(19)
(11) EP 1 085 163 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
21.03.2001  Patentblatt  2001/12

(21) Anmeldenummer: 00118597.4

(22) Anmeldetag:  28.08.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E06B 9/307
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 13.09.1999 CH 167699

(71) Anmelder: Baumann Hüppe AG
8820 Wädenswil (CH)

(72) Erfinder:
  • Schmid, Daniel
    8135 Langnau (CH)

(74) Vertreter: Troesch Scheidegger Werner AG 
Patentanwälte, Siewerdtstrasse 95, Postfach
8050 Zürich
8050 Zürich (CH)

   


(54) Wendevorrichtung für Rafflamellenstoren


(57) Die Wendevorrichtung für Rafflamellenstoren weist zwei Verschwenkorgane (10,11;24,25) auf, welche jeweils über Schwenkbänder (22,23) mit den Lamellen von zwei Behangsegmenten (18,19) verbunden sind auf. Die Verschwenkorgane (10,11;24,25) werden mittels einer Einsteilvorrichtung über einen Verschwenkkörper (4;26) und ein Verbindungselement (9;27;32;33) betätigt. Auf das eine Verschwenkorgan (11;25) wirken zwei jeweils individuell lösbare Freilaufelemente (12,13) ein, welche über mit dem anderen Verschwenkorgan (10 ;24) verbundenen Steuerelemente (16,17) aktivier- resp. deaktivierbar sind. Durch diese Anordnung lassen sich die Winkelstellungen der Lamellen (20,21) der beiden Behangsegmente (18,19) vorteilhafterweise mit nur einer einzigen Betätigungseinrichtung jeweils separat einstellen. Vorteilhafterweise erfolgt dies durch einfache, intuitiv durchführbare Bewegungsabläufe. Vorteilhafterweise lässt sich eine derartige Wendevorrichtung zudem mit einer Aufzugsvorrichtung für Rafflamellenstoren kombinieren, welche ebenfalls über dieselbe Betätigungseinrichtung bedient werden kann.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Wendevorrichtung für Rafflamellenstoren nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.

[0002] Mittels einer Wendevorrichtung werden bei Rafflamellenstoren die Winkelstellungen der Lamellen des Behanges in Bezug auf die Behangfläche verstellt. Herkömmlicherweise werden diese Winkelstellungen jeweils aller Lamellen einer Behangfläche oder eines Behangsegmentes gemeinsam verstellt.

[0003] Wenn nun ein Lamellenstoren beispielsweise zwei Behangsegmente aufweist, deren Winkelstellung der Lamellen voneinander getrennt einstellbar sein sollen, sollten die Wendevorrichtungen mittels eines einzigen Bedienorganes bedient werden können.

[0004] Aus der EP 0 684 361 ist nun beispielsweise eine Aufzugs- und Wendevorrichtung bekannt, welche die Lamellenstellung von zwei Behangsegmenten eines Lamellenstorens mittels eines einzigen Bedienorganes jeweils getrennt einstellen lässt. Bei dieser Wendevorrichtung werden zwei auf der Aufzugswelle drehbar angeordnete Wendeelemente, welche mittels einer reibschlüssigen Kupplung mit der Aufzugswelle verbunden sind, eingesetzt. Mit jedem Wendeelement sind jeweils die Lamellen eines Behangsegmentes verbunden und werden mit diesem verschwenkt. Der Schwenkbereich der beiden Wendeelemente wird dabei durch Endanschäge und einen gemeinsamen, als Schieber ausgebildeten Zwischenanschlag begrenzt. Der Nachteil dieser Anordnung besteht darin, dass die Lamellenstellungen nicht beliebig unterschieldich eingestellt werden können, weil Schwenkbewegungen gleichzeitig erfolgen. Die Veränderung des Relativwinkels zwischen den Behangteilen ist nur in einem kleinen Schwenkbereich und nur in eine Richtung möglich, bei ganz abgefahrenem Behang.

[0005] Aus der EP 0 886 030 ist ein Lamellenjalousie mit mehreren Behangsegmenten, welche mit einem Motor verstellt werden, bekannt. Der Nachteil dieser Anordnung besteht darin, dass für jedes Behangsegment ein eigenes Bedienorgan und ein Antrieb nötig sind.

