[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Nockenwellenverstellung in einer Brennkraftmaschine,
wobei die Nockenwelle bzgl. einer Kurbelwelle mittels eines von einem Regler und einem
Proportionalventil betätigten Verstellers um einen vorbestimmten Winkel verschwenkt
wird, wobei der Regler einen Winkelsollwert mit einem Winkelistwert vergleicht, in
Abhängigkeit von diesem Vergleich eine Stellgröße in Form eines Tastverhältnisses
für das Proportionalventil bestimmt und bei Übereinstimmung von Winkelsoll- und Winkelistwert
diese Stellgröße auf ein Haltetastverhältnis derart einstellt, daß der Winkelsollwert
gehalten wird, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Zur Anpassung der Ventilsteuerung an verschiedene Betriebssituationen einer Brennkraftmaschine
ist es bekannt, mittels eines Schwenkverstellers und unter Verwendung des Öldruckes
einen relativen Winkel zwischen der Nockenwelle und der Kurbelwelle zu verstellen.
Hierdurch ergeben sich Vorteile bzgl. Leistungsabgabe, Verbrauch sowie Schadstoffemissionen
der Brennkraftmaschine. Bezüglich des Schwenkverstellers ergeben sich jedoch folgende
Nachteile: Die maximalen Verstellgeschwindigkeiten des Nockenwellenstellers sind nicht
konstant und für einen positiven bzw. negativen Sprung unterschiedlich. Es existieren
Betriebspunkte, bei denen der Öldruck zum Verstellen nicht ausreicht. Der Winkelistwert
ist im statischen Bereich häufig unruhig.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der o.g.
Art mit folgenden Eigenschaften zur Verfügung zu stellen: Gleichbleibend hohe Regelgüte
unter allen Betriebsbedingungen, Vereinfachung der Applikation und Auffangen von Streuungen
und Toleranzen durch intelligente Adaptionsstrategie.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren der o.g. Art mit den in Anspruch
1 gekennzeichneten Merkmalen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind
in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0005] Dazu ist es erfindungsgemäß vorgesehen, daß während einer Verstellung der Nockenwelle
vor einem jeweiligen Soll-/Istwert-Vergleich dem Winkelistwert ein Prädiktionswinkel
derart hinzuaddiert wird, daß die Summe aus Winkelistwert und Prädiktionswinkel einem
Winkel der Nockenwelle entspricht, den diese nach Umstellen der Stellgröße auf den
Haltewert bis zum vollständigen Schließen des Proportionalventils während einer Ventilschließzeit
erreicht.
[0006] Dies hat den Vorteil, daß eine präzise Nockenwellenverstellung ohne wesentliches
Überschwingen erzielt wird, da ein weiteres Verschwenken der Nockenwelle während der
Ventilschließzeit bereits beim Soll-/Istwertvergleich berücksichtigt wird. Ferner
ergibt sich eine vereinfachte Applikation, da statt einer aufwendigen Bedatung wichtige
Größen berechnet werden.
[0007] Die Ermittlung der jeweiligen Verstellgeschwindigkeit der Nockenwelle vor jedem Soll-/Istwertvergleich
mittels Flankensignalen von einem der Nockenwelle zugeordneten Schnellstartgeberrad
berücksichtigt einen Einfluß des Öldruckes auf den Prädiktionswinkel. Beispielsweise
erhöht sich bei größerem Öldruck die Verstellgeschwindigkeit, was zu einem größeren
Prädiktionswinkel führt.
[0008] Zweckmäßigerweise wird die Verstellgeschwindigkeit aus einer Lageänderung zwischen
zwei zugehörigen negativen Flankenwechseln eines der Nockenwelle zugeordneten Schnellstartgeberrades
berechnet, wobei bevorzugt über alle Flankenwechsel einer vollständigen Umdrehung
des Schnellstartgeberrades gerechnet wird.
[0009] Sofern jedoch über eine Zeitspanne größer als dem Rechenraster kein Flankensignal
des Schnellstartgeberrades auftritt, wird der Winkelistwert für einen nachfolgenden
Soll-/Istwertvergleich unter Verwendung der Verstellgeschwindigkeit fortgeschrieben.
Hierzu wird bei Ausbleiben eines Flankensignals vom Schnellstartgeberrad zwischen
zwei Rechentakten beim nächstfolgenden Rechentakt der neue Winkelistwert aus dem beim
letzten Rechentakt erhaltenen Winkelistwert zusammen mit einer Winkelkorrektur bestimmt,
wobei die Winkelkorrektur aus der Verstellgeschwindigkeit und der Dauer eines Rechentaktes
berechnet wird.
[0010] Eine von einer Viskosität des Öles unabhängige präzise Nockenwellenverstellung erzielt
man dadurch, daß die Ventilschließzeit vor jedem Soll-/Istwertvergleich in Abhängigkeit
von einer Motortemperatur, vorzugsweise der Öltemperatur, aus einem Kennfeld bestimmt
wird.
[0011] Dadurch, daß für unterschiedliche Schwenkrichtungen der Nockenwelle die Ventilschließzeit
aus unterschiedlichen Kennfeldern bestimmt wird, ist es möglich, Rückwirkungen auf
die Nockenwelle, beispielsweise von Ventilstößeln, welche für unterschiedliche Schwenkrichtungen
unterschiedliche Wirkung auf den Prädiktionswinkel haben, zu berücksichtigen.
[0012] Zweckmäßigerweise wird ab dem Beginn einer Verstellung der Nockenwelle die Ventilschließzeit
von Null bis höchstens zum maximalen bzw. minimalen Wert mittels Integration verändert
und ab dem Umstellen der Stellgröße auf das Haltetastverhältnis die Ventilschließzeit
vom letzten Wert mittels Integration auf Null berechnet.
