(19)
(11) EP 1 088 659 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
04.04.2001  Patentblatt  2001/14

(21) Anmeldenummer: 00120720.8

(22) Anmeldetag:  22.09.2000
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B41F 31/30, B41F 31/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 01.10.1999 DE 19947218

(71) Anmelder: Koenig & Bauer Aktiengesellschaft
97080 Würzburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Hefftler, Victor, Dr.
    01640 Coswig (DE)
  • Patzelt, Bernd
    09126 Chemnitz (DE)
  • Nerger, Reinhard
    01445 Radebeul (DE)

   


(54) Farbwerk


(57) Die Erfindung betrifft ein Farbwerk einer Druckmaschine.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Farbwerkes, dessen Walzen zur Vermeidung von durch Lageänderungen von der theoretischen Sollposition bedingten Auswirkungen auf die Farbübertragung positionsgenau geführt werden.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Aniloxwalze (5) in spielfreien Lagern (4) drehbar im Maschinengestell (1) gelagert ist, auf den Schenkeln (8) der Aniloxwalze (5) beidseitig ein Takthebel (7), an dem der Farbkasten (9) und in dem die Farbauftragwalze (10) gelagert sind, angeordnet und die Taktbewegung der Takthebel (7) über je eine am Druckformzylinder (2) angeordnete Taktkurve (17) erfolgt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Farbwerk einer Druckmaschine.

[0002] Durch die DE 195 23 378 A1 ist eine Bogenoffsetrotationsdruckmaschine für Mehrfarbendruck bestehend aus Formzylinder, Gummizylinder und einem mit einer Mehrzahl von gesteuerten Greifersystemen versehenen, zentralen Druckzylinder bekannt, wobei Formzylinder und Gummizylinder gleiche Durchmesser und jeweils mindestens zwei Druckflächen aufweisen sowie die Anzahl der Greifersysteme des Druckzylinders ungleich der Anzahl der Druckflächen des Formzylinders ist und dem Druckzylinder mindestens ein zweites aus Formzylinder und Gummizylinder bestehendes Zylinderpaar zugeordnet ist. Dabei weist jeder Formzylinder zwei Druckflächen auf und jeder Druckfläche der Formzylinder ist ein eigenes Kurzfarbwerk, bestehend aus Farbauftragwalze, Aniloxwalze und Farbkasten, zugeordnet. Die Farbauftragwalzen sind wechselnd von dem Formzylinder an- und abstellbar, nur die jeweils zugeordnete Druckfläche einfärbend, angeordnet.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Farbwerkes, dessen Walzen zur Vermeidung von durch Lageänderungen von der theoretischen Sollposition bedingten Auswirkungen auf die Farbübertragung positionsgenau geführt werden.

[0004] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruches gelöst; zweckmäßige Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen offenbart.

[0005] Nachfolgend wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel näher beschrieben. Die Zeichnung zeigt in

Fig. 1 Prinzipschema Farbwerk

Fig. 2 Takthebelausbildung

Fig. 3 geteilte Lagerstelle.



[0006] In Fig. 1 ist das Prinzipschema eines Farbwerkes einer Druckmaschine dargestellt. Im Maschinengestell 1 ist ein Druckformzylinder 2 drehbar gelagert. Ebenfalls im Maschinengestell 1 ist über Lagerbuchsen 3 und erste spielfreie Lager 4 eine Aniloxwalze 5 drehbar gelagert.
Auf den Schenkeln 8 der Aniloxwalze 5 sind in zweiten spielfreien Lagern 6 Takthebel 7 gelagert. An dem Takthebel 7 ist der mit der Aniloxwalze 5 in Wirkverbindung stehende Farbkasten 9 angeordnet.

