[0001] Die Erfindung betrifft ein Steckverbindungssystem mit einer ersten Unterlage, in
der zumindest ein senkrecht abstehender Führungsstift befestigt ist, auf welchen ein
Codierschlüssel aufgeschoben ist und mit einer zweiten Unterlage, mit einer Codierbox
zur Aufnahme des Führungsstiftes beim Steckverbindungsvorgang, wobei in die Codierbox
in Einsteckrichtung des Führungsstiftes ein Gegencodierschlüssel eingesetzt ist und
der Codierschlüssel sowie der Gegencodierschlüssel gleichzeitig auch der Zentrierung
des Führungsstiftes dienen und in Steckrichtung nach dem Gegencodierschlüssel an der
Codierbox eine Feder ausgebildet ist, welche den eingesteckten Führungsstift in der
Codierbox klemmt.
[0002] Ein derartes Steckverbindungssystem ist zum Beispiel aus dem DE-GM-298 17 007 bzw.
aus der Norm IEC 1076-4-102 bekannt. Die erste Unterlage ist bei derarten Steckverbindungssystemen
meist eine Rückwand, an welcher zum Beispiel eine Messerleiste aufgenommen ist und
die zweite Unterlage eine Baugruppe, an welcher eine zur Messerleiste passende Federleiste
befestigt ist.
[0003] Die Führungsstifte dienen zum einen zur Vorzentrierung der ersten Unterlage zur zweiten
Unterlage, damit die Federleiste exakt in die Messerleiste paßt. Desweiteren dient
der Codierschlüssel am Führungsstift sowie der Gegencodierschlüssel in der Codierbox
der Zuordnung der Messerleiste zur richtigen Federleiste, wenn mehrere Federleisten
zur Auswahl stehen, bzw. umgekehrt.
[0004] Bei der bisher bekannten Ausführung nach der IEC 1076-4-102 ist die Länge der Führungsstifte
auf maximal 32 mm begrenzt. Die Codierbox ist so ausgelegt, daß beim Einstecken des
Führungsstiftes dieser über das Zusammenwirken des auf den Führungsstift aufgeschobenen
Codierschlüssels und des in der Codierbox eingesetzten Gegencodierschlüssels zentriert
wird, bevor die Spitze des Führungsstiftes die Feder der Codierbox berührt. Somit
erfolgt eine grobe Vorzentrierung über das Einführen des Führungsstiftes in den Gegencodierschlüssel
an der Codierbox und eine Feinzentrierung über das Zusammenwirken von Codierschlüssel
und Gegencodierschlüssel.
[0005] Da dieses Steckverbindungssystem für unterschiedlichste Arten von Feder- und Messerleisten
eingesetzt wird, entsteht bei größerer Bauhöhe von Feder- und Messerleisten das Problem,
daß die Länge des Führungsstiftes nach IEC 1076-4-102 für eine Vorzentrierung zu kurz
ist. Eine Verlängerung des Führungsstiftes bringt wiederum den Nachteil mit sich,
daß die Spitze des Führungsstiftes die Feder in der Codierbox berührt, bevor dieser
über das Zusammenwirken von Codierschlüssel und Gegencodierschlüssel zentriert wird.
Bei schrägem Einführen des Führungsstiftes besteht somit die Gefahr, daß die Feder
in der Codierbox verbogen bzw. vollkommen beschädigt wird und somit sich der Führungsstift
entweder nicht mehr in die Codierbox einführen läßt bzw. die Klemmwirkung verloren
geht.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, das gattungsgemäße Steckverbindungssystem
so weiterzubilden, daß auch Führungsstifte mit einer größeren Länge als nach IEC 1076-4-102
verwendet werden können, ohne daß die Gefahr besteht, daß die Feder in der Codierbox
beim Einschieben des Führungsstiftes verbogen wird.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß an der Codierbox in Einsteckrichtung
nach dem Gegencodierschlüssel und vor der Feder ein weiteres Zentrierteil für den
Führungsstift ausgebildet ist.
[0008] Durch das weitere Zentrierteil wird erreicht, daß der Führungsstift beim Einstecken
vor der Berührung der Feder zentriert wird und somit diese nicht beschädigen bzw.
verbiegen kann.
