[0001] Um Fliesen oder Keramik bedrucken zu können, kommen u. a. mit Gaze bespannte Siebdruckzylinder
zum Einsatz. Gaze können Nylon- bzw. Kunststoffsiebe mit verschiedener Maschenweite
sein. Zur Bildung der Siebdruckzylinder wird die Gaze auf zwei stabile und zum Beispiel
metallische Endringe mit bestimmtem Durchmesser aufgeklebt. Allersdings wären die
so hergestellten Siebdruckzylinder komplett instabil, so daß zwischen die beiden Endringe
zwei oder ggf. drei Distanzstangen angeordnet werden, um die Endringe auf Abstand
zu halten. Diese Distanzstangen werden ausschließlich zum Transportieren und Lagern
und ggf. beim Entwickeln der Siebdruckzylinder verwendet. Zum Beschichten, Bemustern
und Drucken werden diese Distanzstangen wieder entfernt, da bei diesen Arbeitsschritten
die Fixierung der Siebdruckzylinder bzw. ihrer Endringe von den jeweiligen Maschinen
bewerkstelligt wird.
[0002] Ist ein solcher Siebdruckzylinder auf einer der genannten Maschinen horizontal angeordnet,
schnürt sich die Gaze in der Mitte ein. Mit anderen Worten nimmt der Außendurchmesser
des Siebdruckzylinders zu seiner Mitte hin ab. Dies kann durch Spannen der Gaze in
Längsrichtung des Siebdruckzylinders nur zum Teil kompensiert werden, indem die Endringe
auseinandergefahren werden.
[0003] Soll eine mit einem lichtempfindlichen Lack zum Beispiel innen und außen beschichtete
Gaze, die zylindrisch auf gegenüberliegenden Endringen befestigt ist, in einer Belichtungsmaschine
bemustert werden, so wird herkömmlicherweise um die Gaze herum ein Film mit dem zu
druckenden Muster herumgelegt, durch den hindurch die Gaze belichtet wird. Damit der
Film exakt an der Umfangsoberfläche der Gaze anliegt, um Hohlkopien zu vermeiden,
wird außen eine zylindrische Plexiglasschale über den gesamten Umfang der Gaze aufgespannt,
während eine innen liegende Schlauchwalze den durch die Gaze gebildeten Siebdruckzylinder
aufbläst und dessen Mantel gegen die Plexiglasschale drückt, wobei der Film zwischen
der Außenseite der Gaze und der Innenseite der Plexiglasschale zu liegen kommt. Anschließend
wird die auf der Gaze liegende lichtempfindliche Schicht durch den Film hindurch belichtet,
also auch durch die Plexiglasschale hindurch, und zwar mit geeigneter Strahlung und
über einen vorbestimmten Zeitraum.
[0004] Nach dem Belichten werden Plexiglasschale und Film vom Siebdruckzylinder abgenommen
und der Siebdruckzylinder selbst aus der Belichtungsmaschine entfernt. Sodann wird
die belichtete lichtempfindliche Schicht entwickelt, getrocknet, ggf. retuschiert
und ausgehärtet, so daß der Siebdruckzylinder dann druckfertig ist.
[0005] Beim Drucken mit Hilfe des Siebdruckzylinders wird mittels einer Innenrakel die Druckfarbe
durch die jetzt bemusterte Gaze hindurch auf zum Beispiel Fliesen gedrückt. Dabei
wird die Gaze im Bereich der Rakel auf etwa den Durchmesser der Endringe ausgedehnt
bzw. verformt.
[0006] Das herkömmliche Verfahren ist relativ umständlich, da u. a. die Plexiglasschalen
zum Einsatz kommen müssen, um die Zylinderumfangswandung beim Bemustern bzw. Belichten
über Film in einer radialen Position zu halten, die der radialen Position der Umfangswandung
im Bereich der Rakel beim späteren Drucken entspricht. Andernfalls werden verzerrte
Muster erhalten.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
so weiterzubilden, daß die Handhabung der Siebdruckzylinder insbesondere beim Bemustern
verbessert wird. Es soll ebenfalls eine zur Durchführung dieses Verfahrens geeignete
Vorrichtung geschaffen werden.