[0006] Aus der DE 33 13 833 ist ein Einstellvorrichtung bekannt, die eine Schubstange zwischen zwei Anschlägen bewegt, und optional einen Zwischenanschlag aufweist, der durch geeignete Abfolge von Bedienungsschritten ausser Kraft gesetzt werden kann. Sie wird als zentraler Antrieb für die Wendevorrichtung für nur ein Behangsegment eingesetzt.

[0007] Alle diese Lösung bedingen eine genaue Dokumentation der Bedienung der Vorrichtung sowie eine entsprechende Einarbeitungsphase durch die Bedienperson.

[0008] Aus der DE 3 843 750 und CH 679 689 sind eine Aufzugs- und Wendevorrichtung bekannt, die nur einen Behangteil verschwenken kann.

[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand nun darin, eine Wendevorrichtung für Rafflamellenstoren mit mindestens zwei unterschiedlich einstellbaren Behangsegmenten zu schaffen, welche einen einfachen Aufbau und ein einfache, intuitive Bedienungsweise aufweist.

[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen nach Anspruch 1 gelöst.

[0011] Weitere erfindungsgemässe Ausführungsformen ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 9.

[0012] Durch die erfindungsgemässe Ausgestaltung der Wendevorrichtung wird jeweils nacheinander das erste Behangsegment bis in seine Endstellung gebracht, danach das zweite Behangsegment entsprechend der Drehrichtung bis in die gewünschte Stellung verschwenkt und durch Umkehr der Betätigungsrichtung das erste Behangsegment in die gewünschte Stellung verschwenkt, wobei das zweite Behangsegment seine Stellung beibehält. Diese Art der Einstellung kann vom Bediener intuitiv ausgeführt werden, ohne dass spezielle Anleitungen vorhanden sein müssen oder Lernphasen eingeschaltet werden müssen.

[0013] Vorteilhafterweise lässt sich diese Wendevorrichtung sehr einfach vorzugsweise mit einer Aufzugsvorrichtung zu einer kombinierten Aufzugs- und Wendevorrichtung ergänzen. Damit kann mit einem einzigen Bedienorgan, welches auf die gemeinsame Aufziehwelle einwirkt, der Lamellenstoren sowohl abgesenkt resp. angehoben werden und die Stellung der Lamellen in zwei Behangsegmenten separat eingestellt werden.

[0014] Selbstverständlich kann anstelle der Handbetätigung auch ein motorischer Antrieb eingesetzt werden.

[0015] Ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird nachstehen anhand von Figuren noch näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1 den Längsschnitt durch eine erfindungsgemäss ausgestaltete Wendevorrichtung mit Einstellvorrichtung und integrierter Aufzugsvorrichtung;

Fig. 2 den Querschnitt durch die Wendevorrichtung nach Figur 1 in der einen Endposition;

Fig. 3 a) bis e) schematisch Querschnitte durch eine Wendevorrichtung nach den Figuren 1 und 2 in verschiedenen Arbeitsstellungen zusammen mit Lamellen der entsprechenden Behangsegmente;

Fig. 4 schematisch den Aufbau einer anderen, alternativen Ausführungsform einer erfindungsgemässen Wendevorrichtung mit durch einen Hebel verbundenen Schubstangen;

Fig. 5a) und b) schematisch den Aufbau einer alternativen Ausführungsform nach Figur 4 mit umgelenkten Seilen anstelle eines Hebels.



[0016] Figur 1 zeigt den Längsschnitt durch eine erfindungsgemässe Wendevorrichtung, welche vorzugsweise in eine herkömmliche Aufziehvorrichtung mit Einstellvorrichtung integriert ist. Ein zylindrischer Spulenkörper 1 kann auf eine Aufziehwelle (nicht dargestellt) des Lamellenbehanges aufgebracht und beispielsweise mittels einem Federkeil 2 verdrehsicher verbunden werden. Der Spulenkörper 1 ist vorzugsweise drehbar in einem Gehäuse 3 gelagert, welches den nachfolgend beschriebenen Wendeteil umkapselt. Der Spulenkörper 1 nimmt das Aufzugsband (nicht dargestellt) des Lamellenbehanges auf und senkt durch Verdrehen der Aufziehwelle diesen ab oder zieht diesen auf und bildet damit die Aufzugsvorrichtung für den Lamellenbehang.

