[0001] Die Erfindung betrifft eine Antriebseinrichtung für die Entladeöffnung von Schüttgutwagen
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Schüttgutwagen sind Fahrzeuge, die zum Transport von fein und grobkörnigen Ladegütern
vorgesehen sind. Zur Aufnahme des Ladegutes besitzen diese Fahrzeuge einen Behälter,
dessen obere Öffnung durch ein Schwenkdach verschlossen und zur Beladung genutzt wird
und aus einer oder mehreren trichterförmigen unteren Öffnungen besteht, die zur Entladung
des Ladegutes genutzt werden.
[0003] Es sind Verschlußeinrichtungen an der unteren Entladeöffnung bekannt, die den Schieber
der rechteckförmigen- oder quadratischen Entladeöffnung mittels mechanischer Einrichtungen
verschließt. Die Lagerung des Schiebers befindet sich oberhalb und seitlich der Entladeöffnung.
Die Verschlußfläche des Schiebers ist durch beidseitig angebrachte Holme mit der Lagerung
verbunden.
Im verschlossenen und beladenen Zustand liegt das Ladegut auf dem Schieber. Zur Entladung
muß der Schieber um seine Lagerung geschwenkt werden, um die Entladeöffnung freizugeben
und das Ausfließen des Ladegutes zu ermöglichen.
[0004] Im Verlaufe eines Öffnungs- und Schließprozesses werden folgende Situationen durchlaufen:
Im Ausfließprozeß drückt das Ladegut gegen die Verschlußfläche des Schiebers und unterstützt
damit den Öffnungsprozeß. Je nach den Fließeigenschaften des Ladegutes und der Ladehöhe
im Behälter kann diese Kraft sehr große Werte erreichen und den Schieber unkontrolliert
beschleunigen. Wenn das Ladegut ausgeflossen ist, hat der Schieber durch die Schwenkbewegung
eine große Schrägstellung erreicht. Durch sein Eigengewicht entsteht eine Kraft, die
den Schieber wieder zurücklaufen lassen würde. Dieses selbsttätige Zurücklaufen wird
durch geeignete mechanische Sperren verhindert, die manuell gelöst werden müssen.
Um die Schwenkbewegung zu erzeugen, muß am Schieber ein Drehmoment aufgebracht werden.
Die für das Drehmoment notwendige Kraft wird durch Muskelkraft oder elektrische, hydraulische
oder pneumatische Hilfsenergie erzeugt. In Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden
Energiearten kann auch eine Kombination aus den vorgenannten Möglichkeiten zum Einsatz
kommen.
[0005] Beispielsweise ist bekannt, daß ein solcher Schüttgutwagen zur Krafterzeugung ein
Handrad besitzt, die Kraft über ein Stirnradgetriebe verstärkt und über ein Gestänge
zum Schieber geführt wird. Das Gestänge ist an den Schieberholmen gelenkig und mit
einem definierten Abstand vom Drehpunkt angeschlossen. Als Sicherung gegen selbsttätiges
Rücklaufen des Schiebers ist in bekannter Ausführung eine gezahnte Sperrscheibe mit
Sperrhebel an der Getriebeausgangswelle vorgesehen. Diese Sperrscheibe hemmt die Bewegung
nur in einer Drehrichtung, in Richtung

Schließen". Nachteilig bei dieser Lösung ist, dass im Öffnungsprozeß der Schieber
(Drehen am Handrad) bei jedem Umgreifen des Bedieners der Schieber durch das Eigengewicht
um den Betrag eines Zahnes der Sperrscheibe zurtickläuft. Andererseits kann bei sehr
gutem Fließverhalten das Ausfließen des Ladegutes den Öffnungsprozeß stark unterstützen
und den gesamten Antrieb beschleunigen, so daß das Handrad selbsttätig und unkontrollierbar
dreht. Nach Erreichen der

Offenstellung" wird der Schieber durch die Sperrscheibe in dieser Lage fixiert. Zum
Verschließen muß der Sperrhebel aus der Sperrscheibe gelöst werden und der Schieber
läuft selbsttätig durch sein Eigengewicht zu. Auch in diesem Fall dreht sich das Handrad
unkontrollierbar. Diese selbsttätige Bewegung des Schiebers, die sich bis zum Handrad
fortsetzt, stellt eine große Gefährdung des Bedienpersonals dar, wie auch für die
Bauteile des Schieberantriebes. Aus dem Einsatz der Fahrzeuge ist bekannt, daß das
selbsttätige Drehen des Handrades zu schweren Verletzungen des Bedieners geführt haben,
weil versucht wurde, das schnell laufende Handrad mit den Händen zu bremsen.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Antriebseinrichtung für die Entladeöffnung von
Schüttgutwagen zu schaffen, die in beiden Drehrichtungen zu keinen selbsttätigen,
unkontrollierbaren oder rücklaufenden Bewegungen führt und dadurch die Arbeitssicherheit
des Bedienpersonals erhöht, eine Selbstzerstörung der Antriebsbauteile verhindert
und somit die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge verbessert, wobei der Bewegungsablauf
in den beiden Drehrichtungen auch unterschiedlich stark ausgebildet sein kann.
[0007] Die Lösung der Aufgabe erfolgt dadurch, dass zwischen Krafteinleitungsstelle des
Bedieners, z.B. Handrad, und Verschlußschieber ein solches Getriebe angeordnet wird,
das am Getriebeausgang nur dann eine Drehbewegung ermöglicht, wenn am Getriebeeingang
eine Drehbewegung aufgebracht wird. Dabei ist beispielsweise am Getriebeeingang ein
Handrad angebracht, während am Getriebeausgang hin zum Verschlußschieber übliche Kraftübertragungsglieder,
wie Welle, Hebel und Schubstangen angeordnet sind. Beispielsweise wird die Hemmung
durch Schneckengetriebe oder Stirnradgetriebe mit extremer Schrägverzahnung erreicht.
