[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Überführen eines Materialbahnstreifens
innerhalb einer Maschine zur Herstellung und/oder Bearbeitung einer Materialbahn,
gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren zum Überführen eines Materialbahnstreifens
innerhalb einer Maschine zur Herstellung und/oder Bearbeitung einer Materialbahn,
gemäß Oberbegriff des Anspruchs 21.
[0002] Aus der DE 197 24 123 A1 gehen eine Vorrichtung und ein Verfahren der hier angesprochenen
Art hervor. Die Vorrichtung umfaßt einen entlang des Bahnlaufweges verlagerbaren Aufnahmekopf
mit einer Aufnahmeöffnung, die mit einem Unterdruck beaufschlagbar ist, um einen von
einem Rand einer Materialbahn abgetrennten, auch als Einfädelstreifen bezeichneten
Materialbahnstreifen oder die Materialbahn mit ihrer vollen Breite einzusaugen und
über einen mit dem Aufnahmekopf verbundenen Saugschlauch aus dem Bahnlaufweg herauszuführen.
Dadurch ist es möglich, den Materialbahnstreifen innerhalb einer Bahnherstellungs-
und/oder Bahnbearbeitungsmaschine von einem Übernahmebereich in einen Übergabebereich
entlang des Bahnlaufweges mit einer Geschwindigkeit zu überführen, die kleiner ist
als die Geschwindigkeit, die der Materialbahnstreifen selbst während des Überführungsvorgangs
aufweist. Der außerhalb des Bahnlaufweges geführte Aufnahmekopf ragt sehr weit in
den Bahnlaufweg hinein, so daß der noch nicht in die Aufnahmeöffnung eingeführte Teil
des Materialbahnstreifens innerhalb des Bahnlaufweges geführt ist. Der Aufnahmekopf
ist daher sehr breit, was zu einer starken einseitigen Gewichtsbelastung und somit
zu einer erhöhten Schwingungs- beziehungsweise Pendelanfälligkeit führt. Außerdem
muß der in die im Bahnlaufweg angeordnete Aufnahmeöffnung des Aufnahmekopfs eingezogene
Materialbahnstreifen innerhalb des Aufnahmekopfs seitlich sehr stark umgelenkt werden,
um in den außerhalb des Bahnlaufweges angeordneten Saugschlauch zu gelangen, wodurch
die Abrißgefahr des Materialbahnstreifens erhöht ist. Die Umlenkung des Materialbahnstreifens
kann überdies zu einem Bahnstau innerhalb des Aufnahmekopfs führen.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren
der eingangs genannten Art zu schaffen, bei denen eine sichere Überführung des Materialbahnstreifens
bei vorzugsweise geringem Gewicht des Aufnahmekopfs gewährleistet werden kann.
[0004] Zur Lösung der Aufgabe wird eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vorgeschlagen.
Die Überführungsvorrichtung zeichnet sich dadurch aus, daß der Aufnahmekopf derart
geführt ist, daß die Aufnahmeöffnung -in Maschinenlaufrichtung gesehenzum Bahnlaufweg
seitlich versetzt angeordnet ist und daß im Übernahmebereich eine erste Streifenleiteinrichtung
zur Verlagerung des Materialbahnstreifens aus dem Bahnlaufweg heraus in Richtung der
Aufnahmeöffnung und/oder im Übergabebereich eine zweite Streifenleiteinrichtung zur
Führung des Materialbahnstreifens in Richtung und entlang des weiteren Bahnlaufwegs
vorgesehen sind/ist. Aufgrund dieser Ausgestaltung kann ein Aufnahmekopf realisiert
werden, der nur eine geringe Breite und somit vorzugsweise keine, zumindest aber nur
eine geringe Schwingungs- und Pendelanfälligkeit aufweist, so daß eine sichere Überführung
des Materialbahnstreifens vom Übernahmebereich in den Übergabebereich gewährleistet
werden kann. Die Aufnahmeöffnung kann zumindest während der Übernahme und/oder der
Übergabe des Materialbahnstreifens vollständig außerhalb des Bahnlaufweges angeordnet
sein. Es ist auch möglich, daß ein Randbereich der Aufnahmeöffnung im Bahnlaufweg
angeordnet ist. Während des Überführungsvorgangs kann die Führung des Aufnahmekopfs
so gestaltet sein, daß die Aufnahmeöffnung vollständig außerhalb des Bahnlaufweges
geführt ist oder während des gesamten Überführungs-/Einfädelvorgangs mit einem Randbereich
in den Bahnlaufweg hineinragt. Der Aufnahmekopf ist bei einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel
außerhalb des Bahnlaufweges geführt. Durch das seitliche Herausführen des Materialbahnstreifens
aus dem Bahnlaufweg in Richtung der vorzugsweise mit einem Unterdruck beaufschlagbaren
Aufnahmeöffnung kann die Führung des Materialbahnstreifens innerhalb des Aufnahmekopfs
so gestaltet werden, daß nur eine geringe Umlenkung des Materialbahnstreifens notwendig
ist, um diesen insbesondere seitlich aus der Maschine herauszuführen, beispielsweise
durch einen mit der Aufnahmeöffnung verbundenen Saugschlauch. Ein Bahnstau innerhalb
des Aufnahmekopfs beziehungsweise in dem dem Aufnahmekopf -in Bahnlaufrichtung gesehen-
nachgeordneten Saugschlauch oder ein Bahnabriß kann praktisch ausgeschlossen werden.
[0005] Bei einem ersten Ausführungsbeispiel der Überführungsvorrichtung ist vorgesehen,
daß lediglich im Übernahmebereich eine Streifenleiteinrichtung angeordnet ist, die
den beispielsweise frei in einen Keller der Maschine ablaufenden Materialbahnstreifen
unmittelbar bis an die Aufnahmeöffnung, zumindest aber in Richtung der seitlich zum
Bahnlaufweg in einer Übernahmeposition angeordneten Aufnahmeöffnung führt, wodurch
das Einziehen des Materialbahnstreifens in die Aufnahmeöffnung in einfacher Weise
möglich ist, beispielsweise durch eine Unterdruckbeaufschlagung der Aufnahmeöffnung.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel der Überführungsvorrichtung ist vorgesehen,
daß im Übernahmebereich die erste Streifenleiteinrichtung und zusätzlich im Übergabebereich
die zweite Streifenleiteinrichtung angeordnet ist, die den ankommenden, von dem Aufnahmekopf
außerhalb des Bahnlaufweges geführten Materialbahnstreifen im Übergabebereich erfaßt,
so daß eine definierte Weiterleitung des Materialbahnstreifens in eine beispielsweise
nachfolgende Bearbeitungsstation der Maschine erfolgen kann. Bei einem dritten Ausführungsbeispiel
ist lediglich die dem Übergabebereich zugeordnete zweite Streifenleiteinrichtung vorgesehen.