[0017] Auf einer Nabe 1' des Spulenkörpers 1 ist nun ein zylinderförmiger Verschwenkkörper 4 angeordnet, welcher über ein oder zwei Schlingfederpakete 5 und 6 mit dem Spulenkörper 1 reibschlüssig gekuppelt ist. Beim Verdrehen des Spulenkörpers 1 werden die Schlingfederpakete 5 resp. 6 mitverdreht und nehmen auch den Verschwenkkörper 4 mit. Die Enden der Schlingfederpakete 5 resp. 6 stehen radial in Bezug auf die Aufziehwellenachse 8 nach Aussen ab, wobei jeweils ein Ende eines Schlingfederpaketes 5 resp. 6 gegen einen Anschlagkörper 7 beim Verdrehen in Anschlag gebracht werden kann. Wenn ein solches Ende gegen den Anschlagkörper 7 in Anschlag gelangt, so wird die Pressung des entsprechenden Schlingfederpaketes 5 resp. 6 auf die Nabe 1' gelöst und die Kupplung zwischen Spulenkörper 1 und Verschwenkkörper 4 gelöst und der Spulenkörper 1 kann bei stillstehendem Verschwenkkörper 4 weiter verdreht werden.

[0018] Der in diesem Ausführungsbeispiel einteilig dargestellte Anschlagköper 7 kann auch mehrteilig, insbesondere zweiteilig ausgeführt sein. Insbesondere kann auch die Position des Anschlagkörpers 7, resp. mehrerer Anschlagkörper 7 relativ zum Gehäuse 3 einstellbar ausgeführt sein.

[0019] Bisher bekannte Wendevorrichtungen befestigen das Verschwenkband des Lamellenbehanges am Verschwenkkörper 4, was in der Funktion der Einstellvorrichtung entspricht.

[0020] Am Verschwenkkörper 4 ist nun ein Kegelrad 9 mit senkrecht zur Aufziehachse 8 verlaufender Drehachse 9' angeordnet.

[0021] Auf beiden Seiten des Kegelrades 9 ist nun ein inneres Tellerrad 10 und ein äusseres Tellerrad 11 angeordnet. Diese beiden Tellerräder 10 und 11 sind ebenfalls um die Aufziehachse 8 verdrehbar angeordnet. Die gegen das Kegelrad 9 weisenden Flanken der beiden Tellerräder 10 resp. 11 sind entsprechend der Konizität des Kegelrades 9 abgeschrägt ausgeführt. Vorzugsweise ist das Kegelrad 9 als Kegelzahnrad ausgeführt, und die Flanken der Tellerräder 10 resp. 11 als entsprechende Zahnkränze. Das Kegelrad 9 bildet damit zusammen mit den Tellerrädern 10 und 11 und dem Verschwenkkörper 4 ein Differentialgetriebe.

[0022] Beim Verdrehen des Verschwenkkörpers 4 um die Aufziehachse 8 können nun entweder beide Tellerräder 10 resp. 11 im gleichen Drehsinn mitbewegt werden, wobei dabei das Kegelrad 9 stillsteht, oder aber nur das eine Tellerrad 10 resp. 11 bewegt werden, während das andere Tellerrad 10 resp. 11 stillsteht. Dabei wird das Kegelrad 9 ebenfalls um seine Achse 9' mitverdreht. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn eines der beiden Tellerräder 10 resp. 11 blockiert ist, wie nachfolgend noch beschrieben werden wird.

[0023] Der maximale Verschwenkwinkel des Verschwenkkörpers 4 wird durch den resp. die Anschlagkörper 7 definiert resp. beschränkt. Der dargestellte Aufbau mit den Schlingfederpaketen 5 und 6 entkuppelt dabei jeweils selbständig die Verbindung zwischen dem Verschwenkkörper 4 und dem über die Aufziehwelle betätigten Spulenkörper 1.