[0007] Die Lagerstelle der Aniloxwalze 5 ist geteilt ausgeführt (Fig. 3).
In den Takthebeln 7 ist eine Farbauftragwalze 10 gelagert. Die Farbauftragwalze 10 steht in Betriebsstellung sowohl mit der Aniloxwalze 5 als auch mit dem Druckformzylinder 5 in Wirkverbindung. In Fig. 1 sind die Wirkverbindungen nicht dargestellt; zur besseren Übersichtlichkeit wurde eine gestreckte Darstellung gewählt.
Die Farbauftragwalze 10 besteht aus einer nicht rotierenden Steckachse 11 und einem auf der nicht rotierenden Steckachse 11 drehbar gelagerten Walzenmantel 12. An der Steckachse 11 ist beidseitig je ein in Takthebeln 7 über dritte spielfreie Lager 13 gelagertes Exzenterlager 14 angeordnet. An den Exzenterlagern 14 sind Elemente zur Walzentrennung 15 d.h. Elemente zum Verdrehen der Exzenterlager angeordnet. Diese Elemente zur Walzentrennung 15 stützen sich an den Takthebeln 7 ab.
Die Takthebel 7 wiederum stützen sich auf der der Lagerstelle abgewandten Seite über eine Kurvenrolle 16 an einer am Druckformzylinder 2 angeordneten Taktkurve 17 ab (Fig. 2). Den Takthebeln 7 sind beidseitig sich am Maschinengestell 1 abstützende, die Taktung abstellende Elemente 18 angeordnet.
Durch die Ausbildung der Farbauftragwalze 10 als nicht rotierende Steckachse 11 entsteht eine Synchrontraverse, welche die notwendige Synchronität beim Walzentrennen gewährleistet und damit den Einsatz von spielfreien Lagern ermöglicht.
Da der Farbkasten 9 an den Takthebeln 7 gelagert ist, ergibt sich keine Differenzgeschwindigkeit zwischen dem Rakel des Farbkastens 9 und der Aniloxwalze 5 beim Takten.
Das Farbwerk ist, da die Lagerstelle der Aniloxwalze 5 als geteiltes Lager ausgebildet ist, komplett herausnehmbar bzw. vormontierbar; die Farbauftragwalze 10 ist nach Trennung Steckachse 11/Takthebel 7 ebenfalls herausnehmbar.
Bedingt dadurch, dass die Kurvenrolle 16 mit der Takthebellagerung in einer Ebene liegt treten keine sich negativ auswirkenden Kippmomente auf.
Durch die Lagerung der Takthebel 7 auf den Schenkeln 8 der Aniloxwalze 5 wird der Taktung ― Bewegung in einem kleinen Schwenkwinkel ― eine Drehbewegung überlagert und damit erreicht, dass trotz der kleinen Schwenkwinkel eine ausreichende Schmierung der Lager gewährleistet ist.

Bezugszeichenaufstellung



[0008] 
1
Maschinengestell
2
Druckformzylinder
3
Lagerbuchse
4
erstes spielfreies Lager
5
Aniloxwalze
6
zweites spielfreies Lager
7
Takthebel
8
Schenkel
9
Farbkasten
10
Farbauftragwalze
11
Steckachse
12
Walzenmantel
13
drittes spielfreies Lager
14
Exzenterlager
15
Element zur Walzentrennung
16
Kurvenrolle
17
Taktkurve
18
Element



Ansprüche

1. Farbwerk einer Druckmaschine mit einer getakteten, einer einem im Maschinengestell gelagerten Druckformzylinder zugeordneten Farbauftragwalze, einer Aniloxwalze und einem Farbkasten, dadurch gekennzeichnet, dass die Aniloxwalze (5) in spielfreien Lagern (4) drehbar im Maschinengestell (1) gelagert ist, auf den Schenkeln (8) der Aniloxwalze (5) beidseitig ein Takthebel (7), an dem der Farbkasten (9) und in dem die Farbauftragwalze (10) gelagert sind, angeordnet und die Taktbewegung der Takthebel (7) über je eine am Druckformzylinder (2) angeordnete Taktkurve (17) erfolgt.
 
2. Farbwerk einer Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die in den Takthebeln (7) gelagerte Farbauftragwalze (10) als stehende Steckachse (11) mit drehbar gelagertem Walzenmantel (12) ausgebildet ist.
 
3. Farbwerk einer Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Walzentrennung die Farbauftragwalze (10) mit einem mit einem Element zur Walzentrennung (15) verbundenen Exzenterlager (14) gekoppelt ist.
 
4. Farbwerk einer Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerstelle der Aniloxwalze (10) geteilt und die Aniloxwalze (5) einschließlich Farbkasten (9) als Baugruppe montierbar bzw. entnehmbar ist.
 




Zeichnung










Recherchenbericht