[0001] Die Erfindung
betrifft eine Liegevorrichtung, insbesondere zum Einbau in ein Bettgestell, umfassend eine
Längsbalken und sich nahezu über die gesamte Bettbreite erstreckende Querbalken enthaltende
Unterkonstruktion mit mindestens zwei vertikal wirkenden Federungseinheiten, die jeweils
mindestens aus einem zwischen zwei beabstandeten Endlagern etwa horizontal gespannten
Zugmittel bestehen, gegebenenfalls bewegbaren Teilen und insbesondere ein darauf angeordnetes
Lattenrost, das aus mindestens zwei längsverlaufenden, voneinander beabstandeten und
zumindest teilweise auf den Stützflächen der Federungseinheiten aufliegenden Federholmen
aus einem elastischen Material, wie Schaumstoff, und einer Vielzahl von querverlaufenden,
die Federholme verbindenden und an diesen gehalterten Lamellen gebildet ist.
[0002] Bekannt ist mit der DE-296 17 272 eine Liegevorrichtung, bei der in der Unterkonstruktion
elastische Gurte als Unterfederung für elastische Federholme benutzt werden, die dann
von querverlaufenden Lamellen überbrückt werden, um die eigentliche Stützfläche für
eine aufliegende Matratze zu bilden.
[0003] Es sind Versuche unternommen worden, Liegevorrichtungen ohne Lamellen zu entwickeln,
bei denen z.B. innerhalb eines Rahmens drei elastische Breitgurte quer und einer längs
mit einer Vorstreckung von etwa 100% gespannt wurden. Zusätzlich wurden im Gesäßbereich
die querverlaufenden Breitgurte verdoppelt, um bei fertigungstechnisch begrenzter
Zugsteifigkeit auch nur annähernd eine ausreichende Stützkraft zu erreichen. Die hohe
Vorstreckung führte zu einer ständigen hohen Belastung ohne jedoch die Federkonstanten
― die Zugsteifigkeit und damit die Federhärte - zu erhöhen.
[0004] Die elastischen Gurte haben zwar an sich eine hohe Flexibilität, müssen jedoch für
ausreichende Stützkräfte so eingebaut werden, daß sie diese in ihrer Wirkung als Polsterung
wieder verlieren. Aufgrund der kreuzenden Anordnung konnten sich die Gurte insbesondere
im Taillensprung der Körperkontur nicht anpassen.
[0005] Im mittleren Bereich waren zusätzlich zu den äußeren Querbalken des Rahmens zwei
weitere Querbalken angeordnet. Beim Einfedern der Gurte kam es zu einem Aufschlagen
auf mittleren Stützbalken. Die Längsbalken hatten rechteckigen Querschnitt und schränkten
mit einer Breite von etwa 10 cm die gefederte Liegefläche deutlich ein, was besonders
bei Doppelbetten nicht akzeptiert wird.
[0006] Die Vorstreckung dieser elastischen Breitgurte erfordert einen hohen Montageaufwand,
der nur mithilfe besonderer Vorrichtungen zu erbringen ist, wodurch ein nachträglicher
Austausch oder eine Anpassung praktisch unmöglich ist.
[0007] In allen diesen Entwicklungen ist es bisher noch nicht gelungen, einen zufriedenstellenden
Liegekomfort zu erreichen, geschweige denn eine Anpaßbarkeit an individuelle Voraussetzungen.
[0008] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, eine Liegevorrichtung unter Verwendung von Zugmitteln zu schaffen, die
einen heutigen ergonomischen Erkenntnissen entsprechenden Liegekomfort bietet, die
Montage nicht auf den Einsatz von Spezialmaschinen einschränkt, die Belastung der
Zugmittel bei Nichtgebrauch reduziert und damit eine längere Lebensdauer erreicht.
Dazu müssen die Federungseigenschaften breiter variierbar und einstellbar sein. Grundsätzlich
sollte auch die Möglichkeit eröffnet werden, die Federungseigenschaften nachträglich
anzupassen.
[0009] Diese Aufgabe wird nach der
Erfindung dadurch gelöst, daß zumindest ein Zugmittel mit zumindest einem Federungsglied in
Abstützungskontakt steht, über dessen Größe, Lage und/oder elastische Eigenschaften
die Vertikalelastizität der von diesem Zugmittel, dem Federungsglied und den beiden
Endlagern gebildeten Federungseinheit wesentlich bestimmbar ist.
[0010] Bei dieser Ausgestaltung werden die vertikalelastischen Eigenschaften der Federung nicht nur über die fertigungstechnisch
begrenzten elastischen Eigenschaften des Zugmittels, sondern durch ein zusätzliches
Federungsglied, das mit dem Zugmittel in Abstützungskontakt steht und mit ihm eine
den Liegekomfort bestimmende Federungseinheit bildet, über dessen Größe, Lage oder
Elastizität gezielter und in weiteren Bereichen beeinflußbar und bestimmbar.
[0011] Dies kann zum einen durch ein elastisches Glied als zusätzliches Federungsglied erfolgen.
Dabei kann dann die Elastizität der Zugmittel bis zur Zugsteifheit reduziert werden.
Das eröffnet die wichtige Möglichkeit, die Federkonstanten beliebig zu erhöhen und
damit die erforderliche Vorstreckung zu reduzieren.
[0012] Ein Endlager kann über ein elastisches Glied gegenüber der Unterkonstruktion elastisch
gelagert sein oder das Zugmittel kann über ein elastisches Glied mit einem Endlager
in Abstützungseingriff stehen. Ein Endlager kann auch selbst als Federungsglied elastisch
ausgebildet sein. Dazu eignen sich z.B. biegeelastische Spannbalken. Ragen die Spannbalken
über die Stützbalken mit freien Enden hinaus und greifen an diesen freien Enden die
Zugmittel an, können diese die elastischen Glieder bilden.
[0013] Als elastische Glieder kommen Zug- und Druckfedern, Biegefedern, elastische Zugmittel,
druck-, zug- und biegeelastische Körper in Frage.
