[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Wendevorrichtung für Rafflamellenstoren nach
dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Mittels einer Wendevorrichtung werden bei Rafflamellenstoren die Winkelstellungen
der Lamellen des Behanges in Bezug auf die Behangfläche verstellt. Herkömmlicherweise
werden diese Winkelstellungen jeweils aller Lamellen einer Behangfläche oder eines
Behangsegmentes gemeinsam verstellt.
[0003] Wenn nun ein Lamellenstoren beispielsweise zwei Behangsegmente aufweist, deren Winkelstellung
der Lamellen voneinander getrennt einstellbar sein sollen, sollten die Wendevorrichtungen
mittels eines einzigen Bedienorganes bedient werden können.
[0004] Aus der EP 0 684 361 ist nun beispielsweise eine Aufzugs- und Wendevorrichtung bekannt,
welche die Lamellenstellung von zwei Behangsegmenten eines Lamellenstorens mittels
eines einzigen Bedienorganes jeweils getrennt einstellen lässt. Bei dieser Wendevorrichtung
werden zwei auf der Aufzugswelle drehbar angeordnete Wendeelemente, welche mittels
einer reibschlüssigen Kupplung mit der Aufzugswelle verbunden sind, eingesetzt. Mit
jedem Wendeelement sind jeweils die Lamellen eines Behangsegmentes verbunden und werden
mit diesem verschwenkt. Der Schwenkbereich der beiden Wendeelemente wird dabei durch
Endanschäge und einen gemeinsamen, als Schieber ausgebildeten Zwischenanschlag begrenzt.
Der Nachteil dieser Anordnung besteht darin, dass die Lamellenstellungen nicht beliebig
unterschieldich eingestellt werden können, weil Schwenkbewegungen gleichzeitig erfolgen.
Die Veränderung des Relativwinkels zwischen den Behangteilen ist nur in einem kleinen
Schwenkbereich und nur in eine Richtung möglich, bei ganz abgefahrenem Behang.
[0005] Aus der EP 0 886 030 ist ein Lamellenjalousie mit mehreren Behangsegmenten, welche
mit einem Motor verstellt werden, bekannt. Der Nachteil dieser Anordnung besteht darin,
dass für jedes Behangsegment ein eigenes Bedienorgan und ein Antrieb nötig sind.
[0006] Aus der DE 33 13 833 ist ein Einstellvorrichtung bekannt, die eine Schubstange zwischen
zwei Anschlägen bewegt, und optional einen Zwischenanschlag aufweist, der durch geeignete
Abfolge von Bedienungsschritten ausser Kraft gesetzt werden kann. Sie wird als zentraler
Antrieb für die Wendevorrichtung für nur ein Behangsegment eingesetzt.
[0007] Alle diese Lösung bedingen eine genaue Dokumentation der Bedienung der Vorrichtung
sowie eine entsprechende Einarbeitungsphase durch die Bedienperson.
[0008] Aus der DE 3 843 750 und CH 679 689 sind eine Aufzugs- und Wendevorrichtung bekannt,
die nur einen Behangteil verschwenken kann.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand nun darin, eine Wendevorrichtung für
Rafflamellenstoren mit mindestens zwei unterschiedlich einstellbaren Behangsegmenten
zu schaffen, welche einen einfachen Aufbau und ein einfache, intuitive Bedienungsweise
aufweist.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen nach
Anspruch 1 gelöst.
[0011] Weitere erfindungsgemässe Ausführungsformen ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche
2 bis 9.
[0012] Durch die erfindungsgemässe Ausgestaltung der Wendevorrichtung wird jeweils nacheinander
das erste Behangsegment bis in seine Endstellung gebracht, danach das zweite Behangsegment
entsprechend der Drehrichtung bis in die gewünschte Stellung verschwenkt und durch
Umkehr der Betätigungsrichtung das erste Behangsegment in die gewünschte Stellung
verschwenkt, wobei das zweite Behangsegment seine Stellung beibehält. Diese Art der
Einstellung kann vom Bediener intuitiv ausgeführt werden, ohne dass spezielle Anleitungen
vorhanden sein müssen oder Lernphasen eingeschaltet werden müssen.
