[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Andrucken mit schnelltrockender Farbe auf
einer Flexodruckmaschine mit einem Druckzylinder und einem am Umfang des Druckzylinders
angeordneten Farbauftragsystem, bei dem die Druckgeschwindigkeit während des Andruckens
gegenüber der Druckgeschwindigkeit im eigentlichen Druckbetrieb herabgesetzt ist.
[0002] EP-A-0 646 458 beschreibt eine Flexodruckmaschine, bei der in einer gegenüber dem
Farbauftragsystem winkelversetzen Zone eine Waschvorrichtung vorgesehen ist, mit der
der Druckzylinder, wenn er vom Bedruckstoff abgerückt ist, mit Wasser besprüht wird.
Dadurch soll bei Betriebsunterbrechungen ein Antrocknen der Druckfarbe am Druckzylinder
verhindert werden.
[0003] Aus EP-A-0 623 464 ist eine Flexodruckmaschine bekannt, bei der mit einer mit Wasser
verdünnten, schnell trocknenden Druckfarbe gearbeitet wird.
[0004] Wenn eine Flexodruckmaschine mit einer hohen Druckgeschwindigkeit, beispielsweise
einer Druckgeschwindigkeit in der Größenordnung von 500 m/min betrieben wird, so wird
zum Drucken eine schnelltrocknende Farbe benötigt, damit die auf den Bedruckstoff
übertragene Farbe rasch genug antrocknet und nicht in nachgeordneten Bearbeitungsstationen
verschmiert wird. Das Farbauftragsystem wird durch eine am Druckzyllnder abrollende
Rasterwalze gebildet, die auf ihrer Oberfläche ein feines Näpfchenraster aufweist
und an deren Umfang auf der dem Druckzylinder entgegengesetzten Seite eine Kammerrakel
angeordnet ist. In der Kammerrakel werden die Näpfchen der Rasterwalze mit Druckfarbe
gefüllt. Diese Druckfarbe wird dann auf die druckenden Teile der Klischees auf dem
Druckzylinder übertragen, der in einer der Rasterwalze annährend diametral gegenüberliegenden
Position an einem Gegendruckzylinder abrollt, so daß die Druckfarbe auf den über den
Gegendruckzylinder geführten Bedruckstoff übertragen wird. Aufgrund der hohen Druckgeschwindigkeit
ist die Zeitspanne zwischen dem Einfärben des Druckzylinders mit Hilfe der Rasterwalze
und der Übertragung der Farbe auf den Bedruckstoff so kurz, daß die Farbe keine Zeit
hat, auf dem Druckzylinder anzutrocknen.
[0005] Während des Andruckens und während der Einstellung und Überprüfung der Passergenauigkeit
vor Beginn des eigentlichen Druckbetriebs ist jedoch die Druckgeschwindigkeit erheblich
herabgesetzt, so daß sie beispielsweise nur 25 m/min beträgt. Dementsprechend ist
die Verweildauer der Farbe auf dem Druckzylinder auf ein Vielfaches verlängert, mit
der Folge, daß die Farbe zu einem gewissen Grad bereits auf dem Druckzylinder antrocknet.
Hierdurch werden die Klischees mit angetrockneter Farbe verunreinigt, so daß sich
insbesondere kleine Vertiefungen zwischen den druckenden Teilen der Klischees leicht
mit angetrockneter Farbe zusetzen. Dadurch wird die Qualität des Druckbildes nicht
nur während des Andruckens, sondern auch während des nachfolgenden eigentlichen Druckbetriebs
beeinträchtigt, sofern keine zeitraubende Zwischenreinigung des Druckzylinders erfolgt.
[0006] EP-A-0 272 888 beschreibt eine Offsetdruckmaschine, bei der der Druckplattenzylinder
befeuchtet werden muß, damit die ölhaltige Druckfarbe nur von den druckenden Teilen
aufgenommen wird, während auf den nichtdruckenden Teilen die Annahme der Farbe durch
einen Wasserfilm verhindert wird. Zum Befeuchten des Druckplattenzylinders ist in
dessen Drehrichtung zwischen dem Gummituchzylinder und der Farbauftragwalze ein Sprühsystem
angeordnet, mit dem ein Flüssigkeitsnebel oder Dampf versprüht wird.
[0007] Aus DE-C-700 844 ist eine Anilingummidruckmaschine bekannt, bei der Farbhäutchen,
die sich beim Auftragen der Druckfarbe zwischen den Spitzen der Rasterpunke gebildet
haben, mittels Druckluft entfernt werden.