[0013] Zur Sicherstellung der Konvergenz des Regelverfahrens an den Winkelsollwert, wird
eine jeweils bestimmte Ventilschließzeit mit einem Vorzeichen derart versehen, daß
der sich aus dem Produkt aus Ventilschließzeit und Verstellgeschwindigkeit ergebende
Prädiktionswinkel eine solches Vorzeichen hat, daß sich bei Addition mit dem Winkelistwert
eine Betragsänderung des Winkelistwertes in Richtung des Winkelsollwertes ergibt.
Mit anderen Worten wird der Betrag des Winkelsollwertes durch den Prädiktionswinkel
erhöht, wenn der Winkelsollwert im Betrag größer ist als der Winkelistwert bzw. es
wird der Betrag des Winkelsollwertes durch den Prädiktionswinkel erniedrigt, wenn
der Winkelsollwert im Betrag kleiner ist als der Winkelistwert.
[0014] Beispielsweise werden das Haltetastverhältnis, das Tastverhältnis zum Verstellen
in eine Richtung und das Tastverhältnis zum Verstellen in die entgegengesetzte Richtung
vorbestimmt.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform wird oberhalb und unterhalb des Sollwertes ein
Fangbereich mit vorbestimmter Breite vorgesehen, wobei bereits dann auf das Haltetastverhältnis
umgeschaltet wird, wenn der um den Prädiktionswinkel ergänzte Winkelistwert in den
Fangbereich hinein fällt. Hierbei wird für eine präzise Verstellung auf einen neuen
Winkel ohne Über- oder Nachschwingen während der Verstellung der Nockenwelle auf einen
neuen Winkel der Fangbereich kleiner gewählt als während des Haltens des Winkelsollwertes
mit dem Haltetastverhältnis. Der größere Fangbereich beim Halten verhindert zudem,
daß die Regelung in unerwünschter Weise in den Betrieb der Winkelverstellung umschaltet,
was zu einem unruhigen Reglerverhalten führen würde.
[0016] Eine präzise und ruhige Reglercharakteristik beim Halten eines Winkelsollwertes erzielt
man dadurch, daß während des Haltens eines Winkelsollwertes eine PI-Regelung durchgeführt
wird, wobei ein I-Anteil aus dem Haltetastverhältnis abgeleitet und ein P-Anteil aus
einer Sollwertabweichung multipliziert mit einem vorbestimmten Faktor berechnet wird.
[0017] Weitere Merkmale, Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich aus den abhängigen Ansprüchen, sowie aus der nachstehenden Beschreibung der Erfindung
anhand der beigefügten Zeichnungen. Diese zeigen in
- Fig. 1
- eine schematische Übersicht einer Nockenwellenanordnung, welche das erfindungsgemäße
Verfahren ausführt,
- Fig. 2
- eine graphische Darstellung des Verhaltens des tatsächlichen Winkelistwertes, des
um einen Prädiktionswinkel korrigierten Winkelistwertes und der Verschließzeit des
Proportionalventils über die Zeit;
- Fig. 3
- ein schematisches Blockschaltbild einer das erfindungsgemäße Verfahren ausführenden
Reglervorrichtung,
- Fig. 4
- ein schematisches Blockschaltbild der Modellbildung des Ventils gemäß Fig. 3,
- Fig. 5
- einen schematischen, blockschaltbildartigen Ablaufplan einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 6
- einen schematischen, blockschaltbildartigen Ablaufplan der Berechnung der Nockenwellengeschwindigkeit
gemäß der Ausführungsform von Fig. 5,
- Fig. 7
- einen schematischen, blockschaltbildartigen Ablaufplan des Beobachters mit Modellbildung
des Ventils, Prädikation und Berechnung des Winkelistwertes mittels Integration,
- Fig. 8
- einen schematischen, blockschaltbildartigen Ablaufplan der Modellbildung des 4/2-Proportionalventiles
gemäß Fig. 7,
- Fig. 9
- einen schematischen, blockschaltbildartigen Ablaufplan der Adaption der Ventilschließzeit
gemäß Fig. 7,
- Fig. 10
- einen schematischen, blockschaltbildartigen Ablaufplan der Ausgabe des Tastverhältnisses
mittels eines 3-Punkt-Reglers gemäß der Ausführungsform von Fig. 5,
- Fig. 11
- einen schematischen, blockschaltbildartigen Ablaufplan der Berechnung des Betriebspunktes
gemäß der Ausführungsform von Fig. 5,
- Fig. 12
- einen schematischen, blockschaltbildartigen Ablaufplan der Freigabe der Berechnung
des Betriebspunktes gemäß Fig. 11.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen beispielhaft für die Einlaßnockenwelle beschrieben, was durch den Index
"e" in den jeweiligen Bezeichnungen für Signale, Parameter bzw. Bits ersichtlich ist.
Dies ist jedoch lediglich beispielhaft. Die dargestellten Erläuterungen gelten sinngemäß
auch für die Auslaßnockenwelle.
[0019] Die in Fig. 1 beispielhaft dargestellte Nockenwellenanordnung für eine verstellbare
Nockenwelle 10 umfaßt einen Schwenkversteller 12, ein diesen Schwenkversteller ansteuerndes
4/2-Proportionalwegeventil 14, ein Motorsteuergerät 16, ein der Nockenwelle 10 zugeordnetes
Schnellstartgeberrad 18, einen dieses Schnellstartgeberrad 18 abtastenden Nockenwellensensor
20 und eine die Nockenwelle 10 mit einer nicht dargestellten Kurbelwelle verbindende
Kette 22. Der Nockenwellensensor 20 tastet das Schnellstartgeberrad 18 ab, wobei letzteres
Erhebungen 24 aufweist, die sich bei Drehung der Nockenwelle 10 aufeinander folgend
an dem Nockenwellensensor 20 vorbei bewegen und dort entsprechende Flankensignale
erzeugen, die von dem Nockenwellensensor 20 an das Motorsteuergerät 16 übertragen
werden. Das Motorsteuergerät 16 steuert wiederum das Proportionalventil 14 derart
an, daß den Schwenkversteller mit entsprechendem Öldruck aus einem Ölkreislauf 26
versorgt wird. Dieser Öldruck wird von einer Motorölpumpe 28 erzeugt.
