[0001] Die Erfindung betrifft eine Wankstützeinrichtung für den Rahmen des Laufwerks eines
Schienenfahrzeugs, die beim seitlichen Wanken des Fahrzeugkastens um seine Längsachse
wirksam wird, der direkt oder unter Abstützung auf einer Sekundärfederung auf dem
Laufwerk ruht, das sich über jeweils eine Primärfeder auf wenigstens zwei innerhalb
des Laufwerks einander gegenüberliegenden Schienenrädern abstützt.
Es ist aus der Europäischen Patentanmeldung 0 388 999 A2 - D1- eine "mechanische Stützeinrichtung
an Schienenfahrzeugen" bekannt geworden. Die bekannte Wankstützeinrichtung ist direkt
zwischen einem (Wagen-) Fahrzeugkasten und den beiden Radsätzen eines Drehgestells
angeordnet. Hierbei sind je zwei Stützhebel mit ihren oberen Gelenkpunkten senkrecht
am Fahrzeugkasten aufgehängt (vgl. D1, Spalte 2, Zeilen 43 bis 49). Die Wirkung der
bekannten Wankstützeinrichtung kommt durch die vertikale Anordnung der Stützhebel
einer direkten Wankstütze zwischen Fahrzeugkasten und den Radsätzen gleich. Hierbei
werden sowohl die Sekundär (feder) stufe als auch die Primär (feder) stufe überbrückt
(vgl. D1, Spalte 3, Zeilen 2 bis 8).Die bekannte Wankstützeinrichtung versteht sich
als ein Gestänge, mit dem mindestens ein Räderpaar direkt mit dem Fahrzeugkasten verbunden
ist zum Zwecke der Änderung seiner Lage relativ zu mindestens einem der Radsätze,
insbesondere bezogen auf sein Wankverhalten und unter Berücksichtigung der auftretenden
Radentlastungen (vgl. D1, Spalte 4, Zeilen 14 bis 21). Die bekannte Wankstützeinrichtung
bildet also eine elastische Verbindung, die unmittelbar zwischen dem Fahrzeugkasten
und einem Radsatz wirksam wird. Die bekannte Wankstützeinrichtung ist eine Torsionsfeder
(vgl. D1, Spalte 3. Zeile 21) Auch ist es unerheblich ob die Drehgestelle, bei denen
die bekannte Wankstützeinrichtung angewendet wird, mit herkömmlichen Radsätzen ausgerüstet
sind, oder Einzelräder bzw. Losräder besitzen (vgl. D1, Spalte 3, Zeile 56 bis Spalte
4, Zeile 1).
[0002] Die Wankstützeinrichtung ist sowohl für Einzelrad - Laufwerke, als auch für einachsige,
d.h. nur einen einzelnen Radsatz aufweisende Laufwerke und auch für Drehgestelle vorgesehen.
Als Laufwerk wird der Teil eines Schienenfahrzeugs bezeichnet, mit dem das Fahrzeug
auf den Schieren fährt und geführt wird (vgl Hanneforth, Fischer:"Laufwerke", Transpress,
VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1986, S. 8, Einführung). Als Drehgestell wird
ein Laufwerk mit zwei oder mehr in einem Rahmen angeordneten Radsätzen bezeichnet
(vgl. a.a.O., S.39, Kap.3.2.1.). Zu den Baugruppen eines Drehgestells gehören unter
anderem die
- Primärfederung und
- ggf. eine Sekundärfederung, die aber bei Güterwagen mitunter fehlt
(vgl. a.a.O., S.43, Kap. 3.2.2.). Als Primärfederung wird die Federung zwischen dem
Drehgestellrahmen und den Radsätzen bezeichnet (vgl. a.a.O., S.48, Kap. 3.2.3.) Die
Sekundärfederung dient bei Drehgestellen mit zweistufiger Federung als zweite Federungsstufe
zum Abfedern des Fahrzeugkastens gegenüber dem Drehgestellrahmen (vgl. a.a.O., S.53,
Kap. 3.2.6.). Bei Drehgestellen mit zwei Federungsstufen beträgt der prozentuale Anteil
der Primärfederung an der Gesamtfederung 10 bis 30% (vgl. a.a.O., S.48, Kap. 3.2.3.).
