[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Filtrieren unerwünschter Gerüche aus
einer WC-Schüssel oder einem Urinal, mit einem Gehäuse, das am Schüsselrand anzubringen
ist, einer Ansaug- und eine Ausblasöffnung, einem zwischen diesen beiden Öffnungen
angeordneten Gebläse, das Luft aus der Schüssel an der Ansaugöffnung ansaugt und einem
im Gehäuse angeordneten Filter zuführt, der die unerwünschten Geruchsstoffe wenigstens
teilweise aus der Luft entfernt.
[0002] Vorrichtungen dieser Art sind im Stand der Technik in zahlreichen Ausführungen bekannt
geworden. Beispielsweise zeigt die US 3,857,119 eine Vorrichtung, die neben der WC-Schüssel
auf den Boden gestellt wird und die einen Ventilator besitzt, der über eine Schlauchleitung
aus der WC-Schüssel Luft absaugt und diese einer Abluftleitung zuführt. Diese Vorrichtung
dürfte wirksam sein, sie erfordert jedoch einen elektrischen Anschluss an eine elektrische
Versorgungsleitung. Diese Vorrichtung ist zudem sehr voluminös und für kleine Räume
nicht geeignet.
[0003] Die US 5,452,481 zeigt ein Gerät, das ebenfalls einen elektrischen Anschluss benötigt.
Das Gerät ist kleiner ausgebildet, jedoch auch über eine Schlauchleitung mit einer
Ansaugöffnung verbunden.
[0004] Die US 5,555,542 zeigt eine Vorrichtung, die mit Batterie betrieben wird und die
am hinteren Teil der Klosettschüssel an dieser angebracht ist. Der Betrieb der Vorrichtung
mittels Batterie ist vorteilhaft, da ein elektrischer Anschluss nicht erforderlich
ist. Die aus der Klosettschüssel abgesaugte Luft wird mittels eines Gebläses zur Reinigung
einem Filter zugeführt und gelangt schliesslich über eine Ausblasöffnung hinter der
WC-Schüssel in die Raumluft. Die Vorrichtung ist immer noch vergleichsweise voluminös
und auffällig.
[0005] Der Erfinder hat sich die Aufgabe gestellt, eine Vorrichtung der genannten Gattungen
zu schaffen, die bei kleinerem Volumen eine noch wirksamere Geruchsentfernung ermöglicht.
Die Vorrichtung soll ohne Leitungsanschluss bzw. mit Batterie betreibar sein.
[0006] Die Aufgabe ist bei einer gattungsgemässen Vorrichtung dadurch gelöst, dass die Ansaugöffnung
als auch die Ausblasöffnung in die Schüssel münden, derart, dass die zu filtrierende
Luft mehrmals durch den Filter hindurchleitbar ist. Die erfindungsgemässe Vorrichtung
bildet mit dem Innenraum der WC-Schüssel ein Zirkulationssystem, das einen mehrfachen
Durchgang der zu filtrierenden Luft durch den Filter ermöglicht. Die Vorrichtung entnimmt
die Luft dem Innenraum der WC-Schüssel und leitet die filtrierte Luft wieder diesem
Raum zu. Je nach Bedarf kann die Vorrichtung unterschiedlich lange betrieben werden.
Wird die Vorrichtung lange betrieben, so wird die Luft entsprechend mehrfach durch
den Filter hindurchgeleitet. Ist die Geruchsentwicklung minimal, so kann entsprechend
die Vorrichtung nach vergleichsweise kurzer Zeit abgeschaltet werden. Die erfindungsgemässe
Vorrichtung ermöglicht somit eine Anpassung an die jeweiligen Gegebenheiten.
[0007] Eine besonders wirksame Reinigung ist dann möglich, wenn gemäss einer Weiterbildung
der Erfindung zwei Gebläse vorgesehen sind, wobei das eine Gebläse in Durchströmrichtung
gesehen vor dem Filter und das andere Gebläse nach dem Filter angeordnet ist. Das
eine Gebläse ist ein Druckgebläse, welches die angesaugte Luft dem Filter zuführt.