[0013] Vorteilhafterweise lässt sich diese Wendevorrichtung sehr einfach vorzugsweise mit
einer Aufzugsvorrichtung zu einer kombinierten Aufzugs- und Wendevorrichtung ergänzen.
Damit kann mit einem einzigen Bedienorgan, welches auf die gemeinsame Aufziehwelle
einwirkt, der Lamellenstoren sowohl abgesenkt resp. angehoben werden und die Stellung
der Lamellen in zwei Behangsegmenten separat eingestellt werden.
[0014] Selbstverständlich kann anstelle der Handbetätigung auch ein motorischer Antrieb
eingesetzt werden.
[0015] Ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird nachstehen anhand von Figuren
noch näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 den Längsschnitt durch eine erfindungsgemäss ausgestaltete Wendevorrichtung
mit Einstellvorrichtung und integrierter Aufzugsvorrichtung;
Fig. 2 den Querschnitt durch die Wendevorrichtung nach Figur 1 in der einen Endposition;
Fig. 3 a) bis e) schematisch Querschnitte durch eine Wendevorrichtung nach den Figuren
1 und 2 in verschiedenen Arbeitsstellungen zusammen mit Lamellen der entsprechenden
Behangsegmente;
Fig. 4 schematisch den Aufbau einer anderen, alternativen Ausführungsform einer erfindungsgemässen
Wendevorrichtung mit durch einen Hebel verbundenen Schubstangen;
Fig. 5a) und b) schematisch den Aufbau einer alternativen Ausführungsform nach Figur
4 mit umgelenkten Seilen anstelle eines Hebels.
[0016] Figur 1 zeigt den Längsschnitt durch eine erfindungsgemässe Wendevorrichtung, welche
vorzugsweise in eine herkömmliche Aufziehvorrichtung mit Einstellvorrichtung integriert
ist. Ein zylindrischer Spulenkörper 1 kann auf eine Aufziehwelle (nicht dargestellt)
des Lamellenbehanges aufgebracht und beispielsweise mittels einem Federkeil 2 verdrehsicher
verbunden werden. Der Spulenkörper 1 ist vorzugsweise drehbar in einem Gehäuse 3 gelagert,
welches den nachfolgend beschriebenen Wendeteil umkapselt. Der Spulenkörper 1 nimmt
das Aufzugsband (nicht dargestellt) des Lamellenbehanges auf und senkt durch Verdrehen
der Aufziehwelle diesen ab oder zieht diesen auf und bildet damit die Aufzugsvorrichtung
für den Lamellenbehang.
[0017] Auf einer Nabe 1' des Spulenkörpers 1 ist nun ein zylinderförmiger Verschwenkkörper
4 angeordnet, welcher über ein oder zwei Schlingfederpakete 5 und 6 mit dem Spulenkörper
1 reibschlüssig gekuppelt ist. Beim Verdrehen des Spulenkörpers 1 werden die Schlingfederpakete
5 resp. 6 mitverdreht und nehmen auch den Verschwenkkörper 4 mit. Die Enden der Schlingfederpakete
5 resp. 6 stehen radial in Bezug auf die Aufziehwellenachse 8 nach Aussen ab, wobei
jeweils ein Ende eines Schlingfederpaketes 5 resp. 6 gegen einen Anschlagkörper 7
beim Verdrehen in Anschlag gebracht werden kann. Wenn ein solches Ende gegen den Anschlagkörper
7 in Anschlag gelangt, so wird die Pressung des entsprechenden Schlingfederpaketes
5 resp. 6 auf die Nabe 1' gelöst und die Kupplung zwischen Spulenkörper 1 und Verschwenkkörper
4 gelöst und der Spulenkörper 1 kann bei stillstehendem Verschwenkkörper 4 weiter
verdreht werden.
