[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Waschen der Mantelfläche eines Zylinders
einer Rotationsdruckmaschine mit einer durch einen Drehantrieb antreibbaren Waschwalze,
die in einer uni eine zur Waschwalze parallele Achse schwenkbaren Lagerung gelagert
und durch Schwenken der Lagerung um einen Schwenkwinkel gegenüber der Mantelfläche
des Zylinders verstellbar ist.
[0002] Bei einer aus DE 44 29 047 A1 bekannten Vorrichtung der angegebenen Art hat die Waschwalze
in angestellter Position eine als Stirnradantrieb ausgebildete Antriebsverbindung
zum Zylinder. Die Stirnräder befinden sich an einer Stirnseite des Zylinders und der
Waschwalze. Hierbei kann die Waschwalze nicht angetrieben werden, wenn sie vom Zylinder
abgestellt ist.
[0003] Es ist auch eine Waschvorrichtung für Rotationsdruckmaschinen bekannt, bei der die
Waschwalze von einem Antriebsmotor angetrieben wird. Der Antriebsmotor ist hierbei
an dem schwenkbaren Gehäuse befestigt, in dem die Waschwalze gelagert ist. Dies führt
zu einem relativ hohen Gewicht der Waschvorrichtung, was bei einem gelegentlichen
Aus- und Einbau der Waschvorrichtung als nachteilig anzusehen ist.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, bei der die Waschwalze durch einen einfachen, von der jeweiligen
Stellung der Schwenklagerung unabhängigen Antrieb antreibbar ist, und bei der der
Aus- und Einbau der Waschvorrichtung nicht den Aus- und Einbau eines Antriebsmotors
erfordert.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Drehantrieb einen getrennt
von der schwenkbaren Lagerung am Maschinenständer angeordneten Antriebsmotor aufweist,
daß der Antriebsmotor über ein Zugmittelgetriebe mit der Welle der Waschwalze verbunden
ist und daß das Zugmittelgetriebe zwei in der Nähe der Schwenkachse der Schwenklagerung
und symmetrisch zur Winkelhalbierenden des Schwenkwinkels angeordnete Führungselemente
aufweist, an denen die beiden Trums des Zugmittels in den vom Schwenkwinkel bestimmten
Stellungen der Waschwalze anliegen.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Waschvorrichtung kann die Waschwalze in jeder Stellung
durch einen separaten Antriebsmotor angetrieben werden. Die Trennung des Antriebsmotors
von dem schwenkbar gelagerten Teil der Waschvorrichtung erleichtert den Aus- und Einbau
derselben durch Verringerung des Gewichts und eine verbesserte Zugänglichkeit ihrer
einzelnen Komponenten. Der Antriebsmotor kann an vergleichsweise beliebiger Stelle
im Seitenständer der Druckmaschine angeordnet werden, so daß zur Verfügung stehender
Einbauraum vorteilhaft genutzt werden kann. Durch die erfindungsgemäße Gestaltung
des Zugmittelgetriebes wird weiterhin ein automatischer Ausgleich der Änderung des
Achsabstands zwischen der Welle der Waschwalze und der Motorwelle erreicht, so daß
keine automatischen Spannvorrichtungen zur Konstanthaltung der Zugmittelspannung notwendig
sind. Die erfindungsgemäße Gestaltung des Zugmittelgetriebes ist einfach und benötigt
vor allem in axialer Richtung nur geringen Bauraum, da keine Zwischenwelle vorgesehen
ist.
[0007] Ein größerer Spielraum hinsichtlich der Anordnung des Antriebsmotors kann nach einem
weiteren Vorschlag der Erfindung dadurch erreicht werden, daß zwischen dem Antriebsmotor
und den Führungselementen Umlenkelemente zur Umlenkung des Zugmittels vorgesehen sind.
Durch derartige Umlenkelemente kann das Zugmittel bei geringem Platzbedarf in die
jeweils geeignete Richtung umgelenkt werden. Die Führungselemente und die Umlenkelemente
weisen vorzugsweise drehbare Rollen auf, an denen das Zugmittel abrollt. Das Zugmittelgetriebe
kann erfindungsgemäß ein Riemengetriebe, insbesondere ein Zahnriemengetriebe oder
ein Kettengetriebe sein. Um das Zugmittel auf einfache Weise spannen zu können, kann
weiterhin vorgesehen sein, daß der Antriebsmotor um eine zu seiner Antriebswelle parallele
Achse schwenkbar und in einer beliebigen Winkelstellung seines Schwenkbereichs feststellbar
ist.
[0008] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert,
das in der Zeichnung dargestellt ist. Die Zeichnung zeigt eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen
Waschvorrichtung.
[0009] Die in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung weist eine in einem Gehäuse 1 drehbar
gelagerte Waschwalze 2 zum Reinigen der Mantelfläche eines Zylinders 3 auf. Das Gehäuse
1 ist um eine zum Zylinder 3 parallele Achse 4 schwenkbar. Die Enden der Achse 4 sind
in Lagerelementen 5 gelagert, die jeweils mit einem Seitenständer der Druckmaschine
fest verbunden sind. Durch Betätigen einer nicht dargestellten Stelleinrichtung kann
das Gehäuse 1 gemeinsam mit der Waschwalze 2 aus einer ersten Stellung A, in der die
Waschwalze 2 an den Zylinder 3 angestellt ist, um einen Schwenkwinkel α in eine zweite
Stellung B geschwenkt werden, in der die Waschwalze 2 von dem Zylinder 1 abgestellt
ist. Zwischen den beiden Stellungen A, B sind außerdem beliebige Zwischenstellungen
möglich, um die Stellung der angestellten Waschwalze 2 an unterschiedliche Stellungen
des Zylinders 1 anpassen zu können.