[0020] Fig. 2 veranschaulicht grafisch die Arbeitsweise des im Motorsteuergerät 16 (Fig.
1) angeordneten erfindungsgemäßen Reglers. In Fig. 2 ist ein Zeitabschnitt dargestellt,
welcher eine Verstellung der Nockenwelle von einem Winkel 0 °KW (KW = Kurbelwelle)
bis zu einem Winkel 20 °KW darstellt. Zu einem Zeitpunkt t = 0 s wird ein Bit B_nwvpos
auf 1 gesetzt, was das Verstellen der Nockenwelle auf einen neuen Relativwinkel bezüglich
der Kurbelwelle signalisiert. Als Winkelsoliwert ist 20°KW eingestellt. Die Linie
30 veranschaulicht den sich über die Zeit verändernden Winkelistwert der Kurbelwelle,
welcher nachfolgend mit wnwise bezeichnet ist.
[0021] Je nach Stellung des Proportionalwegeventils 14 (Fig. 1) benötigt dieses eine vorbestimmte
Zeit znwve, bis dieses wieder geschlossen ist. Diese Ventilschließzeit znwve ist mit
Linie 32 dargestellt. Mit andern Worten benötigt das Ventil nach Rücksetzen des Bits
B_nwvpos auf Null die Zeitspanne znwve bis es vollständig geschlossen ist. In der
dargestellten Ausführungsform sind dies 40 ms. Während dieser 40 ms wird der Schwenkversteller
12 vom Öldruck weiter bewegt, wodurch sich auch der relative Winkel der Nockenwelle
10 zur Kurbelwelle verändert. Diese Winkelveränderung hängt im wesentlichen von der
Steigung der Kurve 30, d.h. von der Geschwindigkeit ab, mit der sich der Winkelistwert
verändert (Verstellgeschwindigkeit). Das Produkt aus dieser Verstellgeschwindigkeit
vnwde und der Ventilschließzeit znwve ergibt einen Prädiktionswinkel wnwpe. Die Summe
aus aktuellem Winkelistwert wnwise und Prädiktionswinkel wnwpe ergibt somit einen
endgültigen Winkel der Nockenwelle 10 gegenüber der Kurbelwelle, welcher nach Beendigung
der Verstellung mittels Rücksetzen des Bits B_nwvpos auf "0" von der Nockenwelle 10
letztendlich erreicht wird.
[0022] Erfindungsgemäß ist es nunmehr im Regler vorgesehen, daß ein Soll-/Istwert-Vergleich
nicht mit dem tatsächlichen Istwert wnwise erfolgt, sondern mit der Summe aus wnwise
und dem Prädiktionswinkel wnwpe. Dementsprechend beendet der Regler die Verstellung
bei t = 200 ms derart rechtzeitig, daß durch das Weiterlaufen der Nockenwelle 10 im
Bereich t = 200 ms bis t = 240 ms bedingt durch die Schließzeit znwve des Proportionalwegeventils
14 möglichst genau der gewünschte Sollwinkel von 20° KW erreicht wird.
[0023] Mit anderen Worten wird zur Regelung der Nockenwellen-Istposition ein Prädiktionsregler
verwendet. Übersteigt die Regeldifferenz einen Schwellwert und liegt somit ein erhöhter
Stellbedarf vor, wird das Proportionalwegeventil 14 mit maximalem Tastverhältnis angesteuert,
was durch Setzen des Bits B_nwvpos auf "1" erzielt wird und für die Zeitdauer von
t = 0s bis t = 200 ms andauert. Entsprechende Kanäle im Proportionalwegeventil 14
geben den größtmöglichen Öffnungsquerschnitt frei und führen zu einer maximalen Verstellgeschwindigkeit
vnwde. Um ein optimales Einschwingverhalten zu erreichen, wird der Prädiktionswinkel
wnwpe verwendet. Diese Größe berücksichtigt den Winkel, den die Nockenwelle benötigt,
um aufgrund der endlichen Ventilschließzeit znwve von der momentanen Verstellgeschwindigkeit
vnwde zum Stillstand zu kommen. Die Ansteuerung des 4/2-Proportionalwegeventils 14
wird bereits beendet, wenn der Winkelistwert den Winkelsollwert bis auf den Prädiktionswinkel
wnwpe erreicht hat. Der Prädiktionswinkel errechnet sich als Produkt aus der aktuellen
Verstellgeschwindigkeit vnwde und der Ventilschließzeit znwve.
[0024] Die Verstellgeschwindigkeit vnwde wird aus der Lageänderung der Nockenwelle zwischen
zwei negativen Signalen einer Flanke des Schnellstartgeberradsignals berechnet. Die
Ermittlung der Verstellgeschwindigkeit vnwde berücksichtigt hierbei den Einfluß des
Öldruckes, so daß eine genaue Ermittlung der Prädiktionswinkels möglich ist.
[0025] In dem erfindungsgemäßen Regelverfahren erfolgt der Soll-/Istwertvergleich ständig
im Rhythmus eines Rechenrasters von beispielsweise 4 ms. Hierbei ist jedoch zu beachten,
daß nicht innerhalb eines jeden Rechenzyklus ein Flankensignal des Schnellstartgeberrades
18 auftritt und somit nicht zu jedem Rechentakt der tatsächliche Winkelistwert bestimmt
werden kann. Um nun trotzdem beim nächsten Rechentakt einen Soll-/Istwertvergleich
vornehmen zu können, wird erfindungsgemäß der Winkelistwert wnwise aus der bestimmten
Verstellgeschwindigkeit vnwde berechnet bzw. fortgeschrieben, bis wieder ein Flankensignal
des Schnellstartgeberrades 18 auftritt, bei dem eine genaue Positionsfeststellung
der Kurbelwelle, der Nockenwelle 10 und somit eines relativen Winkels zwischen diesen
(Winkelistwert) meßbar ist. Die momentane Ventilschließzeit znwve wird ebenfalls ständig
in Abhängigkeit von der Betriebssituation der Brennkraftmaschine aktualisiert.