[0018] Der in diesem Ausführungsbeispiel einteilig dargestellte Anschlagköper 7 kann auch
mehrteilig, insbesondere zweiteilig ausgeführt sein. Insbesondere kann auch die Position
des Anschlagkörpers 7, resp. mehrerer Anschlagkörper 7 relativ zum Gehäuse 3 einstellbar
ausgeführt sein.
[0019] Bisher bekannte Wendevorrichtungen befestigen das Verschwenkband des Lamellenbehanges
am Verschwenkkörper 4, was in der Funktion der Einstellvorrichtung entspricht.
[0020] Am Verschwenkkörper 4 ist nun ein Kegelrad 9 mit senkrecht zur Aufziehachse 8 verlaufender
Drehachse 9' angeordnet.
[0021] Auf beiden Seiten des Kegelrades 9 ist nun ein inneres Tellerrad 10 und ein äusseres
Tellerrad 11 angeordnet. Diese beiden Tellerräder 10 und 11 sind ebenfalls um die
Aufziehachse 8 verdrehbar angeordnet. Die gegen das Kegelrad 9 weisenden Flanken der
beiden Tellerräder 10 resp. 11 sind entsprechend der Konizität des Kegelrades 9 abgeschrägt
ausgeführt. Vorzugsweise ist das Kegelrad 9 als Kegelzahnrad ausgeführt, und die Flanken
der Tellerräder 10 resp. 11 als entsprechende Zahnkränze. Das Kegelrad 9 bildet damit
zusammen mit den Tellerrädern 10 und 11 und dem Verschwenkkörper 4 ein Differentialgetriebe.
[0022] Beim Verdrehen des Verschwenkkörpers 4 um die Aufziehachse 8 können nun entweder
beide Tellerräder 10 resp. 11 im gleichen Drehsinn mitbewegt werden, wobei dabei das
Kegelrad 9 stillsteht, oder aber nur das eine Tellerrad 10 resp. 11 bewegt werden,
während das andere Tellerrad 10 resp. 11 stillsteht. Dabei wird das Kegelrad 9 ebenfalls
um seine Achse 9' mitverdreht. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn eines der
beiden Tellerräder 10 resp. 11 blockiert ist, wie nachfolgend noch beschrieben werden
wird.
[0023] Der maximale Verschwenkwinkel des Verschwenkkörpers 4 wird durch den resp. die Anschlagkörper
7 definiert resp. beschränkt. Der dargestellte Aufbau mit den Schlingfederpaketen
5 und 6 entkuppelt dabei jeweils selbständig die Verbindung zwischen dem Verschwenkkörper
4 und dem über die Aufziehwelle betätigten Spulenkörper 1.
[0024] Erfindungsgemäss sind nun zwei auf das äussere Tellerrad 11 einwirkende und gegeneinander
wirkend angeordnete Freilaufbremssegmente angebracht. Diese sind beispielsweise als
Exzentersegmente 12 und 13, wie in der Figur 2 dargestellt, ausgebildet, welche mittels
Federkraft oder anderer geeigneter Mittel gegen den Rand des Tellerrades 11 angepresst
werden. Die Exzentersegmente 12 resp. 13 sind um ihre Schwenkachsen 12' resp. 13'
verschwenkbar angeordnet und jeweils mit einem Steuerhebel 14 resp. 15 ausgestattet.
Durch Betätigen der Steuerhebel 14 resp. 15 in radialer Richtung nach Aussen können
die Exzentersegmente 12 resp. 13 vom Rand des Tellerrades 11 abgehoben resp. gelöst
werden und damit die Bremswirkung in die entsprechende Richtung aufgehoben werden.
