[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufnahme eines durch eine Lichtquelle beleuchteten,
bewegten Objekts mittels eines bildauflösenden Sensors mit einer Anordnung von Detektorelementen,
auf denen ein Bild des Objekts erzeugt wird.
[0002] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Vorrichtung zur Aufnahme eines durch eine Lichtquelle
beleuchteten, bewegten Objektes mittels eines bildauflösenden Sensors mit einer Anordnung
von Detektorelementen, auf denen ein Bild des Objekts erzeugt wird.
[0003] Ein bevorzugtes Beispiel für die Anwendung der Erfindung ist die Verkehrsüberwachung
mittels einer Digitalkamera. Dabei wird mit der Kamera ein Bild eines schnell bewegten
Fahrzeugs aufgenommen. Von einem abbildenden optischen System wird ein Bild einer
Objektszene auf einem bildauslösenden Sensor erzeugt. Der bildauflösende Sensor ist
eine zweidimensionale Anordnung von lichtempfindlichen Detektorelementen. Jedes Detektorelement
erfaßt ein Bildelement (Pixel) und liefert ein die Helligkeit des Bildelements wiedergebendes
Signal. Dieses Signal wird ausgelesen und digitalisiert. Dieses Auslesen und Digitalisieren
der Signale der einzelnen Detektorelemente erfolgt nacheinander und erfordert eine
endliche Auslesezeit. Die Gesamtheit dieser Signale liefert ein "elektronisches" oder
"digitales Bild" der Objektszene. Dieses digitale Bild kann einer Bildverarbeitung
unterworfen werden. Beispielsweise kann das Nummernschild eines beobachteten Fahrzeugs
erkannt und darauf das Kennzeichen des Fahrzeugs mittels eines Zeichenerkennungs-Programmes
gelesen werden.
[0004] Der Dynamikbereich üblicher, mit CCD-Bildsensoren arbeitender Digitalkameras ist
verglichen z.B. mit dem Dynamikbereich photographischer Aufnahmen, klein. "Dynamikbereich"
ist dabei der Bereich der Helligkeiten, die durch den Bildsensor noch erfaßt und unterschieden
werden können. Für eine Digitalkamera, die in der Verkehrsüberwachung eingesetzt wird,
ist jedoch ein hoher Dynamikbereich des Bildsensors erwünscht.
[0005] Es gibt C-MOS-Bildsensoren mit hohem Dynamikbereich. Bei dem Einsatz solcher C-MOS-Bildsensoren
zur Aufnahme schnell bewegter Objekte ergibt sich aber folgendes Problem: Im Gegensatz
zu CCD-Bildsensoren, welche die Lichtmenge über eine bestimmte Zeit integrieren, liefern
die Detektorelemente von C-MOS-Bildsensoren in jedem Augenblick Signale, welche der
jeweils aktuellen Helligkeit entsprechen. Diese Signale werden nacheinander in endlicher
Zeit ausgelesen. Das bedeutet, daß das Auslesen der Signale der einzelnen Bildelemente
eines Bildes zu unterschiedlichen Zeiten erfolgt, also zu unterschiedlichen Positionen
des bewegten Objekts in der Objekszene gehören. Das führt zu Verzerrungen. Diese nehmen
mit steigender Geschwindigkeit des Objekts und mit steigender Auslesezeit zu.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Objektszene mit einem schnell bewegten
Objekt mit hoher Dynamik und ohne Verzerrung mittels eines Bildsensors zu erfassen.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß
(a) die Detektorelemente jeweils ein Signal liefern, das im wesentlichen dem Momentanwert
der auf das Detektorelement fallenden Helligkeit entspricht, und die Detektorelemente
in einer endlichen Zeitspanne nacheinander ausgelesen werden,
(b) das Objekt durch Lichtimpulse belichtet wird und
(c) die nach der Belichtung durch einen Lichtimpuls noch für eine kurze Zeitspanne
an den Detektorelementen anstehenden Signale nach Beendigung des Lichtimpulses ausgelesen
werden.