[0014] Bei der Verwendung von elastischen Zugmitteln kann deren fertigungstechnisch begrenzte
Zugsteifigkeit dadurch erheblich erhöht werden, daß sie durch elastische Glieder unterbrochen
werden. Ein Zugmittel kann aus verschiedenen Abschnitten mit unterschiedlicher Zugelastizität
gebildet werden, die in Zugrichtung aneinandergereiht sind und ein elastischer Abschnitt
das elastische Glied ersetzt. Dabei hat sich als vorteilhafteste Ausführung die Kombination
des Abschnittes eines nahezu zugsteifen Zugmittels mit einem oder mehreren mehrlagig
übereinandergelegten Abschnitten eines elastischen Zugmittels erwiesen. Besonders
im Gesäßbereich erforderten elastische Zugmittel bisher enorme Vorstreckung, um auf
die geforderten vertikalen Stützkräfte für die Federungseinheiten zu kommen. Dabei
läßt sich die Federkonstante für die Vertikalbewegung jedoch nicht erhöhen. Die Kennlinie
bleibt flach und führt schon bei geringer Belastung zu großen Absenkungen. Durch kleine
elastische Abschnitte, die als elastische Glieder ein nahezu zugsteifes Zugmittel
unterbrechen, kann die Kennlinie für die Vertikalbewegung der Federungseinheit beliebig
steiler gestaltet werden, was die Voraussetzung für einen guten Liegekomfort selbst
bei hohen Kärpergewichten schafft und zu einer bedeutenden Montageerleichterung führt,
da die Vorstreckung der Zugmittel erheblich ― bis auf 10% - reduziert wird, sodaß
keine besonderen Vorrichtungen mehr erforderlich sind.
[0015] Durch Kombination verschieden großer elastischer Abschnitte und/oder verschieden
vieler, parallel angeordneter, und/oder mit verschiedener Federsteifigkeit in unterschiedlichen,
verschiedenen Körperzonen zugeordneten Zugmitteln können die Federkonstanten der Federungseinheiten
für die Vertikalbewegung den Körperzonen entsprechend bestimmt werden. Darüberhinaus
lassen sich die Stützkräfte über unterschiedliche Vorspannung einstellen.
[0016] Geringen Fertigungsaufwand erfordern Zugmittel, die Spannbalken ― noch einfacher
deren freie Enden ― einfach umschlingen. Dies hat auch den Vorteil, daß ein Zugmittel
als unendliche Schlaufe mit beabstandetem Ober- und Untertrum mit seiner von der Oberseite
des Obertrums gebildeten Stützfläche in die oberste Ebene der Unterkonstruktion gelegt
werden kann, wo sie auch gebraucht wird und den höchsten Federweg ― bei gegebener
Einbauhöhe ― erbringt. Dadurch, daß in diesem letzteren Fall beim Einfedern zunächst
nur das Obertrum des Zugmittels wirkt, bis es mit dem Untertrum in Abstützungskontakt
kommt, läßt sich eine zusätzliche, für den Federungskomfort vorteilhafte Progressivität
erreichen. Wird in diesem Fall ein elastischer Abschnitt lediglich im Obertrum eingesetzt,
kann sogar eine Dämpfung erzielt werden, da das Untertrum die für den weiteren Federweg
erforderliche zusätzliche Zugmittellänge vom Obertrum zu holen hat, wodurch es zu
Reibung zwischen Zugmittel und Spannbalken kommt. Dies ergibt einen hohen Federungskomfort,
wie er sonst nur mit weit aufwendigeren Mitteln wie Reibungsdämpfern realisierbar
ist.
[0017] Diese Ausgestaltung ist darüberhinaus beim Einsatz von elastischen Zugmitteln mit
Naturkautschuk wegen deren Lichtempfindlichkeit bedeutend. Es werden nur Abschnitte
des elastischen Zugmittels als elastische Glieder im Obertrum eingesetzt. Der Rest
der Zugmittel besteht aus nahezu zugsteifen, nicht lichtempfindlichem Gewebe. Die
empfindlichen Abschnitte sind nach oben ohnehin durch die Auflagen abgedeckt und nach
unten durch das Untertrum.
[0018] Bei der Auslegung von Federungseinheiten im Gesäßbereich für hohe Körpergewichte
hat sich gezeigt, daß die Vorspannung in den Zugmitteln das für eine ausreichend hohe
Lebensdauer zulässige Maß übersteigt. Hier empfiehlt sich als zusätzliches Federungsglied
mit einer zumindest in Zugrichtung hohen Biegesteifigkeit ein Streckkörper, der die
Federsteifigkeit der Federungseinheit vervielfachen kann. Das bedeutet auch: Der Streckkörper
reduziert bei gleicher Vertikal-Stützkraft der Federungseinheit die Zugkräfte im Zugmittel.
Das erfordert geringere Vorspannungen. Die Wirkung des Streckkörpers ist umso größer,
je näher seine Abstützungsbereiche den nächstliegenden Endlagern liegen ― das bedeutet,
daß über seine Größe die Federsteifigkeit der Federungseinheit erheblich veränderbar
ist ― und je höher seine Biegesteifigkeit bezogen auf eine zur Zugrichtung orthogonalen
und horizontalen Achse ist. Der Streckkörper sollte an dem Zugmittel gegenüber seitlichem,
horizontalem Verschieben fixiert sein, z. B. durch Gummierung des Zugmittels und eine
gewisse vertikale Vorspannung.
[0019] Die Anpassung an die zu stützende Form zur Druckentlastung wird dadurch erreicht,
daß der Streckkörper unterhalb zumindest eines zweiten Trums angeordnet ist, mit dem
er im Bereich seiner Endkanten zumindest bei höherem Federweg nicht in Abstützungskontakt
steht, wobei die Oberseite dieses zweiten Trums die Stützfläche der Federungseinheit
bildet. Er kann unterhalb eines Obertrums angeordnet sein, das die Last verteilt und
sich an den zu stützenden Körper anschmiegt, während er mit einem anderen Trum, auf
dem er als Untertrum liegen kann, oder unter dem er als zweites Obertrum hängen kann,
in Abstützungseingriff steht.
[0020] Der Streckkörper kann auch einen Abschnitt des Zugmittels bilden, vorteilhaft des
Untertrums, wobei die zuvor genannten Vorteile erhalten bleiben. Er kann das Zugmittel
durchdringen oder umschließen. Zur Abdeckung oder Lagefixierung können Streckkörper
und Zugmittel von einer z. B. textilen Hülle umgeben sein.
[0021] Die Kennlinie der Federungseinheit kann durch zumindest teilweise elastisch oder
plastisch verformbare Streckkörper ― z. B. biegeelastische oder druckelastische -
, geteilte und teilweise oder ganz austauschbare Streckkörper, Streckkörper aus verschiedenen
Schichten, unsymmetrisch geformte Streckkörper oder Streckkörper aus Fasermaterial
oder Schaum in verschiedenster Weise spezifisch gesteuert werden. Interessante Effekte
bieten auch mit Luft oder Wasser gefüllte elastische Hohlkörper.
