[0001] Die Erfindung betrifft Tensidmischungen aus Fettsäure-N-Alkylpolyhydroxyamiden und
Fettsäureamidoalkoxylaten sowie Wasch- und Reinigungsmittel, die diese Tensidmischungen
enthalten.
[0002] Die Verwendung von Fettsäure-N-alkyl-polyhydroxyamiden, insbesondere von Fettsäure-N-methylglucamid
in Wasch- und Reinigungsmitteln ist bereits bekannt (WO 92/06 159, WO 920/6160).
[0003] Wesentliche Vorteile der Fettsäure-N-alkyl-polyhydroxyalkylamide sind ihre hohe Reinigungskraft,
gute Fettdispergierbarkeit, gute Hautfreundlichkeit, ihre gute biologische Abbaubarkeit
und ihre Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen.
[0004] Nachteilig für die Anwendung und Formulierbarkeit dieser Tensidklasse ist eine begrenzte
Löslichkeit in Wasser, insbesondere ab einer Kettenlänge von C16. Bei höheren Konzentrationen
in Wasser tendieren Fettsäure-N-alkyl-polyhydroxyalkylamide zur Gelbildung oder bilden
Niederschläge. Höhere Temperaturen zur Absenkung der Gelbildung und Viskosität führen
zu verstärkter Hydrolyse der Waschaktivsubstanz.
[0005] Überraschend wurde gefunden, daß die Löslichkeit von Fettsäure-N-alkylpolyhydroxyalkylamiden
in Wasser durch Zugabe von Fettsäureamidoalkoxylaten wesentlich verbessert werden
kann.
Desweiteren wirken diese beiden nichtionischen Tensidklassen synergistisch auf die
Schaumbildung auch bei geringen Konzentrationen, auf die Schaumstabilität, sowie auf
das Spülvermögen in Haushaltsreinigungs- und Geschirrspülmitteln.
[0006] Der Zusatz von Fettsäureamidoalkoxylaten zu Fettsäurepolyhydroxyamiden bewirkt auch
eine Herabsetzung der Viskosität und beeinflusst den Kältetrübungspunkt günstig.
[0007] Gegenstand der Erfindung sind Tensidmischungen aus Fettsäure-N-alkylpolyhydroxyamiden
der Formel I
R
1CONR
2Z (I)
worin R
1 eine lineare oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte Alkylgruppe mit 7 bis
21 Kohlenstoffatomen. Z eine Polyhydroxykohlenwasserstoffgruppe mit mindestens drei
Hydroxylgruppen, die auch alkoxyliert sein können, und R
2 C
1-C
8-Alkyl, eine Gruppe der Formeln -(CH
2)
xNR
3R
4 oder R
5O(CH
2)
n-, wobei R
3 und R
4 C
1-C
4-Alkyl oder C
2-C
4-Hydroxyalkyl, R
5 C
1-C
4-Alkyl, n eine Zahl von 2 bis 4 und x eine Zahl von 2 bis10 bedeuten und Fettsäureamidoalkoxylaten
der Formel II
R-CON(R
6)(R
7) (II)
worin R eine Alkylgruppe oder Alkenylgruppe mit 7 bis 21 Kohlenstoffatomen, R
6 Wasserstoff oder eine Gruppe -(AO)
xH, R
7 eine Gruppe -(AO)
xH, A eine Gruppe der Formeln -C
2H
4-, -C
3H
6- oder -C
4H
8- und x eine Zahl von 1 bis 20 bedeuten.
[0008] Bevorzugt sind Verbindungen der Formel I, worin R
1 C
7-C
21-Alkyl oder C
7-C
21-Alkenyl bedeutet. So kann der Rest R
1CO beispielsweise der Acylrest der Cocosfettsäure, Stearinsäure, Ölsäure, Laurinsäure,
Myristinsäure, Caprinsäure, Palmitinsäure oder Talgfettsäure sein. R
2 ist vorzugsweise C
1-C
4-Alkyl und Z ist vorzugsweise ein Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 5 C-Atomen, der sich
von Zuckeralkoholen ableitet, beispielsweise 1-Desoxyglucityl, 2-Desoxyfructityl,
1-Desoxymaltityl, 1-Desoxylactityl, 1-Desoxygalactityl, 1-Desoxymannityl, 1-Desoxymaltotriityl.
Besonders bevorzugt sind C
8-C
22-, insbesondere C
12-C
18-Acyl-N-methylglucamide.
[0009] Die Verbindungen der Formel I werden in an sich bekannter Weise hergestellt durch
reduktive Aminierung eines reduktiven Zuckers mit einem Alkylamin und anschließende
Veresterung mit einer Fettsäure oder Fettsäureester. Näheres zur Herstellung dieser
Verbindungen findet sich in WO 92/06160 sowie in der dort angegebenen Literatur.
