[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Aufbereitung von Reststoff aus einer thermischen
Abfall-Entsorgungsanlage, der einen brennbaren, kohlenstoffhaltigen Anteil sowie einen
nicht-brennbaren Anteil aufweist, wobei eine erste Vorrichtung zur weitgehenden Abtrennung
des brennbaren Anteils vom nicht-brennbaren Anteil vorgesehen ist.
[0002] Aus ökologischen sowie aus ökonomischen Gesichtspunkten wird bei thermischen Abfallentsorgungsanlagen,
insbesondere bei Pyrolyseanlagen, der bei der thermischen Behandlung anfallende Reststoff
sortiert und nach Möglichkeit wiederverwendet. Dabei wird eine Trennung des Reststoffs
in einen kohlenstoffhalteigen, brennbaren Anteil und in einen nicht-brennbaren Anteil
angestrebt.
[0003] Aus der EP-A-0 302 310 und aus der Firmenschrift "Die Schwel-Brenn-Anlage, eine Verfahrensbeschreibung",
Herausgeber Siemens AG, Berlin und München, 1996, ist als Pyrolyseanlage eine sogenannte
Schwel-Brenn-Anlage bekannt, bei der im wesentlichen ein zweistufiges Verfahren durchgeführt
wird. In der ersten Stufe wird der angelieferte Abfall in eine Schweltrommel (Pyrolysereaktor)
eingebracht und verschwelt (pyrolisiert). Bei der Pyrolyse entstehen in der Schweltrommel
Schwelgas und Pyrolysereststoff. Das Schwelgas wird zusammen mit brennbaren Teilen
des Pyrolysereststoffs in einer Hochtemperatur-Brennkammer bei Temperaturen von ca.
1200 °C verbrannt. Die dabei entstehenden Abgase werden anschließend gereinigt.
[0004] Der Pyrolysereststoff weist neben den brennbaren Teilen auch einen großen Anteil
von nichtbrennbaren Teilen auf. Die nichtbrennbaren Anteile setzen sich im wesentlichen
aus einer Inertienfraktion, die Glas, Steine und keramische Teile umfaßt, sowie aus
einer Metallfraktion zusammen. Letztere läßt sich in eine Nichteisen- und in eine
Eisenfraktion aufteilen. Die nichtbrennbaren Anteile werden als Reststoffe aussortiert
und einer Wiederverwertung zugeführt. Im Hinblick auf ökologische Gesichtspunkte,
die sich aush in gesetzlichen Vorgaben widerspiegeln, sollte der Kohlenstoffanteil
der nichtbrennbaren Anteile moglichst gering sein.
[0005] Aus der EP 0 144 535 A2 ist ein "Verfahren zur thermischen Behandlung von Abfällen
unter Weiterverwertung des entstehenden Rückstandes" bekannt, bei dem in einer ersten
Siebung vom Pyrolyserückstand eine Grobfraktion abgetrennt und die verbleibende kleinere
Fraktion einer zweiten Siebung unterzogen wird. Die beiden bei der zweiten Siebung
erhaltenen Fraktionen werden jeweils einer Windsichtung unterzogen, um eine kohlenstoffarme
Schwerfraktion von einer kohlenstoffreichen Leichtfraktion abzutrennen. Die kohlenstoffreiche
Leichtfraktion wird einer energetischen Nutzung zugeführt und die kohlenstoffarme
Fraktion ist zur Deponierung oder beispielsweise für den Straßenbau vorgesehen.
[0006] Ein Verfahren zur Aufbereitung von Shredder-Leichtmüll, der bei der Zerkleinerung
von metallhaltigen Reststoffen, z.B. bei der Zerkleinerung von Autos, entsteht, ist
in der DE 44 26 503 A1 beschrieben. Bei dieser Aufbereitung ist im Anschluß an eine
Siebung eine Abtrennung von Gewölle vorgesehen, an die sion eine Sichtung zum Abtrennen
einer sehr leichten Kunststofffraktion anschließt. Die dabei abgetrennte Leichtfraktion
wird einer Brennstofffraktion zugeschlagen.