[0008] Die verfahrensseitige Lösung der gestellten Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben.
Dagegen ist die vorrichtungsseitige Lösung der gestellten Aufgabe im Anspruch 8 genannt.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den jeweils nachgeordneten Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0009] Die Erfindung betrifft zunächst ein Verfahren zur Herstellung eines Siebdruckzylinders,
der einen zwischen zwei Endringen gehaltenen flexiblen und für Flüssigkeiten bzw.
pastöse Massen durchlässigen Mantel aufweist. Bei dem Verfahren wird der Mantel durch
Verschieben der Endringe voneinanderweg gespannt. Außerdem wird der Mantel von innen
durch eine nur an einer Seite der Zylinderlängsachse des Siebdruckzylinders liegenden
und sich wenigstens annähernd über die gesamte Länge des Siebdruckzylinders erstreckenden
Anlage in eine parallel zur Zylinderlängsachse liegende Position gedrückt. Dabei nimmt
die Anlage während der Drehung des Siebdruckzylinders eine stets feste Winkellage
ein. Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ferner die Bemusterung des Siebdruckzylinders
von außen bei dessen Drehung nur im Bereich der Anlage durchgeführt.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren gestattet eine erheblich einfachere Handhabung des
Siebdruckzylinders beim Bemustern, da dieser lediglich auf die Bemusterungsvorrichtung
aufgesetzt zu werden braucht, ohne daß es erforderlich ist, ihn noch mit weiteren
Anpreßelementen zu umgeben oder eine in ihm liegende Schlauchwalze aufzublasen. Das
Aufsetzen und Abnehmen auf die Vorrichtung bzw. von der Vorrichtung gestaltet sich
somit relativ leicht. Außerdem wird durch die Anlage und das Bemustern im Bereich
dieser Anlage sichergestellt, daß immer einwandfreie und unverzerrte Drucke auch beim
Bedrucken von Fliesen bzw. Keramik erhalten werden, wenn der Druckbereich bzw. die
Rakel beim Druckvorgang dort liegen, wo sich zuvor die Anlage befand.
[0011] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird als Anlage eine Walze verwendet,
deren Längsachse parallel zur Zylinderlängsachse liegt. Da sich die Walze selbst frei
um ihre Längsachse drehen kann, wird sie bei Drehung des Siebdruckzylinders um seine
Zylinderachse mitgenommen und läuft auf der Innenumfangsfläche des Siebdruckzylinders
ab. Durch diesen Abrollvorgang wird vermieden, daß zusätzliche Spannungen in die Umfangswandung
des Siebdruckzylinders übertragen werden, was zu einer noch besseren Druckqualität
führt.
[0012] Der Mantel des Siebdruckzylinders kann auf die verschiedensten Weisen bemustert werden.
Dabei erfolgt der Bemusterungsvorgang immer von außen, also an der äußeren Umfangsoberfläche
des Siebdruckzylinders.
[0013] Zum Beispiel kann die Bemusterung des Mantels so durchgeführt werden, daß auf diesen
direkt eine Abdeckflüssigkeit mustergemäß aufgebracht wird. Es kann sich hier um eine
aushärtbare Flüssigkeit, um Wachs, eine Metall-Legierung, und dergleichen, handeln.
[0014] Möglich ist es aber auch, zur Bemusterung des Mantels eine auf ihr liegende lichtempfindliche
Schicht mustergemäß zu belichten und anschließend zu entwickeln. Dabei kann die Belichtung
direkt erfolgen, beispielsweise mit Hilfe eines ein- und ausschaltbaren Laserstrahls.
Die Belichtung könnte aber auch großflächig über einen Film erfolgen, der tangential
an der äußeren Umfangsfläche des Mantels entlanggeführt wird und sich ebenfalls auf
der Anlage abstützt.