[0003] Neben Laufwerken, die als Drehgestelle ausgeführt sind, gibt es aber auch bereits
moderne Laufwerke, wie Einzelachslaufwerke, die ebenfalls eine Primär- und eine Sekundärfederung
aufweisen. Ein Laufwerk dieser Art ist beispielsweise aus der PCT Patentanmeldung
WO 95/29085 - D2 - bekannt geworden. Das bekannte Einzelachslaufwerk weist sowohl
eine Primärfederung als auch eine Sekundärfederung auf (vgl. D2, Abstract, Satz 2).
[0004] Daneben ist aus der französischen Patentanmeldung 2 434 739 - D3 - eine Wankstützeinrichtung
bekannt geworden, die auch zwischen dem Fahrzeugkasten und dem Laufwerk wirksam ist.
Die aus D3 bekannte Wankstützeinrichtung besteht aus einem Zylinderpaar, welches von
einem Druckmittel beaufschlagbar ist und zwischen dem Rahmen des Laufwerks und dem
Fahrzeugkasten angelenkt ist (vgl. D3, Figur 11). Zwischen den Arbeitszylindern befinden
sich Leitungsverbindungen, die überkreuz angeschlossen sind. Daraus ergibt sich unter
der Annahme, dass die Arbeitsflüssigkeit inkompressibel ist, eine verhältnismäßig
steife Wankstutzeinrichtung.
[0005] Die erste der bekannten Wankstützeinrichtungen hat beispielsweise den Nachteil, dass
die an den Rädern wirkenden Gleislagestörungen unmittelbar, d.h. ohne Energieabsorption
über die Sekundärfederung, in den Fahrzeugkasten eingeleitet werden und das Fahrverhalten
sowie die Geräuschentwicklung im Fahrzeugkasten nachteilig beeinflussen. Die zweite
der bekannten Wankstützeinrichtungen bietet nur dann zwischen dem Räderpaar und dem
Fahrzeugkasten eine ausreichende Abstützung, wenn die Primärfederung besonders steif
ist, sodass sich das erforderliche Stützmoment bereits bei beginnender Einfederung
aufbauen kann. Je höher aber die Steifigkeit der Primärfedern ausgelegt ist, desto
stärker werden die an den Rädern wirkenden Gleislagestörungen auf den Rahmen des Laufwerks
übertragen. Das führt wiederum zu höheren Beanspruchungen der Bauteile des Rahmens
und, von diesem ausgehend, zu einem geringeren Schwingungskomfort im Fahrzeugkasten
selbst.
[0006] Die bekannten Wankstützeinrichtungen werden also entweder zwischen dem Fahrzeugkasten
und den Rädern (vgl. D1), oder zwischen dem Fahrzeugkasten und dem Rahmen des Laufwerks
(vgl. D3) wirksam. Sie stellen jeweils eine Anbindung des Fahrzeugkastens an das Laufwerk
bzw. an die Räder dar, die für schnell fahrende Schienenfahrzeuge, die Geschwindigkeitsbereiche
oberhalb von 200 km/h bewältigen müssen, wenig geeignet ist. Vielmehr kommt es hier
auf eine Anbindung an, bei der sich das schnelllaufende Rad möglichst gut allen Unebenheiten
und sonstigen Störungen anpassen kann, die vom Gleis aus auf das Rad wirken. Aus diesem
Stand der Technik geht also keine Verbindung hervor, die zwischen dem Laufwerk und
den Rädern wirksam wird, wenn der Wagenkasten um seine Längsmittelachse wankt.
[0007] Daraus ergibt sich die Aufgabe für die vorliegende Erfindung, ein Laufwerk für Schienenfahrzeuge
zu schaffen, das auch in Geschwindigkeitsbereichen oberhalb von 200 km/h einen möglichst
hohen Fahrkomfort bietet, eine hohe Sicherheit gegen Entgleisung aufweist, einem geringen
Verschleiß seiner Bauteile ausgesetzt und zugleich auch noch preisgünstig ist.