[0007] Bei den bekannten Verfahren besteht das Problem, daß der abgetrennte, nicht-brennbare
Anteil des Pyrolysereststoffs trotz Sichtung einen nicht unerheblichen Anteil an kohlenstoffhaltigen,
brennbaren Anteilen aufweist.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anlage zur Aufbereitung
von Reststoff anzugeben, bei denen die kohlenstoffhaltigen Feststoffteile weitgehend
vollständig und zuverlässig in einem insbesondere kontinuierlichen Betrieb abgeschieden
werden.
[0009] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch eine Anlage gemäß Anspruch 1 gelöst. Bei
der Anlage wird in an sich bekannter Weise zunächst in einer ersten Stufe der nicht-brennbare
Anteil von dem kohlenstoffhaltigen, brennbaren Anteil weitgehend abgetrennt. In einer
zweiten Stufe wird zunächst aus dem nicht-brennbaren Anteil eine Kleinteilfraktion
abgetrennt und anschließend wird eine in der Kleinteilfraktion verbleibende kohlenstoffhaltige
Leichtfraktion abgeschieden.
[0010] Der Erfindung liegt die wesentliche Idee zugrunde, daß eine zweistufige Abtrennung
von kohlenstoffhaltigen Anteilen für eine wirksame Abtrennung notwendig ist, da der
Kohlenstoffanteil im nicht-brennbaren Anteil nach der Abtrennung in der ersten Stufe
noch relativ hoch ist. Die Erfindung geht weiterhin von der Überlegung aus, daß sich
die kohlenstoffhaltige Leichtfraktion vor allem in der Kleinteilfraktion des nicht-brennbaren
Anteils befindet. Mit der Abtrennung der Kleinteilfraktion und der sich daran anschließenden
Abtrennung der Leichtfraktion ist eine weitgehend vollständige und zuverlässige Abtrennung
von kohlenstoffhaltigen Anteilen aus dem Reststoff gewährleistet.
[0011] Die Kleinteilfraktion ist bevorzugt eine Inertienfraktion des Reststoffs, da sich
in dieser ein hoher Anteil an kohlenstoffhaltigen Partikeln befindet. Eine zweckdienliche
Anlage zur Abtrennung einer solchen Inertienfraktion wird in der Deutschen Patentanmeldung
198 22 991.7 mit dem Titel "Anlage zur Feststoffbehandlung" beschrieben.
[0012] Die Kleinteilfraktion weist neben Inertien und den kohlenstoffhaltigen Partikeln
oftmals weitere Verunreinigungen, insbesondere in Form von kleinen Drähten, Drahtgewöllen
oder Drahtfasern, auf. Diese können bei der Trennung der leichten, kohlenstoffhaltigen
Fraktion von der schwereren Fraktion der Inertien einen äußerst störenden Einfluß
nehmen und die kontinuierliche und störungsfreie Aufbereitung der Kleinteilfraktion
behindern. Daher umfaßt die dritte Vorrichtung, in der die Abscheidung der kohlenstoffhaltigen
Anteile aus der Kleinteilfraktion vorgenommen wird, eine Einrichtung zur Abscheidung
der drahtartigen Anteile und einen dieser Einrichtung nachgeordneten Schwerteilsichter
zur Abscheidung der kohlenstoffhaltigen Feststoffe.
[0013] Die Einrichtung zur Abscheidung von Draht umfaßt dabei einen Drahtabscheider, der
eine bevorzugt um seine Längsachse drehbare Trommel aufweist, bei welcher bevorzugt
an deren Innenwand Mitnehmer angeordnet sind, und bei welcher bevorzugt in deren Innenraum
eine Austragsvorrichtung vorgesehen ist, die sich in Richtung der Längsachse erstreckt.
[0014] Mit den Mitnehmern werden insbesondere Drahtgewölle in einer vorteilhaften Weise
von den übrigen Feststoffteilen getrennt und emporgehoben. Am oberen Umkehrpunkt fallen
die Drahtgewölle aufgrund ihres Eigengewichts von den Mitnehmern herunter und gelangen
auf die Austragsvorrichtung, mit der sie entfernt werden.
[0015] Die Einrichtung zur Abscheidung von Draht weist weiterhin eine Siebvorrichtung für
langgestreckte drahtartige Anteile D auf, die bevorzugt der Trommel nachgeordnet ist.
