[0001] Die Erfindung betrifft einen Plasmabildschirm mit einer Frontplatte, die eine Glasplatte,
auf der eine dielektrische Schicht und eine Schutzschicht aufgebracht sind, aufweist,
einer Rückplatte, einer Anzahl von dazwischen angeordneten, durch Trennwände getrennte,
Gas enthaltene Plasmazellen, und mehreren Elektroden auf der Frontplatte und der Rückplatte
zur Erzeugung von stillen elektrischen Ladungen.
[0002] Plasmabildschirme ermöglichen Farbbilder mit hoher Auflösung und sind von kompakter
Bauweise. Ein Plasmabildschirm weist eine hermetisch abgeschlossene Glaszelle, die
mit einem Gas gefüllt ist, mit gitterförmig angeordneten Elektroden auf. Durch Anlegen
einer elektrischen Spannung wird eine Gasentladung hervorgerufen, die Licht im ultravioletten
Bereich erzeugt. Durch Leuchtstoffe wird dieses UV-Licht in sichtbares Licht umgewandelt
und durch die Frontplatte der Glaszelle zum Betrachter emittiert.
[0003] Prinzipiell unterscheidet man zwei Typen von Plasmabildschirmen: eine Matrixanordnung
und eine koplanare Anordnung. Bei der Matrixanordnung wird die Gasentladung am Kreuzungspunkt
zweier Elektroden auf der Front- und der Rückplatte gezündet und unterhalten. Bei
der koplanaren Anordnung wird die Gasentladung zwischen den Elektroden auf der Frontplatte
unterhalten und am Kreuzungspunkt mit einer Elektrode, einer sogenannten Adresselektrode,
auf der Rückplatte gezündet. Die Adresselektrode befindet sich in diesem Fall unter
der Leuchtstoffschicht. Durch diese Anordnung gelangt die Hälfte des bei Gasentladung
erzeugten UV-Lichtes auf die Frontplatte, wo es in den dortigen Schichten absorbiert
wird. Für einen Teil des UV-Lichtes wird dieser Effekt noch verstärkt, da das UV-Licht
im Gasraum reabsorbiert wird, indem Gasatome vom Grundzustand in einen energetisch
höheren Zustand angeregt werden. Das Licht wird zwar anschließend wieder emittiert,
wird aber aus seiner ursprünglichen Richtung abgelenkt, so dass auch Licht, das sich
ursprünglich in Richtung der Leuchtstoffschichten ausgebreitet hat, auf die Frontplatte
gelangen kann.
[0004] Die Luminanz eines Plasmabildschirms hängt zu einem großen Teil von der Effizienz
des UV-Lichtes ab, die Leuchtstoffe anzuregen. Um die Luminanz zu erhöhen ist von
T. Murata, Y. Okita, S. Kobayashi, T. Shinkai und K. Terai in
IEEJ,
1998, EP 98-61 ein Plasmabildschirm beschrieben, dessen Frontplatte neben einer Glasplatte,
einer dielektrischen Schicht und den Entladungselektroden eine UV-Licht reflektierende
Schicht aufweist. Ein ähnlicher Aufbau einer Frontplatte wurde von denselben Autoren
in
IDW,
1998, 539 ― 542 beschrieben. In diesem Fall weist die Frontplatte zusätzlich noch eine
Schutzschicht aus MgO auf und die UV-Licht reflektierende Schicht befindet sich zwischen
der dielektrischen Schicht und der Schutzschicht. In beiden Fällen hat diese Schicht
die Aufgabe, UV-Licht, welches in Richtung der Frontplatte emittiert wird, in Richtung
der Leuchtstoffe zu reflektieren.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Plasmabildschirm mit verbesserter
Luminanz bereitzustellen.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst, durch einen Plasmabildschirm mit einer Frontplatte, die
eine Glasplatte, auf der eine dielektrische Schicht und eine Schutzschicht aufgebracht
sind, aufweist, einer Rückplatte, einer Anzahl von dazwischen angeordneten, durch
Trennwände getrennte, Gas enthaltene Plasmazellen, und mehreren Elektroden auf der
Frontplatte und der Rückplatte zur Erzeugung von stillen elektrischen Ladungen, dadurch
gekennzeichnet, dass auf der Schutzschicht eine UV-Licht reflektierende Schicht aufgebracht
ist.
[0007] Im Gegensatz zu der in
IDW,
1998, 539 ― 542 beschriebenen Frontplatte befindet sich die UV-Licht reflektierende Schicht
nicht zwischen der dielektrischen Schicht und der Schutzschicht. Dies hat den Vorteil,
dass das UV-Licht nicht die Schutzschicht durchläuft, sondern direkt an der unteren
Oberfläche der Frontplatte reflektiert wird. Dadurch wird eine Absorption des UV-Lichtes
in der Schutzschicht verhindert. Die zusätzliche Schutzschicht im erfindungsgemäßen
Plasmabildschirm im Vergleich zu dem in
IEEJ,
1998, EP 98-61 schützt die dahinter liegenden Schichten vor den hohen Zündspannungen und
Temperaturen, die für eine Plasmaentladung nötig sind, beziehungsweise bei der Plasmaentladung
entstehen.