[0006] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die erste Streifenleiteinrichtung
mindestens zwei Umlenkelemente umfaßt, die -in Laufrichtung des Materialbahnstreifens
gesehen- in einem Abstand voneinander angeordnet sind. Die Umlenkelemente können beispielsweise
von einer drehbaren oder antreibbaren Walze gebildet sein. Alternativ kann das Umlenkelement
von einer entsprechend gekrümmten Fläche gebildet sein, die zumindest während der
Überführung des Materialbahnstreifens feststehend angeordnet ist. Bei einer vorteilhaften
Ausführungsform ist vorgesehen, daß mindestens ein Umlenkelement von einer während
der Überführung stationär angeordneten Umlenkstange gebildet ist, über die der Materialbahnstreifen
geführt werden kann. Der Anlagebereich des Materialbahnstreifens an der Umlenkstange
ist vorzugsweise klein, so daß die durch Relativbewegung zwischen der feststehenden
Umlenkstange und dem Maschinengeschwindigkeit aufweisenden Materialbahnstreifen auf
diesen wirkenden Reibungskräfte nur gering sind.
[0007] Die feststehenden Umlenkelemente können mit Luft-/Gas-Schmierung ausgerüstet sein.
Das jeweilige Umlenkelement weist hierzu beispielsweise in seiner mit dem Materialbahnstreifen
in Kontakt tretenden Fläche mit einem unter Druck stehenden, gasförmigen Medium beaufschlagbare
Öffnungen auf, so daß ein Gaspolster zwischen dem Umlenkelement und dem Materialbahnstreifen
gebildet werden kann.
[0008] Bei einer weiteren Ausführungsform ist mindestens ein Umlenkelement in den Bahnlaufweg
verlagerbar ausgebildet, so daß beispielsweise im normalen Betrieb der Maschine, also
wenn keine Überführung der Materialbahn erforderlich ist, das Umlenkelement aus dem
Transportbereich der Materialbahn entfernt werden kann. Hierzu ist das Umlenkelement
beispielsweise schwenkbar gelagert.
[0009] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist zumindest ein Umlenkelement -in Maschinenlaufrichtung
gesehen- gegenüber im Übernahmebereich angeordneten und/oder dem Übernahmebereich
vorgeordneten und/oder nachgeordneten Walzen, Zylindern oder dergleichen geneigt angeordnet.
Durch die Schrägstellung des Umlenkelements wird die Richtung des Materialbahnstreifens
verändert, ein zweites entsprechend geneigtes Umlenkelement erlaubt den parallelen
Versatz des Materialbahnstreifens zum Bahnlaufweg.
[0010] Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel der Überführungsvorrichtung ist vorgesehen,
daß beide Umlenkelemente so geneigt sind, daß sie -in Laufrichtung des Materialbahnstreifens
gesehen- zum Aufnahmekopf hin abkippen und daß das untere der beiden in einem vertikalen
Abstand voneinander angeordneten Umlenkelemente schräger steht als das obere Umlenkelement,
um die ungleichen Zu- und Ablaufwinkel des Materialbahnstreifens auf die Umlenkelemente
auszugleichen.
[0011] Der seitliche Versatz des Materialbahnstreifens kann in einem Bereich von 10 mm bis
500 mm liegen. Selbstverständlich ist bei einer entsprechenden Anordnung und Ausgestaltung
der Umlenkelemente bei Bedarf auch ein Versatz von größer 500 mm realisierbar. Bei
einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel beträgt der Abstand zwischen der Aufnahmeöffnung
des Aufnahmekopfs und dem Bahnlaufweg 80 mm bis 350 mm, insbesondere 150 mm bis 200
mm.
[0012] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Überführungsvorrichtung ergeben sich aus
den übrigen Unteransprüchen.
[0013] Zur Lösung der Aufgabe wird auch ein Verfahren vorgeschlagen, das die Merkmale des
Anspruchs 21 aufweist. Das Verfahren sieht vor, daß der Materialbahnstreifen im Übernahmebereich
seitlich aus dem Bahnlaufweg herausgeführt und während des Überführungsvorgangs zumindest
eine Teilstrecke mit seitlichem Versatz zum Bahnlaufweg geführt wird. Durch diese
Maßnahme kann eine einfache und somit kostengünstige Überführungsvorrichtung realisiert
werden, deren Aufnahmekopf nur eine relativ geringe Breite und demgemäß vorzugsweise
auch nur ein geringes Gewicht aufweist.
[0014] Weitere Ausführungsformen des Verfahrens ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.
[0015] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine Prinzipskizze eines Teils einer Maschine zur Herstellung-/Bearbeitung einer Materialbahn
in einem Übernahmebereich zwischen zwei Bearbeitungsstationen in Seitenansicht;
- Figuren 2 bis 10
- jeweils eine Prinzipskizze eines Ausführungsbeispiels einer im Übernahmebereich angeordneten
Streifenleiteinrichtung in verschiedenen Funktionsstellungen und
- Figur 11
- eine Prinzipskizze einer in einem Übergabebereich der Maschine vorgesehenen zweiten
Streifenleiteinrichtung in Seitenansicht;
- Figur 12
- eine Draufsicht auf einen in einem Bahnlaufweg einer Maschine im Normalbetrieb geführten
Materialbahnstreifen und
- Figur 13
- eine schematische Prinzipskizze in horizontaler Sicht eines Teils der anhand von Figur
1 beschriebenen Maschine im Querschnitt.
[0016] Die im folgenden beschriebene Überführungsvorrichtung 1 ist allgemein zum Überführen
eines von einer Materialbahn abgetrennten Einfädelstreifens oder einer schmalen Materialbahn
mit ihrer gesamten Breite innerhalb einer Maschine zur Herstellung und/oder Bearbeitung
einer Materialbahn einsetzbar. Im folgenden wird daher allgemein von einem Materialbahnstreifen
gesprochen. Die Materialbahn kann beispielsweise eine Papier-, Karton-, Textilbahn,
Kunststoff-Folie, Flies oder Non-Woven sein. Rein beispielhaft wird im folgenden davon
ausgegangen, daß es sich hier um eine Papiermaschine handelt, in der eine Papierbahn
hergestellt und/oder bearbeitet, beispielsweise veredelt, beschichtet, bedruckt oder
dergleichen, wird.