Die Siebvorrichtung dient zur Abtrennung von im Feststoff noch enthaltenen langgestreckten
kleinen Drahtstücken, wie z.B. kleine Litzendrähte oder Drahtfasern. Bevorzugt umfaßt
die Siebvorrichtung einen Schwingboden mit einer Anzahl sich in Förderrichtung erstreckender
Längsrillen. An diese schließen sich Sieböffnungen zum Abscheiden der langgestreckten
Feststoffteile an, wobei die Rillentiefe der Längsrillen in Förderrichtung abnimmt.
[0016] Mit der Einrichtung zur Abscheidung der drahtartigen Anteile wird in einer vorteilhaften
Weise sichergestellt, daß dem Schwerteilsichter keine drahtartigen Anteile aufgegeben
werden, die zu einer Störung des Betriebs des Schwerteilsichters führen könnten.
[0017] Bevorzugt weist der Schwerteilsichter ein von Luft durchströmbares Gehäuse auf, in
dem im wesentlichen quer zur Strömungsrichtung ein Gitter angeordnet ist, an dessen
gegenüberliegenden Enden ein erster Auslaß für die Leichtfraktion und ein zweiter
Auslaß für eine Schwerfraktion vorgesehen sind.
[0018] Bei dem Schwerteilsichter wird durch das Gitter von unten Luft durchgeblasen, so
daß die aufgegebenen Feststoffe über dem Gitter schweben. Die Leichtfraktion schwebt
dabei über der Schwerfraktion, ist also von ihr getrennt.
[0019] Eine alternative Methode zu der sogenannten trockenen Abscheidung mit einer Luftströmung
ist die Sink-Schwimm-Sichtung, bei der die Leichtfraktion in einem flüssigen Medium
schwimmt, und bei der die Schwerfraktion absinkt. Nachteilig ist hierbei, daß ein
Schlamm erhalten wird, der getrocknet werden muß, und daß die Flüssigkeit gereinigt
werden muß. Bei dem dargestellten mit Luft durchströmten Schwerteilsichter, der auf
einer trockenen Abscheidung beruht, entfällt in vorteilhafter Weise eine Nachbehandlung
der abgeschiedenen Fraktionen.
[0020] Für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des Schwerteilsichters ist die vorhergehende
Abscheidung der drahtartigen Anteile D von entscheidender Bedeutung, da sich diese
in dem Gitter verhaken können und somit die Gitteröffnungen verstopfen würden.
[0021] Zur automatischen Trennung der Leichtfraktion von der Schwerfraktion ist das Gitter
vorteilhaft gegen die Horizontale geneigt, so daß die Leichtfraktion zu dem tiefer
gelegenen Ende des Gitters gleitet, wohingegen die Schwerfraktion zu dem höher gelegenen
Ende gelangt.
[0022] Bevorzugt weist die Austragsvorrichtung weiterhin eine Schwingrinne auf, an die sich
ein Sieb anschließt, so daß durch die Schwingbewegung der Schwingrinne am Drahtgewölle
haftender feiner Feststoff vom Drahtgewölle zunächst gelöst und anschließend vom'Sieb
abgetrennt wird.
[0023] Das Sieb umfaßt dabei bevorzugt Lamellen, die sich in Förderrichtung überlappen,
wobei zwischen zwei sich überlappenden Lamellen ein vorzugsweise schräg verlaufender
Spalt ausgebildet ist, durch den die abgetrennten kleinen Feststoffteile fallen können,
wohingegen das Gewölle über die Lamellen hinweg gleitet.
[0024] Ausführungsbeispiele sowie weitere Details und bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung
werden anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen jeweils in einer schematischen
Darstellung:
- FIG 1
- ein Schaubild einer Anlage zur Aufbereitung einer Kleinteilfraktion,
- FIG 2
- einen Drahtabscheider,
- FIG 3
- einen Schnitt durch den Drahtabscheider,
- FIG 4
- eine Siebvorrichtung für langgestreckte Feststoffteile,
- FIG 5
- einen Schwerteilsichter, und
- FIG 6
- eine Anlage zur thermischen Behandlung von Abfall mit angeschlossener Reststoffaufbereitung,
bei der eine zweistufige Abtrennung von kohlenstoffhaltigen Anteilen vorgesehen ist.
[0025] Gemäß Figur 1 wird als Kleinteilfraktion ein Feststoff F zunachst einer Einrichtung
2 zur Abscheidung von drahtartigen Anteilen D zugeführt. Die Einrichtung 2 umfaßt
einen Drahtabscheider 4 und eine Siebvorrichtung 6 für langgestreckte Drahtteile.