[0009] Günstigerweise ist das gesamte Steckverbindungssystem, abgesehen von der Länge des
Führungsstiftes, wie in IEC 1076-4-102 beschrieben ausgeführt und das Zentrierteil
getrennt von der Codierbox ausgebildet. Dies hat den Vorteil, daß bei Verwendung von
Führungsstiften mit einer größeren Länge als 32 mm das Zentrierteil in die Codierbox
eingesetzt und bei Verwendung von Führungsstiften mit einer geringeren Länge als 32
mm auf das Zentrierteil verzichtet werden kann.
[0010] Das Zentrierteil ist günstigerweise so ausgebildet, daß es in die Codierbox eingesteckt
werden kann und der Gegencodierschlüssel auch bei eingesetztem Zentrierteil auf die
Codierbox aufsteckbar ist. Der aufgesteckte Gegencodierschlüssel dient gleichzeitig
zur Lagefixierung des Zentrierteiles.
[0011] Damit das Zentrierteil beim Einstecken die Feder nicht berührt, ist vorteilhafterweise
an der Codierbox eine in Schrägrichtung verlaufende Nut und an dem Zentrierteil ein
entsprechender Steg ausgebildet, welcher beim Einschieben des Zentrierteiles in die
Codierbox in der Nut aufgenommen wird. Am Ende des Steges ist in Steckrichtung gesehen
ein Anschlag ausgebildet, der verhindert, daß das Zentrierteil zu weit und somit gegen
die Feder in der Codierbox geschoben wird.
[0012] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen
- Figur 1
- die Schrägansicht eines Steckverbindungssystemes nach dem Stand der Technik,
- Figur 2
- eine seitliche Explosionsansicht des erfindungsgemäßen Steckverbindungssystemes,
- Figur 3
- das Steckverbindungssystem gemäß Figur 2 mit in die Codierbox eingesetztem Zentrierteil
und Gegencodierschlüssel,
- Figur 4
- die Ansicht gemäß Figur 3 mit halb in die Codierbox eingeschobenem Führungsstift,
- Figur 5
- die Ansicht gemäß Figur 3 oder 4 mit vollkommen eingeschobenem Führungsstift,
- Figur 6
- das Zentrierteil in Seitenansicht,
- Figur 7
- das Zentrierteil in der Ansicht in Steckrichtung und
- Figur 8
- den Schnitt VIII - VIII aus Figur 7.
[0013] Figur 1 zeigt eine Schrägansicht eines Steckverbindungssystemes nach dem Stand der
Technik, wie es zum Beispiel in dem DE-GM 298 17 007 bzw. der IEC 1076-4-102 aufgezeigt
ist. Dieses Steckverbindungssystem besteht aus einer ersten Unterlage 1 mit einer
darauf angeordneten Messerleiste 2. Diese erste Unterlage 1 mit der Messerleiste 2
soll mit einer zweiten Unterlage 3, auf der eine Federleiste 4 angeordnet ist, zusammengesteckt
werden. Die Unterlage 3 mit der Federleiste 4 kann zum Beispiel eine Baugruppe und
die Unterlage 1 mit der Messerleiste 2 eine Rückwand darstellen. Um beim Verbinden
der Messerleiste mit der Federleiste eine Zentrierung sowie für die Auswahl der richtigen
Messerleiste zur richtigen Federleiste eine Codierung zu erzielen, ist an der ersten
Unterlage über ein Anschlußloch 5 ein senkrecht abstehender Führungsstift 6 angebracht.
Auf den Führungsstift 6 wird zur Codierung ein hülsenförmiger Codierschlüssel 7 aufgeschoben.
An der Unterlage 3 mit der Federleiste 4 ist zur Aufnahme des Führungsstiftes 6 eine
Codierbox 8 vorgesehen, welche über Einpreßanschlüsse 9 an der Unterlage 3 befestigbar
ist. Die Codierbox 8 ist in Steckrichtung an beiden Enden offen und weist eine Feder
10 auf, welche den Führungsstift 6 kontaktiert und klemmt.
