[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Reinigen einer Sägezahn-Ganzstahlgarnitur
mit einer Anzahl von nebeneinander angeordneten Sägezahndrahtabschnitten, wobei zwischen
den Blättern benachbarter Sägezahndrahtabschnitte eine sich von den Zahnspitzen der
Sägezahndrahtabschnitte bis zu einem Gassengrund erstreckende Garniturgasse gebildet
ist, mit mindestens einem zum Entfernen von Verunreinigungen aus den Garniturgassen
betreibbaren Reigigungselement sowie ein mit einer derartigen Vorrichtung ausführbares
Reinigungsverfahren.
[0002] Vorrichtungen und Verfahren der vorstehend beschriebenen Art werden beispielsweise
im Zusammenhang mit dem Betrieb einer Karde benötigt, und insbesondere beim Betrieb
einer Krempelmaschine eingesetzt. Während des Betriebs einer Karde kommt es insbesondere
im Bereich einer in Form eines einen entsprechenden Träger wendelförmig umlaufenden
Sägezahndrahtes gebildeten Tambourgarnitur zur Ansammlung von Kurzfasern und Nissen
in den zwischen den einzelnen Windungen der Garnitur gebildeten Garniturgassen. Beim
Betrieb einer zur Bearbeitung bzw. Herstellung von Streichgarnen, Kammgarnen, synthetischen
Fasern, Watte, Fliesstoffen u. dgl. benutzten Krempelmaschinen kommt es im Bereich
der entsprechenden Tambour- bzw. Trommelgarnituren auch noch zur Ansammlung von Fremdteilen,
wie Avivage, geschmolzenen Chemiefaserpaketen sowie Stroh, Holz und Kletten in Morellwalzen
bei der Wollverarbeitung. Diese Verunreinigungen müssen zur Gewährleistung eines zufriedenstellenden
Arbeitsergebnisses aus den Garniturgassen entfernt werden. Zu diesem Zweck werden
üblicherweise Putzbürsten eingesetzt, die außerhalb des eigentlichen Arbeitsbereichs
des Tambours, bzw. der Trommel angeordnet sind und eine sich parallel zu einer Umlaufachse
des Tambours erstreckende Drehachse umlaufen. Während des Reinigungsvorganges durchfahren
die Putzbürstenborsten die Garnitur und entfernen Verunreinigungen aus den Garniturgassen.
Nach Verlassen der Garniturgassen werden die Verunreinigungen dann üblicherweise mit
einer Absaugeinrichtung oder dgl. aus den Putzbürsten entfernt, so daß mit den Putzbürstenborsten
beim nächsten Durchlauf durch die Sägezahn-Ganzstahlgarnitur keine neuen Verunreinigungen
eingetragen werden.
[0003] Wenngleich mit diesen bekannten Reinigungsvorrichtungen zumindest bei der Verarbeitung
von Baumwollfasern zufriedenstellende Reinigungsergebnisse erzielt werden können,
hat es sich gezeigt, daß der damit ausführbare Reinigungsvorgang zu einer aufgrund
der Faserbearbeitung ohnehin einem großen Verschleiß unterliegenden weiteren Abnutzung
der Garnitur führt, die zu einer entsprechenden Verminderung der Garnitur-Standzeit
führt. Darüber hinaus wird beim Einsatz der bekannten Reinigungsvorrichtungen während
des Betriebs einer Krempelmaschine nur eine unvollständige Reinigung der entsprechenden
Tambour bzw. Trommelgarnituren erreicht. Zur Beseitigung des zuerst erläuterten Mangels
wurden in der DE 195 32 592 C1 bereits zur Reinigung von Rundkämmen einsetzbare Reinigungsvorrichtungen
vorgeschlagen, die einen berührungsfreien und entsprechend verschleißarmen Reinigungsvorgang
ermöglichen. Beim Einsatz der in der genannten Schrift beschriebenen Reinigungsvorrichtungen
zur Reinigung von Tambourgarnituren werden jedoch im allgemeinen nur unbefriedigende
Reinigungsergenbisse erzielt. Das gilt insbesondere beim Einsatz der bekannten Reinigungsvorrichtungen
zur Reinigung von Hochleistungskrempelmaschinen, mit denen Kunstfasern verarbeitet
werden. Bei diesen Maschinen muß selbst bei Einsatz der bekannten Putzbürsten zur
vollständigen Reinigung ein manueller Reinigungsvorgang durchgeführt werden.
[0004] Angesichts der vorstehend beschriebenen Probleme im Stand der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, eine Reinigungsvorrichtung der eingangs beschriebenen Art anzugeben,
mit der unter Vermeidung eines übermäßigen Verschleißes der Garnitur selbst beim Betrieb
von zur Verarbeitung von Kunstfasern eingesetzten Krempelmaschinen eine zufriedenstellende
Reinigung erreicht werden kann, sowie ein damit ausführbares Reinigungsverfahren bereitzustellen.
[0005] In vorrichtungsmäßiger Hinsicht wird diese Aufgabe durch eine Weiterbildung der bekannten
Reinigungsvorrichtungen gelöst, die im wesentlichen dadurch gekennzeichnet ist, daß
das Reinigungselement einen vorzugsweise in Form einer Reinigungsklinge gebildeten
an den Gassengrund anlegbaren Reinigungsabschnitt aufweist.
[0006] Diese Erfindung geht auf die Erkenntnis zurück, daß sich die während des Betriebs
einer Vorrichtung zum Verarbeiten von Textilfasern im Bereich der Sägezahn-Ganzstahlgarnitur
ansammelnden Verunreinigungen nur in geringem Umfang im Bereich der Zahnspitzen der
Sägezahndrähte anlagern und sich in weit überwiegendem Ausmaß im Bereich des Gassengrundes
der zwischen den einzelnen Sägezahndrahtabschnitten einer Sägezahn-Ganzstahlgarnitur
gebildeten Garniturgassen sammeln. Das gilt im besonderen bei der Verarbeitung von
Kunstfasern, bei denen die Verunreinigungen im wesentlichen aus Schmelzprodukten der
Kunstfasern bestehen, die unter dem Einfluß der sich beim Betrieb von Hochleistungskrempelmaschinen
entwickelnden hohen Temperaturen aus den Kunstfasern entstehen.
