Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen Seillängengeber mit einem Gehäuse und einem Meßseilausgang
für das Meßseil.
[0002] Seillängengeber sollen ein Meßsignal nach Maßgabe eines Hubes oder einer Wegstrecke
liefern. Zu diesem Zweck ist ein Meßseil auf eine Seiltrommel aufgewickelt. Das Meßseil
ist an einem Teil angebracht, dessen Hub oder Weg gemessen werden soll, beispielsweise
an einem Teleskopausleger eines Krans. Mit der Bewegung des Teils wird das Meßseil
von der Seiltrommel gegen einen Rückstellantrieb abgewickelt. Aus der dabei auftretenden
Bewegung der Seiltrommel wird ein elektrisches Signal gewonnen. Bei der Abwicklung
des Meßseils dreht sich die Seiltrommel. Über ein Gewinde wird diese Drehung in eine
Axialbewegung umgesetzt. Das gewährleistet eine definierte Auf- und Abwicklung des
Meßseils und stellt sicher, daß das Meßseil stets an der gleichen Stelle durch einen
Meßseilausgang aus dem Gehäuse des Seillängengebers austritt.
Zugrundeliegender Stand der Technik
[0003] Ein solcher Seillängengeber ist beispielsweise bekannt durch die EP 0 778 239 B1.
[0004] Seillängengeber werden häufig in rauher und staubiger Umgebung eingesetzt. Dabei
setzt sich Schmutz an dem Meßseil fest. Wenn dieser Schmutz mit dem Meßseil in das
Gehäuse des Seillängengebers eingezogen wird, beeinträchtigt er die Funktion des Seillängengebers.
Ebenso kritisch ist Nässe. Wenn das Meßseil bei Regen naß wird, dann wird das daran
haftende Wasser mit dem Meßseil in das Gehäuse eingezogen. Feuchtigkeit schlägt sich
in dem Inneren des Gehäuses nieder, die nicht wieder aus dem Gehäuse austreten kann.
Mit der Zeit füllt sich das Gehäuse mit Wasser. Durch das DE-U 297 16 524.0 ist eine
am Meßseilausgang vorgesehene mechanische Abstreifvorrichtung bekannt, bei welcher
Schmutz und Feuchtigkeit mechanisch von dem Meßseil abgestreift wird. Durch das DE-U
92 07 212 ist ebenfalls eine am Meßseilausgang vorgesehene mechanische Abstreifvorrichtung
bekannt. Diese Abstreifvorrichtung besteht aus einer oder mehreren Abstreiferplatten,
welche eine enge Durchlaßöffnung aufweisen, welche das Meßseil umschließt, und welche
Fremdstoffe vom Meßseil abstreifen. Der Meßseilausgang kann aber nicht so eng gemacht
werden, daß eine Mitnahme von Schmutz und Feuchtigkeit von dem Meßseil durch den Luftspalt
zwischen Meßseilausgang und Meßseil hindurch ausgeschlossen würde.
Offenbarung der Erfindung
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, einen Meßseilausgang so auszubilden,
daß das Meßseil im wesentlichen keinen Schmutz und keine Feuchtigkeit durch den Meßseilausgang
in das Gehäuse des Seillängengebers mitnehmen kann.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch Mittel zur Erzeugung eines nach außen
gerichteten Druckluftstromes um das Meßseil herum.
[0007] Vorteilhafterweise wird dieser Druckluftstrom dadurch erzeugt, daß das Meßseil mit
Luftspalt nacheinander durch einen inneren und einen äußeren Durchgang geführt ist,
zwischen den beiden Durchgängen eine Kammer gebildet und über einen Drucklufteinlaß
Druckluft in diese Kammer einleitbar ist.
[0008] Dann tritt durch den äußeren Durchgang um das Meßseil herum ein Druckluftstrom aus,
der Schmutz und Nässe von dem Meßseil abbläst. Es hat sich gezeigt, daß sich durch
diese Maßnahme der Transport von Schmutz und Nässe in das Gehäuse des Seillängengebers
weitestgehend verhindern läßt.
[0009] Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind nachstehend unter Bezugnahme auf die
zugehörigen Zeichnungen näher erläutert.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0011]
- Fig.1
- zeigt einen Längsschnitt durch einen Meßseilausgang,der an ein Gehäuse des Seillängengebers
ansetzbar ist.