[0008] Als Lösung dieser Aufgabe gemäß Anspruch 1 wurde eine mechanische Wankstützeinrichtung
gefunden, die aus einem elastischen Torsionsstab besteht, der mit dem Laufwerk verbunden
ist und zwei Schwinghebel mit Schubstange aufweist von denen jeder in einem seitlichen
Abstand von der Längsachse des Schienenfahrzeugs jeweils am Rahmen des Laufwerks und
an einem
nicht - umlaufenden Lagergehäuse der Schienenräder angelenkt ist. Damit wurde es möglich,
die Steifigkeit der Primärfederung weiter zu verringern. Dabei sind die von der Primärfederung
auf den Laufwerksrahmen übertragenen dynamischen Kräfte kleiner und ebenso die daraus
resultierenden Beschleunigungen. Zugleich wird das Wanken des Fahrzeugkastens bei
großen Querbeschleunigungen und damit einhergehenden einseitigen Radentlastungen,
wie sie insbesondere bei hohen Kurvengeschwindigkeiten auftreten, eingeschränkt; das
Einfedern hingegen nicht behindert. Aber auch die Geräuschentwicklung im Fahrzeugkasten
wird vermindert.
[0009] Eine solche Wankstützeinrichtung kann, wie an sich aus D3 bekannt, aus einem mit
einem Druckmittel beaufschlagbaren System bestehen, das einen Kreislauf bildet und
dessen Enden als Arbeitszylinder ausgebildet sind. Dieses System kann in einem Falle
mit Druckluft beaufschlagbar sein, im anderen Falle aber mit einer Hydraulikflüssigkeit
beaufschlagt werden. Insbesondere im Falle der Verwendung einer Hydraulikflüssigkeit
ist vorgesehen, dass in den Kreislauf auch noch ein Druckspeicher eingeschaltet wird.
Ein solcher Druckspeicher besteht beispielsweise aus einem geschlossenen Gefäß, welches
von einer Membrane in zwei Räume geteilt wird, von denen der eine mit einem vorgespannten
Gas gefüllt ist und der andere von der Hydraulikflüssigkeit beaufschlagt wird. Die
an sich inkompressible Flüssigkeit drückt also bei Druckerhöhung das Gaspolster entsprechend
zusammen. Je nach Vorspannung des Gaspolsters ergibt sich dabei eine vorbestimmte
Steifigkeit der Wankstützeinrichtung.
[0010] Eine recht einfache und vorteilhafte Ausgestaltung wurde gefunden, wenn man die Wankstützeinrichtung
als Torsionsstab ausbildet, der quer zur Längsachse des Fahrzeugs angeordnet ist,
im oder am Rahmen des Laufwerks um seine eigene Längsachse drehbar gelagert ist und
daneben an seinen beiden Enden über wenigstens einen, mit dem Torsionsstab drehfest
verbundenen Schwinghebel in jeweils einem seitlichen Abstand von der Längsachse des
Torsionsstabes an einem der Lagergehäuse der Schienenräder angelenkt ist. Beim Lagergehäuse
kann es sich um das Radlagergehäuse selbst handeln was in den meisten Ausführungsbeispielen
auch bevorzugt wird. Es kann sich aber auch um irgend ein anderes,
nicht mit dem Schienenrad oder Radsatz umlaufendes Lagergehäuse handeln, beispielsweise
Getriebegehäuse, Gehäuse der Primärfeder, um einen radialen Erdungskontakt u. dgl.
mehr. Auch kann sich der Torsionsstab unter einem anderen als einem rechten Winkel
zur Längsachse des Schienenfahrzeugs erstrecken und er kann sogar gekröpft ausgebildet
sein, wenn dies die Umstände oder Platzverhältnisse erfordern.