[0026] Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Fig. 3 bis 12 eine konkrete bevorzugte
Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Regelverfahrens beschrieben.
[0027] Fig. 3 veranschaulicht in einem Blockschaltbild eine vereinfachte Struktur eines
Drei-Punkt-Nockenwellen-Reglers. In einem Block 34 wird in nachfolgend noch näher
erläuterter Weise die aktuelle Verstellgeschwindigkeit vnwde der Nockenwelle berechnet.
Diese Verstellgeschwindigkeit vnwde wird einem Integrator 36 zugeführt, welcher aus
der Verstellgeschwindigkeit vnwde über die Zeit einen geschätzten Winkelistwert wnwise'
berechnet, sofern kein Flankensignal des Schnellstartgeberrades 18 und somit kein
gemessener Winkelistwert vorliegt. Gleichzeitig wird bei jedem Rechentakt aus einer
Modellbildung des Proportionalwegeventils in Block 38 eine für die momentane Betriebssituation
gültige Ventilschließzeit znwve bestimmt und ausgegeben. Des weiteren steuert Block
38 einen Schalter 40 mittels eines Bits B_nwvhe derart, daß wahlweise der Ausgang
aus Block 34 oder ein Wert "0" an den Integrator 36 gegeben wird. Dieses Bit B_nwvhe
ist dann auf "1" gesetzt, wenn keine Verstellung des Nockenwellenwinkels auf einen
neuen Wert, sondern ein Halten des momentanen Istwertes erfolgen soll. In diesem Fall
erfolgt keine Fortschreibung des Winkelistwertes wnwise, da dieser sich möglichst
nicht verändern soll. Aus der momentanen Ventilschließzeit znwve zusammen mit der
Verstellgeschwindigkeit vnwde wird in einem Block 42 der Prädiktionswinkel wnwpe berechnet.
In Block 44 werden der Prädiktionswinkel wnwpe und der abgeschätzte Winkelistwert
wnwise' zum Gesamtwinkel wnwgsde für den Soll-/Istwertvergleich im Regler berechnet.
Dieser Soll-/Istwertvergleich zwischen wnwgsde und dem Winkelsollwert für die Nockenwelle
wnwse erfolgt in Block 46. Dieser Block 46 schaltet mittels der Bits B_nwvpos, B_nwvhe
und B_nwvneg die Betriebsart des Reglers, d.h. Halten oder Verstellen des Relativwinkels
zwischen Nockenwelle und Kurbelwelle. Sofern der Soll-/Istwertvergleich ergibt, daß
eine große Sollwertdifferenz vorliegt, dann wird je nach Vorzeichen dieser Differenz
ein Verstellen in positiver oder negativer Richtung des Relativwinkels zwischen Nockenwelle
und Kurbelwelle durch Setzen entweder des Bits B_nwvpos oder des Bits B_nwvneg auf
"1" aktiviert. Sofern der Soll-/Istwertvergleich jedoch ergibt, daß sich der Gesamtistwert
wnwgsde innerhalb eines Fangbereiches um den Sollwert wnwse befindet, wird die Betriebsart
"Winkelhalten" aktiviert, indem das Bit B_nwvhe auf "1" gesetzt wird.
[0028] Fig. 4 veranschaulicht eine vereinfachte Struktur des Blockes 38 von Fig. 3, welcher
eine Modellbildung des Proportionalwegeventils 10 von Fig. 1 umfaßt. In Abhängigkeit
von einem Parameter tmot, welcher eine Motortemperatur darstellt, wird für die unterschiedlichen
Verstellrichtungen aus einem jeweiligen Kennfeld 48, 50 eine jeweilige maximale Ventilschließgeschwindigkeit
für ein Verstellen in positiver bzw. negativer Richtung bestimmt und an einen Integrator
52 übergeben. Dieser Integrator 52 erhält ein zu integrierendes Eingangssignal von
einer Logik 54. Dieser Logik ist durch Überprüfung der Bits B_nwvpos und B_nwvneg
bekannt, in welcher Regelsituation sich der Regler momentan befindet. Ferner ist der
Logik 54 über Rückkopplung 56 der momentane Zustand des Integrators 52 ebenso bekannt.
Durch ein entsprechendes Eingangssignal aus der Logik 54 erhöht der Integrator 52
an seinem Ausgang ab dem Beginn einer positiven Verstellung des Nockenwellenwinkels
auf einen neuen Wert die Ventilschließzeit steigend, wie dies aus Kurve 32 in Fig.
2 ersichtlich ist. Die Werte aus den Kennfeldern 48 bzw. 50 stellen dabei die maximalen
Ventilschließzeiten znwve für die positive bzw. negative Verstellrichtung dar. Diese
liegt bei dem Beispiel gemäß Fig. 2 bei 40 ms, so daß der Ausgang des Integrators
52 ab diesem Zeitpunkt konstant bleibt. Nach einer entsprechenden Vorzeichenkorrektur
in Block 58 wird dann schließlich von der Modellbildung in Block 38 die aktuelle Ventilschließzeit
znwve sowie das Bit zum Signalisieren eines Haltezustandes B_nwvhe ausgegeben.
[0029] Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Fig. 4 bis 12 eine konkrete Ausgestaltung
des Funktionsablaufes der erfindungsgemäßen Regelung gemäß der Figuren 3 und 4 beschrieben.
[0030] Fig. 5 veranschaulicht hierzu in einer Übersicht den erfindungsgemäßen Nockenwellenregler.