[0010] Als Fettsäureamidoalkoxylate der Formel II sind Verbindungen der Formel II bevorzugt,
worin R C
9-C
17-Alkyl, R
6 Wasserstoff und R
7 eine Gruppe der Formel -(AO)
xH und A -C
2H
4- oder -C
3H
6- bedeuten.
[0011] Fettsäureamidoalkoxylate der Formel II werden durch Umsetzung von Fettsäuremethylester
und Mono- oder Dialkanolamin und anschließender Alkoxylierung erhalten.
[0012] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Tensidmischungen, enthaltend Fettsäure-N-Alkyl-Polyhydroxyamid
und Fettsäureamidoalkoxylat erfolgt in folgender Weise: Festes bis hochviskoses Fettsäure-N-alkyl-polyhydroxyamid
wird auf Temperaturen von 40°C bis 130°C, bevorzugt 50°C bis 100°C erwärmt, das Fettsäureamidoalkoxylat
wird zugegeben und bei diesen Temperaturen durch Verkneten im Zeitraum von 0,5 Minuten
bis 180 Minuten, bevorzugt 1 bis 30 Minuten innig vermischt. Die erhaltenen pastösen
Mischungen verfestigen sich bei Raumtemperatur zu festen bis klebrig festen Blöcken,
die in einem weiteren Verfahrensschritt durch Zugabe von bei der Herstellung von Wasch-
und Reinigungs- und Geschirrspülmitteln üblichen Zusatzstoffen wie beispielsweise
Tenside, Lösungsvermittler, Entschäumer, Builder, Trägermaterialien, Salze und Stellmittel,
Bleichmittel, optische Aufheller, Vergrauungsinhibitoren und Bleichaktivatoren weiterverarbeitet
werden können.
[0013] Das Gewichtsverhältnis der Fettsäurepolyhydroxyamide der Formel I und der Fettsäureamidoalkoxylate
der Formel II kann in weiten Grenzen schwanken und beträgt im allgemeinen 90:10 bis
10:90, bevorzugt 90:10 bis 30:70, insbesondere 80:20 bis 50:50 Gew.-%.
[0014] Die erfindungsgemäßen Tensidmischungen lassen sich generell in allen Wasch- und Reinigungsmitteln
jeder Art einsetzen, bevorzugt dienen diese Tensidmischungen für die Herstellung von
Handgeschirrspülmitteln, flüssigen Allzweckreinigern oder flüssigen Feinwaschmitteln
für die Handwäsche. All diese Wasch- und Reinigungsmittel können neben den erfindungsgemäßen
Tensidmischungen noch weitere Tenside nichtionischer, anionischer, kationischer oder
amphotärer Natur sowie übliche Hilfs- und Zusatzstoffe in unterschiedlichen Mengen
enthalten.
[0015] Bevorzugte nichtionische Tenside sind Fettalkoholoxethylate mit ca. 1 bis ca. 25
mol Ethylenoxid. Die Alkylkette der aliphatischen Alkohole kann linear oder verzweigt,
primär oder sekundär sein, und enthält im allgemeinen von 8 bis 22 Kohlenstoffatome.
Besonders bevorzugt sind die Kondensationsprodukte von Alkoholen, die eine Alkylkette
von 10 bis 20 Kohlenstoffen enthalten, mit 2 bis 18 mol Ethylenoxid pro mol Alkohol.
Die Alkylkette kann gesättigt oder auch ungesättigt sein. Ebenso können die Alkoholethoxylate
eine enge Homologenverteilung des Ethylenoxides (

Narrow Range Ethoxylates") oder eine breite Homologenverteilung des Ethylenoxides
(

Broad Range Ethoxylates") aufweisen. Beispiele von kommerziell erhältlichen nichtionischen
Tensiden dieses Types sind Tergitol™ 15-S-9 (Kondensationsprodukt eines C11-C15 linearen
sekundären Alkohols mit 9 mol Ethylenoxid), Tergitol™ 24-L-NMW (Kondensationsprodukt
eines C12-C14-linearen primären Alkohols mit 6 mol Ethylenoxid mit enger Molgewichtsverteilung).
Ebenfalls unter diese Produktklasse fallen die Genapol™-Marken der Clariant GmbH.
[0016] Darüberhinaus kommen erfindungsgemäß auch andere bekannte Typen von nichtionischen
Tensiden in Frage, wie Polyethylen-, Polypropylen- und Polybutylenoxidaddukte von
Alkylphenolen mit 6 bis 12 C-Atomen in der Alkylkette, Additionsprodukte von Ethylenoxid
mit einer hydrophoben Base, gebildet aus der Kondensation von Propylenoxid mit Propylenglykol
oder Additionsprodukte von Ethylenoxid mit einem Reaktionsprodukt von Propylenoxid
und Ethylendiamin.