[0007] Diese Verunreinigungen können mit dem am Gassengrund anliegenden, vorzugsweise in
Form einer aus einem Federstahl bestehenden Reinigungsklinge bestehenden Reinigungsabschnitt
der erfindungsgemäßen Reingungsvorrichtung zuverlässig und vollständig aus der Garnitur
entfernt werden, ohne daß die zur eigentlichen Faserbearbeitung eingesetzten Sägezähne
bzw. Sägezahnspitzen von dem Reinigungsabschnitt mit einer nennenswerten Kraft beaufschlagt
werden. Daher kann mit der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung unter Vermeidung
eines nennenswerten Verschleißes der Sägezahn-Ganzstahlgarnitur eine zufriedenstellende
Reinigung erreicht werden, selbst wenn in der Garnitur bei der Verarbeitung von Kunstfasern
enstehende Schmelzprodukte im Bereich des Gassengrundes haften. Diese Wirkungen können
sowohl bei der Reinigung von solchen Garnituren erreicht werden, bei denen der Gassengrund
durch den Fuß eines wendelförmig aufgezogenen Sägezahndrahtes gebildet wird, als auch
bei der Reinigung von solchen Garnituren, bei denen der Sägezahndraht auf einen mit
Nuten versehenen Träger aufgezogen wird, so daß der Gassengrund zumindest teilweise
durch die Trägeroberfläche gebildet wird.
[0008] Dabei kann die erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung insbesondere bei der Reinigung
von Tambourgarnituren einer Krempelmaschine nicht nur alternativ, sondern auch zusätzlich
zu den bekannten Putzbürsten eingesetzt werden. Dabei kann eine Schonung der Garnitur
dadurch erreicht werden, daß beim zusätzlichen Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung
Putzbürsten mit weicheren Putzbürstenborsten zum Einsatz kommen können.
[0009] Zum Erhalt einer besonders guten Reinigung hat es sich als zweckmäßig erwiesen, wenn
das Reinigungselement an eine den Reinigungsabschnitt in Richtung auf den Gassengrund
drängende Vorspanneinrichtung gekoppelt ist, weil so selbst bei einer unregelmäßigen
Oberfläche des Gassengrundes eine zuverlässige Anlage des Reinigungsabschnittes am
Gassengrund gewährleistet werden kann, um so eine zufriedenstellende Reinigungswirkung
zu erzielen.
[0010] Dabei kann eine Beschädigung der Garnitur durch den Reinigungsvorgang zuverlässig
ausgeschlossen werden, wenn der Reinigungsabschnitt in einer der von der Vorspanneinrichtung
darauf ausgeübten Vorspannkraft entgegengesetzten Richtung bewegbar an einem Träger
gehalten ist. Auf diese Weise wird erreicht, daß der Reinigungsabschnitt bei Auftreten
hoher Widerstände während des Reinigungsvorgangs, die beispielsweise durch in die
Garniturgassen abgeknickte Sägezähne hervorgerufen werden können, in einer der Vorspannrichtung
entgegengesetzten Richtung ausweichen kann, um so eine übermäßige Belastung der Garnitur
durch den Reinigungsvorgang sowie ein Abschlagen des Reinigungsabschnitts zu verhindern.
[0011] Es hat sich gezeigt, daß die zuletzt beschriebene Ausführungsform der Erfindung in
konstruktiv besonders einfacher Weise verwirklicht werden kann, wenn der Reinigungsabschnitt
um eine etwa senkrecht zur Vorspannrichtung verlaufende Schwenkachse verschwenkbar
an dem Träger gehalten ist. Dabei kann ein besonders kompakter Aufbau unter gleichzeitiger
Gewährleistung einer einfachen Bedienbarkeit sichergestellt werden, wenn das Reinigungselement
einen um die Schwenkachse verschwenkbar gelagerten und sich beidseits der Schwenkachse
in einer etwa senkrecht dazu verlaufenden Richtung erstreckenden Hebel aufweist, der
einerseits der Schwenkachse mit dem Reinigungsabschnitt und andererseits der Schwenkachse
mit einem Ankopplungsbereich zum Ankoppeln der Vorspanneinrichtung versehen ist. Bei
dieser Ausführungsform der Erfindung kann die Vorspanneinrichtung in besonders einfacher
Weise in Form einer einerseits einem Träger und andererseits an dem Ankopplungsbereich
festgelegten Feder, vorzugsweise einer Zugfeder, besonders bevorzugt einer Schraubenfeder
gebildet sein.
[0012] Für den Fall, daß der Reinigungsabschnitt auf einen beispielsweise in Form eines
abgebogenen Sägezahns der Garnitur vorliegenden Widerstand in den Garniturgassen trifft
und eine Ausweichbewegung des Reinigungsabschnittes nicht in der gewünschten Form
stattfindet, beispielsweise wenn der Reinigungsabschnitt in der Garniturgasse verkantet
ist, hat es sich zur Ermöglichung einer Fortsetzung des Reinigungsvorganges als besonders
zweckmäßig erwiesen, wenn die erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung ein Betätigungselement
aufweist, mit dem der Reinigungsabschnitt gegen die Vorspannkraft der Vorspanneinrichtung
vom Gassengrund abziehbar ist. Auf diese Weise kann erreicht werden, daß der Reinigungsvorgang
durch manuellen Eingriff über das Betätigungselement fortgesetzt wird. Dazu kann das
Betätigungselement in einer konstruktiv besonders einfachen Weise besonders kompakt
aufgebaut werden, wenn es einen um eine sich vorzugsweise etwa senkrecht zur Schwenkachse
erstreckende Drehachse drehbar an dein Träger festgelegten und an den Hebel des Reinigungselementes
gekoppelten Exzenterhebel aufweist. Mit einem derartigen Exzenterhebel wird ein störungsfreies
Abziehen des Reinigungsabschnittes vorn Gassengrund durch eine einfache Drehbewegung
ermöglicht, mit der gleichzeitig über die von dem Exzenterhebel hervorgebrachte Hebelwirkung
eine auch stärkere Klemmkräfte überwindende Abziehkraft auf den Reinigungsabschnitt
übertragen wird.