[0008] Es ist besonders bevorzugt, dass die UV-Licht reflektierende Schicht Oxide der Zusammensetzung
M
2O wie Li
2O oder Oxide der Zusammensetzung MO, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Mg, Ca,
Sr und Ba oder Oxide der Zusammensetzung M
2O
3, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe B, Al, Sc, Y und La oder Oxide der Zusammensetzung
MO
2, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Si, Ge, Sn, Ti, Zr und Hf oder Oxide der Zusammensetzung
M'M''
2O
4, wobei M' ausgewählt ist aus der Gruppe Mg, Ca, Sr und Ba und M'' ausgewählt ist
aus der Gruppe Al, Sc, Y und La oder Fluoride der Zusammensetzung MF, wobei M ausgewählt
ist aus der Gruppe Li, Na, K, Rb, Cs und Ag oder Fluoride der Zusammensetzung MF
2, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Mg, Ca, Sr, Ba, Sn, Cu, Zn und Pb oder Fluoride
der Zusammensetzung MF
3, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe La, Pr, Sm, Eu, Gd, Yb und Lu oder Fluoride
der Zusammensetzung M'M''F
3, wobei M' ausgewählt ist aus der Gruppe Li, Na, K, Rb und Cs und M'' ausgewählt ist
aus der Gruppe Mg, Ca, Sr und Ba oder Phosphate der Zusammensetzung M
3PO
4, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Li, Na, K, Rb und Cs oder Phosphate der Zusammensetzung
M
3(PO
4)
2, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Mg, Ca, Sr und Ba oder Phosphate der Zusammensetzung
MPO
4, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Al, Sc, Y, La, Pr, Sm, Eu, Gd, Yb und Lu oder
Phosphate der Zusammensetzung M
3(PO
4)
4, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Ti, Zr und Hf oder Metaphosphate mit einer
Kettenlänge n zwischen 3 und 9 und der Zusammensetzung (M
xPO
3)
n, wobei x = 1, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Li, Na, K, Rb und Cs, x =
1/
2, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Mg, Ca, Sr, Ba, Sn, Cu, Zn und Pb, x =
1/
3, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Al, Sc, Y, La, Pr, Sm, Eu, Gd, Yb und Lu und
x =
1/
4, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Ti, Hf und Zr oder Polyphosphate mit einer
Kettenlänge n zwischen 10
1 und 10
6 und der Zusammensetzung (M
xPO
3)
n, wobei x = 1, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Li, Na, K, Rb und Cs, x =
1/
2, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Mg, Ca, Sr, Ba, Sn, Cu, Zn und Pb, x =
1/
3, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Al, Sc, Y, La, Pr, Sm, Eu, Gd, Yb und Lu und
x =
1/
4, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Ti, Hf und Zr oder Hydxogenphosphate der MH
2PO
4, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Li, Na, K, Rb und Cs oder NH
4H
2PO
4 oder Diamant enthält.
[0009] Teilchen dieser Zusammensetzungen zeigen im Wellenlängenbereich von 147 bis 700 nm
keine oder nur geringe Absorption und widerstehen den hohen Temperaturen während der
Herstellung eines Plasmabildschirms. Außerdem lassen sich diese Teilchen mit Teilchendurchmessern
zwischen 10 nm und 500 nm herstellen.
[0010] Es kann bevorzugt sein, dass die UV-Licht reflektierende Schicht Teilchen mit einem
Teilchendurchmesser zwischen 200 nm und 500 nm enthält.
[0011] Teilchen dieses Durchmessers weisen eine deutlich größere Lichtstreuung im UV-Wellenlängenbereich
als im sichtbaren Wellenlängenbereich auf.
[0012] In dieser Ausführungsform ist es bevorzugt, dass die UV-Licht reflektierende Schicht
eine Dicke von 0.5 µm bis 5 µm aufweist.
[0013] Neben dem Streuverhalten der einzelnen (isolierten) Teilchen und seine Wellenlängenabhängigkeit,
spielt auch die Dicke der Schicht aus streuenden Teilchen eine Rolle. So kann die
Reflexion einer Schicht aus weniger stark streuenden Teilchen groß sein, wenn die
Schichtdicke groß ist. Durch Verwendung von Teilchen mit einem Teilchendurchmesser
zwischen 200 nm und 500 nm und einer Schichtdicke von 0.5 µm bis 5 µm wird eine UV-Licht
reflektierende Schicht erhalten, die im Wellenlängenbereich der Plasmaemission stark
reflektiert und im Bereich der sichtbaren Emission der Leuchtstoffe transmittiert.
[0014] Es kann auch bevorzugt sein, dass die UV-Licht reflektierende Schicht Agglomerate
aus Teilchen mit einem Teilchendurchmesser zwischen 10 nm und 200 nm enthält.
[0015] Teilchen mit einem Teilchendurchmesser zwischen 10 nm und 200 nm streuen kein UV-Licht
und somit zeigen auch Schichten aus diesen Teilchen keine nennenswerte Reflexion.
Wird durch geeignete Maßnahmen dafür gesorgt, dass die Teilchen Agglomerate bilden,
die wesentlich größer als 100 nm sind, verhält sich die Schicht optisch wie eine Schicht
aus größeren Teilchen. Die Wechselwirkung des Lichtes mit den Agglomeraten wird sowohl
durch die Größe der Agglomerate als auch durch den Teilchendurchmesser der die Agglomerate
bildenden Teilchen bestimmt. Ebenfalls hat auch die Dichte- und Brechungsindexvariation
in den Agglomeraten Einfluss auf die Wellenlängenabhängigkeit der Reflexion.
[0016] In dieser Ausführungsform ist es bevorzugt, dass die UV-Licht reflektierende Schicht
eine Dicke von 0.2 µm bis 10 µm aufweist.
[0017] Es ist außerdem bevorzugt, dass die UV-Licht reflektierende Schicht die Schutzschicht
komplett oder nur zum Teil bedeckt.
[0018] Eine teilweise Bedeckung der Schutzschicht mit der UV-Licht reflektierenden Schicht
führt schon zu erheblicher Verbesserung der Luminanz. Für die Plasmaentladung kann
es von Vorteil sein, die Schutzschicht, die meistens aus MgO ist, nur teilweise zu
bedecken. Denn durch die Schicht aus MgO wird die für die Zündung des Plasmas nötige
Spannung gesenkt.
