(19)
(11) EP 1 074 341 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.02.2001  Patentblatt  2001/06

(21) Anmeldenummer: 00810526.4

(22) Anmeldetag:  16.06.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B24B 23/02, B24B 55/05, B24B 55/10
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 03.08.1999 DE 19936555

(71) Anmelder: HILTI Aktiengesellschaft
9494 Schaan (LI)

(72) Erfinder:
  • Rupprecht, Hans
    81477 München (DE)
  • Spangenberg, Rolf
    82131 Gauting (DE)
  • Chau-Ngoc, Diep
    80937 München (DE)
  • Reitberger, Rudolf
    81379 München (DE)
  • Ohlendorf, Oliver
    91375 München (DE)

(74) Vertreter: Wildi, Roland 
Hilti Aktiengesellschaft Patentabteilung
9494 Schaan
9494 Schaan (LI)

   


(54) Staubschutzhaube für Oberflächenschleifgerät


(57) Das Rotationsschleifgerät weist eine Staubschutzhaube auf, die eine Schleifscheibe (4) gehäuseseitig und umfangsseitig abdeckt. Die Staubschutzhaube setzt sich aus einem fest mit dem Gehäuse (10) verbindbaren Grundkörper (1) und einem kreisabschnittartig ausgebildeten Abdeckkörper (2) zusammen, der in einer wenigstens den Umfang der Schleifscheibe (4) bereichsweise freigebenden Freigabestellung an dem Grundkörper (1) lösbar festlegbar ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Rotationsschleifgerät gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

[0002] Zur materialabtragenden Oberflächenbearbeitung von Untergründen wie Beton, Gestein oder Metall wird beispielsweise das aus der DE-297 17 099 U1 bekannte Rotationsschleifgerät verwendet. Dieses Rotationsschleifgerät weist ein Gehäuse, sowie einen Antriebsmotor mit einer Antriebswelle, eine an dem freien Ende der Antriebswelle angeordnete Schleifscheibe und eine zweiteilige, kreisförmige Staubschutzhaube auf. Die Staubschutzhaube deckt die Schleifscheibe zum Gehäuse hin, sowie vollumfänglich ab. Ein erstes Teil der Staubschutzhaube wird von einem Grundkörper gebildet, der fest mit dem Gehäuse in Verbindung steht. Ein zweites Teil der Staubschutzhaube wird von einem kreisabschnittartig ausgebildeten Abdeckkörper gebildet, der um eine sich senkrecht zur Längsachse der Antriebswelle erstreckende Achse schwenkbar an dem Grundkörper festlegbar ist. Von dem Grundkörper ragt ein Absaugstutzen ab, durch den abgetragenes Schleifgut mittels einer externen Absaugvorrichtung aus der Staubschutzhaube absaugbar ist.

[0003] Damit ein Schleifen mit dem Rotationsschleifgerät auch in Ecken und anderen schwer zugänglichen Stellen des Untergrundes möglich ist, ist der Abdeckkörper von dem Grundkörper abnehmbar, so dass die Schleifscheibe bereichsweise freigegeben wird. Dieses bekannte Rotationsschleifgerät hat den Nachteil, dass man den Abdeckkörper, insbesondere dann wenn er über einen längeren Zeitraum nicht gebraucht wird, nicht mehr findet oder verliert.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein sicheres und einfach zu bedienendes Rotationsschleifgerät mit einer Staubabsaughaube zu schaffen, mit der ein Schleifen in Ecken und schwer zugänglichen Stellen des Untergrundes möglich ist ohne dass die Gefahr besteht, den Abdeckkörper zu verlieren.

[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch ein Rotationsschleifgerät, welches die im kennzeichnenden Abschnitt des Patentanspruchs 1 angeführten Merkmale aufweist.

[0006] Die erfindungsgemässe Festlegung des Abdeckkörpers an dem Grundkörper mit Hilfe wenigstens einem von dem Grundkörper in Richtung Gehäuse abragenden Befestigungsmittel wird gewährleistet, dass der Grundkörper für die Bedienungsperson jederzeit griffbereit ist, ohne dass diese den zuvor von dem Grundkörper abgenommenen Abdeckkörper lange suchen muss. Eine Positionierung des Abdeckkörpers auf dem Befestigungsmittel erfolgt ebenfalls sehr einfach und schnell, da das Befestigungsmittel gut sichtbar und leicht erreichbar angeordnet ist.