[0017] Die im folgenden anhand der Figuren beschriebene Überführungsvorrichtung 1 umfaßt
mindestens eine Aufnahmeeinrichtung 3, die mindestens einen Aufnahmekopf 5 (Figur
5) mit wenigstens einer Aufnahmeöffnung 7 umfaßt. Der Aufnahmekopf 5 ist als Saugkopf
9 ausgebildet, an dem ein mit einem Unterdruck beaufschlagbarer Saugschlauch 11 angebracht
ist, durch den ein in die Aufnahmeöffnung 7 eingeführter beziehungsweise eingesaugter
Materialbahnstreifen weitergeführt und beispielsweise einer Wiederaufbereitungseinrichtung
zugeführt werden kann. Der Aufnahmekopf 5 ist mit Hilfe einer in den Figuren nicht
naher dargestellten Führungseinrichtung entlang eines Bahnlaufweges des Materialbahnstreifens
verlagerbar. Die Führungseinrichtung umfaßt bei diesem Ausführungsbeispiel mit dem
Aufnahmekopf 5 verbindbare, in den Figuren mit gestrichelter Linie dargestellte Seile
13, die über Seilscheiben 15 geführt und mittels eines Antriebs verlagerbar sind.
Der Aufbau und die Funktion der Aufnahmeeinrichtung 3 und insbesondere des Aufnahmekopfs
5 gehen aus der WO 98/56701 hervor, deren Inhalt zum Gegenstand dieser Beschreibung
gemacht wird.
[0018] Aufgrund dieser Ausgestaltung der Aufnahmeeinrichtung 3, die den Materialbahnstreifen
einzieht und während des Überführungs- beziehungsweise Einfädelvorgangs führt, kann
der Aufnahmekopf 5 mit einer deutlich geringeren Geschwindigkeit verlagert werden,
als der in die Aufnahmeöffnung 7 eingezogene Materialbahnstreifen selbst, dessen Geschwindigkeit
der Maschinengeschwindigkeit während des Überführungsvorgangs entsprechen kann. Bei
der Überführung bewegt sich also der Materialbahnstreifen relativ gegenüber dem Aufnahmekopf
5 der Aufnahmeeinrichtung 3. Mit Hilfe der Aufnahmeeinrichtung 3 kann insbesondere
auch bei hohen Maschinengeschwindigkeiten ein sicheres Einfädeln des Materialbahnstreifens
in den Bahnlaufweg gewährleistet werden.
[0019] Im Zusammenhang mit der hier vorliegenden Erfindung wird unter dem Begriff "Bahnlaufweg"
die Wegstrecke verstanden, die durch den Herstellungs- und/oder Bearbeitungsprozeß
der Materialbahn beziehungsweise durch Führungs- und/oder Behandlungseinrichtungen
vorgegeben ist. Der Materialbahnstreifen wird beispielsweise über Walzen, durch Walzenpressen,
über Geräteflächen, über/durch Behandlungseinrichtungen, über/durch Meßgeräte und/oder
auf Bändern geführt, deren Anordnung innerhalb der Maschine den Laufweg des Materialbahnstreifens
während des normalen Betriebs der Maschine bestimmen. Der Bahnlaufweg kann sich aber
auch nur über eine Wegstrecke ausdehnen, die sich zwischen zwei Bearbeitungsstationen
befindet, kann also auch eine freie Bahnführung sein.
[0020] Im folgenden wird anhand der Figuren 1 bis 10 der Übernahmevorgang beschrieben, in
welcher Weise und mit welchen Mitteln der Materialbahnstreifen in einem Übernahmebereich
von der Aufnahmeeinrichtung 3 erfaßt und in Richtung eines Übergabebereichs geführt
wird.
[0021] Figur 1 zeigt einen Ausschnitt eines Ausführungsbeispiels einer Papiermaschine in
Seitenansicht, nämlich einen zwischen einer ersten Bearbeitungsstation 19, die hier
von einer Trockengruppe gebildet ist, und einer -in Maschinenlaufrichtung (Pfeil 21)
gesehen- nachgeordneten, zweiten Bearbeitungsstation 23 befindlichen Übernahmebereich
17. Von der ersten Bearbeitungsstation 19 ist der letzte Trockenzylinder 25 erkennbar,
über dessen Umfangsfläche eine im folgenden allgemein als Materialbahn 27 bezeichnete
Papierbahn gemeinsam mit einem Transportband 29 geführt ist. Das Transportband 29
wird im Ablaufbereich des Trockenzylinders 25 über eine Umlenkrolle 30 von der Materialbahn
27 getrennt, die bei der Darstellung gemäß Figur 1 vertikal nach unten, beispielsweise
in einen Keller der Papiermaschine, abläuft. Einem Umfangsbereich des Trockenzylinders
25, in dem die Materialbahn 27 frei auf dem Trockenzylinder aufliegt, ist eine auch
als Spitzenschneider bezeichnete Schneideinrichtung 31 zugeordnet, mit deren Hilfe
zumindest im Randbereich der Materialbahn 27 ein Materialbahnstreifen 33 abtrennbar
ist. Die Schneideinrichtung 31 ist an einer sich über die gesamte Breite der Materialbahn
27 erstreckenden Traverse 34 angebracht und entlang dieser quer zur Maschinenlaufrichtung
(Pfeil 21) verlagerbar, so daß die Breite des Materialbahnstreifens 33 bis auf die
Breite der Materialbahn 27 vergrößerbar ist. Der Aufbau der Schneideinrichtung 31
ist grundsätzlich bekannt, so daß hier nicht näher darauf eingegangen wird.
[0022] Unterhalb der Schneideinrichtung 31 ist ein schlitzförmiger, mit einem Unterdruck
beaufschlagbarer Absaugtrichter 35 angeordnet, der mit einem Unterdruck beaufschlagbar
ist und sich quer zur Maschinenlaufrichtung zumindest über die Breite des vom Trockenzylinder
25 ablaufenden Materialbahnstreifens 33 erstreckt. Der Absaugtrichter 35 saugt den
Materialbahnstreifen 33 und gegebenenfalls die restliche Bahn ein. Dadurch wird der
Materialbahnstreifen 33 beim Wegführen, beispielsweise zu einer Aufbereitungseinrichtung,
in Längsrichtung gespannt.
[0023] Dem Trockenzylinder 25 ist eine Schabereinrichtung 37 zugeordnet, die hier ein Abweisblech
39 umfaßt, das dazu dient, bei einem Bahnabriß oder bei Inbetriebnahme der Papiermaschine
zumindest den am Umfang des Trockenzylinders 25 anhaftenden Materialbahnstreifen 33
vom Trockenzylinder 25 abzulösen und in Richtung des unterhalb angeordneten Absaugtrichters
35 umzulenken. Selbstverständlich ist es denkbar, daß das Abweisblech 39 sich über
die gesamte Breite der Materialbahn 27 erstreckt oder daß mehrere nebeneinander angeordnete
Abweisbleche vorgesehen sind.