[0014] In Steckrichtung gesehen ist stirnseitig auf die Codierbox 8 ein Gegencodierschlüssel
11 aufsteckbar, welcher die Gegencodierung zum Codierschlüssel 7 darstellt. Beim Zusammenstecken
dieses Steckverbindungssystemes nach dem Stand der Technik wird der Führungsstift
6 über das Zusammenwirken des Codierschlüssels 7 und des Gegencodierschlüssels 11
zentriert, bevor die Spitze des Führungsstiftes 6 die Feder 10 berührt.
[0015] Da beim erfindungsgemäßen Steckverbindungssystem Führungsstifte 6 mit einer größeren
Länge verwendet werden müssen, ist zwischen Gegencodierschlüssel 11 und Codierbox
8 ein zusätzliches Zentrierteil 12 (siehe Figuren 2 bis 5) eingesetzt. Das erfindungsgemäße
Steckverbindungssystem entspricht abgesehen von dem zusätzlichen Zentrierteil 12 und
der größeren Länge des Führungsstiftes 6 exakt dem Steckverbindungssystem gemäß Figur
1. In den nachfolgenden Figuren 2 bis 5 sind die mit dem Steckverbindungssystem gemäß
Figur 1 übereinstimmenden Bauteile mit den gleichen Bezugszeichen versehen und werden
nicht näher erläutert.
[0016] Figur 2 zeigt eine seitliche auseinandergezogene Darstellung des erfindungsgemäßen
Steckverbindungssystems. Das Zentrierteil 12 ist zwischen dem Gegencodierschlüssel
11 und der Codierbox 8 angeordnet.
[0017] In Figur 3 ist das Zentrierteil 12 bereits in Einsteckrichtung des Führungsstiftes
6 in die Codierbox 8 eingesetzt. Das Zentrierteil 12 ist soweit in die Codierbox 8
eingeschoben, das die Feder 10 mit ihren beiden Federschenkeln durch das Zentrierteil
12 gerade noch nicht berührt wird. Der Gegencodierschlüssel 11 ist ebenso in die Codierbox
8 eingesteckt, wobei das Einstecken des Gegencodierschlüssels 11 durch das eingesetzte
Zentrierteil 12 nicht verändert oder behindert wird.
[0018] In der Darstellung gemäß Figur 4 ist der Führungsstift 6 bereits soweit in die Codierbox
8 eingeschoben, daß die Spitze des Führungsstiftes 6 bereits die Federschenkel der
Feder 10 berührt. Wie in dieser Darstellung gut zu erkennen ist, ist der auf den Führungsstift
6 aufgeschobene Codierschlüssel 7 noch vom Gegencodierschlüssel 11 beabstandet, so
daß noch keine Zentrierung des Führungsstiftes 6 über das Zusammenwirken des Codierschlüssels
7 und des Gegencodierschlüssels 11 stattfindet. Wäre das Zentrierteil 12 nicht vorhanden,
würde die Spitze des Führungsstiftes 6 nicht zentriert werden und es wäre auch möglich,
den Führungsstift 6 schräg einzuschieben, so daß er die Federschenkel der Feder 10
entweder nach unten bzw. nach oben abbiegen würde.
[0019] Durch das Zentrierteil 12 ist jedoch die Spitze des Führungsstiftes 6 exakt geführt
und wird exakt zwischen den Federschenkeln der Feder 10 aufgenommen.
[0020] In der Darstellung gemäß Figur 5 ist der Führungsstift 6 vollkommen in die Codierbox
8 eingeschoben. Die Spitze des Führungsstiftes 6 ragt am anderen Ende der Codierbox
8 heraus. Der Codierschlüssel 7 ist in den Gegencodierschlüssel 11 eingeschoben, wobei
die Innenabmessungen des Zentrierteiles 12 so gewählt sind, daß der vordere Bereich
des Codierschlüssels 7 in allen Varianten darin aufgenommen werden kann.
[0021] In den Figuren 6 bis 8 wird die Geometrie des Zentrierteiles 12 nochmals näher erläutert,
wobei die Figur 6 eine Seitenansicht, die Figur 7 das Zentrierteil in Steckrichtung
und Figur 8 die seitliche Schnittansicht VIII - VIII des Zentrierteiles aus Figur
7 zeigt.