Durch die Wahl der Verzahnungsgeometrie und Schmiermittel im Eingriffsbereich der
Verzahnung kann die Stärke der Hemmung den jeweiligen Erfordernissen angepaßt werden.
Die Einstellbreite reicht von leichter Bremsung bis zur absoluten Blockade am Getriebeausgang
bei Einleitung eines Drehmomentes am Getriebeausgang. Beispielsweise ist auch die
Kombination möglich, daß in der einen Drehrichtung nur gebremst und in der anderen
Drebrichtung blockiert wird, wenn am Getriebeausgang ein Drehmoment angreift.
Mit der Anordnung eines solchen Getriebes wird erreicht, dass einerseits das Ladegut
und andererseits die Gewichtskraft des Schiebers keine beschleunigende Wirkung auf
den Verschlußantrieb ausüben kann, die Bauteile vor Überbeanspruchung geschützt und
das Bedienen des Antriebes für das Personal sicherer gestaltet werden.
[0008] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
Die zugehörigen Zeichnungen zeigen in:
- Fig. 1:
- eine Seitenansicht des Schüttgutwagens,
- Fig. 2:
- die Draufsicht auf den schematisch dargestellten Antrieb der Verschlußeinrichtung,
- Fig. 3:
- eine Einzelheit aus dem Getriebeausschnitt,
- Fig. 4:
- die Ansicht B nach Fig. 2,
- Fig. 5:
- den Schnitt C-C nach Fig. 2.
[0009] Nach Fig. 1 dient ein Behälter 1 zur Aufnahme des Ladegutes. Ein schwenkbares Dach
2 verschließt die obere Beladeöffnung. Nach unten mündet der Behälter 1 in vier trichterförmige
Öffnungen 3. Eine Entladeöffnung 8 wird von unten durch einen schwenkbaren Schieber
4 verschlossen. Der Schieber 4 schwenkt um eine seitlich der trichterförmigen Öffnung
3 angeordneten Lagerung 5. Ein Holm 7 stellt die Verbindung zwischen einer Verschlußfläche
6 des Schiebers 4 und der Lagerung 5 her. Die zum Schwenken des Schiebers 4 notwendige
Kraft wird in diesem Beispiel durch Muskelkraft über ein Handrad 10 erzeugt. Ein Getriebe
11 verstärkt diese Kraft und leitet sie über Kraftübertragungsglieder 9 an den Holm
7 des Schiebers 4 weiter. Das Getriebe 11 ist in der Art ausgebildet, wenn vom Schieber
4 ausgehend ein Drehmoment am Ausgang des Getriebes 11 anliegt und das Moment innerhalb
der Verzahnung durch Reibung vermindert oder gänzlich abgebaut wird.
Prinzipiell ist dieser Reibungsvorgang in Fig. 3 dargestellt. Das Handrad 10 ist an
dem Antriebsteil 12 angeordnet, das einer Getriebe-Antriebswelle 16 entspricht. Ein
Abtriebsteil 13 am Ausgang des Getriebes 11 entspricht einer Getriebe-Abtriebswelle
14. Die Getriebe-Abtriebswelle 14 ist nach Fig. 5 über einen Hebel 15 und einer daran
beweglich angeordneten Koppelstange 17 mit dem Holm 7 gelenkig verbunden. Eine Bewegung
des Abtriebsteiles 13 ist nur möglich, wenn das Antriebsteil 12 bewegt wird. Umgekehrt,
bei Kraftausübung auf das Abtriebsteil 13 ist eine Bewegung des Antriebsteiles 12
unmöglich oder nur durch überhöhte Zugabe von Schmiermitteln erreichbar. Bei der Verwendung
eines bekannten Schneckengetriebes oder extrem schrägverzahnten Stirnradgetriebes
ist dieses Prinzip in eine endlose, kontinuierliche Bewegung umgesetzt.
Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
[0010]
- 1
- Behälter
- 2
- Dach (schwenkbar)
- 3
- trichterförmige Öffnung
- 4
- Schieber (schwenkbar)
- 5
- Lagerung
- 6
- Verschlußfläche
- 7
- Holme
- 8
- Entladeöffnung
- 9
- Kraftübertragungsglied
- 10
- Handrad
- 11
- Getriebe
- 12
- Antriebsteil
- 13
- Abtriebsteil
- 14
- Getriebe-Abtriebswelle
- 15
- Hebel
- 16
- Getriebe-Antriebswelle
- 17
- Koppelstange
1. Antriebseinrichtung für die untere Entladeöffnung (8) von Schüttgutwagen, bestehend
aus Verschlußschieber (4), mechanischen Kraftübertragungsgliedern (9), Handrad (10)
[Krafteinleitungsstelle] und Getriebe (11), dadurch gekennzeichnet, daß das zwischen
Kraftübertragungsgliedern (9) eines Verschlußschiebers (4) und einem Handrad (10)
angeordnete Getriebe (11) als selbsthemmendes Getriebe (11) ausgebildet ist.
2. Antrieb von Verschlußeinrichtungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Getriebe (11) aus einem Zahnradgetriebe besteht.
3. Antrieb nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die sich gegenüberliegenden
Zahnflanken des selbsthemmenden Getriebes (11) unterschiedliche Rauheitsgrade aufweisen.