- Fig.2
- zeigt eine Vorderansicht des Meßseilausganges.
- Fig.3
- ist eine perspektivische Darstellung des Meßseilausganges.
- Fig,4
- zeigt eine perspektivische Darstellung eines Seillängengebers mit einer abgewandelten
Form der Mittel zur Erzeugung eines Druckluftstromes am Meßseilausgang.
Bevorzugte Ausführung der Erfindung
[0012] Der Meßseilausgang von Fig. 1 bis 3 bildet ein Zubehörteil, das wahlweise an ein
mit einer Seilaustrittsöffnung versehenes (nicht dargestelltes) Gehäuse eines Seillängengebers
angesetzt werden kann. Der Meßseilausgang kann natürlich auch einen integralen Bestandteil
des Gehäuses bilden.
[0013] Der Meßseilausgang weist ein Vorsatzgehäuse 10 auf, das mittels eines Flansches 12
an das Gehäuse des Seillängengebers anschraubbar ist. Das Vorsatzgehäuse 10 weist
einen geraden, zentralen Durchgangskanal 14 auf. Der Durchgangskanal 14 bildet auf
der inneren, dem Seillängengeber zugewandten Stirnfläche des Vorsatzgehäuses 10 und
auf der äußeren Stirnfläche des Vorsatzgehäuses je eine Erweiterung 16 bzw. 18.
[0014] In die Erweiterung 16 ragt ein Seilausgangsstück 20 hinein, das an dem Gehäuse des
Seillängengebers anbringbar ist (oder -alternativ- einen Teil dieses Gehäuses bildet).
Das Seilausgangsstück 20 bildet eine Hülse, die sich ausgangsseitig konisch verjüngt
und dort mit gegenüberliegenden Abflachungen 22 und 24 versehen ist. Ein solches Seilausgangsstück
ist als Teil des Gehäuses in Fig.6 der EP 0 778 239 B1 erkennbar. Das Seilausgangsstück
20 enthält ein sphärisches Lager 26. In dem sphärischen Lager 26 ist eine Kugel 28
gelagert. Die Kugel weist einen diametralen Durchgang 30 auf. Durch diesen Durchgang
30 ist das Meßseil 32 hindurchgeführt. Auf dieses vom Gehäuse des Seillängengebers
vorstehende Seilausgangsstück 20 ist das Vorsatzgehäuse 10 mit der Erweiterung 16
des Durchgangskanals 14 aufgesetzt.
[0015] In die Erweiterung 18 ist ein ähnliches hülsenförmiges Seilausgangsstück 34 eingesetzt
und durch einen Stift 35 gesichert. Das Seilausgangsstück 34 enthält ein sphärisches
Lager 36. In dem sphärischen Lager 36 ist eine Kugel 38 gelagert. Die Kugel 38 weist
einen diametralen Durchgang 40 auf. Das Meßseil 32 ist auch durch den Durchgang 40
hindurchgeführt.
[0016] Der Abschnitt des Durchgangskanals 14 zwischen den Kugeln 28 und 38 bildet eine Kammer
41
[0017] In die Kammer 41 mündet ein radialer Kanal 42. Der Kanal 42 steht mit einem Druckluftanschluß
44 in Verbindung. Dem Drockluftanschluß ist eine Drossel vorgeschaltet.
[0018] Der beschriebene Meßseilausgang wirkt wie folgt:
[0019] Der zwischen dem Durchgang 40 und dem Meßseil 32 gebildete Luftspalt 48 ist etwas
größer als der zwischem dem Durchgang 30 und dem Meßseil 32 gebildete Luftspalt 50.
Wenn im Betrieb Druckluft auf den Druckluftanschluß 44 gegeben wird, dann entsteht
überwiegend ein Druckluftstrom durch den Luftspalt 48. In der Kammer 41 entsteht ein
reduzierter Überdruck, der sich durch einen Strömungsteiler mit (nicht dargestellter)
vorgeschalteter Drossel und Luftspalt 48 ergibt.Der reduzierte Überdruck baut sich
auch innerhalb des Gehäuses des Seillängengebers auf, ist aber für das Gehäuse unkritisch.
Durch den Druckluftstrom, der um das Meßseil 32 herum (Fig.3) wird Schmutz und Nässe
beim Einziehen von dem Meßseil 32 abgeblasen.