[0011] Sowohl der Ausgestaltung der Wankstützeinrichtung als mit einem Druckmittel beaufschlagbares
System wie auch als Torsionsstab ist gemeinsam, dass die Wankstützeinrichtung im nicht
ausgelenkten Zustand des Fahrzeugkastens unbelastet ist und das Laufwerk allein über
die Primärfederung auf dem Gleis abgestützt wird. Das gilt sowohl beim Tauchen des
Rahmens des Laufwerks als auch beim Nicken. Die relativ weiche Primärfederung erlaubt
daher den Schienenrädern, den jeweiligen Unebenheiten bzw. Unregelmäßigkeiten des
Gleises auf einfache Weise zu folgen. Zugleich sind die von den Schienenrädern auf
den Laufwerksrahmen übertragenen Kräfte gering.
[0012] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung besteht darin, dass man den Schwinghebeln
des Torsionsstabs jeweils eine Schubstange zuordnet, die sowohl mit dem freien Ende
des Schwinghebels als auch mit einem der vorgenannten Lagergehäuse des Schienenrads
gelenkig verbunden ist. Üblicherweise werden die beiden Enden des Torsionsstabes jeweils
denselben seitlichen Abstand von der Längsachse des Schienenfahrzeugs haben. Es kann
aber aus Platzgründen erforderlich werden, dass die Abstände unterschiedlich sind.
In einem solchen Fall kann der unterschiedliche Abstand ggf. durch einen verlängerten
Schwinghebel ausgeglichen werden. Bei der Verwendung von mit Druckmittel beaufschlagbaren
Arbeitszylindem kann dieser Ausgleich durch unterschiedliche Zylinderdurchmesser herbeigeführt
werden.
[0013] Der seitliche Abstand zwischen dem jeweiligen Ende des Torsionsstabes und der Längsmittelachse
des Schienenfahrzeugs soll zwischen dem 0,1 bis 1,5 fachen der jeweiligen Spurweite
des Schienenfahrzeugs betragen. Schließlich hat es sich als vorteilhaft für die Laufqualität
insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten erwiesen, die Federsteifigkeit jeder einzelnen
Primärfeder möglichst gering zu halten. Die vielen vorteilhaften Ausgestaltungsmöglichkeiten
ergeben sich aus den unteranspruchen.
[0014] Nachfolgend wird die Erfindung an zwei vereinfachten Ausführungsbeispielen näher
beschrieben. Es zeigen, jeweils im verkleinerten Maßstab, die
- Figur 1 eine Draufsicht auf ein Drehgestell,
- Figur 2 einen Schnitt durch das Drehgestell längs der Linie II - II,
- Figur 3 eine Vorderansicht des Drehgestells,
- Figur 4 eine perspektivische Darstellung des Drehgestells und
- Figur 5 eine hydraulische Wankstützeinrichtung.
[0015] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel besteht das Laufwerk aus einem Drehgestell 1
mit einem H -förmigen Rahmen 2. Über eine Sekundärfederung stützt sich der Fahrzeugkasten
3 auf dem Drehgestellrahmen 2 ab. Die Sekundärfederung besteht aus zwei Schraubenfedern
4 und 5. An jedem der stirnseitigen Enden des Drehgestellrahmens 2 ist ein Radsatz
6 und 7 in Lagergehäusen 8 drehbar gelagert. Die Lagergehäuse 8 laufen nicht mit um,
und der Drehgestellrahmen 2 stützt sich über Primärfedern 9 auf jedem der Lagergehäuse
8 ab. Auch in dem vorliegenden, vereinfachten Beispiel bestehen die Primärfedern 9
aus Schraubenfedern und sie haben jeweils annähernd dieselbe Federsteifigkeit.
