[0001] Die Erfindung betrifft ein Kastenmöbelstück nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei einem bekannten Kastenmöbelstück dieser Art besitzt die hohl und einstückig mit
dem Basisbereich extrudierte Anschlagrippe ein bogenförmiges Profil und eine durchgehend
gleiche Wandstärke. Derartige Profile können nur in den Originalfarben verwendet werden,
ein Bedrucken der Frontprofile mit Anschlagrippen ist nicht möglich.
[0003] Es ist auch bereits bekannt (DE 298 05 839 U1), die Stirnkante der Korpuswände mit
einem Frontprofil zu versehen, anschießend das Frontprofil und den dahinter befindlichen
Spanplattenbereich zu schlitzen und in den so gebildeten Schlitz einen rückwärtigen
Steg eines separaten, ebenfalls gewölbten Dämpfungsprofils einzuschieben. Auch bei
dieser bekannten Lösung, die eine vergleichsweise aufwendige Fertigung erfordert,
ist ein Bedrucken der Stirnkantenflächen nicht vorgesehen und nicht möglich.
[0004] Ausgehend von dem eingangs erwähnten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein Kastenmöbelstück der als bekannt vorausgesetzten Art so auszubilden,
daß es gut für eine Beschichtung oder einen Druck auf der Frontseite des Kunststoffprofils
ausgebildet ist.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit den Merkmalen des Schutzanspruchs 1. Bevorzugte
Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Durch das Vorsehen eines von einer Seite bis zum Scheitel der Anschlagrippe verlaufenden
ebenen Rippenbereichs mit einer größeren Wanddicke als der Wanddicke des andererseits
an den Scheitel anschließenden Profilbereichs wird es möglich, für einen Druck oder
eine Beschichtung die Frontfläche dieses ebenen Rippenbereichs beim Druckauftrag bündig
zu den Frontseiten des Basisprofilbereichs zu drücken. Der schmalere und mit einer
geringeren Wanddicke ausgebildete Rippenbereich wird dabei zusammengequetscht und
der Druckauftrag erreicht den größten Teil der Frontseite der Anschlagrippe.
[0007] Nachstehend wird eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung anhand der Zeichnung
im einzelnen beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1 -
- eine perspektivische Ansicht eines vorne offenen Möbelkorpus eines Kastenmöbelstücks,
- Figur 2 -
- einen Querschnitt durch einen Teilbereich des auf die Stirnkanten der Wandkanten aufgebrachten
Kunststoffprofils,
- Figur 3 -
- eine vereinfachte Darstellung des Kunststoffprofils im Anbauzustand an den aus Holzwerkstoff
bestehenden Wandplattenbereich,
- Figur 4 -
- die Darstellung gemäß Figur 3 im eingedrückten Zustand.
[0008] Von dem Kastenmöbelstück ist in den Zeichnungen lediglich der frontseitig offene
Korpus dargestellt. Er besteht aus einer oberen Wandplatte 1a, die auch als Oberboden
bezeichnet wird, einer unteren Wandplatte 1b, die auch als Unterboden bezeichnet wird,
sowie zwei seitlichen Wandplatten 1c und 1d, die auch als Seitenwände bezeichnet werden.
Mit 1e ist die Rückwand des Korpus 1 bezeichnet.
[0009] Die Wandplatten bestehen aus einem Plattenbereich 2, der üblicherweise ein Holzwerkstoff
ist, vorzugsweise Holzspanplatte oder Holzfaserplatte. Auf die Stirnkante des Plattenbereichs
2 wird das Kunststoffprofil 3 aufgeleimt oder aufgeklebt und derart bearbeitet, daß
dessen schmale Stirnkante eine Fortsetzung der Seitenflächen des Plattenbereichs 2
bilden.
[0010] Das Kunststoffprofil 3 besitzt einen Basisprofilbereich 3a, der aus einem härteren
Kunststoff gebildet ist und einen einstückig damit hergestellten Bereich, der als
Anschlagrippe 3b ausgebildet ist. Das Material der Anschlagrippe 3b ist weicher als
das Material des Basisprofilbereichs 3a. Die Anschlagrippe 3b besitzt einen spitzwinklig
zur anschließenden Stirnfläche des Basisprofilbereichs 3a geneigt angeordneten, ebenen
Rippenbereich 3f, der bis zu einem Scheitel 3g reicht.