[0013] Zur Reinigung einer üblicherweise in Form eines auf eine Kreiszylindermantelfläche
eines Garniturträgers wendelförmig aufgezogenen Sägezahndrahtes gebildeten Garnitur
eines Tambours einer Krempelmaschine oder Karde hat es sich als besonders zweckmäßig
erwiesen, wenn der Reinigungsabschnitt in radialer Richtung in die zwischen den einzelnen
durch die Wendel des Sägezahndrahtes verwirklichten Sägezahndrahtabschnitten gebildeten
Garniturgassen gedrängt wird und dann während des eigentlichen Reinigungsvorgangs
ohne Versatz in Umlaufrichtung des Tambours im Verlauf einer Umlaufbewegung des Tambours
in axialer Richtung von der Garnitur mitgeführt wird, um so eine vollständige Reinigung
der Garnitur ohne die Notwendigkeit der Bereitstellung eines eigenen Antriebselementes
für die Reinigungsvorrichtung zu ermöglichen. Zu diesem Zweck ist der Reinigungsabschnitt
zweckmäßigerweise in einer sich quer zur Längsrichtung der damit zu reinigenden Sägezahndrahtabschnitte
erstreckenden Verschiebungsrichtung verschiebbar gelagert.
[0014] Diese verschiebbare Lagerung des Reinigungsabschnittes kann konstruktiv besonders
einfach verwirklicht werden, wenn das Reinigungselement an einem vorzugsweise durch
den Träger gebildeten Schlitten gehalten ist, der längs eines sich parallel zur Verschiebungsrichtung
erstreckenden, vorzugsweise in Form eines Aluminium-Strangpreßprofiles gebildeten
Führungselementes verschiebbar ist.
[0015] Mit einem derartigen Schlitten kann eine besonders reibungsarme Verschiebung des
Schlittens und damit auch des Reinigungsabschnittes in der Verschiebungsrichtung bewirkt
werden, wenn der Schlitten mindestens eine um eine sich senkrecht zur Verschiebungsrichtung
verlaufende Rollenachse drehbar gelagerte und an eine Führungsfläche des Führungselementes
anlegbare Führungsrolle aufweist, wobei die Führungsfläche vorzugsweise eine äußere
Begrenzungsfläche des Führungselementes bildet.
[0016] Mit der zuletzt beschriebenen Anordnung kann eine besonders stabile und gleichzeitig
reibungsarme Führung des Schlittens erreicht werden, wenn dieser mindestens zwei,
vorzugsweise mindestens drei, besonders bevorzugt mindestens vier jeweils an eine
Führungsfläche des Führungselementes anlegbare Führungsrollen aufweist, wobei die
einzelnen Führungsflächen vorzugsweise jeweils einen Winkel von etwa 90° miteinander
einschließen. Das bedeutet, daß bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung das Führungselement einen quadratischen oder rechteckigen Querschnitt in
einer senkrecht zur Verschiebungsrichtung verlaufenden Schnittebene aufweist und an
jeder der jeweils einen Winkel von 90° miteinander einschließenden Außenflächen des
Führungselementes mindestens eine Führungsrolle anliegt.
[0017] Unter Verwendung eines über Führungsrollen an dem Führungselement anliegenden Schlittens
kann eine Verkippung des Schlittens und damit auch des Reinigungsabschnittes um eine
senkrecht zur Verschiebungsrichtung verlaufenden Kippachse zuverlässig verhindert
werden, wenn der Schlitten mindestens zwei in der Verschiebungsrichtung voneinander
beabstandete, vorzugsweise an dieselbe Führungsfläche anlegbare Führungsrollen aufweist.
[0018] Ein zum Ankoppeln einer Mehrzahl von an jeweils einen Winkel von 90° miteinander
einschließenden Führungsflächen anlegbaren Führungsrollen geeigneter Schlitten einer
erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung kann konstruktiv besonders einfach hergestellt
werden, wenn er mindestens ein zwei einen Winkel von etwa 90° miteinander einschließende
Schenkel aufweisendes und sich in der Verschiebungsrichtung erstreckendes Winkelprofil
umfaßt, wobei an jedem Schenkel mindestens eine um eine sich senkrecht dazu erstreckende
Rollenachse drehbar gelagerte Führungsrolle angebracht ist.
[0019] Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der Schlitten
so angeordnet, daß er das Führungselement zumindest teilweise umgreift. Mit dieser
Anordnung kann das Führungselement auch noch zur Führung weiterer zur Aufbereitung
der Garnitur einsetzbarer Bearbeitungswerkzeuge, wie etwa eines Schleifelementes,
eingesetzt werden, die zumindest teilweise in dem Führungselement aufgenommen sind
und während des Reinigungsbestriebs von dem den Reinigungsabschnitt tragenden Schlitten
übergriffen werden. Zur Führung dieser weiteren Bearbeitungswerkzeuge weist das Führungselement
zweckmäßigerweise eine vorzugsweise von dem Schlitten übergriffene Führungsnut auf.
