[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schlittschuhlaufbelag bestehend aus einer
Vielzahl zu einer Fläche aneinandergereihter, im wesentlichen rechteckiger Kunststoffplatten.
[0002] Schlittschuhlauf findet traditionellerweise auf einer Eisfläche statt. Diese Eisfläche
muß permanent gekühlt werden, was insbesondere im Frühjahr bei steigender Außentemperatur
sowie in Eishallen mit hohem Energieaufwand verbunden ist. Als kostengünstige Alternative
ist es bekannt geworden, einen Schlittschuhlaufbelag aus Kunststoffplatten herzustellen.
Diese Platten werden zu einer beliebig großen Fläche zusammengefügt und ergeben einen
Belag, dessen Qualität mit einer herkömmlichen Eisfläche durchaus vergleichbar ist.
[0003] Bisher wurde der Schlittschuhlaufbelag aus Kunststoffplatten lediglich in Hallen
verlegt, wo im wesentlichen gleichbleibende Temperaturverhältnisse gegeben sind. Versuche,
den Schlittschuhlaufbelag auch im Freien zu verlegen, scheiterten daran, daß die Kunststoffplatten
in Abhängigkeit von der Temperatur ihre Größe ändern. Dies führt dazu, daß bei niederer
Temperatur fugenlos aneinandergefügte Kunststoffplatten sich bei Erwärmung aufwerfen,
sodaß sich eine unebene,

hügelige" Fläche ergibt. Andererseits war man der Auffassung, daß es nicht möglich
sei, zwischen den Kunststoffplatten Dehnungsfugen zu belassen, da der Schlittschuhläufer
bei kalten Temperaturen mit seinen Schlittschuhen in diese Dehnungsfugen geraten könnte.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Schlittschuhlaufbelag anzubieten, dessen
Funktion von der Umgebungstemperatur unabhängig ist.
[0005] Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß daß die Umrißlinie der Kunststoffplatten
wellen- oder zickzackförmig ausgebildet ist und die Ausbildung eines wellen- oder
zickzackförmigen, temperaturabhängigen Dehnungs- bzw. Schrumpfungsspaltes zwischen
den Kunststoffplatten erlaubt.
[0006] Durch die wellen- oder zickzackförmige Ausgestaltung der Umrißlinie kann eine Dehnungsfuge
zwischen den Kunststoffplatten bewußt akzeptiert werden, da durch die Formgebung ein
Eindringen des Schlittschuhs in die Fuge verhindert wird. Ein hinterschneidungsfreies
Aneinandergrerizen der Kunststoffplatten ermöglicht die temperaturabhängige Entstehung
des Schrumpfungsspaltes.
[0007] Wesentlich ist es, die (annähernd) geradlinigen Abschnitte möglichst kurz zu halten,
wobei die Umrißlinie vorzugsweise sinusförmig ausgebildet ist.
[0008] Um ein flächiges Aneinanderfügen der Kunststoffplatten zu ermöglichen, ist vorzugsweise
vorgesehen, daß die Tangenten an die Umrißlinie mit einer gedachten geraden Kante
der Kunststoffplatten einen Winkel von höchstens 45° einschließen. Dadurch kann die
neue Kunststoffplatte diagonal an die bereits verlegten Kunststoffplatten hingeschoben
werden.
[0009] Um die absolute Dehnung bzw. Schrumpfung der Kunststoffplatten in Grenzen zu halten,
ist es günstig, wenn die Fläche der Kunststoffplatten zwischen 0,25 und 1,0 m
2 liegt.
[0010] Eine symmetrische Dehnung bzw. Schrumpfung ergibt sich dann, wenn die Kunststoffplatten
quadratisch ausgebildet sind.
