[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Veränderung der Verdichtung einer Hubkolbenbrennkraftmaschine
gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Vorrichtungen der hier angesprochenen Art sind bekannt. Sie dienen dazu, die Verdichtung
einer Hubkolbenbrennkraftmaschine an deren Betriebszustände, also Teillast oder Vollast,
anzupassen. Hierzu wird der Hub eines Pleuels der Hubkolbenbrennkraftmaschine entsprechend
verändert.
[0003] Aus der DE 197 03 948 C1 geht eine Vorrichtung mit einem Pleuel hervor, in dessen
einer Kurbelwelle zugeordneten, großen Pleuelauge eine Hülse verdrehbar angeordnet
ist. Die Hülse weist eine zum großen Pleuelauge exzentrisch angeordnete Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung
auf. Die Verdichtung der Hubkolbenbrennkraftmaschine ist durch eine Veränderung der
Drehstellung der Hülse möglich, wobei die Hülse in der jeweiligen Drehstellung mittels
eines Verriegelungsglieds arretierbar ist. Die Verdrehung der Hülse erfolgt nach Freigabe
durch das Verriegelungsglied selbständig aufgrund der auf sie durch die Drehung der
Kurbelwelle beziehungsweise der oszillierenden Bewegung des Pleuels her einwirkenden
Kräfte. Nachteilig ist, daß häufig eine schnelle Verdrehung der Hülse in eine definierte
Drehstellung nicht in gewünschter Weise erfolgt. Zur Verdrehung der Hülse wird außerdem
vorgeschlagen, eine Zahnradpumpe in das Pleuel zu integrieren, die ein in eine an
der Hülse vorgesehene Verzahnung eingreifendes Zahnrad umfaßt. Nachteilig hierbei
ist der große Fertigungsaufwand und die Kosten für diese zusätzlichen Teile.
[0004] Aus der DE 31 27 760 A1 geht eine Vorrichtung hervor, bei der die Verdrehung der
im großen Pleuelauge angeordneten, eine gegenüber dem großen Pleuelauge exzentrische
Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung aufweisende Hülse mit Hilfe einer fest mit der Hülse
verbundenen Schubstange erfolgt, die in einer Gleitführung geführt ist. Eine Verstellung
der Gleitführung auf eine andere Position führt zu einer Verdrehung der Hülse. Die
Ausgestaltung dieser mechanischen Stellvorrichtung ist sehr aufwendig und somit kostenintensiv.
[0005] Es ist daher Aufgabe der Erfindung eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu
schaffen, die sich durch ein niedriges Gewicht und einem geringen Platzbedarf auszeichnet
sowie einen einfachen und somit kostengünstigen Aufbau aufweist.
[0006] Zur Lösung der Aufgabe wird eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vorgeschlagen.
Diese zeichnet sich dadurch aus, daß die Hülse oder das Pleuel zur Verdrehung der
Hülse mindestens eine mit einem Druckmedium beaufschlagbare Arbeitskammer aufweist.
Die Verdrehung der Hülse erfolgt also durch das Einbringen eines unter Druck stehenden
Mediums, beispielsweise Drucköl aus dem Motorschmierölkreislauf, in die Arbeitskammer.
Die Arbeitskammer weist die Funktion eines Zylinders auf, während der mit dem Zylinder
zusammenwirkende Kolben von einem festen Teil am Pleuel oder des Pleuels beziehungsweise
an der Hülse oder der Hülse gebildet ist. Bei der Ausführungsform, bei der die Hülse
die Arbeitskammer aufweist, erfolgt bei Beaufschlagung der Arbeitskammer mit dem Druckmedium
eine Relativbewegung des Zylinders gegenüber dem Kolben. Bei der anderen Ausführungsform,
bei der das Pleuel die als Zylinder wirkende Arbeitskammer und die Hülse ein als Kolben
wirkenden Abschnitt oder Bereich aufweist, wird der Kolben relativ gegenüber dem Zylinder
bewegt. Die Vorrichtung zeichnet sich durch einen einfachen und somit kostengünstigen
Aufbau sowie durch eine hohe Funktionssicherheit aus. Vorteilhaft ist ferner, daß
die Vorrichtung praktisch keine einem Verschleiß unterliegenden Bauteile aufweist.
Überdies sind der Platzbedarf und das Gewicht der Vorrichtung vorzugsweise nur sehr
gering.
