[0001] Die Erfindung betrifft ein Kurzfarbwerk einer Druckmaschine.
[0002] Durch die DE 195 23 378 A1 ist eine Bogenoffsetrotationsdruckmaschine für Mehrfarbendruck
bestehend aus Formzylinder, Gummizylinder und einem mit einer Mehrzahl von gesteuerten
Greifersystemen versehenen, zentralen Druckzylinder bekannt, wobei Formzylinder und
Gummizylinder gleiche Durchmesser und jeweils mindestens zwei Druckflächen aufweisen
sowie die Anzahl der Greifersysteme des Druckzylinders ungleich der Anzahl der Druckflächen
des Formzylinders ist und dem Druckzylinder mindestens ein zweites aus Formzylinder
und Gummizylinder bestehendes Zylinderpaar zugeordnet ist.
[0003] Dabei weist jeder Formzylinder zwei Druckflächen auf und jeder Druckfläche der Formzylinder
ist ein eigenes Kurzfarbwerk, bestehend aus Farbauftragwalze, Aniloxwalze und Farbkasten,
zugeordnet. Die Farbauftragwalzen sind wechselnd von dem Formzylinder an- und abstellbar,
nur die jeweils zugeordnete Druckfläche einfärbend, angeordnet.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist, die Schaffung eines aus einer Rasterwalze, einer taktweise
an einen Druckformzylinder an- und abstellbaren Farbauftragwalze und einen Farbkasten
bestehenden Kurzfarbwerkes mit einer hohen Steifigkeit der Rasterwalzenlagerung.
[0005] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruches gelöst.
[0006] Nachfolgend wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher beschrieben. Die
Zeichnung zeigt in:
- Fig. 1
- Kurzfarbwerk mit dreiringgelagerter Rasterwalze
- Fig. 2
- Kurzfarbwerk mit dreiringgelagerter Farbauftragwalze
- Fig. 3
- Geometrische Anordnung
- Fig. 4
- Kurzfarbwerk mit vierringgelagerter Farbauftragswalze
[0007] Mit dem Druckformzylinder 1 steht eine Farbauftragwalze 2 in Wirkverbindung (Fig.
1). Die Farbauftragwalze 2 ist mittels eines taktweise betätigbaren Taktexzenters
3 taktweise an den Druckformzylinder 1 anstellbar bzw. von diesem abstellbar.
[0008] Die der Farbauftragwalze 2 zugeordnete Rasterwalze 4 ist über ein spielfreies Dreiringlager
5 im Maschinengestell 6 ― in der Zeichnung mit Schrägstrichen angedeutet - gelagert.
Der Innenring des Dreiringlagers ist als Exzenterlager 7 ausgebildet und am Exzenterlager
ist ein Schalthebel 8 angeordnet. Zur An- und Abstellung der Rasterwalze 4 relativ
zur Farbauftragwalze 2 ist das Exzenterlager 7 mittels des Schalthebels 8 verdrehbar.
An dem Schalthebel 8 ist ein Kniehebelgetriebe 9 mit einer Feder 10 angeordnet. Bei
der Anstellbewegung wird über das Kniehebelgetriebe 9 die Feder 10 gespannt, deren
Kraft wirkt über den Anlenkpunkt 11 und das Exzenterlager 7 verstärkt auf die Rasterwalze
4. Auf den Ballenenden der Farbauftragwalze 2 und der Rasterwalze 4 sind Schmitzringe
angeordnet. Somit stützt sich die Rasterwalze 4 von der Federkraft getrieben und im
Dreiringlager 5 geführt gegen die Farbauftragwalze 2 ab und kann kleinen Positionsänderungen
der Farbauftragwalze 2 folgen, so ― dass die Pressung zwischen Farbauftragwalze 2
und Rasterwalze 4 konstant bleibt.
[0009] Die Positionsänderungen der Farbauftragwalze 2 entstehen, weil die Taktbewegungen
nicht als Drehbewegung um den Rasterwalzenmittelpunkt erfolgen und es zu Achsabstandsänderungen
zwischen Farbauftragwalze 2 und Rasterwalze 4 kommt. Diese Achsabstandsänderungen
rufen sichtbare Abweichungen in der Farbführung hervor, sofern sie nicht, wie dargelegt,
ausgeglichen werden.
[0010] Nachfolgend wird eine weitere Ausführungsform (Fig. 2) beschrieben.
[0011] Mit dem Druckformzylinder 1 steht eine Farbauftragwalze 2 in Wirkverbindung. Der
Farbauftragwalze 2 ist eine mit einem nicht dargestellten Farbkasten in Wirkverbindung
stehende Rasterwalze 4 zugeordnet.
[0012] Die Farbauftragwalze 2 ist über ein spielfreies Dreiringlager 5 im Maschinengestell
6 ― in der Zeichnung mit Schrägstrichen angedeutet ― gelagert.