[0011] Die Relativbewegung zwischen den einzelnen Kunststoffplatten läßt sich dadurch begrenzen,
daß die Kunststoffplatten einzeln am Untergrund befestigt sind. Dabei ist vorzugsweise
vorgesehen, daß die Kunststoffplatten an genau einer Stelle, vorzugsweise im Mittelpunkt
der Kunststoffplatten, befestigt sind. Die Befestigung im Mittelpunkt dient wiederum
einer symmetrischen Ausdehnung bzw. Schrumpfung.
[0012] Damit die Oberseiten der Kunststoffplatten bündig liegen, kann weiters vorgesehen
sein, daß zwischen den Kunststoffplatten eine Nut-Feder-Verbindung besteht.
[0013] Für ein einfaches Verlegen ist es besonders angenehm, wenn die Umrißlinien bei Drehung
der Kunststoffplatten um jeweils 90° deckungsgleich sind.
[0014] Weitere Merkmale und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Figurenbeschreibung. Dabei zeigt:
Fig. 1 eine einzelne Kunststoffplatte eines erfindungsgemäßen Schlittschuhlaufbelages,
Fig. 2 vier aneinander
grenzend verlegte Kunststoffplatten,
Fig. 3 den Eckbereich einer Kunststoffplatte im Detail und
Fig. 4 die Nut-Feder-Verbindung zwischen zwei Kunststoffplatten in geschnittener Explosionsdarstellung.
[0015] Die erfindungsgemäßen Kunststoffplatten 1 sind im wesentlichen quadratisch, wobei
die Umrißlinie 2 wellenförmig ausgebildet ist. Konkret handelt es sich um eine Sinuslinie,
deren doppelte Amplitude als Breite B eingezeichnet ist. Die Breite B beträgt etwa
25 mm. Der Kurvenradius R der Umrißlinie 2 beträgt etwa 20 mm, der Abstand der Schnittpunkte
P der Umrißlinie 2 mit der gedachten geraden Kante K etwa 40 mm.
[0016] Da der Winkel α zwischen der Tangente T der Sinuslinie und der gedachten Kante K
nirgends größer als 45° ist, läßt sich die Kunststoffplatte 1 in diagonaler Richtung
an zwei bereits verlegte Kunststoffplatten 1 anfügen.
[0017] Das Anfügen kann nur in der Ebene der Kunststoffplatten 1 erfolgen, da zwischen den
einzelnen Kunststoffplatten 1 eine Nut-Feder-Verbindung ausgebildet ist. Die Stoßkanten
der Kunststoffplatten 1 sind dazu umlaufend mit Nuten 4 versehen, in die Federn 5
eingesetzt werden. Die Federn 5 erstrecken sich im wesentlichen über die gesamte Kantenlänge.
[0018] Die Kunststoffplatten 1 sind quadratisch ausgebildet, wobei die Seitenlänge 750 mm
beträgt. Um das Absolutmaß der Dehnung zu reduzieren, können auch kleinere Platten
mit einer Seitenlänge von 500 mm verwendet werden, auch wenn dies eine größere Zahl
an zu verlegenden Platten mit sich bringt.
[0019] Die Kunststoffplatten 1 sind einzeln jeweils im Mittelpunkt 3 mit dem Untergrund
verschraubt. Der Schraubenkopf ist dabei deutlich unter die Oberfläche der Kunststoffplatte
1 abgesenkt. Durch die Fixierung der Kunststoffplatten 1 im Mittelpunkt 3 ergibt sich
eine allseits symmetrische Ausdehnung bzw. Schrumpfung.
[0020] Die erfindungsgemäßen Kunststoffplatten 1 bestehen aus extrudiertem Polyethylen,
das bei 10° Temperaturdifferenz eine Wärmedehnung von 1, 2 bis 2 Millimetern pro Meter
aufweist. Je nachdem, bei welcher Temperatur die Kunststoffplatten 1 verlegt werden,
muß ein bestimmter Dehnungsspalt zwischen den Kunststoffplatten 1 freigelassen werden.