Das andere Gebläse saugt und entzieht dem Filter Luft und führt dieses der Ausblasöffnung
zu. Dadurch ist eine besonders hohe Leistung möglich.
[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Gehäuse Mittel zum
lösbaren Befestigen des Gehäuses am Schüsselrand aufweist. Die Vorrichtung kann zwischen
dem oberen Rand der WC-Schüssel und dem WC-Deckel befestigt werden. Das Gerät kann
dann ohne Werkzeug befestigt und wieder abgenommen werden. Eine solche Befestigung
ist bei den meisten WC-Anlagen möglich. Vorzugsweise weist dann das Gehäuse einen
vergleichsweise flachen Strömungskanalabschnitt auf, der sich im wesentlichen horizontal
unterhalb des WC-Deckels über den Rand der WC-Schüssel erstreckt. Die Vorrichtung
kann unterschiedlich positioniert werden. Vorteilhaft ist insbesondere eine Positionierung
im hinteren Bereich der WC-Schüssel. Da die Vorrichtung mit vergleichsweise kleinem
Volumen gebaut werden kann, ist sie nicht auffällig und stört auch sonst nicht.
[0009] Vorzugsweise wird die Vorrichtung über einen Sensor eingeschaltet. Der Sensor kann
auch zum Ausschalten des Gerätes verwendet werden. Vorzugsweise ist der Sensor ein
Wärmesensor. Solche Sensoren sind an sich bekannt und kostengünstig herstellbar. Möglich
ist selbstverständlich auch ein Ein- und Ausschalten von Hand mittels eines Tasters.
Möglich ist zudem auch eine Schaltung, welche die Vorrichtung nach dem Einschalten
nach einer festen oder einstellbaren Zeitdauer wieder ausschaltet.
[0010] Weitere vorteilhafte Merkmale ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, der
nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein schematischer und vertikaler Schnitt durch eine erfindungsgemässe Vorrichtung,
die an einem hier lediglich angedeuteten Rand einer WC-Schüssel befestigt ist,
- Figur 2
- eine Teilansicht der Vorrichtung in Richtung des Pfeils II der Figur 1,
- Figuren 3
- eine Ansicht der Vorrichtung in Richtung des Pfeils III der Figur 1,
- Figur 4
- ein Schnitt durch die Vorrichtung entlang der Linie IV - IV der Figur 1 und
- Figur 5
- eine Teilansicht der Vorrichtung gesehen in Richtung des Pfeiles V.
[0012] Die Figur 1 zeigt die Vorrichtung 1 in montiertem Zustand. Ein plattenförmiger Steg
8 eines Gehäuses 2 liegt auf dem Rand 3a einer WC-Schüssel 3 auf. Halter 27 und 18
stützen das Gehäuse 2 am Rand 3a ab. Der Halter 18 kann zur Anpassung an unterschiedliche
Ränder 3a verstellbar sein. Der WC-Deckel 29 befindet sich über dem Steg 8. Auf der
Unterseite des WC-Deckels 29 befinden sich die hier nicht gezeigten üblichen gummielastische
Teile, die auf dem Rand 3a aufliegen.
[0013] In der Figur 1 befindet sich links vom Rand 3a die Innenseite der WC-Schüssel 3.
Der Halter 27 befindet sich somit auf der Innenseite des Randes 3a. Auf der Aussenseite
des Randes 3a ist am Gehäuse 2 ein Filterkasten 14 angeordnet, der oberseitig mit
einem abnehmbaren Deckel 19 verschlossen ist. In dieser Kammer 14 befindet sich ein
Filter 15, der vorzugsweise lose in die Kammer 14 eingefüllte Aktivkohle ist. Das
Filtermaterial kann jedoch auch in Säcke abgefüllt sein. Der Filter 15 ist jedoch
vorzugsweise auswechselbar. Hierbei wird der Deckel 19 abgenommen oder aufgeklappt.