[0019] Im folgenden soll anhand von zwei Figuren und acht Ausführungsbeispielen die Erfindung
näher erläutert werden. Dabei zeigt
- Fig. 1
- den Aufbau und das Funktionsprinzip einer einzelnen Plasmazelle in einem AC-Plasmabildschirm
und
- Fig. 2
- das Reflexionsverhalten einer erfindungsgemäßen UV-Licht reflektierenden Schicht.
[0020] Gemäß Fig. 1 weist eine Plasmazelle eines AC-Plasmabildschirms mit einer koplanaren
Anordnung eine Frontplatte 1 und eine Rückplatte 2 auf. Die Frontplatte 1 enthält
eine Glasplatte 3, auf der eine dielektrische Schicht 4 und darauf eine Schutzschicht
5 aufgebracht sind. Die Schutzschicht 5 ist bevorzugt aus MgO und die dielektrische
Schicht 4 ist beispielsweise aus PbO-haltigem Glas. Auf die Glasplatte 3 sind parallele,
streifenförmige Entladungselektroden 6,7 derart aufgebracht, dass sie von der dielektrischen
Schicht 4 bedeckt sind. Die Entladungselektroden 6,7 sind zum Beispiel aus Metall
oder ITO. Auf der Schutzschicht 5 ist eine UV-Licht reflektierende Schicht 8 aufgebracht
welche Strahlung 12 im UV-Bereich reflektiert und sichtbares Licht 14 transmittiert.
Die Rückplatte 2 ist aus Glas und auf der Rückplatte 2 sind parallele, streifenförmige,
senkrecht zu den Entladungselektroden 6,7 verlaufende Adresselektroden 11 aus beispielsweise
Ag aufgebracht. Diese sind von Phosphorschichten 10 in einer der drei Grundfarben
rot, grün oder blau bedeckt. Die einzelnen Phosphorschichten 10 sind durch vorzugsweise
aus dielektrischem Material bestehende Trennwände 13, sogenannte Barrieren, getrennt.
[0021] In der Entladungskavitat, als auch zwischen den Entladungselektroden 6,7, von denen
jeweils eine als Kathode bzw. Anode wirkt, befindet sich ein Gas, vorzugsweise ein
Edelgasgemisch aus beispielsweise He, Ne, Xe oder Kr. Nach Zündung der Oberflächenentladung,
wodurch Ladungen auf einem zwischen den Entladungselektroden 6,7 im Plasmabereich
9 liegenden Entladungsweg fließen können, bildet sich im Plasmabereich 9 ein Plasma,
durch das je nach der Zusammensetzung des Gases Strahlung 12 im UV-Bereich, insbesondere
im VUV-Bereich, erzeugt wird. Diese UV-Strahlung 12 regt die Phosphorschichten 10
zum Leuchten an, die sichtbares Licht 14 in den drei Grundfarben emittieren, das durch
die Frontplatte 1 nach außen tritt und somit einen leuchtenden Bildpunkt auf dem Bildschirm
darstellt.
[0022] Die dielektrische Schicht 4 über den transparenten Entladungselektroden 6,7 dient
unter anderem bei AC-Plasmabildschirmen dazu, eine direkte Entladung zwischen den
aus leitfähigem Material bestehenden Entladungselektroden 6,7 und damit die Ausbildung
eines Lichtbogens bei Zündung der Entladung zu unterbinden.
[0023] Zur Herstellung einer Frontplatte 1 mit einer UV-Licht reflektierenden Schicht 8
werden zunächst auf einer Glasplatte 3, deren Größe der gewünschten Bildschirmgröße
entspricht, mittels Aufdampfverfahren die Entladungselektroden 6,7 aufgebracht. Anschließend
wird eine dielektrische Schicht 4 und auf der dielektrischen Schicht 4 eine Schutzschicht
5 aufgebracht.
[0024] Für die UV-Licht reflektierende Schicht 8 werden zunächst Suspensionen der Teilchen
mit dem gewünschten Teilchendurchmesser hergestellt. Als Teilchen können beispielsweise
Oxide, Fluoride, Phosphate, Metaphosphate oder Polyphosphate von verschiedenen Hauptgruppen-
oder Nebengruppenmetallen verwendet werden. Als Oxide können zum Beispiel die Oxide
der 1. Hauptgruppe wie Li
2O oder Oxide der 2. Hauptgruppe wie MgO, CaO, SrO sowie BaO oder Oxide der 3. Hauptgruppe
wie zum Beispiel B
2O
3 und Al
2O
3 oder Oxide der 3. Nebengruppe wie Sc
2O
3, Y
2O
3 und La
2O
3 oder Oxide der 4. Hauptgruppe wie beispielsweise SiO
2, GeO
2 und SnO
2 oder Oxide der 4. Nebengruppe wie TiO
2, ZrO
2 und HfO
2 oder gemischte Oxide wie MgAl
2O
4, CaAl
2O
4 oder BaAl
2O
4 eingesetzt werden. Als Fluoride können zum Beispiel Fluoride der 1. Hauptgruppe wie
LiF, NaF, KF, RbF und CsF oder Fluoride der 1. Nebengruppe wie AgF oder Fluoride der
2. Hauptgruppe wie MgF
2, CaF
2, SrF
2 und BaF
2 oder Fluoride der 4. Hauptgruppe wie SnF
2 und PbF
2 oder Fluoride der 1. Nebengruppe wie CuF
2 oder Fluoride der 2. Nebengruppe wie ZnF
2 oder Fluoride der Lanthaniden wie LaF
3, PrF
3, SmF
3, EuF
3, GdF
3, YbF
3 und LuF
3 oder gemischte Fluoride wie LiMgF
3 und KMgF
