[0001] Die Erfindung betrifft eine elektrostatische Druckhilfe.
[0002] Elektrostatische Druckhilfen zur Unterstützung des Übergangs von Druckfarbe sind
in einer Vielzahl von Ausführungsformen bekannt. Werden solche Druckhilfen bei Druckfarben
verwendet, die ein brennbares Lösungsmittel aufweisen, sind zur Vermeidung von Bränden
und Explosionen Massnahmen zu treffen, die eine Zündung des entstehenden Gemisches
des Lösungsmittels mit Luft verhindern. In einer solchen explosionsgefährdeten Umgebung
unterliegt die elektrostatische Druckhilfe besonderen Sicherheitsvorkehrungen.
[0003] Die Spannungsübertragung erfolgt mit bekannten elektrostatischen Druckhilfen über
normale Spannungsübertragungseinrichtungen wie Corona-Elektroden und Rotationstransformatoren.
Die Sicherheitsanforderungen für den Betrieb solcher Spannungsübertragungseinrichtungen
in explosionsgefährdeter Umgebung erfordern aufwendigere und kompliziertere Konstruktionen
dieser Spannungsübertragungseinrichtungen.
[0004] Eine weitere bekannte Ausführung sieht die Kapselung der Spannungsübertragungseinrichtung
mittels einer Druckluftschleuse vor (US-PS 4,966,555), was ebenfalls zu einer komplizierten
Konstruktion und einem aufwendigen Betrieb führt.
[0005] Eine bekannte gattungsgemäße , sogenannte eigensichere elektrostatische Druckhilfe
(US-PS 4,360,850) gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 erreicht die erforderliche
Sicherheit durch die Überwachung der ohmschen Leitfähigkeit einer an den Hochspannungsgenerator
angeschlossenen Impedanz. Überschreitet diese Leitfähigkeit einen vorgegebenen Grenzwert,
wird die Ausgangsspannung des Hochspannungsgenerators abgeschaltet. Das bedeutet,
dass für die Sicherheit im explosionsgefährdeten Bereich ein an den Generator angeschlossener
Verbraucher einen vorgegebenen minimalen Widerstandswert nicht unterschreiten darf.
[0006] Bei dem Verbraucher der elektrostatischen Druckhilfe handelt es sich um eine mit
einem elektrisch leitfähig beschichteten Belag versehene Walze, den sogenannten Presseur.
Die Leitfähigkeit der Beschichtung ist damit entscheidend für die sichere Funktion
des bekannten Generators. Es hat sich aber ezeigt, dass sich die elektrische Leitfähigkeit
solcher Walzenbeschichtungen bei der Herstellung nur mit grossen Toleranzen einstellen
lässt. Dazu kommt eine hohe Temperatur- und Alterungsabhängigkeit dieser Leitfähigkeit.
[0007] In der Praxis sind bei dem bekannten System für einen störungsfreien Betrieb daher
Walzenbeschichtungen erforderlich, deren Leitfähigkeit um ein Vielfaches unter der
sicherheitstechnisch erforderlichen Leitfähigkeitsgrenze liegt. Bei diesen geringen
Leitfähigkeiten kann mit dem bekannten System häufig kein ausreichender Nutzeffekt
mehr erreicht werden.
[0008] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine elektrostatische Druckhilfe
gemäss dem Oberbegriff des Hauptanspruchs für den Einsatz in einer explosionsgefährdeten
Umgebung einfacher in Ausbildung und effektiver im Betrieb auszugestalten, ohne dass
hierbei die Sicherheit gefährdet wäre und ohne dass Sicherheit und Funktionsfähigkeit
von der in weiten Bereichen streuenden elektrischen Leitfähigkeit des an die Druckhilfe
angeschlossenen Verbrauchers abhängen.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch den Gegenstand des Hauptanspruchs gelöst.
[0010] Es wird also nach Lehre der Erfindung ein Hochspannungsgenerator mit einer maximalen
Ausgangsleistung bereitgestellt, so dass die Spannungsübertragungseinrichtung möglichst
einfach ausgestaltet sein kann, beispielsweise als Schleifring-Bürste, als Kontaktrolle
oder -feder oder elektrisch leitendes Kugellager. Es müssen also im Gegensatz zum
Stand der Technik nicht komplizierte und aufwendig gekapselte Spannungsübertragungseinrichtungen
vorhanden sein. Vielmehr sind alle direkten Ladungsübertragungseinrichtungen möglich,
wie sie als Stand der Technik bislang ausserhalb des explosionsgefährdeten Bereichs
bereits Einsatz finden. Auch sind keine die Funktionsfähigkeit beeinträchtigenden
Einschränkungen bezüglich der elektrischen Leitfähigkeit eines angeschlossenen Verbrauchers
zu berücksichtigen.
