[0001] Die Erfindung betrifft ein Sitz- und Liegemöbel mit den Merkmalen des Oberbegriffes
des Anspruchs 1. Sitz- und Liegemöbel dieser Art sind aus der DE 33 45 916 C2 bekannt.
Bei einem solchen Möbel sind auf einem aus einem Gestell teleskopartig ausfahrbaren
zweiteiligen Wagen in der Sitzstellung zwei Polster übereinander und in der Liegestellung
hintereinander jeweils auf dem ausgefahrenen inneren bzw. äußeren Wagen auflegbar.
Es ist außerdem ein Keilpolster vorgesehen, welches mit Rollen oder Gleiten an seinem
oberen Bereich am Gestell geführt und im unteren Bereich mit dem inneren Wagen schwenkbar
verbunden ist, derart, daß das Keilpolster an dem Gestell aus einer Versorgungslage
in der Sitzstellung hinter einem am Gestell befestigten Rückenpolster in eine Gebrauchslage
in der Liegestellung im Anschluß an die auf zwei auf dem ausgefahrenen Wagen hintereinander
abgelegten Polster mit dem Wagen verschiebbar ist. Dabei ist der innere Wagen mit
seinem inneren Ende auf einer Führung am Gestell und mit seinem äußeren Ende an einer
Führung am äußeren, mit vorderen und hinteren Rollen versehenen Wagen verschiebbar.
Am äußeren Wagen ist ein Polsterrahmen mit einem unteren Polster und dem darauf lose
angeordneten Sitzpolster vorgesehen, wobei im ausgefahrenen Zustand der Wagen das
untere Polster mit seiner Oberseite etwa niveaugleich mit der Unterseite des umgekehrt
auf dem inneren Wagen aufgelegten Sitzpolsters liegt. Diese Sitz- und Liegemöbel sind
so konstruiert, daß die Sitzhöhe bei eingeschobenen Wagen der Liegehöhe der ausgezogenen
Stellung entspricht.
[0002] Als Nachteil bei einer solchen Konstruktion wird empfunden, daß die den äußeren Wagen
abstützenden Rollen in der eingeschobenen Stellung im Bereich des Möbelgestelles dann
sichtbar sind, wenn ein solches Möbel auf Füßen steht und die Seiten- bzw. Vorderansicht
im unteren Bereich offen ist.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, bei einem Sitz- und Liegemöbel, bei dem
die Sitzhöhe in etwa der Liegehöhe in der ausgezogenen Stellung entspricht und bei
dem das Möbelgestell auf Füßen aufgeständert ist, die Rollenkonstruktionen des äußeren
Wagens so unterzubringen, daß sie in der im Gestell eingeschobenen Stellung nicht
sichtbar sind.
[0004] Gelöst wird die Erfindungsaufgabe mit einem Sitz- und Liegemöbel mit den notwendigen
Merkmalen des Anspruchs 1. Bei einer solchen erfindungsgemäßen Konstruktion wird der
sich in der ausgezogenen Stellung am Boden mit auf schwenkbaren Stützen mit endseitigen
Rollen abstützende äußere Wagen während der Einschubbewegung angehoben, wobei die
Rollen bzw. deren Stützen gegen den Rückstelldruck einer Feder in eine etwa horizontale
Lage schwenkbar sind, wobei in der Endstellung der eingeschobene äußere Wagen im Möbelgestell
in einer angehobenen, von außen nicht sichtbaren Stellung eingeschoben ist. Seine
Rollenpaare sind dabei mit ihren Stützen in eine horizontale Lage eingeschwenkt und
daher von außen im Fußbereich nicht sichtbar. Beim Herausziehen der beiden Wagen wird
erfindungsgemäß zunächst der äußere Wagen herausgezogen und an den Führungen abgesenkt,
wobei der innere Wagen zunächst mit entsprechenden Vorkehrungen im Gestell zurückgehalten
ist. Erst nach ausreichender Ausziehweite schwenken selbsttätig die Rollenstützen
in ihre vertikale Position und stützen den äußeren Wagen am Boden ab.
[0005] Einzelne erfindungsgemäße Weiterbildungen werden mit den Ansprüchen 2 bis 7 angegeben.
Diese Merkmale werden im folgenden anhand der Beschreibung eines Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- in schematischer Darstellungsweise die Seitenansicht eines Sitz- und Liegemöbels in
der vollständig ausgezogenen Liegeposition,
- Fig. 2:
- eine in Fig. 1 entsprechende Darstellung des Ausschnittes A im vergrößerten Maßstab,
- Fig. 3:
- eine entsprechende Ansicht des Ausschnittes B in Fig. 1
- Fig. 4:
- eine Seitenansicht des Möbels in einer Zwischenstellung und
- Fig. 5:
- die Darstellung des Möbels in der eingeschobenen Sitzstellung.