[0024] Im Übernahmebereich 17 ist ferner eine antreibbare Bahnleitwalze 41 angeordnet, die
Teil der zweiten Bearbeitungsstation 23 ist, in die die Materialbahn 27 hier eingefädelt
werden soll. Die Bahnleitwalze 41 ist schräg gegenüberliegend dem Abweisblech 39 angeordnet.
Die optimale Anordnung der Bahnleitwalze 41 ist so gewählt, daß bei in den Absaugtrichter
35 eingesaugtem Materialbahnstreifen 33 dieser tangential an der Bahnleitwalze 41
geführt ist. Alternativ ist möglich, daß der in den Absaugtrichter 35 eingesaugte
Materialbahnstreifen 33 in einem Abstand zur Bahnleitwalze 41 geführt ist.
[0025] Am Rand der Bahnleitwalze 41 sind die Seilscheiben 15 für die zur Führung und den
Transport der Aufnahmeeinrichtung 3 dienenden Seile 13 frei drehbar angebracht. Unterhalb
der Schabereinrichtung 37 sind weitere Seilscheiben 15 angeordnet, derart, daß die
mindestens zwei in Richtung eines Doppelpfeils 49 verlagerbaren Seile 13 über einen
Umfangsbereich an den an der Bahnleitwalze 41 angebrachten Seilscheiben 15 anliegen.
[0026] Im Übernahmebereich 17 ist außerdem eine erste Streifenleiteinrichtung 43 angeordnet,
die zur Verlagerung des Materialbahnstreifens 33 aus dem Bahnlaufweg heraus in Richtung
des außerhalb des Bahnlaufweges geführten Aufnahmekopfs 5 der Aufnahmeeinrichtung
3 dient. In Figur 12 ist in schematischer Draufsicht auf die Materialbahn 27 beispielhaft
der seitliche Versatz x zwischen dem Aufnahmekopf 5 und dem im Bahnlaufweg geführten
Materialbahnstreifen 33 dargestellt. Der Bahnlaufweg, also der Weg, den die Materialbahn
27 während des normalen Betriebs der Maschine durchläuft, befindet sich links von
einer in Figur 12 gestrichelt dargestellten Ebene E1, an der der Materialbahnstreifen
33 unmittelbar angrenzt. Der Versatz x ist hier zwischen der Mitte des Materialbahnstreifens
33 und der Mitte der Aufnahmeöffnung 7 des Aufnahmekopfs 5 gemessen. Der seitliche
Versatz x ist also der Betrag, um den der Materialbahnstreifen 33 aus dem Bahnlaufweg
seitlich heraus verlagert werden muß. Der seitliche Versatz x liegt in einem Bereich
von 10 mm bis 500 mm, vorzugsweise von 80 mm bis 350 mm, insbesondere 150 mm bis 200
mm.
[0027] Die erste Streifenleiteinrichtung 43 umfaßt ein erstes, oberes Umlenkelement 45,
das unterhalb der Schneideinrichtung 31 und oberhalb des Abweisblechs 39 angeordnet
ist, und ein zweites, unteres Umlenkelement 47, die in einem Abstand voneinander angeordnet
sind. Die Umlenkelemente 45, 47 sind bei diesem Ausführungsbeispiel von zylindrischen
Umlenkstangen gebildet. Die Anordnung des oberen Umlenkelements 45, das bei diesem
Ausführungsbeispiel feststehend in der Maschine angebracht ist, ist derart gewählt,
daß der vom Trockenzylinder 25 ablaufende und in vorzugsweise senkrechter Richtung
nach unten in den Absaugtrichter 35 eingesaugte Materialbahnetreifen 33 nur in einem
vorzugsweise geringen Abstand zum Umlenkelement 45 angeordnet ist. Das untere Umlenkelement
47 ist verlagerbar ausgebildet, wie mit einem Doppelpfeil 49 angedeutet, und ist in
Figur 1 in zwei Funktionsstellungen dargestellt. In der ersten Funktionsstellung befindet
sich das untere Umlenkelement 47 unterhalb des Abweisblechs 39 und -im Querschnitt
durch die Maschine gesehen- außerhalb des Laufweges des nach unten ablaufenden Materialbahnstreifens
33. Die Anordnung des unteren Umlenkelements 47 ist so gewählt, daß der ablaufende
Materialbahnstreifen 33 zwischen Umlenkelement 47 und Bahnleitwalze 41 sicher zu laufen
kommt. Zur Vorbereitung der Überführung des Materialbahnstreifens 33 an die Aufnahmeeinrichtung
3 wird das Umlenkelement 47 in den Bahnlaufweg des nach unten ablaufenden Materialbahnstreifens
33 eingefahren, wodurch dieser ausgelenkt und dabei über einen Umfangsbereich des
oberen Umlenkelements 45 angelegt wird. Die Laufstrecke des durch das in seiner zweiten
Funktionsstellung angeordnete untere Umlenkelement 47 ausgelenkten Materialbahnstreifens
33 ist mit gestrichelter Linie 48 angedeutet.
[0028] Die Umlenkelemente 45, 47 sind gegenüber den dem Übernahmebereich 17 vorgeordneten
und/oder nachgeordneten Zylindern und Walzen, beispielsweise dem Trockenzylinder 25
beziehungsweise der Bahnleitwalze 41, geneigt angeordnet. In Figur 13, die eine schematisierte
horizontale Ansicht des in Figur 1 dargestellten Übernahmebereichs 17 zeigt, ist ersichtlich,
daß die zum Maschinenrand hin geneigten Umlenkelemente 45, 47 gegenüber der horizontal
angeordneten Bahnleitwalze 41 unterschiedliche Neigungen aufweisen, wobei das untere
Umlenkelement 47 eine größere Neigung gegenüber der Bahnleitwalze 41 aufweist, als
das obere Umlenkelement 45. Die unterschiedlichen Schrägstellungen der Umlenkelemente
45, 47 dienen dazu, die nicht identischen Zu- und Ablaufwinkel des Materialbahnstreifens
33 bezüglich der Umlenkelemente 45, 47 auszugleichen.