[0022] Bei mehreren parallel angeordneten Zugmitteln kann ein gemeinsamer Streckkörper,
z. B. als Rost oder Rahmen vorgesehen werden.
[0023] Bei allen nahezu biegesteifen Streckkörpern, die sich mit ihrer Unterseite auf einem
Trum abstützen, empfiehlt es sich, die quer zur Zugrichtung verlaufenden Unterkanten
abzurunden und zu glätten.
[0024] Die Härte (die Federsteifigkeit! ― nicht nur die Stützkraft) der Federungseinheit
kann auch nachträglich verändert werden, wenn der Streckkörper austauschbar oder der
Abstand der Abstützungsbereiche des Streckkörpers verstellbar ist. Im einfachsten
Fall steht der Steckkörper mit dem unter ihm liegenden Untertrum in Abstützungseingriff
und ist in seiner Länge in Zugrichtung verstellbar. Er kann dazu zweiteilig ausgeführt
sein, wobei beide Teile mithilfe einer Gewindespindel oder mit einer Rastung über
Formschluß in Zugrichtung zueinander fixierbar sind.
[0025] Grundsätzlich ist der Liegekomfort der Liegevorrichtung umso höher, je mehr in der
Vertikalbewegung ihrer Stützflächen entkoppelte Federungseinheiten existieren, je
feiner die Liegefläche auf Federungseinheiten verteilt ist. Das läßt sich durch eine
Vielzahl von insbesondere annähernd gleichmäßig beabstandeten Federungseinheiten realisieren.
Zumindest in dem der Taille zugeordneten Bereich jedoch müssen in Bettlängsrichtung
benachbarte Federungseinheiten in der Vertikalbewegung ihrer Stützflächen entkoppelt
und im Falle mit sich in Bettquerrichtung erstreckenden Zugmitteln möglichst beabstandet
sein. Dadurch vermag sich die Stützfläche der Federungseinheiten der Körperkontur
in den wichtigen Zonen anzupassen und kann dem Taillensprung folgen, was eine der
wesentlichsten Voraussetzungen für einen guten Liegekomfort schafft. Da die Entkoppelung
in Wirbelsäulenrichtung, also in Bettlängsrichtung, dabei bedeutender ist, sollten
die Zugmittel vorzugsweise in Bettquerrichtung verlaufen. Dann bilden die Querbalken
die Stützbalken und die Längsbalken die Spannbalken.
[0026] Um den Stützflächen der Federungseinheiten einen möglichst großen Federweg in Vertikalrichtung
zu ermöglichen, sollten zwischen und beabstandet zu den Queraußenrändern der Liegevorrichtung
angeordnete Stützbalken mit ihrer Oberseite zu den Stützflächen der Federungseinheiten
um mindestens 2 cm nach unten beabstandet sein. Das ergibt sich am einfachsten dadurch,
daß die Stützbalken an der Unterseite der Spannbalken befestigt sind und sie kreuzend
unterhalb von ihnen verlaufen.
[0027] Von zwischen und beabstandet zu den Queraußenrändern der Liegevorrichtung angeordneten
Querbalken sollte zumindest einer der Taille einer auf der Liegevorrichtung liegenden
Person zugeordnet sein, da er hier eine ergonomisch sinnvolle Stützfunktion erbringt.
Im Beinbereich sind sie noch akzeptabel.
[0028] Die Oberseite der Spannbalken sollte zum gegenüberliegenden, durch das gleiche Zugmittel
verbundenen Spannbalken hin abfallen, um eine möglichst große gefederte Liegefläche
zu erreichen.
[0029] Bei Liegevorrichtungen, die direkt zur Auflage einer Polsterauflage vorgesehen sind,
sollten die Stützflächen der Federungseinheiten die Liegefläche zumindest im Schulter-
und Gesäßbereich im wesentlichen ausfüllen. Kleine Randbereiche und vorzugsweise gleichmäßige
Abstände zwischen benachbarten Federungseinheiten von etwa 10cm Breite sind für die
Polsterauflage noch zulässig.
[0030] Für eine ergonomisch optimale Abstützung weisen die Federungseinheiten im Einbauzustand,
verschiedenen Körperzonen zugeordnet, in vertikaler Richtung unterschiedliche Federsteifigkeit
auf und/oder sind zumindest die sie bildenden Zugmittel unterschiedlich vorgespannt,
woraus sich eine höhere Stützkraft ergibt.
[0031] Um die Liegevorrichtung auch in Bettgestelle mit niedrigeren Bettseiten einbauen
zu können, kann sie dadurch abgesenkt werden, daß die Spannbalken mit ihrer Unterseite
jeweils zumindest eine gegenüber der untersten Fläche der Unterkonstruktion vertikal
nach oben beabstandete und diese in Bettquerrichtung nach außen überragende Tragfläche
bilden. Die Einbauhöhe über den Bettseiten-Unterkanten wird damit verringert. Dies
ist ein wichtiger Punkt für eine allgemeine Verkäuflichkeit bei der Vielzahl von unterschiedlichen
Bettgestellen.
[0032] Wird ein Spannbalken lösbar an der Unterkonstruktion befestigt, wird die Montage
am einfachsten. Damit wird auch ein Austausch der Zugmittel möglich. In Zusammenhang
mit einer hohen Federsteifigkeit der Federungseinheit durch ein elastisches Glied
als Federungsglied kann nun die erforderliche Vorstreckung auf einen geringen Wert
reduziert werden, ohne an Stützkraft verlieren zu müssen.
[0033] Das ist zum Beispiel dadurch möglich, daß der Spannholm über Hinterschnitt und Zugmittelspannung
an der Unterkonstruktion fixiert ist, wobei der Hinterschnitt insbesondere von einem
weiteren zum Spannholm parallelen Balken gebildet ist. Das läßt sich durch zwei zueinander
fluchtende Hinterschnitte an den beiden zum gleichen Spannholm gehörenden Stützbalken
erreichen, wenn die in Abstützungskontakt gelangenden Außenflächen des Spannholms
an die Form der Hinterschnitte gegengleich angepaßt sind. Die hohe Zugmittelspannung
hält den Spannholm im Hinterschnitt, wenn die eigentliche Gebrauchsbelastung von oben
durch andere Tragflächen gestützt wird, indem z. B. der Spannholm endseitig auf Stützkörpern
im Bettgestell aufliegt.