[0017] Desweiteren können semipolare nichtionische Tenside, beispielsweise
[0018] Aminoxide der Formel III

eingesetzt werden, worin R
8 eine Alkyl-, Hydroxyalkyl- oder Alkylphenolgruppe oder Mischungen hiervon darstellt
mit einer Kettenlänge von 8 bis 22 Kohlenstoffatome; R
9 ist eine Alkylen- oder Hydroxyalkylengruppe mit 2 bis 3 Kohlenstoffatomen oder Mischungen
hiervon; R
10 ist eine Alkyl- oder Hydroxyalkylgruppe mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen oder eine Polyethylenoxidgruppe
mit 1 bis 3 Ethylenoxideinheiten. Die R
10/R
9-Gruppen können miteinander über ein Sauerstoff- oder Stickstoffatom verbunden sein
und somit einen Ring bilden.
Diese Aminoxide umfassen besonders C
10-C
18-Alkyldimethylaminoxide und C
8-C
12-Alkoxyethyl-Dihydroxyethylaminoxide.
[0019] Die erfindungsgemäßen Tensidgemische aus Fettsäurepolyhydroxyamiden der Formel I
und der Fettsäureamidoalkoxylate gemäß der Formel II können weitere nichtionische
Tenside im Gewichtsverhältnis von 95 zu 5 bis 5 : 95 enthalten. Vorteilhaft ist ein
Gewichtsverhältnis von 80 zu 20 bis 20 zu 80.
[0020] Anstelle oder zusätzlich zu den nichtionischen Tensiden können die erfindungsgemäßen
Mischungen auch anionische Tenside enthalten.
[0021] Als anionische Tenside kommen in Betracht vor allem geradkettige und verzweigte Alkylsulfate,
-sulfonate, -carboxylate, -phosphate, Alkylestersulfonate, Arylalkylsulfonate, ,Alkylethersulfate
und Mischungen aus den genannten Verbindungen. Im folgenden sollen einige der in Frage
kommenden Typen von anionischen Tensiden näher beschrieben werden.
Alkylestersulfonate
[0022] Alkylestersulfonate stellen lineare Ester von C
8-C
20-Carboxylsäuren (d.h. Fettsäuren) dar, die durch SO
3 sulfoniert werden, wie in

The Journal of the American Oil Chemists Society", 52 (1975), pp. 323-329 beschrieben.
Geeignete Ausgangsmaterialien sind natürliche Fettderivate, wie z.B. Talg- oder Palmölfettsäure.
Alkylsulfate
[0023] Alkylsulfate sind wasserlösliche Salze oder Säuren der Formel ROSO
3M, worin R bevorzugt einen C
10-C
24-Kohlenwasserstoffrest, bevorzugt einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 10 bis 20
C-Atomen, besonders bevorzugt einen C
12-C
18-Alkyl- oder Hydroxyalkylrest darstellt. M ist Wasserstoff oder ein Kation, z.B. ein
Alkalimetallkation (z.B. Natrium, Kalium, Lithium) oder Ammonium oder substituiertes
Ammonium, z.B. ein Methyl-, Dimethyl- und Trimethylammoniumkation oder ein quaternäres
Ammoniumkation, wie Tetramethylammonium- und Dimethylpiperidiniumkation und quatäre
Ammoniumkationen, abgeleitet von Alkylaminen wie Ethylamin, Diethylamin, Triethylamin
und deren Mischungen. Alkylketten mit C
12-C
16 sind dabei bevorzugt für niedrige Waschtemperaturen (z.B. unter ca. 50°C) und Alkylketten
mit C
16-C
18 bevorzugt für höhere Waschtemperaturen (z.B. oberhalb ca. 50°C).
