel wobei das Zylinderschloss ein Gehäuse, einen in diesem verdrehbaren Zylinderkern und zumindest zwei schlüsselgesteuerte Stiftzuhaltungen aufweist und bei dem Flachschlüssel ein gegenüber dem Schaft schlanker ausgebildeten Spitzenabschnitt angeordnet ist, wobei im Gehäuse eine in einem Schlitz quer zum Schlüsselkanal ausgerichtete Abtastkulisse vorgesehen ist, die ein gegenüber dem Profil des Schaftabschnittes des Schlüsselkanals schlanker ausgebildetes Kulissenprofil zum Abtasten des Spitzenabschnittes eines Flachschlüssels besitzt, dessen Spitzenabschnitt gegenüber seinem Schaft durch die Wegnahme von Schlüsselmaterial unter Bildung von zusätzlichen Nuten im Profil schlanker ausgebildet ist.

    [0004] Die Druckschrift DE-A-31 29 577 bezieht sich insbesondere auf einen Flachschlüssel mit Magnetkörpern, wobei die Anordnung von Längsprofilelementen über die gesamte Länge des Schaftes Schwierigkeiten mit sich bringt.

    [0005] Eine bekannte Nachsperrmethode für Zylinderschlösser ist das sogenannte Picking. Es existieren für diese Methode vielerlei Werkzeuge, wobei üblicherweise ein dünnes Plättchen in den Schlüsselkanal eingefügt und durch Vibration die Zuhaltungsstifte in Freigabestellung gebracht werden. Dieses Picking ist insbesondere bei "offenen" Schlüsselkanälen leichter möglich, da derartige Schlüsselkanäle viel Platz für das Einführen des Pickingwerkzeuges und dessen vertikale Bewegung zur Verfügung stellen. Solche offenen Schlüssel kanäle sind entweder systembedingt oder entstehen bei großen Schließanlagen durch Profilvariationen, bei denen viele Rippen des Schlüsselkanals wegfallen.

    [0006] Die Praxis zeigt jedoch, dass das Picking erheblich erschwert oder sogar unmöglich gemacht wird, wenn der Schlüsselkanal derart eng (schlank) und überlappend gemacht wird, dass das Einführen oder die Betätigung des Pickingwerkzeuges nicht möglich ist. Andererseits sind jedoch systembedingt oder zufolge der Profilvariationen die Schlüsselkanäle und zugehörige Schlüsselprofile nicht immer in der gewünschten Schlankheit herstellbar bzw. die überlappenden Kernrippen durch Variation teilweise wegfallen.

    [0007] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, das Schlüsselprofil und das zugehörige Zylinderschloss derart auszubilden, dass das Picking erschwert wird. Weiters soll die Möglichkeit der Ausbildung von Variationen erhöht werden, um auch große Schließanlagen ausarbeiten zu können.

    [0008] Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass im Gehäuse zumindest eine, in einem Schlitz zwischen zwei Stiftzuhaltungen angeordnete, quer zum Schlüsselkanal ausgerichtete Abtastkulisse vorgesehen ist, die ein gegenüber dem Profil des Schaft-abschnittes des Schlüsselkanals schlanker ausgebildetes Kulissenprofil zum Abtasten des Spitzenabschnittes eines Flachschlüssels besitzt, dessen Spitzenabschnitt gegenüber seinem Schaft durch die Wegnahme von Schlüsselmaterial unter der Bildung von zusätzlichen Nuten oder der Erweiterung von bestehenden Nuten im Profil schlanker und zumindest im Bartbereich als überlappendes Profil ausgebildet ist.

    [0009] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann das Schaftprofil des Flachschlüssels als Grundprofil ein Zick-Zack-Profil aufweisen, dessen Querschnitt aus zick-zack-förmig, unmittelbar aneinander anschließenden Rhomben gebildet ist, an die Profilvariationen bildende und sich jeweils über die Gesamthöhe eines Rhombus erstreckende Variationsprofilelemente seitlich anschließen, die in Spalten und quer zu diesen liegenden Zeilen angeordnet sind, und dass das Spitzenprofil des Flachschlüssels unter Weglassen der Variationsprofilelemente gebildet ist.