3 zum Einsatz kommen. Als Phosphate können beispielsweise Phosphate der 1. Hauptgruppe
wie Li
3PO
4, Na
3PO
4, K
3PO
4, Rb
3PO
4 und Cs
3PO
4 oder Phosphate der 2. Hauptgruppe wie Mg
3(PO
4)
2, Ca
3(PO
4)
2, Sr
3(PO
4)
2 oder Ba
3(PO
4)
2 oder Phosphate der 3. Hauptgruppe wie AlPO
4 oder Phosphate der 3. Nebengruppe wie ScPO
4, YPO
4 und LaPO
4 oder Phosphate der Lanthaniden wie LaPO
4, PrPO
4, SmPO
4, EuPO
4, GdPO
4, YbPO
4 und LuPO
4 oder Phosphate der 4. Nebengruppe wie Ti
3(PO
4)
4, Zr
3(PO
4)
4 und Hf
3(PO
4)
4 verwendet werden. Als Metaphosphate mit einer Kettenlänge n zwischen 3 und 9 können
zum Beispiel Metaphosphate der 1. Hauptgruppe wie Li
3(PO
3)
3, Na
3(PO
3)
3, K
3(PO
3)
3, Rb
3(PO
3)
3 und Cs
3(PO
3)
3 oder Metaphosphate der 2. Hauptgruppe wie Mg(PO
3)
2, Ca(PO
3)
2, Sr(PO
3)
2 und Ba(PO
3)
2 oder Metaphosphate der 3. Hauptgruppe wie Al(PO
3)
3 oder Metaphosphate der 3. Nebengruppe wie Sc(PO
3)
3, Y(PO
3)
3 und La(PO
3)
3 oder Metaphosphate der 4. Nebengruppe wie Ti
3(PO
3)
4, Zr
3(PO
3)
4 und Hf
3(PO
3)
4 oder Zn(PO
3)
2 eingesetzt werden. Als Polyphosphate können beispielsweise Polyphosphate (M
xPO
3)
n der Metalle Li, Na, K, Rb, Cs, Mg, Ca, Sr, Ba, Al, Sc, Y, La, Ti, Zr, Hf, Zn Pr,
Sm, Eu, Gd, Yb oder Lu mit einer Kettenlange n zwischen 10
1 und 10
6 und mit einem Wert für x, der je nach Oxidationsstufe des verwendeten Metalles zwischen
0.25 und 1 liegt, Verwendung finden. Bei all diesen Polyphosphaten können Metall-Kationen
partiell auch durch Protonen ersetzt sein. Es können aber auch Hydrogenphosphate wie
beispielsweise KH
2PO
4, NaH
2PO
4 und NH
4H
2PO
4 oder Diamant in der UV-Licht reflektierenden Schicht 8 verwendet werden.
[0025] Alternativ können die Suspensionen auch Vorstufen zu den erfindungsgemäßen Teilchen
enthalten, die dann durch thermische Behandlung in die gewünschten Teilchen überführt
werden. So kann beispielsweise eine Suspension mit Mg(OH)
2 nach Aufbringen auf die Schutzschicht 5 thermisch in eine Schicht aus MgO überführt
werden.
[0026] Die Herstellung der Suspensionen erfolgt bevorzugt in wässriger Lösung. In manchen
Fällen kann es notwendig sein, mit organischen Lösungsmittelsystemen zu arbeiten,
beispielsweise wenn das verwendete Pulver mit Wasser chemisch reagiert oder sich darin
löst.
[0027] Die Herstellung der Suspensionen erfolgt je nach Material und Teilchendurchmesser
auf unterschiedlichen Wegen. Eine Möglichkeit ist, dass die Teilchen aus geeigneten
Vorstufen synthetisiert werden. Die andere Möglichkeit ist, dass die Teilchen direkt
eingesetzt werden.
[0028] Im Fall, dass bei Herstellung der Suspensionen Teilchen aus Vorstufen hergestellt
werden, werden zunächst Metallsalze in Wasser gelöst. Die Metallsalze haben die Zusammensetzung
MX
n·yH
2O, wobei M zum Beispiel ein Metall oder mehrere Metalle ausgewählt aus der Gruppe
Li, Na, K, Rb, Cs, Mg, Ca, Sr, Ba, Al, Sc, La, Y, Sn, Ti, Zr, Hf, Ag, Pb, Cu, Pr,
Sm, Eu, Gd, Yb, Lu und Zn ist. X ist beispielsweise eines oder mehrere der Anionen
NO
3-, RO
-,
-O
2C-CO
2- während y eine Zahl größer oder gleich Null und n eine ganze Zahl zwischen 1 und
4 je nach Oxidationsstufe des Metallkations M
n+ ist. Als Alkoxide RO
- können beispielsweise Propoxid und Butoxid verwendet werden.
[0029] Die erfindungsgemäßen Teilchen mit einem Teilchendurchmesser zwischen 200 nm und
500 nm werden dann entweder durch thermische Behandlung wie zum Beispiel Erhitzen
unter Rückfluss, durch saure Behandlung wie beispielsweise Zugabe von Essigsäure,
durch alkalische Behandlung wie Zugabe von Natronlauge oder Aufleiten von Ammoniak
und/oder durch Zugabe des gewünschten Gegenions erhalten. Die Gegenionen werden als
Salze zu der wässrigen Metallsalzlösung gegeben und können beispielsweise Ammoniumsalze
wie NH
4F oder Phosphate wie Natriummetaphosphat oder langkettige Polyphosphatsalze sein.
[0030] Die erhaltenen Suspensionen werden mit einem Assoziativverdicker und/oder einem Dispergiermittel
versetzt.
[0031] Alternativ können Teilchen wie beispielsweise Li
2O, MgO, CaO, SrO, BaO, B
2O
3, Al
2O
3, Sc
2O
3, Y
2O
3, La
2O
3, SiO
2, GeO
2, SnO
2, TiO
2, ZrO
2, HfO
2 oder MgAl
2O
4 mit einem Teilchendurchmesser zwischen 200 nm und 500 nm auch direkt in wässriger
Lösung suspendiert und anschließend mit einem Assoziativverdicker und/oder einem Dispergiermittel
versetzt werden.