[0015] Andererseits ist es aber auch möglich, durch einen Spritzvorgang der o. g. Art zunächst
einen auf dem Mantel liegenden lichtempfindlichen Film mit lichtundurchlässiger Abdeckflüssigkeit
musterbedingt abzudecken, um auf diese Weise eine Maske herzustellen, durch die anschließend
hindurch belichtet wird.
[0016] Schließlich besteht eine andere Möglichkeit zur Bemusterung des Mantels darin, eine
auf ihm liegende Schicht unmittelbar mustergemäß durch Bestrahlung abzutragen, etwa
durch Wegbrennen mittels eine fokussierten Laserstrahls. Hier muß allerdings das Schichtmaterial
im Vergleich zum Material des Mantels so gewählt sein, daß kein Durchbrennen des Mantels
selbst erfolgt.
[0017] Die Bemusterung des Mantels kann im Bereich der Anlage vorzugsweise mit einer Bearbeitungsstation
erfolgen, die parallel zur Zylinderachse verschoben wird. Die Bearbeitungsstation
liegt also stets gegenüber der Anlage, so daß sie den Siebdruckzylinder nur im Bereich
der Anlage bemustern kann, wenn sich dieser dreht. Der Bemusterungsbereich, also der
Bereich, in welchem die Bemusterungsstation arbeiten kann, ist auf den Bereich der
Anlage beschränkt. Dies gilt natürlich nicht für das Muster, das sich über die gesamte
Umfangsoberfläche des Siebdruckzylinders erstreckt.
[0018] Als Mantel kann zum Beispiel eine Gaze verwendet werden, die Poren bzw. Öffnungen
mit bestimmter Maschenweite aufweist. Dabei kann die Gaze auch aus Nylon oder einem
anderen Kunststoff bestehen. Sie ist relativ flexibel, um insbesondere Fliesen bzw.
Keramik beim Bedrucken nicht zu beschädigen und um sich selbst nicht zu beschädigen.
[0019] Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zur Herstellung eines Siebdruckzylinders,
wobei die Vorrichtung zunächst eine Lagereinrichtung zur Lagerung des Siebdruckzylinders
aufweist, derart, daß er um seine Zylinderlängsachse drehbar ist. Die Vorrichtung
enthält ferner eine Spanneinrichtung zum Spannen des Siebdruckzylinders in Richtung
der Zylinderlängsachse und darüber hinaus eine innen und nur an einer Seite der Zylinderlängsachse
liegende und sich wenigstens annähernd über die gesamte Länge des Siebdruckzylinders
erstreckende Anlage, die die Siebdruckzylinderwand in eine parallel zur Zylinderlängsachse
liegende Position drückt und bei Drehung des Siebdruckzylinders eine feste Winkellage
einnimmt. Eine zur Vorrichtung gehörende Bearbeitungsstation zur Bemusterung des Siebdruckzylinders
von außen ist der Anlage gegenüberliegend positioniert. Die Lagereinrichtung, die
Spanneinrichtung, die Anlage und die Bearbeitungsstation können sich sämtlich auf
einem Bett einer Bearbeitungsmaschine befinden, die etwa drehbankartig ausgebildet
ist. Durch die erfindungsgemäß vorgesehene Anlage läßt sich der Siebdruckzylinder
zum Zwecke der Bemusterung in einfacher Weise auf die Maschine aufsetzen und von dieser
wieder abnehmen, so daß sich der Bearbeitungsschritt der Bemusterung insgesamt erheblich
vereinfacht.
[0020] Wie bereits erwähnt, ist die Anlage vorzugsweise als um ihre Längsachse drehbare
Welle ausgebildet, die in ihrer Winkellage fest positioniert ist und über ein Getriebe
auf derjenigen Achse ruht, auf der die Endringe sitzen und die zur Drehung des Siebdruckzylinders
gedreht wird. Insofern ergibt sich eine kompakte Baueinheit.