[0008] Aufgabe der Erfindung Ist es, ein Andruckverfahren für eine Flexodruckmaschine anzugeben,
mit dem sich auch bei Verwendung schnelltrocknender Farbe ein vorzeitiges Antrocknen
der Farbe auf dem Druckzylinder verhindern läßt.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß während des Andruckbetriebs
am Umfang des Druckzylinders in mindestens einer gegenüber dem Farbauftragsystem winkelversetzten
Zone ein Flüssigkeitsnebel oder - dampf erzeugt wird.
[0010] Es hat sich gezeigt, daß durch einen solchen Flüssigkeitsnebel oder -dampf das vorzeitige
Antrocknen der Farbe auf dem Druckzylinder wirksam verhindert werden kann. Somit bleibt
der Druckzylinder während des Andruckbetriebs sauber, so daß man im Anschluß an den
Andruckbetrieb ohne Betriebsunterbrechung und ohne Zwischenreinigung zum eigentlichen
Druckbetrieb übergehen kann, ohne daß die Druckqualität beeinträchtigt wird.
[0011] Die Zone oder Zonen am Umfang des Druckzylinders, in denen der Flüssigkeitsnebel
erzeugt wird, können in Rotationsrichtung des Druckzylinders gesehen sowohl zwischen
dem Farbauftragsystem und dem Gegendruckzylinder als auch zwischen dem Gegendruckzylinder
und dem Farbauftragsystem liegen. Im ersteren Fall verzögert der Flüssigkeitsnebel
die Verdunstung des Lösungsmittels und damit das Antrocknen der Farbe, die auf die
Klischees übertragen wurde. Im letzteren Fall wird der Druckzylinder feucht gehalten,
nachdem er die Farbe an den Gegendruckzylinder abgegeben hat und bevor er wieder mit
der Rasterwalze in Berührung kommt. Die Flüssigkeit, die sich dabei auf dem Gegendruckzylinder
niederschlägt, sammelt sich aufgrund von Kapillarkräften bevorzugt in kleinräumigen
Vertiefungen zwischen den druckenden Teilen der Klischees, also gerade in den Bereichen,
in denen die Gefahr einer Verschmutzung mit angetrockneter Druckfarbe am größten ist.
Auch in diesem Fall wird somit wirksam verhindert, daß sich die Vertiefungen der Klischees
mit angetrockneter Farbe zusetzten.
[0012] Die von dem Flüssigkeitsnebel oder eingenommene Zone braucht nicht scharf begrenzt
zu sein und braucht insbesondere nicht gegenüber der Rasterwalze abgeschirmt zu sein,
denn es ist unschädlich und gegebenenfalls sogar erwünscht, wenn auch Teile der Rasterwalze
in einen gegebenenfalls etwas dünneren Flüssigkeitsnebel eingefüllt sind. Zur Erzeugung
des Flüssigkeitsnebels mit einem geeigneten Flüssigkeitsdichteprofil und geeigneten
Tröpfchengrößen können herkömmliche Sprühdüsen und Sprühanlagen verwendet werden,
wie sie als solche im Stand der Techik bekannt sind. Wahlweise kann anstelle eines
Flüssigkeitsnebels auch ein Flüssigkeitsdampf versprüht werden, der in der Umgebung
des Druckzylinders oder an dessen Oberfläche kondensiert oder einfach durch Erhöhung
des Dampf-Partialdruckes die Trocknung der Farbe verzögert. Andererseits hat das Versprühen
eines Flüssigkeitsnebels den Vorteil, daß durch Verdunstungskälte auch ein Kühleffekt
erzielt wird.
[0013] Bei dem Flüssigkeitsnebel oder -dampf handelt es sich bevorzugt um Wasser beziehungsweise
Wasserdampf. Da das Wasser weder gesundheits- noch umweltschädlich ist, sind in diesem
Fall keine besonderen Emissionsschutz- oder Gesundheitsschutzmaßnahmen für das Bedienungspersonal
erforderlich. Die Verwendung von Wasser bietet sich naturgemäß insbesondere in Verbindung
mit wässrigen Druckfarben an, ist jedoch nicht auf wasserlösliche Farben beschränkt,
da auch Druckfarben, die organische Lösungsmittel wie beispielsweise Alkohol enthalten,
mit Wasser verdünnbar sind.
[0014] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert.
[0015] Die einzige Zeichnungsfigur zeigt eine schematische Skizze eines Farbwerkes einer
Flexodruckmaschine.