[0007] Im Zusammenhang mit der hier vorliegenden Erfindung wird unter dem Begriff "Verdrehung"
der Hülse zum Einnehmen verschiedener Drehstellungen sowohl ein Verschwenken der Hülse
im und entgegen dem Uhrzeigersinn als auch eine Rotation der Hülse in eine Richtung
verstanden.
[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Arbeitskammer von
einem die Funktion eines gegenüber dem Pleuel oder der Hülse feststehenden Kolbens
aufweisenden Anschlag abgeschlossen ist. Mit Hilfe des Anschlags ist die Drehstellung
der Hülse bezüglich des Pleuels festlegbar, wobei die Hülse in mindestens zwei Drehstellungen
verdrehbar ist. Durch die Doppelfunktion des als Kolben und als Drehstellungs-Festlegungsmittel
dienenden Anschlags kann der Aufbau der Vorrichtung vereinfacht werden.
[0009] Außerdem wird ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung bevorzugt, das sich dadurch
auszeichnet, daß die Kurbelwelle mindestens einen Kanal für das Druckmedium aufweist,
der zumindest innerhalb eines Kurbelwellen-Drehstellungsbereichs in die Arbeitskammer
mündet. Bei jeder Umdrehung der Kurbelwelle überstreicht die mindestens eine im die
Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung durchgreifenden Pleuellagerzapfen vorgesehene Kanalöffnung
die mit dem Druckmedium beaufschlagbare Arbeitskammer, wodurch das Medium der Arbeitskammer
schubweise in bestimmten, von der Drehstellung der Kurbelwelle abhängigen Intervallen
zugeführt beziehungsweise aus der Arbeitskammer ausgebracht werden kann. Alternativ
ist es möglich, daß mit Hilfe einer Ringnut oder dergleichen zwischen dem Kanal und
der Arbeitskammer in jeder Drehstellung der Kurbelwelle eine Mediumverbindung besteht,
so daß das Medium kontinuierlich in die Arbeitskammer eingeleitet beziehungsweise
aus dieser heraustransportiert werden kann.
[0010] Schließlich wird noch ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung bevorzugt, bei dem
in radialer Richtung der Kurbelwelle gesehen eine weitere Arbeitskammer an der Hülse
oder dem Pleuel zur Rückdrehung der Hülse ausgebildet ist. Bei dieser Ausführungsform
ist die Hülse also schwenkbar ausgebildet, das heißt, bei einer Druckbeaufschlagung
einer der Arbeitskammern wird die Hülse im Uhrzeigersinn und bei einer Druckbeaufschlagung
der anderen Arbeitskammer in entgegengesetzter Richtung um die Längsmittelachse des
großen Pleuelauges verschwenkt. Dadurch ist ein ausschließlich mit hydraulischen Mitteln
bewirktes Verdrehen der Hülse möglich.
[0011] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Vorrichtung ergeben sich aus den übrigen
Unteransprüchen.
[0012] Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines mehrteiligen Pleuels
einer Hubkolbenbrennkraftmaschine;
- Figur 2
- eine perspektivische Darstellung eines Oberteils des in Figur 1 dargestellten Pleuels;
- Figur 3
- eine perspektivische Darstellung eines Unterteils des in Figur 1 dargestellten Pleuels;
- Figur 4
- eine perspektivische Darstellung eines ersten Teils eines Ausführungsbeispiels einer
mehrteiligen Lagerhülse;
- Figur 5
- eine perspektivische Darstellung eines zweiten Teils der Lagerhülse und
- Figur 6
- eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels eines Verriegelungselements zur Verdrehsicherung
der Lagerhülse.
[0013] Figur 1 zeigt in perspektivischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung
1 zur Veränderung der Verdichtung einer Hubkolbenbrennkraftmaschine, nämlich ein Pleuel
3, der ein kleines Pleuelauge 5 zur Lagerung eines Kolbenbolzens und ein großes Pleuelauge
7 zur Lagerung eines Pleuellagerzapfens einer Kurbelwelle umfaßt. Das Pleuel 3 ist
zur Ausbildung eines geteilten Lagers für den Pleuellagerzapfen zweiteilig ausgebildet
und umfaßt ein Pleueloberteil 9 und ein Pleuelunterteil 11, die mittels nicht dargestellter
Befestigungsmittel lösbar miteinander verbindbar sind. Im großen Pleuelauge 7 ist
eine zweigeteilte Hülse 13 angeordnet, die eine erste Lagerschale 15 und eine zweite
Lagerschale 17 aufweist. Die vorzugsweise aus Stahl bestehende, an ihrem Innenumfang
mit einem Lagermaterial beschichtete Hülse 13 weist eine KurbelwellenDurchgriffsöffnung
19 auf, die exzentrisch zum großen Pleuelauge 7 angeordnet ist. Die Lagerschalen 15,
17 der im Pleuelauge 7 verdrehbaren Hülse 13 sind an ihrer Außenseite unterschiedlich
ausgeformt, worauf im folgenden näher eingegangen wird.