[0013] Der Innenring des Dreiringlagers ist als Exzenterlager 7 ausgebildet und am Exzenterlager
ist ein Schalthebel 8 angeordnet. Zur An- und Abstellung der Farbauftragwalze 2 relativ
zum Druckformzylinder 1 ist das Exzenterlager 7 mittels des Schalthebels 8 verdrehbar.
[0014] Die Bewegungseinleitung der Verdrehung erfolgt über eine nicht dargestellte, am Schalthebel
8 angeordnete Kurvenrolle, die mit einer nicht dargestellten, am Druckformzylinder
angeordneten Kurvenscheibe in Wirkverbindung steht.
[0015] Die An- und Abstellbewegung der Farbauftragwalze 2 erfolgt um einen Schwenkpunkt
12 (Fig. 3). Der Schwenkpunkt 12 liegt dabei auf einer Geraden 13, welche durch die
Mittelposition 14 des Schwenkweges, der sich zwischen dem Farbauftragwalzenmittelpunkt
15 bei angestellter und abgestellter Farbauftragwalze 2 ausgebildet, und den Rasterwalzenmittelpunkt
16 führt. Nach einer ersten Variante liegt der Schwenkpunkt 12 auf der Geraden 13
zwischen dem Rasterwalzenmittelpunkt 16 und der Mittelposition 14. Nach einer zweiten
Variante liegt der Schwenkpunkt 12 auf der Verlängerung der Geraden 13 hinter der
Mittelposition 14. Die Schwenkbewegung der Farbauftragwalze erfolgt um den Schwenkwinkel
γ, wobei die Gerade 13 innerhalb des Schwenkwinkels liegt.
[0016] Die dritte Ausführungsform (Fig. 4) zeigt eine vierringgelagerte Farbauftragwalze.
[0017] Mit dem Druckformzylinder 1 steht eine Farbauftragwalze 2 in Wirkverbindung. Der
Farbauftragwalze 2 ist eine mit einem nicht dargestellten Farbkasten in Wirkverbindung
stehende Rasterwalze 4 zugeordnet. Die Rasterwalze 4 ist in nicht dargestellten Kugellagern
gelagert. Die Farbauftragwalze 2 ist über ein spielfreies Vierringlager 17 im Maschinengestell
6 ― in der Zeichnung mit Schrägstrichen angedeutet ― gelagert.
[0018] Der erste Innenring des Vierringlagers 17 ist als Exzenterlager 7 ausgebildet und
am Exzenterlager 7 ist ein Schalthebel 8 angeordnet. Zur An- und Abstellung der Farbauftragwalze
2 relativ zum Druckformzylinder 1 ist das Exzenterlager 7 mittels des Schalhebels
8 verdrehbar.
[0019] Der Schalthebel 8 stützt sich über eine Kurvenrolle 18 auf einer am Druckformzylinder
1 angeordneten Taktkurve 19 ab. Mit dem Schalhebel 8 stehen Taktfedern 20 in Wirkverbindung.
Der Schalthebel 8 ist mit einer Arretiereinrichtung 21 ausgestattet, mit der Arretiereinrichtung
ist die Sperrung der Taktbewegung einleitbar.
[0020] Der weitere Innenring des Vierringlagers 17 ist als weiteres Exzenterlager 22 ausgebildet
und am weiteren Exzenterlager 22 ist ein weiterer Schalthebel 23 angeordnet. Zur Spalteinstellung
zwischen Farbauftragwalze 2 und Rasterwalze 4 ― die Spaltstelle Farbauftragwalze/Rasterwalze
muss bei Druckunterbrechungen getrennt werden; im Druckbetrieb steht die Farbauftragwalze
2 mit der Rasterwalze 4 in Wirkverbindung ― ist das weitere Exzenterlager 22 mittels
des weiteren Schalthebels 23 verdrehbar.
[0021] An dem weiteren Schalthebel 23 ist ein Kniehebelgetriebe 9 mit einer weiteren Feder
25 angeordnet. Das Kniehebelgetriebe 24 wird über einen nicht dargestellten Betätigungsmechanismus,
beispielsweise über einen Pneumatikzylinder, betätigt. Bei der Spalteinstellung ―
Farbauftragwalze 2 und Rasterwalze 4 in Wirkverbindung ― wird über das Kniehebelgetriebe
24 die weitere Feder 25 gespannt, deren Kraft wirkt über den Anlenkpunkt 26 und das
weitere Exzenterlager 22 verstärkt auf die Farbauftragwalze 2. Somit stützt sich die
Farbauftragwalze 2 von der Federkraft getrieben gegen die Rasterwalze 4 ab; die Pressung
zwischen Farbauftragwalze und Rasterwalze bleibt damit konstant.