Alkylethersulfate
[0024] Die Alkylethersulfate sind wasserlösliche Salze oder Säuren der Formel RO(A)
mSO
3M, worin R einen unsubstituierten C
10-C
24-Alkyl- oder Hydroxyalkylrest, bevorzugt einen C
12-C
20-Alkyl- oder Hydroxyalkylrest, besonders bevorzugt einen C
12-C
18-Alkyl- oder Hydroxyalkylrest darstellt. A ist eine Ethoxy- oder Propoxyeinheit, m
ist eine Zahl von größer als 0, typischerweise zwischen ca. 0,5 und ca. 6, besonders
bevorzugt zwischen ca. 0,5 und ca. 3 und M ist ein Wasserstoffatom oder ein Kation
wie z.B. ein Metallkation (z.B. Natrium, Kalium, Lithium, Calcium, Magnesium, etc.),
Ammonium oder ein substituiertes Ammoniumkation. Beispiele für substituierte Ammoniumkationen
sind Methyl-, Dimethyl-, Trimethylammonium- und quaternäre Ammoniumkationen wie Tetramethylammonium
und Dimethylpiperidiniumkationen, sowie solche, die von Alkylaminen, wie Ethylamin,
Diethylamin, Triethylamin, Mischungen davon und ähnliche, abgeleitet sind. Als Beispiele
seien genannt C
12C
18-Alkyl-polyethoxylat-(1,0)-sulfat, C
12-C
18-Alkyl-polyethoxylat (2,25)sulfat, C
12-C
18-Alkyl-polyethoxylat (3,0)sulfat, C
12-C
18-Alkyl-polyethoxylat (4,0)sulfat, wobei das Kation Natrium oder Kalium ist.
[0025] Andere anionische Tenside die nützlich für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln
sind, sind C
8-C
24-Olefinsulfonate, sulfonierte Polycarboxylsäuren, hergestellt durch Sulfonierung der
Pyrrolyseprodukte von Erdalkalimetallcitraten, wie z.b. beschrieben im britischen
Patent GB 1,082,179, Alkylglycerinsulfate, Fettacylglycerinsulfate, Oleylglycerinsulfate,
Alkylphenolethersulfate, primäre Paraffinsulfonate, Alkylphosphate, Alkyletherphosphate,
Isethionate, wie Acylisethionate, N-Acyltauride, Alkylsuccinamate, Sulfosuccinate,
Monoester der Sulfosuccinate (besonders gesättigte und ungesättigte C
12-C
18-Monoester) und Diester der Sulfosuccinate (besonders gesättigte und ungesättige C
12-C
18-Diester), Acylsarcosinate, Sulfate von Alkylpolysacchariden wie Sulfate von Alkylpolyglycosiden,
verzweigte primäre Alkylsulfate und Alkylpolyethoxycarboxylate wie die der Formel
RO(CH
2CH
2)
kCH
2COO
-M
+ worin R ein C
8-C
22Alkyl, k eine Zahl von 0 bis 10 und M ein ein lösliches Salz bildendes Kation ist.
Harzsäuren oder hydrierte Harzsäuren, wie Rosin oder hydriertes Rosin oder Tallölharze
und Tallölharzsäuren sind ebenfalls einsetzbar. Weitere Beispiele sind in

Surface Active Agents and Detergents" (Vol. I und II, Schwartz, Perry und Berch) beschrieben.
Eine Vielzahl solcher Tenside sind auch im US-Patent 3,929,678 beansprucht.
[0026] Die erfindungsgemäßen Tensidgemische können die anionischen Tenside im Gewichtsverhältnis
von 99 zu 1 bis 1:99 enthalten. Vorteilhaft ist ein Gewichtsverhältnis von 80:20 bis
20:80.
[0027] Beispiele für amphotere Tenside, die in den Formulierungen der vorliegenden Erfindung
Einsatz finden können, sind vor allem solche, die breit als Derivate von aliphatischen
sekundären und tertiären Aminen beschrieben werden, in denen der aliphatische Rest
linear oder verzweigt sein kann und in denen einer der aliphatischen Substituenten
zwischen 8 bis 18 Kohlenstoffatome enthält und eine anionische, wasserlösliche Gruppe,
wie z.B. Carboxy, Sulfonat, Sulfat, Phosphat oder Phosphonat enthält. Amphotere Tenside
in diesem Zusammenhang schließen amphotere Imidazolinium-Tenside ein, wie sie in der
nachfolgenden Formel IV dargestellt sind:

worin R
11 C
8-C
22-Alkyl oder -Alkenyl, bevorzugt C
12-C
16, R
12 Wasserstoff oder eine Gruppe der Formel CH
2CO
2M, R
13 eine Gruppe der Formeln CH
2CH
2OH oder CH
2CH
2OCH
2CHCOOM, R
14 Wasserstoff oder eine Gruppe der Formeln CH
2CH
2OH oder CH
2CH
2OCH
2CHCOOM, Z CO
2M oder CH
2CO
2M bedeutet, n ist 2 oder 3, bevorzugt 2, M ist Wasserstoff oder ein Kation wie Alkalimetall,
Erdalkalimetall, Ammoniak oder Alkanolammonium.
[0028] Bevorzugte amphotere Tenside der obigen Formel sind Monocarboxylate und Dicarboxylate.