[0021] Die Bearbeitungsstation sitzt vorzugsweise auf einem Schlitten der Bearbeitungsmaschine,
wobei der Schlitten seinerseits auf einer Führungsschiene gleitend verschiebbar ist,
welche auf dem Maschinenbett ruht und sich parallel zur Längsrichtung der Welle erstreckt,
auf die der Siebdruckzylinder aufgesetzt worden ist.
[0022] Die Bearbeitungsstation kann nach einer Ausgestaltung der Erfindung als Spritzkopf
zum Ausspritzen von Flüssigkeiten oder anderen viskosen Medien ausgebildet sein. Dabei
kann der Spritzkopf auch so gestaltet sein, daß er sich zum Ausspritzen flüssiger
Metall-Legierungen eignet, etwa zum Ausspritzen von Woodschem Metall. Er kann in Bewegungsrichtung
hinter einer Ausspritzöffnung auch noch andere Bearbeitungseinheiten aufweisen, etwa
eine Heizquelle zum Härten der ausgespritzen Flüssigkeit durch Anwendung von Hitze.
[0023] Andererseits kann die Bearbeitungsstation aber auch einen Belichtungskopf aufweisen,
um lichtempfindliche Schichten zum Beispiel mit fokussierter Strahlung belichten zu
können oder um andere Schichten mit fokussierter Strahlung abtragen zu können. Bei
der fokussierten Strahlung kann es sich zum Beispiel um fokussierte Laserstrahlung
handeln.
[0024] Auch könnte ein Spritzkopf mit einer in Bewegungsrichtung hinter ihm liegenden Belichtungsquelle
versehen sein, so daß er nach Aufspritzen eines Bereichs einer Maske eine darunterliegende
lichtempfindliche Schicht durch die Maske hindurch sofort großflächig belichten kann.
[0025] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung
näher beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 eine Draufsicht auf eine Vorrichtung zur Bemusterung eines Siebdruckzylinders;
Figur 2 eine Seitenansicht der Vorrichtung nach Figur 1, teilweise im Schnitt; und
Figur 3 einen Axialschnitt durch die Vorrichtung nach Figur 1.
[0026] Die Figuren 1 bis 3 zeigen eine Vorrichtung nach der Erfindung zur Bemusterung eines
Siebdruckzylinders in Übereinstimmung mit dem erfindungsgemäßen Verfahren.
[0027] Gemäß Figur 1 besteht der Siebdruckzylinder 1 aus zwei Endringen 2 und 3, die eine
Gaze 4 umfangsseitig tragen. Gegenüberliegende Seitenränder der Gaze 4 sind entlang
der Umfangsränder der Endringe 2 und 3 mit diesen verklebt, wobei die aneinanderstoßenden
Ränder der Gaze 4 ebenfalls, vorzugsweise durch Verklebung, miteinander verbunden
sind, so daß die Endringe 2 und 3 zusammen mit der Gaze 4 den Siebdruckzylinder 1
bilden.
[0028] Eine zentrale Zylinderlängsachse 5 des Siebdruckzylinders 1 bzw. der Endringe 2 und
3 liegt koaxial zu einer drehbar gelagerten Welle 6 mit Wellenabschnitten 6a und 6b.
Die Wellenabschnitte 6a und 6b sind starr miteinander verbunden. Dabei ist der Wellenabschnitt
6b in geeigneter Weise mit einem Drehantrieb gekoppelt.
[0029] Auf dem Wellenabschnitt 6b befindet sich starr mit diesem verbunden ein Maschinenendring
7. Dieser Maschinenendring 7 sitzt fest auf dem Wellenabschnitt 6b und wird bei Drehung
des Wellenabschnitts 6b von diesem entsprechend mitgenommen. Auf dem anderen Wellenabschnitt
6a sitzt ein weiterer Maschinenendring 8, der bei Drehung des Wellenabschnitts 6a
von diesem entsprechend mitgedreht wird, der jedoch auf dem Wellenabschnitt 6a in
dessen Längsrichtung verschiebbar ist. Zur Verschiebung des Maschinenendrings 8 entlang
des Wellenabschnitts 6a dient eine Stellschraube 9, bei deren Drehung in der einen
oder anderen Richtung der Maschinenendring 8 entlang des Wellenabschnitts 6a entsprechend
vor- oder zurückbewegt wird.