    [0010] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einiger Ausführungsbeispiele näher erläutert. Fig. 1 ist eine Seitenansicht eines Flachschlüssels; Fig. 2 zeigt die Aufsicht auf einen abgebrochenen Zylinderkern und die Fig. 3 und 4 zeigen zwei Alternativen für eine Abtastkulisse; Fig. 5 zeigt eine Ausführungsvariante eines Schlüsselkanalquerschnitts des Zylinderschlosses; Fig. 6 ist ein Querschnitt durch eine weitere Ausführungsvariante des Schlüsselkanals und Fig. 7 zeigt den zugehörigen Schlüssel in Querschnitt; Fig. 8 ist ein Querschnitt durch Schloss und Schlüssel einer anderen Type; Fig. 9 ist ein Schnitt durch eine weitere Type eines Schlüssel.

    [0011] Gemäß Fig. 1 weist der Schlüssel 1 an seinem Schaft 2 zwei Bereiche auf, nämlich den Schaftabschnitt 3 und den Spitzenabschnitt 4. Der Schlüsselbart ist durch Schlüsselkerben 5 gebildet, die in bekannter Weise verschieden tief sein können und mit ihren Steuerflächen an den Steuerpunkten 13 den zugeordneten Zuhaltungsstift steuern.

    [0012] Der Schaftabschnitt 3 trägt jenes Schlüssellängsprofil, wie es für die Systematik und die jeweilige Schließvariation notwendig ist. Dieser Abschnitt kann Profilelemente mit relativ großen Profilrippen 14 aufweisen, denen im zugehörigen Schlüsselkanal entsprechend große Profilnuten zugeordnet sind. Schlüsselprofilnuten sind mit 15 bezeichnet.

    [0013] Im Spitzenabschnitt 4 ist das Profil schlanker ausgebildet und bevorzugt mit überlapptem Profil vorgesehen. Der Spitzenabschnitt reicht von der Schlüsselspitze 6 bis wenigstens hinter den Bereich der ersten Schlüsselkerbe 5'. Als Trennlinie zwischen beiden Abschnitten ist die Linie 16 eingezeichnet. Die strichliert eingezeichnete Absenkung 23 des Schlüsselrückens im Spitzenabschnitt kann wahlweise ausgebildet sein, wenn eine Abtastkulisse nach Fig. 4 verwendet wird. Diese Absenkung stellt ein weiteres Sicherheitsmerkmal des Schlüssels dar.

    [0014] Anordnungen und das Verhältnis der verschiedenen Profilabschnitte zueinander werden später erläutert.

    [0015] Bei der Schliasselherstellung wird bevorzugt der Schlüsselrohling über die gesamte Schaftlänge mit dem Schaftprofil (Schlüsselprofilnuten 15) versehen, beispielsweise mit einem Profilfräser. Dann wird im Spitzenabschnitt 4 durch Wegnahme von Schlüsselmaterial unter Bildung zusätzlicher Nuten oder Erweiterung bestehender Nuten das Profil schlanker gemacht, wie in Fig. 1 mit Bezugszeichen 24 deutlich gemacht ist. Das "schlanker machen" kann bis an die Grenze der Materialfestikeit gehen, da nur ein kleiner Abschnitt des Schlüssels betroffen ist und keine Bruchgefahr vorliegt. Bevorzugt ist das spitzenprofil ein dem Schaftprofil übergeordnetes Profil.

    [0016] Das Schlüsselprofil wird von einem analog ausgebildeten Schlüsselkanalprofil des Schlosses abgetastet. Somit muß das Schlüsselkanalprofil grundsätzlich ein Einschieben des gesamten Schlüsselschaftes erlauben, also der Profilierung des Schaftabschnittes 3 entsprechen und das Einschieben des Spitzenprofils erlauben.