[0032] Besitzen die verwendeten Teilchen einen mittleren Teilchendurchmesser kleiner 200
nm werden diese gezielt agglomeriert. Dazu werden die Pulver der entsprechenden Teilchen
in einer flüssigen Phase, welche bevorzugt eine wässrige Lösung ist, dispergiert.
Die flüssige Phase enthält außerdem Zusätze, die die kolloidale Stabilität der dispergierten
Teilchen beeinflussen. Als Zusätze können beispielsweise elektrostatische oder sterische
Dispergiermittel oder Elektrolyte wie Ammoniumhalogenide, Ammoniumnitrate, organische
Ammoniumsalze oder Salze von organischen Sauren wie Acetate, Citrate, Oxalate und
Tartrate dienen.
[0033] Die Dispergierung der Teilchen erfolgt durch Mahlen mit einer Kugelmühle mit und
ohne Rührwerk, Rühren mit einem Dissolver, Scherdispergieren mit einem Ultraturrax-Gerät,
ein Ultraschallbad oder eine Ultraschallsonotrode. Mit Hilfe der Dispergierleistung
werden die Pulveragglomerate aufgebrochen und definierte Agglomeratgrößen erhalten.
[0034] Die Suspensionen können weiterhin noch mit Additiven versetzt werden, die die Fließeigenschaften
der Suspensionen modifizieren und ihnen thixotrope Eigenschaften verleihen. Als solche
Additive können kleine Zusätze von organischen, löslichen Polymeren wie Polyvinylalkohol,
Polyacrylatderivate, assoziativ wirkenden Verdickern oder vollständig dispergierte
Kolloide verwendet werden.
[0035] Zur gezielten Agglomeratbildung können auch sehr feinteilige Kolloide mit einem Teilchendurchmesser
von ungefähr 10 nm verwendet werden, die in wässriger Lösung eine Oberflächenladung
aufweisen, die entgegengesetzt zur Oberflächenladung der eingesetzten Teilchen ist.
[0036] Die auf diese verschiedenen Arten erhaltenen Suspensionen können durch verschiedenste
Verfahren auf die Schutzschicht 5 der Frontplatte 1 aufgebracht werden. Eine durchgehende
Schicht kann durch Spincoating, Meniscuscoating oder Bladecoating aufgebracht werden.
Wenn eine Strukturierung der Schicht gewünscht ist, können Druckverfahren wie Siebdruck
oder Flexodruck angewandt werden.
[0037] Zur Trocknung der aufgebrachten Schichten werden diese mit Umluft, Wärme, Infrarotstrahlung
oder Kombinationen davon behandelt. Um eine Rissbildung in der Schicht durch Schrumpfung
zu verhindern, wird die Trocknung ausreichend langsam durchgeführt. Zur Entfernung
der zugesetzten Stoffe wie der Elektrolyte, der Dispergiermittel oder der Polymere
werden die Schichten nochmals thermisch nachbehandelt. Durch Erhitzen der Schichten
auf 450 °C können die Zusätze rückstandsfrei entfernt werden. In einigen Fällen kann
es nötig sein, Temperaturen von 600 °C anzuwenden, um eine vollständige Pyrolyse der
Polymere zu erreichen. Im Fall, dass die aufgebrachte Suspension eine Vorstufe zu
einem erfindungsgemäßen Teilchen enthält, findet bei der thermischen Behandlung auch
die entsprechende Umwandlung statt.
[0038] Anschließend wird die Frontplatte 1 zusammen mit weiteren Komponenten wie zum Beispiel
einer Rückplatte 2 mit Adresselektroden 11, die von Phosphorschichten 10 in einer
der drei Grundfarben rot, grün oder blau bedeckt sind, und einem Edelgasgemisch zur
Herstellung eines AC-Plasmabildschirms verwendet.
[0039] Bevorzugt wird die UV-Licht reflektierende Schicht 8 bei AC-Plasmabildschirmen, bei
denen die Ansteuerung der Plasmazellen durch Wechselspannung erfolgt und bei denen
die Entladungselektroden 6,7 von einer dielektrischen Schicht 4 bedeckt sind, verwendet.
Grundsätzlich kann eine UV-Licht reflektierende Schicht auch bei DC-Plasmabildschirmen
eingesetzt werden, bei denen die Entladungselektroden 6,7 nicht von einer dielektrischen
Schicht 4 bedeckt sind.
[0040] In Fig. 2 ist das Reflexionsverhalten einer erfindungsgemäßen UV-Licht reflektierenden
Schicht aus SiO
2 mit Teilchendurchmessern zwischen 10 und 110 nm und einer Schichtdicke von 3 µm gezeigt.
Das Maximum des Reflexionsvermögens der Schicht liegt im Bereich von 170 nm. Dies
ist besonders vorteilhaft, da ein Großteil des UV-Lichtes bei einer Xenon-Entladung
bei 172 nm emittiert wird. Im Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichtes ist das Reflexionsvermögen
der UV-Licht reflektierenden Schicht deutlich schwächer.
[0041] Im folgenden werden Ausführungsformen der Erfindung erläutert, die beispielhafte
Realisierungsmöglichkeiten darstellen.
