[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen von Druckmaschinen und Druckformen,
insbesondere zum Entfemen von Druckfarben, zum Beispiel von Druckfarben auf Ölbasis
oder durch Strahlung härtbaren Druckfarben, von den Zylindern und Walzen von Druckmaschinen,
besonders Flach- oder Offsetdruckmaschinen, sowie von Druckformen, zum Beispiel bei
Unterbrechung des Druckvorgangs.
[0002] Für die genannten Zwecke werden im allgemeinen Reinigungsmittel auf Basis organischer
Lösemittel und/oder wäßriger Lösungen eingesetzt. Dabei werden in Druckereien bei
längerem Maschinenstillstand oder bei einem Farbwechsel die mit der Druckfarbe kontaktierten
Teile der Druckmaschine von Farbresten befreit. Ebenso müssen Druckformen, besonders
Flachdruckformen, bei einer Unterbrechung des Druckprozesses sorgfältig von Farbresten
gereinigt und zur Erhaltung der Hydrophilie der Nichtbildstellen mit Konservierungslösungen
auf Basis hydrophiler Polymerer überzogen werden. Reiniger, die organische Lösemittel
enthalten, haben zumeist flüchtige organische Anteile (VOC = volatile organic compounds),
die die Atmosphäre belasten und arbeitsmedizinisch und ökologisch bedenklich sind.
Reiniger, die ausschließlich oder überwiegend aus unpolaren organischen Lösemitteln
bestehen, haben zudem den Nachteil, daß sich die an den zu reinigenden Teilen, zum
Beispiel Druckwalzen, anhaftenden Lösemittelreste nach dem Reinigen nicht mit Wasser
abwaschen lassen. Eine saubere Druckwalze ist jedoch Voraussetzung für eine gute Benetzung
mit der Druckfarbe und gute Farbübertragung. Bei manchen Druckformen kann auch die
farbführende Druckschablone vom Reinigungsmittel angelöst und dadurch beschädigt oder
sogar unbrauchbar werden.
[0003] In der DE-B 27 24 557 wird ein Reinigungsmittel für lithographische Druckplatten
beschrieben, das Wasser und mit Wasser mischbare organische Lösemittel enthält. Seine
Reinigungswirkung gegenüber viskosen Druckfarben auf Ölbasis ist naturgemäß begrenzt.
[0004] In der GB-A 2 089 289 werden Öl-in-Wasser- und Wasser-in-Öl-Emulsionen als Reiniger
beschrieben. Von Nachteil ist hierbei die relativ hohe Grenzflächenspannung zwischen
Wasser- und Ölphase, so daß beispielsweise lipophile, stark hydrophobe Offsetdruckfarben
wegen ihrer hohen Grenzflächenenergie gegenüber der wasserkontinuierlichen Reinigerlösung
nur langsam und nur in geringem Maße von dieser aufgenommen werden.
[0005] Ähnliches gilt für Emulsionen, wie sie zum Beispiel auch in der WO-A 90/03419 oder
der EP-A 0 498 545 beschrieben werden.
[0006] Emulsionen dieser Art sind im übrigen nur kinetisch, aber nicht thermodynamisch stabil,
so daß sie insbesondere bei Temperaturschwankungen zur Entmischung [Aufrahmen (Absitzen),
Verdicken, Ausflocken] neigen und dadurch in ihrer Anwendbarkeit beeinträchtigt werden.
[0007] Besonders schwierig ist das Entfernen von durch UV-Strahlung härtbaren Offset- oder
Hochdruckfarben auf Basis von polymerisierbaren monomeren oder oligomeren Acrylaten.
Zu ihrer Entfernung werden im allgemeinen Ester oder Gemische von Estern und Mineralöl
eingesetzt.