[0016] Ein Druckzylinder 10 rollt am Umfang eines Gegendruckzylinders 12 ab und kommt dort
mit dem über den Gegendruckzylinder laufenden Bedruckstoff in Berührung. Auf der dem
Gegendruckzylinder 12 entgegengesetzten Seite rollt der Druckzylinder 10 an einer
Rasterwalze 14 ab. Am Umfang der Rasterwalze 14 ist in einer dem Druckzylinder 10
entgegengesetzten Position eine Kammerrakel 16 angeordnet. Die Rasterwalze 14 weist
auf ihrer Oberfläche in bekannter Weise ein feines Raster aus Näpfchen auf, die beim
Durchlauf durch die Kammerrakel 16 mit Druckfarbe gefüllt werden. Überschüssige Druckfarbe
wird durch ein stromabwärtiges Rakelmesser 18 abgerakelt.
[0017] Am Spalt zwischen der Rasterwalze 14 und dem Druckzylinder 10 wird die Druckfarbe
auf die druckenden Teile der auf den Druckzylinder 10 aufgespannten Klischees übertragen.
Diese druckenden Teile geben die Druckfarbe nach einer halben Umdrehung des Druckzylinders
10 auf den Bedruckstoff am Gegendruckzylinder 12 ab und werden nach einer weiteren
halben Umdrehung des Druckzylinders erneut durch die Rasterwalze 14 eingefärbt.
[0018] Während des Andruckens läuft die Druckmaschine mit einer wesentlich niedrigeren Geschwindigkeit
als während des eigentlichen Druckbetriebs. Wenn eine schnelltrocknende Farbe verwendet
wird und keine besonderen Gegenmaßnahmen getroffen würden, könnte daher die Farbe
leicht am Gegendruckzylinder 10 antrocknen und die Klischees verunreinigen. Dies wird
bei der beschriebenen Ausführungsform dadurch verhindert, daß oberhalb des Druckzylinders
10, also in einer Zone, die in Rotationsrichtung des Druckzylinders zwischen dem Gegendruckzylinder
12 und der Rasterwalze 14 liegt, eine Sprüheinrichtung 20 angeordnet ist, mit der
in dieser Umfangszone des Druckzylinders ein fein verteilter Wassernebel 22 erzeugt
wird. Durch teilweise Verdampfung der Wassertröpfchen, die den Wassernebel 22 bilden,
wird der Wasserdampf-Partialdruck in der betreffenden Umfangszone des Druckzylinders
erhöht. Sofern auf den Klischees teilweise angetrocknete Farbreste verblieben sind,
wird daher das weitere Trocknen und Verfestigen dieser Farbreste verzögert. Außerdem
kommt es zu einer geringfügigen Benetzung der Oberfläche des Druckzylinders mit dem
Wasser aus dem Wassemebel 22, so daß die Farbreste verdünnt werden, eine ähnliche
Konsistenz wie die frisch zugeführte Druckfarbe in den Näpfchen der Rasterwalze 14
behalten und sich mit der in diesem Näpfchen enthaltenen Druckfarbe mischen können.
Auf diese Weise wird eine Verunreinigung des Druckzylinders 10 während des Andruckbetriebs
verhindert. Beim anschließenden eigentlichen Druckbetrieb kann die Sprüheinrichtung
20 abgeschaltet werden, da die Druckmaschine dann wesentlich schneller läuft und kein
vorzeitiges Antrocknen der Farbe auf dem Druckzylinder zu befürchten ist.
[0019] Im gezeigten Beispiel ist die Sprüheinrichtung 20 etwas schräg angestellt, so daß
der Wassernebel 22 eine vom Gegendruckzylinder 12 weggerichtete Keule bildet. Während
des langsamen Andruckbetriebs ist es jedoch unschädlich, wenn eine dünnere Randzone
des Wassemebels 22 auch Teile des Gegendruckzylinders einhüllt. Ebenso können Teile
des Wassernebels auch die Rasterwalze 14 einhüllen und somit auch ein Antrocknen der
Farbe in den Näpfchen der Rasterwalze verhindern.
[0020] Durch die Rotation des Druckzylinders 10 wird die Luft an der Oberfläche dieses Druckzylinders
und damit auch der Wassernebel in Rotationsrichtung mitgerissen. Bei der hier gezeigten
Anordnung führt dies zu einer Drift des Wassernebels in Richtung auf die Rasterwalze
14 und somit vom Gegendruckzylinder 12 weg.
