[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufzugsanlage mit einer in einem Aufzugsschacht angeordneten
Antriebseinheit, die mittels eines Tragseiles eine Aufzugskabine und ein Gegengewicht
antreibt.
[0002] Aus der Offenlegungsschrift DE 197 52 232 ist eine Aufzugsanlage bekannt geworden,
bei der die Antriebseinheit im Aufzugsschacht neben der Fahrbahn der Aufzugskabine
und neben der Fahrbahn des Gegengewichtes angeordnet ist. Ein höhengleich und einstückig
mit einem Etageboden in den Aufzugsschacht hineinragender Betonsockel für die Antriebseinheit
lässt Freiraum für die Aufzugskabine und das Gegengewicht, sodass sich Aufzugskabine
und Gegengewicht am Betonsockel vorbei bewegen können. Die Antriebseinheit ist auf
dem Betonsockel in einem nicht rechten Winkel zu einer angrenzenden Wand des Aufzugsschachtes
angeordnet. In der angrenzenden Wand ist eine Zugangstür zu einer Steuereinrichtung
vorgesehen.
[0003] Ein Nachteil der bekannten Einrichtung liegt darin, dass durch die Anordnung der
Antriebseinheit an der angrenzenden Wand der freie Schachtquerschnitt für die Aufzugskabine
geschmälert wird. Bei einem quadratischen Schachtquerschnitt bleibt als nutzbare Grundfläche
für die Aufzugskabine lediglich ein schlankes Rechteck übrig.
[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in Anspruch 1 gekennzeichnet
ist, löst die Aufgabe, die Nachteile der bekannten Einrichtung zu vermeiden und eine
Anordnung der Schachtausrüstung vorzuschlagen, die den Schachtquerschnitt optimal
ausnützt.
[0005] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass die erfindungsgemässe Anordnung der Antriebseinheit im Schachtquerschnitt platzsparend
ist. Die Antriebseinheit benötigt vom Schachtquerschnitt lediglich Platz für die Treibscheibe.
Durch die Anordnung des Gegengewichtes entsteht seitlich freier, für die Aufzugskabine
nicht nutzbarer Platz, an welchem Platz die Antriebseinheit angeordnet ist. Mit der
erfindungsgemässen Anordnung der Antriebseinheit kann auch übermässiger Schrägzug
im über die Treibscheibe geführten Tragseil durch günstige Seilführungswinkel zwischen
der Treibscheibe und der Aufzugskabine bzw. Gegengewicht vermieden werden. Weiter
vorteilhaft ist, dass Unterhaltsarbeiten an der Antriebseinheit sowie manuelle Bedienung
der Aufzugskabine bei Evakuierungen vom Stockwerk aus möglich sind.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand von zwei Ausführungsbeispiele darstellenden
Zeichnungen naher erläutert.
[0007] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Horizontalschnitt durch einen Aufzugsschacht mit Aufzugskabine, Gegengewicht
und Antriebseinheit,
- Fig. 2
- einen Schnitt entlang der Linie A-A der Fig. 1,
- Fig. 3
- eine weitere Ausführungsvariante der erfindungsgemässen Anordnung der Antriebseinheit
und
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsvariante mit gezeigten Umlenkrollen.
[0008] Fig. 1 zeigt einen Horizontalschnitt durch einen Aufzugsschacht 1, in dem eine Aufzugskabine
2 mit Bedientableau 2.5, ein Gegengewicht 3 und eine schräg zu den angrenzenden Schachtwänden
stehende Antriebseinheit 4 angeordnet sind. Der Aufzugsschacht 1 wird durch eine linke
Seitenwand 1.1, eine Rückwand 1.2, eine rechte Seitenwand 1.3, eine Frontwand 1.4,
eine Schachtgrube 1.5 und einen nicht dargestellten Schachtkopf gebildet, wobei je
Stockwerk 5 in der Frontwand 1.4 eine Türöffnung 1.41 vorgesehen ist. Die Türöffnung
1.41 ist mittels einer Türzarge 1.42 und einer Stockwerktür 1.43 abgeschlossen, wobei
die zentral öffnende Stockwerktür 1.43 mittels einer zentral öffnenden Kabinentür
2.4 betätigbar ist. Als Schachtausrüstung sind eine Schachtgrubenleiter 1.51 für den
Einstieg in die Schachtgrube 1.5, eine Schachtbeleuchtung 1.6 und bauseitig angeordnete
Ankerschienen 1.7 vorgesehen, an denen erste Konsolen 1.8 und zweite Konsolen 1.9
angeordnet sind. Die ersten Konsolen 1.8 tragen Gegengewichtsführungsschienen 3.1,
an denen das Gegengewicht 3 über die Schachthöhe geführt ist. Die zweiten Konsolen
1.9 tragen Kabinenführungsschienen 2.1, an denen die Aufzugskabine 2 über die Schachthöhe
geführt ist. Im weiteren sind an den zweiten Konsolen 1.9 Schachtinformationsgeber
1.91 zur Überwachung der Kabinenposition und ein Geschwindigkeitsbegrenzer 1.92 zur
Überwachung der Kabinengeschwindigkeit angeordnet. Die Schachtinformationsgeber 1.91
des Aufzugsschachtes 1 arbeiten mit einem Schachtinformationsgeber 2.3 der Aufzugskabine
2 zusammen.
[0009] Fig. 1 zeigt beispielsweise eine auf dem Rucksack-Prinzip beruhende Aufzugsanlage
mit lateral aufgehängter Aufzugskabine 2. Die Aufzugskabine 2 wird von einem Tragrahmen
2.2 getragen, der an den Kabinenführungsschienen 2.1 geführt ist und am nicht dargestellten
Tragseil aufgehängt ist. Nicht dargestellt sind die Führungsschuhe bzw. Führungsrollen
des Tragrahmens 2.2. Die Erfindung kann auch bei einer Aufzugsanlage mit zentral aufgehängter
Aufzugskabine verwendet werden.