[0008] Aufgabe der Erfindung war es, ein Reinigungsverfahren und ein flüssiges Reinigungsmittel
zu Verfügung zu stellen, die es gestatten, Druckfarben schnell und effektiv abzulösen,
ohne daß die Umgebung durch Dämpfe flüchtiger organischer Komponenten belastet oder
die Druckschablone von Druckformen angegriffen wird.
[0009] EP-A-0527315 offenbart als Drucktuchwaschmittel eine Wasser-in-Öl-Mikroemulsion aus
ethoxilierten Partialglyceriden der Capryl-/Caprinsäure, 1,2-Bis-(oxazolin-2-)ethan
und wenigstens einem gesättigten Fettsäuremethylester.
[0010] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zum Reinigen von Druckmaschinen oder Druckformen,
bei dem man die Verunreinigungen von der Oberfläche durch Waschen mit einer Flüssigkeit
entfernt.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit eine
bikontinuierliche Mikroemulsion ist, die Wasser, ein grenzflächenaktives Mittel und
als Ölphase ein mit Wasser nicht mischbares organisches Lösemittel in den Anteilen
enthält, wie diese im Anspruch 1 definiert sind.
[0012] Unter einer Mikroemulsion soll im Rahmen der vorliegenden Beschreibung eine flüssige,
bikontinuierliche Mischung aus Wasser- und Ölphase mit extrem niedriger Grenzflächenspannung
zwischen Wasser- und Ölphase verstanden werden, das heißt einer Grenzflächenspannung,
die bis zu drei Zehnerpotenzen kleiner ist als die einer üblichen Wasser-in-Öl- oder
Öl-in-Wasser-Emulsion. Bei Mikroemulsionen liegt diese Grenzflächenspannung im Bereich
von 10
-4 bis 10
-6 N/m, bei Emulsionen gewöhnlich im Bereich von 10
-3 bis 10
-2 N/m. Eine Mikroemulsion im Sinne der vorliegenden Beschreibung ist thermodynamisch
stabil, visuell transparent und vorzugsweise niedrigviskos.
[0013] Übliche konventionelle Emulsionen können Öl- und Wasserphase in sehr unterschiedlichen
Volumenanteilen enthalten. Sie haben eine kontinuierliche und eine disperse Phase,
die als sehr kleine, durch Belegung mit Tensiden stabilisierte Kügelchen in der kontinuierlichen
Phase vorliegt. Je nach der Natur der kontinuierliches Phase spricht man von Öl-in-Wasser-
oder Wasser-in-Öl-Emulsionen. Diese Emulsionen sind im Idealfall kinetisch stabil,
d.h. sie bleiben auch längere Zeit, aber nicht unbegrenzt, erhalten. Insbesondere
bei Temperaturschwankungen können sie zur Phasentrennung durch Absitzen, Aufrahmen,
Verdicken oder Flocken neigen.
Bikontinuierliche Mikroemulsionen enthalten zwei Phasen, eine Wasser- und eine Ölphase,
in Form von ausgedehnten nebeneinanderliegenden und ineinander verschlungenen Domänen,
an deren Grenzfläche stabilisierende grenzflächenaktive Tenside in einer monomolekularen
Schicht angereichert sind. Bikontinuierliche Mikroemulsionen bilden sich sehr leicht,
in der Regel wegen der sehr niedrigen Grenzflächenspannung spontan, wenn die Einzelkomponenten,
Wasser, Öl und ein geeignetes grenzflächenaktives System, vermischt werden. Da die
Domänen in mindestens einer Dimension nur sehr geringe Ausdehnungen in der Größenordnung
von Nanometern haben, erscheinen die Mikroemulsionen visuell transparent und sind
je nach dem eingesetzten grenzflächenaktiven System in einem bestimmten Temperaturbereich
thermodynamisch, d.h. zeitlich unbegrenzt, stabil.
[0014] Bikontinuierliche Mikroemulsionen sind zum Beispiel in dem Artikel "Mikroemulsionen
- eine wissenschaftliche und anwendungstechnische Fundgrube?" von H.-F. Eicke in SÖFW-Journal
118 (1992), Seiten 311 bis 314, beschrieben.