[0014] Figur 4 zeigt eine perspektivische Darstellung der anhand von Figur 1 beschriebenen
ersten Lagerschale 15 der Hülse 13, die an ihrer äußeren Kontur teilweise an die Innenkontur
des großen Pleuelauges 7 angepaßt ist. Die Innenkontur des Pleuelauges 7 ist über
dessen gesamten Umfang gleichmäßig, wie aus den Figuren 2 und 3 ersichtlich, aus denen
jeweils eine perspektivische Darstellung des Pleueloberteils 9 beziehungsweise des
Pleuelunterteils 11 ohne die Hülse 13 hervorgeht. In den Außenumfang der ersten Lagerschale
15 sind an die Innenkontur des Pleuelauges 7 entsprechend angepaßte Nuten 21 mit unterschiedlicher
Tiefe eingebracht, wodurch eine erste Lagerschulter 23 und eine zweite Lagerschulter
25 gebildet sind. Überdies weist die erste Lagerschale 15 Anlageflächen 27 und 27'
auf, mit denen sie im montierten Zustand an der zweiten Lagerschale 17 anliegt. Die
Anlageflächen 27, 27' können plan ausgebildet sein und weisen keine Vertiefungen auf.
[0015] Figur 5 zeigt eine perspektivische Darstellung der zweiten Lagerschale 17 der Hülse
13 schräg von oben. Die zweite Lagerschale 17 ist an ihrer äußeren Kontur vollkommen
an die Innenkontur des großen Pleuelauges 7 angepaßt, wie die erste Lagerschale 15,
und weist Anschlagflächen 29 und 29' auf, die im zusammengesetzten Zustand der Hülse
13 an den Anlagefläche 27 beziehungsweise 27' der ersten Lagerschale 15 anliegen.
In die Anschlagflächen 29, 29' sind randoffene Vertiefungen 31 und 31' eingebracht,
die zur Verteilung eines Druckmediums vorgesehen sind. Des weiteren wirken die Anschlagflächen
29, 29

der zweiten Lagerschale 17 mit einem in Figur 3 dargestellten Anschlag 35 zusammen,
der hier von einer Anschlagplatte 37 gebildet ist. Die Anschlagplatte 37 ist im montierten
Zustand zwischen dem Pleueloberteil und -unterteil angeordnet und weist in das Pleuelauge
7 hineinragende -in Figur 3 gestrichelt dargestellte- Anschlagflächenbereiche 38 und
38' auf, die mit den Anschlagflächen 29, 29' der zweiten Lagerschale 17 zusammenwirken.
Die Oberseite 49 eines der Anschlagflächenbereiche 38, 38' bildet eine erste Kolbenfläche
für eine erste Arbeitskammern 45, die zwischen dem Außenrücken der ersten Lagerschale
15 und dem Pleuelunterteil 11 gebildet ist. Die Unterseite 50 des anderen Anschlagflächenbereichs
bildet eine zweite Kolbenfläche für eine zweite Arbeitskammer 47, die zwischen dem
Außenrücken der ersten Lagerschale 15 und dem Pleueloberteil 9 gebildet ist.
[0016] Bei dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel der Vorrichtung 1 ist die Hülse
13 um circa 175° im Pleuelauge 7 verdrehbar, wobei die beiden Drehstellungen der Hülse
13 durch den Anschlag 35 festgelegt sind. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist der Drehwinkelbereich
der Hülse 13 durch die Dicke des Anschlags 35 bestimmt. In einer ersten, in Figur
1 dargestellten Drehstellung schlägt die zweite Lagerschale 17 mit einer ihrer Anschlagflächen
29, 29' von oben gegen den Anschlag 35 beziehungsweise die Anschlagflächenbereiche
38, 38' und in der anderen, gegenüber der ersten Drehstellung um circa 175° im Uhrzeigersinn
verdrehten zweiten Drehstellung von unten gegen die Anschlagflächenbereiche 38, 38'.