Falls zum Betrieb des zusätzlichen Bearbeitungswerkzeuges, wie etwa eines in der DE
196 05 635 C2 offenbarten Schleifkopfes eine zusätzliche Antriebseinrichtung erforderlich
ist, kann ein besonders kompakter Aufbau erreicht werden, wenn das Führungselement
in Form eines Hohlprofils gebildet ist und die Führungsnut in einen das Führungselement
in Längsrichtung bzw. der Verschiebungsrichtung durchsetzenden Hohlraum mündet, weil
bei dieser Anordnung wesentliche Bestandteile der Antriebseinrichtung, wie etwa ein
an das zusätzliche Bearbeitungswerkzeug gekoppelter Antriebsriemen, innerhalb des
Hohlraums untergebracht werden können.
[0020] Wie vorstehend bereits erläutert, kann die erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung
so betrieben werden, daß sie in Umfangsrichtung des Tambours einer Krempelmaschine
oder Karde nicht bewegt wird und auch in radialer Richtung des Tambours nur eine durch
die Vorspanneinrichtung hervorgebrachte Bewegung ausgeführt wird. Für diese Betriebsweise
der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung ist zweckmäßigerweise eine bezüglich einem
Rahmen einer die Sägezahn-Ganzstahlgarnitur aufweisenden Maschine, wie etwa einer
Krempelmaschnine, festlegbare Zustelleinrichtung vorgesehen, mit der der Reinigungsabschnitt
in Richtung auf die Garnitur zustellbar ist. Im Rahmen dieser Erfindung einsetzbare
Zustelleinrichtungen sind beispielsweise in der DE 196 05 635 C2 beschrieben. Der
Offenbarungsgehalt dieser Schrift hinsichtlich der darin beschriebenen Zustelleinrichtungen
wird hiermit durch ausdrückliche Inbezugnahme in diese Beschreibung aufgenommen.
[0021] Die für die Reinigung einer Sägezahn-Ganzstahlgarnitur unter Verwendung einer erfindungsgemäßen
Reinigungsvorrichtung benötigte Zeit kann erheblich verkürzt werden, wenn die Reinigungsvorrichtung
eine Mehrzahl von in einer quer zur Längsrichtung der Sägezahndrahtabschnitte voneinander
beabstandeten Reinigungsabschnitten aufweist. Diese Ausführungsform der Erfindung
kann mit besonderem Vorteil für die Reinigung von Sägezahn-Ganzstahlgarnituren eingesetzt
werden, die durch eine mehrgängige Bewicklung erhalten wurden, wie sie beispielsweise
in der DIN ISO 5234 beschrieben sind.
[0022] Eine erhöhte Betriebszuverlässigkeit kann beim Einsatz der erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung
erhalten werden, wenn der Reinigungsabschnitt nicht nur in einer der Vorspannkraft
der Vorspanneinrichtung entgegengesetzten Richtung bewegbar ist, sondern auch noch
aus einem elastisch verformbaren Material hergestellt ist. Daher ist bei einer besonders
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung mindestens einer der Reinigungsabschnitte
aus einem Federstahl hergestellt.
[0023] Wie der vorstehenden Beschreibung zu entnehmen ist, zeichnet sich ein erfindungsgemäßes
Verfahren zum Reinigen einer Sägezahn-Ganzstahlgarnitur unter Verwendung der erfindungsgemäßen
Reinigungsvorrichtung im wesentlichen dadurch aus, daß ein Reinigungsabschnitt der
Reingungsvorrichtung in eine zwischen benachbarten Sägezahndrahtabschnitten der Garnitur
gebildete Garniturgasse eingeführt und zur Anlage an dem Gassengrund gebracht wird,
wonach eine Relativbewegung zwischen der Garnitur und dem Reinigungsabschnitt ausgelöst
wird, um so Verunreinigungen vom Gassengrund abzuheben und aus der Garnitur zu entfernen.
Dabei wird die Relativbewegung zwischen dem Reinigungsabschnitt und der Garnitur bei
der Reinigung einer auf den Tambour einer Krempelmaschine oder Karde aufgezogenen
wendelförmig umlaufenden Sägezahn-Ganzstahlgarnitur zweckmäßigerweise dadurch hervorgebracht,
daß der Tambour in eine Umlaufbewegung versetzt wird, während der Reinigungsabschnitt
in Umlaufrichtung festgehalten und in axialer Richtung des Tambours von dem wendelförmig
umlaufenden Sägezahndraht mitgeführt wird.
[0024] Nachstehend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung, auf die hinsichtlich
aller erfindungswesentlichen und in der Beschreibung nicht näher herausgestellten
Einzelheiten ausdrücklich verwiesen wird, erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung,
- Fig. 2
- eine längs der in Fig. 1 angegebenen Schnittebene I-I genommene Schnittansicht der
in Fig. 1 dargestellten Reinigungsvorrichtung und
- Fig. 3
- eine längs der in Fig. 2 angegebenen Schnittebene A-A genommene Schnittansicht des
Reinigungsabschnittes der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Reinigungsvorrichtung.
- Fig. 4
- eine zur Erläuterung der Anbringung und Einrichtung der in den Fig. 1 bis 3 dargestellten
Reinigungsvorrichtung im Bereich des Tambours einer Krempelmaschine dienende Darstellung.
[0025] Die in der Zeichnung dargestellte Reinigungsvorrichtung besteht im wesentlichen aus
einer in Form eines Aluminium-Strangpreßprofils gebildeten Führungsschiene 10, einem
in den durch den Doppelpfeil 21 bezeichneten Richtungen längs der Führungsschiene
10 verschiebbaren Schlitten 20 und einem an dem Schlitten 20 angebrachten Reinigungselement
40.
