(57) Ein Verfahren zur Regelung des Drahtzuges zwischen dem Fertigblock und dem Nachblock
von Drahtwalzstraßen, bei dem die Drehzahlen der Antriebe des Fertigblocks und des
Nachblocks in Abhängigkeit von Messungen der Stärke des, beide Blöcke durchlaufenden
Drahts verändernd geregelt werden. Die Regelung der Drehzahlen des Antriebs des Fertigblocks
und abhängig von dieser die Regelung der Drehzahlen des Antriebs des Nachblocks werden
mit Stellwerten bewirkt. Diese Stellwerte beruhen auf Messungen der Stärke des Drahts
vor dessen Eintritt in den Fertigblock und Rechner-Bearbeitung der erzielten Meßwerte
im Vergleich mit vorerrechneten, theoretischen Werten oder Erfahrungswerten.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung des Drahtzuges zwischen Fertigblock
und Nachblock von Drahtwalzstraßen, bei dem die Drehzahlen der Antriebe des Fertigblocks
und der des Nachblocks in Abhängigkeit von Messungen der Stärke des, die Blöcke durchlaufenden
Drahts veränderbar geregelt werden.
[0002] Moderne Hochleistungs-Drahtstraßen bestehen durchweg aus einer Vorstraße, einer oder
mehrerer Zwischenstraßen und aus einem Fertigwalzblock für das Walzgut. Die Walzgerüste
in Vorstraße und Zwischenstraße sind dabei verhältnismäßig schwer gebaut und für entsprechend
hohe Walzdrücke ausgelegt. In der Vorstraße und in der Zwischenstraße werden im allgemeinen
hintereinander angeordnete Einzelgerüste mit Horizontal- Vertikalanordnung der Walzen
verwendet. Der anschließende Fertigwalzblock besteht aus mehreren, meist 6 bis 10
wechselweise um ca. 90° gegeneinander versetzten Walzeinheiten, die in Walzlinie dicht
hinter einander zu einem Block zusammengefaßt sind, und deren Walzeinheiten von einem
Antrieb über ein Verteilergetriebe direkt und gemeinsam angetrieben werden. Diesem
Fertigblock folgt meist eine Wasserkühlstrecke mit Temperaturausgleichsstrecke für
den Draht. In Abhängigkeit von dessen Abmessung und Qualität lassen sich die Kühlzonen
so ansteuern, daß auch bei hohen Walzgeschwindigkeiten ein vorbestimmtes Temperaturprofil
in dem Draht erreicht wird.
[0003] Hinter dieser Wasserkühlstrecke folgt ein weiterer sog. Nachblock, der aus minimal
zwei, maximal "n", entsprechend zu einem Block zusammengefaßten Walzeinheiten besteht.
Mit dieser Anordnung läßt sich die Gesamtstichabnahme der Walzstraße erhöhen, und
es können dünnere Fertigabmessungen erzeugt werden. Auch läßt sich die Endwalzgeschwindigkeit
bei unverändertem Geschwindigkeitsniveau der Walzstraße steigern und das Gefüge des
Drahtes durch gezielte Kühlung vor den letzten Stichen in diesem Nachwalzblock beeinflussen.
Der Draht wird in dem Nachwalzblock mit, gegenüber dem Fertigwalzblock geringeren
oder höheren Stichabnahme gewalzt d. h. der Nachwalzblock arbeitet als ein Präzisionswalzblock
zur Erhöhung der Oberflächengüte des Drahtes.
[0004] Ein bekanntes Walzverfahren der anfangs genannten Art mit einer Walzanlage der geschilderten
Ausbildung (EP 0 219 316 B1) sieht jeweils vor und hinter dem Fertigblock eine Einrichtung
zur Messung der Stärke des, in den Fertigblock eintretenden und der Stärke des aus
diesem Fertigblock austretenden Drahtes vor und dazu als Antriebe für den Fertigblock
und den Nachblock jeweils drehzahlregelbare Motoren. Des weiteren ist zwischen Fertigblock
und Nachblock ein, den Draht nur berührendes, aber nicht verformendes, von einem eigenen
drehzahlregelbaren Motor angetriebenes Treibrollenpaar vorgesehen.