[0029] In Figur 13 ist ferner ersichtlich, daß bei diesem Ausführungsbeispiel die Länge
der Umlenkelemente 45, 47 geringer ist, als die der Bahnleitwalze 41. Vor allem das
Umlenkelement 47 erstreckt sich beispielsweise nur soweit in den Bahnlaufweg der Materialbahn
27 hinein, daß nur der am Bahnrand abgetrennte Materialbahnstreifen 33 erfaßt und
seitlich nach außen zum Maschinenrand hin geführt wird, in der eine Übernahme des
Materialbahnstreifens durch die Aufnahmeeinrichtung 3 möglich ist.
[0030] Wenn das Ausweisblech 39 nur die Breite des Materialbahnstreifens 33 aufweist, um
diesen beim Ablaufen über das Umlenkelement 47 zu leiten, kann auch das Umlenkelement
47 weiter in die Maschine hineinreichen.
[0031] Im folgenden wird anhand der Figuren 2 bis 10 die Funktion der Überführungsvorrichtung
1 näher erläutert.
[0032] In der Darstellung gemäß Figur 2 wird von der am Umfang des Trockenzylinders 25 anliegenden
Materialbahn 27 der Materialbahnstreifen 33 abgetrennt und mit Hilfe der Schabereinrichtung
37 und des Abweisblechs 39 über das in seiner ersten Funktionsstellung unterhalb des
Abweisblechs 39 angeordnete untere Umlenkelement 47 in Richtung des Absaugtrichters
35 gelenkt und in diesen eingesaugt. Wie aus Figur 3 ersichtlich, wird der Materialbahnstreifen
33 durch das Einsaugen der Absaugtrichter 35 derart gestrafft, daß er von der Schabereinrichtung
37 gelöst und in einem Abstand zum Abweisblech 39 nach unten abläuft. Das untere Umlenkelement
47 wird aus seiner in Figur 1 dargestellten ersten Funktionsstellung (Ruheposition)
in Richtung eines Pfeils 51 schräg nach oben in Richtung seiner zweiten Funktionsstellung
verlagert (Figur 4). Dabei wird es in die Laufstrecke des nach unten ablaufenden und
durch den Absaugtrichter 35 weggeführten Materialbahnstreifens 33 verlagert, wodurch
dieser umgelenkt und an einen Umfangsbereich des oberen Umlenkelements 45 und der
Bahnleitwalze 41 angelegt wird (Figur 4). Durch das Überführen des Materialbahnstreifens
33 über die schrägstehenden Umlenkelemente 45, 47 wandert dieser seitlich aus seinem
Bahnlaufweg in Richtung des Maschinenrandes heraus, in der eine Übernahme durch die
Aufnahmeeinrichtung 3 möglich ist. Währenddessen wird die Aufnahmeeinrichtung 3 in
Richtung der Bahnleitwalze 41 in eine in Figur 5 dargestellte Übernahmeposition verlagert,
in der die Aufnahmeöffnung 7 des Aufnahmekopfs 5 berührend oder in einem geringen
Abstand zur von der Bahnleitwalze 41 nach unten in den Absaugtrichter 35 weggeführten
Materialbahnstreifen 33 angeordnet ist. Der mit Hilfe der ersten Streifenleiteinrichtung
43 seitlich aus dem Bahnlaufweg herausgelenkte Materialbahnstreifen 33 läuft nun im
wesentlichen unmittelbar vor der Aufnahmeöffnung 7 des Aufnahmekopfs 5 nach unten
weg in den Absaugtrichter 35, dessen Öffnung sich entsprechend bis in den seitlich
versetzten Weg des Materialbahnstreifens 33 erstreckt.
[0033] Durch eine Beaufschlagung des Aufnahmekopfs 5 mit einem Unterdruck wird der Materialbahnstreifen
33 in die Aufnahmeöffnung 7 des Aufnahmekopfs 5 eingesaugt (Figur 6). Dabei reißt
der Materialbahnstreifen 33 häufig so ab, daß die in die Aufnahmeöffnung 7 eingesaugte
Schlaufe des Materialbahnstreifens 33 nur eine geringe Länge aufweist. Um den Materialbahnstreifen
33 in die Aufnahmeöffnung 7 einzubringen und dabei abzureißen, kann -alternativ oder
zusätzlich zur Besaugung der Aufnahmeöffnung- der Materialbahnstreifen in die Aufnahmeöffnung
7 eingeblasen werden. Ein Einwirken auf den Materialbahnstreifen durch eine Kombination
von Besaugen und Beblasen kann insbesondere dann vorteilhaft sein, wenn der Materialbahnstreifen
vor der Übernahme durch die Aufnahmeeinrichtung 3 einen relativ großen Abstand zur
Aufnahmeöffnung 7 aufweist. Der Abstand zwischen Materialbahnstreifen und Aufnahmeöffnung
kann durch eine gezielte Beblasung des Materialbahnstreifens verkleinert werden.
[0034] In Figur 7 wird die Aufnahmeeinrichtung 3 bereits entlang des Bahnlaufweges der Bearbeitungsstation
23 in Richtung eines Übernahmebereichs verlagert, vorzugsweise mit einer Geschwindigkeit,
die deutlich kleiner ist als die Laufgeschwindigkeit des Materialbahnstreifens 33
während des Überführungsbeziehungsweise Einfädelvorgangs.
[0035] Nachdem der Materialbahnstreifen 33 in den Bahnlaufweg der Bearbeitungsstation 23
eingefädelt worden ist, also mit Hilfe der Aufnahmeeinrichtung 3 die gleiche(n) Leitwalze(n)
umläuft, die auch die Materialbahn 27 mit ihrer gesamten Breite während des normalen
Betriebs der Maschine umläuft, wird der Materialbahnstreifen 33 im Übergabebereich
an eine der zweiten Bearbeitungsstation 23 nachgeordneten dritten Bearbeitungsstation,
beispielsweise eine weitere Trockengruppe, übergeben. Bis zu diesem Zeitpunkt wird
der Materialbahnstreifen 33 von der ersten Streifenleiteinrichtung 43 ständig seitlich
aus dem Bahnlaufweg herausgeführt. Nachdem der Materialbahnstreifen 33 an die dritte
Bearbeitungsstation übergeben ist, wird -wie in Figur 9 dargestellt- das untere Umlenkelement
47 der ersten Streifenleiteinrichtung 43 in Richtung eines Pfeils 53 in ihre Ausgangsstellung
(Ruheposition) schräg nach unten zurückverlagert. Bei der Zurückverlagerung des Umlenkelements
47 wird der Materialbahnstreifen 33 in den Bahnlaufweg zurückverlagert beziehungsweise
bewegt sich seitlich in den Bahnlaufweg zurück, weil er den Kontakt zu den Umlenkelementen
45, 47 verliert. Schließlich wird mit Hilfe der Schneideinrichtung 31 der Materialbahnstreifen
33 allmählich verbreitert, bis schließlich die Materialbahn 27 mit ihrer gesamten
Breite durch die Maschine geführt ist. Die Absaugung der Aufnahmeeinrichtung 3 und
für den Absaugtrichter 35 kann spätestens jetzt abgeschaltet werden.