Ausführungsbeispiel 1
[0042] Der pH-Wert einer Lösung von 4 g Mg(NO
3)
2·6H
2O in 100 ml H
2O wurde durch Aufleiten von NH
3 über einen Zeitraum von 4 h auf 11.0 eingestellt. Dabei bildeten sich kolloidale
Mg(OH)
2-Partikel mit einem mittleren Teilchendurchmesser von 350 nm. Die Suspension wurde
unter Rühren mit 10 ml einer 10-prozentigen Pigmentdispergiermittel-Lösung und 10
ml einer 10-prozentigen Assoziativverdicker-Lösung versetzt. Mittels Spincoaten wurde
eine Schicht von Mg(OH)
2-Partikeln auf die Schutzschicht 5 einer Frontplatte 1, welche eine Glasplatte 3,
eine dielektrische Schicht 4 aus PbO-haltigem Glas, eine Schutzschicht 5 aus MgO und
zwei Entladungselektroden 6,7 aus ITO aufweist, aufgebracht. Anschließend wurde die
gesamte Frontplatte 1 getrocknet, zwei Stunden bei 450 °C nachbehandelt und das Mg(OH)
2 in MgO überführt. Die Schichtdicke der UV-Licht reflektierenden Schicht 8 aus MgO
betrug 1.5 µm. Anschließend wurde die Frontplatte 1 zum Bau eines Plasmabildschirms
verwendet, der erhöhte Luminanz aufwies.
Ausführungsbeispiel 2
[0043] 100 ml einer 10-prozentigen kolloidalen Suspension von SiO
2-Partikeln mit einem Teilchendurchmesser von 200 nm wurden mit 10 ml einer 10-prozentigen
Pigmentdispergiermittel-Lösung und 20 ml einer 10-prozentigen Assoziativverdicker-Lösung
versetzt. Das gesamte Gemisch wurde sorgfältig gemischt. Mittels Spincoaten wurde
Schicht von SiO
2-Partikeln als UV-Licht reflektierende Schicht 8 auf die Schutzschicht 5 einer Frontplatte
1, welche eine Glasplatte 3, eine dielektrische Schicht 4, eine Schutzschicht 5 und
zwei Entladungselektroden 6,7 aufweist, aufgebracht. Die dielektrische Schicht 4 enthielt
PbO-haltigem Glas, die Schutzschicht 5 enthielt MgO und die beiden Entladungselektroden
6,7 waren aus ITO. Die gesamte Frontplatte 1 wurde getrocknet und zwei Stunden bei
450 °C nachbehandelt. Die Schichtdicke der UV-Licht reflektierenden Schicht 8 aus
SiO
2 betrug 0.5 µm. Anschließend wurde die Frontplatte 1 zum Bau eines Plasmabildschirms
verwendet, der erhöhte Luminanz aufwies.
Ausführungsbeispiel 3
[0044] 10 g Aluminium-
isopropylat wurden in 150 ml H
2O, welches zuvor auf 70 °C erwärmt wurde, gegeben. Das Gemisch wurde 2 h unter Rückfluss
erhitzt und dann mit 0.5 ml Eisessig versetzt. Anschließend wurde das gesamte Gemisch
nochmals 10 h unter Rückfluss erhitzt. Es wurde eine Suspension erhalten, die Al
2O
3-Partikel mit einem mittleren Partikeldurchmesser von 300 nm aufwies. Nach Zugabe
von 10 ml einer 10-prozentigen Assoziativverdicker-Lösung wurde die erhaltene Suspension
sorgfältig durchmischt. Mittels Spincoaten wurde eine Schicht von Al
2O
3-Partikeln als UV-Licht reflektierende Schicht 8 auf die Schutzschicht 5 einer Frontplatte
1, welche eine Glasplatte 3, eine dielektrische Schicht 4 aus PbO-haltigem Glas, eine
Schutzschicht 5 aus MgO und zwei Entladungselektroden 6,7 aus ITO aufweist, aufgebracht.
Die gesamte Frontplatte 1 wurde getrocknet und zwei Stunden bei 450 °C nachbehandelt.
Die Schichtdicke der UV-Licht reflektierenden Schicht 8 aus Al
2O
3 betrug 0.8 µm. Anschließend wurde die Frontplatte 1 zum Bau eines Plasmabildschirms
verwendet, der erhöhte Luminanz aufwies.
Ausführungsbeispiel 4
[0045] Eine Lösung von 4 g Mg(NO
3)
2·6H
2O und 1.2 g NH
4F in 100 ml H
2O wurde durch Zugabe von 2M Natronlauge auf einen pH-Wert von 7.5 eingestellt. Durch
Aufleiten von NH
3 über einen Zeitraum von 4 h wurde der pH-Wert auf 11.0 erhöht. Dabei bildeten sich
MgF
2-Partikel mit einem Partikeldurchmesser von durchschnittlich 400 nm. Die erhaltene
Suspension wurde mit 10 ml einer 10-prozentigen Pigmentdispergiermittel-Lösung und
10 ml einer 10-prozentigen Assoziativverdicker-Lösung versetzt. Mittels Spincoaten
wurde eine Schicht von MgF
2-Partikeln als UV-Licht reflektierende Schicht 8 auf die Schutzschicht 5 einer Frontplatte
1, welche eine Glasplatte 3, eine dielektrische Schicht 4, eine Schutzschicht 5 und
zwei Entladungselektroden 6,7 aufweist, aufgebracht. Die dielektrische Schicht 4 enthielt
PbO-haltiges Glas, die Schutzschicht 5 enthielt MgO und die beiden Entladungselektroden
6,7 waren aus ITO. Die gesamte Frontplatte 1 wurde getrocknet und zwei Stunden bei
450 °C nachbehandelt. Die Schichtdicke der UV-Licht reflektierenden Schicht 8 aus
MgF
2 betrug 1.0 µm. Anschließend wurde die Frontplatte 1 zum Bau eines Plasmabildschirms
verwendet, der erhöhte Luminanz aufwies.
