(19)
(11) EP 1 084 681 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.03.2001  Patentblatt  2001/12

(21) Anmeldenummer: 00116288.2

(22) Anmeldetag:  10.08.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7A61C 5/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 16.09.1999 DE 19944498

(71) Anmelder: Wacker-Chemie GmbH
81737 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Jerschow, Peter, Dr.
    84489 Burghausen (DE)
  • Lell, Jens
    81541 München (DE)

(74) Vertreter: Fritz, Helmut, Dr. et al
Wacker-Chemie GmbH, Zentralabteilung Patente, Marken und Lizenzen, Hanns-Seidel-Platz 4
81737 München
81737 München (DE)

   


(54) Mit einem Elastomer beschichtetes Brett


(57) Die Erfindung betrifft ein Brett, das mit einem Elastomer beschichtet ist.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Brett, das eine Beschichtung aufweist.

[0002] Bretter wie Skate-, Snow-, Kickboards, Surfbrett und Wasserski weisen bereits Beschichtungen auf. Bei diesen Beschichtungen handelt es sich um eine Beschichtung, die sich wie ein Schleifpapier anfühlt. Diese Beschichtung ist notwendig, um die Rutschfestigkeit zu gewährleisten und die für Kunststücke benötigte Haftung an den Schuhen herzustellen. Nachteilig an dieser Art der Beschichtung ist die rauhe Oberfläche dieser Beschichtung, die ein Verletzungsrisiko beinhaltet, sich unangenehm anfühlt und Schuhe beschädigen kann. Des weiteren läßt sich eine derartige Beschichtung nicht beliebig einfärben, bzw. in transparenter Form darstellen.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, den Stand der Technik zu verbessern, insbesondere eine Beschichtung für Bretter zur Verfügung zu stellen, die eine hohe Haftreibung aufweisen und sich nicht rauh anfühlen und den sogenannten "Soft-touch-Effekt" zur Verfügung stellen.

[0004] Gegenstand der Erfindung ist ein Brett, das mit einem Elastomer beschichtet ist.

[0005] Bei dem Brett handelt es sich vorzugsweise um Bretter für sportliche Zwecke, wie Skate-, Kick-, Snowboards, aber auch Surfbretter (inklusive Gabelbaum) und Wasserski sowie andere Anwendungen bei denen Menschen rutschfest stehen müssen, z.B. Bootsdecks, Fitneßstudios, Fitneßstudioequipment.

[0006] Bei der Beschichtung handelt es sich um ein Elastomer, wie Nuturkautschuk, Latex und Synthesekautschuk. Im folgenden sind die wichtigsten Synthesekautschuk aufgeführt, die darüber hinaus im allgemeinen in Einzelstichwörtern [z.T. unter ihren Kurzz. nach DIN 1629 (Okt. 1981) und/oder nach ASTM-D 1600 ] ausführlicher abgehandelt werden: Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR); Isopren-Kautschuk (IR), der als Polyisopren mit 90-98% cis-Anteil dem Naturkautschuk naturgemäß am ähnlichsten ist; Polybutadien (BR); Polychloropren (Chloropren-Kautschuk, CR); Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR, Nitrilkautschuk) mit guter Abriebfestigkeit; Butylkautschuk (IIR); Brombutylkautschuk (BIIR); Ethylen-Propylen-Kautschuk (EPM u. EPDM); Siliconkautschuk (P/VMQ), mit hoher UV-Beständigkeit bei guter Tieftemp.-Flexibilität; Polyurethankautschuk (AU u. EU); Epichlorhydrinkautschuk (CO), (ECO). Daneben gibt es noch Spezialsorten wie Polysulfid-Kautschuk, Chlorsulfonylpolyethylen (CSM), Ethylen-Vinylacetat-Kautschuk (EVA, EVM, wetter- u. kompressionsbeständig, für Dichtungen u. Haftklebstoffe), Polynorbornen-Kautschuk (PNR), Acrylatkautschuk (ACM u. ANM), Fluorkautschuk (FPM, FKM, CFM), Polyphosphazene, insbesondere die Phosphonitril-Fluorelastomere (PNF), sowie thermoplastische Elastomere (TR, TPR), die ohne Vulkanisation durch Spritzguß, Kalandrieren oder Extrusion geformt werden können (Blockpolymere) sowie Chloropren, Polyolefinkautschuke und Siliconkautschuke (inklusive Trifluorpropyl-, Propyl, Ethyl, Phenylkautschuk) oder Mischungen von mehreren Siliconelastomeren, besonders bevorzugt sind folgende Siliconkautschuke, die peroxidisch oder additionsvernetzend sind. Darüberhinaus sind auch kondensationsvernetzende Kautschuke geeignet.
Die Kautschuke werden mit Hilfe für die jeweilige Kautschuktype gängigen Verarbeitungs- und Vernetzungsverfahren zu Platten gemacht; wie z.B. durch Preßvulkanisation, Extrusion, Spritzguß und Sprühverfahren oder durch Tauchverfahren, wie bei Latex. Die Elastomere können auch als übliche geschäumte Elastomere eingesetzt werden. Die Plattenstärke beträgt vorzugsweise 0,1 - 20 mm. Bevorzugt 0,1 - 5 mm. Die Kautschukhärte liegt zwischen 0 und 100 Shore A, je nach Kautschukart, bevorzugt zwischen 0 und 60 Shore A, besonders bevorzugt 10 und 60 Shore A.

[0007] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Beschichtung eines Brettes, wobei die Beschichtung mit einem vernetzten Elastomer auf einem Brett durch Adhäsion erfolgt.

[0008] Die Antirutschbeschichtung wird auf das Brett mit Hilfe eines Klebers, bevorzugt Acrylat-, Silicon- oder "Pressure Sensitive Adhesive" Kleber aufgeklebt bzw. befestigt. Dabei kann auch der harte Untergrund (Skate-, Kick-, Snowboard, Surfbrett, Wasserski, Sportgeräte etc.) und/oder die Antirutschbeschichtung selbstklebend oder selbsthaftend ausgerüstet sein. Siliconkautschukdispersionen können auch als selbsthaftende Siliconkautschukschicht aufgesprüht werden. Des weiteren kann die Antirutschbeschichtung vorzugsweise im 2-Komponenten-Spritzgußverfahren aufgebracht

[0009] Denkbar wäre auch eine Befestigung mit Klettverschluß.

[0010] Vorteile der erfindungsgemäßen Bretter sind, daß sie eine hohe Haftereibung, bei einem gleichzeitig weichen Anfassgefühl aufweisen und beliebig mit Pigmenten eingefärbt werden können. Die Sliconelastomere haben eine hohe Kälteflexibilität und UV-Beständigkeit.


Ansprüche

1. Brett, dadurch gekennzeichnet, daß es mit einem Elastomer beschichtet ist.
 
2. Brett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Elastomer geschäumt ist.
 
3. Brett nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Brett mit einem Siliconelastome beschichtet ist.
 
4. Brett nach einem ode mehreren der Ansprüch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Snowboard, Kickboard oder Skateboard ist.
 
4. Brett nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß es ein Snowboard, Wasserski oder Surfbrett ist.
 
5. Verfahren zur Beschichtung eines Brettes, dadurch gekennzeichet, daß die Beschichtung mit einem vernetzten Elastomer auf einem Brett durch Adhäsion erfolgt.
 
6. Verfahren zur Beschichtung eines Brettes nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichet, das das Elastomer im 2-Komponenten Spritzguß aufgebracht wird.
 





Recherchenbericht