[0030] Wie weiter unten noch ausgeführt wird, ist der Maschinenendring 7 mit dem Endring
3 starr gekoppelt, während der Maschinenendring 8 mit dem Endring 2 starr gekoppelt
ist. Die Kopplung erfolgt über Klemmringe 10 und 11, wie noch erläutert wird. Dabei
bestehen die Klemmringe 10 und 11 jeweils aus einem Paar von Halbschalen, die an einem
Ende über ein Scharnier miteinander verbunden sind und am anderen Ende einen Klemmverschluß
aufweisen, so daß beim Verschließen der jeweiligen Klemmverschlüsse die Klemmringe
10 und 11 die jeweiligen Endringe 3, 7 bzw. 2, 8 klemmend zusammenhalten.
[0031] Der Siebdruckzylinder 1 wird so montiert, daß er bei abgenommenem Maschinenendring
8 zunächst auf die Welle 6 aufgesetzt wird, wonach der Endring 3 mit dem Maschinenendring
7 unter Verwendung des Klemmrings 10 miteinander verbunden werden. Dann wird der Maschinenendring
8 auf den Wellenabschnitt 6a aufgeschoben, und es werden unter Verwendung des Klemmrings
11 die Endringe 2 und 8 miteinander verklemmt. Die Stellschraube 9 wird so gedreht,
daß sich der Maschinenendring 8 vom Maschinenendring 7 entfernt, um auf diese Weise
die zwischen den Endringen 2 und 3 liegende Gaze 4 in Längsrichtung der Welle 6 zu
spannen.
[0032] Auf der Welle 6 befindet sich ein Getriebegehäuse 12. Dieses Getriebegehäuse 12 ist
raumfest angeordnet und wird bei Drehung der Welle 6 nicht mitgenommen. Dies wird
weiter unten näher beschrieben. Mit dem Getriebegehäuse 12 ist eine Halterung 13 verbunden,
die sich in Längsrichtung der Welle 6 erstreckt und in Richtung der Zylinderlängsachse
5 eine Länge aufweist, die etwa dem Innenabstand der Endringe 2 und 3 entspricht.
Das Getriebegehäuse 12 sitzt in Längsrichtung der Welle 6 etwa mittig im Siebdruckzylinder
1, so daß die Halterung 13 das Getriebegehäuse 12 in Längsrichtung der Welle 6 nach
beiden Seiten etwa gleich weit überragt. Zur Verschiebung der Halterung 13 senkrecht
zur Zylinderlängsachse 5 sind in der Halterung radiale Längsschlitze 14 und 15 vorhanden,
durch die Schrauben 16, 17 hindurchgeführt sind, welche fest in einen Ansatz 18 eingeschraubt
sind, der mit dem Getriebegehäuse 12 fest verbunden ist. Durch Lösen der Schrauben
16, 17 läßt sich die Halterung 13 radial zur Zylinderlängsachse 5 justieren. Danach
werden die Schrauben 16 und 17 wieder festgezogen.
[0033] Die Halterung 13 weist an ihren beiden freien Enden jeweils eine Lagereinrichtung
19 und 20 auf, die in Richtung zur Innenwand des Siebdruckzylinders 1 weisen. Zwischen
den Lagereinrichtungen 19 und 20 ist eine Walze 21 über ihre Stirnseiten frei drehbar
gelagert. Die Walze 21 weist einen über ihre Länge konstanten Durchmesser auf und
erstreckt sich in Längsrichtung gesehen ebenfalls praktisch über die gesamte Länge
der Halterung 13, sieht man von dem für die Lagereinrichtungen 19 und 20 benötigten
Raum ab. Dabei liegt die Walze 21 bzw. deren Längsachse 22 parallel zur Zylinderlängsachse
5. Fehlpositionierungen können mit Hilfe des oben beschriebenen Justiermechanismus
aus den Langlöchern 14 und 15 und den Schrauben 16 und 17 ausgeglichen werden. Der
Durchmesser der Walze 21 ist so gewählt, daß sie die Lagereinrichtungen 19 und 20
in Richtung zur Innenseite der Gaze 4 ein wenig überragt. Durch die Walze 21 wird
somit erreicht, daß die Gaze 4 im Bereich der Walze 21 parallel zur Zylinderlängsachse
5 gehalten wird. Dabei kann die Walze 21 so weit radial nach außen gedrückt sein,
daß die Gaze 4 auch die Endringe 2 und 3 ein wenig in Radialrichtung überragt. Wichtig
ist, daß die Gaze 4 mit ihrer zu bemusternden Oberfläche praktisch über die gesamte
Länge der Walze 21 und damit praktisch über die gesamte Länge des Siebdruckzylinders
1 parallel zur Welle 6 bzw. Zylinderlängsachse 5 zu liegen kommt.