[0036] Figur 11 zeigt eine Seitenansicht der Maschine zur Herstellung der Materialbahn 27
in einem zwischen der Überführungsstrecke oder der zweiten Bearbeitungsstation 23
und einer in Maschinenlaufrichtung (Pfeil 21) nachgeordneten Bearbeitungsstation 55
liegenden Übergabebereich 57. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen,
so daß insofern auf die Beschreibung zu den vorangegangenen Figuren verwiesen wird.
[0037] Im Übergabebereich 57 ist bei diesem Ausführungsbeispiel ein erster Trockenzylinder
59 der Bearbeitungsstation 55 angeordnet, der von einem über eine Leitwalze 61 geführten
Transportband 63 teilweise umschlungen ist. Die Leitwalze 61 und das Transportband
63 sind Teil einer Leiteinrichtung 60 für den Materialbahnstreifen, auf deren Funktion
nachfolgend noch näher eingegangen wird. Die Leitwalze 61 ist dem Trockenzylinder
59 -in Maschinenlaufrichtung gesehen- vorgeordnet und in einem in Richtung des Bahnlaufweges
gemessenen Abstand H1 zum Trockenzylinder 59 angeordnet. In dem Zwischenraum zwischen
der Leitwalze 61 und dem Trockenzylinder 59 sind Seilscheiben 15 für die Seile 13
der Führungseinrichtung für die Aufnahmeeinrichtung 3 vorgesehen, die in einem Abstand
zur Leitwalze 61 angeordnet sind. Die Anordnung der Leitwalze 61 ist derart gewählt,
daß die den Materialbahnstreifen 33 einziehende Aufnahmeöffnung 7 des Aufnahmekopfs
5 gegenüber dem zwischen der Umfangsfläche der Leitwalze 61 und dem von der Leitwalze
61 ablaufenden Transportband 63, gebildeten Ablaufbereich 74 vorbeigeführt werden
kann.
[0038] Die Leiteinrichtung 60 ist Teil einer zweiten Streifenleiteinrichtung 58, mit deren
Hilfe der in die Aufnahmeöffnung 7 eingezogene Materialbahnstreifen 33 in Richtung
und entlang des Bahnlaufweges geführt werden kann, das heißt, durch die zweite Streifenleiteinrichtung
58 kann der Materialbahnstreifen 33 quer zur Bahnlaufrichtung, das heißt also in Richtung
der Mitte der Maschine, bis in einen unmittelbar neben dem Bahnlaufweg angeordneten
Bereich geführt werden.
[0039] In dem Ablaufbereich 74 kann eine einen Saugkasten umfassende Saugeinrichtung 65
angeordnet sein, mit deren Hilfe der Materialbahnstreifen 33 durch das gasdurchlässig
ausgebildete Transportband 63 hindurch zusätzlich angesaugt und am Transportband 63
gehalten werden kann. Die durch die Saugeinrichtung 65 erzeugte Luftströmung ist mit
einem Pfeil 67 angedeutet.
[0040] Bei einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel erstreckt sich die Saugeinrichtung 65
quer zur Maschinenlaufrichtung im wesentlichen nur über die Breite des Materialbahnstreifens,
und zwar nur im Bereich der Aufnahmeöffnung 7, und ist an der Umfangsfläche der Leitwalze
61, also dort, wo der Materialbahnstreifen übergeben wird, angeordnet. Die Länge der
Saugeinrichtung 65 -in Laufrichtung der Materialbahn gesehen- ist bei einer ersten
Ausführungsvariante nur relativ gering, so daß eine Besaugung des Transportbands 65
lediglich im Ablaufbereich 74 erfolgt. Nach einer weiteren Ausführungsvariante erstreckt
sich die Saugeinrichtung 65 vom Ablaufbereich 74 bis zum Auflaufpunkt des Transportbandes
63 auf den Trockenzylinder 59. Die Länge der Saugeinrichtung 65 ist abhängig von den
Eigenschaften der Materialbahn und der Betriebsbeziehungsweise der Maschinengeschwindigkeit
während des Überführungsvorgangs.
[0041] Aus Figur 11 geht ferner hervor, daß der Leitwalze 61 eine Meßwalze 71 mit einer
Zug-Meßzelle 69 und eine Breitstreckwalze 73 vorgeordnet sind, an denen jeweils frei
drehbare Seilscheiben 15 für die Seile 13 der Aufnahmeeinrichtung 3 angebracht sind.
[0042] Durch die anhand der Figur 11 beschriebene Anordnung der Teile der Maschine wird
eine relativ große freie Laufstrecke des Transportbandes 63 zwischen der Leitwalze
61 und dem Trockenzylinder 59 sichergestellt. Des weiteren wird der Aufnahmekopf 5
eine gewisse Wegstrecke im wesentlichen parallel zur Laufstrecke des von der Leitwalze
61 ablaufenden Transportbandes 63 geführt. Dadurch ist eine ausreichend große Übergabestrecke
geschaffen, in der ein Anlegen des Materialbahnstreifens 33 an das Transportband 63
möglich ist, wobei der Materialbahnstreifen 33 und das Transportband 63 im wesentlichen
die gleiche Geschwindigkeit aufweisen. Im Moment der Übergabe steht der Aufnahmekopf
5 vorzugsweise still, wird also nicht verlagert.
[0043] Das Überführen des Materialbahnstreifens 33 vom Aufnahmekopf 5 an das Transportband
63 sowie das Halten daran wird bei dem in Figur 11 dargestellten Ausführungsbeispiel
durch eine Besaugung des Ablaufbereichs 74 unterstützt. Bei einem anderen, in den
Figuren nicht dargestellten Ausführungsbeispiel kann die durch das von der Leitwalze
61 ablaufende Transportband 63 mitgerissene Luftgrenzschicht ausreichen, um den Materialbahnstreifen
33 selbsttätig an das Transportband 63 anzulegen, so daß auf eine Saugeinrichtung
gegebenenfalls verzichtet werden kann. Darüber hinaus ist es möglich, daß mit Hilfe
einer Blaseinrichtung eine flüssige oder gasförmige Mediumströmung auf den in den
Aufnahmekopf 5 eingezogenen Materialbahnstreifen 33 aufgebracht wird, die in Richtung
des Transportbands 63 gerichtet ist, um den Materialbahnstreifen 33 an das Transportband
zu drücken, vor allem bei einem nicht gasdurchlässig ausgebildeten Transportband 63.