[0016] Gemäß den Figuren 1 bis 4 ist an jedem Ende des Drehgestellrahmens 2 ein Torsionsstab
10 vorgesehen, der sich parallel zu dem jeweiligen Radsatz 6 oder 7 quer über den
Drehgestellrahmen erstreckt. Mit seinen äußeren Enden ist der Torsionsstab 10 in Lagerungen
11 beweglich gelagert, die am Drehgestellrahmen 2 befestigt sind. Daneben, d.h. in
kurzem Abstand zur Lagerung 11, ist an den beiden Enden des Torsionsstabes 10 jeweils
ein Schwinghebel 12 und 13 vorgesehen, der mit dem Torsionsstab 10 drehfest verbunden
ist An den äußeren freien Enden der Schwinghebel 12 und 13 greift jeweils eine Schubstange
14 an, die entweder, wie hier dargestellt, in der Längsachse 19 des Radsatzes 6, 7,
oder in einem Abstand von dieser, mit dem jeweiligen Lagergehäuse 8 gelenkig verbunden
ist. Auch mit den Schwinghebeln 12 und 13 sind die Schubstangen 14 gelenkig verbunden.
[0017] Wie in der Figur 1 erkennbar, haben die Schwinghebel 12 und 13 jeweils einen Abstand
15 von der Längsmittellinie II - II des Laufwerks bzw. des Fahrzeugkastens 3. Im vorliegenden
Beispiel sind die beiden Abstände 15 gleich groß. Sie liegen zwischen dem 0,1 bis
1,5-fachen der Spurweite 16 der Radsätze 6 bzw.7.
[0018] Die Längsachsen 17 der beiden Torsionsstäbe 10 haben jeweils einen seitlichen Abstand
18 von den Punkten, an denen sie am Lagergehäuse 8 befestigt sind. Dieser Abstand
18 wird von den Schwinghebeln 12 bzw. 13 überbrückt.
[0019] Bei normalem Lauf des Schienenfahrzeugs, d.h. ohne dass sich der Fahrzeugkasten 3
zu der einen oder anderen Seite in Bezug auf die Längsmittellinie II - II neigt, sind
die Torsionsstäbe 10 unbelastet. Sobald sich der Fahrzeugkasten 3 jedoch zu der einen
oder anderen Seite neigt, d.h. wankt, wird der Torsionsstab 10 von beiden Enden her
belastet, indem nämlich der eine Schwinghebel 12 eintaucht und sich der andere Schwinghebel
13 um das gleiche Maß in entgegengesetzter Richtung aus seiner Ruhelage heraus dreht,
weil ja der Rahmen 2 des Drehgestells 1 der jeweiligen Wankbewegung des Fahrzeugkastens
3 folgt. Durch die gegenläufigen Drehbewegungen der Schwinghebel 12,13 steuert der
Torsionsstab 10 der Wankbewegung des Fahrzeugkastens 3 entgegen.
In dem gezeigten Ausführungsbeispiel der Figuren 1 bis 4 handelt es sich um ein Laufwerk,
bei dem die Radsätze 7 und 8 innenseitig gelagert sind. Daneben sind im Rahmen der
Erfindung aber auch Laufwerke möglich, wo die Radsätze in an sich bekannter Weise
auf Achsschenkeln gelagert sind, die sich außerhalb der Radscheiben 20 befinden. Insbesondere
bei Laufwerken mit Einzelrädern ist aber auch die Möglichkeit vorgesehen, dass die
Räder 20 nicht in der Flucht einer gemeinsamen Achse 19 liegen. Hier kann durchaus
eine seitliche Verschiebung vorliegen Auch in einem solchen Fall wird die erfindungsgemäße
Wankstützeinrichtung wirksam, indem beispielsweise durch unterschiedlich lange Schwinghebel
12 oder 13 Unterschiede der Abstände 18 ausgeglichen werden können. Damit einher gehend,
wird man ggf. auch die Abstände 15 entsprechend unterschiedlich einstellen.
[0020] Bei dem in der Figur 5 gezeigten Ausführungsbeispiel ist zwischen dem Drehgestellrahmen
2 und den
nicht- umlaufenden Lagergehäusen 8 jeweils ein Hydraulikzylinder 21 und 22 angeordnet.