[0034] Der Walze 21 gegenüberliegend ist eine Bearbeitungsstation 23 angeordnet. Diese Bearbeitungsstation
23 ist in Längsrichtung der Zylinderlängsachse 5 verschiebbar gelagert und kann somit
parallel zum Siebdruckzylinder 1 in demjenigen Bereich verschoben werden, in welchem
die Gaze 4 die Walze 21 tangential beaufschlagt. Über die gesamte Länge der Walze
21 wird somit ein gleicher Abstand zwischen der Gaze 4 und der Bearbeitungsstation
23 sichergestellt. Die Konstanthaltung dieses Abstands über die Länge des Siebdruckzylinders
ist wichtig, um im späteren Druckprozeß unter Verwendung des Siebdruckzylinders 1
einwandfreie Muster erzeugen zu können.
[0035] Die Bearbeitungsstation 23 ist auf einem Schlitten 24 montiert, der entlang von Führungsbahnen
25 verschiebbar ist, welche an einem Maschinenbett 26 der Vorrichtung montiert sind.
Die Führungsbahnen 25 verlaufen dabei parallel zur Zylinderlängsachse 5. Führungsbahnen
25 und Maschinenbett 26 sind am besten in Figur 2 zu erkennen.
[0036] Bei der Bearbeitungsstation 23 kann es sich um irgendeine geeignete Station handeln,
mit der sich die Gaze 4 bemustern läßt. Beispielsweise kann die Bearbeitungsstation
23 ein Spritzkopf sein, mit dem sich ein flüssiges Medium oder ein viskoses Medium
auf die Gaze 4 aufspritzen läßt, um deren Durchgangsöffnungen mustergemäß zu verschließen.
Bei dem flüssigen Medium kann es sich um aushärtbare Tinte, Wachs oder gar um eine
flüssige Metall-Legierung handeln. Entsprechend ist die Bearbeitungsstation 23 ausgestaltet.
Die Bearbeitungsstation 23 kann aber auch eine optische Station sein, etwa eine solche
zur Aussendung eines Laserstrahls, mit dem sich eine auf der Gaze 4 befindliche lichtempfindliche
Schicht belichten läßt, die anschließend entwickelt wird, um die lichtempfindliche
Schicht mustergemäß zu öffnen. Es könnte aber auch ein Laserstrahl ausgesandt werden,
um direkt mit ihm eine auf der Gaze 4 befindliche Verschlußschicht musterbedingt abzutragen,
also wegzubrennen. Nicht zuletzt könnte die Bearbeitungsstation 23 aber auch mehrere
in Längsrichtung der Zylinderlängsachse 5 hintereinanderliegende Bearbeitungsbereiche
aufweisen. Ein erster Bearbeitungsbereich könnte zum Beispiel eine auf der Gaze 4
liegende lichtempfindliche Schicht mit einem flüssigen und lichtundurchlässigen Medium
bemustern, während ein zweiter Bearbeitungsbereich der Bearbeitungsstation 23 die
so bemusterte lichtempfindliche Schicht belichtet. Weitere Ausführungsbeispiele wären
denkbar. Wichtig ist nur, daß die Bearbeitung bzw. Bemusterung der Gaze immer im Bereich
der tangentialen Berührung zwischen Gaze 4 und Walze 21 in Längsrichtung der Walze
21 und unter gleichem Abstand von Bearbeitungsstation 23 zur Walze 21 erfolgt. Nur
auf diese Weise ist eine gute Reproduktion des Musters beim späteren Druckprozeß sichergestellt.