[0024] Erfindungsgemäss sind nun zwei auf das äussere Tellerrad 11 einwirkende und gegeneinander wirkend angeordnete Freilaufbremssegmente angebracht. Diese sind beispielsweise als Exzentersegmente 12 und 13, wie in der Figur 2 dargestellt, ausgebildet, welche mittels Federkraft oder anderer geeigneter Mittel gegen den Rand des Tellerrades 11 angepresst werden. Die Exzentersegmente 12 resp. 13 sind um ihre Schwenkachsen 12' resp. 13' verschwenkbar angeordnet und jeweils mit einem Steuerhebel 14 resp. 15 ausgestattet. Durch Betätigen der Steuerhebel 14 resp. 15 in radialer Richtung nach Aussen können die Exzentersegmente 12 resp. 13 vom Rand des Tellerrades 11 abgehoben resp. gelöst werden und damit die Bremswirkung in die entsprechende Richtung aufgehoben werden. Diese Betätigung erfolgt nun über Steuernocken 16 und 17, welche mit dem inneren Tellerrad 10 verbunden sind, resp. an diesem angeordnet sind. Diese Steuernocken 16 resp. 17 sind derart ausgebildet, dass sie eine radial nach Aussen ansteigende Auflaufkante 16' und eine im wesentlichen senkrecht angeordnete Anschlagkante 16'' aufweisen. Beim Verdrehen des inneren Tellerrades 10 kommt nun beispielsweise der Steuernocken 16 in Kontakt mit dem Auslösehebel 14 des Exzentersegmentes 12. Über die Auflaufkante 16' wird der Auslösehebel 14 beim weiteren Verdrehen des inneren Tellerrades 10 radial nach aussen bewegt und löst damit die Bremswirkung auf das äussere Tellerrad 11 in die entsprechende Richtung auf. Wenn die Anschlagkante 16'' das Ende des Auslösehebels 14 erreicht, wird damit die Drehbewegung des inneren Tellerrades 10 gestoppt. Durch die dargestellt Anordnung der Freilaufbremssegmente wird nun das äussere Tellerrad 11 über den Verschwenkkörper 4 und das Kegelrad 9 in derselben Richtung wie vorgängig das innere Tellerrad 10 verdreht, bis der Verschwenkkörper 4 durch Anschlag an den Anschlagkörper 7 gestoppt wird. In der anderen Umdrehungsrichtung erfolgt dasselbe über das andere Exzentersegment 13.

[0025] Die Wirkung dieser Brems- und Lösevorgänge wird nachfolgend anhand der Figurenfolge 3a) bis 3d) noch anschaulich erläutert. Die Figuren zeigen jeweils oben den schematischen Querschnitt einer Wendevorrichtung nach Figur 2 und darunter schematisiert den Querschnitt durch die beiden angesteuerten Behangsegmente 18 und 19 mit im Querschnitt dargestellten Lamellen 20 resp. 21.

[0026] Fig. 3a) zeigt die Wendevorrichtung und Behangsegmente 18 resp. 19 in ihrer Ausgangsstellung. Dabei sind alle Lamellen 20 resp. 21 beider Behangsegmente 18 und 19 in vollständig geöffneter Stellung ausgerichtet und der Verschwenkkörper 4 durch Verdrehen der Aufziehwelle in Pfeilrichtung an der rechten Kante des Anschlagkörpers 7 im Anschlag. Das innere Tellerrad 10 ist über den Steuernocken 17, welcher mit dem Steuerhebel 15 im Anschlag steht, blockiert und das äussere Tellerrad 11 über die vorgängig beschriebene Verdrehwirkung ebenfalls maximal in Pfeilrichtung der Aufziehwelle verdreht. In dieser Position kann die Aufziehwelle resp. der Spulenkörper 1 weiter in Pfeilrichtung verdreht werden und damit beispielsweise der gesamte Storenbehang bei vollständig geöffneten Lamellen 20 resp. 21 hochgezogen werden.