[0034] Die beiden Hinterschnitte können auch durch einen zweiten zum Spannholm parallelen
Balken gebildet werden, dessen Profil gegengleich zum Profil des Spannbalkens ausgebildet
ist. Im einfachsten Fall wird ein Profil benutzt, das einmal in seiner Längsachse
um 180° gedreht wird.
[0035] Eine weitere Möglichkeit zur nachträglichen Anpassung der Stützkraft einer Federungseinheit
besteht darin, die Lage eines Endlagers als Federungsglied in Zugrichtung veränderbar
zu machen. Das kann z. B. ein Spannholm sein, der gegenüber der Unterkonstruktion
verschiebbar ausgebildet ist oder ein Spannkopf, der mit einem Ende eines Zugmittels
in Abstützungskontakt steht. Bei gleichem Zugmittel läßt sich auf diese Weise die
Vorstreckung verändern. Zur Lagefixierung des Spannbalkens kann eine mit ihm in Abstützungseingriff
stehende Gewindespindel mit Mutter bzw. Innengewinde, deren Achse vornehmlich in Zugrichtung
des Zugmittels angeordnet ist, benutzt werden. Es ist dafür auch eine Rastung mit
Formschluß einsetzbar. Gewindespindel und Mutter werden besser aus Metall wie Stahl,
Aluminium oder Messing gefertigt, um die Dimensionen bei den hohen Spannungen klein
zu halten. Für den Abstützungskontakt der Gewindespindel bzw. der Mutter gegenüber
den Balken ist ein Metallprofil, wie z.B. ein Winkelprofil parallel zu den Balken
oder eine Platte mit Formschluß an einer ihrer Kanten vorteilhaft.
[0036] Die Einstellbarkeit ist optimal, wenn jedem Zugmittel zumindest eine Gewindespindel
zugeordnet ist. Zur günstigsten Kraftübertragung und zur Vermeidung von unnötigen
inneren Belastungen in der Unterkonstruktion sollte das Endlager von einem Spannbalken
gebildet sein und vorzugsweise ein Paar Gewindespindeln symmetrisch zu den zu diesem
Spannbalken gehörenden Zugmitteln und insbesondere zu dessen Enden angeordnet sein,
wobei der seitliche Abstand zwischen Zugmittel und Gewindespindel möglichst klein
sein sollte. Im besten Fall fluchten Zugmittel und Gewindespindeln.
[0037] Praktisch werden die Gewindespindeln zwischen und in Abstützungskontakt, insbesondere
über Gewindemutter und Scheibe, zu dem Spannbalken und einem benachbarten, zu diesem
vorteilhaft parallelen Balken der Unterkonstruktion angeordnet, die beide zu dem gleichen
Tragrahmen gehören, insbesondere mit den gleichen Stützbalken in Abstützungskontakt
stehen. Die Achse der Gewindespindeln verläuft am besten orthogonal zur Längsachse
des Spannbalkens. Der zu diesem parallele Balken kann jedoch auch geteilt sein, sodaß
dann wieder einzelne Hinterschnitte gebildet werden, die sich über die Gewindespindeln
an den Stützbalken abstützen. Selbstverständlich können die Gewindespindeln auch direkt
Stützbalken mit Spannbalken verbinden.
[0038] Es ist darüberhinaus möglich, den Spannbalken in einzelne Spannköpfe aufzuteilen,
die z. B. über Gewindespindeln oder Rastungen in Zugrichtung gegenüber der Unterkonstruktion
verschiebbar sind und mit einem Ende eines oder mehrerer Zugmittel in Abstützungseingriff
stehen oder die Spannköpfe als Endlager gegenüber einem Längs- oder Querholm als Spannholm
durch z. B. Gewindespindeln verschiebbar auszubilden.
[0039] Dadurch sind mehrere nebeneinander angeordnete Zugmittel oder verschiedene Zonen
in breiteren Zugmitteln unterschiedlich einstellbar. Einer Federungseinheit kann in
verschiedenen Bereichen unterschiedliche Vertikalelastizität gegeben werden.
[0040] Die Erfindung erlaubt eine problemlose Aufteilung der Unterkonstruktion in mehrere
einzelne Tragrahmen, wobei dann vorteilhaft eine Teilebene mit zwei aneinanderliegenden
Querbalken benachbarter Tragrahmen in den Taillenbereich gelegt wird, sodaß bei etwa
gleichmäßiger Aufteilung drei Tragrahmen entstehen. Dabei ergibt sich dann die Möglichkeit,
einzelne Tragrahmen gegenüber einer horizontalen Ebene, die aus den Auflagepunkten
im Bettgestell definiert sein kann, für eine Rückenanhebung um eine horizontale Achse
in Bettquerrichtung zu kippen oder für eine Unterschenkelhochlagerung anzuheben. Dazu
sind verschiedene ebene Mechanismen geeignet. So läßt sich ein einzelner Tragrahmen
in seiner Neigung und/oder seinem Abstand zu einer horizontalen Ebene verstellbar
ausbilden. Einzelne Tragrahmen sind leichter zu transportieren, zu lagern, auszutauschen
― z.B. starr gegen verstellbar ― und erhöhen die Fertigungsstückzahlen.
[0041] Benachbarte einzelne Tragrahmen können gelenkig verbunden sein, um die Stabilität
zu erhöhen oder die Positionierung zu erleichtern. Dabei ergibt sich die gegenseitige
Schwenkbarkeit automatisch und kann leicht mit einfachen Vorrichtungen zur Lagefixierung
― wie z.B. bekannte Rastungen ― ergänzt werden.
[0042] Eine Unterkonstruktion aus einzelnen Tragrahmen erfordert beim Einbau in ein Bettgestell
auf sie abgestimmte Auflageflächen. Da die angebotenen Bettgestelle mit unterschiedlichen
Stützmitteln ausgerüstet werden und auch grundsätzlich unterschiedlich aufgebaut sind,
kann dieses Problem nur durch einen Einbausatz von Stützkörpern mit Vorschrift zum
Einbau gelöst werden, der bereits für die Befestigung an den Innenseiten der Bettgestelle
verschiedenster Konstruktion und auch möglichst verschiedener Größe vorbereitet ist
und nach Vorschrift zum Einbau die passenden Auflageflächen für die Tragflächen der
Unterkonstruktion in richtiger Anordnung und Zuordnung zur Verfügung stellt. Er ist
wesentliche Voraussetzung für die Verkaufsfähigkeit einer Liegevorrichtung mit einzelnen
Tragrahmen.