[0037] Die Figur 2 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung von der Seite gesehen und teilweise
im Schnitt. Gleiche Elemente wie in Figur sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen
und werden nicht nochmals beschrieben. Man erkennt, daß die Gaze 4 nur dort bemustert
wird, wo sie die Walze 21 tangential berührt. In diesem Bereich ist eine einwandfreie
Bemusterung gewährleistet, da nur dort die Gaze 4 immer einen konstanten Abstand zur
Bearbeitungsstation 23 aufweist. Die Bemusterung der Gaze 4 erfolgt so, daß sich bei
drehendem Siebdruckzylinder 1 die Bearbeitungsstation 23 in Längsrichtung der Walze
21 verschiebt.
[0038] Die Figur 3 zeigt einen Axialschnitt durch den Siebdruckzylinder 1 im Bereich der
Welle 6.
[0039] Die Wellenabschnitte 6a und 6b tragen über die Maschinenendringe 7 und 8 den Siebdruckzylinder
1, wie bereits erwähnt. Dabei umgreifen die Klemmringe 10 und 11 bzw. deren jeweilige
Halbschalen radial nach außen stehende Ansätze 3a, 7a bzw. 2a, 8a von Endring 3 und
Maschinenendring 7 bzw. Endring 2 und Maschinenendring 8, so daß auf diese Weise der
Siebdruckzylinder 1 auf der Welle 6 gehalten wird. Die Halbschalen der Klemmringe
10 und 11 können abgeschwenkt werden, um den Siebdruckzylinder 1 freizugeben. Er kann
dann nach Abnahme des Maschinenendrings 8 vom Wellenabschnitt 6a von der gesamten
Welle 6 abgezogen werden.
[0040] Die Welle 6 ist rechtsseitig in Figur 3 auf einem Lagerbock 27 gelagert, der auf
dem Maschinenbett 26 fest montiert ist. Das Maschinenbett 26 ist in Figur 3 nur schematisch
angedeutet. Ein mit der Welle 6 fest verbundener Achsansatz 27 dient zum Antrieb der
Welle 6 und ist mit einer nicht dargestellten Riemenscheibe fest verbunden, die über
einen Riemen angetrieben wird.
[0041] Innerhalb des Wellenabschnitts 6b befindet sich eine außerhalb der Zylinderlängsachse
5 gelagerte Antriebsstange 29. Diese Antriebsstange 29 weist an ihren beiden gegenüberliegenden
Enden jeweils ein fest mit ihr verbundenes Zahnrad 30 bzw. 31 auf. Bei Drehung der
Welle 6 wird somit die Antriebsstange 29 im Abstand um die Zylinderlängsachse 5 herumbewegt.
Bei dieser Bewegung kämmen die Zahnräder 30, 31 jeweils mit der Innenverzahnung eines
Zahnkranzringes 32, 33. Der Zahnkranzring 32 ist fest im Getriebegehäuse 12 angeordnet,
während der Zahnkranzring 33 fest im Lagerbock 27 angeordnet ist. Wird also die Welle
6 über den Achsansatz 28 gedreht, so dreht sich einerseits die Antriebsstange 29 um
die Zylinderlängsachse 5 im Abstand herum, während andererseits die Antriebsstange
29 eine zusätzliche Eigenrotation ausführt, weil das Zahnrad 31 mit der Innenverzahnung
des Zahnkranzes 33 kämmt. Letzteres ist fest angeordnet. Da hierbei auch das Zahnrad
30 entsprechend mitgenommen wird und mit der Innenverzahnung des Zahnkranzes 32 kämmt,
bleibt das mit dem Zahnkranz 32 fest verbundene Getriebegehäuse 12 raumfest, und damit
die mit dem Getriebegehäuse 12 verbundene Halterung 13 sowie die mit der Halterung
13 verbundene Walze 21, die sich lediglich um ihre Längsachse 22 frei drehen kann.