Ausführungsbeispiel 5
[0046] Der pH-Wert einer Lösung von 2.0 g Ca(NO
3)
2·4H
2O in 50 ml H
2O wurde durch Zugabe von 2M Natronlauge auf einen pH-Wert von 7.5 eingestellt. Diese
Lösung wurde langsam zu einer Lösung von 1.7 g Natriummetaphosphat (Grahamsches Salz)
in 50 ml H
2O getropft. Nach 1 h Rühren wurde eine Suspension in der sich Calciumphosphat-Partikel
mit einem Partikeldurchmesser von 270 nm bis 290 nm befanden erhalten. Die Suspension
wurde unter Rühren mit 10 ml einer 10-prozentigen Pigmentdispergiermittel-Lösung versetzt.
Mittels Spincoaten wurde eine Schicht von Ca
3(PO
4)
2-Partikeln als UV-Licht reflektierende Schicht 8 auf die Schutzschicht 5 einer Frontplatte
1, welche eine Glasplatte 3, eine dielektrische Schicht 4, eine Schutzschicht 5 und
zwei Entladungselektroden 6,7 aufweist, aufgebracht. Die dielektrische Schicht 4 enthielt
PbO-haltiges Glas, die Schutzschicht 5 enthielt MgO und die beiden Entladungselektroden
6,7 waren aus ITO. Die gesamte Frontplatte 1 wurde getrocknet und zwei Stunden bei
450 °C nachbehandelt. Die Schichtdicke der UV-Licht reflektierenden Schicht 8 aus
Ca
3(PO
4)
2 betrug 0.7 µm. Anschließend wurde die Frontplatte 1 zum Bau eines Plasmabildschirms
verwendet, der erhöhte Luminanz aufwies.
Ausführungsbeispiel 6
[0047] 150 g Al
2O
3, welches durch Flammenpyrolyse hergestellt wurde und einen Teilchendurchmesser bis
zu 200 nm aufweist, wurde langsam in eine 0.005 molare Lösung von Ammoniumacetat in
500 ml destilliertem Wasser mit einem Rührer eingerührt. Nach beendeter Zugabe wurde
die erhaltene Suspension 15 min mit einer Ultraschallsonotrode behandelt. Unter Rühren
wurde die Suspension mit 25.0 ml einer 4.7%igen wässrigen Polyvinylalkohol-Lösung
versetzt. Anschließend wurde die Suspension durch Filtration gereinigt.
[0048] Mittels Spincoaten wurde eine Schicht von Al
2O
3-Partikeln als UV-Licht reflektierende Schicht 8 auf die Schutzschicht 5 einer Frontplatte
1, welche eine Glasplatte 3, eine dielektrische Schicht 4, eine Schutzschicht 5 und
zwei Entladungselektroden 6,7 aufweist, aufgebracht. Die dielektrische Schicht 4 enthielt
PbO, die Schutzschicht 5 enthielt MgO und die beiden Entladungselektroden 6,7 waren
aus ITO. Die Frontplatte 1 wurde zunächst getrocknet und dann 2 h einer thermischen
Nachbehandlung bei 450 °C unterzogen. Die Schichtdicke der UV-reflektierenden Schicht
8 aus Al
2O
3 betrug 2.0 µm. Anschließend wurde die Frontplatte 1 zum Bau eines Plasmabildschirms
verwendet, der erhöhte Luminanz aufwies.
Ausführungsbeispiel 7
[0049] Eine Lösung von 21.4 mg Ammoniumchlorid p.a. in 400 g destilliertem Wasser wurde
mit einem Rührer bei Raumtemperatur gerührt und langsam mit 200 g pyrogener Kieselsäure
mit einem Teilchendurchmesser zwischen 10 und 110 nm versetzt. Nach beendeter Zugabe
wurde die erhaltene Suspension 60 min in ein Ultraschallbad gestellt, wobei die Suspension
weiterhin gerührt wurde. Unter Rühren wurde die Suspension mit 5.0 ml einer 1%igen
wässrigen Polymer-Lösung eines Assoziativverdickers, welche mittels Ammoniak auf einen
pH-Wert von 9.5 eingestellt worden war, versetzt. Anschließend wurde die erhaltene
Suspension durch Filtration gereinigt.
[0050] Mittels Spincoaten wurde eine Schicht von SiO
2-Partikeln als UV-Licht reflektierende Schicht 8 auf die Schutzschicht 5 einer Frontplatte
1, welche eine Glasplatte 3, eine dielektrische Schicht 4, eine Schutzschicht 5 und
zwei Entladungselektroden 6,7 aufweist, aufgebracht. Die dielektrische Schicht 4 enthielt
PbO-haltiges Glas, die Schutzschicht 5 enthielt MgO und die beiden Entladungselektroden
6,7 waren aus ITO. Die Frontplatte 1 wurde zunächst getrocknet und dann 2 h einer
thermischen Nachbehandlung bei 450 °C unterzogen. Die Schichtdicke der UV-reflektierenden
Schicht 8 aus SiO
2 betrug 3.0 µm. Anschließend wurde die Frontplatte 1 zum Bau eines Plasmabildschirms
verwendet, der erhöhte Luminanz aufwies.
[0051] Weiterhin wurde eine gereinigte Quarzplatte mit der Suspension durch Spincoaten beschichtet.
Nach Trocknen im Trockenschrank und Nachbehandlung der beschichteten Quarzplatte bei
450 °C an Luft wurde eine transparente SiO
2-Schicht mit einer Schichtdicke von 3.0 µm erhalten. In Fig. 2 ist die Reflexion dieser
SiO
2-Schicht als Funktion der Wellenlänge im Bereich von 100 nm bis 600 nm dargestellt.