Bespiele dieser Verbindungen schließen Cocoamphocarboxypropionat, Cocoamidocarboxypropionsäure,
Cocoamphocarboxyglycinat (oder auch als Cocoamphodiacetat bezeichnet) und Cocoamphoacetat
ein.
[0029] Weitere bevorzugte amphotere Tenside sind Alkyldimethylbetaine, Alkylamidobetaine
und Alkyldipolyethoxybetaine mit einem Alkylrest, der linear oder verzweigt sein,
mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen, bevorzugt mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen und besonders
bevorzugt mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen. Diese Verbindungen werden z.B. von der
Clariant GmbH unter dem Handelnamen Genagen® CAB vermarktet.
[0030] Typische Beispiele für kationische Tenside sind quartäre Ammoniumverbindungen und
Esterquats, insbesondere quaternierte Fettsäurealkanolaminester-Salze und Dialkylaminopropylaminester-Salze.
Die erfindungsgemäßen Tensidgemische können die kationischen Tenside im Gewichtsverhältnis
von 99 zu 1 bis 1: 99 enthalten. Vorteilhaft ist ein Gewichtsverhältnis von 90 zu
10 bis 10 zu 90.
Hilfs- und Zusatzstoffe
[0031] Die Wasch- und Reinigungsmittel enthalten, je nach Anwendungszweck, neben den genannten
Tensiden noch die jeweils spezifischen Hilfs- und Zusatzstoffe beispielsweise Builder,
Salze, Bleichmittel, Bleichaktivatoren, optische Aufheller, Vergrauungsinhibitoren,
Lösungsvermittler, Enzyme, Verdickungsmittel, Konservierungsmittel, Duft- und Farbstoffe,
Perlglanzmittel, Schauminhibitoren, Sequestriermittel.
[0032] Als organische und anorganische Gerüststoffe eignen sich neutral oder insbesondere
alkalisch reagierende Salze, die Calciumionen auszufällen oder komplex zu binden vermögen.
Geeignete und insbesondere ökologisch unbedenkliche Buildersubstanzen, wie feinkristalline,
synthetische wasserhaltige Zeolithe von Typ NaA, die ein Calciumbindevermögen im Bereich
von 100 bis 200 mg CaO/g aufweisen, finden eine bevorzugte Verwendung. In nichtwässrigen
Systemen werden bevorzugt Schichtsilikate eingesetzt. Zeolith und die Schichtsilikate
können in einer Menge bis zu 20 Gew.-% im Mittel enthalten sein. Brauchbare organische
Gerüstsubstanzen sind beispielsweise die bevorzugt in Form ihrer Natriumsalze eingesetzten
Percarbonsäuren, wie Citronensäure und Nitriloacetat (NTA), Ethylendiamintetraessigsäure,
sofern ein derartiger Einsatz aus ökologischen Gründen nicht zu beanstanden ist. Analog
hierzu können auch polymere Carboxylate und deren Salze eingesetzt werden. Hierzu
gehören beispielsweise die Salze homopolymerer oder copolymerer Polyacrylate, Polymethacrylate
und insbesondere Copolymere der Acrylsäure mit Maleinsäure, vorzugsweise solche aus
50% bis 10% Maleinsäure und auch Polyvinylpyrrolidon und Urethane. Die relative Molekülmasse
der Homopolymeren liegt im allgemeinen zwischen 1000 und 100 000, die der Copolymeren
zwischen 2000 und 200 000, vorzugsweise 50 000 bis 120 000, bezogen auf die freie
Säure, insbesondere sind auch wasserlösliche Polyacrylate geeignet, die beispielsweise
mit etwa 1% eines Polyallylethers der Sucrose quervernetzt sind und die eine relative
Molekülmasse oberhalb einer Million besitzen. Beispiele hierfür sind die unter dem
Namen Carbopol 940 und 941 erhältlichen Polymere. Die quervernetzen Polyacrylate werden
in Mengen nicht über 1 Gew.-%, vorzugsweise in Mengen von 0,2 bis 0,7 Gew.-% eingesetzt.
[0033] Diese Gerüstsubstanzen können in Mengen bis zu 5 Gew.-% eingesetzt werden.
[0034] Die erfindungsgemäßen Mittel können als Schauminhibitoren Fettsäurealkylesteralkoxylate,
Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner, gegebenenfalls silanierter
Kieselsäure sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse und deren gemische mit
silanierter Kieselsäure, enthalten. Mit Vorteil können auch Gemische verschiedener
Schauminhibitoren verwendet werden, z.B. solche aus Silikonöl, Paraffinöl oder Wachsen.
Vorzugsweise sind Schauminhibitoren an eine granulare, in Wasser lösliche oder dispergierbare
Trägersubstanz gebunden.