[0006] Bei dem dargestellten Sitz- und Liegemöbel ist in dem insgesamt mit der Ziffer 1
bezeichneten Gestell das Keilpolster 7 in der Sitzstellung gemäß Figur 5 in einem
Raum 9 zwischen der Rückwand 12 des Gestells 1 und dem davor angeordneten Polster
10 (siehe Fig. 1) untergebracht. Seitlich wird das Möbel begrenzt durch Seitenteile
11, die vorzugsweise als Armlehnen ausgebildet werden. Das Keilpolster 7 ist an seinem
oberen Ende mit Rollen 71 in gekrümmten Führungen 8 an den Seitenteilen 11 geführt.
Das untere Ende des Keilpolsters 7 ist gelenkig und zugfest mit dem teleskopartig
aus dem Gestell 1 ausziehbaren, zweiteiligen Wagen 3, 2 verbunden. Dazu sind am inneren
Wagen 3 Gelenkstützen 36 vorgesehen, an denen das Keilpolster 7 in Gelenken 72 befestigt
ist. Das Keilpolster ruht dabei auf einer Trägerplatte 73.
[0007] In der in Figur 5 dargestellten Sitzstellung ist der innere Wagen 3 in den äußeren
Wagen 2 nahezu völlig eingeschoben und nach außen durch eine Blende 41 eines Polsterrahmens
4, der mit dem äußeren Wagen 2 verbunden ist, verdeckt. Auf diesem Polsterrahmen 4
liegen in der Sitzstellung übereinander zwei an ihrer hinteren Kante durch das Gelenk
52 miteinander verbundene Polster 5 und 6, die in dieser Abbildung nicht gezeigt sind,
jedoch aus der Liegestellung gemäß Figur 1 entnommen werden können.
[0008] Die Verwandlung in ein Liegemöbel zeigt die Figur 1. Der zweiteilige Wagen 3, 2 ist
mit den Polstern 5 und 6 nach vorne aus dem Möbelgestell 1 herausgezogen. Dabei ist
das Keilpolster 7 in der Führung 8 geführt aus dem Raum 9 zwischen der Rückwand 12
und dem Rückenpolster 13 in eine Schräglage herausgeschwenkt. In dieser Liegestellung
stützt sich der vollständig herausgezogene äußere Wagen 2 mit seinen durch Rückstellfedern
in eine vertikale Position gebrachten Rollenstützen 21a und 22a und den daran befestigten
Rollen 21 und 22 am Boden ab. Beim Ausziehen des äußeren Wagens 3 ist eine Endstellung
in der Liegestellung hebt sich ein mit Parallellenkern 26 und 27 am äußeren Wagen
gehaltener Polsterrahmen 4 entgegen dem Zug der Feder 28 an und setzt in der angehobenen
Stellung mit innen am Polsterrahmen 4 befestigten Stützen 42 an entsprechenden Punkten
am Wagen 2 auf. Diese Parallellenkerstellung ist gesichert.
[0009] Zur Einschiebung der Wagen 2 und 3 in die Endstellung gemäß Figur 5 wird zunächst
das Polster 6 auf das Polster 5 zurückgeschwenkt. Danach erfolgt die Einschubbewegung
am Polsterrahmen bzw. an der vorderen Blende 41. Dabei verschiebt sich der äußere
Wagen 2 an den am inneren Wagen 3 an den an den Stützen 32 gehaltenen Rollen 34, wobei
sich der innere Wagen 3 bzw. seine Platte 35 absenkt. Beim weiteren Verfahren des
äußeren Wagens 2 in Einschubrichtung hebt sich zunächst das hintere Ende und danach
das äußere Ende des äußeren Wagens 2 an, so daß auch seine Rollen 22 mit den Stützen
22a vom Boden abheben. Gleichzeitig läuft das obere Ende dieser Stützen 22a in der
entsprechenden Position gegen Anschläge am inneren Wagen 3, so daß die Stützen 22a,
wie aus Figur 3 ersichtlich, unter dem Druck einer Rückstellfeder 22b in die gestrichelt
angedeutete horizontale Position anschlagbegrenzt verschwenken.