An die Einrichtung 2 schließt sich ein Schwerteilsichter 8 an, der von Luft L durchströmt
wird. Die aus dem Schwerteilsichter 8 abgeführte Luft L wird in einem Filter 10 gereinigt,
bevor sie entweder dem Schwerteilsichter 8 erneut zugeführt wird oder beispielsweise
als Verbrennungsluft für eine nicht näher dargestellte Brennkammer einer Pyrolyseanlage
verwendet wird.
[0026] Im Schwerteilsichter 8 wird der von den drahtartigen Anteilen D befreite Feststoff
F in eine Schwerteilfraktion I, die hauptsächlich Inertien aufweist, und in eine Leichtfraktion
C, die hauptsächlich kohlenstoffhaltige Anteile aufweist, getrennt. Die Leichtfraktion
C wird zusammen mit einer aus dem Filter 10 als Filterstaub abgeschiedenen Leichtfraktion
C' einem Vorratssilo 12 zugeführt und von dort zu einer Mühle 14 geleitet. Die in
der Mühle 14 auf Korngrößen mit einem Durchmesser von vorzugsweise einigen Millimetern
zerkleinerte Leichtfraktion C wird beispielsweise als Brennstoff einer nicht naher
dargestellten Brennkammer zugeführt.
[0027] Der der Anlage aufgegebene Feststoff F umfaßt insbesondere Inertien, kohlenstoffhaltige
Feststoffe und drahtartige Anteile D und weist bevorzugt Partikelgroßen von einigen
metern auf. Der Feststoff F stammt beispielsweise aus einer Inertienfraktion, die
bei einem Pyrolyseprozeß aus dem dabei erhaltenen Pyrolysereststoff abgetrennt wurde
(vgl. hierzu Fig. 6 mit zugehöriger Beschreibung).
[0028] Im Drahtabscheider 4 werden diejenigen drahthaltigen Anteile, die ein Gewolle G bilden,
abgeschieden, und in der Siebvorrichtung 6 werden anschließend langgestreckte Drahtteile,
insbesondere Drahtlitzen, abgeschieden. Die Einrichtung 2 gewährleistet eine nahezu
vollständige Abscheidung von jeglichen drahtartigen Anteilen D aus dem Feststoff F.
Dies wird durch die vorteilhafte Kombination des Drahtabscheiders 4 mit der Siebvorrichtung
6 erreicht.
[0029] Der drahtfreie Feststoff F, der nunmehr nur noch als Schwerfraktion I die Inertien
und als Leichtfraktion C die kohlenstoffhaltigen Anteile aufweist, wird dem Schwerteilsichter
8 zugeführt. Im Schwerteilsichter 8 erfolgt die Abtrennung der kohlenstoffhaltigen
Leichtfraktion C, so daß die inertienhaltige Schwerfraktion I nahezu kohlenstoffrei
ist und beispielsweise im Straßenbau eingesetzt werden kann.
[0030] Gemäß Figur 2 ist der Drahtabscheider 4 als eine um seine Längsachse 16 drehbare
Trommel 18 ausgestaltet, an deren Innenwand beispielsweise hakenförmig ausgebildete
Mitnehmer 20 angeordnet sind. An den Mitnehmern 20 verhakt sich nur Gewölle G, das
mit den Mitnehmern 20 mitgenommen und angehoben wird. Die restlichen Anteile des Feststoffs
F fallen bei der Drehbewegung von den Mitnehmern 20 herunter. Am oberen Umkehrpunkt
fällt das Gewölle G auf eine bezüglich der Drehung der Trommel 18 feststehende Austragsvorrichtung
22 herab. Die Austragsvorrichtung 22 ist im Innenraum 28 der Trommel 18 angeordnet
und erstreckt sich in Richtung der Längsachse 16.
[0031] Die Austragsvorrichtung 22 ist, wie in Figur 3 dargestellt, bevorzugt schräg zur
Längsachse 16 der Trommel 18 angeordnet, und insbesondere als Schwingrinne mit in
Förderrichtung 26 angeschlossenem Sieb 27 ausgebildet. Das Sieb 27 besteht bevorzugt
aus einzelnen Lamellen 28. Durch die Schwingbewegung der Schwingrinne werden an dem
Gewölle G haftende Feststoffteile F vom Gewölle getrennt und in Richtung auf das Sieb
27 weiter transportiert.