[0035] Die Flüssigwaschmittel können als optische Aufheller beispielsweise Derivate der
Diaminostilbendisulfonsäure bzw. deren Alkalimetallsalze enthalten, die sich gut in
die Dispersion einarbeiten lassen. Der maximale Gehalt an Aufhellern in den erfindungsgemäßen
Mitteln beträgt 0,5 Gew.-%, vorzugsweise werden Mengen von 0,02 bis 0,25 Gew.-% eingesetzt.
[0036] Die gewünschte Viskosität der Mittel kann durch Zugabe von Wasser und/oder organischen
Lösungsmitteln oder durch Zugabe einer Kombination aus organischen Lösungsmitteln
und Verdickungsmitteln eingestellt werden.
Prinzipiell kommen als organische Lösungsmittel alle ein- oder mehrwertigen Alkohole
in Betracht. Bevorzugt werden Alkohole mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen wie Methanol,
Ethanol, Propanol, Isopropanol, geradkettige und verzweigtes Butanol, Glycerin und
Mischungen aus den genannten Alkoholen eingesetzt. Weitere bevorzugte Alkohole sind
Polyethylenglykole mit einer relativen Molekülmasse unter 2000. Insbesondere ist ein
Einsatz von Polyethylenglykol mit einer relativen Molekülmasse zwischen 200 und 600
in Mengen bis zu 45 Gew.-% und von Polyethylenglykol mit einer relativen Molekülmasse
zwischen 400 und 600 in Mengen von 5 bis 25 Gew.-% bevorzugt. Eine vorteilhafte Mischung
aus Lösungsmitteln besteht aus monomerem Alkohol, beispielsweise Ethanol und Polyethylenglykol
im Verhältnis 0.5 : 1 bis 1.2 : 1, wobei die erfindungsgemäßen Flüssigwaschmittel
8 bis 12 Gew.-% einer solchen Mischung enthalten können.
[0037] Weitere geeignete Lösungsmittel sind beispielsweise Triacetin (Glycerintriacetat)
und 1 -Methoxy-2-propanol.
[0038] Als Verdickungsmittel werden bevorzugt gehärtetes Rizinusöl, Salze von langkettigen
Fettsäuren, vorzugsweise in Mengen von 0 bis 5 Gew.-% und insbesondere in Mengen von
0,5 bis 2 Gew.-%, beispielsweise Natrium-, Kalium-, Aluminium-, Magnesium- und Titan-Stearate
oder die Natrium und/oder Kalium-Salze der Behensäure, sowie Polysaccharide, insbesondere
Xanthan-Gum, Guar-Guar, Agar-Agar, Alginate und Tylosen, Carboxymethylcellulose und
Hydroxyethylcellulose, ferner höhermolekulare Polyethylenglycolmono- und diester von
Fettsäuren, Polyacrylate, Polyvinylalkohol und Polyvinylpyrrolidon eingesetzt.
[0039] Als Enzyme kommen solche aus der Klasse der Proteasen, Lipasen, Amylasen bzw deren
Gemische in Frage. Ihr Anteil kann 0,2 bis 1 Gew.-% betragen. Die Enzyme können an
Trägersubstanzen adsorbiert werden und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein.
[0040] Um Spuren von Schwermetallen zu binden, können die Salze von Polyphosphorsäuren,
wie 1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure (HEDP) und Diethylentriaminpentamethylenphosphonsäure
(DTPMP) eingesetzt werden.
[0041] Als Konservierungsmittel eignen sich beispielsweise Phenoxyethanol, Formaldehydlösung,
Parabene, Pentandiol oder Sorbinsäure.
[0042] Als Perlglanzmittel kommen beispielsweise Glycoldistearinsäureester wie Ethylenglycoldistearat,
aber auch Fettsäuremonoglycolester in Betracht.
[0043] Als Salze bzw. Stellmittel kommen beispielsweise Natriumsulfat, Natriumcarbonat oder
Natriumsilikat (Wasserglas) zum Einsatz.
Als typische Einzelbeispiele für weitere Zusatzstoffe sind Natriumborat, Stärke, Saccharose,
Polydextrose, Stilbenverbindungen, Methylcellulose, Toluolsulfonat, Cumolsulfonat,
Seifen und Silicone zu nennen.
[0044] Zur Beurteilung der Schaumstabilität, des Spülvermögens, der Viskosität und des Kältetrübungspunktes
der erfindungsgemäßen Tensidmischung wurden Geschirrspülmittel mit den in Tabelle1
angegebenen Inhaltsstoffen getestet und Formulierungen ohne Zusatz der erfindungsgemäßen
Tensidmischung gegenübergestellt.