[0015] Zum Erreichen der erforderlichen niedrigen Grenzflächenspannung an den Phasengrenzen
enthalten die Mikroemulsionen bestimmte Amphiphile, d.h. grenzflächenaktive Mittel,
und in ihrer wäßrigen Phase häufig gelöste Elektrolyte und gegebenenfalls weitere
Hilfsstoffe. Elektrolyte werden vor allem dann zugesetzt, wenn die Amphiphilen zum
Teil oder ausschließlich ionische Tenside sind.
[0016] Der Einsatz von Mikroemulsionen zur Extraktion von organischen Schadstoffen aus kontaminierten
Böden ist in der WO 94/04289 beschrieben. Auch die Tertiärförderung von Erdöl ist
als Anwendungsgebiet für Mikroemulsionen bekannt geworden.
[0017] Es ist ferner aus der EP-A-0 498 545 bekannt, Mikroemulsionen als Reinigungsmittel,
z. B. für lackierte oder blanke Metallbleche, Kunststoffe und andere Oberflächen,
insbesondere zur Vorbehandlung für nachfolgende Beschichtungen einzusetzen.
[0018] Die Bestandteile der Mikroemulsion sollten so ausgewählt werden, daß sie die mechanischen
Eigenschaften von Vorrichtungsteilen oder Dichtungsmaterialien aus Gummi oder ähnlichen
Materialien, wie Elastizität, Flexibilität, Dimensionsbeständigkeit usw., durch Quellung
oder Schrumpfung (Entquellung) nicht verändern.
[0019] Als mit Wasser nicht mischbare organische Lösemittel werden vorteilhaft solche mit
einem Siedebereich oberhalb 100, bevorzugt oberhalb 150°C, insbesondere von 200 bis
400°C eingesetzt. Im allgemeinen werden organische Lösemittel mit Flammpunkten oberhalb
100°C eingesetzt. Unter "organischen Lösemitteln" sind unter anderen Fette und Öle,
z.B. Rüböl, Fettsäureester, Ether, Ketone, Aldehyde und Kohlenwasserstoffe zu verstehen.
[0020] Für das erfindungsgemäße Verfahren sind Alkylester von längerkettigen Fettsäuren
geeignet. Die Alkylgruppe der Alkoholkomponente hat 1 bis 20, bevorzugt 1 bis 16 Kohlenstoffatome.
Die Fettsäurekomponente hat normalerweise 6 bis 25, bevorzugt 8 bis 18 Kohlenstoffatome
und kann linear oder verzweigt, gesättigt oder ungesättigt sein und bis zu drei Doppelbindungen
im Molekül enthalten. Die Ester haben im allgemeinen eine Jodzahl im Bereich von 0
bis etwa 150, bevorzugt von 0 bis 40. Verbindungen mit höherem Gehalt an Doppelbindungen
zeigen häufig eine Neigung zum Verharzen und damit zur Abscheidung unerwünschter Substanzen.
Solche Verbindungen werden deshalb, wenn überhaupt, nur in geringen Anteilen zugesetzt.
Beispiele für geeignete Ester sind Methyl-, Ethyl-, Isopropyl-, n-Butyl-, n-Hexyl-,
2-Ethylhexylester und/oder Isooctylester von Fettsäuren oder Fettsäuregemischen, zum
Beispiel von Octansäure, 2-Ethylhexansäure, Caprinsäure, Laurinsäure. Myristinsäure,
Palmitinsäure, Ölsäure, Linolsäure, Behensäure oder Sojaöl-, Kokosöl-, Palmkernöl-,
Palmöl-, Sonnenblumenöl-, Spermöl-, Tallöl-, Rapsöl-, Rizinusöl- oder Talgfettsäuren.