[0026] Wie besonders deutlich in Fig. 2 dargestellt, ist die Führungsschiene 10 in Form
eines Hohlprofils mit im wesentlichen quadratischem Querschitt und einem die Führungsschiene
10 in Längsrichtung durchsetzenden Hohlraum 11 gebildet. In den jeweils einen Winkel
von etwa 90° miteinander einschließenden Außenflächen 12, 14, 16 und 18 des Hohlprofils
10 sind sich etwa in Längsrichtung der Führungsschiene 10 erstreckende Nuten 12b,
14b, 16b und 18b mit etwa T-förmigem Querschnitt angebracht. Diese Nuten dienen zum
Festlegen von weiteren Führungselementen, Anschlagelementen od. dgl. an der Führungsschiene,
wie beispielhaft anhand des an der Außenfläche 18 in der Nut 18b festgelegten Anschlagelementes
18c angedeutet. Daneben dienen diese Nuten auch noch zur Befestigung der Führungsschiene
an der Maschine, wie etwa einer Krempelmaschine, oder einem Reinigungsgestell über
darin aufgenommene T-Nutensteine und einen Zustellschlitten, wie nachstehend noch
anhand der Fig. 4 erläutert wird.
[0027] Darüber hinaus ist in der Außenfläche 14 der Führungsschiene 10 auch noch eine zwischen
den Nuten 14b mit T-förmigem Querschnitt angeordnete und in den die Führungsschiene
10 durchsetzenden Hohlraum 11 mündende Führungsnut 19 angeordnet. Diese Führungsnut
19 dient zur Führung eines beispielsweise in der DE 196 05 635 C2 beschriebenen Schleifkopfes
einer Vorrichtung zum Schleifen von Garnituren, deren Antriebsriemen in der Ausnehmung
11 untergebracht ist.
[0028] Der Schlitten 20 der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Reinigungsvorrichtung umgreift
die Außenflächen 12, 14 und 16 der Führungsschiene 10 vollständig und weist darüber
hinaus auch noch eine an einer Führungsfläche 18a der Außenfläche 18 anliegende Führungsrolle
36b auf. Der Schlitten 20 besteht im wesentlichen aus drei Winkelprofilen 22, 24 und
26, von denen jedes zwei einen Winkel von etwa 90° miteinander einschließende Schenkel
22a, 22b, 24a, 24b bzw. 26a, 26b aufweist. Der Scheitel des Winkelprofils 22 erstreckt
sich längs der den Übergang zwischen der Außenfläche 12 und der Außenfläche 14 bildenden
Kante der Führungsschiene 10. In ähnlicher Weise erstreckt sich der Scheitel des Winkelprofils
24 längs der den Übergang zwischen der Außenfläche 14 und der Außenfläche 16 bildenden
Kante der Führungsschiene 10, während sich der Scheitel des Winkelprofils 26 längs
der den Übergang zwischen der Außenfläche 16 und der Außenfläche 18 bildenden Kante
erstreckt. Dabei verlaufen die Schenkel 22a, 22b, 24a, 24b bzw. 26a, 26b der Winkelprofile
22, 24 und 26 jeweils etwa parallel zu den angrenzenden Außenflächen 12, 14, 16 und
18, wobei die einzelnen Schenkel eine Verlängerung dieser Außenflächen bilden.
[0029] Neben den Winkelprofilen 22, 24 und 26 weist der Schlitten 20 auch noch einen sich
längs der den Übergang zwischen der Außenfläche 18 und der Außenfläche 12 bildenden
Kante erstreckenden Steg 28 auf, der eine Verlängerung der Außenfläche 18 bildet,
so wie sich etwa senkrecht zur Längsrichtung der Führungeschiene erstreckende Verbindungsstreben
23, 25 und 27 zwischen dem Steg 28 dem Winkelprofil 22, dem Winkelprofil 22 und dem
Winkelprofil 24 bzw. dem Winkelprofil 24 und dem Winkelprofil 26. An den in Längsrichtung
der Führungsschiene 10 betrachtet äußeren Enden des Steges 28 und der Schenkel 22a,
22b, 24a, 24b bzw. 26a und 26b der Winkelprofile 22, 24, und 26 sind Führungsrollen
38, 32a, 32b, 34a, 34b bzw. 36a und 36b angebracht, die jeweils um eine senkrecht
zu dem Steg 28 bzw. den entsprechenden Schenkeln 22a, 22b, 24a, 24b bzw. 26a und 26b
der Winkelprofile 22, 24, 26 verlaufende Rollenachsen drehbar gelagert sind.
[0030] Jede der Führungsrollen 38, 32a, 32b, 34a, 34b bzw. 36a und 36b liegt an einer unmittelbar
an jeweils eine der Kanten der Führungsschiene 10 angrenzenden Führungsfläche 12a,
14a, 16a bzw. 18a der Außenflächen 12, 14, 16 bzw. 18 der Führungsschiene 10 an. Dabei
sind die Führungsflächen 12a, 14a, 16a und 18a jeweils zwischen den in den entsprechenden
Außenflächen 12, 14, 16 und 18 angeordneten Nuten 12b, 14b, 16b und 18b und den den
Übergang zwischen einzelnen Außenflächen bildenden Kanten der Führungsschiene angeordnet.
Dadurch wird eine sichere Führung des Schlittens 20 längs der Führungsschiene 10 auch
dann sichergestellt, wenn in den Nuten 12b, 14b, 16b und 18b weitere Führungselemente
od. dgl. angeordnet sind. Weiter wird durch die Anbringung von jeweils mindestens
zwei Führungsrollen an jedem Schenkel der Winkelprofile 22, 24, 26 bzw. an dem Steg
28, die in Längsrichtung der Führungsschiene 10 gegeneinander versetzt angeordnet
sind (vgl. Fig. 1), erreicht, daß der Schlitten 20 insgesamt gegen Verkippungen um
eine senkrecht zur Führungsschiene 10 verlaufende Kippachse gesichert ist. Wie aus
einer Zusammenschau der Fig. 1 und 2 hervorgeht, sind an den Schenkeln 26a und 26b
auch noch zwei weitere Führungsrollen 36a, 36b zwischen den äußeren Führungsrollen
angebracht, um so eine weitere Sicherung der Führung des Schlittens 20 zu ermöglichen.