[0021] In einer modifizierten Ausführungsform ist es jedoch auch möglich, den Druckzylinder
10 und entsprechend auch den Gegendruckzylinder 12 und die Rasterwalze 14 in der jeweils
entgegengesetzten Drehrichtung anzutreiben. In diesem Fall verhindert oder verzögert
der Wassernebel 22 die Verdunstung der Farbe, die von der Rasterwalze 14 auf die druckenden
Teile der Klischees aufgetragen wurde, während diese druckenden Teile sich zum Gegendruckzylinder
bewegen.
[0022] Da im gezeigten Beispiel die Sprüheinrichtung 20 oberhalb des Druckzylinders 10 angeordnet
ist, wird die Benetzung des Druckzylinders mit dem Wassernebel 22 durch Schwerkraftwirkung
unterstützt. Wahlweise ist es jedoch auch möglich, die Sprüheinrichtung 20 unterhalb
des Druckzylinders 10 anzuordnen. In diesem Fall läßt sich leichter verhindern, daß
sich bei länger dauerndem Andruckbetrieb zu viel Wasser auf dem Druckzylinder 10 niederschlägt.
Auch bei der der Anordnung der Sprüheinrichtung 20 unterhalb des Druckzylinders 10
sind beide Antriebsrichtungen des Druckzylinders möglich. Ebenso ist es möglich, je
eine Sprüheinrichtung auf der Oberseite und auf der Unterseite des Druckzylinders
anzuordnen.
1. Verfahren zum Andrucken mit schnelltrocknender Farbe auf einer Flexodruckmaschine
mit einem Druckzylinder (10) und einem am Umfang des Druckzylinders angeordneten Farbauftragsystem
(14, 16), bei dem die Druckgeschwindigkeit während des Andruckens gegenüber der Druckgeschwindigkeit
im eigentlichen Druckbetrieb herabgesetzt ist, dadurch gekennzeichnet, daß während des Andruckbetriebs am Umfang des Druckzylinders (10) in mindestens einer
gegenüber dem Farbauftragsystem winkelversetzten Zone ein Flüssigkeitsnebel (22) oder
-dampf erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeitsnebel (22) ein Wassernebel ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeitsnebel (22) in einer Zone erzeugt wird, die in Rotationsrichtung des
Druckzylinders (10) zwischen dem Gegendruckzylinder (12) und dem Farbauftragsystem
(14, 16) liegt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Flüssigkeitsnebel (22) in einer Zone erzeugt wird, die in Rotationsrichtung des
Druckzylinders (10) zwischen dem Farbauftragsystem (14, 16) und dem Gegendruckzylinder
(12) liegt.
1. Method for proof-printing with quick-drying ink on a flexographic printing machine
having an impression cylinder (10) and an ink application system (14, 16), which is
arranged at the periphery of the impression cylinder, wherein the printing speed during
the proof-printing is reduced relative to the printing speed during actual printing
operation, characterised in that a fluid mist (22) or vapour is produced during proof-printing operation at the periphery
of the impression cylinder (10) in at least one zone which is angularly offset relative
to the ink application system.
2. Method according to claim 1, characterised in that the fluid mist (22) is a water mist.
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the fluid mist (22) is produced in a zone which is located between the counter-impression
cylinder (12) and the ink application system (14, 16) in the direction of rotation
of the impression cylinder (10).
4. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the fluid mist (22) is produced in a zone which is located between the ink application
system (14, 16) and the counter-impression cylinder (12) in the direction of rotation
of the impression cylinder (10).
1. Procédé de tirage d'épreuves avec de l'encre à séchage rapide sur une presse flexographique
comprenant un cylindre d'impression (10) et un système d'encrage (14, 16) disposé
contre la périphérie du cylindre d'impression, procédé dans lequel la vitesse d'impression
durant le tirage d'épreuves est abaissée par rapport à la vitesse d'impression durant
l'activité d'impression proprement dite, caractérisé en ce que, durant le mode de tirage d'épreuves, un brouillard (22) ou une vapeur de liquide
est produit à la périphérie du cylindre d'impression (10) dans au moins une zone déplacée
angulairement par rapport au système d'encrage.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le brouillard de liquide (22) est un brouillard d'eau.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le brouillard de liquide (22) est produit dans une zone qui, par rapport à la direction
de rotation du cylindre d'impression (10), se trouve entre le cylindre de contre-pression
(12) et le système d'encrage (14, 16).
4. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le brouillard de liquide (22) est produit dans une zone qui, par rapport à la direction
de rotation du cylindre d'impression (10), se trouve entre le système d'encrage (14,
16) et le cylindre de contre-pression (12).