[0032] Die Lamellen 28 sind gebogen und insbesondere etwa als ein liegendes "L" ausgebildet.
Sie überlappen sich gegenseitig, so daß zwischen den einzelnen Lamellen 28 jeweils
ein Spalt 30 gebildet ist. Der von dem Gewölle G abgetrennte Feststoff F kann durch
den Spalt 30 hindurch fallen, während das Gewölle G über das Sieb 27 hinweg gleitet.
Der abgeschiedene Feststoff F fällt wieder in die Trommel 18 zurück.
[0033] In Figur 4 ist eine als Fingersieb bezeichnete Siebvorrichtung 6 zum Abscheiden von
länglichen Drahtstücken dargestellt. Gemäß Figur 4 erstreckt sich ein Schwingboden
32 von einem Aufgabebereich 34 für den vom Gewölle befreiten Feststoff F in Förderrichtung
36 bis zu einem Abscheidebereich 38. Dieser weist eine Anzahl von in Förderrichtung
36 V-förmig verlaufenden Sieböffnungen 40 auf, von denen zwei dargestellt sind. In
die Sieböffnungen 40 mündet jeweils eine Längsrille 42 des Schwingbodens 32. Die Sieböffnungen
40 schließen sich demnach in Förderrichtung 36 an die Längsrillen 42 an und weiten
sich von diesen ausgehend bis zu dem Ende 44 der Abscheidevorrichtung kontinuierlich
auf. Die Rillentiefe der Längsrillen 42 nimmt zu den Sieböffnungen 40 hin ab. Der
Schwingboden 32 weist insbesondere ein sägezahnartiges oder ein wellenförmiges Profil
auf. Die Längsrillen 42 sind durch die Erhebungen und Senkungen des profilierten Schwingbodens
32 gebildet.
[0034] Die beiden seitlichen Ränder der jeweiligen Sieböffnungen 40 sind elastisch, insbesondere
als elastische Lappen 46, ausgebildet. Die Lappen 46 sind in etwa dreieckförmig ausgebildet,
so daß die V-förmige Aufweitung der Sieböffnungen 40 durch die beiden angebrachten
Lappen 46 gebildet ist.
[0035] Der Feststoff F wird im Aufgabebereich 34 auf den Schwingboden 32 aufgegeben. Aufgrund
der Schwingungen des Schwingbodens 32 wird der Feststoff F in Förderrichtung 36 transportiert.
Die Schwingungen des Schwingbodens 32 führen zudem dazu, daß sich langgestreckte Feststoffteile
48, insbesondere Drahtfasern oder Litzendrähte, in den Längsrillen 42 in Förderrichtung
36 ausrichten. Der Schwingboden 32 bewirkt daher eine Förderung der Feststoffe F und
zugleich eine Ausrichtung von langgestreckten Feststoffteilen 48. Die Schwingungen
werden mit Hilfe eines Rüttelantriebs, beispielsweise ein Exzenterantrieb, erzeugt.
[0036] Es genügt, wenn die Längsrillen 42, bevor sie in die Sieböffnungen 40 übergehen,
nur noch eine geringe Rillentiefe aufweisen, die ausreicht, die einmal ausgerichteten
länglichen Feststoffteile 48 in Förderrichtung 36 ausgerichtet weiterzufuhren. Der
Schwingboden 32 kann daher im Bereich unmittelbar vor den Sieboffnungen 40 nahezu
eben ausgeführt sein. Durch die abnehmende Rillentiefe werden flächige Feststoffteile
50 flach und im wesentlichen parallel zur Schwingbodenebene ausgerichtet. Das Flachlegen
von flächigen Feststoffteilen 50 wird durch die Rüttel- oder Schwingbewegung des Schwingbodens
32 unterstützt.
[0037] Die ausgerichteten länglichen Feststoffteile 48 fallen durch die Sieböffnung 4 hindurch
und werden somit von dem übrigen Feststoff F abgeschieden. Demgegenüber werden flächige
Feststoffteile 50 zwar zunächst ebenfalls von den Längsrillen 42 ausgerichtet, dann
jedoch aufgrund der abnehmenden Rillentiefe flachgelegt, so daß sie über die Sieböffnungen
40 bis ans Ende 44 der Abscheidevorrichtung gleiten.