Einzelne typische Ester sind beispielsweise Kokosfettsäure-2-ethylhexylester, Tallölfettsäure-n-hexylester,
Rapsmethylester, Ölsäure-methylester, Stearinsäuremethylester, Palmitinsäure-isopropylester,
Laurinsäure-ethylester, 2-Ethylhexansäure-2- ethylhexylester und Octansäure-n-octylester.
Neben diesen Estern sind auch Ether mit hohem Siedebereich, z.B. Dioctylether, sowie
Tricylyceride, wie Rapsöl, Kokosöl oder Sojaöl, geeignet.
[0021] Die Ester zeichnen sich durch einen sehr niedrigen Dampfdruck aus, so daß bei ihrem
Einsatz keine Belastung der Atmosphäre eintritt. Wie es bei bikontinuierlichen Mikroemulsionen
die Regel ist, liegen die Volumenanteile von wäßriger und organischer Phase etwa in
der gleichen Größenordnung, d.h., das Volumenverhältnis von Wasser zu organischer
Phase beträgt 40:60 bis 60:40.
[0022] Als grenzflächenaktive Mittel, im folgenden auch als Tenside bezeichnet, können grundsätzlich
solche unterschiedlichen amphiphilen Charakters eingesetzt werden, also anionische,
kationische, amphotere und nichtionische Tenside oder deren Gemische.
[0023] Geeignete anionische Tenside sind C
10- bis C
20-, bevorzugt C
12- bis C
16-Alkylsulfate, zum Beispiel Natriumdodecylsulfat; C
10- bis C
20-, bevorzugt C
12- bis C
16-Alkylpolyethersulfate, zum Beispiel Natriumdodecyloxypolyethoxysulfat; Alkalisalze
von Diisooctylsulfobernsteinsäure; Alkalisalze von Alkylbenzolsulfonsäuren, zum Beispiel
Natriumdodecylbenzolsulfonat, von Dialkylphosphaten, und von Carboxylaten, z.B. von
Fettalkylethercarboxylaten. Einige anionische Tenside, zum Beispiel Natriumdodecylsulfat,
werden oft zusammen mit Alkanolen wie Butanol, Pentanol oder Hexanol als Co-Tenside
und/oder mit Alkali- oder Erdalkalisalzen, zum Beispiel Natriumchlorid, Natriumsulfat
oder Calciumchlorid, oder mit anderen Elektrolyten, zum Beispiel NaOH, KOH. Phosphaten
oder Silikaten eingesetzt.
[0024] Weiterhin können die erfindungsgemäß eingesetzten Mikroemulsionen noch Komplexbildner
wie Ethylendiamintetraessigsäure, Nitrilotriessigsäure oder Methylglycindiessigsäure,
Korrosionsinhibitoren und/oder Konservierungsmittel enthalten.
[0025] Die Alkanole können in Mengen bis zu 20, bevorzugt bis zu 10 Gew.-%, die Elektrolyte
in Mengen bis zu 10, bevorzugt bis zu 5 Gew.-% zugesetzt werden.
[0026] Als kationische Tenside können zur Herstellung von Mikroemulsionen beispielsweise
Alkyltrimethylammoniumhalogenide mit Alkylkettenlängen von etwa 8 bis 18 C-Atomen
und/oder quaternierte Imidazolinium- oder Pyridiniumsalze eingesetzt werden.
[0027] Geeignete nichtionische beziehungsweise nichtionogene Tenside sind Polyglykolmonoalkylether
mit Alkylkettenlängen von C
8 bis C
18 bevorzugt C
10 bis C
16, und 2 bis 20, bevorzugt 3 bis 15 Oxyalkylen-, insbesondere -ethylen-, -propylen-
und/oder -butyleneinheiten, oder Blockcopolymere aus diesen Einheiten. Häufig werden
C
10- bis C
15- Alkylether von Polyglykolen mit 3 bis 10 Oxyalkyleneinheiten verwendet. Hierbei
handelt es sich zumeist um technische Produkte mit einer mehr oder weniger breiten
Molgewichtsverteilung. Auch über spezielle Kastalysatoren hergestellte Tenside mit
enger Molgewichtsverteilung können eingesetzt werden. Ferner sind Triglyceridalkoxylate,
z.B. Umsetzungsprodukte von 1 mol Triglycerid mit 1 bis 50 mol Alkylenoxid, besonders
10 bis 50 mol Ethylenoxid, geeignet. Daneben sind Tenside auf Basis von Sacchariden,
zum Beispiel Alkylpolyglukoside oder Glukosamide einsetzbar.