Auf den Ballenenden der Farbauftragwalze 2 und der Rasterwalze 4 sind Schmitzringe
angeordnet.
Durch diese Anordnung wird eine hohe Steifigkeit der Walzenlagerung erreicht, wobei
die Rasterwalze in einfachen und kostengünstigen Radialkugellagern gestellfest gelagert
werden kann.
Bezugszeichenaufstellung
[0022]
- 1
- Druckformzylinder
- 2
- Farbauftragwalze
- 3
- Taktexzenter
- 4
- Rasterwalze
- 5
- Dreiringlager
- 6
- Maschinengestell
- 7
- Exzenterlager
- 8
- Schalthebel
- 9
- Kniehebelgetriebe
- 10
- Feder
- 11
- Anlenkpunkt
- 12
- Schwenkpunkt
- 13
- Gerade
- 14
- Mittelposition
- 15
- Farbauftragwalzenmittelpunkt
- 16
- Rasterwalzenmittelpunkt
- 17
- Vierringlager
- 18
- Kurvenrolle
- 19
- Taktkurve
- 20
- Taktfeder
- 21
- Arretiereinrichtung
- 22
- weiteres Exzenterlager
- 23
- weiterer Schalthebel
- 24
- weitere Feder
- 25
- Anlenkpunkt
1. Kurzfarbwerk mit einer taktweise an einen Druckformzylinder an- und abstellbaren Farbauftragwalze
und einer der Farbauftragwalze zugeordneten Rasterwalze einschließlich Farbkasten,
dadurch gekennzeichnet, dass die Farbauftragwalze (2) oder die Rasterwalze (4) in
einem spielfreien Mehrringlager (5; 17) gelagert ist.
2. Kurzfarbwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rasterwalze (4) beidseitig
in je einem spielfreien Dreiringlager (5) mit ein Exzenterlager (7) bildenden exzentrischen
Mittelringen im Maschinengestell (6) gelagert, die Exzenterlager (7) über einen kurvengesteuerten
Schalthebel (8) zur An- und Abstellung verdrehbar und an dem Schalthebel (8) ein Kniehebelgetriebe
(9) mit einer die Rasterwalze (4) im angestellten Zustand gegen die Farbauftragwalze
(2) drückenden Feder (10) angeordnet ist.
3. Kurzfarbwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbauftragwalze (2)
beidseitig in je einem spielfreien Dreiringlager (5) mit ein Exzenterlager (7) bildenden
exzentrischen Mittelringen im Maschinengestell (6) gelagert, die Exzenterlager (7)
über einen Schalthebel (8) zur An- und Abstellung verdrehbar und der Schwenkpunkt
(12) der Farbauftragwalze (2) auf der durch den Rasterwalzenmittelpunkt (16) und der
Mittelposition (14) des Schwenkweges des Farbauftragwalzenmittelpunktes (15) bei der
An- und Abstellung führenden Geraden (13) angeordnet ist.
4. Kurzfarbwerk nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkpunkt (12) zwischen
dem Rasterwalzenmittelpunkt (16) und der Mittelposition (14) des Schwenkweges des
Farbauftragwalzenmittelpunktes (15) bei der An- und Abstellung angeordnet ist.
5. Kurzfarbwerk nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkpunkt (12) in
der Verlängerung der Geraden (13) hinter der Mittelposition (14) des Schwenkweges
des Farbauftragwalzenmittelpunktes (15) bei der An- und Abstellung angeordnet ist.
6. Kurzfarbwerk nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, das die Gerade (13) innerhalb
des Schwenkwinkels (γ) angeordnet ist.
7. Kurzfarbwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rasterwalze (4) in
Kugellagern gelagert, die Farbauftragwalze (2) beidseitig in je einem spielfreien
Vierringlager (17) mit zwei Exzenterlagern (7; 12) bildenden exzentrischen Mittelringen
im Maschinengestell (6) gelagert, das Exzenterlager (7) über einen kurvengesteuerten
Schalthebel (8) zur An- und Abstellung verdrehbar und das weitere Exzenterlager (22)
über einen weiteren Schalthebel (23) zur Spalteinstellung der Farbauftragwalze (2)
relativ zur Rasterwalze (4) verdrehbar und an dem weiteren Schalthebel (23) ein Kniehebelgetriebe
(9) mit einer die Farbauftragwalze (2) im angestellten Zustand gegen die Rasterwalze
(4) drückenden Feder (25) angeordnet ist
8. Kurzfarbwerk nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schalthebel (8) in
der ausgehobenen Stellung arretierbar ist.
9. Kurzfarbwerk nach Anspruch 2 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass auf beiden Ballenenden
von Farbauftragwalze (2) und Rasterwalze (4) Schmitzringe angeordnet sind.