Dieser umfaßt folgendes: einen Beobachter 60, welcher die Funktionen der Blöcke 36,
38, 42 und 44 gemäß Fig. 3 in sich vereint, eine Geschwindigkeitsberechnung 62, eine
Adaption des Arbeitspunktes 64, eine Fehlerbehandlung 66 und eine Ausgabe des Tastverhältnisses
68. Der in Fig. 5 dargestellte Nockenwellenregler erhält als Eingangswerte einen Winkelsollwert
wnwse sowie einen Winkelistwert wnwise. Als Ausgangswert gibt dieser Nockenwellenregler
im wesentlichen einen Stellwert in Form eines Tastverhältnisses tanwre ab. Dieses
Tastverhältnis tanwre wird dem Proportionalwegeventil zugeführt und stellt eine entsprechende
Ventilstellung derart ein, daß entweder der Nockenwellenwinkel in negative Richtung
verändert wird (Tastverhältnis

) oder der Nockenwellenwinkel in positiver Richtung verändert wird (Tastverhältnis

) oder der momentane Winkelistwert gehalten wird (Tastverhältnis

, wie nachfolgend unter Bezugnahme auf Fig. 10 noch näher erläutert wird).
[0031] Fig. 6 veranschaulicht die Berechnung der Verstellgeschwindigkeit vnwde in Block
62. Diese Berechnung erfolgt immer dann, wenn das Bit B_nwie gleich "1" ist und damit
signalisiert, daß ein Flankensignal des Schnellstartgeberrades empfangen wurde. In
diesem Fall erfolgt der Ablauf von Operationen in einem Zweig 70, wobei diese Operationen
mit /1/ bis /11/ gekennzeichnet sind, wobei die Ziffern die Reihenfolge der Funktionsausfuhrung
beginnend mit /1/ kennzeichnen. In Block 72 erfolgt dann die Auswertung mehrerer Flankensignale
des Schnellstartgeberrades über eine volle Umdrehung desselben. Entsprechende Drehwinkel
und Zeitabschnitte zwischen den Flankensignalen werden in Schieberegistern 74 bzw.
76 aufgenommen und in Blöcken 78 bzw. 80 aufsummiert. In Block 82 werden die aufsummierten
Winkel durch die aufsummierten Zeiten geteilt, woraus sich die Verstellgeschwindigkeit
vnwde gemittelt über eine volle Umdrehung des Schnellstartgeberrades ergibt. Gegebenenfalls
erfolgt in einem Filter 84 eine Filterung der berechneten Verstellgeschwindigkeit
vnwde, wodurch die Geschwindigkeitserfassung geglättet wird. Die Drehung des Schnellstartgeberrades
erfolgt jedoch nicht in der selben Frequenz, die dem Rechenraster zugrunde liegt.
Demzufolge tritt ein Flankensignal nicht notwendigerweise exakt zum Zeitpunkt eines
Rechentaktes auf, sondern in der Regel zwischen zwei Rechentakten. Nun wird jedoch
zum Zeitpunkt des Eintritts des Flankensignals eine momentane Stellung der Kurbelwelle
ausgewertet. Durch Vergleich mit der zugehörigen Flanke des Schnellstartgeberrades
läßt sich somit zwar ein Relativwinkel zwischen Nockenwelle und Kurbelwelle bestimmen,
jedoch liegt dieser Zeitpunkt im Moment des Rechentaktes in der Vergangenheit, da
zwischen dem Auftreten des Flankensignals und dem nächsten Rechentakt ein gewisser
Bruchteil einer Rechentaktzeit vergangen ist. Die Berechnungen des in den Figuren
dargestellten erfindungsgemäßen Reglers erfolgen gemäß einem in Block 86 bestimmten
Zeitpunkts. Um nun aus der Lagebestimmung der Kurbelwelle zum Zeitpunkt de Flankensignals
einen exakten Winkelistwert zum Zeitpunkt des (zeitlich später liegenden) Rechentaktes
zu bestimmen, wird im Block 88 die Zeitspanne zwischen dem Auftreten des Flankensignals
und dem nächsten Rechentakt bestimmt. Diese Zeitspanne wird bei 90 als letzte Funktion
/11/ an den Beobachter 60 übergeben. Sofern jedoch seit dem letzten Rechentakt kein
Flankensignal des Schnellstartgeberrades auftrat, ist das Bit B_nwie auf "0" gesetzt
und es erfolgt die Ausführung des Programmzweiges 92. In diesem Zweig 92 wird lediglich
eine mit /1/ bezeichnete Funktion ausgeführt, in der einem Register 94 eine Rechentaktzeit
hinzu addiert wird und eine gesamt verstrichene Zeit dtnwe seit dem letzten Flankensignal
an den Beobachter 60 weitergeleitet wird.
[0032] Fig. 7 veranschaulicht den Funktionsablauf im Beobachter 60. Sofern durch das Bit
B_nwvhe signalisiert wird, daß sich der Regler im Betriebsmodus "Verstellen auf einen
neuen Winkelwert" befindet, wird die in Block 62 berechnete Verstellgeschwindigkeit
vnwde einem Integrator 94 zugeführt. Dieser berechnet aus der Verstellgeschwindigkeit
und der seit dem letzten Flankensignal des Schnellstartgeberrades vergangenen Zeit
einen geschätzten Winkelistwert wnwgse. Sofern jedoch ein Flankensignal des Schnellstartgeberrades
ein exaktes Bestimmen des Winkelistwertes zwischen Nockenwelle und Kurbelwelle zuläßt,
erfolgt ein Abgleich des Integrators 94 über Zweig 96, wobei der zum Zeitpunkt des
Flankensignals bestimmte Wert des Winkels mit der entsprechenden Korrektur aufgrund
der Zeitspanne zwischen Flankensignal und Rechentakt als neuer Winkelistwert wnwgse
gesetzt wird. Die Korrektur erfolgt bei der Multiplikation der Verstellgeschwindigkeit
vnwde mit der Zeitspanne dtnwe seit dem letzten Flankensignal im Block 98 und führt
zum Korrekturwinkel wnwkrve, der in Block 100 dem zum Zeitpunkt des Flankensignals
gemessenen Winkelistwert wnwise hinzu addiert wird. Der den Integrator verlassende
Istwert wnwgse wird schließlich in Block 102 um den Prädiktionswinkel wnwpe ergänzt
zu wnwgsde. In Block 104 erfolgt schließlich der Soll-/Istwertvergleich in dem der
ergänzte Winkelistwert wnwgsde und der Winkelsollwert wnwse voneinander abgezogen
werden. Das Ergebnis ist die Regeldifferenz dwnwe.