Diese Betätigung erfolgt nun über Steuernocken 16 und 17, welche mit dem inneren Tellerrad
10 verbunden sind, resp. an diesem angeordnet sind. Diese Steuernocken 16 resp. 17
sind derart ausgebildet, dass sie eine radial nach Aussen ansteigende Auflaufkante
16' und eine im wesentlichen senkrecht angeordnete Anschlagkante 16'' aufweisen. Beim
Verdrehen des inneren Tellerrades 10 kommt nun beispielsweise der Steuernocken 16
in Kontakt mit dem Auslösehebel 14 des Exzentersegmentes 12. Über die Auflaufkante
16' wird der Auslösehebel 14 beim weiteren Verdrehen des inneren Tellerrades 10 radial
nach aussen bewegt und löst damit die Bremswirkung auf das äussere Tellerrad 11 in
die entsprechende Richtung auf. Wenn die Anschlagkante 16'' das Ende des Auslösehebels
14 erreicht, wird damit die Drehbewegung des inneren Tellerrades 10 gestoppt. Durch
die dargestellt Anordnung der Freilaufbremssegmente wird nun das äussere Tellerrad
11 über den Verschwenkkörper 4 und das Kegelrad 9 in derselben Richtung wie vorgängig
das innere Tellerrad 10 verdreht, bis der Verschwenkkörper 4 durch Anschlag an den
Anschlagkörper 7 gestoppt wird. In der anderen Umdrehungsrichtung erfolgt dasselbe
über das andere Exzentersegment 13.
[0025] Die Wirkung dieser Brems- und Lösevorgänge wird nachfolgend anhand der Figurenfolge
3a) bis 3d) noch anschaulich erläutert. Die Figuren zeigen jeweils oben den schematischen
Querschnitt einer Wendevorrichtung nach Figur 2 und darunter schematisiert den Querschnitt
durch die beiden angesteuerten Behangsegmente 18 und 19 mit im Querschnitt dargestellten
Lamellen 20 resp. 21.
[0026] Fig. 3a) zeigt die Wendevorrichtung und Behangsegmente 18 resp. 19 in ihrer Ausgangsstellung.
Dabei sind alle Lamellen 20 resp. 21 beider Behangsegmente 18 und 19 in vollständig
geöffneter Stellung ausgerichtet und der Verschwenkkörper 4 durch Verdrehen der Aufziehwelle
in Pfeilrichtung an der rechten Kante des Anschlagkörpers 7 im Anschlag. Das innere
Tellerrad 10 ist über den Steuernocken 17, welcher mit dem Steuerhebel 15 im Anschlag
steht, blockiert und das äussere Tellerrad 11 über die vorgängig beschriebene Verdrehwirkung
ebenfalls maximal in Pfeilrichtung der Aufziehwelle verdreht. In dieser Position kann
die Aufziehwelle resp. der Spulenkörper 1 weiter in Pfeilrichtung verdreht werden
und damit beispielsweise der gesamte Storenbehang bei vollständig geöffneten Lamellen
20 resp. 21 hochgezogen werden.
[0027] In Figur 3 b) ist nun die Position dargestellt, welche sich einstellt, wenn anschliessend
die Verdrehrichtung der Aufziehwelle gewechselt wird, wie die Pfeilrichtung in der
Wendevorrichtung anzeigt. Damit ist der Verschwenkkörper 4 von der Kante des Anschlagkörpers
7 verdreht worden und über das Kegelrad 9 ist auch das innere Tellerrad 10 in derselben
Richtung mitverdreht worden, da das Tellerrad 11 durch das Exzentersegment 12 in dieser
Drehrichtung gebremst ist. Dadurch ist der Steuernocken 17 vom Steuerhebel 15 weggezogen
worden, womit das Exzentersegment 13 wieder bremsend mit dem äusseren Tellerrad 11
im Eingriff steht. Dieses wird somit nicht bewegt resp. verdreht, womit auch die mit
diesem Tellerrad 11 verbundenen Lamellen 21 des unteren Behangsegmentes 19 in ihrer
geöffneten Position verbleiben, während die Lamellen 20 des oberen Behangsegmentes
18, die mit dem inneren Tellerad 10 verbunden sind, in Drehrichtung verschwenkt werden,
wie der Pfeil resp. der Strich am oberen Bereich der Schwenkbänder 22 und 23 darstellen.