[0020] Die Kugeln 28 und 38 gewährleisten eine definierte Führung des Meßseils 32 und damit
eine definierte gemessene Seillänge, wenn das Meßseil schräg zur Achse des Meßseilausgangs
abgezogen wird.
[0021] Fig.4 zeigt eine andere Ausführung zur Erzeugung eines Druckluftstromes am Meßseilausgang.
[0022] In Fig.4 ist mit 52 das Gehäuse eines Seillängengebers bezeichnet. Aus dem Gehäuse
52 wird ein Meßseil 54 aus einem Meßseilausgang 56 abgezogen. Der Meßseilausgang 56
ist ähnlich aufgebaut wie das an dem Gehäuse sitzende Seilausgangsstück 20 bei der
Ausführung von Fig.1 bis 3. Der Luftspalt um das Meßseil 54 herum ist vorteilhafterweise
etwas breiter als der Luftspalt 50 zwischen Meßseil 32 und Durchgang 30 in Fig.1.
An dem Gehäuse 52 sitzt ein Druckluftanschluß 58. Über den Druckluftanschluß 58 kann
das Gehäuse 52 unter Überdruck gesetzt werden. Druckluft strömt um das Meßseil 54
herum aus dem Luftspalt heraus. Dieser Luftstrom bläst ebenfalls Schmutz und Feuchtigkeit
von dem Meßseil 54 ab. In dem Druckluftanschluß 58 ist eine einstellbare Drosselschraube
60 angeordnet. Durch diese Drosselschraube 60 kann der Überdruck im Gehäuse 52 eingestellt
werden. Der von der Drosselschraube 60 bestimmte Drosselquerschnitt und der Luftspalt
am Meßseilausgang 56 bilden einen Stromteiler. An dem Drucklufteinlaß 58 sitzt weiterhin
ein Überdruckventil 62, welches bei unzulässigem Überdruck im Gehäuse abbläst. Auf
diese Weise wird ein unzulässiger Überdruck im Gehäuse 52 vermieden, der das Gehäuse
52 beschädigen könnte.
1. Seillängengeber mit einem Gehäuse und einem Meßseilausgang für das Meßseil (32), gekennzeichnet durch Mittel zur Erzeugung eines nach außen gerichteten Druckluftstromes um das Meßseil
herum.
2. Seillängengeber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Meßseil (32) mit Luftspalt (50;48) nacheinander durch einen inneren und einen
äußeren Durchgang (30;40) geführt ist, zwischen den beiden Durchgängen (30,40) eine
Kammer (41) gebildet und über einen Drucklufteinlaß (42,44) Druckluft in diese Kammer
(41) einleitbar ist.
3. Seillängengeber nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftspalt (48) zwischen Meßseil (32) und äußerem Durchgang (40) größer ist als
der Luftspalt (50) zwischen Meßseil (32) und innerem Durchgang (30).
4. Seillängengeber nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Drucklufteinlaß (42) eine Drossel (46) vorgesehen ist.
5. Seillängengeber nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Durchgänge (30,40) von diametralen Kanälen in je einer Kugel (28;38) gebildet
sind, wobei die Kugeln (28;38) in sphärischen Lagern (26;36) gelagert sind.
6. Seillängengeber nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Kugeln (28;38) in ihren Lagern (26,36) im Abstand voneinander in einem
geraden Durchgangskanal (14) gelagert sind, wobei die Kammer (41) von dem Teil des
Durchgangskanals (14) zwischen den Kugeln (28,38) gebildet ist.
7. Seillängengeber nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die sphärischen Lager (26;36) in hülsenförmigen Seilausgangsstücken (20;34) sitzen,
die ihrerseits in Erweiterungen (16;18) des Durchgangskanals (14) sitzen.
8. Seillängengeber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Meßseilausgang (56) zwischen der Wandung eines Durchganges für das Meßseil
(54) und dem Meßseil (54) ein Luftspalt gebildet ist und das Gehäuse (52) mit einem
Druckluftanschluß (58) versehen ist, über welchen in dem Gehäuse (52) ein Überdruck
erzeugbar ist.
9. Seillängengeber nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Druckluftanschluß (58) einstellbare Drosselmittel (60) vorgesehen sind.
10. Seillängengeber nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Gehäuse (52) ein Überdruckventil (62) vorgesehen ist.