In der Figur 4 sind ferner in den beiden Sieböffnungen 40 jeweils ein Zinken 52 eines
nicht näher dargestellten Reinigungsrechens gezeigt. Die Zinken 52 werden von unten
im Bereich nahe der Längsrillen 42 in die Sieböffnungen 40 eingeführt und in Förderrichtung
36 in diesen entlanggeführt. Dabei schieben sie ein unter Umstanden verklemmtes Feststoffteil
F in Förderrichtung 36 weiter, so daß dieses gelöst wird und aufgrund der Aufweitung
der Sieböffnung 40 durch diese hindurch fällt. Wegen der elastischen Ausbildung der
Ränder der Sieböffnungen 40 kann sich ein Feststoffteil F nur mit einer relativ geringen
Kraft festklemmen, so daß die Beanspruchung der Zinken 52 und damit des Reinigungsrechens
ebenfalls relativ gering ist. Nachdem der Reinigungsrechen 54 in Förderrichtung 36
durch die Sieböffnungen 40 bis zum Ende 44 der Abscheidevorrichtung geführt wurde,
wird er aus den Sieböffnungen 40 herausgezogen und zu seiner Ausgangsposition am Beginn
der Sieböffnungen 40 zurückgefahren, wo die Zinken 52 erneut in die Sieböffnungen
40 eingeführt werden können.
[0038] Die beschriebene Siebvorrichtung 6 entspricht im wesentlichen der in der deutschen
Patentanmeldung 198 22 996.8 beschriebenen "Abscheidevorrichtung für langgestreckte
Feststoffteile". Auf die genannte deutsche Patentanmeldung wird hiermit verwiesen.
Ihr sind weitere vorteilhafte Ausgestaltungen zu entnehmen.
[0039] In Figur 5 ist eine besonders bevorzugte Ausführung des Schwerteilsichters 8 dargestellt.
Gemäß dieser Ausführungsform wird dem Schwerteilsichter 8 über einen Kanal 60 von
unten Luft L zugeführt. In Strömungsrichtung der Luft L weitet sich der Kanal 60 und
bildet einen - im Schnitt gesehen - in etwa V-förmigen Körper 62. Auf diesem ist ein
Gitter 64 angeordnet, welches von der Luft gurchströmt wird. Die Luft L wird von einer
Abzugseinrichtung 66 abgeleitet, die in etwa ebenfalls V-förmig ausgebildet ist und
mit ihrer Öffnung über das Gitter 64 gestülpt ist. Die Abzugseinrichtung 66 mündet
in einen Abzugskanal 68. Abzugseinrichtung 66 und Körper 62 bilden im wesentlichen
das Gehause 69 des Schwerteilsichters 8. Die Aufgabe von Feststoff F erfolgt über
eine Aufgabevorrichtung 74, die seitlich an die Abzugsvorrichtung 66 angeordnet ist.
[0040] Das Bitter 64 ist gegenüber der Horizontalen schräg geneigt. An seinem tiefer liegenden
Ende ist zwischen ihm und der Abzugsvorrichtung 66 ein erster Auslaß 70 für eine Leichtfraktion
C und an seinem höher gelegenen Ende ein zweiter Auslaß 72 für eine Schwerfraktion
I angeordnet. Die Schwerfraktion I ist im wesentlichen kohlenstoffrei und weist nahezu
ausschließlich Inertien auf. Die Leichtfraktion C ist demgegenüber sehr kohlenstoffreich.
[0041] Aufgrund der Luftströmung entsteht unmittelbar oberhalb des beispielsweise als Lochblech
ausgestalteten Gitters 64 ein Luftpolster. Das Lochblech weist hierfür beispielsweise
Löcher mit einem Durchmesser im Millimeter-Bereich auf. Auf dem Luftpolster schwebt
die Schwerfraktion I sowie die Leichtfraktion C. Letztere schwebt oberhalb der Schwerfraktion
I und "schwimmt" auf dieser, so daß die beiden Fraktionen voneinander getrennt sind.
Durch die schräge Anordnung des Gitters gelangt die Leichtfraktion C zum tiefer gelegenen
ersten Auslaß 70 und die Schwerteilfraktion I zu dem höher gelegenen zweiten Auslaß
72.