[0043] Die Zugmittel bestehen vorzugsweise in den zugsteifen Abschnitten aus Hanf, Sisal,
Leinen, Jute oder Polyester mit Glasfasern, in den elastischen in der Kette aus Naturkautschuk
oder synthetischen Elastomeren. Die Spannbalken haben als Querbalken vorzugsweise
einen Querschnitt von 50 x 20 mm
2, als Längsbalken über eine Bettlänge 2m von 100 x 40 mm
2. Sie bestehen vorteilhaft aus gedämpfter Buche und sind untereinander gedübelt und
verleimt.
[0044] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der nachstehenden
Beschreibung in Verbindung mit den Zeichnungen, in denen mehrere Ausführungsbeispiele
des Gegenstands der Erfindung schematisch veranschaulicht sind.
[0045] In den
Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer Liegevorrichtung nach einem ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung aus drei nebeneinander liegenden Teilen, von rechts nach links: Schulterbereich,
Gesäßbereich und Beinbereich,
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung einer einteiligen Liegevorrichtung nach einem weiteren
Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 3
- eine perspektivische Darstellung einer Liegevorrichtung nach einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung mit einem der Deutlichkeit halber nach oben versetzten, im Gebrauch
mit den Federholmen 9 auf den Stützflächen 8 auflegenden Lattenrost und einem Einbausatz
von Stützkörpern,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht des mittleren Tragrahmens der Unterkonstruktion des Ausführungsbeispiels
der Fig. 3,
- Fig. 5
- eine perspektivische Darstellung des Streckkörpers des Ausführungsbeispiels nach Fig.
1,
- Fig. 6
- eine perspektivische Darstellung des Mittelteils eines weiteren dreiteiligen Ausführungsbeispiels
der Erfindung, wobei das Zugmittel 5 zur Sichtbarkeit des Tragrahmens aus seiner Gebrauchslage
längs der Spannbalken nach rechts hinten verschoben dargestellt ist und dadurch über
den Tragrahmen hinausreicht.
[0046] Fig. 1 veranschaulicht ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung ohne Lattenrost.
Die Liegevorrichtung dient zur direkten Abstützung von Polsterauflagen wie Matratzen
mithilfe der Stützflächen 8 der beiden Federungseinheiten 33 im Schulter- und Gesäßbereich
bzw. der Querbalken 2 im Beinbereich.
[0047] Die Unterkonstruktion 3 besteht aus drei in Bettlängsrichtung nebeneinander liegenden,
die Bettbreite nahezu übertrückenden Tragrahmen 12. Im Beinbereich besteht der Tragrahmen
12 aus mehreren gleichmäßig beabstandeten Querbalken 2, die nahe ihrer Enden auf Längsbalken
1 zu einem Rost als vereinigt sind. Die Längsbalken 1 bieten mit ihrer Unterseite
Tragflächen 30 dar.
[0048] In Schulter- und Gesäßbereich umschlingt je ein Zugmittel 5 mit Untertrum 18 und
Obertrum 17 einen auf den Stützbalken 11 befestigten, im Taillenbereich angeordneten
Querbalken 2' als Spannbalken 13 und erstes Endlager 34, dessen Oberfläche zum gegenüberliegenden,
zum gleichen Tragrahmen 12 gehörenden Spannbalken 13' hin abfällt und einen zweiten
gegenüber den Stützbalken 11 verschiebbaren Spannbalken 13' als zweites Endlager 34.
Die Spannbalken 13' sind in ihrer Lage durch je ein Paar Schrauben-Muttern-Verbindungen
als Gewindespindel 25 fixiert. Rechteckplatten mit Innengewinde liegen mit einer ihrer
Kanten formschlüssig als Muttern 36 in einer Aussparung der Spannbalken 13'. Der Schraubenkopf
stützt sich über eine Scheibe 37 im Gesäßbereich an einem zum Spannbalken 13' parallelen,
auf den Stützbalken 11 befestigten Balken 26 und im Schulterbereich am Stützbalken
11 direkt ab. Im Schulterbereich kann dadurch die komplette, endlose Schlaufe der
Federungseinheit 33 nach Lösen der Schraubverbindung abgenommen und ausgetauscht werden.
Zur Stabilisierung des Tragrahmens 12 im Schulterbereich verbindet eine lösbare Stützleiste
35 das Paar Gewindespindeln 25.
[0049] Die Oberfläche der Stützbalken 11 ist im wesentlichen Federbereich gegenüber den
Stützflächen 8 um etwa 4 cm nach unten, zu den Enden der Spannbalken 13,13' ebenfalls
um etwa 4 cm nach innen versetzt und seitlich zu den Zugmitteln 5 beabstandet.
[0050] Im Obertrum 17 sind die im wesentlichen zugsteifen Zugmittel 5 durch je ein elastisches
Glied 4 als Federungsglied 32 unterbrochen und ihre Enden vernäht. Die elastischen
Glieder 4 bestehen aus mehreren Lagen eines elastischen Gurtes, deren Anzahl sich
in Gesäß- und Schulterbereich unterscheidet und damit - zusätzlich zu unterschiedlicher
Vorspannung - für unterschiedliche Federsteifigkeit der Federungseinheiten 33 gegenüber
vertikaler Einfederung bei Belastung sorgt. Darüberhinaus läßt sich die Federsteifigkeit
der Federungseinheiten 33 natürlich auch durch unterschiedliche Länge der Gurtabschnitte
oder die Verwendung von Gurten unterschiedlicher Federsteifigkeit variieren.
[0051] Im Gesäßbereich ist zwischen und beabstandet zu den Endlagern 34 ein in seiner Länge
verstellbarer Streckkörper 14 als zusätzliches Federungsglied 32 angeordnet, der mit
seiner Unterseite auf dem Zugmittel 5 im Untertrum 18 als Trum 19 in Abstützungskontakt
steht und dort durch Vernähen über Formschluß festgelegt ist Auf seiner Oberseite
liegt das elastische Glied 4 ohne daran fixiert zu sein.