[0010] Zum Antrieb der Waschwalze 2 ist am Seitenständer der Druckmaschine ein elektrischer
Antriebsmotor 6 angeordnet, der über ein Zugmittelgetriebe mit einem auf der Motorwelle
7 angeordneten Antriebszahnrad 8, einem auf der Welle 9 der Waschwalze 2 angeordneten
Abtriebszahnrad 10 und einem die Zahnräder 8, 10 umspannenden Zahnriemen 11 mit der
Waschwalze 2 verbunden ist. Zwischen dem Antriebsmotor 6 und der Waschwalze 2 ist
der Zahnriemen 11 an zwei Führungselementen 12 und zwei Umlenkelementen 13, 14 geführt,
die an dem antriebsseitigen Lagerelement 5 angebracht sind. Die Führungselemente 12
sind in der Nähe der Schwenkachse 4 symmetrisch zur Winkelhalbierenden des Schwenkwinkels
α angeordnet und haben drehbar gelagerte Rollen, an denen der Zahnriemen 11 jeweils
mit seiner glatten Außenseite anliegt. Der Abstand der Führungselemente 12 ist so
bemessen, daß in beiden Extremstellungen der Waschwalze 2 beide Trums des Zahnriemens
11 mit den Rollen der Führungselemente 12 in Kontakt sind. Die Verbindungslinie der
Führungselemente 12 befindet sich auf der der Waschwalze 2 zugekehrten Seite der Schwenkachse
4. Durch die beschriebene Anordnung der Führungselemente 12 bleibt die Spannung des
Zahnriemens 11 bei der Schwenkbewegung der Waschwalze 2 nahezu konstant.
[0011] Die Umlenkelemente 13, 14 haben die Aufgabe, den Zahnriemen 11 auf der dem Antriebsmotor
6 zugekehrten Seite der Führungselemente 12 platzsparend zu führen und so umzulenken,
daß der Kontakt zwischen dem Zahnriemen 11 und den Führungselementen 12 in allen Stellungen
der Waschwalze 2 gegeben ist. Die Umlenkelemente 13, 14 sind daher nur bei bestimmten
Einbaulagen des Antriebsmotors erforderlich. Kann beispielsweise die Welle des Antriebsmotors
in einer Flucht mit der Schwenkachse 4 und der Welle der Waschwalze 2 angeordnet werden,
so sind die Umlenkelemente 13, 14 entbehrlich. Das Umlenkelement 13 hat eine drehbare
Rolle mit glatter Mantelfläche und liegt an der Außenseite des Zahnriemens 11 an.
Das Umlenkelement 14 ist auf der Innenseite des Zahnriemens angeordnet und weist dementsprechend
ein drehbar gelagertes Zahnrad auf.
[0012] Zum Spannen des Zahnriemens 11 ist der Antriebsmotor 6 um eine Achse 15 schwenkbar
gelagert. An einem gegenüber der Achse 15 angeordneten Spannsegment 16 kann der Antriebsmotor
6 mit Hilfe einer Spannschraube 17 in einer beliebigen durch das Spannsegment 16 begrenzten
Winkelstellung festgespannt werden.
[0013] Soll die Waschvorrichtung beispielsweise zu Reparatur- oder Reinigungszwecken aus
der Druckmaschine ausgebaut werden, so genügt es, den Zahnriemen 11 zu entspannen
und von dem Zahnrad 10 der Waschwalze abzunehmen. Anschließend kann die Waschwalze
mit Teilen des Gehäuses ausgebaut werden, während der Antriebsmotor und auch die Führungs-
und Umlenkelemente am Seitenständer der Maschine montiert bleiben. Aus- und Einbau
der Waschvorrichtung läßt sich daher einfach und schnell durchführen.
1. Vorrichtung zum Waschen der Mantelfläche eines Zylinders einer Rotationsdruckmaschine
mit einer durch einen Drehantrieb antreibbaren Waschwalze, die in einer um eine zur
Waschwalze parallele Achse schwenkbaren Lagerung gelagert und durch Schwenken der
Lagerung um einen Schwenkwinkel gegenüber der Mantelfläche des Zylinders verstellbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehantrieb einen getrennt von der schwenkbaren Lagerung am Maschinenständer
angeordneten Antriebsmotor (6) aufweist, daß der Antriebsmotor (6) über ein Zugmittelgetriebe
mit der Welle (9) der Waschwalze (2) verbunden ist und daß das Zugmittelgetriebe zwei
in der Nähe der Schwenkachse (4) der Schwenklagerung und symmetrisch zur Winkelhalbierenden
des Schwenkwinkels (α) angeordnete Führungselemente (12) aufweist, an denen die beiden
Trums des Zugmittels (11) in den vom Schwenkwinkel (α) bestimmten Stellungen der Waschwalze
(2) anliegen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Führungselementen
(12) und dem Antiebsmotor (6) Umlenkelemente (13, 14) zur Umlenkung des Zugmittels
angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungselemente
(12) und/oder die Umlenkelemente (13, 14) Rollen oder Räder aufweisen, an denen das
Zugmittel abrollt.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
Zugmittelgetriebe ein Zahnriemengetriebe ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Antriebsmotor (6) um eine zu seiner Antriebswelle (7) parallele Achse (15) schwenkbar
und in einer beliebigen Winkelstellung seines Schwenkbereichs feststellbar ist.