In jedem Hydraulikzylinder 21 und 22 ist ein Kolben 23 längsverschieblich gelagert,
der zwei Kolbenstangen 24 und 25 aufweist, die mit ihren Enden 26 und 27 mit dem Drehgestellrahmen
2 bzw. dem Lagergehäuse 8 gelenkig verbunden sind. Jeweils einander gegenüberliegende
Ringkammern 28 und 29 der Hydraulikzylinder 21 und 22 sind über die Leitungen 30 und
31 über Kreuz miteinander verbunden. Die beiden Leitungen 30 und 31 werden über die
Zweigleitungen 32 und 33 aus einer gemeinsamen Druckmittelquelle 34 gespeist. Die
Druckmittelquelle 34 besteht im einfachsten Fall aus einem Vorratsbehälter 35 für
Hydrauliköi, einer Pumpe 36, einem Überdruckventil 37, zwei Rückschlagventilen 38
und zwei Druckspeichern 39 sowie Verbindungsleitungen 40. Jeder der Druckspeicher
39 hat eine Membran 41, welche das Hydrauliköl von einem Gaspolster 42 trennt. Das
Gaspolster 42 ist vorgespannt, d.h. es steht unter einem Überdruck.
[0021] Die Wirkungsweise des vorstehend skizzierten, mit einem hydraulischen Druckmittel
beaufschlagbaren Systems 21 bis 34 ist dem einschlägigen Fachmann an sich geläufig.
Analog ist aufgebaut und verhält sich eine pneumatische Steuerung, die mit Luft oder
einem Gas als Druckmedium beaufschlagt wird, ohne dass dies im vorliegenden Zusammenhang
besonders erläutert werden müsste.
[0022] Im vorliegenden Fall bewirkt ein Wanken des Fahrzeugkastens 3 um seine Längsmittellinie
II - II jeweils eine Verkleinerung von zwei Ringkammern 28 und 29, die sich in zwei
einander gegenüberliegenden Hydraulikzylindern 21 und 22 befinden Dabei erhöht sich
zugleich der Druck in einem der beiden Druckspeicher 39, während er in dem anderen
Druckspeicher 39 sinkt. Der Druck- bzw. Volumenausgleich findet also jeweils über
die beiden Druckspeicher 39 statt, deren Gasräume 42 entsprechend vorgespannt sind.
Die Vorspannung der Gasräume 42 bestimmt die Steifigkeit der Wankstützeinrichtung.
Evtl. auftretende Leckverluste werden durch die Druckmittelquelle 34 ausgeglichen,
die ihrerseits entweder im Fahrzeugkasten 3 oder am Drehgestellrahmen 2 angeordnet
sein kann.
Ziffernverzeichnis
[0023]
- 1
- Drehgestell bzw. Laufwerk
- 2
- H -förmiger Drehgestellrahmen
- 3
- Fahrzeugkasten
- 4
- Schraubenfeder
- 5
- Schraubenfeder
- 6
- Radsatz
- 7
- Radsatz
- 8
- Lagergehäuse
- 9
- Primärfeder
- 10
- Torsionsstab
- 11
- Lagerung
- 12
- Schwinghebel
- 13
- Schwinghebel
- 14
- Schubstange
- 15
- Abstand
- 16
- Spurweite
- 17
- Längsachse
- 18
- Abstand
- 19
- Längsachse Radsatz
- 20
- Schienenrad
- 21
- Hydraulikzylinder
- 22
- Hydraulikzylinder
- 23
- Kolben
- 24
- Kolbenstange
- 25
- Kolbenstange
- 26
- Ende
- 27
- Ende
- 28
- Ringkammer
- 29
- Ringkammer
- 30
- Leitung
- 31
- Leitung
- 32
- Zweigleitung
- 33
- Zweigleitung
- 34
- Druckmittelquelle
- 35
- Vorratsbehälter
- 36
- Pumpe
- 37
- Überdruckventil
- 38
- Rückschlagventil
- 39
- Druckspeicher
- 40
- Verbindungsleitungen
- 41
- Membran
- 42
- Gaspolster
1. Wankstützeinrichtung für den Rahmen des Laufwerks eines Schienenfahrzeugs, die beim
seitlichen Wanken des Fahrzeugkastens um seine Längsachse wirksam wird, der direkt
oder unter Abstützung auf einer Sekundärfederung auf dem Laufwerk ruht, das sich über
jeweils eine Primärfeder auf wenigstens zwei innerhalb des Laufwerks einander gegenüberliegenden
Schienenrädern abstützt, wobei die Wankstützeinrichtung aus einem Torsionsstab (10)
besteht, das an seinen Enden mit dem Laufwerk (1) verbunden ist sowie einen Schwinghebel
(12,13) und eine Schubstange (14) aufweist, welche in einem seitlichen Abstand (15)
von der Längsachse (II - II) jeweils am Rahmen (2) und an einem nicht - umlaufenden
Lagergehäuse (8) der Schienenräder (20) angelenkt sind.