Im Horizontalschnitt ist die Filterkammer 14 gemäss Figur 5 etwa halbkreisförmig.
[0014] Im Gehäuse 2 sind zudem zwei Gebläse 6 und 7 untergebracht, die jeweils einen Elektromotor
sowie Flügel 30 (Figur 4) aufweisen. Die Gebläse 6 und 7 können übliche Kleinventilatoren
sein. Die elektrische Versorgung dieser Gebläse 6 und 7 erfolgt durch Batterien 13,
die gemäss Figur 1 in einem mit einem abnehmbaren Deckel 17 versehenem Batteriekasten
12 untergebracht sind. Der Batteriekasten 12 ist mit Trägern 18 am Gehäuse 2 befestigt.
Die Batterien 13 können auch durch eine andere geeignete Stromquelle, beispielsweise
durch eine Solarzelle ersetzt sein.
[0015] Die beiden Gebläse 6 und 7 sind jeweils über eine Öffnung 23 bzw. 24 mit dem Innenraum
14a des Filterkastens 14 verbunden. Ein vergleichsweise feinmaschiges Gitter 20 verhindert,
dass Filtermaterial 15 durch die Öffnungen 23 und 24 zu den Gebläsen 6 und 7 gelangen
kann. Dieses Gitter 20 ist vorzugsweise ebenfalls auswechselbar.
[0016] An der Frontseite 8a des Steges 8 befinden sich gemäss den Figuren 2 und 3 Löcher
4 und 5. Die Löcher 4 bilden Ansaugöffnungen und diese befinden sich gemäss Figur
1 an der Innenseite des Randes 3a und sind damit gegen den Innenraum der WC-Schüssel
3 gerichtet. Die Öffnungen 5 bilden Auslaufsöffnungen. Hinter den Ansaugöffnungen
4 befindet sich im Steg 8 ein Strömungskanal 9, der über eine Trennwand 31 von einem
Strömungskanal 10 getrennt ist. Der Strömungskanal 9 führt zum Gebläse 6 und der Strömungskanal
10 verbindet die Öffnungen 5 mit dem Gebläse 7. Durch die Öffnungen 4 angesaugte Luft
gelangt gemäss Figur 2 in Richtung des Pfeils 25 in den Strömungskanal 9 und gemäss
Figur 5 in Richtung des Pfeils 21 in den Innenraum 14a. In Richtung des Pfeils 22
gelangt die Luft aus dem Innenraum 14a zum Gebläse 7 und von dort in den Strömungskanal
10 und in Richtung des Pfeils 26 zu den Ausblasöffnungen 5.
[0017] Die Vorrichtung 1 ist üblicherweise abgeschaltet. Die Gebläse 6 und 7 sind somit
nicht in Betrieb. Zum Einschalten der Gebläse 6 und 7 ist ein Sensor 16 vorgesehen,
der vorzugsweise ein Wärmesensor ist. Dieser Sensor 16 ist gemäss Figur 1 in der Nähe
des WC-Deckels 29 angeordnet. Ein auf dem WC-Sitz 29 sitzender Benutzer strömt Wärme
ab und erhöht damit die Temperatur des Wärmesensors 16, der über eine hier nicht gezeigte
übliche Schaltung die Gebläse 6 und 7 einschaltet. Die Schaltung kann nun so ausgeführt
sein, dass die Gebläse 6 und 7 eine vorbestimmte oder eingestellte Zeitdauer, beispielsweise
10 Sekunden in Betrieb sind. Sind die Gebläse 6 und 7 in Betrieb, so wird an den Öffnungen
4 Luft angesaugt und durch den Strömungskanal 9 der Filterkammer zugeführt. Im Innenraum
14a wird die Luft durch den Filter 15 zur Öffnung 14 geleitet. Hierbei entzieht der
Filter 15 in bekannter Weise der Luft die Geruchsstoffe wenigstens teilweise. Vom
Innenraum 14 gelangt die Luft durch die Öffnung 14 in den Strömungskanal 10 und durch
die Ausblasöffnungen 5 wieder in den Innenraum der WC-Schüssel 3. Ein in den Figuren
1 und 2 gezeigtes Leitblech 11 leitet hierbei die Luft so, dass sie gemäss dem Pfeil
32 geneigt nach unten in das Schüsselinnere geleitet wird. Da sich sowohl die Öffnungen
4 als auch die Öffnungen 5 auf der Innenseite des Randes 3a befinden, ergibt sich
hier ein Strömungskreislauf, in dem kontinuierlich im wesentlichen die gleiche Luftmenge
mehrmals durch den Filter 15 geleitet werden kann. Die an den Ausblasöffnungen 5 ausgestossene
Luft gelangt somit später an den Ansaugöffnungen 4 wieder in den Strömungskanal 9
und wird damit nochmals filtriert. Die Luft kann damit im wesentlichen beliebig oft
und damit geruchsfrei filtriert werden.