[0010] Beim weiteren Verschieben des äußeren Wagens 2, nunmehr zusammen mit dem inneren
Wagen 3 schiebt sich der angehobene äußere Wagen 2 an horizontalen Führungen 16 im
Gestell 1 auf. Dabei wird aufgrund der Anordnung der Führungen und Hebel auch das
vordere Ende des äußeren Wagens 2 angehoben, so daß, wie bereits beschrieben, seine
Rollen 21 zusammen mit ihren schwenkbaren Stützen 21a vom Boden freikommen. Unter
dem Druck der Rückstellfedern 22b, die aus Figur 3 ersichtlich sind, schwenken die
Stützen 22a in Pfeilrichtung F1 in eine horizontale Stellung. In der eingeschobenen
Stellung der beiden Wagen 2 und 3 befinden sich diese in einer Stellung oberhalb der
Füße 13 am Möbelgestell 1, so daß beide Wagen von außen nicht sichtbar sind. Auch
die am äußeren Wagen 2 angelenkten Stützen 21a und 22b mit ihren endseiteigen Rollen
21 und 22 sind in dieser Stellung nicht sichtbar. In dieser Sitzstellung bildet das
mit seiner Unterseite 61 auf die Oberseite des Polsters über das Gelenk 52 aufgeklappte
Polster die Sitzfläche.
[0011] Bei der Ausziehbewegung ist der innere Wagen 3 zunächst gesichert im Gestell 1 gehalten,
so daß sich zunächst bei entsprechender Zugbetätigung an der Blende 41 der äußere
Wagen 2 herauszieht. Zur Sicherung des inneren Wagens 3 sind seitlich, wie insbesondere
aus Figur 3 ersichtlich, an einer Platte 37 klinken 38 in Pfeilrichtung F3 schwenkbar
gehalten. In der eingeschobenen Stellung der Wagen 2 und 3 sind diese Klinken 38 hinter
einen Querträger 17 am Gestell gehalten. Erst durch das allmähliche Anheben des inneren
Wagens 3 an seiner inneren Seite 31 über die Koppelung mit dem ausziehenden äußeren
Wagen 3 erfolgt eine Lösung dieser zunächst sperrenden Klinke 38, die dann in eine
durch den Anschlagbolzen 39 gesicherte vertikale Stellung selbsttätig schwenkt. Nach
dem nachfolgenden Herausziehen des äußeren Wagens 2 schwenken die Stützen 21a und
22a in die vertikale Stellung zur Abstützung des Wagens 2 an der entsprechenden Seite.
Auf diesem nunmehr am vorderen und am hinteren Ende abgestützten äußeren Wagen 2 stützt
sich mit seinem hinteren Ende 32 der innere Wagen 3 ab, wobei die abstützende Rolle
34 in die Gleitschienenführung 24 am äußeren Wagen 2 eingreift.
Zusammenstellung der Bezugszeichen
[0012]
- 1
- Gestell
- 11
- Seitenteil
- 12
- Rückwand
- 13
- Fuß
- 14
- Führung
- 14 a
- Führungsabschnitt
- 14 b
- Führungsabschnitt
- 14 c
- Führungsabschnitt
- 15
- Anschlag
- 16
- Führung
- 17
- Querträger
- 2
- äußerer Wagen
- 20
- Rückstellfeder
- 21
- Rolle
- 21 a
- Rollenstütze
- 21 b
- Feder
- 22
- Rolle
- 22 a
- Rollenstütze
- 22 b
- Feder
- 23
- Gegenstütze
- 24
- Führung
- 24 a
- Führungsabschnitt
- 24 b
- Abschnitt
- 24 c
- Führungsabschnitt
- 25
- Anschlagleiste
- 26
- Parallellenker
- 27
- Parallellenker
- 28
- Feder
- 3
- innerer Wagen
- 31
- inneres Ende
- 32
- äußeres Ende
- 33
- Rolle
- 34
- Rolle
- 35
- Platte
- 36
- Gelenkstütze
- 37
- Platte
- 38
- Klinke
- 39
- Anschlagbolzen
- 4
- Polsterrahmen
- 41
- Blende
- 42
- Stütze
- 5
- Polster
- 51
- Oberseite
- 52
- Gelenkverbindung
- 6
- Polster
- 61
- Unterseite
- 7
- Keilpolster
- 71
- Rolle
- 72
- Gelenk
- 73
- Trägerplatte
- 8
- Führung
- 9
- Raum
- F 1, 2, 3
- Pfeilrichtungen
- A, B
- Ausschnittsdarstellungen
1. Sitz- und Liegemöbel, bei dem auf einem aus einem Gestell (1) teleskopartig ausfahrbaren
zweiteiligen Wagen (2, 3) in der Sitzstellung zwei Polster (5, 6) übereinander und
in der Liegestellung hintereinander jeweils auf dem ausgefahrenen inneren (3) bzw.