[0042] Mit dem Schwerteilsichter 8 wird in einfacher Weise eine nahezu vollständige Trennung
der kohlenstoffhaltigen Leichtfraktion C von der Inerzienfraktion I erreicht. Man
erhält daher eine Leichtfunktion C mit einem hohen Kohlenstoffanteil und demnach mit
einem hohen Brennwert. Die Leichtfraktion C wird bevorzugt in einer Brennkammer thermisch
verwertet. Die zuverlässige Abscheidung der Leichtfraktion C in einem kontinuierlichen
Betrieb wird durch die besonders vorteilhafte Kombination von Drahtabscheider 4, Siebvorrichtung
6 und Schwerteilsichter 8 ermöglicht.
[0043] Bei der in Figur 6 dargestellten Anlage zur thermischen Verwertung von Abfall A wird
dieser einer Pyrolysekammer 80 zugeführt und pyrolysiert. Dabei entsteht ein Schwelgas
S und ein Pyrolysereststoff F. Das Schwelgas S wird beispielsweise einer nicht näher
dargestellten Brennkammer zur energetischen Verwertung zugeleitet. Zur Behandlung
des Reststoffs R wird dieser zunachst in einer ersten Vorrichtung 82 in einen brennbaren,
kohlenstoffreichen Anteil R1 und einen nicht-brennbaren, kohlenstoffarmen Anteil R2
getrennt. Der nicht-brennbare Anteil R2 weist neben eisenhaltigen und nicht-eisenhaltigen
Anteilen sowie Inertien auch noch kohlenstoffhaltige Feststoffe auf, die insbesondere
an den kleinen Feststoffteilen haften. Daher ist in einer zweiten Vorrichtung 84 eine
Trennung des groben Feststoffs GF von der Kleinteilfraktion, also vom feinen Feststoff
F vorgesehen. Zur Abscheidung der kohlenstoffhaltigen Leichtfraktion C von der Schwerteilfraktion
I des feinen Feststoffs F wird dieser einer dritten Vorrichtung 86 zugeführt. Zur
Aufbereitung der Kleinteilfraktion werden vorzugsweise zunächst die eisenhaltigen,
die nicht-eisenhaltigen Metalle und die Inertien des nicht-brennbaren Anteils R2 voneinander
getrennt. Von den Inertien wird anschließend eine Kleinteilfraktion abgetrennt, da
sich darin im wesentlichen der Kohlenstoffrestanteil im nicht-brennbaren Anteil R2
befindet.
[0044] Die erste, zweite, dritte Vorrichtung 82, 84, 86 weisen für ein gutes Trennergebnis
jeweils bevorzugt mehrere Komponenten auf. Die dritte Vorrichtung 86 umfaßt insbesondere
die in Figur 1 dargestellten Komponenten.
1. Anlage zur Aufbereitung von Reststoff (R) aus einer thermischen Abfall-Entsorgungsanlage,
der einen brennbaren, kohlenstoffhaltigen Anteil (R1) sowie einen nicht-brennbaren
Anteil (R2) aufweist, wobei eine erste Vorrichtung (82) zur weitgehenden Abtrennung
des brennbaren Anteils (R1) vom nichtbrennbaren Anteil (R2) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
a) daß eine zweite Vorrichtung zur Trennung des nichtbrennbaren Anteils (R2) in kleine
(F) und große Teile vorgesehen ist, und
b) daß eine dritte Vorrichtung vorgeshen ist zur Aufteilung der Fraktion der kleinen
Teile (F)
mit einer Trommel (18), die Mitnehmer (20) enthält, zur Abscheidung von drahtartigen
Anteilen,
mit einer Siebvorrichtung (6) zur Abscheidung langgestreckter Anteile und
mit einem Schwerteilsichter (8) zur Abscheidung einer noch vorhandenen kohlenstoffhaltigen
Leichtfraktion (C).
2. Anlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schwerteilsichter (8) ein von Luft (L) durchströmbares Gehäuse (69) aufweist,
in dem im wesentlichen quer zur Strömungsrichtung ein Gitter (64) angeordnet ist,
an dessen gegenüberliegenden Enden ein erster Auslaß (70) für die Leichtfraktion (C)
und ein zweiter Auslaß (72) für eine Schwerfraktion (I) vorgesehen sind.