[0018] Das Gehäuse 2 ist vorzugsweise aus Kunststoff im Spritzgussverfahren hergestellt.
Es ist vergleichsweise leicht und kann mit einem vergleichsweise kleinen Volumen hergestellt
werden. Die Höhe der Vorrichtung 1 beträgt beispielsweise etwa 10cm. Zu seiner Befestigung
wird es lediglich bei aufgeklapptem Sitz 29 auf den Rand 3a aufgelegt. Zum Auswechseln
des Filters 15 kann es sehr einfach und ohne Werkzeug vom Rand 3a abgehoben werden.
Nachdem dem Abheben des Deckels 19 kann der Filter 15 ausgeschüttet und durch einen
neuen Filter ersetzt werden. Die Handhabung der Vorrichtung 1 ist damit sehr einfach
und erfordert kein besonderes Geschick.
1. Vorrichtung zum Filtrieren unerwünschter Gerüche aus einer WC-Schüssel (3) oder einem
Urinal, mit einem Gehäuse (2), das am Schüsselrand (3a) anzubringen ist, einer Ansaug-
und eine Ausblasöffnung (4, 5), einem zwischen diesen beiden Öffnungen (4, 5) angeordneten
Gebläse (6, 7), das Luft aus der Schüssel (3) an der Ansaugöffnung (4) ansaugt und
einem im Gehäuse (2) angeordneten Filter (15) zuführt, der die unerwünschten Geruchsstoffe
wenigstens teilweise aus der Luft entfernt, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansaugöffnung
(4) als auch die Ausblasöffnung (5) in die WC-Schüssel (3) münden, derart, dass die
zu filtrierende Luft mehrmals durch den Filter (15) hindurchleitbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse (2) zwei Gebläse
(6, 7) angeordnet sind, wobei das eine Gebläse (6) in Durchströmrichtung (25) gesehen
vor dem Filter (15) und das andere Gebläse (7) nach dem Filter (15) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (18, 27) zum
lösbaren Befestigen des Gehäuses (2) am Schüsselrand (3) vorgesehen sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) einen vergleichsweise
flachen Strömungskanalabschnitt (8) aufweist, der sich im wesentlichen horizontal
unterhalb eines WC-Deckels (29) über den Rand (3a) der WC-Schüssel (3) erstreckt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel
(16) vorgesehen sind, welche die Gegenwart eines Benutzers detektieren und das Gebläse
bzw. die Gebläse (6; 7) einschaltet.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (16) zum Detektieren
eines Benutzers einen Wärmesensor aufweisen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Aufnahme
von schüttbarem Filtermaterial (15) eine mit einem Deckel (19) versehene Kammer (14)
vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Filtermaterial (15)
Aktivkohle vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausblasöffnung
(5) mit einem Leitblech (11) versehen ist, welche die austretende Luft nach unten
in die WC-Schüssel (3) leitet.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ansaug-
und Ausblasöffnung (4, 5) nebeneinander in einer im wesentlichen horizontalen Ebene
am Gehäuse (2) angeordnet sind.