[0017] In die Innenumfangsfläche 39 der zweiten Lagerschale 17 sind Ringnutabschnitte 41
und 43 eingebracht, die in Umfangsrichtung der Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung 19
verlaufen und sich durch die Anschlagflächen 29, 29' bis in die jeweilige Vertiefung
31, 31' erstrecken. Die Ringnutabschnitte 41, 43 bilden Auffangkammern, die mit einem
Druckmedium beaufschlagbar sind. Der im zusammengebauten Zustand zwischen der Lagerschale
15 und dem Pleuelunterteil 11 beziehungsweise dem Pleueloberteil 9 befindliche Hohlraum
stellt die Arbeitskammer 45 beziehungsweise 47 dar. Die Arbeitskammern 45, 47 werden
an ihrem Umfang jeweils von der Anschlagplatte 37 und den Anschlagflächen 29, 29

beziehungsweise den Vertiefungen 31, 31

begrenzt.
[0018] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel sind die Arbeitskammern 45, 47 mit Drucköl
aus dem Motorschmierölkreislauf beaufschlagbar, wobei die Arbeitskammern 45, 47 getrennte
Druckölversorgungen aufweisen. Die Druckölversorgung wird beispielsweise über ein
in den Figuren nicht dargestelltes Mehrwegeventil und zwei Hauptölgalenen in einem
die Kurbelwelle aufnehmenden Kurbelgehäuse mit Stichbohrungen zu den Kurbelwellenhauptlagern
realisiert. Die Kurbelwellenhauptlager stehen über jeweils mindestens einen in die
Kurbelwelle eingebrachten Kanal mit den Pleuellagerzapfen und in diesem angeordneten
Kanalöffnungen mit den Arbeitskammern 45, 47 in Strömungsverbindung.
[0019] Die Vorrichtung 1 umfaßt außerdem ein in den Figuren 1 und 6 dargestelltes Verriegelungselement
51, das hier am Pleuelunterteil 11 angeordnet ist und dazu dient, die Hülse 13 in
ihren beiden Drehstellungen gegen Verdrehen zu sichern. Das Verriegelungselement 51
umfaßt einen mit einem Kolben 53 fest verbundenen Verriegelungsbolzen 55, der bei
dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel senkrecht zur Längsmittelachse des
Pleuelauges 7 beziehungsweise zur Pleuellängsachse angeordnet und in Richtung eines
Doppelpfeils 57 verlagerbar ist. Der Verriegelungsbolzen 55 greift in einer ersten
Funktionsstellung in eine der in den Umfang der ersten Lagerschale 15 eingebrachten
Durchgangsöffnungen 59, 61 beziehungsweise in eine Durchgangsöffnung 60 in der zweiten
Lagerschale 17 (Figur 5) ein. In einer zweiten Funktionsstellung ist der Verriegelungsbolzen
55 aus der Durchgangsöffnung herausgefahren, so daß die Hülse 13 verdrehbar ist. In
welche der in Umfangsrichtung der Lagerschale 15 in einem Abstand von circa 5° angeordneten
Durchgangsöffnungen 59, 61 der Verriegelungsbolzen 55 zur Verdrehsicherung der Hülse
13 einfahrbar ist, ist abhängig von der jeweiligen Drehstellung der Hülse 13. Der
Kolben 53 unterteilt einen Zylinder 63 in zwei Arbeitsräume 65 und 67, von denen der
Arbeitsraum 65 mit einem Druckmedium, beispielsweise Drucköl aus dem Motorschmierölkreislauf,
beaufschlagbar ist. Im anderen Arbeitsraum 67 ist ein von einer Druckfeder gebildetes
Federelement 69 angeordnet, das bei Unterschreiten eines bestimmten Drucks im Arbeitsraum
65 den Kolben 53 innerhalb des Zylinders 63 so verlagert, daß der Verriegelungsbolzen
55 von der Hülse 13 weg verlagert und gegebenenfalls aus einer der Durchgangsöffungen
59, 60, 61 herausgezogen wird.
[0020] Aus Figur 6 ist ersichtlich, daß der Kolben 53 und der Verriegelungsbolzen 55 von
einer Durchgangsbohrung 71 durchdrungen sind, durch die Drucköl vom Pleuellager in
den Arbeitsraum 65 des Zylinders 63 geleitet werden kann. Der Kolben 53 weist bei
diesem Ausführungsbeispiel auf seiner dem Arbeitsraum 65 zugewandten Seite ein Ausnehmung
auf, wodurch eine Ringfläche 73 gebildet ist, die mit dem Drucköl beaufschlagbar ist,
so daß der Verriegelungsbolzen 55 in eine Verriegelungs-/Rastposition verlagert wird,
in der in eine der Durchgangsöffungen 59, 61 in der Lagerschale 15 beziehungsweise
in die Durchgangsöffnung 60 in der Lagerschale 17 eingreift.