[0007] Vorteilhafterweise ist das Befestigungsmittel von wenigstens einem, im wesentlichen parallel zur Antriebswelle erstreckenden Bolzen gebildet, auf den der Abdeckkörper aufsteckbar ist. Von dem Grundkörper des Rotationsschleifgerätes ragen beispielsweise vier Bolzen ab, wobei zwei der Antriebswelle am Nächsten liegende Bolzen eine grössere Länge aufweisen als zwei weitere Bolzen, die eine grössere Entfernung von der Antriebswelle besitzen. Der Abdeckkörper ist beispielsweise an zwei einander gegenüberliegenden, voneinander beabstandeten Endbereichen mit je einem Klemmbereich versehen, wobei jeder der beiden Klemmbereiche in einer den Umfang der Schleifscheibe bereichsweise freigebenden Freigabestellung des Abdeckkörpers auf die längeren Bolzen aufgesteckt ist. Die kürzeren Bolzen dienen der Festlegung des Abdeckkörpers in einer die Schleifscheibe zusammen mit dem Grundkörper gehäuseseitig und vollumfänglich abdeckenden Arbeitsstellung.

[0008] Damit der Abdeckkörper von der Arbeitsstellung in die Freigabestellung verschwenkbar ist, bildet zweckmässigerweise der vom Grundkörper in Richtung Gehäuse abragende Bolzen eine Führung und eine Schwenkachse für den Abdeckkörper. Der Abdeckkörper weist an einem freien Ende einen auf den Bolzen aufsteckbaren Klemmbereich auf, der den Bolzen wenigstens teilweise umgreift.

[0009] Um den Abdeckkörper von der Arbeitsstellung in die Freigabestellung versetzen zu können, wird der Abdeckkörper zuerst entlang des Bolzens in Richtung Gehäuse verschoben und anschliessend oberhalb der dem Gehäuse zugewandten Seite des Grundkörpers mit seinem freien Ende in Richtung Antriebswelle in seine Freigabestellung geschwenkt.

[0010] Damit der Abdeckkörper schnell und einfach von einer Arbeitsstellung in die Freigabestellung versetzt werden kann, ist zweckmässigerweise das Befestigungsmittel von wenigstens einer zwischen dem Grundkörper und dem Abdeckkörper wirkenden Führung gebildet, die sich im wesentlichen parallel zu einem Durchmesser der Staubschutzhaube erstreckt. Die Führung wird beispielsweise von einem Führungskanal und einem in den Führungskanal ragenden und entlang des Führungskanals versetzbaren Führungselement gebildet. Der Führungskanal ist beispielsweise an dem Grundkörper und das Führungselement an dem Abdeckkörper oder umgekehrt angeordnet.

[0011] Zweckmässigerweise ist die Staubschutzhaube an einem vom Gehäuse abgewandten freien Ende mit einem Kranz versehen, der eine Schleiffläche der Schleifscheibe überragt und aus einem elastischen, luftdurchlässigen Material wie Borsten besteht. Mit Hilfe dieses Kranzes wird ein sich zwischen dem freien Ende der Staubschutzhaube und der Oberfläche des Untergrundes erstreckender Vorhang geschaffen, der einerseits verhindert, dass vom Untergrund abgetragenes Schleifgut die Staubschutzhaube verlassen kann, andererseits Luft von aussen in die Staubschutzhaube eindringen lässt, damit ein von einer externen Absaugvorrichtung erzeugter Saugstrom nicht abreisst.

[0012] Die Erfindung wird anhand von Zeichnungen, die mehrere Ausführungsbeispiele wiedergeben, näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
ein erfindungsgemässes, teilweise dargestelltes Rotationsschleifgerät in der Seitenansicht; teilweise geschnitten; der Abdeckkörper steckt auf zwei am Grundkörper angeordneten Bolzen;
Fig. 2
einen Schnitt durch das Rotationsschleifgerät gemäss Fig. 1 entlang der Linie II-II;
Fig. 3
ein teilweise dargestelltes, weiteres Rotationsschleifgerät in der Seitenansicht; teilweise geschnitten; der Abdeckkörper ist um einen am Grundkörper angeordneten Bolzen schwenkbar;
Fig. 4
einen Schnitt durch das Rotationsschleifgerät gemäss Fig. 3 entlang der Linie IV-IV;
Fig. 5
ein teilweise dargestelltes, weiteres Rotationsschleifgerät in der Seitenansicht und teilweise geschnitten; der entlang einer Führung des Grundkörpers versetzbare Abdeckkörper befindet sich in einer Freigabestellung;
Fig. 6
einen Schnitt durch das Rotationsschleifgerät gemäss Fig. 5 entlang der Linie VI-VI;
Fig. 7
den in Fig. 5 dargestellten Ausschnitt; der Abdeckkörper befindet sich in einer die Schleifscheibe gehäuseseitig und umfangsseitig abdeckenden Arbeitsstellung;
Fig. 8
den in Fig. 5 dargestellten Ausschnitt; der Abdeckkörper befindet sich in einer zwischen der Freigabestellung und der Arbeitsstellung liegenden Zwischenstellung.