[0031] Das Reinigungselement 40 besteht im wesentlichen aus einem L-förmigen Hebel 40 und
einer Reinigungsklinge 56. Der längere Schenkel 44 des L-förmigen Hebels 42 erstreckt
sich etwa parallel zur Außenfläche 14 und senkrecht zur Längsrichtung der Führungsschiene
10. Der kürzere Schenkel 46 ist etwa im Bereich des Zentrums der Außenfläche 14 feststehend
am längeren Schenkel 44 des Hebels 42 angebracht und erstreckt sich etwa Senkrecht
dazu und senkrecht zur Längsachse der Führungsschiene 10 von der Führungsschiene 10
weg in Richtung auf eine in Fig. 2 nur schematisch angedeutete Garnitur 100 des Tambours
einer Karde. Dazu ist die Führungsschiene 10 über eine in der Zeichnung nicht näher
dargestellte Zustelleinrichtung an einem Rahmen der Karde befestigt, so daß sie sich
etwa parallel zur Zylinderachse des Tambours erstreckt.
[0032] Die Reinigungsklinge 56 ist an dem dem längeren Schenkel 44 abewandten Ende des kürzeren
Schenkels 46 des Hebels 42 angebracht, so daß sie sich etwa in Längsrichtung des die
Garnitur 100 bildenden und einen Garniturträger wendelförmig umlaufenden Sägezahndrahtes
erstreckt. Die Abmessungen der Reinigungsklinge 56 sind dabei so gewählt, daß sie
in die zwischen den einzelnen Windungen der Garnitur gebildeten Garniturgasse bis
zum Gassengrund eintauchen kann. Wie besonders deutlich in Fig. 3 dargestellt, ist
die Reinigungsklinge 56 mit einer den kürzeren Schenkel 46 des Hebels 42 durchsetzenden
Klemmschraube 59 und einem Klemmstück 58 an dem Hebel 42 befestigt.
[0033] Aus einer Zusammenschau der Fig. 1 und 2 geht hervor, daß der längere Schenkel 44
des L-förmigen Hebels über einen ihn durchdringenden und in der Verbindungsstrebe
25 zwischen dem Winkelprofil 22 und dem Winkelprofil 24 aufgenommenen Gelenkbolzen
46a an den Schlitten 20 angelenkt ist. Dadurch wird erreicht, daß der Hebel 42 insgesamt
um eine parallel zur Längsachse der Führungsschiene 10 verlaufende Schwenkachse 46b
verschwenkbar an den Schlitten 20 angelenkt ist. An seinem dem kürzeren Schenkel 46
abgewandten Ende ist der längere Schenkel 44 des Hebels 42 mit einer durch einen Schraubbolzen
gebildeten Ankopplungsbereich 50 für eine sich etwa senkrecht zur Längsachse der Führungsschiene
10 und senkrecht zum längeren Schenkel 44 des Hebels 42 erstreckenden Zugfeder 52
ausgestattet. Das andere Ende der Zugfeder 52 ist über einen Schraubbolzen 54 feststehend
an der Verbindungsstrebe 23 zwischen dem Steg 28 und dem Winkelprofil 22 befestigt.
Mit der Zugfeder 53 wird das obere Ende des Schenkels 44 des Hebels 42 in Richtung
auf den Schraubbolzen 54 gedrängt, wie durch den Pfeil 53a angezeigt. Gleichzeitig
wird die Reinigungsklinge 56 durch die Zugfeder 52 in Richtung auf die Garnitur 100
gedrängt, wie durch den Pfeil 53b angedeutet. Falls innerhalb der Garniturgasse der
zu reinigenden Garnitur 100 ein übermäßig hoher Widerstand auftritt, hebt sich die
Reinigungsklinge 56 gegen die Vorspannkraft der Zugfeder 52 automatisch vom Garniturgrund
ab.
[0034] Falls der Vorgang des automatischen Abhebens der Reinigungsklinge 56 vom Garniturgrund
durch eine übermäßige Klemmkraft behindert wird, kann die Reinigungsklinge 56 auch
noch mit einem insgesamt mit 60 bezeichneten Exzenterhebel aus der Garnitur 100 abgezogen
werden. Dieser Exzenterhebel umfaßt eine um eine senkrecht zur Schwenkachse 46 und
senkrecht zur Längsachse der Führungsschiene 10 exzentrisch drehbar gelagerte Exzenterscheibe
62 und einen in dieser Exzenterscheibe 62 festgelegten Griff 64. Die Exzenterscheibe
62 liegt an dem oberen Ende des längeren Schenkels 44 des Hebels 42 an. Daher kann
das obere Ende des längeren Schenkels 44 des Hebels 42 durch Drehen der Exzenterscheibe
62 in der der durch den Pfeil 53a bezeichneten Vorspannrichtung der Zugfeder 52 entgegengesetzten
Richtung bewegt werden, um so die Reinigungsklinge 56 vom Garniturgrund abzuheben.
Daneben wird der Exzenterhebel 60 auch noch zur Einleitung eines Reinigungsvorgangs
mit der in den Fig. 1 bis 3 dargestellten Reinigungsvorrichtung eingesetzt, wie im
folgenden anhand der Fig. 4 erläutert wird.
