(19)
(11) EP 1 081 673 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.03.2001  Patentblatt  2001/10

(21) Anmeldenummer: 99116865.9

(22) Anmeldetag:  02.09.1999
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7G09F 9/33, G09F 9/30
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(71) Anmelder:
  • Knecht, Andreas
    8835 Feusisberg (CH)
  • Knecht, Stephan
    8037 Zürich (CH)

(72) Erfinder:
  • Knecht, Andreas
    8835 Feusisberg (CH)
  • Knecht, Stephan
    8037 Zürich (CH)

   


(54) Gewebeform als Bildschirm-Anzeige


(57) Ein dünner, mechanisch flexibler Bildschirm wird mittels Weben hergestellt. Durch den Vorgang des Webens sowie durch die elektrische, mechanische und optische Bauart des verwendeten Fadenmaterials entstehen an den Kreuzungspunkten der Quer- und Längsfäden automatisch die für die einzelnen Bildpunkte notwendige elektrische Lokalisierung. Der Aufbau des Bildschirms als Gewebe integriert elektrische, optische und mechanische Funktionen in demselben Material. Der dadurch hergestellte Bildschirm zeichnet sich aus durch eine geringe Ausdehnung in der Dicke sowie mechanische Verformbarkeit.




Beschreibung

Technisches Gebiet



[0001] Die Erfindung betrifft einen Dünn-Bildschirm mit diskreter optischer Auflösung, welcher aus gewobenem Material besteht, mechanisch flexibel ist und dessen Bildpunkte matrizenförmig angeordnet sind, wobei sich die Bildpunkte an den Kreuzpunkten der Gewebefäden während der Herstellung des Gewebes und während des Betriebes selbständig elektrisch lokalisieren.

Stand der Technik



[0002] Heutige Bildschirme werden planar auf Basis einzelner Bildpunkte hergestellt, wie etwa in Grossanzeigetafeln mittels Leuchtdioden, oder Flüssigkeitskristall-Anzeigen von tragbaren Computern (Laptops). Diese Bildschirme sind mechanisch steif, empfindlich auf mechanische Beanspruchung wie Druck oder Torsion und besitzen aufgrund ihres Aufbaus eine nicht zu unterschreitende Mindestdicke. Zudem müssen bei der Herstellung die einzelnen Bildpunkte des Bildschirms explizit festgelegt werden, was zusätzlichen Aufwand erfordert.

Technische Aufgabe



[0003] Gegenstand der Erfindung ist der Aufbau eines Bildschirms, welcher räumliche Flexibilität besitzt und somit reversibel verformt werden kann, eine dünne Ausdehnung in die Tiefe hat und bei welchem die einzelnen Bildpunkte durch das Zusammenfügen der Einzelteile selbständig gewonnen werden.

Darstellung



[0004] Erfindungsgemäss wird dies bei einem Bildschirm des obigen Typs dadurch erreicht, dass der Bildschirm durch räumlich flexibles Fadenmaterial gewoben wird, welches optisch arbeitet wie auch mechanisch dem Bildschirm genügend Festigkeit verleit sodass er sehr dünn aufgebaut werden kann und dabei räumlich flexibel bleibt. Durch den Vorgang des Webens sowie durch die elektrische Bauart des optisch aktiven Fadenmaterials entstehen an den Kreuzungspunkten der Quer- und Längsfäden automatisch die für die einzelnen Bildpunkte notwendige elektrische Lokalisierung.

Vorteilhafte Wirkung



[0005] Ein erfindungsgemässer Bildschirm weist verschiedene Vorteile auf. Durch die Maschenform innerhalb des Gewebes wird Oberflächenlänge des Bildschirmmaterials gewonnen, wodurch eine höhere reversible Biegsamkeit als mit dem gestreckten Material alleine ermöglicht wird. Eine spezielle Kontaktierung zur elektrischen Lokalisierung der Bildpunkte entfällt, wodurch der Bildschirm dünner aufgebaut werden kann sowie der Aufbau und die Herstellung gegenüber dem Stand der Technik vereinfacht wird. Der Aufbau als Gewebe integriert elektrische, optische und mechanische Funktionen in demselben Material.

Weg zur Ausführung



[0006] Fig. 1 zeigt ein Beispiel für den Aufbau des erfindungsgemässen Gewebes mit den optisch aktiven Querfäden (1), den stromleitenden Längsfäden (2), sowie den Stützfäden in beiden Richtungen (3, 4).

[0007] Fig. 2 zeigt die elektrische Kontaktierung sowie die Lokalisierung der Bildpunkte. Durch die Kreuzung von Quer- und Längsfäden entsteht ein elektrischer Kontakt, welcher zur Anregung des optisch aktiven Materials im Querfaden benutzt wird. Die Anregung findet im Bereich (5) statt. Damit sich der Strom nicht auf der gesamten Länge des optisch aktiven Querfadens ausbreitet, besitzt der Querfaden einen elektrischen Widerstand R so, dass sich eine lokale Potentialzone um den Kreuzungspunkt von Quer- und Längsfaden bildet. Damit wird verhindert, dass durch die Anregung eines einzelnen Punktes gleich die gesamte Länge eines Querfadens optisch aktiv wird.

[0008] Fig. 3 zeigt den Querschnitt durch einen möglichen Aufbau des optisch aktiven Querfadens. Um eine elektrisch leitende Innenleitung (6) befindet sich konzentrisch das optisch aktive Material (7), welches seinerseits konzentrisch durch eine Aussenhülle (8) mit erhöhtem elektrischem Widerstand R umhüllt wird. Das optisch aktive Material (7) kann dabei entweder selbst aktiv leuchten, wie beispielsweise als längsförmig aufgebaute organische Leuchtdiode (OLED), oder passiv das Licht einer Hintergrundbeleuchtung temporär passieren lassen, wie beispielsweise als Flüssigkeitskristall-Aufbau.


Ansprüche

1. Mechanisch flexibler, dünner Bildschirm, dadurch gekennzeichnet dass er als Gewebe aufgebaut ist.
 
2. Bildschirm nach Anspruch 1 in Gewebeform, dadurch gekennzeichnet dass die elektrische Lokalisierung der optisch aktiven Bildpunkte durch Verwendung von Fadenmaterial mit erhöhtem elektrischen Widerstand erreicht wird.
 




Zeichnung













Recherchenbericht