Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen Dünn-Bildschirm mit diskreter optischer Auflösung, welcher
aus gewobenem Material besteht, mechanisch flexibel ist und dessen Bildpunkte matrizenförmig
angeordnet sind, wobei sich die Bildpunkte an den Kreuzpunkten der Gewebefäden während
der Herstellung des Gewebes und während des Betriebes selbständig elektrisch lokalisieren.
Stand der Technik
[0002] Heutige Bildschirme werden planar auf Basis einzelner Bildpunkte hergestellt, wie
etwa in Grossanzeigetafeln mittels Leuchtdioden, oder Flüssigkeitskristall-Anzeigen
von tragbaren Computern (Laptops). Diese Bildschirme sind mechanisch steif, empfindlich
auf mechanische Beanspruchung wie Druck oder Torsion und besitzen aufgrund ihres Aufbaus
eine nicht zu unterschreitende Mindestdicke. Zudem müssen bei der Herstellung die
einzelnen Bildpunkte des Bildschirms explizit festgelegt werden, was zusätzlichen
Aufwand erfordert.
Technische Aufgabe
[0003] Gegenstand der Erfindung ist der Aufbau eines Bildschirms, welcher räumliche Flexibilität
besitzt und somit reversibel verformt werden kann, eine dünne Ausdehnung in die Tiefe
hat und bei welchem die einzelnen Bildpunkte durch das Zusammenfügen der Einzelteile
selbständig gewonnen werden.
Darstellung
[0004] Erfindungsgemäss wird dies bei einem Bildschirm des obigen Typs dadurch erreicht,
dass der Bildschirm durch räumlich flexibles Fadenmaterial gewoben wird, welches optisch
arbeitet wie auch mechanisch dem Bildschirm genügend Festigkeit verleit sodass er
sehr dünn aufgebaut werden kann und dabei räumlich flexibel bleibt. Durch den Vorgang
des Webens sowie durch die elektrische Bauart des optisch aktiven Fadenmaterials entstehen
an den Kreuzungspunkten der Quer- und Längsfäden automatisch die für die einzelnen
Bildpunkte notwendige elektrische Lokalisierung.
Vorteilhafte Wirkung
[0005] Ein erfindungsgemässer Bildschirm weist verschiedene Vorteile auf. Durch die Maschenform
innerhalb des Gewebes wird Oberflächenlänge des Bildschirmmaterials gewonnen, wodurch
eine höhere reversible Biegsamkeit als mit dem gestreckten Material alleine ermöglicht
wird. Eine spezielle Kontaktierung zur elektrischen Lokalisierung der Bildpunkte entfällt,
wodurch der Bildschirm dünner aufgebaut werden kann sowie der Aufbau und die Herstellung
gegenüber dem Stand der Technik vereinfacht wird. Der Aufbau als Gewebe integriert
elektrische, optische und mechanische Funktionen in demselben Material.
Weg zur Ausführung
[0006] Fig. 1 zeigt ein Beispiel für den Aufbau des erfindungsgemässen Gewebes mit den optisch
aktiven Querfäden (1), den stromleitenden Längsfäden (2), sowie den Stützfäden in
beiden Richtungen (3, 4).
[0007] Fig. 2 zeigt die elektrische Kontaktierung sowie die Lokalisierung der Bildpunkte.
Durch die Kreuzung von Quer- und Längsfäden entsteht ein elektrischer Kontakt, welcher
zur Anregung des optisch aktiven Materials im Querfaden benutzt wird. Die Anregung
findet im Bereich (5) statt. Damit sich der Strom nicht auf der gesamten Länge des
optisch aktiven Querfadens ausbreitet, besitzt der Querfaden einen elektrischen Widerstand
R so, dass sich eine lokale Potentialzone um den Kreuzungspunkt von Quer- und Längsfaden
bildet. Damit wird verhindert, dass durch die Anregung eines einzelnen Punktes gleich
die gesamte Länge eines Querfadens optisch aktiv wird.
[0008] Fig. 3 zeigt den Querschnitt durch einen möglichen Aufbau des optisch aktiven Querfadens.
Um eine elektrisch leitende Innenleitung (6) befindet sich konzentrisch das optisch
aktive Material (7), welches seinerseits konzentrisch durch eine Aussenhülle (8) mit
erhöhtem elektrischem Widerstand R umhüllt wird. Das optisch aktive Material (7) kann
dabei entweder selbst aktiv leuchten, wie beispielsweise als längsförmig aufgebaute
organische Leuchtdiode (OLED), oder passiv das Licht einer Hintergrundbeleuchtung
temporär passieren lassen, wie beispielsweise als Flüssigkeitskristall-Aufbau.
1. Mechanisch flexibler, dünner Bildschirm, dadurch gekennzeichnet dass er als Gewebe
aufgebaut ist.
2. Bildschirm nach Anspruch 1 in Gewebeform, dadurch gekennzeichnet dass die elektrische
Lokalisierung der optisch aktiven Bildpunkte durch Verwendung von Fadenmaterial mit
erhöhtem elektrischen Widerstand erreicht wird.