[0035] Gemäß Fig. 4 wird die in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Reinigungsvorrichtung zur
Ausführung eines Reinigungsvorganges über zwei an den axialen Enden der Führungsschiene
10 angebrachte und insgesamt mit 110 bezeichnete Befestigungseinrichtungen an dem
Maschinengestell, wie etwa dem Gestell einer Krempelmaschine oder einem speziellen
Reinigungsgestell befestigt. Dabei weist jede der Befestigungseinrichtungen 110 eine
feststehend an dem Maschinen- oder Reinigungsgestell festgelegte Halterung 112 sowie
einen insgesamt mit 114 bezeichneten Führungsschlitten auf. Der Führungsschlitten
114 umfaßt mindestens einen T-Nutenstein 118, der in einer der Nuten 16b in der Führungsschiene
10 aufgenommen ist. Des weiteren ist in dem Führungsschlitten 114 eine Gewindebohrung
115 (vgl. Fig. 4b) vorgesehen, in die eine drehbar an der Halterung 112 festgelegte
Stellschraube 116 eingreift. Mit Hilfe der Kombination aus Führungsschlitten 114 und
darin augenommener Stellschraube 115 kann die Führungsschiene 10 durch entsprechende
Betätigung der Stellschrauben 116 der an den beiden axialen Enden der Führungsschiene
10 angebrachten Befestigungseinrichtungen 110 genau parallel zur Zylinderachse der
Tambourgarnitur 100 ausgerichtet werden, indem die Führungsschiene 10 an ihren beiden
axialen Enden durch Betätigung der Stellschrauben 116 in radialer Richtung hin- und
herbewegt wird, wie durch den Doppelpfeil 119 in Fig. 4a angedeutet.
[0036] Während dieses Einrichtungsvorganges wird der Reinigungsabschnitt 56 des Reinigungselementes
40 durch Betätigen des Exzenterhebels 60 zurückgestellt, wie in Fig. 4a strichliert
dargestellt. Nach Einrichtung der Führungsschiene 10 wird der Schlitten 20 an eines
der axialen Enden der Garnitur 100 geschoben. Dann wird die Führungsschiene 10 und
damit auch der Reinigungsabschnitt 56 durch Betätigen der Stellschrauben 116 der Befestigungseinrichtungen
110 zugestellt, bis die Spitze des Reinigungsabschnitts 56 ein bis zwei Millimeter
über den Spitzen der Garnitur 100 liegt. Zur Überprüfung der richtigen Lage des Reinigungsabschnitts
56 bezüglich der Garnitur 100 kann eine in Fig. 4a mit 120 bezeichnete Tasterlehre
zwischen die Garnitur 100 und den Reinigungsabschnitt 56 geführt werden. Entsprechend
wird die andere Seite der Führungsschiene 10 zugestellt, indem der Schlitten 20 an
das andere axiale Ende der Führungsschiene 10 geschoben und der gerade beschriebene
Zustellvorgang wiederholt wird. Zum Einleiten des Reinigungsvorganges wird der Exzenterhebel
60 gedreht, so daß der Reinigungsabschnitt 56 in die Garniturgassen eintaucht. Darauf
wird die Garnitur 100 in eine Drehung versetzt, wie in Fig. 4a durch den Pfeil 122
dargestellt.
[0037] Während des Reinigungsvorganges einer durch einen einen Garniturträger wendelförmig
umlaufenden Sägezahndraht gebildeten Garnitur 100 wird die Reinigungsklinge 56 automatisch
von der Garnitur in einer parallel zur Wendelachse verlaufenden Richtung mitgeführt.
Das wird bei der anhand der Fig. 1 bis 3 erläuterten Vorrichtung durch die an den
Führungsflächen 12a, 14a, 16a und 18a anliegenden Führungsrollen 38, 32a, 32b, 34a,
34b, 36a und 36b in besonders reibungsarmer Weise erreicht, wobei eine weitere Reibungsverringerung
durch eine Kugellagerung der Führungsrollen an den entsprechenden Schenkeln der Winkelprofile
bzw. dem Steg 28 erreicht wird, wie beispielhaft in Fig. 2 für die Führungsrollen
36a und 36b dargestellt.
[0038] Durch den Aufbau des Schlittens 20 als die Führungsschiene 10 umgreifende Anordnung
kann weiter erreicht werden, daß die in der Zeichnung dargestellte Reinigungsvorrichtung
unter Verwendung derselben Führungsschiene einsetzbar ist, wie sie auch zum Nachschleifen
der Garnitur mit Hilfe einer in der DE 196 05 635 C2 beschriebenen Schleifvorrichtung
eingesetzt wird. Zu diesem Zweck muß lediglich der Schleifkopf der in der genannten
Schrift beschriebenen Vorrichtung von dem Schlitten der Schleifvorrichtung abgenommen
werden, während die gesamte Antriebseinrichtung der bekannten Schleifvorrichtung einschließlich
des ansonsten den Schleifkopf tragenden Schlittens innerhalb der Ausnehmung 11 der
Führungsschiene bzw. der in die Ausnehmung 11 mündenden Nut 19 verbleibt.
[0039] Die Erfindung ist nicht auf die anhand der Zeichnung erläuterte Ausführungsform beschränkt.
Vielmehr ist auch an den Einsatz von Reinigungsvorrichtungen mit einer Vielzahl von
Reinigungsklingen gedacht, von denen jede in eine zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Wendeln eines Sägezahndrahtes gebildete Garniturgasse eingreift. Ferner kann der Schlitten
20 zur Vereinfachung seines Aufbaus auch mit einfachen Führungselementen ausgestattet
werden, die gleitend an den Führungsflächen der Führungsschiene anliegen. Daneben
kann auch eine Führungsschiene mit rechteckigem, kreisförmigein, oder polygonalem
Querschnitt eingesetzt werden. Auch ist an eine Ausführungsform gedacht, bei der die
Reinigungsklinge über eine sich etwa parallel zum kürzeren Schenkel 46 des Hebels
42 erstreckende Druckfeder in die Garniturgassen gedrängt wird.