[0028] Die erfindungsgemäß eingesetzten Mikroemulsionen enthalten bevorzugt anionische Tenside,
meist in Kombination mit einem oder mehreren nichtionischen Tensiden. Es können aber
auch Mikroemulsionen allein mit nichtionischen Tensiden hergestellt werden.
[0029] Zur Erzielung einer optimalen Reinigungswirkung sind im Einzelfall für jede Kombination
von organischem Lösemittel, Tensid beziehungsweise Tensiden und gegebenenfalls Elektrolyten
und Komplexbildnern in wäßriger Lösung bestimmte relativ enge Mengenanteilbereiche
der einzelnen Komponenten erforderlich, die sich durch einfache Routineversuche ermitteln
lassen. Erfindungsgemäß liegt der Anteil an Tensiden in der Mikroemulsion insgesamt
im Bereich von 7 bis 25 Gew.-%. Bei zu hohem Tensidanteil können Reinigungsprobleme
entstehen, oder die Trocknung der Druckwalzen kann Schwierigkeiten bereiten.
[0030] Im allgemeinen werden 1 bis 20, bevorzugt 3 bis 15 und insbesondere 5 bis 10 Gew.-%
anionisches Tensid; 1 bis 20 Gew.-% Polyethylenglykolmonoalkylether; 0,1 bis 10, bevorzugt
0,5 bis 5 Gew.-% Umsetzungsprodukt von Triglycerid mit Ethylenoxid und 1 bis 20 Gew.-%
Polyalkylenglykolmonoalkylether mit Oxyethylen- und/oder Oxypropyleneinheiten eingesetzt.
[0031] Die erfindungsgemäß eingesetzten Mikroemulsionen enthalten 20 bis 60 Gew.-% mit Wasser
nicht mischbares organisches Lösemittel und 30 bis 60 Gew.-% Wasser. Alle Angaben
in Gew.-% sind hier auf das Gesamtgewicht der fertigen Mikroemulsion bezogen.
[0032] Jede Mikroemulsion ist in einem bestimmten Temperaturbereich thermodynamisch stabil.
Bevorzugt werden solche Mikroemulsionen, die bei Raumtemperatur und darunter thermodynamisch
stabil sind. Es können aber auch in vielen Fällen solche Mikroemulsionen mit Erfolg
eingesetzt werden, deren Stabilitätsbereich oberhalb Raumtemperatur, zum Beispiel
zwischen 50 und 60°C liegt.
[0033] Hohe Konzentrationen an Tensiden in bekannten Reinigerflüssigkeiten führen oft zu
schlechter Druckfarbenablösung. verbunden mit Tensidablagerungen auf den Druckwalzen;
diese Nachteile treten mit den erfindungsgemäß eingesetzten Mikroemulsionen nicht
ein.