[0027] In Figur 3 b) ist nun die Position dargestellt, welche sich einstellt, wenn anschliessend die Verdrehrichtung der Aufziehwelle gewechselt wird, wie die Pfeilrichtung in der Wendevorrichtung anzeigt. Damit ist der Verschwenkkörper 4 von der Kante des Anschlagkörpers 7 verdreht worden und über das Kegelrad 9 ist auch das innere Tellerrad 10 in derselben Richtung mitverdreht worden, da das Tellerrad 11 durch das Exzentersegment 12 in dieser Drehrichtung gebremst ist. Dadurch ist der Steuernocken 17 vom Steuerhebel 15 weggezogen worden, womit das Exzentersegment 13 wieder bremsend mit dem äusseren Tellerrad 11 im Eingriff steht. Dieses wird somit nicht bewegt resp. verdreht, womit auch die mit diesem Tellerrad 11 verbundenen Lamellen 21 des unteren Behangsegmentes 19 in ihrer geöffneten Position verbleiben, während die Lamellen 20 des oberen Behangsegmentes 18, die mit dem inneren Tellerad 10 verbunden sind, in Drehrichtung verschwenkt werden, wie der Pfeil resp. der Strich am oberen Bereich der Schwenkbänder 22 und 23 darstellen. Der besseren Uebersichtlichkeit halber sind die Schwenkbänder nicht mit den entsprechenden Tellerrädern 10 resp. 11 verbunden dargestellt, wie dies tatsächlich der Fall wäre.

[0028] Beim Weiterdrehen in der oben geschilderten Richtung wird der Steuernocken 16 mit Steuerhebel 14 in Anschlag gelangen, wie dies in Fig. 3 c) dargestellt ist. Dadurch wird einerseits das innere Tellerrad 10 blockiert und das äussere Tellerrad 11 in derselben Verdrehrichtung freigegeben. In dieser Position sind die Lamellen 20 des oberen Behangsegmentes 18 in die vollständig geschlossene Position verdreht worden und bleiben in dieser Stellung blockiert. Beim Weiterdrehen in Pfeilrichtung wird nun das Schwenkband 23 des unteren Behangsegmentes 19 nach unten abgesenkt, wodurch dessen Lamellen 21 nun von der vollständig geöffneten in Richtung geschlossene Position verschwenkt werden. Wenn nun der gewünschte Verschwenkwinkel dieser Lamellen 21 erreicht worden ist, wird die Verdrehrichtung wieder umgekehrt.

[0029] Diese Umkehrung bewirkt nun durch die Bremswirkung des Exzentersegmentes 13 auf das Tellerrad 11 erneut ein Verdrehen des inneren Tellerrades 10 in der neuen Verdrehrichtung, womit der Steuernocken 16 den Steuerhebel 14 freigibt und damit das Exzentersegment 12 erneut auf das äussere Tellerrad 11 einwirkt und dieses blockiert, wie in Fig. 3 d) dargestellt ist. Dies hat nun zur Folge, dass die Lamellen 21 des unteren Behangsegmentes 19 in der vorgängig eingestellten Position verharren und die Lamellen 20 des oberen Behangsegmentes 18 nun von der geschlossenen in die gewünschte Position verschwenkt werden können.

[0030] Alle geschilderten Abläufe erfolgen durch Verdrehen eines einzigen Bedienorganes jeweils alternierend in zwei Drehrichtungen, welches auf die Aufziehachse einwirkt. Gleichzeitig kann dieses Bedienorgan vorteilhafterweise auch die Auzugs- resp. Absenkfunktion des Storenbehanges übernehmen, was es auf einfache, intuitive Art ermöglicht, einen zwei Behangsegmente umfassenden Storenbehang mit einem einzigen Bedienorgan sowohl abzusenken resp. aufzuziehen wie auch die Stellung der Lamellen in den beiden Behangsegmenten individuell einzustellen.

[0031] Es ist klar, dass das Bedienorgan entweder manuell bedient auf die Aufziehachse einwirkend ausgebildet sein kann oder über eine Steuerung motorisch angetrieben sein kann.