    [0017] Gemäß Fig. 2 ist für das zusätzliche Abtasten der schlankeren (engeren) Profilierung des Spitzenabschnitts 4 im Zylinderkern 7 ein Schlitz 8 vorgesehen, in den eine Abtastkulisse 9 eingesetzt ist, wie sie in zwei anderen Ausführungsbeispielen in Ansicht in den Figuren 3 und 4 dargestellt ist. Das Kulissenprofil 10 definiert die Spitzenprofilkontur und bedingt eine analoge Profilierung des Spitzenabschnitts 4 des Flachschlüssels.

    [0018] Der Schlüsselkanal 11 ist vom Schlitz 8 zwischen zwei Stiftbohrungen 21 und 21' durchbrochen. Der Schaftabschnitt 3 des Schlüsselschaftes reicht nach dem Einstecken vom Bund 22 des Zylinderkernes 20 bis an die Abtastkulisse 9 im Schlitz 8. Der Spitzenabschnitt 4 durchragt die Abtastkulisse und steuert mit der Schlüsselkerbe 5' den dahinterliegenden Zuhaltungsstift, der in der Stiftbohrung 21' sitzt.

    [0019] Die Variante Fig. 3 der Abtastkulisse ist für nach oben offene Schlüsselkanäle mit durchgehendem Schlüsselrücken. Die Variante Fig. 4 mit geschlossener Abtastkulisse erfordert an der Schlüsselspitze eine Absenkung 23, wie in Fig. 1 strichliert eingezeichnet.

    [0020] Die Figuren 5 bis 7 zeigen Ausführungsbeispiele für Schnitte durch den Schlüsselkanal bzw. den eingeschobenen Schlüssel mit einer Schnittlinie nach der Linie V-V in Fig. 2, also etwas hinter der Grenze 16 zwischen dem Schaftabschnitt und dem Spitzenabschnitt (Fig. 1).

    [0021] In Fig. 5 ist schraffiert der Schlüsselkanal 11 eingezeichnet, der eine bestimmte dargestellt Profilkontur zeigt. Es ist dies die Schaftprofilkontur des Profiles des Schaftabschnittes 3. Wie man erkennen kann, ist der so ausgebildete Schlüsselkanal relativ offen, sodaß ein Picking möglich wäre.

    [0022] Durch das Kulissenprofil 10 bzw. durch dessen in den Schlüsselkanal 11 vorstehende Profilteile 17 wird eine engere Profilkontur gebildet, die innerhalb der Profilkontur des Schlüsselkanals und Schaftabschnittes liegt. Der Spitzenabschnitt des einzuschiebenden Schlüssels hat somit ein Profil zu erhalten, welches dieser schlankeren Spitzenprofilkontur enspricht, wenn der Schlüssel zur Gänze eingeschoben werden soll.

    [0023] Somit ergibt sich für den Schaftabschnitt ein relativ offenes Profil, wie es für das Ausbilden von Variationen notwendig sein kann. Ab der Abtastkulisse 9 mit dem engen Kulissenprofil 10 ist der Spitzenabschnitt schlanker profiliert, wie es dem Kulissenprofil entspricht. Die Profilkontur des Spitzenabschnittes liegt innerhalb der Profilkontur des Schaftabschnittes. Das gesamte Profil ist über die Schlüsselhöhe überlappt, d.h., die von beiden Seiten in den Schlüsselkanal vorstehenden Rippen reichen zumindest bis zur Mittellängsebene 12 oder überragen diese. Das Einführen eines auch sehr dünnen Plättchens für das Picking ist höchstens bis zur Abtastkulisse 9 möglich, nicht aber durch diese hindurch. Damit ist das Picking des dahinterliegenden Zuhaltungsstiftes unmöglich.

    [0024] Die Fig. 6 zeigt im Querschnitt den Schlüsselkanal 11 einer anderen Ausführungsart eines Schlüssels mit Schnitt durch den Schaftabschnitt. Strichliert sind jene zusätzlichen Profilteile 17 eingezeichnet, die durch die Abtastkulisse 9 vorgesehen werden und das Profil des Spitzenabschnittes schlanker machen.