[0052] Das elastische Glied 4, der Streckkörper 14 und das als Spannbalken 13' in seiner
Lage verschiebbare Endlager 34 sind Federungsglieder 32, die mit dem Zugmittel 5 in
Abstützungskontakt stehen, mit ihm und den anderen Endlagern 34 die Federungseinheit
33 bilden und die Federkennlinie der Federungseinheit 33 bezüglich der vertikalen
Bewegung ihrer Stützflächen 8 bei Belastung wesentlich bestimmen. Die Federsteifigkeit
der Federungseinheit 33 ist über die Größe und elastischen Eigenschaften des elastischen
Gliedes 4, die Elastizität des Endlagers 34 und die Größe und Elastizität des Streckkörpers
14 beeinflußbar, die Stützkraft zusätzlich über die Lage des verschiebbaren Endlagers
34. Dadurch kann das Federungsverhalten der Liegevorrichtung nun sehr fein abgestimmt
werden und ganz entsprechend den ergonomischen Erfordernissen ausgelegt werden, ohne
durch die begrenzten Eigenschaften des Zugmittels 5 eingeschränkt zu sein, insbesondere
bei Einsatz eines annähernd zugsteifen Zugmittels 5.
[0053] In einem weiteren Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 wird die Unterkonstruktion 3 von
einem einzigen Tragrahmen 12 gebildet, der eine Vielzahl gleichmäßig beabstandeter
Federungseinheiten 33 trägt, die dadurch alle untereinander entkoppelt sind und eine
hohe Anschmiegsamkeit - sogenannte Punktelastizität - bieten.
[0054] Die Federungseinheiten 33 sind ähnlich der in Fig. 1 aufgebaut, die Endlager 34 sind
als Längsbalken 1 und Spannbalken 13 jedoch fest beabstandet durch die endseitigen
Querbalken 2 und die zusätzlichen Querbalken 2 und 2', die als Stützbalken 11 wieder
mit ihrer Oberseite zur Stützfläche 8 der Federungseinheiten 33 abgesenkt und seitlich
beabstandet sind. Der Querbalken 2' bildet die Taillenstütze.
[0055] Die Unterseite der Spannbalken 13 stellt die Tragflächen 30 zur Verfügung, die gegenüber
der untersten Fläche 29 der Unterkonstruktion 3, die die Unterseite der Stützbalken
11 darstellt, nach oben und seitlich über diese hinaus versetzt sind.
[0056] Die Stützbalken 11 können entfallen, wenn die Spannbalken 13 breit genug gewählt
werden ― über 8 cm. Dann ist es besonders wichtig, die Oberseiten zum gegenüberliegenden
Spannbalken 13 hin abfallen zu lassen, wie es dargestellt ist.
[0057] Zwischen den Stützbalken 11 und jeweils Obertrum 17 und Untertrum 18 ist ein Streckkörper
14 als zusätzliches Federungsglied 32 zur Erhöhung der Federsteifigkeit der Federungseinheiten
33 im Gesäßbereich angeordnet. Er ist als Rost mit einem Außenrahmen und mehreren
inneren, zu den Querbalken 2, 2' parallelen Querstreben ausgeführt.
[0058] In Fig. 3 sind als weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Liegevorrichtung
zum Einbau in ein Bettgestell eine als Ganzes mit 3 bezeichnete dreiteilige Unterkonstruktion,
ein Einbausatz von vier Stützkörpern 28 und ein Lattenrost 7 aus zwei längsverlaufenden
Federholmen 9 und einer Vielzahl quer darüber angeordneter Lamellen 10 dargestellt.
In Gebrauchslage liegt das Lattenrost 7 mit der Unterseite seiner Federholme 9 auf
den Stützflächen 8 der Unterkonstruktion 3.
[0059] Die drei Teile der Unterkonstruktion 3 sind ― von rechts nach links ― Schulter, Gesäß
und Beinen einer auf der Liegevorrichtung liegenden Person zugeordnet. Sie bestehen
aus jeweils einem Tragrahmen 12, der aus Längsbalken 1 und benachbarten Querbalken
2, 2' gebildet ist. Jeweils zwei Querbalken 2, 2' ragen mit ihren Enden über die Längsbalken
1 hinaus und bilden dort mit ihrer Unterseite Tragflächen 30, mit denen sie sich auf
den Oberseiten der Stützkörper 28 als Auflageflächen 31 abstützen.
[0060] Die Stützkörper 28 sind mit seitlichen Bohrungen zur Fixierung an den Innenseiten
eines Bettgestells ausgestattet. Ihre Länge ist so gewählt, daß sie bei bündigem Einbau
in den Bettgestell-Innenecken nach Vorschrift durch eine Schablone als Einbauanleitung
bei allen Bettlängen den Auflageflächen 30 richtig zugeordnete und ausreichende Auflageflächen
31 darbieten.
[0061] Im Beinbereich bilden die Längsbalken 1 die Stützflächen 8 für die Federholme 9.
Im Schulter- und Gesäßbereich werden die Stützflächen 8 von den Oberseiten der Federungseinheiten
33 gebildet, deren im wesentlichen zugsteife Zugmittel 5 mit den sie unterbrechenden
Federungsgliedern 32 als unendliche Schlaufen mit Obertrum 17 und Untertrum 18 jeweils
zwei freie Enden zweier benachbarter, zu einem Tragrahmen 12 gehörender Querbalken
2, 2' als Spannbalken 13, 13' und Endlager 34 umschlingen. Das Federungsglied 32 im
Obertrum 17 ist ein elastisches Glied 4, das aus mehreren Lagen eines elastischen
Gurtes besteht. Durch unterschiedliche Anzahl der Lagen in Gesäß- und Schulterbereich
- zusätzlich zu unterschiedlicher Vorspannung - werden wieder unterschiedliche Federsteifigkeiten
der Federungseinheiten 33 gegenüber vertikaler Einfederung bei Belastung geschaffen.
[0062] Zwei Spannbalken 2' sind im Taillenbereich einer auf der Liegevorrichtung liegenden
Person direkt nebeneinander angeordnet. Ihre Oberflächen fallen zur jeweiligen Mitte
des Tragrahmens 12 hin ab. Sie sind mit den Längsholmen 1 ihres Tragrahmens 12 verleimt,
die als Stützbalken 11 sie kreuzend unterhalb von ihnen verlaufen und zu den Federungseinheiten
33 in Richtung der Spannbalken 13 beabstandet sind. Die Oberseite der Stützbalken
11 ist im wesentlichen Einfederungsbereich um etwa 4 cm gegenüber den Stützflächen
8 vertikal nach unten versetzt, um einen Aufschlag beim Einfedern zu vermeiden. Ihre
Unterseite ist als unterste Fläche 29 der Unterkonstruktion 3 zu den sie in Bettquerrichtung
nach außen überragenden Tragflächen 30 der Querbalken 2,2' um mehrere Zentimeter vertikal
nach unten beabstandet. Dadurch ist die Liegevorrichtung gegenüber den Auflageflächen
31 der Stützkörper 28 nach unten abgesenkt und auch einbaubar in Bettgestelle mit
geringen Bettseitenhöhen.