[0005] Die beiden Einrichtungen zur Messung der Drahtstärken vor und hinter dem Fertigblock
übermitteln ihre Meßwerte einem Rechner, dem des weiteren auch Drehzahlwerte der Antriebsmotoren
des Fertigblocks und des Nachblocks und der Drehzahlwert des Antriebsmotors des Treibrollenpaares
zugeführt werden.
[0006] Der Rechner ermittelt durch Vergleich der Meßergebnisse der Drahtstärken vor und
hinter dem Fertigblock die, in diesem durch den Walzvorgang bewirkte Längung des Drahtstranges.
Anschließend ermittelt der Rechner aus den Werten der akuten Drehzahlen der Antriebsmotoren
des Fertigblocks, des Nachblocks, und des Treibrollenpaares das Volumen des aus dem
Fertigblock austretenden Drahtstrangs pro Zeiteinheit und den Verhältniswert der Drehzahlen
der Antriebe von Fertigblock und Nachblock und gibt einen, aus diesen und den Drehzahlwert
des Treibrollenpaares errechneten Stellwert für die Drehzahl des Antriebs des Nachblocks
zur Erzeugung des vorgesehenen Zugs auf den Drahtstrang vor. Der Rechner vergleicht
dabei ständig die oben genannten Ist-Werte mit errechneten Werten bzw. Erfahrungswerten
und setzt die ermittelten Werte in Drehzahlstellwerte für die Antriebe von Fertigblock
und Nachblock um. Darüber hinaus sind bei kleinen Drahtstärken die Geschwindigkeiten
des aus dem Fertigblock austretenden Drahtes zu hoch, um innerhalb des, technisch
bedingten begrenzten Abstandes zwischen Fertigblock und Nachblock genügend Zeit für
eine Regelung zur Verfügung zu stellen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, dieses Verfahren, das einen erheblichen
und häufig störanfälligen Aufwand an Meßeinrichtungen und Rechnerkapazität erfordert,
so zu verbessern, daß der Aufwand verringert und die Störanfälligkeit minimiert werden.
[0008] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Regelung der Drehzahl der Antriebe des
Fertigblocks und abhängig von dieser die Regelung der Drehzahlen des Antriebs des
Nachblocks mit Stellwerten bewirkt wird, die auf Messungen der Stärke des Drahtes
vor dessen Eintritt in den Fertigblock und Rechner-Verarbeitung der entsprechenden
Meßwerte im Vergleich mit vorerrechneten theoretischen Werten oder Erfahrungswerten
beruhen.
[0009] Für das erfindungsgemäße Verfahren wird jeweils nur eine Meßeinrichtung für die Drahtstärke
im Bereich vor dem Fertigblock d. h. in einem Bereich noch verhältnismäßig niedriger
Drahtgeschwindigkeiten und ein ebenfalls verhältnismäßig kleiner Rechner benötigt,
der nur eine Meßwertreihe mit vorgegebenen Festwerten vergleicht.
1. Verfahren zur Regelung des Drahtzuges zwischen Fertigblock und Nachblock von Drahtwalzstraßen,
bei dem die Drehzahlen der Antriebe des Fertigblocks und des Nachblocks in Abhängigkeit
von Messungen der Stärke des die Blöcke durchlaufenden Drahts verändert geregelt werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Regelung der Drehzahlen des Antriebs des Fertigblocks und abhängig von dieser
die Regelung der Drehzahlen des Antriebs des Nachblocks mit Stellwerten bewirkt wird,
die auf Messungen des Drahts vor dessen Eintritt in den Fertigblock und Rechner-Bearbeitung
der entsprechenden Meßwerte im Vergleich mit vorerrechneten, theoretischen Werten
oder Erfahrungs-Werten beruhen.