Um eine sichere Überführung zu gewährleisten, kann im Moment der Übergabe des Materialbahnstreifens
an das Transportband 63 die Besaugung der Aufnahmeöffnung 7 reduziert werden. Außerdem
kann eine Aufladungseinrichtung eingesetzt werden, mit deren Hilfe eine elektrostatische
Aufladung des Transportbandes und/oder des Materialbahnstreifens möglich ist, wobei
durch die elektrostatischen Kräfte der Materialbahnstreifen an das Transportband quasi
angeheftet wird, so daß ein sicherer Weitertransport des an dem Transportband anliegenden
Materialbahnstreifens sichergestellt werden kann. Schließlich kann noch eine dem Aufnahmekopf
5 zuordenbare Streifen-Abschlagvorrichtung eingesetzt werden, die den in die Aufnahmeöffnung
7 eingezogenen Materialbahnstreifen unmittelbar vor der Aufnahmeöffnung 7 aus dieser
heraus und gegen das Transportband schlägt.
[0044] Bei dem in Figur 11 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Spalte 75 zwischen
der Saugeinrichtung 65 und der Leitwalze 61 sowie dem Transportband 63 abgedichtet.
Eine schleifende Anordnung der Saugeinrichtung 65 am Transportband 63 ist aber nicht
erforderlich.
[0045] Im folgenden wird eine besonders vorteilhafte Ausführungsform eines mit Hilfe der
anhand der vorangegangenen Figuren beschriebenen Überführungsvorrichtung 1 realisierbares
Verfahren beschrieben: Die im Übernahmebereich 17 angeordneten Umlenkelemente 45,
47 leiten den Materialbahnstreifen 33 seitlich aus der Maschine heraus. Dabei ist
das Umlenkelement 47 in den Bahnlaufweg eingeschwenkt. Danach greift der Aufnahmekopf
5 den Materialbahnstreifen 33 und leitet ihn neben der restlichen Materialbahn weiter
aus der Maschine heraus. Nach dem Überführen des Materialbahnstreifens 33 in den Übergabebereich
57 wird der Materialbahnstreifen 33 dann von der der Überführungsstrecke nachgeordneten
Bearbeitungsstation ergriffen beziehungsweise eingezogen, beispielsweise zwischen
dem Transportband 63 und der Umfangsfläche des Trockenzylinders 59. Unmittelbar vor
dem Einzug oder kurz nach dem Einzug des Materialbahnstreifens 33 in die nachfolgende
Bearbeitungsstation wird durch das zurückschwenken des Umlenkelements 47 aus dem Bahnlaufweg
heraus in seine Ruheposition der Materialbahnstreifen 33 wieder in die Maschine, das
heißt den Bahnlaufweg, eingeleitet beziehungsweise wandert selbständig in den Bahnlaufweg
zurück. Danach kann mit dem Breitfahren des Materialbahnstreifens auf die volle Breite
der Materialbahn begonnen werden. Es ist vorgesehen, daß zum Breitfahren des Materialbahnstreifens
das Umlenkelement 47 die Materialbahn 27 nicht mehr berühren beziehungsweise ablenken
beziehungsweise auslenken darf. Sobald das Umlenkelement 47 sich in seiner Ruheposition
(Figur 1) befindet, wird auch der Materialbahnstreifen 33 nicht mehr weiter über das
andere Umlenkelement 45 geführt. In dem Übergabebereich 57 läuft dann automatisch
der Materialbahnstreifen weiter nach innen. Dort muß nur sichergestellt sein, daß
das Transportband 63 und der Trockenzylinder 59 breit genug sind, um den Materialbahnstreifen
in der äußeren Laufspur, die sich unmittelbar neben dem Bahnlaufweg befindet, zu übernehmen,
wo gegebenenfalls auch die Saugeinrichtung 65 oder die oben beschriebenen Blaseinrichtungen
wirksam sind. Die Übergabe der Materialbahn an einen Trockenzylinder ist nur beispielhaft
zu verstehen. Selbstverständlich kann die Materialbahn beziehungsweise der Materialbahnstreifen
auch an einen Rollapparat oder dergleichen übergeben werden.
[0046] Die Länge der Übergabestrecke, innerhalb derer der in die Aufnahmeöffnung 7 eingezogene
Materialbahnstreifen 33 an die Bearbeitungsstation 55 übergeben beziehungsweise an
das Transportband 63 angelegt wird, entspricht bei dem in Figur 11 dargestellten Ausführungsbeispiel
den in Laufrichtung der Materialbahn gemessenen Abständen H1 und H2.
[0047] Es bleibt festzuhalten, daß die erste Streifenleiteinrichtung 43 und die zweite Streifenleiteinrichtung
58 getrennt voneinander arbeitende Einrichtungen sind. Während die erste Streifenleiteinrichtung
43 das Aus- und Einlenken des Materialbahnstreifens in seitlicher Richtung vom Bahnlaufweg
ermöglicht, kann mit Hilfe der zweiten Streifenleiteinrichtung 58 der von der Aufnahmeeinrichtung
3 geführte Materialbahnstreifen 33 an eine nachfolgende Bearbeitungsstation übergeben
werden, unabhängig davon, wie groß der Abstand zwischen dem außerhalb des Bahnlaufweges
geführten Materialbahnstreifen und dem Bahnlaufweg ist.
1. Vorrichtung zum Überführen eines Materialbahnstreifens innerhalb einer Maschine zur
Herstellung und/oder Bearbeitung einer Materialbahn (27), von einem Übernahmebereich
(17) in einen Übergabebereich (57) entlang eines Bahnlaufweges, mit mindestens einer
entlang des Bahnlaufweges verlagerbaren, den Materialbahnstreifen (33) während des
Überführungsvorgangs führenden Aufnahmeeinrichtung (3), die mindestens einen wenigstens
eine Aufnahmeöffnung (7) aufweisenden Aufnahmekopf (5) umfaßt, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahmekopf (5) derart geführt ist, daß die Aufnahmeöffnung (7) -in Maschinenlaufrichtung
gesehen- zum Bahnlaufweg seitlich versetzt angeordnet ist, und daß im Übernahmebereich
eine erste Streifenleiteinrichtung (43) zur Verlagerung des Materialbahnstreifens
aus dem Bahnlaufweg heraus in Richtung der Aufnahmeöffnung (7) und/oder im Übergabebereich
(57) eine zweite Streifenleiteinrichtung (58) zur Führung des Materialbahnstreifens
(33) in Richtung und entlang des weiteren Bahnlaufwegs vorgesehen sind/ist.
2. Überführungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der seitliche Versatz (x) in einem Bereich von 10 mm bis 500 mm, vorzugsweise
von 80 mm bis 350, insbesondere von 150 mm bis 200 mm, liegt.
3. Überführungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Streifenleiteinrichtung (43) mindestens zwei Umlenkelemente (45,47)
umfaßt, die -in Laufrichtung des Materialbahnstreifens (33) gesehen- in einem Abstand
voneinander angeordnet sind und daß mindestens ein Umlenkelement (45;47) vorzugsweise
eine Gasschmierung für den Materialbahnstreifen (33) aufweist.
4. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Umlenkelement (45,47) von einer Umlenkstange gebildet ist.
5. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Umlenkelement (47) in den Bahnlaufweg verlagerbar ausgebildet
ist.
6. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß -in Maschinenlaufrichtung gesehen- mindestens ein Umlenkelement (45,47) gegenüber
im Übernahmebereich (17) angeordneten und/oder dem Übernahmebereich (17) vorgeordneten
und/oder nachgeordneten Walzen, Zylindern oder dergleichen geneigt angeordnet ist.
7. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkelemente (45,47) -in vertikaler Richtung gesehen- unterhalb eines
Auslaufs (Trockenzylinder (25)) einer dem Übernahmebereich (17) vorgeordneten Bearbeitungsstation
(19) angeordnet sind.
8. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkelemente (45,47) -in vertikaler Richtung gesehen- oberhalb einer Bahnleitwalze
(41) angeordnet sind.
9. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß -in vertikaler Richtung gesehen- unterhalb der Umlenkelemente (45,47) ein mit
einem Unterdruck beaufschlagbarer Absaugtrichter (35) für den Materialbahnstreifen
(33) angeordnet ist.
10. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Anordnung der Bahnleitwalze (41) und des Absaugtrichters (35) so gewählt
ist, daß bei in den Absaugtrichter (35) eingesaugtem Materialbahnstreifen (33) dieser
im wesentlichen tangential an der Bahnleitwalze (41) oder im wesentlichen tangential
zur Bahnleitwalze (41) geführt ist.
11. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der die Aufnahmeöffnung (7) aufweisende Teil des Aufnahmekopfs (5)
bis in den Freiraum zwischen der Bahnleitwalze (41) und dem Absaugtrichter (35) verlagerbar
ist.
12. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Trockenzylinder (25) eine Schabereinrichtung (37) zugeordnet ist, die mindestens
ein Abweisblech (39) zur Führung des vom Umfang des Trockenzylinders (25) abgelösten
Materialbahnstreifens (33) aufweist.
13. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Abweisblech (39) derart ausgebildet ist, daß es den Materialbahnstreifen
(33) über das eine, sich in einer Ruheposition befindliche Umlenkelement (47) leitet.
14. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Streifenleiteinrichtung (58) eine Leiteinrichtung (60) einer dem
Übergabebereich (57) nachgeordneten Bearbeitungsstation (55) mit mindestens einem
über die Leiteinrichtung (60) geführten Transportband (63) umfaßt.
15. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Transportband (63) gasdurchlässig ausgebildet ist.
16. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Bereich, in dem das Transportband (63) von der Leiteinrichtung (60) abläuft,
auf der dem Materialbahnstreifen (33) abgewandten Seite des Transportbandes (63) eine
Saugeinrichtung (65) angeordnet ist.
17. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf der dem Transportband (63) abgewandten Seite des Materialbahnstreifens (33)
eine Blaseinrichtung zur Beaufschlagung des Materialbahnstreifens (33) mit einem flüssigen
oder gasförmigen Mediumstrom vorgesehen ist.
18. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Streifenleiteinrichtung (58) eine der Aufnahmeöffnung (7) des Aufnahmekopfs
(5) zuordenbare Streifen-Abschlagvorrichtung mit mindestens einem in Richtung auf
das Transportband (63) verlagerbaren Abschlagelement umfaßt.
19. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Streifenleiteinrichtung eine Aufladungseinrichtung zur elektrostatischen
Aufladung des Transportbandes (63) und/oder des Materialbahnstreifens (33) umfaßt.
20. Überführungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Leiteinrichtung (60) -in Maschinenlaufrichtung gesehen- eine Bearbeitungswalze
(Trockenzylinder (59)) nachgeordnet ist, und daß der Abstand zwischen der Leiteinrichtung
(60) und der Bearbeitungswalze derart groß ist, daß eine ausreichend lange Übergabestrecke
(Σ H1,H2) und eine Möglichkeit zur Anordnung der Seilscheiben (15) besteht.
21. Verfahren zum Überführen eines Materialbahnstreifens innerhalb einer Maschine zur
Herstellung und/oder Bearbeitung einer Materialbahn, von einem Übernahmebereich in
einen Übergabebereich im wesentlichen entlang eines Bahnlaufweges, insbesondere mit
Hilfe einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß der Materialbahnstreifen im Übernahmebereich seitlich aus dem Bahnlaufweg herausgeführt
und während des Überführungsvorgangs zumindest eine Teilstrecke mit seitlichem Versatz
zum Bahnlaufweg geführt wird.
22. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Zurückführung des Materialbahnstreifens in den Bahnlaufweg bei der Übergabe
oder erst nach der Übergabe an eine dem Übergabebereich nachgeordnete Bearbeitungsstation
selbständig erfolgt.
23. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Materialbahnstreifen vom Randbereich der Materialbahn abgetrennt ist und
daß der Materialbahnstreifen erst dann auf Materialbahnbreite vergrößert wird, nachdem
er in den Bahnlaufweg zurückgeführt worden ist.
24. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Materialbahnstreifen in Längsrichtung gespannt ist, bevor er im Übernahmebereich
schräg zu seiner Laufrichtung aus dem Bahnlaufweg herausgeführt wird.
25. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Übergabe des Materialbahnstreifens von einem Aufnahmekopf einer entlang
des Bahnlaufweges verlagerbaren Aufnahmeeinrichtung an eine nachgeordnete Bearbeitungsstation
ausgehend von einer neben dem Bahnlaufweg verlaufenden Spur erfolgt und daß dort die
Zurückführung des Materialbahnstreifens in den Bahnlaufweg ohne weitere Eingriffe
selbsttätig erfolgt, indem der Materialbahnstreifen im Übernahmebereich wieder in
den Bahnlaufweg zurückgeführt wird, wodurch auch der den Übergabebereich durchlaufende
Teil des Materialbahnstreifens weiter nach Innen in den Bahnlaufweg wandert.