2. Wankstützeinrichtung nach Anspruch 1, wobei die Wankstützeinrichtung aus einem mit
einem Druckmittel beaufschlagbaren System (34 bis 42) besteht, dessen Enden als Arbeitszylinder
(21,22) ausgebildet sind, die zwischen dem Rahmen (2) und einem nicht- umlaufenden
Lagergehäuse (8) der Schienenräder (20) angelenkt sind.
3. Wankstützeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das System mit Druckluft beaufschlagbar ist.
4. Wankstützeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das System (34 bis 42) mit einer Druckfiüssigkeit beaufschlagbar ist.
5. Wankstützeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass in dem System (34 bis 42) wenigstens ein Druckspeicher (39) vorgesehen ist, der von
dem Druckmittel beaufschlagt wird.
6. Wankstützeinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Torsionsstab (10) quer zur Längsachse (II - II) des Schienenfahrzeugs angeordnet
ist,
- im oder am Rahmen (2) des Laufwerks (1) um seine Längsachse (17) drehbar gelagert
ist und daneben an seinen beiden Enden (11) über jeweils wenigstens einen,
- mit dem Torsionsstab (10) drehfest verbundenen Schwinghebel (12,13) in einem seitlichen
Abstand (18) von der Längsachse (17) des Torsionsstabes (10) an einem Lagergehäuse
(8) angelenkt ist.
7. Wankstützeinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einem Schwinghebel (12,13) eine Schubstange (14) zugeordnet ist, der sowohl
mit dem freien Ende des Schwinghebels (12,13) als auch mit dem Lagergehäuse (8) gelenkig
verbunden ist.
8. Wankstützeinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Enden (11) des Torsionsstabes (10) jeweils denselben oder einen unterschiedlichen
seitlichen Abstand (15) von der Längsachse (II - II) des Schienenfahrzeugs haben.
9. Wankstützeinrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der seitliche Abstand (15) zwischen dem 0,1 und 1 -fachen der jeweiligen Spurweite
(16) des Schienenfahrzeugs beträgt.
1. Anti-roll device for the frame of the running gear of a rail vehicle, which device
comes into effect during lateral rolling of the vehicle body about its longitudinal
axis, which body rests directly or with support on a secondary suspension on the running
gear, which is supported via in each case one primary spring on at least two track
wheels situated opposite one another within the running gear, the anti-roll device
comprising a torsion bar (10) which is connected to the running gear (1) at its ends
and has an oscillating lever (12, 13) and a push rod (14), which are each connected
pivotally to the frame (2) and a non-rotating bearing housing (8) of the track wheels
(20) at a lateral distance (15) from the longitudinal axis (II-II).
2. Anti-roll device according to Claim 1, the anti-roll device comprising a system (34
to 42) which can be supplied with a pressure medium and the ends of which are designed
as working cylinders (21, 22) which are connected pivotally between the frame (2)
and a non-rotating bearing housing (8) of the track wheels (20).
3. Anti-roll device according to Claim 2, characterized in that the system can be supplied with compressed air.
4. Anti-roll device according to Claim 2, characterized in that the system (34 to 42) can be supplied with a pressure fluid.
5. Anti-roll device according to Claim 4, characterized in that at least one accumulator (39), which is supplied with the pressure medium, is provided
in the system (34 to 42).