[0032] In Figur 3 e) ist lediglich ergänzend zur vorgängigen Beschreibung die Stellung mit vollständig geschlossenen Lamellen 20 resp. 21 in beiden Behangsegmenten 18 und 19 dargestellt. Diese Stellung wird dadurch erreicht, indem aus der in Fig. 3 c) dargestellten Stellung die dortige Drehrichtung beibehalten wird, bis auch die Lamellen 21 des unteren Behangsegmentes 19 in die vollständig geschlossene Stellung verschwenkt sind. Dies ist dann der Fall, wenn der Verschwenkkörper 4 an der linken Kante des Anschlagkörpers 7 in Anschlag gelangt ist.

[0033] Neben der bevorzugten, in den vorgängigen Figuren dargestellten kombinierten Ausführungsform der Wendevorrichtung mit einer Aufziehvorrichtung, kann die Wendevorrichtung auch unabhängig von der Aufziehvorrichtung eingesetzt werden. Dabei könnte insbesondere auf die reibschlüssige Kupplung und die Anschläge 7 in der Einstellvorrichtung verzichtet werden.

[0034] Eine weitere, alternative Ausführungsform der Wendevorrichtung ist rein schematisch in Figur 4 dargestellt. Hier wird die Differentialwirkung durch die dargestellte Anordnung von parallel zueinander angeordneten und verschiebbaren Schubstangen 24 und 25 erreicht. Die beiden Schubstangen 24 und 25 entsprechen in ihrer Funktionsweise den in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Tellerräder 10 resp. 11. Der Verschwenkkörper ist hier ebenfalls als Verschwenk-Schubstange 26 ausgeführt, welche in einem Trägergehäuse 28 zwischen zwei Endanschlägen verschiebbar geführt ist und damit die Einstellvorrichtung bildet. Die Bewegung der Verschwenk-Schubstange 26 auf die beiden Schubstangen 24 und 25 wird über eine Verbindungsstange 27 bewirkt, welche verdrehbar mit der Verschwenkschubstange 26 verbunden ist und über eine Nut-Zapfenverbindung mit den beiden Schubstangen 24 und 25 verbunden ist. Auf die untere Schubstange 25 wirken ebenfalls zwei Freilaufbremssegmente ein, welche beispielsweise wieder in der Form von Exzentersegmenten 12 und 13 mit daran befestigten Auslösehebeln 14 und 15 ausgeführt sind. An der oberen Schubstange 24 ist ein Fingerelement 30 ausgebildet, dessen Ende beidseitig als Steuernocken 16 resp. 17 ausgebildet ist und mit den Auslösehebeln 14 resp. 15 in Anschlag gelangen kann. An den beiden Schubstangen sind schliesschlich die Verschwenkbänder 22 und 23 für die Lamellen der beiden Behangsegmente (hier nicht dargestellt) angebracht. Die Verschwenk-Schubstange 26 wird über das Verschwenkorgan 29 betätigt, welches beispielsweise ein Band oder eine Stange sein kann. Die Funktionsweise dieser Anordnung ist identisch zur Funktionsweise der Wendevorrichtung, wie sie anhand der Figuren 3 a) bis 3 d) resp. 3 e) bereits beschrieben worden ist, der Unterschied besteht lediglich darin, dass anstelle von Drehbewegungen hier Längsverschiebungen stattfinden.

[0035] Selbstverständlich könnte anstelle der Verbindungsstange 27 auch hier ein Zahnrad zum Einsatz kommen, welches in entsprechende, an den beiden Schubstangen 24 und 25 ausgebildeten Zahnreihen in Eingriff gelangt.

[0036] Als eine weitere Alternative kann anstelle der Verbindungsstange 27 eine Umlenkrolle 31 angeordnet werden, wie dies in Fig. 5 a) und b) gezeigt ist. Über diese Umlenkrolle 31 laufen gegenseitig jeweils ein Zugelement 32 resp. 33, welche die Schubstangen 24 resp. 25 in analoger Weise zur Verbindungsstange 27 betätigen. Hier sind weiter die Exzentersegmente 12, 13 und die Schubstangen 24, 25 mit einer Verzahnung versehen, und somit als Klinkenbremse ausgebildet.

[0037] Der grosse Vorteil der geschilderten Lösung für eine Wendevorrichtung liegt darin, dass mittels einem einzigen Bedienorgan auf einfache, intuitive Weise die Lamellenstellungen von zwei Behangsegmenten individuell eingestellt werden können, wobei vorzugsweise mit demselben Bedienorgan auch gerade die Aufzugvorrichtung betätigt werden kann.