[0045] Die folgenden Tabellen zeigen die anwendungstechnischen Vorteile eines Spülmittels,
das ein erfindungsgemäßes Tensidgemisch enthält, im Vergleich zu zwei analogen Spülmitteln,
die jeweils nur eine Komponente des erfindungsgemäßen Tensidgemischs enthalten.
Tabelle 1
| Die Spülmittel besitzen einen WAS-Gehalt von 25%, wobei 20% WAS auf eine Hostapur
SAS : Genapol LRO = 4:1 Mischung und 5% auf GA bzw. GA/ Genagen CA050 (im Mischungsverhältnis
70:30) bzw Genagen CA050 entfallen. |
| Zusammensetzung : In % |
Spülmittel 1 |
Spülmittel 2 |
Spülmittel 3 |
| Hostapur SAS 60 |
16,0 |
16,0 |
16,0 |
| Genapol LRO fl. |
4,0 |
4,0 |
4,0 |
| Glucamid 24 |
5,0 |
|
|
| Glucamid 24 CA 05 |
|
5,0 |
|
| Genagen CA-050 |
|
|
5,0 |
| Konservierung |
0,1 |
0,1 |
0,1 |
Tabelle 2
| |
Spülmittel 1 |
Spülmittel 2 |
Spülmittel 3 |
| Viskosität (mPas) |
265 |
150 |
55 |
| Kältetrübungspunkt |
-7°C |
-10°C |
-10°C |
| Kälteklarpunkt |
bei 0°C sind die Spülmittel wieder klar |
Tabelle 3
| Solubilisierwirkung (g solubilisiertes IPM / 100 ml Tensidlösung) |
| |
Spülmittel 1 |
Spülmittel 2 |
Spülmittel 3 |
| 5 % WAS |
0,7 |
0,7 |
0,35 |
Tabelle 4
| Mini-Plate Test (Anzahl gespülter Plates = 1 g Fett) Temperatur 47°C ; c=0,016 % WAS;
Trinkwasser |
| Spülmittel 1 |
Spülmittel 2 |
Spülmittel 3 |
| 8/8 |
13/13 |
16/15 |
[0046] Die erfindungsgemäße Tensidmischung aus Fettsäure-N-Methylglucamid und Fettsäureamidooxethylat
zeigt eine signifikante Verbesserung im Solubilisiervermögen bei gleichzeitiger Verbesserung
der Schaumstabilität im Vergleich zur reinen Fettsäure-N-Methylglucamid-Variante.
Tabelle 5
| Die Spülmittel besitzen einen WAS-Gehalt von 30%, wobei 27 % auf eine Mischung aus
Alkylbenzolsulfonat/Ethersulfat bzw. Alkylsulfat/ Ethersulfat und 3 % auf das Co-Tensid
(Fettsäure-N-Methylglucamid bzw. einer Mischung aus C12-C14-Fettsäure-N-Methylglucamid und Cocosfettsäuremonoethanolamid mit 5 EO im Mischungsverhältnis
70 zu 30) entfallen. |
| Zusammensetzung In % |
Spülmittel 4 |
Spülmittel 5 |
Spülmittel 6 |
Spülmittel 7 |
| Genapol LRO fl. |
6,0 |
5,4 |
- |
- |
| Marlon A 365 |
24,0 |
21,6 |
- |
- |
| Texapon SPN 70 |
- |
- |
30,0 |
27,0 |
| Glucamid 24 CA 05 |
- |
3,0 |
- |
3,0 |
Tabelle 6
| Tellertest (Anzahl gespülter Teller); c=0.8g/l; Trinkwasser, Starttemperatur 47°C,
Einwaage 1,5 g Schmutz/Teller |
| |
Spülmittel 4 |
Spülmittel 5 |
Spülmittel 6 |
Spülmittel 7 |
| STIWA I |
16 |
30 |
28 |
32 |
| STIWA II |
12 |
14 |
22 |
27 |
[0047] Der Tellertest belegt die schaumstabilisierende Wirkung der erfindungsgemäßen Tensidmischung
aus C12/14-Fettsäure-N-Methylglucamid und Cocosfettsäuremonoethanolamid mit 5 EO im
Mischungsverhältnis 70 zu 30.
[0048] STIWA I und STIWA II sind Anschmutzungen der folgenden Zusammensetzung:
| |
STIWA I |
STIWA II |
| Rindertalg |
1,375 % |
4,125 % |
| Butter |
1,375 % |
4,125 % |
| Crème fraîche |
1,375 % |
4,125 % |
| Schmalz |
1,375 % |
4,125 % |
| Margarine |
1,375 % |
4, 125 % |
| Olivenöl |
1,375 |
4,125 % |
| Palmin |
1,375 |
4,125 % |
| Sonnenblumenöl |
1,375 % |
4,125 % |
| Trinkwasser |
45 % |
45 % |
| Roggenmehl |
33 % |
17 % |
| Milchpulver |
11 % |
5 % |
| Farbstoff |
0,2 % |
0,2 % |
Im folgenden sind einige Formulierungen unter Verwendung der erfindungsgemäßen Tensidmischung
näher beschrieben.