[0022] Die Außengeometrie des Zentrierteiles ist so gewählt, daß es in die Codierbox 8 eingeschoben
werden kann. An der Unterseite weist das Zentrierteil 12 einen Steg 13 auf, welcher
beim Einschieben in die Codierbox 8 in einer entsprechenden Nut 14 (siehe zum Beispiel
Darstellung in Figur 1) eingeschoben wird. Der Steg 13 weist in Einsteckrichtung an
seinem Ende einen Anschlag 15 auf, welcher verhindert, daß das Zentrierteil 12 zu
weit in die Codierbox 8 eingeschoben wird. Durch den Anschlag 15 wird erreicht, daß
das Zentrierteil 12 genau so weit in die Codierbox 8 eingeschoben wird, daß die Federschenkel
der Feder 10 das Zentrierteil 12 gerade noch nicht berühren (siehe Figuren 3 bis 5).
[0023] Stirnseitig sind an dem Zentrierteil 12 Aussparungen 16 vorgesehen, in welchen die
Spitzen der Federschenkel der Feder 10 aufgenommen werden. Die Innengeometrie des
Zentrierteiles 12 weist in Steckrichtung am vorderen Ende eine konische Zentrierfläche
17 auf, über welche der Führungsstift 6 exakt zwischen die Federschenkel der Feder
10 geführt wird.
[0024] Ansonsten ist die Innengeometrie so gewählt, daß darin der Codierschlüssel 7 in sämtlichen
Ausführungsvarianten aufgenommen werden kann.
1. Steckverbindungssystem mit einer ersten Unterlage (1), in der zumindest ein senkrecht
abstehender Führungsstift (6) befestigt ist, auf welchem ein Codierschlüssel (7) aufgeschoben
ist und mit einer zweiten Unterlage (3), auf der eine Codierbox (8) zur Aufnahme des
Führungsstiftes (6) beim Steckverbindungsvorgang angeordnet ist, wobei in die Codierbox
(8) in Steckrichtung des Führungsstiftes (6) ein Gegencodierschlüssel (11) eingesetzt
ist und der Codierschlüssel (7) sowie der Gegencodierschlüssel (11) gleichzeitig auch
der Zentrierung des Führungsstiftes (6) dienen und in Steckrichtung nach dem Gegencodierschlüssel
(11) an der Codierbox (8) eine Feder (10) ausgebildet ist, welche den eingesteckten
Führungsstift (6) in der Codierbox (8) klemmt,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Codierbox (8) in Einsteckrichtung nach dem Gegencodierschlüssel (11) und
vor der Feder (10) ein weiteres Zentrierteil (12) für den Führungsstift (6) ausgebildet
ist.
2. Steckverbindungssystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Steckverbindungssystem nach der Norm IEC 1076-4-102 ausgeführt ist und die
Führungsstifte länger als in der Norm festgelegt ausgebildet sind.
3. Steckverbindungssystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Zentrierteil (12) getrennt von der Codierbox (8) ausgebildet ist.
4. Steckverbindungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Zentrierteil (12) in Steckrichtung des Führungsstiftes (6) in die Codierbox
(8) einsteckbar ist.
5. Steckverbindungssystem nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Gegencodierschlüssel (11) auch bei eingesetztem Zentrierteil (12) auf die
Codierbox (8) aufsteckbar ist und das Zentrierteil (12) in seiner Lage verriegelt.
6. Steckverbindungssystem nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Codierbox (8) eine in Steckrichtung verlaufende Nut (14) aufweist und an dem
Zentrierteil (12) ein Steg (13) ausgebildet ist, welcher beim Einschieben des Zentrierteiles
(12) in die Codierbox (8) in deren Nut (14) aufgenommen wird und in Steckrichtung
am Ende des Steges (13) ein Anschlag (15) ausgebildet ist, der verhindert, daß das
Zentrierteil (12) zu weit und somit gegen die Feder (10) der Codierbox (8) geschoben
wird.