[0063] Fig. 4 zeigt einige Details des Ausführungsbeispiels der Fig. 3 anhand des mittleren,
dem Gesäß zugeordneten Teils der Unterkonstruktion 3 genauer: Jeweils ein Spannbalken
13' ist als Spannholm 22 am Tragrahmen 12 lösbar fixiert. Durch eine abgeschrägte,
nach oben seinen Querschnitt verjüngende Längsseite, die mit einer komplementären,
nämlich zu ihrer Mitte punktgespiegelten, Längsseite eines anliegenden, parallelen,
auf den Stützbalken 11 befestigten Balkens 24 in Abstützungskontakt steht, entsteht
ein Hinterschnitt 23, der aufgrund der ständigen Zugmittelspannung zur Festlegung
des Spannholms 22 ausreicht.
[0064] Zwischen und etwas beabstandet zu den zwei benachbarten, durch die gleichen Zugmittel
5 verbundenen Endlagern 34 sind zwei biegesteife Streckkörper 14 als Federungsglieder
32 so angeordnet, daß sie jeweils über ihre beiden zu den Spannbalken 13,13' im wesentlichen
parallel verlaufenden, gerundeten und geglätteten Endkanten 15 an mindestens zwei
in Zugrichtung zueinander beabstandeten Abstützungspunkten 16 mit einem Untertrum
18 als Trum 19 in Abstützungskontakt stehen.
[0065] Jeder Streckkörper 14 ist unterhalb des die Stützfläche 8 der Federungseinheit 33
bildenden Obertrums 17 als Trum 20 angeordnet, mit dem er im Bereich seiner Endkanten
15 besonders bei höherem Federweg nicht in Abstützungskontakt steht, sodaß sich die
Federungseinheit 33 mit ihrer Stützfläche 8 weitgehend an die Form des zu stützenden
Körpers anzuschmiegen vermag und damit für eine flächige Druckverteilung auf dem Körper
sorgt, obwohl gegenüber dem Trum 19 immer die Gesamtform des Streckkörpers 14 nach
unten bewegt wird, was zu einer erhöhten Gesamtstreckung der Schlaufe der Federungseinheit
33 führt, d.h. des elastischen Gliedes 4. Dadurch wird die Federsteifigkeit gegenüber
Bewegung in Vertikalrichtung erhöht.
[0066] Im unbelasteten Zustand steht der Streckkörper 14 bei diesem Ausführungsbeispiel
auf seiner Oberseite lediglich mit der Unterseite des elastischen Gliedes 4 in Kontakt,
ohne daran fixiert zu sein. Wird die Dicke von elastischem Glied 4 und Streckkörper
14 etwas größer gewählt als die Dicke der Spannbalken 13,13', entsteht eine vertikale
Vorspannung, die den Streckkörper 14 in seiner seitlichen Lage gegenüber Verrutschen
fixiert. Zusätzlich kann er durch Formschluß, z.B. durch Vernähen am Untertrum 18,
fixiert sein. Dazu wird er vorteilhaft mit vertikalen Bohrungen ― ähnlich einem Knopf
― versehen. Die Erhöhung der Federsteifigkeit ist umso größer, je näher die Endkanten
15 ― und damit auch die Abstützungspunkte 16 ― an den Endlagern 34 liegen.
[0067] Dies wird im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 für eine nachträgliche Anpassung der
Federkennlinie der Federungseinheit 33 genutzt. Der dabei eingesetzte Streckkörper
14 wird in Fig. 5 noch einmal einzeln verdeutlicht. Er besteht aus zwei kammförmigen,
in der äußeren Form punktsymmetrisch gespiegelten und darin identischen Hälften, die
ineinander schiebbar ausgebildet sind und durch zwei Rundhölzer, die in jeder vorgegebenen
Zielposition genau in zwei zueinander fluchtende Bohrungen der beiden Hälften passen,
in verschiedenen Relativlagen festlegbar sind, sodaß ein biegesteifer Streckkörper
14 entsteht. Dazu sind die Abstände der Bohrungen in beiden Hälften unterschiedlich
und genau aufeinander abgestimmt.
[0068] Bei in ihrem Abstand veränderbaren Endlagern 34 ist die Verstellbarkeit der Länge
des Streckkörpers 14 bereits Voraussetzung, da er sonst der Wirkung der Abstandsänderung
gerade entgegenwirken würde.
[0069] Für eine feine ergonomische Anpassung kann es vorteilhaft sein, die Länge des Streckkörpers
14 in verschiedenen Bereichen unterschiedlich auszuführen. Das kann entweder durch
mehrere nebeneinander angeordnete Streckkörper 14 oder in ihren Außenrändern nicht
rechteckige Streckkörper 14 geschehen. So kann also nicht nur ein Streckkörper 14
mit mehreren Zugmitteln 5 - wie im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 - , sondern auch
ein Zugmittel 5 mit mehreren Streckkörpern 14 in Abstützungskontakt stehen.
[0070] Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 6 sind die Spannbalken 13 zur Außenseite mit einer
Nut versehen, in der eine durchgehende Leiste liegt, die eine Vielzahl von Bohrungen
mit Innengewinde trägt, über die sich Gewindespindeln 25 abstützen. An ihrem nach
außen liegenden Ende stehen je zwei Gewindespindeln 25 mit einem ebenfalls in der
Nut geführten Spannkopf 27 als Endlager 34 in Abstützungseingriff, das wiederum mit
einem Ende der Schlaufe aus Zugmittel 5 und Federungsglied 32. An ihrem anderen Ende
ist ein Innenvierkant ausgebildet, über den mithilfe eines entsprechenden Vierkant-Schlüssels
die Lage der Spannköpfe 27 gegenüber dem Spannbalken 13 veränderbar ist, sodaß das
elastische Glied 4 der Federungseinheit 33 in verschiedenen Bereichen unterschiedlich
vorgestreckt werden kann.