1. Vorrichtung zum Reinigen einer Sägezahn-Ganzstahlgarnitur (100) mit einer Anzahl von
nebeneinander angeordneten Sägezahndrahtabschnitten, wobei zwischen den Blättern benachbarter
Sägezahndrahtabschnitte eine sich von den Zahnspitzen der Sägezahndrahtabschnitte
bis zu einem Gassengrund erstreckende Garniturgasse gebildet ist, mit mindestens einem
zum Entfernen von Verunreinigungen aus den Garniturgassen betreibbaren Reinigungselement
(40), dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungselement (40) einen vorzugsweise in
Form einer Reinigungsklinge gebildeten, an den Gassengrund anlegbaren Reinigungsabschnitt
(56) aufweist.
2. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungselement
(40) an eine den Reinigungsabschnitt (56) in Richtung auf den Gassengrund drängende
Vorspanneinrichtung (52) gekoppelt ist.
3. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Reinigungsabschnitt
(56) in einer der von der Vorspanneinrichtung (52) darauf ausgeübten Vorspannkraft
entgegengesetzten Richtung bewegbar an einem Träger (20) gehalten ist.
4. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Reinigungsabschnitt
(56) um eine senkrecht zur Vorspannrichtung verlaufende Schwenkachse (46b) verschwenkbar
an dem Träger (20) gehalten ist.
5. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungselement
(40) einen um die Schwenkachse (46b) verschwenkbar gelagerten und sich beidseits der
Schwenkachse (46b) in einer etwa senkrecht dazu verlaufenden Richtung erstreckenden
Hebel (42) aufweist, der einerseits der Schwenkachse mit dem Reinigungsabschnitt (56)
und andererseits der Schwenkachse (46b) mit einem Ankopplungsbereich (50) zum Ankoppeln
der Vorpanneinrichtung (52) versehen ist.
6. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorspanneinrichtung
(52) eine einerseits an dem Träger (20) und andererseits an dem Ankopplungsbereich
(50) festgelegte Feder, vorzugsweise Schraubenfeder, besonders bevorzugt Zugfeder
aufweist.
7. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, gekennzeichnet durch ein Betätigungselement
(60), mit dem der Reinigungsabschnitt (56) gegen die Vorspannkraft der Vorspanneinrichtung
(52) vom Gassengrund abziehbar ist.
8. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Betätigungselement
(60) einen um eine sich vorzugsweise etwa senkrecht zur Schwenkachse (46b) erstreckende
Drehachse drehbar an dem Träger (20) festgelegten und an den Hebel (42) des Reinigungselementes
(40) gekoppelten Exzenterhebel aufweist.
9. Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Reinigungsabschnitt (56) in einer sich quer zur Längsrichtung der Sägezahndrahtabschnitte
erstreckenden Verschiebungsrichtung verschiebbar ist.
10. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Reinigungselement
(40) an einem vorzugsweise durch den Träger gebildeten Schlitten (20) gehalten ist,
der längs eines sich parallel zur Verschiebungsrichtung erstreckenden, vorzugsweise
in Form eines Aluminium-Strangpreßprofils gebildeten Führungselementes (10) verschiebbar
ist.
11. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten
(20) mindestens eine um eine sich senkrecht zur Verschiebungsrichtung verlaufende
Rollenachse drehbar gelagerte und an einer Führungsfläche (12a, 14a, 16a, 18a) des
Führungselementes (10) anlegbare Führungsrolle (32a, 32b, 34a, 34b, 36a, 36b, 38)
aufweist, wobei die Führungsfläche (12a, 14a, 16a, 18a) vorzugsweise eine äußere Begrenzungsfläche
des Führungselementes (10) bildet.
12. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten
(20) mindestens zwei, vorzugsweise mindestens drei, besonders bevorzugt mindestens
vier jeweils an eine Führungsfläche (12a, 14a, 16a, 18a) des Führungselementes (10)
anlegbare Führungsrollen (32a, 32b, 34a, 34b, 36a, 36b, 38) aufweist, wobei die einzelnen
Führungsflächen (12a, 14a, 16a, 18a) vorzugsweise jeweils einen Winkel von etwa 90°
miteinander einschließen.
13. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitten
(20) mindestens zwei in der Verschiebungsrichtung voneinander beabstandete, vorzugsweise
an dieselbe Führungsfläche (12a, 14a, 16a, 18a) anlegbare Führungsrolle (32a, 32b,
34a, 34b, 36a, 36b, 38) aufweist.
14. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlitten (20) mindestens ein zwei einen Winkel von etwa 90° miteinander einschließende
Schenkel (22a, 22b, 24a, 24b, 26a, 26b) aufweisendes und sich in der Verschiebungsrichtung
erstreckendes Winkelprofil (22, 24, 26) umfaßt, wobei an jedem Schenkel (22a, 22b,
24a, 24b, 26a, 26b) mindestens eine um eine sich senkrecht dazu erstreckende Rollenachse
drehbar gelagerte Führungsrolle (32a, 32b, 34a, 34b, 36a, 36b) angebracht ist.
15. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlitten (20) das Führungselement (10) zumindest teilweise umgreift.
16. Reinigungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß das Führungselement (10) eine vorzugsweise von dem Schlitten (20) übergriffene
Führungsnut (19) aufweist.
17. Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungselement
in Form eines Hohlprofils gebildet ist und die Führungsnut (19) in einen das Führungselement
(10) in Längsrichtung durchsetzenden Hohlraum (11) mündet.
18. Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch
eine bezüglich einem Rahmen einer die Sägezahn-Ganzstahlgarnitur (100) aufweisenden
Maschine festlegbare Zustelleinrichtung, mit der der Reinigungsabschnitt (56) in Richtung
auf die Garnitur (100) zustellbar ist
19. Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch
eine Mehrzahl von in einer quer zur Längsrichtung der Sägezahndrahtabschnitte verlaufenden
Richtung voneinander beabstandeten Reinigungsabschnitten.
20. Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens einer der Reinigungsabschnitte aus einem Federstahl gebildet ist.
21. Verfahren zum Reinigen einer Sägezahn-Ganzstahlgarnitur mit einer Vorrichtung nach
einem der vorhergehenden Ansprüche.