[0034] Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Reinigungsverfahrens wird die Mikroemulsion
auf die zu reinigenden Teile der Druckmaschine aufgebracht. Die Oberfläche der Druckfarbe
wird schnell, gleichmäßig und vollständig benetzt, so daß die Druckfarbe rasch von
der Reinigungsflüssigkeit aufgenommen und gelöst beziehungsweise emulgiert wird. Die
verbleibenden Reste der Mikroemulsion lassen sich leicht durch Waschen mit Wasser
entfernen. Das gleiche gilt für die nach Unterbrechung des Drucks auf einer zu reinigenden
und zu konservierenden Druckform, insbesondere einer Offset- oder Hochdruckform verbliebenen
Farbreste. Wichtig ist hier vor allem die vollständige Entfernung von Farbresten von
den Nichtbild- oder Hintergrundstellen der Druckform, auf denen zum Beispiel beim
Flach- oder Offsetdruck bei Wiederaufnahme des Druckvorgangs die erforderliche Hydrophilie
erhalten bleiben muß. Als Druckform wird im Rahmen dieser Beschreibung eine druckfertige
Druckplatte bezeichnet, die in der Regel durch Belichten und Entwickeln einer lichtempfindlichen
Druckplatte erhalten wird.
[0035] Die erfindungsgemäß eingesetzten Mikroemulsionen eigenen sich auch zur Reinigung
von anderen Substanzen, z. B. von Kunststoffen, Altlackierungen, Grundierungen und
blanken Metallblechen. Sie können z. B. als Reinigungsmittel im Bereich der Autotreparaturlackierungen
sowie als Pinselreiniger eingesetzt werden.
[0036] Die folgenden Beispiele erläutern Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens
und für dabei eingesetzte Mikroemulsionen sowie deren Herstellung.
Herstellungsbeispiel 1
[0037] Durch Vermischen von 10 g Dioctylsulfosuccinat (Natriumsalz), 7 g eines Polyglykolmonoalkylethergemischs
mit ca. 5 Oxyethyleneinheiten und einer C
10-C
13-Alkylethergruppe. 46 g eines C
8-C
18-Fettsäuremethylestergemischs, 37 g Wasser und 0,07 g Calciumchlorid und kurzes Schütteln
des Gemischs wurde eine bei Raumtemperatur thermodynamisch stabile und visuell transparente
Mikroemulsion niedriger Viskosität erhalten.
Herstellungsbeispiel 2
[0038] Eine Mikroemulsion, die bei Raumtemperatur stabil ist, wurde wie im Herstellungsbeispiel
1 beschrieben, jedoch aus 8 g Dioctylsulfosuccinat,
16 g des gleichen Polyglykolmonoalkylethergemischs, 15 g Rapsölfettsäuremethylester,
15 g Kokosfettsäure-2-ethyl-hexylester, 46 g Wasser und
0,07 g Calciumchlorid hergestellt.
Herstellungsbeispiel 3
[0039] Aus 14 g Dioctylsulfosuccinat, 34,5 g Sojaöl und 51,5 g Wasser wurde durch Vermischen
wie im Herstellungsbeispiel 1 eine Mikroemulsion erhalten. Sie war im Temperaturbereich
von 55 bis 58°C thermodynamisch stabil und visuell transparent.
Herstellungsbeispiel 4
[0040] 17,0 g Dioctylsulfosuccinat wurden in 41,5 g Wasser gelöst und die Lösung mit 415
g Decan vermischt. Die Mischung bildet im Temperaturbereich von 51 bis 56°C eine thermodynamisch
stabile visuell transparente Mikroemulsion niedriger Viskosität.
[0041] Die Mikroemulsionen der Herstellungsbeispiele 3 und 4 sind außerhalb der angegebenen
Temperaturbereiche nicht dauernd stabil und trennen sich nach längerem Stehen bei
Raumtemperatur in eine Öl- und eine Wasserphase auf. Die Mikroemulsionen der Herstellungsbeispiele
1 und 2 gestatten dagegen einen Gebrauch von unbeschränkter Dauer bei Raumtemperatur.
Anwendungsbeispiel 5
[0042] In einem Vergleichsversuch wurden die Walzen einer Rotations-Offsetdruckmaschine
nach jeweils 100.000 Drucken mit handelsüblicher Offsetdruckfarbe auf Ölbasis einmal
mit Testbenzin (überwiegend aliphatische Kohlenwasserstoffe mit einem Siedebereich
von 80 bis 250°C) und einmal mit der Mikroemulsion von Herstellungsbeispiel 1 gereinigt.