3. Anlage nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gitter (64) gegen die Horizontale geneigt ist.
4. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Trommel (18) um ihre Längsachse drehbar ist, daß die Mitnehmer (20) an der Innenwand
der Trommel (18) angeordnet sind, und daß im Innenraum (23) der Trommel (18) eine
Austragsvorrichtung (22) vorgesehen ist, die sich in Richtung der Längsachse 16 der
Trommel (18) erstreckt.
5. Anlage nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Austragsvorrichtung (22) eine Schwingrinne (24) aufweist, an die sich ein Sieb
(26) anschließt.
6. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Siebvorrichtung (6) der Trommel (18) nachgeordnet ist.
1. Plant for the processing of residue (R) from a thermal waste disposal plant, the said
residue having a combustible carbon-containing constituent (R1) and a non-combustible
constituent (R2), a first device (82) for the substantial separation of the combustible
constituent (R1) from the non-combustible constituent (R2) being provided, characterized
a) in that a second device is provided for separating the non-combustible constituent
(R2) into small (F) and large fragments, and
b) in that a third device is provided for dividing the fraction of small fragments
(F),
with a drum (18), which contains drivers (20), for the separation of wire-like constituents,
with a screening device (6) for the separation of elongate constituents,
and with a heavy-fragment separator (8) for separating a still present carbon-containing
light fraction (C).
2. Plant according to Claim 2, characterized in that the heavy-fragment separator (8) has a housing (69), through which air (L) is capable
of flowing and in which is arranged essentially transversely to the direction of flow
a grid (64), at the opposite ends of which are provided a first outlet (70) for the
light fraction (C) and a second outlet (72) for a heavy fraction (I).
3. Plant according to Claim 3, characterized in that the grid (64) is inclined relative to the horizontal.
4. Plant according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the drum (18) is rotatable about its longitudinal axis, in that the drivers (20) are arranged on the inner wall of the drum (18), and in that in the interior (23) of the drum (18) is provided a discharge device (22) extending
in the direction of the longitudinal axis (16) of the drum (18).
5. Plant according to Claim 4, characterized in that the discharge device (22) has a vibrating conveyor (24) which is followed by a screen
(26).
6. Plant according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the screening device (6) follows the drum (18).
1. Installation de traitement de résidu (R) d'une installation d'élimination thermique
de déchets qui comprend une part (R1) carbonée combustible ainsi qu'une part (R2)
incombustible, un premier dispositif (82) de séparation dans une grande mesure de
la part (R1) combustible et de la part (R2) incombustible étant prévu,
caractérisée
a) en ce qu'il est prévu un deuxième dispositif de séparation de la part (R2) incombustible
en des parties petites (F) et grandes, et
b) en ce qu'il est prévu un troisième dispositif de répartition de la fraction des
parties (F) petites,
comprenant un tambour (18) qui comporte un entraîneur (20) pour la séparation de parts
du type en fil métallique,
comprenant un dispositif (6) de tamisage pour la séparation de parts s'étendant en
longueur, et
comprenant un cribleur (8) de parties lourdes pour la séparation d'une fraction (C)
légère carbonée encore présente.
2. Installation selon la revendication 1,
caractérisée en ce que le cribleur (8) de parties lourdes comprend une enveloppe (69) dans laquelle peut
passer de l'air (L) et dans lequel est monté sensiblement transversalement à la direction
du courant une grille (64) aux extrémités opposées de laquelle sont prévues une première
sortie (70) pour la fraction (C) légère et une deuxième sortie (72) pour une fraction
(I) lourde.
3. Installation selon la revendication 2, caractérisée en ce que la grille (64) est inclinée par rapport à l'horizontale.
4. Installation selon les revendications 1 à 3,
caractérisée en ce que le tambour (18) est monté tournant par rapport à son axe longitudinal, en ce que les entraîneurs (20) sont placés sur la paroi intérieure du tambour (8) et en ce qu'il est prévu à l'intérieur (23) du tambour (18) un dispositif (22) de déchargement
qui s'étend dans la direction de l'axe (16) longitudinal du tambour (18).
5. Installation selon la revendication 4,
caractérisée en ce que le dispositif (22) de déchargement comporte un couloir (24) vibrant auquel se raccorde
un tamis (26).
6. Installation selon les revendications 1 à 5,
caractérisée en ce que le dispositif (6) de tamisage est monté en aval du tambour (18).