[0011] Damit lassen sich Beschichtungen für den Presseur in einem wesentlich grösseren Leitfähigkeitsbereich
verwenden, was der technischen Realität bei der Herstellung solcher Beschichtungen
näherkommt und den Einsatz einer elektrostatischen Druckhilfe erweitert.
[0012] Der Hochspannungsgenerator mit einstellbarer oder nicht einstellbarer, in jedem Falle
jedoch maximaler elektrischer Ausgangsleistung weist hierbei in zweckmässiger Ausgestaltung
eine Spannungsbegrenzung für die maximale Spannung und/oder eine Strombegrenzung für
den maximalen Strom auf. In besonders zweckmässiger Ausgestaltung sind Spannungs-
und Strombegrenzung redundant ausgeführt, wobei die Sicherheit selbst dann gegeben
ist, wenn ein oder zwei voneinander unabhängige Fehler in der Spannungsbegrenzungseinrichtung
und/oder der Strombegrenzungseinrichtung auftreten sollten.
[0013] Weitere zweckmässige Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0014] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung
näher erläutert, die ein schematisches Schaltbild der Erfindung zeigt.
[0015] Mit 3 ist ein Hochspannungsgenerator zur Erzeugung einer elektrostatischen Hochspannung
gezeigt, der über seine Ausgangsanschlüsse 31, 32 an eine als elektrische Schleifbürste
ausgebildete, insgesamt mit 2 bezeichnete Spannungsübertragungseinrichtung angeschlossen
ist, die an der Welle 11 des mit 1 bezeichneten Presseur angreift. Der Presseur ist
mit einer elektrisch leitfähigen Beschichtung 12 als Mantel versehen, die die elektrische
Ladung an die zwischen Presseur und einem geerdetem Druckzylinder 4 befindliche zu
bedruckende Bahn 5 leitet. Mit 100 ist der Bereich gekennzeichnet, der aufgrund der
lösungsmittelhaltigen Lufte explosionsgefährdet ist.
[0016] Der Hochspannungsgenerator 3 weist eine Spannungseinrichtung 33 zur Erzeugung einer
einstellbaren Hochspannung auf, an deren einen Anschluss hintereinander geschaltet
drei Strombegrenzungseinrichtungen 34 angeordnet sind. Hinter dieser Serienschaltung
von Strombegrenzungseinrichtungen 34 ist die Parallelschaltung von drei Spannungsbegrenzern
35 für die insgesamt mit 36 bezeichnete Hochspannung an den elektrischen Ausgangsanschlüssen
31, 32 der Hochspannungseinrichtung 3 vorgesehen. Mit dieser jeweils dreifach redundanten
Beschaltung wird die Ausgangsleistung der Hochspannung 36 auf einen Maximalwert begrenzt.
[0017] Somit ist sichergestellt, dass die in den explosionsgefährdeten Bereich geführte
elektrische Ladung unabhängig von der ohmschen Leitfähigkeit der Beschichtung des
Presseurs eine Zündung der lösungsmittelhaltigen Luft nicht ermöglicht.
1. Elektrostatische Druckhilfe zur Unterstützung des Übergangs von Druckfarbe mit brennbaren
Lösungsmitteln beim Drucken mit einem Hochspannungsgenerator (3) zur Erzeugung einer
elektrostatischen Hochspannung (36) an seinen Ausgangangsanschlüssen (31,32) und mit
einer Spannungsübertragungseinrichtung (2) für die Übertragung der Hochspannung (36)
auf einen mit der zu bedruckenden Bahn (5) in Kontakt stehenden Presseur (1) oder
eine Platte dadurch gekennzeichnet, dass der Hochspannungsgenerator (3) mit einer
einstellbaren Begrenzungseinrichtung für dessen Ausgangsleistung versehen ist und
dass die Spannungsübertragungseinrichtung (2) Schleifringe, Schleifbürsten, Kontaktrollen,
Kontaktfedern und/oder elektrisch leitende Wälz- oder Kugellager aufweist.
2. Druckhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die maximale elektrische
Energie der Ausgangsleistung 350 mJ nicht übersteigt.
3. Druckhilfe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Hochspannungsgenerator
(3) einen oder mehrere parallell zu den Ausgangangsanschlüssen (31,32) geschaltete
Spannungsbegrenzer (35) für die elektrostatische Hochspannung (36), vorzugsweise bis
3000 V, und/oder eine oder mehrere in Serie zu den Ausgangangsanschlüssen (31,32)
geschaltete Strombegrenzungseinrichtungen (34), vorzugseise bis 12 mA aufweist.
4. Druckhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hochspannungsgenerator
(3) eine von der sicherheitstechnisch relevanten Spannungsbegrenzungseinrichtung (35)
unabhängige, einstellbare weitere Spannungsbegrenzungseinrichtung aufweist.
5. Druckhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hochspannungsgenerator
(3) einen von der sicherheitstechnisch relevanten Strombegrenzungseinrichtung (34)
unabhängigen, einstellbare weiteren Strombegrenzer aufweist.