    [0025] Fig. 7 zeigt einen zugehörigen Schlüssel im Schnitt durch den Spitzenabschnitt, wodurch ein enges Profil im Spitzenabschnitt gegeben ist. Strichliert sind jene zusätzlichen Nuten eingezeichnet, die der gleiche Schlüssel im Schaftabschnitt aufweist, und wodurch die notwendige Schlüsseivariation gegeben ist.

    [0026] Die Fig. 8 zeigt einen Querschnitt durch ein Schloß mit eingeschobenem Schlüssel einer anderen Profil- und Zuhaltungsvariante. Die Schnittebene liegt an der Abtastkulisse 9. Die Abtastkulisse dient hier zur Abdeckung einer der beiden Hälften, nämlich der rechten Hälfte, der stufenförmigen ausgebildeten Stiftzuhaltung 18. Eine Variation kann nur in der hier dargestellten linken Hälfte erfolgen, während die rechte Hälfte der Stiftzuhaltung weder vom Schlüssel noch durch ein Abtastwerkzeug erreicht werden kann. Somit wird auch bei dieser Ausführungsvariante eines Zylinderschlosses der Schlüsselkanal ab der Abtastkulisse 9 eng gehalten. Wenn in den davor liegenden Bereichen der Stiftzuhaltungen jeweils die andere rechte Hälfte der Zuhaltungsstifte für die Variationen herangezogen werden, müßte durch ein Einbruchswerkzeug sowohl die rechte Hälfte aller vorneliegender Zuhaltungsstifte als auch die linke Hälfte des Zuhaltungsstiftes nach der Abtastkulisse 9 abgetastet werden. Dies ist aber grundsätzlich unmöglich. In Fig. 8 sind mit 19 das Gehäuse, mit 20 der Zylinderkern und mit 1 der Schlüssel bezeichnet.

    [0027] Bei Verwendung von abgestuften Kernstiften in Verbindung mit beidseitig des Schlüsselschaftes angebrachten Codierungen, ist es vorteilhaft, die vorderen Kernstifte z.B. mit einer "rechten" Codierung und den innersten Kernstift mit einer "linken" Codierung zu versehen. Bei den vorderen Kernstiften ist dann die linke Codierung freigefräst (nicht vorhanden) und beim innersten Kernstift die rechte Codierung freigefräst. Somit sind die vorderen linken Schlüsselcodierungen und die letzte rechte Schlüsseloodierung nicht wirksam. Die Abtastkulisse vor dem innersten Stift gibt nur die linke Profilhälfte frei. Die Schlüsselschaftspitze besitzt nur den linken Profilteil. Der Schlüsselschaft und der vordere Schlüsselkanal können auch linke und rechte Profilteile aufweisen. Beim Picken müßten dann gleichzeitig die vorderen Stifte auf der linken Seite und der innerste Stift auf der rechten Seite angegriffen werden. Dies ist in der Praxis nicht möglich.

    [0028] Das in Fig. 8 dargestellte Schlüssel-Schloß-System ist detailliert in der österreichischen Patentanmsidung A 1847/97 und Gebrauchsmusteranmeldung GM 681/97 beschrieben.

    [0029] Die Ausbildung des Schlüsselprofiles kann für alle Profilsysteme mit Längsnuten und Längsrippen angewendet werden und ist auf die dargestellten Profilbeispiele nicht beschränkt.

    [0030] Die Fig. 9 zeigt den Profilquerschnitt durch ein weiteres bevorzugtes Schlüsselprofil. Die Schnittebene verläuft durch das Spitzenprofil mit Blickrichtung zum Schaftprofil. Mit starken Außenkonturen ist eine Variante des Schaftprofils dargestellt, mit dünnen Strichen ist die Profilsystematik eingezeichnet. Das Schaftprofil entspricht einem von der Anmelderin weit verbreiteten Profil, wobei als theoretisches Grundprofil ein zick-zack-förmiges Profil angewendet wird. Dieses Profil setzt sich im Querschnitt aus zick-zack-förmig unmittelbar aneinander anschließenden Rhomben oder rhombenähnlichen Körpern zusammen. Ausgehend von diesem zick-zack-förmigen Grundprofil werden im Schaftprofil die Profilvariationen dadurch gebildet, daß in den eingezeichneten Zeilen 25 jeweils über die gesamte Höhe eines Rhombus ein Profilelement angeordnet sein kann. Im vorliegenden Fall sind dies drei Profilelemente a, b und c. Die Zahl und Anordnung solcher Profilelemente sind frei wählbar. Das Schaftprofil ist bei dieser Ausführungsvariante nicht überlappt, d.h. daß die Nutengründe 29 nicht bis zur Längsmittelebene 26 heranreichen oder diese überragen. Die Profilelemente (a, b und c) liegen übereinander in den Spalten 27, 28 der Pirofilsystematik.