Ansprüche

1. Wendevorrichtung für Rafflamellenstoren mit zwei voneinander im Schwenkwinkel der Lamellen (20,21) separat einstellbaren Behangsegmenten (18, 19), welche eine gemeinsame Einstellvorrichtung mit zwei Betätigungsrichtungen aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (20,21) jedes der zu verstehenden Behangsegmente (18,19) mit einem eigenen, verstellbaren Verschwenkorgan (10,11; 24,25) verbunden ist, welche Verschwenkorgane (10,11;24,25) ihrerseits mit einem Verbindungselement (9;27;32,33) miteinander verbunden sind, wobei das Verbindungselement (9;27;32,33) selbst mit einem Verschwenkkörper (4;26) verbunden ist, welcher mit der Einstellvorrichtung gekuppelt ist, die zwischen zwei Endanschlägen (7) verstellbar ausgebildet ist, und dass zwei gegeneinander auf das eine Verschwenkorgan (11;25) wirkende Freilaufelemente (12,13) angeordnet sind, welche durch mit dem zweiten Verschwenkorgan (10;24) verbundene Steuerelemente (16,17) aus- resp. eingeschaltbar sind.
 
2. Wendevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Endanschlag (7) der Einstellvorrichtung verstellbar ausgebildet ist.
 
3. Wendevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein zusätzlicher Anschlag zwischen den beiden Endanschlägen der Einstellvorrichtung (4;26) derart angeordnet ist, dass dieser aktiviert resp. deaktiviert sein kann.
 
4. Wendevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschwenkorgane (10,11) als Tellerräder ausgebildet sind, welche auf einer gemeinsamen Verschwenkachse (8) nacheinander angeordnet sind, und dass das Verbindungselement als Kegelrad (9) mit senkrecht zur Verschwenkachse (8) ausgerichteter Drehachse (9') ausgebildet ist, welches in entsprechend ausgebildete Zähne von an den Rändern der Tellerräder (10,11) ausgebildeten Zahnkränze eingreift und im Verschwenkkörper (4) gelagert ist, welcher um die Verschwenkachse (8) zwischen den Endanschlägen (7) verdrehbar angeordnet ist.
 
5. Wendevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschwenkorgane als parallel zueinander angeordnete, verschiebbare Schubstangen (24,25) ausgebildet sind, und das Verbindungselement als ein über eine verschieb- und verdrehbare Verbindung mit den Schubstangen (24,25) verbundener Verbindungshebel (27) ausgebildet ist, welcher selbst verdrehbar mit dem parallel zu den Schubstangen verschiebbar angeordneten Verschwenkkörper (26) verbunden ist.
 
6. Wendevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschwenkorgane als parallel zueinander angeordnete, verschiebbare Schubstangen (24,25) ausgebildet sind, und das Verbindungselement als zwei gegenseitig verspannte Zugelemente (32,33), die um eine Rolle (31) geführt sind, ausgebildet ist, welche Rolle (31) ihrerseits mit dem parallel zu den Schubstangen (24,25) verschiebbar angeordneten Verschwenkkörper (26) verbunden ist.
 
7. Wendevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwei feder- oder schwerkraftbetätigte Freilaufelemente in Form von Exzentersegmenten oder Klinken (12,13) vorhanden sind, welche gegen den Rand eines der Verschwenkorgane (11;25) jeweils gegenseitig wirkend in Anschlag stehen.
 
8. Wendevorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Freilaufelement (12,13) einen Steuerhebel (14,15) aufweist, welcher jeweils über einen mit dem zweiten Verschwenkorgan (10;24) gekoppelten Steuernocken (16,17) betätigbar ist, um das jeweilige Freilaufelement (12,13) vom Anschlag gegen das erste Verschwenkorgan (11;25) zu lösen.
 
9. Wendevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschwenkkörper (4) über eine reibschlüssige Kupplung (5,6) mit einer Aufziehvorrichtung für den Rafflamellenstoren gekoppelt ist, und die Einstellvorrichtung mit dieser Aufziehvorrichtung verbunden ist.
 




Zeichnung