[0042] Drehen sich also Welle 6 und Siebdruckzylinder 1 um die Zylinderlängsachse 5, so
bleibt die Walze 21 raumstabil, behält also hinsichtlich ihrer Längsachse 22 eine
vorbestimmte Winkellage bei. Die Walze 21 kommt also bei Drehung des Siebdruckzylinders
1 um die Zylinderlängsachse 5 immer gegenüber der Bearbeitungsstation 23 zu liegen.
1. Verfahren zur Herstellung eines Siebdruckzylinders (1), der einen zwischen zwei Endringen
(2, 3) gehaltenen flexiblen und für Flüssigkeiten bzw. pastöse Massen durchlässigen
Mantel (4) aufweist; bei dem der Mantel (4) durch Verschieben der Endringe (2, 3)
voneinanderweg gespannt und von innen durch eine nur an einer Seite der Zylinderlängsachse
(5) des Siebdruckzylinders (1) liegenden und sich wenigstens annähernd über die gesamte
Länge des Siebdruckzylinders (1) erstreckenden Anlage (21) in eine parallel zur Zylinderlängsachse
(5) liegende Position gedrückt wird; bei dem die Anlage (21) während der Drehung des
Siebdruckzylinders (1) eine feste Winkellage einnimmt; und bei dem eine Bemusterung
des Siebdruckzylinders (1) von außen bei dessen Drehung nur im Bereich dieser Anlage
(21) durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Anlage (21) eine Walze verwendet wird, deren Längsachse (22) parallel zur
Zylinderachse (5) liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bemusterung des Mantels (4) auf diesen direkt eine Abdeckflüssigkeit mustergemäß
aufgebracht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bemusterung des Mantels (4) eine auf ihm liegende lichtempfindliche Schicht
mustergemäß belichtet und entwickelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die lichtempfindliche Schicht vor ihrer Belichtung mit einer lichtundurchlässigen
Abdeckflüssigkeit bemustert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bemusterung des Mantels (4) eine auf ihm liegende Schicht durch mustergemäße
Bestrahlung abgetragen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bemusterung mittels einer Bearbeitungsstation (23) erfolgt, die parallel
zur Zylinderlängsachse (5) verschoben wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Mantel (4) eine Gaze verwendet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine aus Nylon, Polyester oder sonstigem Kunststoff bestehende Gaze (4) verwendet
wird.
10. Vorrichtung zur Herstellung eines Siebdruckzylinders (1); mit einer Lagereinrichtung
(7, 8) zur Lagerung des Siebdruckzylinders (1) drehbar um seine Zylinderachse (5);
einer Spanneinrichtung (8, 9) zum Spannen des Siebdruckzylinders (1) in Richtung der
Zylinderlängsachse (5); einer innen und nur an einer Seite der Zylinderlängsachse
(5) liegenden und sich wenigstens annähernd über die gesamte Länge des Siebdruckzylinders
(1) erstreckende Anlage (21), die die Siebdruckzylinderwand in eine parallele zur
Zylinderlängsachse (5) liegende Position drückt und bei Drehung des Siebdruckzylinders
(1) eine feste Winkellage einnimmt; und einer Bearbeitungsstation (23) zur Bemusterung
des Siebdruckzylinders (1) von außen, die der Anlage (21) gegenüberliegend positioniert
ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlage eine um ihre Längsachse drehbare Walze (21) ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Bearbeitungsstation (23) parallel zur Zylinderlängsachse (5) verschiebbar
ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Bearbeitungsstation (23) einen Spritzkopf zum Ausspritzen von Flüssigkeiten
oder viskosen Medien aufweist.
14. Vorrichtung nach einem der Amsprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Bearbeitungsstation (23) einen Belichtungskopf oder Bestrahlungskopf aufweist.