Der besseren Uebersichtlichkeit halber sind die Schwenkbänder nicht mit den entsprechenden
Tellerrädern 10 resp. 11 verbunden dargestellt, wie dies tatsächlich der Fall wäre.
[0028] Beim Weiterdrehen in der oben geschilderten Richtung wird der Steuernocken 16 mit
Steuerhebel 14 in Anschlag gelangen, wie dies in Fig. 3 c) dargestellt ist. Dadurch
wird einerseits das innere Tellerrad 10 blockiert und das äussere Tellerrad 11 in
derselben Verdrehrichtung freigegeben. In dieser Position sind die Lamellen 20 des
oberen Behangsegmentes 18 in die vollständig geschlossene Position verdreht worden
und bleiben in dieser Stellung blockiert. Beim Weiterdrehen in Pfeilrichtung wird
nun das Schwenkband 23 des unteren Behangsegmentes 19 nach unten abgesenkt, wodurch
dessen Lamellen 21 nun von der vollständig geöffneten in Richtung geschlossene Position
verschwenkt werden. Wenn nun der gewünschte Verschwenkwinkel dieser Lamellen 21 erreicht
worden ist, wird die Verdrehrichtung wieder umgekehrt.
[0029] Diese Umkehrung bewirkt nun durch die Bremswirkung des Exzentersegmentes 13 auf das
Tellerrad 11 erneut ein Verdrehen des inneren Tellerrades 10 in der neuen Verdrehrichtung,
womit der Steuernocken 16 den Steuerhebel 14 freigibt und damit das Exzentersegment
12 erneut auf das äussere Tellerrad 11 einwirkt und dieses blockiert, wie in Fig.
3 d) dargestellt ist. Dies hat nun zur Folge, dass die Lamellen 21 des unteren Behangsegmentes
19 in der vorgängig eingestellten Position verharren und die Lamellen 20 des oberen
Behangsegmentes 18 nun von der geschlossenen in die gewünschte Position verschwenkt
werden können.
[0030] Alle geschilderten Abläufe erfolgen durch Verdrehen eines einzigen Bedienorganes
jeweils alternierend in zwei Drehrichtungen, welches auf die Aufziehachse einwirkt.
Gleichzeitig kann dieses Bedienorgan vorteilhafterweise auch die Auzugs- resp. Absenkfunktion
des Storenbehanges übernehmen, was es auf einfache, intuitive Art ermöglicht, einen
zwei Behangsegmente umfassenden Storenbehang mit einem einzigen Bedienorgan sowohl
abzusenken resp. aufzuziehen wie auch die Stellung der Lamellen in den beiden Behangsegmenten
individuell einzustellen.
[0031] Es ist klar, dass das Bedienorgan entweder manuell bedient auf die Aufziehachse einwirkend
ausgebildet sein kann oder über eine Steuerung motorisch angetrieben sein kann.
[0032] In Figur 3 e) ist lediglich ergänzend zur vorgängigen Beschreibung die Stellung mit
vollständig geschlossenen Lamellen 20 resp. 21 in beiden Behangsegmenten 18 und 19
dargestellt. Diese Stellung wird dadurch erreicht, indem aus der in Fig. 3 c) dargestellten
Stellung die dortige Drehrichtung beibehalten wird, bis auch die Lamellen 21 des unteren
Behangsegmentes 19 in die vollständig geschlossene Stellung verschwenkt sind. Dies
ist dann der Fall, wenn der Verschwenkkörper 4 an der linken Kante des Anschlagkörpers
7 in Anschlag gelangt ist.
[0033] Neben der bevorzugten, in den vorgängigen Figuren dargestellten kombinierten Ausführungsform
der Wendevorrichtung mit einer Aufziehvorrichtung, kann die Wendevorrichtung auch
unabhängig von der Aufziehvorrichtung eingesetzt werden. Dabei könnte insbesondere
auf die reibschlüssige Kupplung und die Anschläge 7 in der Einstellvorrichtung verzichtet
werden.