[0011] An den Scheitel 3g schließt sich andererseits ein Rippenbereich 3e an. Die Dicke
d
1 des ebenen Rippenbereichs 3f ist größer als die geringste Wanddicke d
2 des andererseits an den Scheitel 3g anschließenden Rippenbereichs 3e. Außerdem ist
der ebene Rippenbereich 3f breiter als der gegenüberliegende Rippenbereich 3e. Die
vergrößerte Darstellung des Kunststoffprofils 3 in Figur 2 zeigt, daß das Kunststoffprofil
mit einer Beschichtung versehen ist. Eine erste Schicht 4a erstreckt sich über die
ebene Frontfläche des Basisbereichs und über die ebene Frontfläche des Rippenbereichs
3f. Der sich andererseits an den Scheitel 3g anschließende Rippenbereich 3e ist üblicherweise
nicht beschichtet. Die Schicht 4a kann beispielsweise eine Druckschicht sein.
[0012] Die ebene Frontbeschichtung 4a auf dem Basisbereich 3a ist mit einer zweiten Schicht
4b überzogen, beispielsweise einer Schutzlackschicht. Diese zweite Schicht 4b wird
so aufgebracht, daß die Rippe 3b nicht beschichtet, sondern ausgespart wird. Dies
kann beispielsweise durch entsprechend beabstandete Druckwalzen erfolgen. Dabei ist
es üblich, im Vorlauf die Schicht 4b aufzubringen, und beispielsweise im Rücklauf
eine Schicht 4c über der Druckschicht 4a auf dem ebenen Rippenbereich 3f. Die Schicht
4c auf dem ebenen Rippenbereich ist eine besonders elastische Schicht. Die hohe Elastizität
ist erforderlich, um ein Aufreißen bei der Verformung zu vermeiden, die sich auf der
Dämpfungswirkung ergibt.
[0013] In Figur 3 ist annähernd die Kontur der Anschlagrippe 3b gezeichnet, die sich beim
Walzenauftrag der Beschichtungen 4a und 4c ergibt.
[0014] Es ist möglich, den Druckauftrag vor dem Verbinden mit dem Plattenbereich 2 vorzunehmen
oder auch im aufgeleimten bzw. aufgeklebten Zustand des Kunststoffprofils.
1. Kastenmöbelstück mit einem frontseitig offenen Korpus (1) und einer die offene Frontseite
verschließenden Tür, Klappe oder mit einem Schubkasten, obere, untere und seitliche
Wandplatten (1a; 1b; 1c; 1d) aufweist und eine die offene Frontseite verschließende
Tür, Klappe oder Schubkastenblende, wobei die Wandplatten (1a; 1b; 1c; 1d) an ihren
Vorderkanten ein Kunststoffprofil (3) aufweisen, das eine mit dem Basisprofilbereich
(3a) einstückig ausgebildete Anschlagrippe (3b) aufweist, die sich über die Länge
des Basisprofilbereichs und parallel zu dessen Längsachse erstreckt, wobei die Anschlagrippe
(3b) einen Längskanal (3c) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anschlagrippe (3b) einen bis zu ihrem Scheitel (3g) verlaufenden, ebenen Rippenbereich
(3f) aufweist, der eine Wanddicke (d1) aufweist, die größer ist als die geringste Wanddicke (d2) des andererseits an den Scheitel (3g) anschließenden Rippenbereichs (3e).
2. Kastenmöbelstück nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Längskanal (3c) durch einen hinter der Anschlagrippe (3b) verlaufenden Frontbereich
(3h) des Basisprofilbereichs (3a) und durch die Rückseiten der Wände der Anschlagrippe
(3b) gebildet wird, wobei das Material der Anschlagrippe (3b) weicher ist als das
Material des Basisprofilbereichs (3a), und wobei die Dicke (d1) des dickeren, ebenen Rippenbereichs (3f) dem senkrecht gemessenen Abstand zwischen
dem hinter der Anschlagrippe (3b) verlaufenden Frontbereich und dem seitlich von der
Anschlagrippe (3b) verlaufenden Frontbereich zumindest im wesentlichen entspricht.
3. Kastenmöbelstück nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Kunststoffprofil auf seiner Frontseite eine Beschichtung (4a; 4b; 4c) trägt.
4. Kastenmöbelstück nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Beschichtung zumindest teilweise durch eine Druckschicht (4a) gebildet wird.
5. Kastenmöbelstück nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Beschichtung (4a; 4b; 4c) mehrschichtig aufgebaut ist.
6. Kastenmöbelstück nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß über der Druckschicht auf der offenen Frontseite des Basisprofilbereichs (3a)
eine Lackschicht ist einer ersten Qualität vorgesehen ist und über der Druckschicht
(4a) auf dem größeren, ebenen Rippenbereich (3f) eine Schutzschicht in einer zweiten,
hochelastischen Qualität.