6. Anti-roll device according to Claim 1,
characterized in that
- the torsion bar (10) is arranged transversely to the longitudinal axis (II-II) of
the rail vehicle,
- is mounted in or on the frame (2) of the running gear (1) in such a way as to be
rotatable about its longitudinal axis (17) and, in addition, at its two ends (11),
- is connected pivotally to a bearing housing (8) at a lateral distance (18) from
the longitudinal axis (17) of the torsion bar (10) by means of in each case at least
one oscillating lever (12, 13) connected in a rotationally fixed manner to the torsion
bar (10).
7. Anti-roll device according to Claim 6, characterized in that at least one oscillating lever (12, 13) is assigned a push rod (14) which is connected
in an articulated manner both to the free end of the oscillating lever (12, 13) and
to the bearing housing (8).
8. Anti-roll device according to Claim 6, characterized in that the two ends (11) of the torsion bar (10) are each at the same or a different lateral
distance (15) from the longitudinal axis (II-II) of the rail vehicle.
9. Anti-roll device according to Claim 8, characterized in that the lateral distance (15) is between 0.1 and 1 times the respective gage (16) of
the rail vehicle.
1. Dispositif anti-roulis pour le châssis du bogie d'un véhicule ferroviaire, qui entre
en action lors du roulement latéral de la caisse du véhicule autour de son axe longitudinal,
qui repose, directement ou en prenant appui sur une suspension secondaire, sur le
bogie qui prend appui chaque fois par une suspension primaire sur au moins deux roues
opposées l'une à l'autre à l'intérieur du bogie, dans lequel le dispositif anti-roulis
se compose d'une barre de torsion (10), qui est assemblée par ses extrémités au bogie
(1), et présente un levier oscillant (12, 13) et une bielle (14), qui sont articulés,
à une distance latérale (15) de l'axe longitudinal (II - II), chaque fois au châssis
(2) et à un logement de palier non tournant (8) des roues (20).
2. Dispositif anti-roulis suivant la revendication 1, dans lequel le dispositif anti-roulis
se compose d'un circuit (34 à 42) pouvant être alimenté en fluide sous pression, dont
les extrémités ont la forme de cylindres de travail (21, 22), qui sont articulés entre
le châssis (2) et un logement de palier non tournant (8) des roues (20).
3. Dispositif anti-roulis suivant la revendication 2, caractérisé en ce que le circuit peut être alimenté avec de l'air comprimé.
4. Dispositif anti-roulis suivant la revendication 2, caractérisé en ce que le circuit (34 à 42) peut être alimenté avec un liquide sous pression.
5. Dispositif anti-roulis suivant la revendication 4, caractérisé en ce qu'il est prévu dans le circuit (34 à 42) au moins un accumulateur de pression (39),
qui est alimenté avec le fluide sous pression.
6. Dispositif anti-roulis suivant la revendication 1,
caractérisé en ce que
- la barre de torsion (10) est disposée transversalement à l'axe longitudinal (II
- II) du véhicule ferroviaire,
- elle peut tourner autour de son axe longitudinal (17) dans ou sur le châssis (2)
du bogie (1) et est en outre, à ses deux extrémités (11),
- articulée sur un logement de palier (8), chaque fois par au moins un levier oscillant
(12, 13) calé sur la barre de torsion (10), à une distance latérale (18) de l'axe
longitudinal (17) de la barre de torsion (10).
7. Dispositif anti-roulis suivant la revendication 6, caractérisé en ce qu'à au moins un levier oscillant (12, 13) est associée une bielle (14), qui est articulée
aussi bien à l'extrémité libre du levier oscillant (12, 13) qu'au logement de palier
(8).
8. Dispositif anti-roulis suivant la revendication 6, caractérisé en ce que les deux extrémités (11) de la barre de torsion (10) présentent une distance latérale
(15) égale ou différente par rapport à l'axe longitudinal (II - II) du véhicule ferroviaire.
9. Dispositif anti-roulis suivant la revendication 8, caractérisé en ce que la distance latérale (15) vaut entre 0,1 et 1 fois l'écartement respectif de la voie
(16) du véhicule ferroviaire.