Ausführungsbeispiel 8
[0052] Eine 0.003 molare Lösung von 250 g Ammoniumfluorid p.a. in destilliertem Wasser wurde
mit einem Rührer bei Raumtemperatur gerührt und langsam mit 100 g amorphem SiO
2 mit einem Teilchendurchmesser von 20 nm versetzt. Nach beendeter Zugabe wurde die
erhaltene Suspension 10 min mit einem Ultraturrax-Rührstab behandelt. Unter Rühren
wurde die Suspension mit 50 ml einer 10%igen wässrigen Suspension einer vollständig
dispergierten, pyrogenen Kieselsäure mit einer Teilchengröße zwischen 10 und 20 nm
versetzt. Außerdem wurde eine wässrige Lösung von 33 g Polyacrylamid unter Rühren
zu der Suspension gegeben. Anschließend wurde die erhaltene Suspension durch Filtration
gereinigt.
[0053] Mittels Spincoaten wurde eine Schicht von SiO
2-Partikeln als UV-Licht reflektierende Schicht 8 auf die Schutzschicht 5 einer Frontplatte
1, welche eine Glasplatte 3, eine dielektrische Schicht 4, eine Schutzschicht 5 und
zwei Entladungselektroden 6,7 aufweist, aufgebracht. Die dielektrische Schicht 4 enthielt
PbO-haltiges Glas, die Schutzschicht 5 enthielt MgO und die beiden Entladungselektroden
6,7 waren aus ITO. Die Frontplatte 1 wurde zunächst getrocknet und dann 2 h einer
thermischen Nachbehandlung bei 490 °C unterzogen. Die Schichtdicke der UV-reflektierenden
Schicht 8 aus SiO
2 betrug 2.5 µm. Anschließend wurde die Frontplatte 1 zum Bau eines Plasmabildschirms
verwendet, der erhöhte Luminanz aufwies.
1. Plasmabildschirm mit einer Frontplatte (1), die eine Glasplatte (3), auf der eine
dielektrische Schicht (4) und eine Schutzschicht (5) aufgebracht sind, aufweist, einer
Rückplatte (2), einer Anzahl von dazwischen angeordneten, durch Trennwände getrennte,
Gas enthaltene Plasmazellen, und mehreren Elektroden (6,7,11) auf der Frontplatte
(1) und der Rückplatte (2) zur Erzeugung von stillen elektrischen Ladungen,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der Schutzschicht (5) eine UV-Licht reflektierende Schicht (8) aufgebracht
ist.
2. Plasmabildschirm nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die UV-Licht reflektierende Schicht (8) Oxide der Zusammensetzung M2O wie Li2O oder Oxide der Zusammensetzung MO, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Mg, Ca,
Sr und Ba oder Oxide der Zusammensetzung M2O3, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe B, Al, Sc, Y und La oder Oxide der Zusammensetzung
MO2, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Si, Ge, Sn, Ti, Zr und Hf oder Oxide der Zusammensetzung
M'M''2O4, wobei M' ausgewählt ist aus der Gruppe Mg, Ca, Sr und Ba und M'' ausgewählt ist
aus der Gruppe Al, Sc, Y und La oder Fluoride der Zusammensetzung MF, wobei M ausgewählt
ist aus der Gruppe Li, Na, K, Rb, Cs und Ag oder Fluoride der Zusammensetzung MF2, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Mg, Ca, Sr, Ba, Sn, Cu, Zn und Pb oder Fluoride
der Zusammensetzung MF3, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe La, Pr, Sm, Eu, Gd, Yb und Lu oder Fluoride
der Zusammensetzung M'M''F3, wobei M' ausgewählt ist aus der Gruppe Li, Na, K, Rb und Cs und M'' ausgewählt ist
aus der Gruppe Mg, Ca, Sr und Ba oder Phosphate der Zusammensetzung M3PO4, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Li, Na, K, Rb und Cs oder Phosphate der Zusammensetzung
M3(PO4)2, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Mg, Ca, Sr und Ba oder Phosphate der Zusammensetzung
MPO4, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Al, Sc, Y, La, Pr, Sm, Eu, Gd, Yb und Lu oder
Phosphate der Zusammensetzung M3(PO4)4, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Ti, Zr und Hf oder Metaphosphate mit einer
Kettenlänge n zwischen 3 und 9 und der Zusammensetzung (MxPO3)n, wobei x = 1, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Li, Na, K, Rb und Cs, x = 1/2, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Mg, Ca, Sr, Ba, Sn, Cu, Zn und Pb, x = 1/3, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Al, Sc, Y, La, Pr, Sm, Eu, Gd, Yb und Lu und
x = 1/4, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Ti, Hf und Zr oder Polyphosphate mit einer
Kettenlänge n zwischen 101 und 106 und der Zusammensetzung (MxPO3)n, wobei x = 1, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Li, Na, K, Rb und Cs, x = 1/2, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Mg, Ca, Sr, Ba, Sn, Cu, Zn und Pb, x = 1/3, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Al, Sc, Y, La, Pr, Sm, Eu, Gd, Yb und Lu und
x = 1/4, wenn M ausgewählt ist aus der Gruppe Ti, Hf und Zr oder Hydrogenphosphate der MH2PO4, wobei M ausgewählt ist aus der Gruppe Li, Na, K, Rb und Cs oder NH4H2PO4 oder Diamant enthält.
3. Plasmabildschirm nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die UV-Licht reflektierende Schicht (8) Teilchen mit einem Teilchendurchmesser
zwischen 200 nm und 500 nm enthält.
4. Plasmabildschirm nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die UV-Licht reflektierende Schicht (8) eine Dicke von 0.5 µm bis 5 µm aufweist.
5. Plasmabildschirm nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die UV-Licht reflektierende Schicht (8) Agglomerate aus Teilchen mit einem Teilchengröße
zwischen 10 nm und 200 nm enthält.
6. Plasmabildschirm nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die UV-Licht reflektierende Schicht (8) eine Dicke von 0.2 µm bis 10 µm aufweist.
7. Plasmabildschirm nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die UV-Licht reflektierende Schicht (8) die Schutzschicht (5) komplett oder nur
zum Teil bedeckt.