[0071] Es können jedoch auch die Spannköpfe 27 mit Innengewinden versehen sein und die Gewindespindeln
25 endseitig mit der Leiste in Abstützungseingriff stehen. Dazu müssen jedoch die
Gewindespindeln 25 neben den Zugmitteln 5 angeordnet werden. Jeder Spannkopf 27 überragt
dann ein Zugmittel 5 beidseitig. Es gibt dann ein Paar Spannköpfe 27 je Federungseinheit
33. Dies hat den Vorteil, daß die Enden der Gewindespindeln 25, die den Innenvierkant
tragen, frei liegen und auch so angeordnet werden können, daß sie von außen zugänglich
sind.
[0072] Dementsprechend sind im Rahmen der Ansprüche auch anderweitige Ausgestaltungen und
Modifikationen denkbar und möglich. Der Gegenstand der Erfindung ist nicht auf die
in den Zeichnungen dargestellten und vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt.
1. Liegevorrichtung, insbesondere zum Einbau in ein Bettgestell, umfassend eine Längsbalken
(1) und sich nahezu über die gesamte Bettbreite erstreckende Querbalken (2,2') enthaltende
Unterkonstruktion (3) mit mindestens zwei vertikal wirkenden Federungseinheiten (33),
die jeweils mindestens aus einem zwischen zwei beabstandeten Endlagern (34) etwa horizontal
gespannten Zugmittel (5) bestehen, gegebenenfalls bewegbaren Teilen (6) und insbesondere
ein darauf angeordnetes Lattenrost (7), das aus mindestens zwei längsverlaufenden,
voneinander beabstandeten und zumindest teilweise auf den Stützflächen (8) der Federungseinheiten
(33) aufliegenden Federholmen (9) aus einem elastischen Material, wie Schaumstoff,
und einer Vielzahl von querverlaufenden, die Federholme (9) verbindenden und an diesen
gehalterten Lamellen (10) gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Zugmittel (5) mit zumindest einem Federungsglied (32) in Abstützungskontakt
steht, über dessen Größe, Lage und/oder elastische Eigenschaften die Vertikalelastizität
der von diesem Zugmittel (5), dem Federungsglied (32) und den beiden Endlagern (34)
gebildeten Federungseinheit (33) wesentlich bestimmbar ist.
2. Liegevorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen zwischen zwei benachbarten
und durch zumindest ein Zugmittel (5) verbundenen Endlagern (34) etwa horizontal angeordneten
Streckkörper (14), der als Federungsglied (32) im Bereich zweier seiner paarig gegenüberliegenden,
zu dem Zugmittel (5) im wesentlichen orthogonal verlaufenden Endkanten (15) über zumindest
zwei in Zugrichtung beabstandete Abstützungspunkte (16) mit zumindest einem ersten
Trum (19) in Abstützungskontakt steht, und dessen Länge vorzugsweise nahezu dem lichten
Abstand der beiden Endlager (34) entspricht, wobei insbesondere der Abstand der Abstützungspunkte
(16) des Streckkörpers (14), vorzugsweise die Länge des Streckkörpers (14), in Zugrichtung
verstellbar ist.
3. Liegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Federungsglied (32) von einem elastischen Glied (4) gebildet ist, wobei insbesondere
das Zugmittel (5) zumindest mit einem Endlager (34) über das elastische Glied (4)
in Abstützungseingriff steht.
4. Liegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Federungsglied (32) und ein Endlager (34) einstückig ausgeführt sind, wobei es insbesondere
federnd zur Unterkonstruktion (3) gelagert ist.
5. Liegevorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Endlager
(34) als Federungsglied (32) gegenüber der Unterkonstruktion (3) in Zugrichtung verschiebbar
ausgebildet ist, wobei es insbesondere über zumindest eine mit ihrer Achse zumindest
annähernd in Zugrichtung angeordnete Gewindespindel (25) in seiner Lage fixiert ist,
die einerseits mit dem Endlager (34) und andererseits mit der Unterkonstruktion (3)
insbesondere über Gewindemutter und Scheibe in Abstützungseingriff steht.
6. Liegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Zugmittel (5) jeweils zwei sich zu ihnen quer erstreckende, benachbarte, durch zu
ihnen im wesentlichen orthogonal verlaufende Stützbalken (11) beabstandete und insbesondere
zu einem Tragrahmen (12) ergänzte, die Endlager (34) bildende Spannbalken (13,13')
verbinden, wobei insbesondere ein Spannbalken (13'), mit dem die Zugmittel (5) in
Abstützungseingriff stehen, als Spannholm (22) an der Unterkonstruktion (3) lösbar
fixiert ist.
7. Liegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest
in dem der Taille einer auf der Liegevorrichtung liegenden Person zugeordneten Bereich
in Bettlängsrichtung benachbarte Federungseinheiten (33) in der Vertikalbewegung ihrer
Stützflächen (8) entkoppelt und im Falle mit sich in Bettquerrichtung erstreckenden
Zugmitteln (5) insbesondere beabstandet sind.
8. Liegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stützflächen (8) der Federungseinheiten (33) die Liegefläche in den Schulter und Gesäß
einer auf der Liegevorrichtung liegenden Person zugeordneten Bereichen im wesentlichen
und insbesondere annähernd gleichmäßig beabstandet ausfüllen.
9. Liegevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Unterkonstruktion (3) aus mehreren, vorzugsweise drei, einzelnen Tragrahmen (12) gebildet
ist, die in Bettlängsrichtung nebeneinander angeordnet sind und deren Längen zusammen
nahezu der Bettlänge entsprechen, wobei jeder Tragrahmen (12) mit seiner Unterseite
an seinen Längsaußenseiten angeordnete Tragflächen (30) bildet und insbesondere mindestens
zwei benachbarte, verschiedenen einzelnen Tragrahmen (12) zugehörige Querbalken (2')
an den Enden der jeweiligen Längsbalken (1) angeordnet sind.
10. Liegevorrichtung nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch einen Einbausatz von Stützkörpern
(28), die zur Befestigung an den Innenseiten des Bettgestells nach Vorschrift ausgebildet
sind und im Einbauzustand nach Vorschrift auf die Unterkonstruktion (3) abgestimmte,
deren Tragflächen (30) zugeordnete, auf diese angepaßte und mit ihnen in Abstützungskontakt
stehende Auflageflächen (31) bilden, insbesondere auf ihrer Oberseite mit der Unterseite
der Unterkonstruktion (3), vorzugsweise deren ebenen, nach unten offenen Tragflächen
(30), in Abstützungskontakt stehen.