[0013] Die in den Fig. 1 bis 8 dargestellten Rotationsschleifgeräte weisen ein Gehäuse 10 auf, in dem beispielsweise ein nicht dargestellter elektrischer Antriebsmotor angeordnet ist. Die Steuerung dieses Antriebsmotors erfolgt beispielsweise über einen am Gehäuse 10 angeordneten, ebenfalls nicht dargestellten Elektroschalter. Der Antriebsmotor weist eine aus dem Gehäuse 10 ragende Antriebswelle 3, 13, 23 auf, an deren freiem Ende eine Schleifscheibe 4, 14, 24 lösbar festgelegt ist. Die Staubschutzhaube ist zweiteilig ausgebildet und dient der vollumfänglichen Abdeckung der Schleifscheibe 4, 14, 24. Die Staubschutzhaube setzt sich zusammen aus einem fest mit dem Gehäuse 10 in Verbindung stehenden Grundkörper 1, 11, 21 und einem an dem Grundkörper 1, 11, 21 anordbaren Abdeckkörper 2, 12, 22, der von einem kreisabschnittartig, bzw. kreisauschnittartig ausgebildeten Teil gebildet ist.

[0014] An einem vom Gehäuse 10 abgewandten freien Ende der Staubschutzhaube ist ein Kranz angeordnet, der aus einem elastischen, luftdurchlässigen Material wie Borsten besteht, die eine Schleiffläche der Schleifscheibe 4, 14, 24 etwas überragen. Ein erster Teilkranz 5, 15, 25 des Kranzes befindet sich an dem Grundkörper 1, 11, 21 und ein zweiter Teilkranz 6, 16, 26 des Kranzes befindet sich an dem Abdeckkörper 2, 12 22. Der Grundkörper 1, 11, 21 ist mit einem Absaugstutzen 9, 19, 29 versehen, der mit einer nicht dargestellten Absaugvorrichtung in Verbindung bringbar ist.

[0015] Von dem Grundkörper 1 des in den Fig. 1 und 2 dargestellten Rotationsschleifgerätes ragen vier Bolzen 7 in Richtung Gehäuse 10 ab, wobei zwei der Antriebswelle 3 am Nächsten liegende Bolzen 7 eine grössere Länge aufweisen als zwei weitere Bolzen 7, die eine grössere Entfernung von der Antriebswelle 3 besitzt. Die parallel zur Längsachse der Antriebswelle 3 projizierte Projektionsfläche des Abdeckkörpers 2 ist im wesentlichen kreisabschnittartig ausgebildet. Der Abdeckkörper 2 weist an zwei einander gegenüberliegenden, voneinander beabstandeten Endbereichen einen Klemmbereich auf, wobei jeder der beiden Klemmbereiche 8 in einer den Umfang der Schleifscheibe 4 bereichsweise freigebenden Freigabestellung des Abdeckkörpers 2 an den längeren Bolzen 7 lösbar festgelegt ist. Die kurzen Bolzen 7 dienen der Festlegung des Abdeckkörpers 2 in einer die Schleifscheibe 4 zusammen mit dem Grundkörper gehäuseseitig und vollumfänglich abdeckenden Arbeitsstellung.