In beiden Fällen war die Reinigungsleistung, d.h. die Entfernung der Druckfarbe, im
wesentlichen gleich. Bei Verwendung der Mikroemulsion waren die Walzen nach der Reinigung
sauberer und trockener als bei Verwendung von Testbenzin. Auch konnten die Reste der
Mikroemulsion leicht und rückstandsfrei durch einfaches Abspülen mit Wasser entfernt
werden.
[0043] In gleicher Weise wurde die beim Druckvorgang eingesetzte Offsetdruckform mit beiden
Reinigerfiüssigkeiten behandelt. In beiden Fällen wurde eine saubere, von Farbresten
befreite Druckschablone erhalten. Die mit der Mikroemulsion gereinigte Druckform wurde
von der danach aufgebrachten wäßrigen Lösung von Gummi arabicum glatt und vollständig
benetzt, während diese Lösung auch von der die Nichtbildstellen bildenden Trägeroberfläche
der mit Testbenzin gereinigten Druckform nur schwer und erst nach längerer intensiver
Behandlung angenommen wurde.
1. Verfahren zum Reinigen von Druckmaschinen oder Druckformen, bei dem man die Verunreinigungen
von den zu reinigenden Oberflächen durch Waschen mit einer Flüssigkeit entfernt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit eine bikontinuierliche Mikroemulsion ist, enthaltend
a) 20 bis 60 Gew.-% eines C1-C20-Alkylesters einer gesättigten oder ungesättigten C6-C25-Fettsäure als mit Wasser nicht mischbares organisches Lösemittel,
b) 30 bis 60 Gew.-% Wasser,
c) 7 bis 25 Gew.-% Tensid,
wobei das Volumenverhältnis von Wasser zu organischer Phase 40 : 60 bis 60 : 40 beträgt
und die Grentflächenspannung zwischen Wasser und organischer Phase im Bereich von
10
-4 bis 10
-6 N/m liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Waschen in einem Temperaturbereich durchführt, in dem die Mikroemulsion thermodynamisch
stabil ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als grenzflächenaktives Mittel ein anionisches Tensid eingesetzt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikroemulsion zusätzlich ein nichtionisches grenzflächenaktives Mittel Mittel
enthält.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekenzeichnet, daß in dem Wasser
ein Elektrolyt gelöst ist
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt ein wasserlösliches Alkali- oder Erdalkalisalz ist
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Wasser ein Komplexbildner oder ein Korrosionsinhibitor gelöst ist.
1. Procédé de nettoyage des machines à imprimer ou des formes d'impression en éliminant
de la surface à nettoyer les impuretés par un lavage avec un liquide,
caractérisé en ce que ce liquide est constitué d'une microémulsion bicontinue contenant
a) un ester alkylique en C1 à C20 d'un acide gras en C6 à C25 saturé ou insaturé, en tant que solvant organique qui est non miscible avec l'eau,
à raison de 20% à 60% en poids,
b) de l'eau, à raison de 30% à 60% en poids,
c) un agent tensio-actif, à raison de 7% à 25% en poids, respectant un rapport volumique
entre l'eau et la phase organique compris dans la plage de 40:60 à 60:40 et une tension
inter-faciale entre l'eau et la phase organique comprise dans la plage de 10-4 à 10-6 N/m.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on réalise le lavage à une température à laquelle la microémulsion présente une
stabilité thermodynamique.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'on met en oeuvre, en tant qu'agent de surface, un agent tensio-actif anionique.
4. Procédé selon une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la microémulsion contient de plus un agent de surface non ionique.
5. Procédé selon une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'un électrolyte est dissous dans l'eau.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'électrolyte est constitué d'un sel alcalino-terreux ou alcalin soluble dans l'eau.
7. Procédé selon une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'eau contient un complexant ou un inhibiteur de corrosion en solution.