[0010] Die Antriebseinheit 4 ist teilweise in einer ersten Mauernische 1.21 und teilweise
auf einer Abstützung 1.22 angeordnet, wobei eine Treibscheibe 4.1 der Antriebseinheit
4 in den Aufzugsschacht 1 ragt. Je nach geometrischen Verhältnissen der Antriebseinheit
4 kann diese auch vollständig in der Mauernische 1.21 befestigt sein. Die Abstützung
1.22 leitet die Maschinenkräfte und Körperschall auf die Grubensohle der Schachtgrube
1.5. Die Aufzugskabine 2 ist mittels des, über Treibscheibe 4.1 und im Schachtkopf
angeordnete Umlenkrollen geführten Tragseiles mit dem Gegengewicht 3 verbunden. Beispielhaft
sind die Umlenkrollen 2.8 und 2.9 für die Aufzugskabine 2 gezeigt. Die Seile verlaufen
von der Treibscheibe 4.1 aufwärts zu getrennten Umlenkrollen für das Gegengewicht
und der Aufzugskabine 2 und verlaufen von dort wiederum abwärts, wobei die Seilenden
an Gegengewicht und Aufzugskabine 2 befestigt sind. Als Sockel können auch an der
Rückwand angeordnete Konsolen oder Winkelträger dienen. Oberhalb der Antriebseinheit
4 ist in der ersten Mauernische 1.21 ein Steuerschrank 6 angeordnet. Antriebseinheit
4 und Steuerschrank 6 sind über eine Unterhaltstür 1.23 vom Stockwerk 5 her zugänglich.
[0011] Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Antriebseinheit 4 und der Steuerschrank
6 auf dem untersten Stockwerk 5 über Eck angeordnet. Andere Stockwerke der Aufzugsanlage
kommen zur Anordnung der Antriebseinheit 4 und des Steuerschrankes 6 auch in Frage.
[0012] Mit der erfindungsgemässen Anordnung ist eine manuelle Evakuation vom Stockwerk 5
her von in der Aufzugskabine 2 eingeschlossenen Aufzugsbenutzern möglich. Eine Bremse
4.2 der schräg in der Ecke des Aufzugsschachtes 1 angeordneten Antriebseinheit 4 und
ein aufsteckbares Handrad 4.3 sind nach dem Öffnen der Unterhaltstür 1.23 bedienbar,
wobei die Aufzugskabine 2 je nach Last nach oben oder nach unten auf das nächste Stockwerk
6 gefahren werden kann.
[0013] Fig. 2 zeigt den Schnitt entlang der Linie A-A der Fig. 1 mit der auf dem Stockwerk
5 über Eck angeordneten Antriebseinheit 4. Die kompakt gebaute Antriebseinheit 4 kann
mit oder ohne Getriebe vorgesehen sein. Das Handrad 4.3 befindet sich in einer Halterung
und wird bei Bedarf aus dieser entnommen und auf die Antriebseinheit 4 aufgesteckt.
[0014] Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsvariante, bei der die Antriebseinheit 4 auf
dem untersten Stockwerk 5 über Eck, teilweise in der ersten Mauernische 1.21 und teilweise
in einer zweiten Mauernische 1.24 der rechten Seitenwand 1.3 angeordnet ist. Bei dieser
Variante sind Aufzugsanlagen mit Aufzugskabinen 2 mit grösserer Tiefe realisierbar.
Ausserdem entsteht geringer Schrägzug im über die Treibscheibe geführten Tragseil
durch günstige Seilführungswinkel zwischen der Treibscheibe und der Aufzugskabine
bzw. Gegengewicht.
[0015] Fig. 4 zeigt die Lage der Umlenkrollen 2.10,2.11 für die Aufzugskabine 2 und die
Lage der Umlenkrollen 3.10,3.11 für das Gegengewicht 3. Die Längsachse der Umlenkrollen
2.10,2.11 und die Längsachse der Umlenkrollen 3.10,3.11 bilden einen spitzen Winkel,
wodurch übermässiger Schrägzug im über die Treibscheibe 4.1 und Umlenkrollen 2.10,2.11,3.10,3.11
geführten Tragseil vermieden werden kann.
[0016] Eine Seilführung mit zentraler Aufhängung der Aufzugskabine 2 oder eine Seilführung
mit Unterschlingung der Aufzugskabine 2 ist auch möglich.
1. Aufzugsanlage mit einer in einem Aufzugsschacht (1) angeordneten Antriebseinheit (4),
die mittels eines Tragseiles eine Aufzugskabine (2) und ein Gegengewicht (3) antreibt,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebseinheit (4) im Aufzugsschacht (1) über Eck angeordnet ist.
2. Aufzugsanlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antriebseinheit (4) teilweise in einer Mauernische (1.21,1.24) angeordnet
ist, wobei eine Treibscheibe (4.1) der Antriebseinheit (4) in den Aufzugsschacht (1)
ragt.
3. Aufzugsanlage nach den Ansprüchen 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Steuerschrank (6) über der Antriebseinheit (4) angeordnet ist, wobei Steuerschrank
(6) und Antriebseinheit (4) über eine Unterhaltstür (1.23) zugänglich sind.
4. Aufzugsanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass Steuerschrank (6) und Antriebseinheit (4) auf dem untersten Stockwerk (5) der
Aufzugsanlage angeordnet sind.