[0016] Der in den Fig. 3 und 4 dargestellte Grundkörper 11 weist im Umfangsbereich einen Bolzen 17 auf, der sich parallel zur Längsachse der Antriebswelle 13 in Richtung eines nicht dargestellten Gehäuses des Rotationsschleifgerätes erstreckt. Dieser Bolzen 17 dient der Aufnahme des Abdeckkörpers 12. An einem freien Ende weist dieser Abdeckkörper 12 einen auf den Bolzen 17 aufsteckbaren Klemmbereich 18 auf, der den Bolzen 17 wenigstens teilweise umgreift. Die parallel zur Längsachse der Antriebswelle 13 projizierte Projektionsfläche des Abdeckkörpers 12 ist im wesentlichen kreisabschnittartig ausgebildet. Der in der Fig. 3 dargestellte Abdeckkörper 12 befindet sich in einer den Umfang der Schleifscheibe 14 bereichsweise freigebenden Freigabestellung. Um diesen Abdeckkörper 12 von seiner Freigabestellung in eine Arbeitsstellung bringen zu können, in der er zur Abdeckung der Schleifscheibe 14 beiträgt, wird der Abdeckkörper 12 von der Antriebswelle 13 weggeschwenkt und anschliessend axial vom Gehäuse weg in Richtung Schleifscheibe 14 versetzt.

[0017] Der in den Fig. 5 bis 8 dargestellte Abdeckkörper 22 ist im wesentlichen kreisausschnittartig ausgebildet und entlang einer zwischen dem Grundkörper 21 und dem Abdeckkörper 22 wirkenden Führung 27, 28 von einer der Abdeckung der Schleifscheibe 24 beitragenden Arbeitsstellung in eine die Schleifscheibe 24 bereichsweise freigebende Freigabestellung versetzbar. Ausgehend von der Arbeitsstellung ist der Abdeckkörper 22 zuerst parallel zur Längsachse der Antriebswelle 23 in einer von der Schleifscheibe 24 abgewandten Richtung und anschliessend in einer im wesentlichen senkrecht zur Antriebswelle 23 hin verlaufenden Richtung in die Freigabestellung versetzbar. Mittels nicht näher dargestellter Mittel ist der Abdeckkörper 22 sowohl in der Arbeitsstellung als auch in der Freigabestellung am Grundkörper 21 festlegbar. Die Führung 27, 28 wird beispielsweise von einem nicht dargestellten Führungskanal und einem in den Führungskanal ragenden und entlang des Führungskanals versetzbaren, ebenfalls nicht dargestellten Führungselement gebildet. Der Führungskanal ist beispielsweise an dem Grundkörper und das Führungselement an dem Abdeckkörper oder umgekehrt angeordnet.


Ansprüche

1. Rotationsschleifgerät mit einem Gehäuse (10), einem Antriebsmotor mit einer Antriebswelle (3, 13, 23), einer an der Antriebswelle (3, 13, 23) festlegbaren Schleifscheibe (4, 14, 24) und einer die Schleifscheibe (4, 14, 24) gehäuseseitig vollumfänglich abdeckbaren Staubschutzhaube, wobei sich die Staubschutzhaube aus einem fest mit dem Gehäuse (10) verbindbaren Grundkörper (1, 11, 21) und einem vom Grundkörper (1, 11, 21) abnehmbaren, kreisabschnittartig ausgebildeten Abdeckkörper (2, 12, 22) zusammensetzt und der Abdeckkörper (2, 12, 22) in einer die Schleifscheibe (4, 14, 24) bereichsweise freigebenden Freigabestellung am Grundkörper (1, 11, 21) festlegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Abdeckkörper (2, 12, 22) in seiner Freigabestellung an wenigstens einem Befestigungsmittel festlegbar ist, das von der dem Gehäuse (10) zugewandten Seite des Grundkörpers (1, 11, 21) abragt.
 
2. Rotationsschleifgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel von wenigstens einem, im wesentlichen parallel zur Antriebswelle (3, 13) erstreckenden Bolzen (7, 17) gebildet ist, auf den der Abdeckkörper (2, 12) aufsteckbar ist.
 
3. Rotationsschleifgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Bolzen (7, 17) eine Schwenkachse für den gegenüber dem Grundkörper (10) schwenkbaren Abdeckkörper (2, 12) bildet.
 
4. Rotationsschleifgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel von wenigstens einer Führung (27, 28) gebildet ist, die sich im wesentlichen parallel zu einem Durchmesser der Staubschutzhaube erstreckt.
 
5. Rotationsschleifgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Staubschutzhaube an einem vom Gehäuse (10) abgewandten freien Ende mit einem Kranz versehen ist, der eine Schleiffläche der Schleifscheibe (4, 14, 24) überragt und aus einem elastischen, luftdurchlässigen Material wie Borsten besteht.
 




Zeichnung