[0008] Nach der Erfindung wird ein Bildsensor wie ein C-MOS-Bildsensor verwendet, der einen
großen Dynamikbereich besitzt. Dieser Bildsensor liefert jedoch jeweils momentane
Helligkeiten, was, wie oben erläutert, durch die endliche Auslesezeit bei der Aufnahme
schneller Objekte zu Verzerrungen führen würde. Um solche Verzerrungen zu vermeiden,
nutzt die Erfindung einen speziellen Effekt aus: Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis,
daß bei einer gepulsten Beleuchtung der Objektszene, bei welcher alle Teile des bewegten
Objekts gleichzeitig belichtet werden, die Signale auch nach dem Aufhören des Lichtimpulses
noch für eine Weile erhalten bleiben. Das ist wie ein sensorseitiges "Nachleuchten".
Während dieses "Nachleuchtens", während welches keine Änderungen der Helligkeit an
den einzelnen Detektorelementen und damit keine Signaländerung eintritt, werden die
Signale ausgelesen. Damit wird ein unverzerrtes "elektronisches Bild" des bewegten
Objekts in der Objektszene erhalten.
[0009] Eine Vorrichtung zur Durchführung des beschriebenen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet,
daß
(a) die Detektorelemente jeweils ein Signal liefern, das im wesentlichen dem Momentanwert
der auf das Detektorelement fallenden Helligkeit entspricht, und die Detektorelemente
in einer endlichen Zeitspanne nacheinander auslesbar sind,
(b) die Lichtquelle eine gepulste Lichtquelle ist und
(c) die nach der Belichtung durch einen Lichtimpuls der Lichtquelle noch für eine
kurze Zeitspanne an den Detektorelementen anstehenden Signale nach Beendigung des
Lichtimpulses auslesbar sind.
[0010] Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend unter Bezugnahme auf die zugehörigen
Zeichnungen näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt schematisch eine Vorrichtung zur verzerrungsfreien Aufnahme eines bewegten Kraftfahrzeugs
mittels eines C-MOS-Bildsensors.
- Fig.2
- zeigt schematisch die Auslesung des C-MOS-Bildsensors und die Signalverarbeitung.
[0012] In Fig. 1 ist mit 10 ein aufzunehmendes Kraftfahrzeug bezeichnet, das sich schnell
bewegt, wie durch einen Pfeil 12 dargestellt ist. Das Kraftfahrzeug 10 wird von einer
Lichtquelle 14 über eine Beleuchtungsoptik 16 beleuchtet und durch eine Digitalkamera
18 "elektronisch photographiert". Von der Digitalkamera 18 ist in der schematischen
Darstellung von Fig. 1 nur das abbildende optische System 20 und ein bildauflösender
Sensor 22 dargestellt. Das abbildende optische System 20 erzeugt ein Bild einer Objektszene
mit dem Kraftfahrzeug 10 auf dem bildauflösenden Sensor 22.
[0013] Fig.2 zeigt die Auslesung und Signalverarbeitung.
[0014] Der bildauflösende Sensor 22 weist eine zweidimensionale, rechteckige Anordnung von
Detektorelementen 24 auf, die in Spalten 26 und Zeilen 28 angeordnet sind. Die Detektorelemente
sind Photodioden, deren Signale durch je eine Verstärkerstufe verstärkt werden. Jedes
der Detektorelemente 24 erfaßt ein Bildelement (Pixel) der Objektszene und liefert
ein analoges, elektrisches Signal nach Maßgabe der Helligkeit dieses Bildelements.
Die Signale der Detektorelemente 24 werden nacheinander abgegriffen (ausgelesen).
Zu diesem Zweck werden die Detektorelemente über Steuerleitungen 30 und 32 nach Spalten
26 bzw. Zeilen 28 angesteuert. Jedes so abgegriffene Signal wird durch eine zugehörige
Verstärkerstufe 34 verstärkt, durch einen A/D-Wandler 36 digitalisiert und in einem
Speicher 38 als "digitales Bild" gespeichert. Dieses digitale Bild kann dann einer
Bildverarbeitung unterworfen werden.