[0033] Die Bestimmung des Prädiktionswinkels wnwpe in Block 106 ist in Fig. 8 veranschaulicht.
In Fig. 8 finden sich die Logik 54, der Integrator 52, die Rückkopplung 56, die Kennfelder
48, 50 sowie die Vorzeichenkorrektur 58 wieder. Zusätzlich wird bei 108 und 110 ein
Korrekturwert für die maximale Ventilschließzeit znwvpe in positiver Richtung bzw.
znwvne in negativer Richtung eingeführt. Die Bestimmung dieser Korrekturwerte znwadne
und znwadpe ist in Fig. 9 veranschaulicht. In Block 112 wird geprüft, ob eine Adaption
notwendig ist oder nicht. In Block 114 wird festgelegt wie adaptiert wird und in Blocke
116 erfolgt eine Lernwert-Begrenzung. In Block 118 wird die Adaption gelöscht. Der
Adaptionswert berücksichtigt beispielsweise Ölviskosität, Streuungen und Leckagen.
[0034] Fig. 10 veranschaulicht schließlich den Aufbau des Blockes 68, welcher ein jeweiliges
Tastverhältnis tanwre zum Ansteuern des Proportionalwegeventils ausgibt. In Block
120 erfolgt in Abhängigkeit der Werte der Bits B_nwvne (= B_nwvneg) und B_nwvpe (=
B_nwvpos) die Auswahl aus drei Quellen für das auszugebende Tastverhältnis tanwre.
Mit anderen Worten handelt es sich bei dem Regler mit dem Funktionsblock 120 um einen
Drei-Punkt-Regler.
[0035] Sofern das Bit B_nwvne oder B_nwvpe gesetzt ist, wird jeweils ein Tastverhältnis
aus dem Register 122 oder 124 ausgegeben. Hierbei handelt es sich um Tastverhältnisse
zur Verstellung des Relativwinkels zwischen Nockenwelle und Kurbelwelle in positive
oder negative Richtung. Sofern momentan kein neuer Relativwinkel für die Nockenwelle
angefahren wird, befindet sich der Regler im "Haltemodus", d.h. es wird ein Haltetastverhältnis
ausgegeben. Dieses wird in Form eines PI-Reglers erzeugt und umfaßt als P-Anteil das
Tastverhältnis tanwpe und als I-Anteil das Haltetastverhältnis tanwrhfe, die im Block
126 aufsummiert werden. Der P-Anteil tanwpe ist dabei das Ergebnis einer Multiplikation
aus der Regeldifferenz dwnwe mit einem festen Faktor aus einem Register 128 im Funktionsblock
130.
[0036] Das Setzen oder Zurücksetzen der Bits B_nwvne bzw. B_nwvpe, die ein Verstellen auf
einen neuen Relativwinkel zwischen Nockenwelle und Kurbelwelle signalisieren, erfolgt
zusätzlich in Abhängigkeit von Schwellwerten WSNW und WSRNWE in Registern 132, 134,
die jeweils einen Fangbereich um den Sollwert herum bilden. Hierbei ist ein größerer
Fangbereich WSNW aus Register 132. aktiv, wenn sich die Regelung im Haltemodus befindet,
d.h. wenn gemäß dem gesetzten Bit B_nwhe der momentane Winkel gehalten werden soll.
Sofern sich jedoch der Regler in einem Betriebszustand befindet, in dem auf einen
neuen relativen Winkel zwischen Nockenwelle und Kurbelwelle verstellt wird, ist der
kleinere Fangbereich WSRNW aus Register 134 aktiv.
[0037] Fig. 11 veranschaulicht den Aufbau und die Funktionsweise des Blockes 64 von Fig.
5 zur Berechnung des Betriebspunktes, d.h. zur Bestimmung des Haltetastverhältnisses
tanwrhfe. Hierbei wird in einem Block 136 geprüft, ob die Berechnung des Betriebspunktes
aktiviert werden soll oder nicht. Die Aktivierung erfolgt lediglich dann, wenn die
Winkelposition der Nockenwelle bezüglich der Kurbelwelle konstant gehalten werden
soll. Der Block 64 paßt dann das Haltetastverhältnis tanwrhfe in optimaler Weise derart
an, daß sich ein entsprechender Betriebspunkt für die Regelung ergibt. Aufbau und
Funktion des Blockes 136 sind in Fig. 12 illustriert. Hierbei wird in Block 138 ein
Soll-/Istwertvergleich zwischen dem Winkelistwert wnwgse und dem Winkelsollwert wnwse
ohne Hinzufügung des Prädiktionswinkels durchgeführt. Hierdurch ist sichergestellt,
daß die Berechnung des Betriebspunktes nicht bereits in dem Zeitintervall aktiviert
wird, in dem zwar die Verstellung beendet ist, jedoch das Proportionalwegeventil noch
nicht ganz geschlossen ist (Ventilschließzeit znwve). In Fig. 2 ist dies der Zeitbereich
von t = 200 ms bis t = 240 ms. Erst in dem Zeitbereich nach t = 240 ms soll die Berechnung
des Betriebspunktes einsetzen. Durch eine Rückkopplung 140 wird schließlich sichergestellt,
daß die Berechnung des Betriebspunktes auch dann noch aktiv bleibt, wenn sich in Abwesenheit
des Wunsches der Verstellung auf einen neuen relativen Winkelwert zwischen Nockenwelle
und Kurbelwelle der Winkelistwert etwas weiter von dem Winkelsollwert entfernt.