[0034] Eine weitere, alternative Ausführungsform der Wendevorrichtung ist rein schematisch
in Figur 4 dargestellt. Hier wird die Differentialwirkung durch die dargestellte Anordnung
von parallel zueinander angeordneten und verschiebbaren Schubstangen 24 und 25 erreicht.
Die beiden Schubstangen 24 und 25 entsprechen in ihrer Funktionsweise den in den Figuren
1 bis 3 dargestellten Tellerräder 10 resp. 11. Der Verschwenkkörper ist hier ebenfalls
als Verschwenk-Schubstange 26 ausgeführt, welche in einem Trägergehäuse 28 zwischen
zwei Endanschlägen verschiebbar geführt ist und damit die Einstellvorrichtung bildet.
Die Bewegung der Verschwenk-Schubstange 26 auf die beiden Schubstangen 24 und 25 wird
über eine Verbindungsstange 27 bewirkt, welche verdrehbar mit der Verschwenkschubstange
26 verbunden ist und über eine Nut-Zapfenverbindung mit den beiden Schubstangen 24
und 25 verbunden ist. Auf die untere Schubstange 25 wirken ebenfalls zwei Freilaufbremssegmente
ein, welche beispielsweise wieder in der Form von Exzentersegmenten 12 und 13 mit
daran befestigten Auslösehebeln 14 und 15 ausgeführt sind. An der oberen Schubstange
24 ist ein Fingerelement 30 ausgebildet, dessen Ende beidseitig als Steuernocken 16
resp. 17 ausgebildet ist und mit den Auslösehebeln 14 resp. 15 in Anschlag gelangen
kann. An den beiden Schubstangen sind schliesschlich die Verschwenkbänder 22 und 23
für die Lamellen der beiden Behangsegmente (hier nicht dargestellt) angebracht. Die
Verschwenk-Schubstange 26 wird über das Verschwenkorgan 29 betätigt, welches beispielsweise
ein Band oder eine Stange sein kann. Die Funktionsweise dieser Anordnung ist identisch
zur Funktionsweise der Wendevorrichtung, wie sie anhand der Figuren 3 a) bis 3 d)
resp. 3 e) bereits beschrieben worden ist, der Unterschied besteht lediglich darin,
dass anstelle von Drehbewegungen hier Längsverschiebungen stattfinden.
[0035] Selbstverständlich könnte anstelle der Verbindungsstange 27 auch hier ein Zahnrad
zum Einsatz kommen, welches in entsprechende, an den beiden Schubstangen 24 und 25
ausgebildeten Zahnreihen in Eingriff gelangt.
[0036] Als eine weitere Alternative kann anstelle der Verbindungsstange 27 eine Umlenkrolle
31 angeordnet werden, wie dies in Fig. 5 a) und b) gezeigt ist. Über diese Umlenkrolle
31 laufen gegenseitig jeweils ein Zugelement 32 resp. 33, welche die Schubstangen
24 resp. 25 in analoger Weise zur Verbindungsstange 27 betätigen. Hier sind weiter
die Exzentersegmente 12, 13 und die Schubstangen 24, 25 mit einer Verzahnung versehen,
und somit als Klinkenbremse ausgebildet.
[0037] Der grosse Vorteil der geschilderten Lösung für eine Wendevorrichtung liegt darin,
dass mittels einem einzigen Bedienorgan auf einfache, intuitive Weise die Lamellenstellungen
von zwei Behangsegmenten individuell eingestellt werden können, wobei vorzugsweise
mit demselben Bedienorgan auch gerade die Aufzugvorrichtung betätigt werden kann.