[0015] Der bildauflösende Sensor 22 ist ein C-MOS-Bildsensor. Die Detektorelemente 24 des
C-MOS-Bildsensors liefern jeweils Signale, die der momentanen Helligkeit des Bildelements
am Ort des Detektorelements 24 entsprechen. Die Detektorelemente 24 werden nacheinander
ausgelesen. Das ergibt eine endliche Auslesezeit. Das eine Detektorelement, etwa links
oben in Fig.2, wird zu einer anderen Zeit ausgelesen als das andere Detektorelement,
etwa rechts unten in Fig.2. Bei der Aufnahme schnell bewegter Objekte führt das zu
Verzerrungen. Aus diesem Grunde erfolgt die Beleuchtung des Objekts (Kraftfahrzeug
10) durch gepulstes Licht. Die Lichtquelle 14 ist eine gepulste Lichtquelle.
[0016] Wenn das Kraftfahrzeug 10 mit einem Lichtimpuls von z.B. 350 µs Dauer beleuchtet
worden ist, dann liefern alle Detektorelemente 24 Signale, welche dem gleichen Zeitpunkt
zugeordnet sind. Durch das vorstehend erläuterte "sensorseitige Nachleuchten" bleiben
diese Signale auch nach Beendigung des Lichtimpulses noch eine kurze Zeitspanne bestehen.
Das ist wahrscheinlich auf parasitäre Kapazitäten der nachgeschalteten Verstärkerstufen
34 zurückzuführen. Diese Signale werden nicht durch Änderungen der Helligkeit verändert,
die durch eine Bewegung des aufgenommenen Objektes in den betroffenen Bildelementen
hervorgerufen wird. Wenn diese Signale nach der Beendigung des Lichtimpulses während
der endlichen Auslesezeit ausgelesen werden, ergibt sich eine Momentaufnahme ohne
Verzerrung.
[0017] Wie in Fig.1 dargestellt ist, kann die Lichtquelle 14 eine regelmäßige Folge 40 von
Lichtrimpulsen erzeugen. Die Auslesung der Detektorelemente 24 erfolgt darin jeweils
in der Dunkelperiode zwischen aufeinanderfolgenden Lichtimpulsen.. Dadurch wird eine
Folge von unverzerrten elektronischen Bildern erhalten.
1. Verfahren zur Aufnahme eines durch eine Lichtquelle (14) beleuchteten, bewegten Objektes
(10) mittels eines bildauflösenden Sensors (22) mit einer Anordnung von Detektorelementen
(24), auf denen ein Bild des Objekts (10) erzeugt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß
(a) die Detektorelemente (24) jeweils ein Signal liefern, das im wesentlichen dem
Momentanwert der auf das Detektorelement (24) fallenden Helligkeit entspricht, und
die Detektorelemente (24) in einer endlichen Zeitspanne nacheinander ausgelesen werden,
(b) das Objekt (10) durch Lichtimpulse belichtet wird und
(c) die nach der Belichtung durch einen Lichtimpuls noch für eine kurze Zeitspanne
an den Detektorelementen (24) anstehenden Signale nach Beendigung des Lichtimpulses
ausgelesen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als bildauflösende Sensor (22) ein C-MOS-Bildsensor verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Objekt (10) durch eine Folge von Lichtimpulsen belichtet wird.
4. Vorrichtung zur Aufnahme eines durch eine Lichtquelle (14) beleuchteten, bewegten
Objektes (10) mittels eines bildauflösenden Sensors (22) mit einer Anordnung von Detektorelementen
(24), auf denen ein Bild des Objekts (10) erzeugt wird
dadurch gekennzeichnet, daß
(a) die Detektorelemente (24) jeweils ein Signal liefern, das im wesentlichen dem
Momentanwert der auf das Detektorelement (24) fallenden Helligkeit entspricht, und
die Detektorelemente (24) in einer endlichen Zeitspanne nacheinander auslesbar sind,
(b) die Lichtquelle (14) eine gepulste Lichtquelle ist und
(c) die nach der Belichtung durch einen Lichtimpuls der Lichtquelle (14) noch für
eine kurze Zeitspanne an den Detektorelementen (24) anstehenden Signale nach Beendigung
des Lichtimpulses auslesbar sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der bildauflösende Sensor (22) ein C-MOS-Bildsensor ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die gepulste Lichtquelle (14) eine Folge von Lichtimpulsen erzeugt.