Erst wenn tatsächlich der Winkelsollwert auf einen neuen Wert eingestellt wurde, der
nunmehr angefahren werden muß, hört die Berechnung des Betriebspunktes auf.
[0038] An Stelle des beispielhaft gezeigten Schwenkverstellers 12 kann ein beliebiger Versteller
eingesetzt werden, z.B. aus dem Stand der Technik bekannte, mit einer Schrägverzahnung
versehene hydraulisch betätigte Axialkolbenversteller.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0039]
- B_nwcoe
- Bit zur Freigabe der Berechnung des Betriebspunktes
- B_nwie
- Bit für Auftreten einer Flanke des Schnellstartgeberrades (Interrupt)
- B_nwvpos
- Bit für Verstellung der Nockenwelle in positiver Richtung (maximales Tastverhältnis
für Verstellung in positiver Richtung aktiv)
- B_nwvneg
- Bit für Verstellung der Nockenwelle in negativer Richtung (maximales Tastverhältnis
für Verstellung in negativer Richtung aktiv)
- B_nwvhe
- Bit für Halten des Winkelistwertes im Bereich des Bitsollwertes mit PI-Regelung (Haltetastverhältnis
aktiv)
- B_nwtve
- Bit für Reglerberechnung aktiv
- dnnwe
- Winkel zwischen zwei auszuwertenden Flanken des Schnellstartgeberrades
- dnnwXe
- X-ter Winkelwert, X=1,2,3
- dtnwe
- Zeitabschnitt zwischen zwei auszuwertenden Flanken des Schnellstartgeberrades
- dtnwXe
- X-te Zeitabschnitt, X=1,2,3
- dwnwe
- Differenz: Winkelsollwert der Nockenwelle minus prädiktiver Winkelistwert der Nockenwelle
(Soll/Ist-Abweichung)
- tanwne
- Tastverhältnis zur Verminderung des Nockenwellenwinkels
- tanwpe
- Proportional-Anteil des Haltetastverhältnisses
- tanwpse
- Tastverhältnis zur Erhöhung des Nockenwellenwinkels
- tanwre
- Tastverhältnis für Nockenwellenregelung
- tanwrhfe
- adaptiertes Haltetastverhältnis (Integralanteil)
- tmot
- Motortemperatur
- tnwie
- Zeit eines Systemtimers bei Eintreffen einer Flanke des Schnellstartgeberrades
- tnwtv
- Rechenzeitraster
- ttvie
- Systemzähler
- ttvier
- Übernahmewert von ttvie bei Auftreten einer Flanke des Schnellstartgeberrades (B_nwtve
= TRUE)
- vnwde
- Verstellgeschwindigkeit der Nockenwelle
- vnwdze
- Zwischenwert der Verstellgeschwindigkeit der Nockenwelle
- wnwgsde
- Winkelistwert + Prädikationswinkel (voraussichtlicher Winkel der Nockenwelle, welcher
erreicht würde, wenn das Bit B_nwvhe auf TRUE gehen würde)
- wnwgse
- geschätzter Einlaßnockenwellenwinkel
- wnwkrve
- Korrekturwert für Nockenwellenwinkel wegen Zeitspanne zwischen Auftreten der Flanke
des Schnellstartgeberrades und dem Berechnungszeitpunkt des Rechenrastertakts
- wnwpe
- Prädikationswinkel
- wnwise
- Winkelistwert der Nockenwelle
- wnwise'
- geschätzter Winkelistwert der Nockenwelle in Rechenrastern ohne Auftreten einer Flanke
des Schnellstartgeberrades
- wnwse
- Winkelsollwert der Nockenwelle
- wsnw
- Wert für Fangbereich (wenn B_nwhe = TRUE, d.h. wenn der Winkel gehalten wird)
- wsnrw
- reduzierter Wert für Fangbereich (wenn sich wnwise an wnwse annähert)
- znwadpe
- Adaptionswert für Ventilschließzeit bei positiver Verstellung
- znwadne
- Adaptionswert für Ventilschließzeit bei negativer Verstellung
- znwve
- Ventilschließzeit
- znwvpe
- Grenzwert der Ventilschließzeit bei positiver Verstellung
- znwvne
- Grenzwert der Ventilschließzeit bei negativer Verstellung
- 10
- Nockenwelle
- 12
- Schwenkversteller
- 14
- 4/2-Proportionalwegeventil
- 16
- Motorsteuergerät
- 18
- Schnellstartgeberrad
- 20
- Nockenwellensensor
- 22
- Kette
- 24
- Erhebungen des Schnellstartgeberrades
- 26
- Ölkreislauf
- 28
- Motorölpumpe
- 30
- Winkelistwert
- 32
- Ventilschließzeit
- 34
- Berechung der Verstellgeschwindigkeit vnwde
- 36
- Integrator
- 38
- Modellbildung des Proportionalwegeventiles
- 40
- Schalter
- 42
- Berechnung

- 44
- Berechnung wnwpe + wnwise'
- 46
- Soll-/Istwertvergleich
- 48
- Kennfeld
- 50
- Kennfeld
- 52
- Integrator
- 54
- Logik
- 56
- Rückkopplung
- 58
- Vorzeichenkorrektur
- 60
- Beobachter
- 62
- Geschwindigkeitsberechnung
- 64
- Adaption des Arbeitspunktes
- 66
- Fehlerbehandlung
- 68
- Ausgabe des Tatsverhältnisses
- 70
- Funktionszweig, IF-Bedingung wahr
- 72
- Block Verstellgeschw.-Berechnung
- 74
- Schieberegister Winkel
- 76
- Schieberegister Zeit
- 78
- Block: Aufsummieren Winkel
- 80
- Block: Aufsummieren Zeit
- 82
- Division
- 84
- Filter
- 86
- Berechnung Rechenraster
- 88
- Bestimmung Zeitspanne zwischen Flankensignal und Rechentakt
- 90
- Übergabe Zeitspanne
- 92
- Funktionszweig, IF-Bedingung falsch
- 94
- Integrator
- 96
- Zweig
- 98
- Multiplikation für Korrektur
- 100
- Addition
- 102
- Addition
- 104
- Subtraktion
- 106
- Bestimmung des Prädiktionswinkels
- 108
- Addition Korrekturwert
- 110
- Addition Korrekturwert
- 112
- Block: Prüfung ob Adaption notwendig ist
- 114
- Block: wie wird adaptiert
- 116
- Block: Lernwertbegrenzung
- 118
- Block: löschen der Adaption
- 120
- Auswahl Tastverhältnis
- 122
- Register
- 124
- Register
- 126
- Addition
- 128
- Register
- 130
- Multiplikation
- 132
- Register
- 134
- Register
- 136
- Block: Freigabe der Berechnung des Betriebspunktes