1. Wendevorrichtung für Rafflamellenstoren mit zwei voneinander im Schwenkwinkel der
Lamellen (20,21) separat einstellbaren Behangsegmenten (18, 19), welche eine gemeinsame
Einstellvorrichtung mit zwei Betätigungsrichtungen aufweist, dadurch gekennzeichnet,
dass die Lamellen (20,21) jedes der zu verstehenden Behangsegmente (18,19) mit einem
eigenen, verstellbaren Verschwenkorgan (10,11; 24,25) verbunden ist, welche Verschwenkorgane
(10,11;24,25) ihrerseits mit einem Verbindungselement (9;27;32,33) miteinander verbunden
sind, wobei das Verbindungselement (9;27;32,33) selbst mit einem Verschwenkkörper
(4;26) verbunden ist, welcher mit der Einstellvorrichtung gekuppelt ist, die zwischen
zwei Endanschlägen (7) verstellbar ausgebildet ist, und dass zwei gegeneinander auf
das eine Verschwenkorgan (11;25) wirkende Freilaufelemente (12,13) angeordnet sind,
welche durch mit dem zweiten Verschwenkorgan (10;24) verbundene Steuerelemente (16,17)
aus- resp. eingeschaltbar sind.
2. Wendevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Endanschlag
(7) der Einstellvorrichtung verstellbar ausgebildet ist.
3. Wendevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens
ein zusätzlicher Anschlag zwischen den beiden Endanschlägen der Einstellvorrichtung
(4;26) derart angeordnet ist, dass dieser aktiviert resp. deaktiviert sein kann.
4. Wendevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die
Verschwenkorgane (10,11) als Tellerräder ausgebildet sind, welche auf einer gemeinsamen
Verschwenkachse (8) nacheinander angeordnet sind, und dass das Verbindungselement
als Kegelrad (9) mit senkrecht zur Verschwenkachse (8) ausgerichteter Drehachse (9')
ausgebildet ist, welches in entsprechend ausgebildete Zähne von an den Rändern der
Tellerräder (10,11) ausgebildeten Zahnkränze eingreift und im Verschwenkkörper (4)
gelagert ist, welcher um die Verschwenkachse (8) zwischen den Endanschlägen (7) verdrehbar
angeordnet ist.
5. Wendevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die
Verschwenkorgane als parallel zueinander angeordnete, verschiebbare Schubstangen (24,25)
ausgebildet sind, und das Verbindungselement als ein über eine verschieb- und verdrehbare
Verbindung mit den Schubstangen (24,25) verbundener Verbindungshebel (27) ausgebildet
ist, welcher selbst verdrehbar mit dem parallel zu den Schubstangen verschiebbar angeordneten
Verschwenkkörper (26) verbunden ist.
6. Wendevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die
Verschwenkorgane als parallel zueinander angeordnete, verschiebbare Schubstangen (24,25)
ausgebildet sind, und das Verbindungselement als zwei gegenseitig verspannte Zugelemente
(32,33), die um eine Rolle (31) geführt sind, ausgebildet ist, welche Rolle (31) ihrerseits
mit dem parallel zu den Schubstangen (24,25) verschiebbar angeordneten Verschwenkkörper
(26) verbunden ist.
7. Wendevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwei
feder- oder schwerkraftbetätigte Freilaufelemente in Form von Exzentersegmenten oder
Klinken (12,13) vorhanden sind, welche gegen den Rand eines der Verschwenkorgane (11;25)
jeweils gegenseitig wirkend in Anschlag stehen.
8. Wendevorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Freilaufelement
(12,13) einen Steuerhebel (14,15) aufweist, welcher jeweils über einen mit dem zweiten
Verschwenkorgan (10;24) gekoppelten Steuernocken (16,17) betätigbar ist, um das jeweilige
Freilaufelement (12,13) vom Anschlag gegen das erste Verschwenkorgan (11;25) zu lösen.
9. Wendevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der
Verschwenkkörper (4) über eine reibschlüssige Kupplung (5,6) mit einer Aufziehvorrichtung
für den Rafflamellenstoren gekoppelt ist, und die Einstellvorrichtung mit dieser Aufziehvorrichtung
verbunden ist.