[0021] Bei einem weiteren, in den Figuren nicht dargestellten Ausführungsbeispiel ist das
Verriegelungselement parallel zur Drehachse der Kurbelwelle angeordnet und greift
in eine in einer der Lagerschultern der beiden Lagerschalen 15, 17 der Hülse 13 eingebrachten
Ausnehmung ein.
[0022] Im folgenden wird die Funktion der anhand der Figuren 1 bis 5 beschriebenen Vorrichtung
1 näher beschrieben: Die in Figur 1 dargestellte Drehstellung der Hülse 13 entspricht
der minimalen Verdichtung der Hubkolbenbrennkraftmaschine. In dieser Drehstellung
stößt die zweite Lagerschale 17 von oben gegen den Anschlag 35. Zur Verdrehung der
Hulse 13 im Uhrzeigersinn (Pfeil 72) in seine zweite Drehstellung, in der die zweite
Lagerschale 17 von unten an den Anschlag 35 anstößt, wird das Verriegelungselement
51 außer Eingriff mit der Hülse 13 beziehungsweise den Lagerschalen 15, 17 gebracht.
Dann wird die eine Druckkammer 47 mit Drucköl beaufschlagt, wodurch die Hülse 13 vom
Anschlag 35 weggedrückt wird, so weit, bis sie ihre andere Drehstellung erreicht hat,
in der die zweite Lagerschale 17 von unten gegen den Anschlag 35 schlägt. Schließlich
wird das Verriegelungselement 51 zur Fixierung der Hülse 13 verlagert und der Verriegelungsbolzen
55 in die entsprechende Durchgangsöffung 59, 60, 61 eingefahren. Eine Rückdrehung
der Hülse 13 von der einen Drehstellung in die andere Drehstellung erfolgt dadurch,
daß das Verriegelungselement 51 aus seiner Rastposition in eine Warteposition verlagert
und die andere Druckkammer 45 nunmehr mit Drucköl gefüllt wird, wodurch die Hülse
13 entgegen dem Uhrzeigersinn in ihre in Figur 1 dargestellte Drehstellung zurückverdreht
wird. Dabei wird gleichzeitig das in der anderen, drucklosen Arbeitskammer befindliche
Druckmedium herausgedrückt und kann, beispielsweise über den Kanal in der Kurbelwelle,
erneut dem Motorschmierölkreislauf zugeführt werden.
[0023] Die anhand der Figuren beschriebene Vorrichtung 1 zeichnet sich insbesondere durch
einen kostengünstigen Aufbau aus und weist überdies eine hohe Funktionsicherheit auf.
1. Vorrichtung zur Veränderung der Verdichtung einer Hubkolbenbrennkraftmaschine mit
mindestens einem Pleuel, in dessen einer Kurbelwelle zuordenbaren Pleuelauge eine
Hülse mit einer Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung verdrehbar angeordnet ist, wobei die
Kurbelwellen-Durchgriffsöffnung exzentrisch zum Pleuelauge angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse (13) oder das Pleuel (3) zur Verdrehung der Hülse (13) mindestens eine
mit einem Druckmedium beaufschlagbare Arbeitskammer (45;47) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitskammer (45;47) von einem die Funktion eines gegenüber dem Pleuel (3)
oder der Hülse (13) feststehenden Kolbens aufweisenden Anschlag (35) abgeschlossen
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitskammer (45;47) ―je nach Drehwinkelstellung der Hülse (13)- von einem
Außenumfangsbereich der Hülse (13) und einer ersten Lagerschale (15) beziehungsweise
einer zweiten Lagerschale (17) der mindestens zweigeteilten Hülse (13) gebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kurbelwelle mindestens einen Kanal für das Druckmedium aufweist, der zumindest
innerhalb eines Kurbelwellen-Drehstellungsbereichs in die Arbeitskammer (45;47) mündet.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in radialer Richtung der Kurbelwelle gesehen eine weitere Arbeitskammer (45;47)
an der Hülse (13) oder dem Pleuel (3) zur Rückdrehung der Hülse (13) ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anschlag (35) mit seiner einen Seite eine Kolbenfläche für die eine Arbeitskammer
(45;47) und mit seiner anderen Seite eine Kolbenfläche für die andere Arbeitskammer
(47;45) bildet.