Geht man davon aus, daß der Schlittschuhlaufbelag in einem Temperaturbereich von -15°C
bis +30°C funktionsbereit sein soll, so werden bei einer Temperatur von +45°C die
Dehnungsspalten vollkommen geschlossen sein, wogegen sie bei -15°C eine Breite von
ungefähr 5,0 mm aufweisen. Aufgrund der Wellenform der Umrißlinie 2 ergeben sich nur
kurze, annähernd geradlinige Spaltabschnitte, sodaß der Schlittschuhläufer nicht Gefahr
läuft, mit dem Schlittschuh in diese Spalten zu geraten.
[0021] Für eine einfache und optimale Verlegung des Schlittschuhlaufbelages, ist es günstig,
wenn bei der Montage je nach Temperatur abgestimmte Distanzstücke verwendet werden,
sodaß die einzelnen Kunststoffplatten 1 mit richtigem Abstand zueinander und richtigem
Dehnungsspalt verlegt werden.
[0022] Alternativ zum gezeigten Ausführungsbeispiel kann die Umrißlinie 2 auch als Zickzacklinie
ausgebildet sein. Aufgrund ihrer Krümmung verhindert die Wellenform jedoch zuverlässiger
ein Eindringen des Schlittschuhs in den Dehnungsspalt bei niedrigen Temperaturen.
1. Schliftschuhlaufbelag bestehend aus einer Vielzahl zu einer Fläche aneinandergereihter,
im wesentlichen rechteckiger Kunststoffplatten, dadurch gekennzeichnet, daß die Umrißlinie
(2) der Kunststoffplatten (1) wellen- oder zickzackförmig ausgebildet ist und die
Ausbildung eines wellen- oder zickzackförmigen, temperaturabhängigen Dehnungs- bzw.
Schrumpfungsspaltes zwischen den Kunststoffplatten (1) erlaubt.
2. Schlittschuhlaufbelag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umrißlinie
(2) sinusförmig ausgebildet ist.
3. Schlittschuhlaufbelag nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Tangenten
(T) an die Umrißlinie (2) mit einer gedachten geraden Kante (K) der Kunststoffplatten
(1) einen Winkel (α) von höchstens 45° einschließen.
4. Schlittschuhlaufbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Schnittpunkte (P) der Umrißlinie (2) mit der gedachten geraden Kante (K) einen
Abstand von höchstens 80 mm, vorzugsweise von etwa 40 mm aufweisen.
5. Schlittschuhlaufbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
die Breite (B) der wellen- oder zickzackförmigen Umrißlinie (2) unter 40 mm, vorzugsweise
etwa 25 mm beträgt.
6. Schlittschuhlaufbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kurvenradius (R) der wellenförmigen Umrißlinie (2) unter 40 mm, vorzugsweise bei
etwa 20 mm liegt.
7. Schtittschuhlaufbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Fläche der Kunststoffplatten (1) zwischen 0,25 und 1,0 m2 liegt.
8. Schlittschuhlaufbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kunststoffplatten (1) quadratisch ausgebildet sind.
9. Schlittschuhlaufbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kunststoffplatten (1) einzeln am Untergrund befestigt sind.
10. Schlittschuhlaufbelag nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffplatten
(1) an genau einer Stelle, vorzugsweise im Mittelpunkt (3) der Kunststoffplatten (1),
befestigt sind.
11. Schlittschuhlaufbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen den Kunststoffplatten (1) eine Nut-Feder-Verbindung besteht.
12. Schlittschuhlaufbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
die Umrißlinien (2) bei Drehung der Kunststoffplatten (1) um jeweils 90° deckungsgleich
sind.
13. Schlittschuhlaufbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kunststoffplatten (1) aus Polyethylen sind.
14. Schlittschuhlaufbelag nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kunststoffplatten (1) unter Freilassung eines temperaturabhängigen Dehnungsspaltes
verlegt sind.