    [0031] Das geschnitten dargestellte Spitzenprofil 30 ist ebenso wie das Schaftprofil durch aneinandergereihte Rhomben zick-zack-förmig ausgebildet, wobei das Spitzenprofil aber unter Weglassen der Variationsprofilelemente analog den Profilelementen a, b und c gebildet ist. Weiters ist bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel das Spitzenprofil über die gesamte Höhe des Schlüsselschaftes mit einer geringeren Wandstärke ausgebildet, sodaß es schlanker ist. Überdies ist das Spitzenprofil überlappt ausgebildet, was bedeutet, daß die Nutengründe 29 zumindest bis zur Mittellängsebene 26 heranreichen oder diese überragen.

    [0032] An diesem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 9 ist ebenfalls gut ersichtlich, dass es mit der erfindungsgemäßen Ausbildung eines Zylinderschlosses und Flachschlüssels leicht möglich ist, bereits vorhandene Schließanlagen, die mit dem Schaftprofil gebildet sind, dadurch zu erweitern, dass ein Spitzenprofil , wie oben beschrieben, vorgesehen wird, wobei zusätzlich noch der Schutz gegen Picking gegeben ist.

    [0033] Wenn hier der Flachschlüssel beschrieben ist, fallen darunter auch die Schlüsselrohlinge, also jene Vorprodukte, die bereits die Schlüsselprofilierung, wie in Fig. 9 beschrieben, aufweisen und die erst später mit den Schlüsselkerben am Schlüsselbart versehen werden. Die in den Zeichnungen dargestellten technischen Merkmale können miteinander auch anders kombiniert werden. So kann z.B. das Profil nach Fig. 9 auch konisch ausgebildet sein und im Spitzenabschnitt die Absenkung 23 aufweisen, wodurch sich in diesem Abschnitt die Schlüsselhöhe verringert.


    Ansprüche

    1. Zylinderschloss und Flachschlüssel, wobei das Zylinderschloss ein Gehäuse, einen in diesem verdrehbaren Zylinderkern und zumindest zwei schlüsselgesteuerte Stiftzuhaltungen aufweist und der Flachschlüssel einen an beiden Flachseiten ein Längsprofil mit Längsnuten und/oder Längsrippen aufweisenden Schaft besitzt, bei dem zumindest eine der für die Steuerung eines Zuhaltungsstiftes vorgesehenen Schlüsselkerben des Schlüsselbartes in einem gegenüber dem Schaft schlanker ausgebildeten Spitzenabschnitt angeordnet ist, bei dem ein Spitzenprofil dem Schaftprofil übergeordnet ist und die Kontur des Spitzenprofil innerhalb der Kontur des Schaftprofils liegt, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse zumindest eine in einem Schlitz zwischen zwei Stiftzuhaltungen (21, 21') angeordnete, quer zum Schlüsselkanal ausgerichtete Abtastkulisse (9) vorgesehen ist, die ein gegenüber dem Profil des Schaftabschnittes des Schlüsselkanals (11) schlanker ausgebildetes Kulissenprofil (10) zum Abtasten des Spitzenabschnittes (4) eines Flachschlüssels (1) besitzt, dessen Spitzenabschnitt (4) gegenüber seinem Schaft durch die Wegnahme von Schlüsselmaterial unter der Bildung von zusätzlichen Nuten oder der Erweiterung von bestehenden Nuten (24) im Profil schlanker und zumindest im Bartbereich als überlappendes Profil ausgebildet ist.
     