- 138
- Block Soll-/Istwertvergleich ohne Prädiktionswinkel
- 140
- Rückkopplung
1. Verfahren zur Nockenwellenverstellung in einer Brennkraftmaschine, wobei die Nockenwelle
bzgl. einer Kurbelwelle mittels eines von einem Regler und einem Proportionalventil
betätigten Verstellers, vorzugsweise eines Schwenkverstellers um einen vorbestimmten
Winkel verschwenkt wird, wobei der Regler einen Winkelsollwert mit einem Winkelistwert
vergleicht, in Abhängigkeit von diesem Vergleich eine Stellgröße in Form eines Tastverhältnisses
für das Proportionalventil bestimmt und bei Übereinstimmung von Winkelsoll- und Winkelistwert
diese Stellgröße auf ein Haltetastverhältnis derart einstellt, daß der Winkelsollwert
gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß während einer Verstellung der Nockenwelle vor einem jeweiligen Soll-/Istwertvergleich
dem Winkelistwert ein Prädiktionswinkel derart hinzuaddiert wird, daß die Summe aus
Winkelistwert und Prädiktionswinkel einem Winkel der Nockenwelle entspricht, den diese
nach Umstellen der Stellgröße auf den Haltewert bis zum vollständigen Schließen des
Proportionalventils während einer Ventilschließzeit erreicht.
2. Verahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Prädiktionswinkel derart hinzuaddiert wird, daß durch die Prädiktion eine
integrale Strecke mit Totzeit modelliert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß vor jedem Soll-/Istwertvergleich eine momentane Verstellgeschwindigkeit der
Nockenwelle berechnet und der Prädiktionswinkel als Produkt aus Verstellgeschwindigkeit
und Ventilschließzeit bestimmt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellgeschwindigkeit aus einer Lageänderung zwischen zwei zugehörigen
Flanken eines der Nockenwelle zugeordneten Schnellstartgeberrades berechnet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß über alle Flankenwechsel einer vollständigen Umdrehung des Schnellstartgeberrades
gemittelt wird.
6. Verfahren nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Grundlage eines Rechenrasters bei jedem Rechentakt ein Soll-/Istwertvergleich
durchgeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6 und wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei Auftreten eines Flankensignals vom Schnellstartgeberrad eine Position der
Nockenwelle bestimmt wird und eine sich daraus ergebende Winkeldifferenz zwischen
Nockenwelle und Kurbelwelle als Winkelistwert gesetzt wird, wobei dieser Winkelistwert
zusätzlich mit einer Winkelkorrektur versehen wird, die aus der Zeitspanne zwischen
dem Auftreten des Flankensignals und dem Rechentakt sowie aus der Verstellgeschwindigkeit
berechnet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7 und wenigstens einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbleiben eines Flankensignals vom Schnellstartgeberrad zwischen zwei Rechentakten
der neue Winkelistwert aus dem beim letzten Rechentakt erhaltenen Winkelistwert zusammen
mit einer Winkelkorrektur bestimmt wird, wobei die Winkelkorrektur aus der Verstellgeschwindigkeit
und der Dauer eines Rechentaktes berechnet wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß vor jedem Soll-/Istwertvergleich in Abhängigkeit von einer Motortemperatur aus
einem Kennfeld eine maximale Ventilschließzeit bestimmt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß für unterschiedliche Schwenkrichtungen der Nockenwelle die Ventilschließzeit
aus unterschiedlichen Kennfeldern bestimmt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß ab dem Beginn einer Verstellung der Nockenwelle die Ventilschließzeit von Null
bis höchstens zum maximalen bzw. minimalen Wert mittels Integration verändert wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß ab dem Umstellen der Stellgröße auf das Haltetastverhältnis die Ventilschließzeit
vom letzten Wert auf Null integriert wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß eine jeweils bestimmte Ventilschließzeit mit einem Vorzeichen derart versehen
wird, daß der sich aus dem Produkt aus Ventilschließzeit und Verstellgeschwindigkeit
ergebende Prädiktionswinkel eine solches Vorzeichen hat, daß sich bei Addition mit
dem Winkelistwert eine Betragsänderung des Winkelistwertes in Richtung des Winkelsollwertes
ergibt.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Haltetastverhältnis, das Tastverhältnis zum Verstellen in eine Richtung
und das Tastverhältnis zum Verstellen in die entgegengesetzte Richtung vorbestimmt
werden.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb und unterhalb des Sollwertes ein Fangbereich mit vorbestimmter Breite
vorgesehen wird, wobei bereits dann auf das Haltetastverhältnis umgeschaltet wird,
wenn der um den Prädiktionswinkel ergänzte Winkelistwert in den Fangbereich hinein
fällt.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß während der Verstellung der Nockenwelle auf einen neuen Winkel der Fangbereich
kleiner gewählt wird als während des Haltens des Winkelsollwertes mit dem Haltetastverhältnis.