Handgeschirrspülmittel
Beispiel 1
[0049]
| |
100 % Wirkstoff |
| Hostapur SAS 30 |
11,5 Gew.-% |
| Wasser |
ad 100 Gew.-% |
| Genapol ZRO |
4,5 Gew.-% |
| Glucamid 24 CA 05 |
4,0 Gew.-% |
Herstellung
[0050] Alle Komponenten nacheinander miteinander verrühren.
Beispiel 2
[0051]
| |
100 % Wirkstoff |
| Hostapur SAS |
24,00 Gew.-% |
| Wasser |
ad 100 Gew.-% |
| Genapol ZRO |
6,0 Gew.-% |
| Glucamid 24 CA 05 |
5,0 Gew.-% |
Herstellung
[0052] Alle Komponenten nacheinander miteinander verrühren.
Beispiel 3
[0053]
| |
100 % Wirkstoff |
| Hostapur SAS |
15,20 Gew.-% |
| Wasser |
ad 100 Gew.-% |
| Genapol LRO |
3,80 Gew.-% |
| Genagen LAB |
1,00 Gew.-% |
| Glucamid 24 CA 05 |
5,00 Gew.-% |
Herstellung
[0054] Alle Komponenten nacheinander miteinander verrühren.
Allzweckreiniger
Beispiel 1
[0055]
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|
100 % Wirkstoff |
| A |
Hostapur SAS |
7,80 Gew.-% |
| Glucamid 24 CA 05 |
2,00 Gew.-% |
| B |
Tri-Natriumcitrat-dihydrat |
5,00 Gew.-% |
| C |
Wasser |
ad 100 Gew.-% |
Herstellung
[0056] Komponenten von A vermischen. B in C lösen und diese Lösung in Mischung A einrühren.
Beispiel 2
[0057]
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100 % Wirkstoff |
| A |
Glucamid 24 CA 05 |
6,00 Gew.-% |
| Diethylenglykolmonobutylether |
5,00 Gew.-% |
| B |
Wasser |
ad 100 Gew.-% |
| C |
Hostapur SAS 60 |
8,40 Gew.-% |
| Genapol ZRO |
1,40 Gew.-% |
Herstellung
[0058] Komponenten von A in B lösen, danach Komponenten von C nacheinander einrühren.
Flüssiges Feinwaschmittel
Beispiel 1
[0059]
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100 % Wirkstoff |
| A |
Fettsäuremischung (Prifac 7949: Palmkernöl-/Ölsäure) |
3,00 Gew.-% |
| Kaliumhydroxid (w=85%) |
0,51 Gew.-% |
| Wasser (40-50°C) |
37,00 Gew.-% |
| B |
Hostapur SAS |
14,00 Gew.-% |
| Genapol ZRO |
7,00 Gew.-% |
| Glucamid 24 CA 05 |
6,00 Gew.-% |
| C |
Citronensäure-1-hydrat |
0,20 Gew.-% |
Herstellung
[0060] Komponenten von A mischen, nacheinander Komponenten von B gründlich einrühren, abschließend
C zufügen.
Chemische Beschreibung der eingesetzten Handelsprodukte
[0061]
- ®Hostapur SAS
- sekundäres Natriumalkansulfonat
- ®Genapol LRO:
- C12-C14-Natriumalkyldiglycolethersulfat
- ®Genagen LAB
- C12-C14-Alkyldimethylbetain
- Genagen CH-050
- PEG-5 Cocamide
- ®Genapol ZRO
- C12-C14-Natriumalkyltriglycolethersulfat
- Glucamid 24 CA 05
- C12-C14-Fettsäure-N-methylglucamid/ Cocosfettsäuremonoethanolamid mit 5 EO im Mischungsverhältnis
70 zu 30
- Glucamid 24
- C12-C14-Fettsäure-N-methylglucamid
[0062] Die oben genannten Produkte sind Handelsprodukte der Clariant GmbH, Frankfurt/Main.
- ®Marlon A 365:
- lineares Alkylbenzolsulfonat mit 65 % WAS
- ®Texapon SPN 70:
- Alkylsulfat/Alkylethersulfat-Mischung im Verhältnis 1:1 mit einem Gehalt von 1,1 mol
EO, WAS-Gehalt ca. 70 %