dem äußeren Wagen (2) auflegbar sind und ein Keilpolster (7) vorgesehen ist, welches
mit Rollen (71) oder Gleitern an seinem oberen Bereich am Gestell (1) geführt und
am unteren Bereich mit dem inneren Wagen (3) schwenkbar verbunden ist, derart, daß
das Keilpolster (7) an dem Gestell (1) aus einer Versorgungslage in der Sitzstellung
hinter einem am Gestell befestigten Rückenpolster in eine Gebrauchslage in der Liegestellung
im Anschluß an die zwei auf dem ausgefahrenen Wagen (2, 3) hintereinander abgelegten
Polster (5, 6) mit dem Wagen verschiebbar ist, wobei der innere Wagen (3) mit seinem
inneren Ende (31) auf einer Führung (14) am Gestell (1) und mit seinem äußeren Ende
(32) an einer Führung (24) am äußeren, mit vorderen und hinteren Rollen (21, 22) versehenen
Wagen verschiebbar ist und am äußeren Wagen (2) ein Polsterrahmen mit einem unteren
Polster (5) und dem darauf lose angeordneten Sitzpolster (6) vorgesehen ist, wobei
im ausgefahrenen Zustand der Wagen (2, 3) das untere Polster mit seiner Oberseite
etwa niveaugleich mit der Unterseite des umgekehrt auf dem inneren Wagen (3) aufgelegten
Sitzpolsters (6) liegt, dadurch gekennzeichnet, daß die vorderen und hinteren Rollen (21, 22) des äußeren Wagens (2) mit drehbar
am äußeren Wagen (2) gelagerten Rollenstützen (21a, 22a) über den Druck von Rückstellfedern
(21b, 22b) in einer durch die Einschubbewegung erzwungenen vom Boden abgehobenen Einschubstellung
des äußeren Wagens (2) horizontal verschwenkbar sind und daß bei der Ausziehbewegung
dieses Wagens (2) die Rollenstützen (20a, 20b) unter dem Einfluß der Rückstellfedern
(20c, 20d) in eine den Wagen (2) am Boden abstützende, gesicherte Position bringbar
sind.
2. Sitz- und Liegemöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollenstützen (2 a) der hinteren Rollen (22) am äußeren Wagen (2) über einen
Anschlag bei der Einschubbewegung des äußeren Wagens (2) am inneren Wagen (3) in der
angehobenen Stellung des äußeren Wagens (2) verschwenkbar sind.
3. Sitz- und Liegemöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollenstützen (21) der vorderen Rollen des äußeren Wagens (2) durch Anschlag
bei der Einschubbewegung des äußeren Wagens (2) am Gestell (1) verschwenkbar sind.
4. Sitz- und Liegemöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß seitlich am inneren Wagen (3) eine in Einschubrichtung gesehen verschwenkbare
Klinke (38) vorgesehen ist, die den im Gestell (1) eingeschobenen inneren Wagen (3)
gestellseitig bei der Ausziehbewegung so lange zurück hält, bis der ausgezogene äußere
Wagen (4) mit seinen vorderen ausgeschwenkten Rollen (22) sich in einer am Boden abstützenden
Lage befindet.
5. Sitz- und Liegemöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der innere Wagen (3) in einer Gleitschienenführung (14) am Gestell (1) geführt
ist, die einen horizontalen Abschnitt (14a), einen ansteigenden Abschnitt (14b) und
einen am Ende abfallenden Abschnitt (14c) aufweist.
6. Sitz- und Liegemöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere Wagen (4) mit seitlichen Gleitschienenführungen (24) an Rollen (34)
am inneren Wagen (3) geführt ist, wobei die Gleitschienenführung des äußeren Ende
des äußeren Wagens (4) einen horizontalen Abschnitt (24a), einen daran in Einschubrichtung
anschließenden schräg ansteigenden Abschnitt (24b) und am Ende einen abfallenden Abschnitt
(24c) aufweist.
7. Sitz- und Liegemöbel nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungen (14, 24) der beiden Wagen (3, 4) aufeinander abgestimmt sind,
daß der äußere ausgezogene Wagen (4) während seiner Einschubbewegung angehoben wird
und nach vollständigem Einschieben des inneren Wagens (3) der äußere Wagen (4) eingehoben
in einer horizontalen Gleitführung im Gestell (1) einschiebbar ist.