    2. Zylinderschloss und Flachschlüssel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaftprofil des Flachschlüssels (1) als Grundprofil ein ZickZack-Profil aufweist, dessen Querschnitt aus zick-zack-förmig, unmittelbar aneinander anschließenden Rhomben gebildet ist, an die Profilvariationen bildende und sich jeweils über die Gesamthöhe eines Rhombus erstreckende Variationsprofilelemente (a, b, c) seitlich anschließen, die in Spalten (27, 28) und quer zu diesen liegenden Zeilen (25) angeordnet sind, und dass das Spitzenprofil (30) des Flachschlüssels (1) unter Weglassen der Variationsprofilelemente (a, b, c) gebildet ist.
     


    Claims

    1. Cylinder lock with flat key, whereby the cylinder lock incorporates a housing, a cylinder core rotatable within the same, and at least two key controlled pin closures, and whereby the flat key incorporates a shaft equipped with a longitudinal profile with longitudinal grooves and/or longitudinal ribs on both flat sides, where at least one of the key notches of the key bit is located in a slimmer tip section formed opposite the shaft and envisaged for the control of a closure pin, whereby a tip profile has a higher priority than the shaft profile, and the contour of the tip profile lies within the contour of the shaft profile, characterised in that at least one sensing surface (9) located within a slot between two pin closures (21, 21') and aligned transverse to the key channel is envisaged within the housing, which incorporates a surface profile (10) that is slimmer than the profile of the shaft section of the key channel (11), for sensing the tip section (4) of a flat key (1) whose tip section (4) profile is formed slimmer than its shaft due to a removal of key material whilst forming additional grooves or a widening of existing grooves (24) at least within the bit area in form of an overlapping profile.
     
    2. Cylinder lock with flat key according to Claim 1, characterised in that the shaft profile of the flat key (1) incorporates a zigzag profile as a base profile, the cross-section of which consists of zigzag shaped rhombuses located directly adjacent to one another, followed by variation profile elements (a, b, c) forming profile variations at the side and each extending across the entire height of a rhombus, located within cracks (27, 28) and positioned transverse to these lines (25), and in that the tip profile (30) of the flat key (1) is formed omitting the variation profile element (a, b, c).
     


    Revendications

    1. Serrure à barillet et à clé plate comprenant :

    - un boîtier dans lequel peut tourner un noyau de barillet, et au moins deux gâchettes à broche commandées par la clé qui possède une tige présentant sur ses deux côtés plats un profil avec des rainures et/ou des nervures longitudinales,

    - au moins une des encoches du paneton de la clé prévues pour commander une broche de gâchette se trouve dans une partie en pointe effilée par rapport à la tige, avec un profil situé au-dessus du profil de la tige et un contour de profil situé à l'intérieur du contour du profil de la pointe,

    caractérisée en ce que
    dans une fente située entre deux gâchettes à broches (21, 21') est prévue une coulisse de palpage (9) perpendiculaire au canal de la clé et qui possède un profil de coulisse (10) plus effilé que le profil de la section de tige du canal de clé (11), cette coulisse servant à palper la section de pointe (4) d'une clé plate (1) qui, par rapport à sa tige est réalisée par enlèvement du matériau de la clé avec formation de rainures supplémentaires ou extension de rainures existantes (24), en donnant un profil plus élancé qui est chevauchant au moins dans la zone du paneton.
     
    2. Serrure à barillet et à clé plate selon la revendication 1,
    caractérisée en ce que
    le profil de la tige de la clé plate (1) présente un profil de base en zig-zag dont la section est constituée de losanges se raccordant directement en zig-zag auxquels font suite latéralement des éléments de variation de profil (a, b, c) formant des variations de profil et s'étendant chacun sur la hauteur totale d'un losange, ces éléments étant disposés dans des colonnes (27, 28) et perpendiculairement aux lignes (25) où ils se trouvent, le profil de pointe (30) de la clé plate (1) ne comportant pas les éléments de variation de profil (a, b, c).
     




    Zeichnung